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Alt 23.01.2010, 11:31   #1
Beverly
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Ort: Berlin
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Daumen runter "Das Haus der Demokratie ist abgebrannt" - über Biedermänner und Brandstifter

Eben habe ich im Radio gehört, dass in Zossen das erst im September eröffnete "Haus der Demokratie" abgebrannt ist. Es kam der bezeichnende Satz: "Die Polizei ermittelt in alle Richtungen". Da hat sie so viel zu tun, dass ich ihr als gesetzestreue Bürgerin gerne einige Hinweisen gebe

1. Die Nazis

In besagtem Haus der Demokratie war eine Ausstellung über jüdisches Leben in Zossen. Das legt nahe, dass rechtsradikale Dumpfbacken das Feuer gelegt haben.
Es sei denn, es waren in die Szene eingeschleuste V-Leute - bei dem unterirdischen Gebaren der Kameraden weiß man oft nicht, wer echt und wer Fake ist.

2. Die Frustrierten

Damit meine ich Leute, die nicht über ein "geschlossenes rechtsextremistisches Weltbild" verfügen, aber die von der "Demokratie" so enttäuscht sind, dass sie ihren Symbolen bestenfalls gleichgültig gegenüber stehen. Bei dem einen oder anderen mag es von Enttäuschung über Resignation und Gleichgültigkeit sogar zu Hass gehen. Wenn zum Hass noch Tatkraft und Energie oder auch nur Verzweiflung kommt, hat man eine im Wortsinne zündfähige Mischung.
Ich selbst muss dabei nur an den Kleinkrieg denken, den ich die letzten fünf Jahre mit diversen Ämtern und nicht-staatlichen Instanzen hatte. Wobei der noch steigerungsfähig ist. Wobei diese Instanzen mir aber jeden Glauben an die "Demokratie" nach und nach ausgetrieben haben.

3. Die "Demokraten" selbst

Nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes war ich öfters zu Veranstaltungen im Haus der Demokratie in Berlin. Das war damals für mich ein Symbol von Befreiung. Die zuvor bei Honecker und co. in ihrer WG in Wandlitz konzentrierte Macht war nun auch an Orten zu finden wie eben dem Haus der Demokratie.
Nur ist so ein Ort den kleinen Honeckers und Merkels, die längst eine Oligarchie errichtet haben, nur lästig. Sie mögen durch Rudelmobbing alle vergraulen, die da Demokratie machen wollen. Sie mögen das lästige Symbol von "Anspruchsmentalität" der kleinen Leute aber gleich abfackeln lassen.
Natürlich nicht von ihresgleichen - sie bräuchten nur einem V-Mann in der rechtsradikalen Szene einen Tipp zu geben. Sozusagen ein umgekehrter Reichstagsbrand mit dem "Demokraten" als Anstiftern und den Nazis als Schuldigen.

4. Ein Zufall?

Es mag auch keinen Täter geben und ein technischer Defekt für den Brand verantwortlich sein. Bisher ist noch nichts klar, siehe

http://www.berlinonline.de/aktuelles...2642372950.php

Ich weiß nicht, wo der Täter zu verorten ist und finde die Tat daneben. Aber es hatte in diesem Land mal Zeite gegeben, wo außer einer kleinen braunen Minderheit sich alle darin einig waren, so etwas zu verurteilen.
Diese Einigkeit besteht nicht mehr. Die "Ränder" waren und sind viel zu schwach, um sie kaputt zu machen. Das hat die "Mitte" selbst besorgt. Weiter so Mainstream - immer schön zu Tode siegen oder vielleicht besser ein "Haus des Kleinkriegs, der Klüngelwirtschaft und der Oligarchie" aufbauen?
Das wäre wenigstens ehrlich
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Alt 23.01.2010, 11:49   #2
Hellmann
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Zitat:
Zitat von Beverly Beitrag anzeigen
In besagtem Haus der Demokratie war eine Ausstellung über jüdisches Leben in Zossen. Das legt nahe, dass rechtsradikale Dumpfbacken das Feuer gelegt haben.
Es sei denn, es waren in die Szene eingeschleuste V-Leute - bei dem unterirdischen Gebaren der Kameraden weiß man oft nicht, wer echt und wer Fake ist.
Nun ja, in einem Barackenanbau aus der DDR-Zeit hat man da etwas gemacht, was mir unter dem Begriff "Haus der Demokratie" jetzt neu ist. Vermutlich bin ich zu alt und nicht mehr auf dem neuesten Stand. Haus der Demokratie?

Zitat:
... Das eingeschossige Gebäude mit einer Nutzfläche von 450 Quadratmetern, das von einer Bürgerinitiative gegen Rechtsextremismus genutzt wird, wurde komplett zerstört...

...Nach Polizeiangaben wurde in dem Haus eine Dauerausstellung über jüdisches Leben in Zossen gezeigt...
http://www.berlinonline.de/aktuelles...2642372950.php

Schauen wir mal, was die Medien daraus machen.

Die einschlägige Szene mobilisiert ja gerade für den 13. Februar und die üblichen Straßenschlachten in Dresden. Mit den Bürgerinitiativen gegen den Rechtsextremismus habe ich auch so meine Probleme, seit die in Dresden mit Plakaten wie "Bomber Harris do it again" oder "Alles Gute kommt von oben" auf der Straße standen.

Wenn da irgendwo etwas passiert, sind es meist V-Leute. Auf beiden Seiten!
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Alt 23.01.2010, 16:05   #3
Elfer
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Zitat:
Zitat von Hellmann Beitrag anzeigen
...

Wenn da irgendwo etwas passiert, sind es meist V-Leute. Auf beiden Seiten!
Wenn da was passiert, sind es die Verblendeten und verstrahlten auf beiden Seiten. Selbst wenn mancher von ihnen V-Mann ist. Es sind die Arschgeigen, die auf beiden Seiten ihrem niederträchtigen Hobby nachgehen.

Selbst wenn es V-Männer wären, sind sie fü ihr Handeln selber vernatwortlich und randalieren als Vollidiot, nicht als V-Mann.
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Alt 23.01.2010, 16:25   #4
oloool
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Zitat:
Zitat von Elfer Beitrag anzeigen
Vollidiot, nicht als V-Mann.

Was glaubst denn, wofür das V steht?





Ups, falsches Thema...
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Alt 23.01.2010, 16:42   #5
Elfer
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Zitat:
Zitat von oloool Beitrag anzeigen
Was glaubst denn, wofür das V steht?
Kann ich für Dich übersetzen. Ich bin mir aber nicht sicher, dass Dir wirklich bekannt ist, was hinter dieser Bezeichnung steckt, die so übrigens undifferenziert und in der Benutzung regelmäßig fehlerhaft ist.

Das ist immer das Problem, wenn Blinde von der Farbe reden. Wobei Du ja zumindest sehr farbenfroh bist.
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Alt 23.01.2010, 18:26   #6
Hellmann
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Zitat:
Zitat von Elfer Beitrag anzeigen
Wenn da was passiert, sind es die Verblendeten und verstrahlten auf beiden Seiten. Selbst wenn mancher von ihnen V-Mann ist. Es sind die Arschgeigen, die auf beiden Seiten ihrem niederträchtigen Hobby nachgehen.

Selbst wenn es V-Männer wären, sind sie fü ihr Handeln selber vernatwortlich und randalieren als Vollidiot, nicht als V-Mann.
Die machen das doch nicht auf eigene Rechnung. Das könnten sie ja auch gar nicht.

Wer die Szene etwas kennt oder auch nur entfernt beobachtet, kann sehr leicht erkennen, wie da immer gezielt der Konflikt hochgeschaukelt wird. Es gäbe längst keine "Neonazis" mehr, wenn die nicht künstlich aufgepäppelt und entsprechend ausstaffiert würden. Entsprechend auch die "Antifa", deren Drahtzieher mit denen der "Neonazis" unmittelbar kooperieren.

Zum Schluss gibt es dann wieder die großen Medienberichte über die unverbesserlichen Nazideutschen, wozu das alles ja inszeniert wird. Es sind unsere angloamerikanischen Freunde mit ihren Leuten.
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Alt 23.01.2010, 18:31   #7
oloool
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Zitat:
Zitat von Elfer Beitrag anzeigen
Kann ich für Dich übersetzen. Ich bin mir aber nicht sicher, dass Dir wirklich bekannt ist, was hinter dieser Bezeichnung steckt, die so übrigens undifferenziert und in der Benutzung regelmäßig fehlerhaft ist.

Das ist immer das Problem, wenn Blinde von der Farbe reden. Wobei Du ja zumindest sehr farbenfroh bist.

Das nenne ich eine effektive und niveauvolle Rückhand.
Übrigens, Danke für die Übersetzung!

__________________
Jeder Anfang ist ein [kleiner] Abschied.
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Alt 23.01.2010, 18:55   #8
Hellmann
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Es gibt übrigens nach meinen Erfahrungen ganz grundsätzlich(!) so etwas wie "eine Bewegung von unten" nicht. Wer etwas anderes behauptet, hat entweder nicht die geringste Ahnung oder lügt.

Muss ich leider in dieser Härte sagen. Von unten kommt auch keine Demo in Dresden zusammen, weder von "Neonazis" noch von "Antifa".

Aber da gibt es eben angloamerikanische Interessen daran, dass die Deutschen nicht in Würde und Ruhe ihrer Toten durch den Bombenkrieg gedenken sollen, sondern dass die Zeitungen, Radio und Fernsehen an dem Tag wieder voll mit "unverbesserlichen Nazideutschen" sind. Dazu wird das aufgezogen jedes Jahr.

Deutsche Polizisten und Verfassungsschützer haben da selbstverständlich nichts zu melden, es sei denn, sie arbeiten selber noch für CIA und MI6.

Geändert von Hellmann (23.01.2010 um 18:58 Uhr).
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Alt 23.01.2010, 19:14   #9
Elfer
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Zitat:
Zitat von oloool Beitrag anzeigen
Das nenne ich eine effektive und niveauvolle Rückhand.
Übrigens, Danke für die Übersetzung!

Ich muss ich hier mal kurz entschuldigen. Die Verknüfpung einer direkten Ansprache und einer allgemeiner adressierten Feststellung war nicht beabsichtigt.
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Alt 23.01.2010, 19:18   #10
oloool
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Zitat:
Zitat von Hellmann Beitrag anzeigen
Von unten kommt auch keine Demo in Dresden zusammen, weder von "Neonazis" noch von "Antifa".

Man kann aber in dieser Nacht an vielen Stellen kleine Gruppen
mit Kerzen und Blumen beobachten. Das sind aber tatsächlich keine medienwirksamen Links/Rechts Spektakel.

Diese Leute ziehen sich sehr zurück an diesen Abenden. Einmal kam mir sogar das Gefühl, ich hätte sie erschreckt. Daraus lässt sich natürlich keine politische Klimakatastrophe ableiten.

Ich kann mir beim besten Willen auch nicht vorstellen, dass auch nur ein einziger Dresdner mit einem Plakat "Bomber Harris, Do It Again!" sich da aufstellt. Alle, die ich kenne, teilweise auch Zugezogene, schütteln nur angewidert den Kopf darüber. Das Nazi/Antifa-Motiv ist nur Fassade für ein rituelles Fest aus Zynismus und Hass.



Elfer, kein Problem, mein Beitrag war auch nicht gerade geistreich.
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Geändert von oloool (23.01.2010 um 19:28 Uhr).
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