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Alt 28.11.2011, 08:57   #1
agano
weltmensch
Stammuser
 
Registriert seit: 25.10.2009
Beiträge: 4.680
Stimmung:
  
Standard Institut für humanes Sterben!

Mein Tod gehört mir!

In diesem Zusammenhang sprach ich immer von einem Institut für humanes Sterben. Dieses Institut hat eine eigene Hoheit, niemand darf es erstürmen, um einen Sterbewilligen daraus zu befreien! Das Recht, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, darüber entscheiden zu dürfen, wann es endet, sollte jedem, der bei klarem Verstand ist, gegeben sein.

Anstatt sich heimlich von Brücken zu stürzen, sie aufzuhängen, oder zu erschießen, sollte es die Möglichkeit geben, würdevoller aus dem Leben scheiden zu können. Dafür dieses Institut.

In diesem Institut sollten Menschen sein, mit psychologischer Ausbildung, die nur eine Aufgabe haben. So sollen den Sterbewilligen befragen, beratschlagen, oder besser gesagt, würdevoll bis zu seinem Tot begleiten. Mehr nicht. Und vielleicht gelingt es ja, den Sterbewilligen davon zu überzeugen, dass es auch andere Wege gibt.

Über die Modalitäten der "Ausführung" müsste natürlich noch gesprochen werden. Die Aktion selbst muss steuerbar sein, damit da kein Schindluder betrieben werden kann. Schwere Aufgabe für diejenigen, die das auszuarbeiten haben. Ein Institut für humanes Sterben ist aber kein Institut für humanes Sterben, wenn man verhindern will, dass ein Mensch Hand an sich legt! Dann stirbt das Vertrauen und der Sterbewillige wieder unter der Brücke, an einem Seil irgendwo und mit einer Kugel im Kopf. Wie auch immer.

Es wird Zeit, dass so einige Menschen in der "neuen Welt", der "neuen Realität" ankommen, sich Geistig weiter entwickeln, oder eben Platz machen für Menschen, die in dieser Realität angekommen sind. Richard
Zitat:
http://www.heise.de/tp/blogs/3/150879

Wer von Autonomie spricht, also von der Fähigkeit, über sein Leben selbst zu entscheiden, muss auch respektieren, dass Menschen selbst bestimmen wollen, wie und wann sie sterben

Eigentlich ist es unsäglich, dass auch in scheinbar aufgeklärten Gesellschaften, die nun zudem in Zeiten der Finanzklemme mehr Verantwortung auf den Einzelnen abwälzen, beispielsweise in Großbritannien im Zuge der Privatisierung und Verschlankung des Staates die "Big Society" ausrufen, der Umgang mit dem Tod weiterhin tabuisiert wird. Eigentlich nicht der Tod selbst, sondern die Weise des Sterbens, die die Gesellschaft ermöglicht und verlangt.
Ein Mensch bei klarem Bewusstsein sollte selbst darüber entscheiden können, ob er aus welchen Gründen auch immer Hand an sich legt oder legen lässt und aus dem Leben ausscheidet. Das hat zunächst nichts mit Pathologie oder Verbrechen zu tun, sondern mit selbstverantwortlichem Leben, das auch selbstverantwortliches Sterben mit einschließt.
Nur wer meint, dass das Leben nicht nur von Gott - oder wem auch immer - geschenkt ist, sondern ihm selbst auch nicht gehört, also eine Art "Geschenk" ist, kann der Meinung sein, niemand dürfe aus eigenem Entschluss, seinem Leben ein Ende setzen. Das kann freilich im Prinzip jeder machen, der Mittel und Wege findet, dies selbst und heimlich zu machen.
Doch in aller Regel ist Tötung auf Verlangen, Sterbehilfe oder die Hilfe bei der Selbsttötung verboten, was deutlich macht, dass wir noch nicht im Zeitalter der Aufklärung angekommen sind und weiterhin im Hinblick auf unser eigenes Leben für unmündig erklärt werden. Zwar können Menschen nicht gefragt werden, ob sie geboren werden wollen, egal ob sie durch natürliche oder künstliche Befruchtung entstanden sind, aber es wäre an der Zeit, dass erwachsene Menschen, die nicht mehr leben wollen, selbstbestimmt sich für eine Selbsttötung entscheiden und auch dafür Hilfe verlangen können, damit dies auch gelingt und nicht unter Qualen geschieht.
__________________
Sorgt euch nicht, LEBT.





Geändert von agano (28.11.2011 um 09:00 Uhr).
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Stichworte
humanes, institut, sterben

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