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Alt 30.03.2011, 08:35   #21
Timirjasevez
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Zitat von Zollagent Beitrag anzeigen
Wobei bei einer Wahl grundsätzlich Positiv-Stimmen und nicht Negativ-Stimmen zählen können.
Ich habe nochmals über Deine Bemerkung und meine folgende Frage nachgedacht.
Werten wir Positiv-Stimmen als "Für etwas" und Negativ-Stimmen als "Gegen etwas", dann machen diese Bezeichnungen nur bei Volksentscheiden Sinn, bei denen zu einem bestimmten Sachverhalt das Alternativverhältnis gefragt ist.
Eine Stimme "Gegen alle!" ist auch in Deinem Sinne eine Positiv-Stimme, es wird "Ja" gesagt zur demokratischen Wahlentscheidung, aber "Nein" zu allen angebotenen politischen Inhalten. Sie ist quantitativ erfassbar, sie ist artikulierte Wählerstimme, sie verdeutlicht eine bestimmtes politisches Bekenntnis. Eine ernste Frage an alle politischen Parteien.
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Alt 30.03.2011, 09:17   #22
Zollagent
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Zitat:
Zitat von Timirjasevez Beitrag anzeigen
Ich habe nochmals über Deine Bemerkung und meine folgende Frage nachgedacht.
Werten wir Positiv-Stimmen als "Für etwas" und Negativ-Stimmen als "Gegen etwas", dann machen diese Bezeichnungen nur bei Volksentscheiden Sinn, bei denen zu einem bestimmten Sachverhalt das Alternativverhältnis gefragt ist.
Eine Stimme "Gegen alle!" ist auch in Deinem Sinne eine Positiv-Stimme, es wird "Ja" gesagt zur demokratischen Wahlentscheidung, aber "Nein" zu allen angebotenen politischen Inhalten. Sie ist quantitativ erfassbar, sie ist artikulierte Wählerstimme, sie verdeutlicht eine bestimmtes politisches Bekenntnis. Eine ernste Frage an alle politischen Parteien.
Sehe ich nicht so. Es ist eine undifferenzierte Ablehnung dessen, was geboten wird. Dein Gedanke zu Ende gedacht, würde bedeuten, daß die politischen Gruppierungen Stimmenkonten erhalten müßten, bei denen die Positiv-Stimmen und die Negativ-Stimmen voneinander abgezogen würden, und nur der verbleibende Saldo gezählt werden könnte. Man kann also Stimmen neutralisieren, was mit Sicherheit nicht im Sinn der Demokratie ist.
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Alt 30.03.2011, 09:32   #23
Timirjasevez
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Zitat:
Zitat von Zollagent Beitrag anzeigen
Sehe ich nicht so. Es ist eine undifferenzierte Ablehnung dessen, was geboten wird. Dein Gedanke zu Ende gedacht, würde bedeuten, daß die politischen Gruppierungen Stimmenkonten erhalten müßten, bei denen die Positiv-Stimmen und die Negativ-Stimmen voneinander abgezogen würden, und nur der verbleibende Saldo gezählt werden könnte. Man kann also Stimmen neutralisieren, was mit Sicherheit nicht im Sinn der Demokratie ist.
Nein. Mein Gedanke war grundsätzlich, dass der Begriff "Negativ-Stimme" auf das, was wir hier diskutieren - Wahlen, überhaupt nicht anwendbar ist!
Wenn ich alle politischen Angebote und Programme ablehne, also sowohl die der Etablierten wie auch die der Sonstigen, muss ich doch nicht differenzieren!
Ein Beispiel: Ich lehne sowohl SPD wie auch DIE LINKE ab. Die FREIEN WÄHLER sagen mir zwar zu, aber ihr ausschließlicher Bezug auf direkte Ddemokratie (z. B. hier in S.-Anhalt) ist mir zu eng. NPD lehne ich grundsätzlich ab. Aber auch alle anderen können mich nicht überzeugen. Diese Haltung muss ich nicht spezifizieren, aber sie wäre eine Anregung z. B. über eine neue USPD nachzudenken!
Dies ist ein Bekenntnis zur parlamentarischen Demokratie und positiv!
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Alt 30.03.2011, 10:16   #24
Zollagent
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Zitat:
Zitat von Timirjasevez Beitrag anzeigen
Nein. Mein Gedanke war grundsätzlich, dass der Begriff "Negativ-Stimme" auf das, was wir hier diskutieren - Wahlen, überhaupt nicht anwendbar ist!
Wenn ich alle politischen Angebote und Programme ablehne, also sowohl die der Etablierten wie auch die der Sonstigen, muss ich doch nicht differenzieren!
Ein Beispiel: Ich lehne sowohl SPD wie auch DIE LINKE ab. Die FREIEN WÄHLER sagen mir zwar zu, aber ihr ausschließlicher Bezug auf direkte Ddemokratie (z. B. hier in S.-Anhalt) ist mir zu eng. NPD lehne ich grundsätzlich ab. Aber auch alle anderen können mich nicht überzeugen. Diese Haltung muss ich nicht spezifizieren, aber sie wäre eine Anregung z. B. über eine neue USPD nachzudenken!
Dies ist ein Bekenntnis zur parlamentarischen Demokratie und positiv!
Das ist es eben nicht! Eine Stimme ist erst mal eine positive Aussage. Ich kann mit ihr sagen, diese oder jene Gruppierung favorisiere ich. Mit einer negativen Stimme könnte man die Stimmabgabe eines anderen Wählers neutralisieren. Und genau der Effekt ist es, der der Demokratie widerspricht.
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Alt 30.03.2011, 10:35   #25
Timirjasevez
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Zitat:
Zitat von Zollagent Beitrag anzeigen
Das ist es eben nicht! Eine Stimme ist erst mal eine positive Aussage. Ich kann mit ihr sagen, diese oder jene Gruppierung favorisiere ich. Mit einer negativen Stimme könnte man die Stimmabgabe eines anderen Wählers neutralisieren. Und genau der Effekt ist es, der der Demokratie widerspricht.
Da verstehen wir uns eben nicht!
Eine Stimme ist eine Stimme, per se, sofern abgegeben, dies betonst Du selbst, positiv, eine Bejahung der Demokratie.
Wenn ich alle ablehne, soll daher meine Stimme eben genau das gleiche Bekenntnisgewicht haben, wie die des Wählers, der eine Partei oder Gruppierung favorisiert. Eine glasklare Ansage!
Wenn Du nun meinst, damit würde ein parteipolitisches Bekenntnis äquivalent neutralisiert, so ist das eben so und genau das, was bei Wahlen sowieso und immer geschieht.
Du selbst hast erklärt, nicht Herrn Beck sondern Frau Glöckner in R.-P. aus nachvollziehbaren Gründen wählen zu wollen bzw. hast es getan. Du bist Demokrat, diejenigen, welche beide, aber auch Lemke & Co. ablehnen aber nicht?
Merkwürdiges Demokratieverständnis!
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Alt 30.03.2011, 10:51   #26
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Zitat von Ludischbo Beitrag anzeigen
Du meinst praktisch Konsensabstimmungen, oder?

Es gewinnt nicht ein Walvorschlag, der die meisten JA-Stimmen hat, sondern, der Vorschlag, der relative große Zustimmung und relativ wenig Widerstand, bekommt.

Wir haben das mal in einer kleinen Gruppe gemacht. Kam gut an. Alle waren zufrieden.
Ob man das allerdings in unserem Wahlrecht einbauen kann?
Und ob dann die Wahlbeteiligung steigt?
"Gewinner" ist schon der, der die meisten Ja-Stimmen bekommt. Nur, was gewinnt er, wenn sich die Nein-Stimmen auch in der Sitzverteilung, die bleiben dann frei, niederschlagen? Genau, die Führung des Parteienhaufens. Bei mehr als einem Drittel Nein-Wähler ist dies natürlich eine entsprechend schwierige Aufgabe. Letztlich werden die unterschiedlichen Lager sich bestenfalls auf einen minimalen Konsens einigen müssen.
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Alt 30.03.2011, 10:52   #27
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Zitat von Zollagent Beitrag anzeigen
Ebenso, wie sie nicht "Ja" sagten, haben sie aber auch nicht "Nein" gesagt. Ich sehe keinen Grund, Enthaltung als "Nein" zu werten.
Gut, dann sehe ich keinen Grund darin, Nein-Äußerungen als Enthaltung zu werten. Wie gesagt, auch Enthaltungen sind bei unseren Wahlen nicht vorgesehen.
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Alt 30.03.2011, 10:55   #28
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Zitat von Timirjasevez Beitrag anzeigen
Womit wir wieder bei der Idee wären, auf dem Wahlzettel die Option "Gegen alle!" einzuführen und entsprechend öffentlich zu werten.
Aber nur, wenn wir meinen "gegen alle Parteiprogramme". Auch Neinsagern ist mehr als klar, dass alleine nun mal alleine ist. Daher wird sich niemand "gegen alle" aussprechen.
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Alt 30.03.2011, 10:56   #29
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Zitat von agano Beitrag anzeigen
Wie wäre es denn mit einer pauschalen Partei der Nichtwähler. alle, die nicht zur Wahl gehen, sind automatisch in der Partei der Nichtwähler. Super Idee. richard
Es gibt keine Partei der Nichtwähler und die wird auch nicht benötig, da an dieser Stelle der Punkt erreicht wäre, eine der vorhandenen Parteien zu wählen.
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Alt 30.03.2011, 10:59   #30
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Zitat von Zollagent Beitrag anzeigen
Wobei bei einer Wahl grundsätzlich Positiv-Stimmen und nicht Negativ-Stimmen zählen können.
Grundsätzlich ist dies so, wenn ich das so will, also auch Demokrator bin. Grundsätlich sehe ich kein Problem darin, negative Stimmen mit Macht auszustatten. Klar, die Parteien müssten sich dann am kleinsten gemeinsamen Nenner orietieren und alles würde etwas langsamer vonstatten gehen. Nun, ich brauche persönlich nicht immer top zu sein und könnte damit leben. Ein wenig Führung wäre ja auch weiterhin nicht schlecht.
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