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Alt 30.01.2011, 23:05   #1
EF1987
Neuling
 
Registriert seit: 30.01.2011
Beiträge: 20
  
Standard Was haltet ihr von der Abschaffung der sog. EWBs bei Banken?

Wenn Bankkunden ihre Zahlungsverpflichtungen eines Kredits / Darlehens nicht mehr erfüllen können und der Bank somit ein drohender oder tatsächlicher Forderungsausfall bevorsteht, werden diese Risiken bisher ja in 3 Kategorien eingestuft und folgendermaßen in der Bilanz ausgewiesen: "Einwandfreie Forderungen" werden zum Nennwert inkl. Zinsen und Provisionen bilanziert, "uneinbringliche Forderungen" werden über die Buchung -- "Abschreibungen auf Forderungen" (erfolgswirksames Aufwandskonto) an "Forderungen" (aktives Bestandskonto) -- direkt abgeschrieben (Aktiv-Passiv-Minderung).

Jetzt kommt das Mysteriöse: "Zweifelhafte Forderungen" werden über die Buchung -- "Abschreibungen auf Forderungen" (erfolgswirksames Aufwandskonto) an "EWB" (passives Bestandskonto) -- "indirekt" erfolgswirksam abgeschrieben (Passivtausch) und vermindern sofort das Eigenkapital. Nach Jahresabschluss werden in der veröffentlichten Bilanz die "Forderungen" um die gebildeten "EWBs" verringert ausgewiesen (Aktiv-Absetzung, Kompensation). Dieser Vorgang entspricht der Buchung -- "EWB" (passives Bestandskonto) an "Forderungen" (aktives Bestandskonto) --, d.h. man dreht sich im Kreis und erzielt mit einer EWB-Bildung absolut keine sinnvolle Wirkung, man hat das gleiche Ergebnis wie nach einer "uneinbringlichen Forderung", nämlich eine "Aktiv-Passiv-Minderung".

Genau an dieser Stelle stellt sich bei mir die Frage: Wo in aller Welt liegt der Sinn einer EWB-Erstellung ? Entweder ist die Hoffnung auf einen Zahlungseingang vollständig vorhanden oder endgültig verloren, aber es gibt kein "Mittelstück" zwischen beiden Möglichkeiten. Das passive Bestandskonto "EWB" sorgt für unnötige Kompliziertheit und Verwirrung, verursacht immensen bürokratischen Aufwand in der Buchführung und hat in einer Bilanz -- egal, ob Industrie- oder Bankbuchhaltung -- überhaupt nichts zu suchen. Am besten wäre -- um die Buchhaltungs- / Rechnungswesen- / Controlling-Abteilungen der Unternehmen und Banken zu entlasten --, zukünftig die Bildung von EWBs generell abzuschaffen.

Ist diese Systemänderung aus eurer Sicht nachvollziehbar und sinnvoll ?
Was meint ihr dazu ?
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Alt 31.01.2011, 17:59   #2
agano
weltmensch
Stammuser
 
Registriert seit: 25.10.2009
Beiträge: 4.680
Stimmung:
  
Standard

Zitat:
Zitat von EF1987 Beitrag anzeigen
Wenn Bankkunden ihre Zahlungsverpflichtungen eines Kredits / Darlehens nicht mehr erfüllen können und der Bank somit ein drohender oder tatsächlicher Forderungsausfall bevorsteht, werden diese Risiken bisher ja in 3 Kategorien eingestuft und folgendermaßen in der Bilanz ausgewiesen: "Einwandfreie Forderungen" werden zum Nennwert inkl. Zinsen und Provisionen bilanziert, "uneinbringliche Forderungen" werden über die Buchung -- "Abschreibungen auf Forderungen" (erfolgswirksames Aufwandskonto) an "Forderungen" (aktives Bestandskonto) -- direkt abgeschrieben (Aktiv-Passiv-Minderung).

Jetzt kommt das Mysteriöse: "Zweifelhafte Forderungen" werden über die Buchung -- "Abschreibungen auf Forderungen" (erfolgswirksames Aufwandskonto) an "EWB" (passives Bestandskonto) -- "indirekt" erfolgswirksam abgeschrieben (Passivtausch) und vermindern sofort das Eigenkapital. Nach Jahresabschluss werden in der veröffentlichten Bilanz die "Forderungen" um die gebildeten "EWBs" verringert ausgewiesen (Aktiv-Absetzung, Kompensation). Dieser Vorgang entspricht der Buchung -- "EWB" (passives Bestandskonto) an "Forderungen" (aktives Bestandskonto) --, d.h. man dreht sich im Kreis und erzielt mit einer EWB-Bildung absolut keine sinnvolle Wirkung, man hat das gleiche Ergebnis wie nach einer "uneinbringlichen Forderung", nämlich eine "Aktiv-Passiv-Minderung".

Genau an dieser Stelle stellt sich bei mir die Frage: Wo in aller Welt liegt der Sinn einer EWB-Erstellung ? Entweder ist die Hoffnung auf einen Zahlungseingang vollständig vorhanden oder endgültig verloren, aber es gibt kein "Mittelstück" zwischen beiden Möglichkeiten. Das passive Bestandskonto "EWB" sorgt für unnötige Kompliziertheit und Verwirrung, verursacht immensen bürokratischen Aufwand in der Buchführung und hat in einer Bilanz -- egal, ob Industrie- oder Bankbuchhaltung -- überhaupt nichts zu suchen. Am besten wäre -- um die Buchhaltungs- / Rechnungswesen- / Controlling-Abteilungen der Unternehmen und Banken zu entlasten --, zukünftig die Bildung von EWBs generell abzuschaffen.

Ist diese Systemänderung aus eurer Sicht nachvollziehbar und sinnvoll ?
Was meint ihr dazu ?
Darauf wird dir unser Experte POMMES sicher eine Antwort geben, auf die ich auch gespannt bin. richard
__________________
Sorgt euch nicht, LEBT.




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Alt 31.01.2011, 22:07   #3
Pommes
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Registriert seit: 22.06.2009
Ort: Wuppertal
Beiträge: 800
  
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Zitat:
Zitat von agano Beitrag anzeigen
Darauf wird dir unser Experte POMMES sicher eine Antwort geben, auf die ich auch gespannt bin. richard
@ > agano

Tja was soll ich dazu sagen, ich bin Schreiner und kein Buchhalter.
Ich denke aber, dass wenn unser Freund sich so intensiv mit der Materie befasst, ihm eigentlich ganz andere Probleme viel wichtiger sein sollten, wie z.B. die permanente exponentielle Vervielfachung der Guthaben, bei negativer Wirtschaftsleistung oder die Taylor Regel.

Die Geschäftsbanken erschaffen das Geld aus dem Nichts und verleihen es gegen Zinsen, wenn die Kredite platzen haben sie halt Pech gehabt.
Das meine ich dazu!
__________________
Wer es vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen.“
Silvio Gesell

https://de.wikipedia.org/wiki/Freiwirtschaft
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Alt 01.02.2011, 07:51   #4
agano
weltmensch
Stammuser
 
Registriert seit: 25.10.2009
Beiträge: 4.680
Stimmung:
  
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Zitat:
Zitat von Pommes Beitrag anzeigen
@ > agano

Tja was soll ich dazu sagen, ich bin Schreiner und kein Buchhalter.
Ich denke aber, dass wenn unser Freund sich so intensiv mit der Materie befasst, ihm eigentlich ganz andere Probleme viel wichtiger sein sollten, wie z.B. die permanente exponentielle Vervielfachung der Guthaben, bei negativer Wirtschaftsleistung oder die Taylor Regel.

Die Geschäftsbanken erschaffen das Geld aus dem Nichts und verleihen es gegen Zinsen, wenn die Kredite platzen haben sie halt Pech gehabt.
Das meine ich dazu!
Na, vielleicht schwenkt er auf dein Thema ja ein und erklärt ... DIR so einiges, was für uns alle interessant ist. Mal schaun. richard
__________________
Sorgt euch nicht, LEBT.




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Alt 01.02.2011, 08:44   #5
Pommes
Freiwirtschaftler
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Ort: Wuppertal
Beiträge: 800
  
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Zitat:
Zitat von agano Beitrag anzeigen
Na, vielleicht schwenkt er auf dein Thema ja ein und erklärt ... DIR so einiges, was für uns alle interessant ist. Mal schaun. richard
@ agano

Da gibt's nicht viel zu erklären, da gibt's die Natürliche Wirtschaftsordnung von dem Gesell und unabhängig davon, hat Umlauf gesichertes Geld in anderen Epochen, schon länger tadellos funktioniert, als der Kapitalismus und der Kommunismus zusammen.
Derjenige welcher den Gesell widerlegen muß hat automatisch einen Erklärungsnotstand.
Zwischen Kapitalismus u. Planwirtschaft wählst du nur Pest oder Cholera, was bleibt ist der dritte Weg, die Freiwirtschaft!
__________________
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Silvio Gesell

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Alt 17.02.2011, 22:22   #6
EF1987
Neuling
 
Registriert seit: 30.01.2011
Beiträge: 20
  
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Der Ruf der Banken ist nach der Wirtschafts- und Finanzkrise ohnehin komplett den Bach hinunter gegangen, daher ist es nun allerhöchste Zeit,
das Öffentlichkeitsbild einer Bank attraktiver darzustellen.

Bei der Bilanzauswertung (Jahresabschluss) kann man hier sofort anknüpfen,
um die erzielten Leistungen transparenter zu präsentieren.
Momentan ist das Verhältnis zwischen Bank und Kunde zurecht eher distanziert,
da in allen Berichten mit Fachbegriffen um sich geschleudert wird,
mit denen kein Außenstehender etwas anfangen kann, und sich in vielen Fällen ohnehin nichts Sinnvolles dahinter verbirgt.

BilMoG lässt grüßen :-))
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abschaffung, banken, ewbs, sog

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