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Heute, also am Samstag, den 10. Januar 2009 findet in Berlin eine Veranstaltung zur Finanzkrise statt:
Hier die Ankündigung bei Radio Utopie:
Quelle: http://www.radio-utopie.de/2008/12/1...endet#extendedAutor: Juergen Elsaesser, Donnerstag, 18. Dezember 2008, 15:26
Ich möchte Euch einladen, unbedingt bei einer sehr wichtigen Veranstaltung der neu gegründeten "Volksinitiative" am Samstag, 10. Januar, in Berlin dabei zu sein (Ort/Zeit ganz unten). Es geht an diesem Abend um eine grundsätzliche
Einschätzung der ökonomisch-politischen Situation und um die Herausarbeitung von Ansätzen für eine große politische Offensive.
In einem längeren Einleitungsreferat werde ich ausführen:
1. Die Krisenanalyse der meisten Linken ist falsch, da sie das imperialistische Moment sträflich unterschätzt: Die aktuell einsetzende Depression ist Ergebnis eines bewussten Angriffs des anglo-amerikanischen Finanzkapitals auf den Rest der Welt. Dabei kommen "finanzielle Massenvernichtungswaffen" (Warren Buffet) zum Einsatz, die nicht aus Ausbeutung der Arbeitskraft ("Überakkumulation"), sondern aus "fiktivem Kapital" (Kapital, Dritter Band) munitioniert sind. Was wir bisher erlebt haben, waren erste Geplänkel mit diesen Waffen – der Hauptstoß steht noch bevor!
2. Bei der Abwehr dieses Angriffs spielt der Nationalstaat die entscheidende Rolle. Supranationale Koordinationen in Gremien, in denen die aggressiven Staaten und ihre Vertreter eine Rolle spielen (EU, G8, IWF usw.), sind für die Katz. Wichtig ist eine Koordination der angegriffenen Nationalstaaten.
3. In allen Staaten, auch in Deutschland, entwickelt sich ein zunehmender Widerspruch zwischen dem Industrie- und dem Bankkapital. Letzteres, eng mit den angloamerikanischen Angreifern verbunden, erdrosselt ersteres in einer Kreditklemme.
4. Hauptaufgabe der Linken ist der Aufbau einer Volksfront, die das national bzw. "alt-europäisch" orientierte Industriekapital einschließt. Die Reduktion auf Klassenkampf ist sektiererischer Unsinn.
5. Hauptaufgabe der Volksfront ist die entschädigungslose Nationalisierung des Finanzsektors und die Abdrängung der anglo-amerikanischen Finanzaristokratie aus Europa, in der Perspektive ein eurasisches Bündnis. Den Sozialismus, also den Stoß gegen das System insgesamt, zur Hauptaufgabe zu erklären, ist linksradikale Kraftmeierei bzw. "imperialistischer Ökonomismus" (Lenin).
Soweit in Kürze. Ein längerer Aufsatz zu Punkt 1 von mir wird vermutlich noch vor Weihnachten im "Neuen Deutschland" erscheinen. Diskussionsbeiträge zu obigen Kurzthesen sind schon jetzt hochwilllkommen.
Die Veranstaltung der "Volksinitiative" findet am Samstag, 10. Januar, ab 20.30 Uhr im Wirtshaus "Max und Moritz", Berlin-Kreuzberg, Oranienstraße 162 statt.
Fast direkt vor dem Lokal hält der Bus M29 (Haltestelle Oranienplatz). Die nächstgelegene U-Bahn-Station ist Kottbusser Tor (U1/U8).
Näheres in Kürze.
Falls jemand in Berlin noch kurzfristig Zeit hat. Die Sache scheint hochinteressant zu sein und Jürgen Elsässer ist oben in einigen Punkten unbedingt zuzustimmen:
Die Finanzkrise ist eine Inszenierung der angloamerikanischen Globalisierer und ein Angriff auf alle, die sich bisher deren Zugriff noch entziehen konnten.
Die marxistische Phrase vom "Klassenkampf" verhindert die nötige Frontstellung und ein breites Bündnis gegen das Finanzkapital, das ja für die Realwirtschaft gar nicht benötigt wird, die Realwirtschaft aber mit dieser Krise endgültig unter seine Kontrolle bringen könnte.
Den Sozialismus, also den Stoß gegen das System insgesamt, zur Hauptaufgabe zu erklären, ist linksradikale Kraftmeierei und chancenlos, wie in den 80er Jahren, in denen mit der Phrase von der Weltrevolution jeder Widerstand gegen die monetaristische Geldpolitik unterminiert wurde.
Würde mich freuen, wenn jemand hingehen und berichten könnte.
PS: Habe das selber gerade erst erfahren, es klappt also noch nicht so sehr mit wichtiger Kommunikation trotz Internet, früher wäre es ganz aussichtslos gewesen, da hätte die kapitalistische Lügenpresse einfach nichts berichtet und die Veranstalter wären allein im Lokal gesessen...
Geändert von Hellmann (10.01.2009 um 09:34 Uhr)
Moin Sir
danke für den Tip. Wir überlegen grad ob wir dahin gehen, wenngleich ich fast befürchte, daß ich Probleme mit dem Gutsten habe ... mit sind die K-Gruppler aller mehr als suspekt. Schaun wer mal, falls wir hingehen werd ich berichten.
Gruß
Peter
Mir ist der auch noch nicht geheuer, seit er mit Gremliza in Konkret geschrieben hat. Aber vielleicht hat er sich ja wirklich gewandelt. Die ganzen Antideutschen werden ja von unseren angloamerikanischen Freunden gesponsert und da hat Elsässer lange genug mitgemischt.
Aber die Idee ist natürlich völlig richtig und im Moment die einzige Sache, die sich mit Aussicht auf Erfolg propagieren und politisch irgendwie umsetzen lässt, wenn man nicht blos weiter auf die Weltrevolution warten will.
hm ... genau das ist der Punkt. Einerseits hat er sich ja als "Antideutscher" positioniert ... eine, wie ich finde seltenst dämliche Position ... und nu die Rolle rückwärts? Wobei, schon wieder mit Verschwörungstheorie im Hintergrund, denn das Problem des monetären Systems heute ist eben nicht nen angloamerikanisches Problem, es ist ein global-kapitalistisches Problem. Ich finde es einfach nur selten dämlich systematische Probleme zu ner Verschwörungstheorie zu verbinden. Klar logisch gibt es einige wenige, die jetzt profitieren und ne große Masse, die jetzt den Profit bezahlen, aber es ist zu platt zu glauben, dies wäre eine gezielte Aktion. Es ist ein Problem was eben in dem System des Kapitalismus innewohnt und selbst Marx hat das nicht wirklich erkannt. Insofern hat er recht, wenn er sich gegen den bislang propagandierten Sozialismus wendet ... aber er hat scheinbar nicht den systemimmanenten Fehler erkannt, sonst würde er nicht auf ner VT Ebene den Fehler suchen. Wie gesagt, wir überlegen noch ... Schaun wer mal.
Gruß
Peter
Als kleinen Beitrag von mir hier eine kleine Satire auf dem Kapitalismus. Das mache ich seit über zwei Jahren und muss immer aufpassen, nicht von der Realität überholgt zu werden.
Hi wafi,
ist vielleicht für Dich besonders interessant, weil er es thematisch mit dem israelischen Treiben in und um Gaza verbinden will.
Hier noch ein Link zu Elsässers neuem Artikel im Neuen Deutschland:
Link: http://www.radio-utopie.de/2009/01/0...krieg#extendedLiebe Freunde,
wenn am kommenden Samstag die VOLKSINITIATIVE zur Veranstaltung
Weltwirtschaftskrise: Versagen die Linken? Was ist zu tun?
einlädt (10.01., 20.30 Uhr, Berlin-Kreuzberg, Wirthaus "Max und Moritz",
Oranienstr. 162), muß natürlich der neue israelische Krieg auch eine Rolle spielen.
In meinem Einleitungsreferat werde ich deswegen beide Themen verbinden.
Eckpunkte meiner Argumentation skizziert mein Essay, der heute im Neuen
Deutschland erschienen ist.
Dollarkrach und Nahost-Krieg
Von Jürgen Elsässer
Ansonsten natürlich aufpassen, was da gedreht werden soll. Ich bin als erfahrener VT´ler leider zu weit weg.![]()
Morgen findet in Berlin auch eine Versammlung statt, zu der Jürgen Elsässer aber nicht aufruft:
Link: http://www.hintergrund.de/content/view/338/63/Demonstrieren für den Krieg -
Von JÜRGEN ELSÄSSER, 9. Januar 2009 -
Nachdem in den vergangenen Tagen in der ganzen Republik Demonstrationen gegen den Krieg Israels in Gaza stattfanden, gehen am Sonntag, dem 11. Januar, die Unterstützer des jüdischen Staates auf die Straße. Angesetzt sind Kundgebungen in Berlin, Frankfurt am Main und München, am Montag außerdem in Wien.
...
Aus dem sogenannten antideutschen Spektrum, das schon länger in der Tradition von Theodor W. Adorno kommunistische Abstraktionen mit prowestlicher Kriegspropaganda verbindet, unterstützen das „café critique“ und die Zeitschrift „Bahamas“ die Aktion.
Zu den ersten Unterschriftstellern gehörte auch eine Gliederung der Linkspartei-Jugend solid: der Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom. Diese Gruppierung will als „Plattform gegen Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressiven Antikapitalismus“ wirken. Einer ihrer Sprecher hatte 2008 in einem Interview mit der Zeitschrift "Konkret" ausgerechnet Parteichef Oskar Lafontaine als typischen Vertreter der beiden zuletzt genannten Ismen bezeichnet. Welchen Einfluss das Fähnlein in der Linkspartei hat, obwohl ihm nur etwa 50 Leute angehören, zeigt sich aktuell an dem Umstand, dass sich drei Tage vor der Kundgebung auch Klaus Lederer, der Landesvorsitzende der in Berlin mitregierenden Linkspartei, als Unterstützer der Demo outete. Er wird am Sonntag sogar einen Redebeitrag halten – neben Frank Henkel (Landesvorsitzender der CDU), Markus Löning (Landesvorsitzender der FDP), Franziska Eichstädt-Bohlig (Fraktionsvorsitzende der Grünen) und Walter Momper (SPD, Abgeordnetenhauspräsident).
Das mit Adorno und den Antideutschen hat er schön formuliert. Die Linkspartei zeigt hier schon wie bei den Kapital-Studien der Linksparteijugend, dass sie unterwandert ist mit den üblichen Kräften aus dem linken Sprektrum, seit die CIA in Frankfurt den Neomarxismus zur Studentenbewegung gemacht hat. In Frankfurt war die CIA-Zentrale für Deutschland nach dem Krieg.
Das Morden in Gaza hat nichts mehr mit diesem oder jenem Projekt zu tun. Weder mit einem Gemeinwesen für Juden noch einem für palästinensische Araber - die verbrecherischen Führer in "Israel" und "Palästina" machen da nur noch fröhlich Bandenkrieg nach Camorra-Art. So haben die Zionisten den Aufstieg der Hamas, die sie jetzt vorgeblich bekämpfen, seinerzeit geduldet, um ein Gegengewicht zu den säkularen Kräften der PLO zu schaffen.
Die Hamas wiederum macht IMHO auf Terror mit Qassam-Raketen, um davon abzulenken, dass sie Gaza wohl nicht vernünftig regieren kann. Daraus kann man ihr aber keinen großen Vorwurf machen, denn die Israelis haben da z. B. einen mit EU-Geldern gebauten Flughafen zerstört.
Parteinahme fällt da selbst für die Palästinser schwer, weil die meisten ihrer Organisationen und Führer im Grunde *** sind. Arafat war zu Lebzeiten wegen seiner Korruption selbst bei eigenen Leuten verhasst. Der war aber nur einer von vielen unfähigen und korrupten Führern auf beiden Seiten. Aktuell scheint im Contest der Nahost-Gangster aber der Olmert obenauf zu sein. Zuerst 2006 einen Krieg im Libanon angezettelt, den viele Israelis als Misserfolg ansahen, nun lässt er in Gaza morden.
Wer für so einen auf die Straße geht, sollte doch lieber gleich für die Mafia demonstrieren. Das wäre illusionsloser und ehrlicher.
Hellmann
haben es leider nicht geschafft, bekamen unerwartet Besuch. Schade.
Gruß
Peter
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