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Alt 19.06.2010, 21:38   #1
deserd
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Beiträge: 662
  
Standard Zum Verhältnis von Medien und Politik

Bezug nehmend auf diese Diskussion,
http://www.politik-sind-wir.de/showt...t=13263&page=2,
beginnend in Beitrag #16, möchte ich nun doch schon noch einstellen, dass eine 'Manipulation' oder so etwas wie eine 'Beeinflussung' der Medien definitiv nicht auszuschließen zu ist.

Es geht mir auch gar nicht darum, jene Debatte noch mal anzufeuern,
Grundlage meiner "Behauptung", eigentlich besser gesagt Vermutung, ist dieser Wikipedia-Artikel. Leider ist die verlinkte PDF nicht mehr einsehbar oder als Download erhältlich, aber der Wikipedia-Artikel sagt doch schon einiges aus.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hintergrundkreis


Es geht mir auch gar nicht darum, jene Debatte noch mal anzufeuern, sondern nur darauf hinzuweisen, dass gewisse Verdachtsmomente nicht unbedingt völlig auszuschließen sind.
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Alt 19.06.2010, 21:54   #2
Britta
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Beiträge: 4.477
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Standard

Zitat:
Zitat von deserd Beitrag anzeigen
Bezug nehmend auf diese Diskussion,
http://www.politik-sind-wir.de/showt...t=13263&page=2,
beginnend in Beitrag #16, möchte ich nun doch schon noch einstellen, dass eine 'Manipulation' oder so etwas wie eine 'Beeinflussung' der Medien definitiv nicht auszuschließen zu ist.

Es geht mir auch gar nicht darum, jene Debatte noch mal anzufeuern,
Grundlage meiner "Behauptung", eigentlich besser gesagt Vermutung, ist dieser Wikipedia-Artikel. Leider ist die verlinkte PDF nicht mehr einsehbar oder als Download erhältlich, aber der Wikipedia-Artikel sagt doch schon einiges aus.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hintergrundkreis


Es geht mir auch gar nicht darum, jene Debatte noch mal anzufeuern, sondern nur darauf hinzuweisen, dass gewisse Verdachtsmomente nicht unbedingt völlig auszuschließen sind.
Eine Zusammenarbeit zwischen Politik und Medien ist ja durchaus schon sinnvoll. Wenn die Politik gewisse Probleme, die durch politische Maßnahmen auf die Gesellschaft zukommen bereits im Vorfeld kennt, bevor überhaupt jemand was von der Planung mitbekommen hat, so kann die Weitergabe von Informationen an die Medienvertreter, verbunden mit dem Wunsch in eine gewisse Richtung zu berichten, schon sinnvoll sein.

An und für sich ist das ja nichts Schlechtes. kommt wohl immer drauf an, was für eine Regierung wir haben und für wen die Politik macht. Wenn es eine wirklich demokratische Politik wäre, die nicht die Minderheit der Reichen bevorzugt und Aufklärung statt Verdummung zum Ziel hat.

Bei Politikern die Politik für die Wirtschaft machen, kann man nicht davon ausgehen dass diese Möglichkeit zum Positiven für die Mehrheit genutzt wird.

Bei der Regierung Schröder wurden HartzIV-Empfänger sehr mies gemacht. Alles Faulenzer und Abkassierer. Die Gesellschaft wurde regelrecht gegen Langzeitarbeitslose aufgehetzt und Argumente wie das, dass es ja gar nicht genug Jobs gibt, kamen nur am Rande vor, damit die Menschen HartzIV befürworten. Aber so dumm ist der Großteil der Bevölkerung hoffentlich nicht.

Gegen diese Politik kann man nur gemeinsam etwas ausrichten. Da muß die Presse schon viel gegen alles und jeden hetzen, um das Volk zu entzweien.

Ob es die Ausländer, die Moslems, die Arbeitslosen, die Rentner, die Demonstranten oder die Polizei ist, ist egal - Hauptsache jeder gegen jeden, dann können die ihre Politik so weiter betreiben und die Medien haben für jeden das passende Feindbild.
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Alt 19.06.2010, 22:05   #3
Britta
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Beiträge: 4.477
Stimmung:
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Meintest du den Artikel: http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/ar.../zapp2264.html

Zitat:
Umschlagplatz für Informationen

Aber hier: Solche Hinterzimmer, in denen Journalisten angeblich Informationen bekommen, gibt es in Berlin fast überall. Aber mit der Kamera sind wir unerwünscht. Allein schon die Frage nach diesen Hintergrundkreisen empfinden manche Kollegen als Affront. Corinna Emundts, Sprecherin Hintergrundkreis "Vino Rosso”: "Ich weiß nicht, wollen sie das jetzt noch vor der Kamera wissen, warum man nicht in den Hintergrundkreis kommen kann?" Dagmar Seitzer, Sprecherin Hintergrundkreis "Das Rote Tuch”: "Wir handeln geheime Dinge ab. Und zwar: Wir wollen Politik verstehen und das muss ein Zuschauer oder Zuhörer oder Leser nicht erfahren. Sondern er muss dann nur verstehen, was wir sagen."

Der Zuschauer und Leser muss also nur verstehen, was die Journalisten verkünden? Warum darf niemand wissen, wie zum Beispiel hier Informationen entstehen? Und wer hinter diesen Fenstern welche Nachrichten und Botschaften lanciert? Und welche Journalisten sich mit welchen Politikern treffen? Dagmar Seitzer: "Was da gemacht wird, ist unser Berufsgeheimnis. Das gleiche gilt für den Lobbyismus. Ein Lobbyist redet ja auch nie offen darüber, mit wem er spricht, welche Papiere er erhält, wo er sie hinschiebt und was daraus wird. Das ist vergleichbar."

Umschlagplatz für Informationen

Aber hier: Solche Hinterzimmer, in denen Journalisten angeblich Informationen bekommen, gibt es in Berlin fast überall. Aber mit der Kamera sind wir unerwünscht. Allein schon die Frage nach diesen Hintergrundkreisen empfinden manche Kollegen als Affront. Corinna Emundts, Sprecherin Hintergrundkreis "Vino Rosso”: "Ich weiß nicht, wollen sie das jetzt noch vor der Kamera wissen, warum man nicht in den Hintergrundkreis kommen kann?" Dagmar Seitzer, Sprecherin Hintergrundkreis "Das Rote Tuch”: "Wir handeln geheime Dinge ab. Und zwar: Wir wollen Politik verstehen und das muss ein Zuschauer oder Zuhörer oder Leser nicht erfahren. Sondern er muss dann nur verstehen, was wir sagen."

Der Zuschauer und Leser muss also nur verstehen, was die Journalisten verkünden? Warum darf niemand wissen, wie zum Beispiel hier Informationen entstehen? Und wer hinter diesen Fenstern welche Nachrichten und Botschaften lanciert? Und welche Journalisten sich mit welchen Politikern treffen? Dagmar Seitzer: "Was da gemacht wird, ist unser Berufsgeheimnis. Das gleiche gilt für den Lobbyismus. Ein Lobbyist redet ja auch nie offen darüber, mit wem er spricht, welche Papiere er erhält, wo er sie hinschiebt und was daraus wird. Das ist vergleichbar."
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Alt 19.06.2010, 22:19   #4
Elfer
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Im Moment ist für mich nebulös, um welche Verdachtsmomente es nun geht.

Das Video war keine Manipulation und der Rest weder ein Insider-Job noch ein AP.

Allein die zwanghaften Konstruktionsversuche sind mit ihren unterschiedlichen Theorien Grund genug für große Zweifel.
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Alt 20.06.2010, 00:36   #5
deserd
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Zitat:
Zitat von Elfer Beitrag anzeigen
Im Moment ist für mich nebulös, um welche Verdachtsmomente es nun geht.

Das Video war keine Manipulation und der Rest weder ein Insider-Job noch ein AP.

Allein die zwanghaften Konstruktionsversuche sind mit ihren unterschiedlichen Theorien Grund genug für große Zweifel.
Es geht jetzt nicht um bestimmte Events, sondern darum, um einfach darzustellen, dass es so etwas wie 'Unterredungen', 'Absprachen' oder "what ever" gibt, die das Verhältnis "Politik und Presse, Medienöffentlichkeit" betreffen.

Ist also nicht auf ein bestimmtes Event fixiert, sondern einfach nur allgemeine Information dazu.
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Alt 20.06.2010, 07:45   #6
Elfer
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Zitat:
Zitat von deserd Beitrag anzeigen
Ist also nicht auf ein bestimmtes Event fixiert, sondern einfach nur allgemeine Information dazu.
War auch erst einmal eine Frage, weil Du direkt am Thema angeknüpft und Dich darauf bezogen hast.

So lange diese Events keine einseitige Weisungsbefugnis besitzen, sind "stille" Zusammenkünfte nichts grundsätzlich schlechtes.

Ich kann mir viele Fälle vorstellen, wo dies sinnvoll ist.

Allerdings sehe ich da auch die Gefahr der "gelenkten" Berichterstattung. Dabei kommt es auf die Qualität der Journalisten an.

Ergebnis eines solchen Treffens kann nur sein, die Presse zu einem bestimmten Thema zu "beruhigen". Es kann nicht sein, dass dort gezielte Fehlinformationen besprochen werden.
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Alt 20.06.2010, 08:18   #7
Hellmann
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Zum Verhältnis von Medien zur Politik muss man grundsätzlich sagen, dass die Medien nicht das Werkzeug der Politiker sind und umgekehrt, sondern dass Medien wie Politik das Werkzeug der herrschenden Klasse sind.

Die Medien werden dabei mit der Politik abgestimmt und es gibt einen andauernden Kampagnenjournalismus. Es werden also ganz gezielt bestimmte Themen hochgespielt, um zum Beispiel entsprechende Gesetze im Parlament gegen den Widerstand der Bevölkerung durchzubringen.

Das geht von der Medienhetze gegen Arbeitslose zur Begleitung von "Reformen" bis hin zum ganz gewöhnlichen Werbeprogramm für die Wirtschaft, also etwa zur aufgeregten Berichterstattung über den "neuesten" Film aus Hollywood und den Stars (dabei lief der Film schon seit Monaten in den USA, ohne dass er von der Presse hier erwähnt worden wäre) zum Kinostart in Deutschland. Die Vogelgrippepandemie zwar im Zwischenbereich von Werbung für die Pharmakonzerne und ihr tolles Tamiflu und der Durchsetzung von Gesetzen gegen die Kleingeflügelhalter zum Vorteil der Geflügelmastkonzerne.

Wer an eine unabhängige Presse glaubt, ist völlig naiv und weltfremd. Es gibt praktisch nur bezahlte Artikel für einschlägige Interessen. Aber nicht die Politiker bestimmen die Linie, daher sind die "Hintergrundgespräche" mit Politikern auch eher eine Irreführung. Was angesagt ist, weiß der Chefredakteur und entscheidet das Großkapital.
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Alt 20.06.2010, 11:37   #8
deserd
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Beiträge: 662
  
Standard

Zitat:
Zitat von Elfer Beitrag anzeigen
Ergebnis eines solchen Treffens kann nur sein, die Presse zu einem bestimmten Thema zu "beruhigen".
Deswegen werden ja auch nur "ganz besondere (Journalisten) ausgewählt".

Zitat:
Zitat von Elfer Beitrag anzeigen
Es kann nicht sein, dass dort gezielte Fehlinformationen besprochen werden.
Na ja. Das Weglassen bestimmter essentieller elementarer Informationen ist keine "Fehlinformation", (schon) auch gar keine Lüge, schon aber eine Art 'Unterlassung'.
Leider kann man auch nicht von 'Vorenthaltung' sprechen, denn es gibt ja auch keine richtige Institution in Deutschland, die sagt, bei dieser oder dieser zur Veröffentlichung genehmigte Information fehlen wichtige Bestandteile, die eigentlich erwähnt werden sollten, aber unter den Tisch fallen

Da man ja weis, dass viele Menschen in Deutschland glauben, "mich wird es schon nicht (so hart) treffen, weil Merkel mal wieder ankündigt "Wir müssen leider bei denen und denen sparen", wäre eigentlich für Bedrohte eine Art Alarmruf nötig ...
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Alt 20.06.2010, 12:14   #9
tertesu
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Zitat:
Zitat von Hellmann Beitrag anzeigen

Wer an eine unabhängige Presse glaubt, ist völlig naiv und weltfremd. Es gibt praktisch nur bezahlte Artikel für einschlägige Interessen. Aber nicht die Politiker bestimmen die Linie, daher sind die "Hintergrundgespräche" mit Politikern auch eher eine Irreführung. Was angesagt ist, weiß der Chefredakteur und entscheidet das Großkapital.
Sogar im Spiegel wurde so die Pressefreiheit charakterisiert:
----------------------------------
„Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“
Leserbrief im Spiegel vom 5. Mai 1965
von Paul Sethe, einer der fünf Gründungsherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46353351.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Pressefreiheit#cite_ref-4
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Alt 20.06.2010, 14:17   #10
Elfer
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Beiträge: 967
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Zitat:
Zitat von deserd Beitrag anzeigen
Deswegen werden ja auch nur "ganz besondere (Journalisten) ausgewählt".
Das wird so sein und hat auch nachvollziehbare Gründe.

Zitat:
Zitat von deserd Beitrag anzeigen
Na ja. Das Weglassen bestimmter essentieller elementarer Informationen ist keine "Fehlinformation", (schon) auch gar keine Lüge, schon aber eine Art 'Unterlassung'.
Keine Frage, nur kann dies im Einzelfall durchaus sinnvoll sein. Warum sollte ich die Presse nicht in bestimmte Dinge einweihen, die ihnen höchstwahrscheinlich zugetragen wurden, um sie wegen einer bestimmten Bedeutung um ein temporäres Stillschweigen zu bitten?

Zitat:
Zitat von deserd Beitrag anzeigen
Leider kann man auch nicht von 'Vorenthaltung' sprechen, denn es gibt ja auch keine richtige Institution in Deutschland, die sagt, bei dieser oder dieser zur Veröffentlichung genehmigte Information fehlen wichtige Bestandteile, die eigentlich erwähnt werden sollten, aber unter den Tisch fallen
Diese Institution wäre eine Form der Zensur auf dem Weg zum Systemjournalismus.

Ja, ich höre (und lese) das Rascheln aus dem Wald der einzigen Wahrheit.

Zitat:
Zitat von tertesu Beitrag anzeigen
Sogar im Spiegel wurde so die Pressefreiheit charakterisiert:
----------------------------------
„Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“
Leserbrief im Spiegel vom 5. Mai 1965
von Paul Sethe, einer der fünf Gründungsherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46353351.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Pressefreiheit#cite_ref-4
Da sind Dir aber zwei Dinge bewusst!?

Ich lese hier immer von den Medien der herrschenden Klasse, des Großkapitals und muss mir alle Nase lang Zitate aus öffentlich zugänglichen Quellen und Medien auftischen lassen, die angeblich die Probleme deutlich ansprechen, die Kritik üben, die die Wahrheit aussprechen…..

Das würde es in der behaupteten Medienwelt der herrschenden Klasse nicht geben. Vor allem nicht im Spiegel.

Dann handelt es sich um einen Leserbrief aus dem Jahr 1965. Das sind muntere 45 Jahre in Richtung Steinzeit.

Wir haben in anderen Themen auch schon festgestellt, dass man aktuelles Geschehen am Besten mit aktuellen Maßstäben misst, sonst verzerrt sich die Aussage.

Edit: 1965 war Homosexualität noch strafbar.
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