Bevor das Jahr zu Ende geht, soll an einen Rechenmeister sowie an ein Ereignis erinnert werden.
Aber der Reihe nach:
Bald jährt mal wieder der Beginn des 2. Weltkrieges, welcher mit dem Beschuß des deutschen Linienschiffes Schleswig-Holstein auf die polnische „Westerplatte“ in Danzig begann.
Wir alle sollten in Demut diesem Datum gedenken.
Nie wieder Krieg!
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nach den Anschlägen auf das World-Trade-Center vom 11. September 2001,
vollkommen traumatisiert, einen Kampfeinsatz an der Seite der USA im Irak befürwortet, im Gegensatz zu Gerhard Schroeder - einem ihrer Vorgänger.
Dieser Zustand dämmert bis heute nach.
Sie war der Meinung, daß Despoten nur die Sprache der Gewalt verstehen.
Dann haben wir etwas falsch gemacht … wir hätten 'uns Angie' doch besser unterstützen sollen, in ihrem bewaffneten Kampf gegen Honecker.
So ist es nur folgerichtig, daß der betagte, von uns hochgeschätzte, ehemalige Verteidigungsminister Herr Jung - im Falle Afghanistan nie von Krieg, lieber von einer Hilfsaktion redete. Damit folgt er einer Tradition, die schon Herr Struck begann.
"Deutschland wird am Hindukusch verteidigt."
Begründet wurde es immer mit dem Hinweis:
"Wir müssen den Terrorismus ausrotten, bevor er eines Tages zu uns kommt."
Müssen wir uns überhaupt verteidigen? …
im Ausland?
- Herr Struck, die Terroristen sind schon unter uns - sie sitzen in Berlin.
Herr Schäuble hatte es bereits verstanden, er wollte einen Bundeswehreinsatz auch im Inneren.
Der jetzige Verteidigungsminister, der aalglatte, blaublütige Tanzbär Herr zu Guttenberg, hat nun mit der Tradition gebrochen und nennt es:
"„... einen kriegsähnlichen Zustand!“immerhin! Schonmal ein Fortschritt. Manche sind also doch lernfähig.
Wäre es allerdings nicht eine viel bessere Strategie, wenn wir mit diesem Geld, welches dort
verschossen wird, und mit dem Personal, was dort
erschossen wird, wenn wir damit den Leuten in ärmeren Ländern helfen würden?
Nun zu unserem Rechenmeister.
1550 hatte Adam Ries sein Werk:
"Rechenung nach der lenge/ auff den Linihen vnd Feder. " Oft zitiert unter dem Kurztitel „Practica“
heraus gebracht.
So manche gut durchdachte Rechnung wird seitdem vollbracht -
auf der Suche nach der Wahrheit.
- Daß nach einer Wahl alle Parteien gewonnen haben, ist nicht seltsam.
Gewonnen? – Ja! Zumindest an Erfahrung.
Oder:
- Bei der vorletzten Bundestagswahl sprach die CDU davon - ehrlicher Weise!, sie wolle nach der Wahl die MwSt. um 2% erhöhen, die SPD war strickt dagegen, sie blieb bei 0%, nach der Wahl bildete man eine traumwandlerische Große Koalition, rechnete und kam, o Wunder, auf 3%.
Dies ist große Politik, höhere Mathematik, da kommt ein Oberstudienrat nicht mit, geschweige denn ein Grundschüler.
Ein Hartz-IV-Empfänger braucht es garnicht erst versuchen … er kann mit einer MwSt.-Erhöhung nichts anfangen.
Eine vollkommen andere Rechnung tat sich kürzlich auf:
Im Kriegsland Somalia gibt es zuwenig Polzisten, also sollten welche ausgebildet werden … so dachte man in Berlin.
Gut, sie wachen auf, beginnen zu arbeiten. Nur scheinen sie das berühmte, schöne Spiel vergessen zu haben:
Beamtenmikkado – wer sich zuerst bewegt, hat verloren.
Aber weiter:
Deutschland stellte Gelder für die Ausbildung von etwa
1000 Polizisten zur Verfügung. Für diese Ausbildung wurde ein höher entwickeltes Land in Afrika gesucht … und gefunden:
Athopien.
Allerdings sind diese gut ausgebildeten Polizisten nach ihrer Ausbildung verschwunden; jedenfalls sind sie nie im Armenland Somalia aufgetaucht.
Berliner Diplomaten und Rechenkünstler gingen vielleicht davon aus, daß man mit den horrenden Geldern, die dafür nach Äthiopien flossen, daß man dadurch Athopien von weiteren Kriegshandlungen in Somalia abhalten kann –
Athopien ist eine der Kriegsparteien, die in Somalia involviert sind.
Letztlich hatte man aber vergessen, daß der somalische Staat arm ist und seine Bediendstete kaum bezahlen kann. Somit dürften die an hochtechnischem Gerät gut ausgebildeten Polizisten bei einer Einheit der dortigen Kriegsparteien angeheuert haben;
diese können sie wenigstens bezahlen.Armut beseitigt… auch ein Erfolg!
Hoffentlich haben sie mit der Soldaten-Ausbildung in Uganda genauso'n Glück.
Wenn Adam Ries wüßte, daß sich gut ausgebildete Parlamentarier
so verrechnen können, … er hätte sich dies alles sparen können … zumindest sein Buch.
Man sollte unseren Müttern und Vätern des Grundgesetzes für eine fortschrittliche und vorausdenkende Verfassung danken, für eine Verfassung, die in Teilen recht weitreichend und gerecht ist. Eine Verfassung, in der etwa sinngemäß steht, daß von Deutschland nie wieder ein Krieg ausgehen darf, die Verfasser haben aber vergessen daraufhinzuweisen, daß
von nicht
mit heißt. Besonders ist dort nicht's von einer Einschränkung der Bezahlung einer solchen Handlung zu lesen.