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Thema: Italien

  1. #271
    Stammuser Avatar von Piranha

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    Zitat Zitat von Aneri Beitrag anzeigen
    Neoliberalen Schwachsinn?! Du argumentierst doch gerade auf neoliberalen Gleisen und merkst es noch nicht mal
    Du betrachtest eine Gesellschaft als statistische Menge, die einfach nach jemanden Überlegungen kontrollieren lässt.
    Wo oder wie soll ich das gesagt haben?
    Ich betrachte die Veränderungen die sich aus der unvermeidlichen Globalisierung ergeben und versuche diese so einzubauen, dass alle davon profitieren können, während bei den Neoliberalen immer nur die obersten 1% profitieren.

    Zitat Zitat von Aneri Beitrag anzeigen
    Die kulturelle Identität, die Geschichte spielt bei dir keine Rolle, ...
    Richtig, für ökonomische Fragen spielt Kultur keine Rolle.
    Den Reichen und den Unternehmern war es immer schon schnurz wer deren Produkte kauft, Inland, Ausland, Religion, hat noch nie interessiert, die machen Geschäfte mit Jedem der bezahlen kann und oft genug auch mit Leuten die am Ende nicht bezahlen können.

    Zitat Zitat von Aneri Beitrag anzeigen
    Die gleiche Fehler haben schon Neoliberalen gemacht, wann sie in Irak, Libyen, Syrien interveniert haben: wir machen so und so, dann läuft schon Demokratie von selbst
    Neoliberale hat es in Irak, Lybien und Syrien nie gegeben.
    Da gab es immer nur westliche Interessen, denen die dort amtierende Regierung im Weg war, die oppositionelle Kräfte so lange bewaffnet haben, bis es Bürgerkrieg gab.
    Übersehen hat der Westen dabei, dass die, die da bewaffnet wurden zum grössten Teil religiöse Fundamentalisten waren und DAS ist der Grund, warum aus diesen Ländern heute der Terror kommt.

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  2. #272
    Psw-Kenner Avatar von Aneri

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    Zitat Zitat von Piranha Beitrag anzeigen
    Richtig, für ökonomische Fragen spielt Kultur keine Rolle.
    Für gesellschaftliche Fragen - schon. Größte Fehler ist zu denken, dass Flüchtlingskrise auf Ökonomie beschränkt ist.

    Neoliberale hat es in Irak, Lybien und Syrien nie gegeben.
    Du bist in Italien auch "nicht gegeben", es hindert dich nicht, den Vorschlag von Lösung von Flüchtligskrise unterbreiten. Wenn Du aber theoretisch bleibst bzw. dort (also in Theorie) zu verbleiben gezwungen bist, die Neoliberalen haben leider ganz in Praxis ihre Lösungen umgewandelt...

    PS: Du hast am anfang gaz informativ die ökonomische Politik der Süden dargestellt (wissenschaftlicher kann es auf Seiten von Flassberg erklärt bekommen). Dennoch den Grundsatz, den Du selbst in Deinem Beitrag beschrieben hast:
    Sie haben sich 1999 die Option der Abwertung wegnehmen lassen und sind damit in eine Schuldenfalle getappt, aus der sie nicht wieder rauskommen.
    Die Löhne können nicht mehr steigen wie früher mal, darum steigt die Binnennachfrage nicht mehr, die Industrie wächst nicht mehr und der gesamte Binnenmarkt stagniert.
    ignorierst Du völlig. In Der EU kann Italien Löhne nicht steigern lassen (außer in Luxusartikel)! Deine ökonomische Lösung wird auch in der Italien als Einzelgänger nicht greifen, da Lohnsteigerung mit wachsende Inflation (sprich 10% Lohnerhöhung werden durch Preiserhöhungen größtenteils, wenn nicht ganz, ausgeglichen). Insofern bleibt deine ökonomische Lösung wirkungslos und es wird zweifellos in der gesellschaftlichen Konfrontation sich wiederspiegeln.

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  3. #273
    Stammuser Avatar von Piranha

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    Zitat Zitat von Aneri Beitrag anzeigen
    In Der EU kann Italien Löhne nicht steigern lassen (außer in Luxusartikel)! Deine ökonomische Lösung wird auch in der Italien als Einzelgänger nicht greifen, da Lohnsteigerung mit wachsende Inflation (sprich 10% Lohnerhöhung werden durch Preiserhöhungen größtenteils, wenn nicht ganz, ausgeglichen). Insofern bleibt deine ökonomische Lösung wirkungslos und es wird zweifellos in der gesellschaftlichen Konfrontation sich wiederspiegeln.
    Schwerer Irrtum!

    Das Problem neoliberaler Ökonomie ist, dass die Armen zurückgelassen werden.
    Weil aber die Armen den Überschuss konsumieren den die Reichen produzieren, bewirkt das Zurücklassen der Armen vollautomatisch, dass den Reichen die Nachfrage nach ihren Produkten wegbricht.
    Neoliberale Politik antwortet auf diese schrumpfende Nachfrage mit Lohnsenkung und Geschenken an die Reichen, lässt also noch mehr Leute in die Armut sinken, wodurch die Nachfrage weiter sinkt, wodurch noch mehr Leute arm werden, usw., usw., bis am Ende überhaupt niemand mehr Arbeit hat, weil keiner das Geld hat irgendwas zu kaufen.

    Darum frisst sich in einer neoliberal organisierten Ökonomie die Armut von unten nach oben durch die gesamte Gesellschaft, weil am unteren Ende immer mehr Normalverbraucher in die Armut runterfallen, ein Effekt der auch in Deutschland überdeutlich zu beobachten ist, denn auch wenn in Deutschland heute die Arbeitslosigkeit niedrig ist, die Anzahl der Arbeitnehmer, die von ihrem Lohn nicht leben können, ist so hoch wie noch nie.

    Es gibt genau 2 Wege, wie man diesen neoliberalen Effekt zunehmender Verarmung des Mittelstands bremsen kann.
    1) Umverteilung, sprich Sozialhilfe, aber die setzt offensichtlich erst dann ein, wenn einer bereits verarmt ist, nutzt also kaum.
    2) Lohnerhöhungen über die Produktivität hinaus.
    Es ist vollkommen egal, ob die Löhne 1% oder 10% über die Produktivität steigen, weil das was über die Produktivität hinaus geht in Inflation wieder verloren geht, trotzdem bleibt die Tatsache, dass durch Lohnerhöhungen jedwede Produktivitätssteigerung in voller Höhe an die Normalverbraucher weitergegeben wird.
    Der Mittelstand in Italien konnte sich vor 1999 einen guten Wohlstand aufbauen und keiner ist verarmt, schlicht weil die Löhne immer mindestens so schnell gestiegen sind wie die Produktivität.

    In Deutschland geht das anders, denn in Deutschland sind die Löhne von 1999 bis 2008 überhaupt nicht gestiegen, sprich jedes Jahr so etwa 1,5% hinter der Produktivität zurückgeblieben und das Ergebnis davon ist, dass Deutschland heute über 50% aller im Lande hergestellten Produkte exportieren muss, weil es innerhalb von Deutschland niemanden gibt der genug Geld hat, so dass er die Produkte nachfragen könnte.

    Zwar kann Deutschland zur Zeit genau WEGEN der niedrigen Löhne aus 10 Jahren Lohnzurückhaltung das Ausland im Preis unterbieten und so die gewaltigen Exportüberschüsse realisieren, aber im Gesamtsystem ist das nicht machbar, denn wenn ALLE die Löhne senken würden, dann sinkt die Nachfrage ÜBERALL und KEINER kann mehr irgendwas verkaufen, weder im eigenen Land noch im Export.

    Am Ende bleibt immer nur die eine Lösung, die auch Flassbeck mehrfach ausspricht: Wenn die Produktivität steigt, dann MUSS die Bevölkerung daran beteiligt werden, weil sonst die höhere Produktion nicht verkaufbar ist.
    Wenn aber auf einem Kontinent wie Europa in jedem Fall schon viel mehr produziert wird als überhaupt verbraucht werden kann, völlig egal wie hoch die Löhne steigen, dann ist die absolut EINZIGE Lösung Arbeitszeitverkürzung.

    Ob im Zuge dieser Arbeitszeitverkürzung auch noch Immigranten dazu kommen, durch die die Arbeitszeiten noch weiter verkürzt werden müssen, spielt überhaupt keine Rolle, denn das Problem bleibt auch ohne Immigration identisch.

    Ob Immigranten integriert werden können und/oder überhaupt integriert werden wollen ist eine vollkommen andere Frage, die mit der Ökonomie nicht das Geringste zu tun hat.

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  4. #274
    Psw-Kenner Avatar von Aneri

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    Was ist schwerer Irrtum? Vielleicht das, dass Du Thema Italien auf Ökonomie begrenzen willst?
    Ob Immigranten integriert werden können und/oder überhaupt integriert werden wollen ist eine vollkommen andere Frage, die mit der Ökonomie nicht das Geringste zu tun hat.
    das sehe ich anders...

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