Zitat Zitat von Kaffeepause930 Beitrag anzeigen
Das ist sicherlich richtig! Aber die Ansprüche an den Wohnstandard sind selbst bei Genossenschaftswohnungen heute auch ganz andere als noch vor 50 Jahren. Hinzu kommen die Anforderungen an das EEG, Wärmedämmung, Lärm- und Trittschallschutz, barrierefrei und behindertengerecht etc.pp. Wenn Du alle diese Auflagen erfüllen willst, dann bist Du je nach Lage ganz schnell bei einer subventionierten Warmmiete von 9€/m². Und dann höre ich schon wieder die Sozialverbände herumjammern, denen das noch zuviel ist. Dabei gibt es kein gg verbrieftes Anspruchsrecht auf billiges "Wohnen im In- und Szeneviertel" für 7,50€/m². Alles hat seinen Preis, und das wollen gewisse Zeitgenossen und Anhänger der Multikulti-Kirche einfach nicht verstehen und begreifen.
Das wird gerne behauptet. Ich habe allerdings bis vor wenigen Jahren in einer solchen Siedlung gewohnt und dabei festgestellt, dass die Wohnungen sehr gefragt waren. Übrigens ist die Mietpreisbindung bei so alten Häusern längst entfallen.

Ich habe aber nichts dagegen einzuwenden, wenn eine Genossenschaft teure Neubauten erstellt, wenn das dem Wunsch ihrer Mitglieder entspricht. Sollte das in Bickendorf der Fall sein, ist alles in Ordnung. Oft ist es aber so, dass so teuer gebaut wird, dass sich keiner der alten Bewohner die neuen Wohnungen leisten kann. Gerade für alte Menschen, die manchmal schon von Anbeginn an dort gewohnt haben, ist das ein schwerwiegendes Problem.

Man könnte natürlich sagen, dass es ihre eigene Schuld ist, wenn sie von ihren Rechten keinen Gebrauch gemacht haben. Ja, wenn sie denn die Fähigkeiten dazu hätten! Oft ist es kaum zu erfahren, wer da wessen Interessen vertritt. Manchmal gibt es Großanteilseigner, die nicht in Erscheinung treten. Die Genossenschaft, in der ich Mitglied bin, schüttet alljährlich die gesetzlich höchstens zugelassenen 4% Gewinnanteil aus. Übermäßig bereichern kann sich da niemand.

Obwohl alles dem Gesetz nach transparent abläuft, habe ich zumindest bei uns den Eindruck, dass sich das Management nicht gerne in die Karten schauen lässt. Das Selbstverständnis dieser Herrschaften ist so, dass sie sich als die Genossenschaft auf der einen Seite und die "Mieter" auf der anderen Seite sehen. Was sie gar nicht mögen ist, wenn man sie darauf hinweist, dass diese "Mieter" die Besitzer der Genossenschaft sind, und sie nur die Angestellten, die dafür bezahlt werden, das alles zu verwalten.

Den ursprünglichen Genossenschaftsgedanken finde ich genial. Es kann sein, dass sich Entwicklungen eingeschlichen haben, die durch das Desinteresse der Mehrheit der Mitglieder gefördert wurden. Es kann so weit kommen, dass die Mitarbeiter der Verwaltung händeringend nach Mitgliedern suchen müssen, die bereit sind, als Vertreter zu kandidieren. Solche Vertreter stimmen dann gerne so ab, wie die Verwaltung das wünscht; das geht so weit, dass sie gegen ihre eigenen Interessen stimmen, weil sie die Zusammenhänge nicht durchschauen. Da werden dann Aufsichtsratskandidaten aufgestellt, die nur dafür in die Genossenschaft eingetreten sind, um diesen Posten besetzen zu können, und die selbst keine der Wohnungen bewohnen.

Ich hoffe, dass die Kölner Lokalpresse die Vorgänge in Bickendorf weiter verfolgt.