Es ist schon lange mal fällig einen Blick darauf zu werfen, woran das System in diesem Land in der Wurzel krankt.
Voraussgeschickt sei: es gibt viele kranke Wurzeln. Reiche Apotheker, arme Krankenkassen, reiche Nichtstuer, die ihr Geld für sich in der Schweiz arbeiten lassen, arme Zwangsarbeiter, die jeden Tat zittern, das die ARGE sie zum Schneeschaufeln und Spargelstechen aufs Feld schickt ... und zwar beides gleichzeitig, bitte schön: sonst wird gekürzt. Das ist kein Scherz und in diesem Millieu sind Hartz IV-Abhängige Profis, immerhin gleicht die Suche nach einem vollbezahlten Arbeitsplatz in Deutschland im Jahre 2010 der Suche nach Spargel im Winter - und die Gesetzgebung der Agenda 2010 will von ihnen ja genau das: Spargelsuche im Winter. Und in teuren Seminaren lernen die dann erstmal, das der Spargel ja vielleicht wirklich unter dem Schnee verborgen liegt. Das kann man ja mit absoluter Sicherheit vorher nicht wissen: "Tschacka, Du schaffst es!" Ansonsten hilft vielleicht eine kleine Streichung der Notverpflegung der Motivation auf die Sprünge.
"Sind die blöd" sagen sich die reichen Nichtstuer in ihren Liegestühlen und lassen das Geld für sich arbeiten, das vorher noch den Arbeitslosen gehörte. Aber immerhin: es ist ihr Geld, das dort arbeitet. Im Spargelfeld. Die ARGE gibts dem Seminaranbieter und der zahlt es seiner Bank zurück die wiederum die fette Rendite an den Liegestuhl überweist. Und genau von diesen Liegestühlen haben wir immer mehr. Und jeder der Inhaber eines solchen Stuhls bekommt auch immer mehr. So entsteht die Illusion von viel Reichtum....dabei ist das eigentlich kein Reichtum sondern nur ein durch viele Verträge abgesichertes Privileg - ein Anspruch. Mehr nicht. Wird morgen das Geld entwertet und die Vermögenswerte verstaatlicht, dann wird man sehen, wer von denen wirklich Reichtum hatte.
Und während das System reibungslos so weiterläuft, wird man in einem wilden Wahn gefangen gehalten, einem Wahn aus Hitlers Zeiten.
Dem Wahn, es gäbe so etwas wie "rechts" und "links" in Deutschland.
Früher - gab es das mal. Zu Hitlers Zeiten. Und vorher auch.
Rechts, das waren die Kirchenleute, die Unternehmer, die Großbauern....und alle die in diesem System einen Platz gefunden hatten. Links waren die, die keinen Platz hatten, aber ohne weiteres bereit waren, mittels Geldentwertung und Verstaatlichung einen Platz zu bekommen. Eine Politik aus einer Zeit des Umbruchs und der Veränderung. Der Adel hatte an Macht und Geld eingebüßt, findige Händler waren zu viel Geld gekommen, schlaue Erfinder verdienten goldene Nasen - und das gemeine Volk wurde immer mehr entwurzelt, weil man ihre Arbeitskraft an den großen Verkehrsadern brauchte ... jedenfalls eine Zeit lang.
Das gemeine Volk wurde verarscht ... aber nicht immer bösartig und gewollt. Nicht jeder Unternehmer war ein Lump und Menschenschinder. Viele von ihnen arbeiteten hart und viel zu viel, von morgens bis abends und auch am Wochenende. Sie hatten keine Lust, das ihnen jemand die Erträge ihrer Arbeit wegnahm. Das wollte der Arbeiter auch nicht, aber er hatte ein Problem: im Gegensatz zur Firma wurde er älter, seine Kraft war .... Verbrauchsware. War sie weg ... war er arm dran.
Nun gab es aber eine Möglichkeit, sich zu einigen: der Sozialstaat mußte her. Immerhin - und das sahen auch Unternehmer ein - gab es da eine Ungerechtigkeit. Alle hatten was von dem "Fortschritt" von Technik und Industrie, doch dazu mußte der Bauer sein Feld aufgeben. Die Maschinen schafften das noch nicht alleine. Man brauchte ihn dringend und lockte ihn mit dem Zauber der großen Stadt...und dem Geld, das dazu gehörte. Wurde er aber alt ... konnte er nicht zurück zu seinem inzwischen verwilderten Feld, das er, gebrechlich wie er durch die einseitige Arbeit nun mal geworden war, gar nicht mehr hätte bestellen können.
Natürlich bedufte es vieler Verhandlungen und jahrzehntelangen Ringens um die gerechte Lösung, aber dafür hatten beide Seiten ihre Verwaltungsangestellten von CDU und SPD und wie sie alle hießen.
CDU und SPD gibt es immer noch, immer noch denken wir in "rechts" und "links". Nur die Welt da draußen ist nicht mehr rechts und links.
Die Generation der Erben von Erben sind keine Unternehmer mehr. Großkonzerne lassen nur noch wenige Neuunternehmer groß werden. Meistens wird schnell die Idee vom Markt gekauft - mit freundlicher Hilfe der Banken. Und die Arbeiter ... sind fast völlig ausgestorben. Ein Haufen von überflüssigen Städtern, die die nächste Hungersnot nicht überstehen werden, weil sie einfach gar nichts mehr können - ausser höfische Künste und Dienstleistungen erbringen.
Ohne Arbeiter ... gibt es aber keine Linken mehr.
Der Arbeiter von heute hat Eigentum, Aktien und vergnügt sich auf Fernreisen, gerne auch in Bangkok.
Er hat mit den Tugenden das Arbeiters von früher, der sich noch zurecht über die Dekadenz der Rechten erheben konnte, nichts mehr gemein. Die Rechten von heute tragen die gleiche Kleidung wie er, hören die gleiche Musik, fahren die gleichen Automarken - sind eigentlich in nichts vom Linken zu unterscheiden.
Warum faseln wir dann noch von einem System von rechts und links?
Weil es uns beschäftigt hält. Weil es Poltik gestaltet wie ein Fußballspiel: welche Mannschaft gewinnt wohl dieses mal? Damit kann man Männer jahrelang auf Trab halten. Und während sie auf der Tribüne ihrem Verein zujubeln (kann auch ihr Lieblingsstar sein oder sonst was populäres) wird hintenherum klammheimlich ihre Altersversorgung verteilt.
Dabei ist die Frage der Ausrichtung der Gesellschaft die wichtigste Frage, die wir uns stellen müssen. Ohne eine Antwort auf diese Frage wird es nicht gelingen, die momentan herrschende Filzokratur friedlich zu beseitigen und ihnen die Beute wieder abzunehmen, die dieses Land für seine Zukunft braucht.
Ist es nun eigentlich der Kampf Reich gegen Arm, der uns droht?
Mitnichten. Models, Rockstars, Schauspieler ... die Wohlfühlelite der Gesellschaft ist reich. Und manche in der Tat ohne Gnade der Superreichen im Hintergrund des Weltgeschehens. Reich ist nicht mehr gleich böse, weil das Geld nicht immer ungerecht mit Gewalt an sich gerissen wurde. Nicht immer, aber oft schon noch, das darf man nicht vergessen. Dafür schuften Kinder weltweit.
Aber wo verläuft nun die Front?
Nun, einen Punkt kann man ausmachen. Es sind die Verwaltungsangestellten. Ob nun bei Shell, bei der SPD, bei der deutschen Bank ... überall der gleiche Typus. Manche sind rechts, manche sind links, manche völlig unpolitisch - aber alle bereit, das System der Umverteilung von Öffentlich nach Privat mit großem Enthusiasmus voranzutreiben.
Die allgemeinen Kassen werden immer leerer (inwzischen so leer, das wir in Deutschland die ersten Hungertoten haben), die privaten Konten immer voller ... und zwar genau jene Konten, die schon supervoll waren, als Hitler noch ins Bett machte. Die Leute, die heute hinter diesen Konten stehen, sind allerdings genauso unschuldig an der Entwicklung wie die Leute, die heute in der Schlange der ARGE stehen.
Sie haben irgendwann geerbt....viel Geld und zumeist ein menschlich sehr armes Leben dazu. Menschlich ist das Leben erschreckend vieler Reicher erschreckend leer - doch das ist ein anderes Thema.
Sinn macht das System nicht. Milliarden werden auf Milliarden gehäuft und dort entzogen, wo sie Leben retten könnten.
Und hier ... riechen manche schon den Braten. Da sitzen parasitäre Filzläuse im System ... die gleichen, die verhindern, das Menschen Spenden. Sicher, es spenden viele. Aber ebenso viele wissen, was mit ihren Spenden passiert - das gleiche wie mit ihren Steuern, ihren Beiträgen, ihren Einlagen: es wird was abgegriffen.
Überall auf das System des Geldflusses haben sich parasitäre Existenzen eingenistet, die das System starr und unflexibel halten und die vor allem eins wollen: immer größerer Ströme, von denen sie sich vollsaugen können - seien es nun Steuern, Beiträge oder Renditen. Je größer die Ströme ... umso weniger fällt auf, das sich da jemand großzügig bedient. Immerhin: die Boni könnten ja auch die Renditen der Kapitalanleger
steigern ... aber da ist auch für den Banker Schluß mit lustig. So wichtig ist der Kapitaleigner dann doch nicht.
Und je mehr die Bürger damit beschäftigt sind, sich die vorgestrigen Parolen von rechts und links um die Ohren zu hauen, umso besser können sich die Zecken vollsaugen. Zecken, die selbst im Herzen eigentlich völlig unpolitisch sind.
Insofern brauchen wir keine politische Partei ... sondern eher Kammerjäger oder ein Flohhalsband für die Republik, doch das hat die Verfassung nicht vorgesehen. Jede neue Partei wird aber ziemlich schnell von den Zecken besetzt werden, denn die Lobbyisten - selber Zecken - stecken mit ihrer Zeckerei andere an.
Und so ... sind wir eigentlich mittendrin in einem Mythos, den die Medien uns immer wieder um die Ohren hauen - weil er gut ankommt, weil er die Gefühle der Menschen zu treffen scheint: dem Mythos des untoten Blutsaugers, des Vampirs. Das Bild paßt: im Herzen untot mangels irgendwelcher lebendigen Überzeugungen, ansteckend und nur vom Lebenssaft (modern: Geld) anderer lebend.
Leider hilft kein Knoblauch an der Tür, noch scheuen sie Tageslicht, Weihwasser oder das Kreuz. Allerdings pflegen sie einen gewissen sozialen Rückzug - das schon. Bilden ihre eigene kleine Zeckengesellschaft, fernab vom Pöbel. Golfclub, Lionsclub, Freimaurerlogen ... da gibt es viel, wo man unter sich sein kann.
In Wirklichkeit scheint kein Kraut gegen sie gewachsen, in Wirklichkeit scheinen wir ihnen hilflos ausgeliefert zu sein.
Aber das dachte man schon oft. War immer gelogen.
Die neue Front ist in der Philosophie schon altbekannt.
Die die "von" der Philosophie leben gegen die, die "für" die Philosophie leben.
Letztere allerdings ... haben immer das Gelöbnis ewiger Armut geleistet. Sie hatten keine Zeit, sich mit Geldausgeben zu beschäftigen und fanden den Vorgang des Konsumierens enorm lästig und überflüssig.
Somit brauchen wir eine Koaltion derjenigen, die "für" den Bürger, den Menschen, die Zukunft, den Staat, das Land leben gegen diejenigen, die "von" dem alle leben.
Erste Schritte wären:
vollständige Anerkennung jeglicher ehrenamtlicher Tätigkeit von Hartz-IV-Abhängigen als vollwertige Arbeitsstelle.
Oder glaubt ihr etwa, die Freiwilligen von THW und Feuerwehr wären nur zum Vergnügen da um Autofahrer aus dem Schnee zu retten?
Und dann brauchen wir die vollständige Aufnahme der sozialen Menschenrechte in den Grundwertekatalog des Grundgesetzes. Damit hätte man dann den Zecken schon mal die Möglichkeit genommen, durch Menschenopfer Angst zu verbreiten, welche die Bürger lähmt.
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