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Alt 08.02.2010, 21:39   #1
Ludischbo
Neu bei PSW -Netzaktivist
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Registriert seit: 07.08.2009
Ort: Ruhrstadt
Beiträge: 51
  
Standard 100 Tage Liberal-Konservative Bilanz

100 Tage Schwarz-Gelbe Bundesregierung! Mann könnte jetzt hier eine großangelegte Netzschau veröffentlichen. Aber das ist nicht nötig. Die Kritik in den meinungsbildenden Medien und bei den oppositionellen Sozialdemokraten und Grünen fiel eher "oberflächlich" aus. Das sagte auch Wolfgang Lieb (NachDenkSeiten). Er hat recht. Wollte Rot-Grün die Liberkons ernsthaft inhaltlich angreifen, müssten sie erst einmal ihrer eigenen vergangenen Entscheidungen grundlegend hinterfragen. Also fällt die Kritik logischerweise oberflächlich aus, denn die Liberkons halten Kurs. Sie orientieren sich an den Vorgängerregierungen. Zur Zeit noch etwas langsamer. Sie müssen auch zum Schein sozial wirken, denn bald sind in NRW Wahlen. Bekommen die Wespen dort keine Mehrheit, wird das Regieren für Frau Merkel und Herrn Westerwelle etwas unangenehmer, aber vermutlich nicht wirklich gefährlich. Gewinnen Rütgers und Pinkwart können sie auch in Berlin ihren Kurs schneller fahren. Und somit bleibt vorerst die oberflächliche Kritik
W.Lieb zieht deshalb die folgerichtige Bewertung:

Zitat:
"Wer den Kurs dieser Regierung in der Sache kritisieren wollte müsste weniger danach fragen, was sie tut, sondern was sie nicht tut"
der ganze Artikel von Wolfgang Lieb:
Kratzen am Lack-Zur Kritik an 100 Tagen Schwaz-gelb
__________________
Beste Grüße

Mein persönliches Blog
Mein Projekt
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Alt 17.02.2010, 13:18   #2
Beverly
Schriftstellerin
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Registriert seit: 04.01.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 1.006
  
Standard

Zu "Liberal-Konservativ" fällt mir nur der Satz ein:

"Ein Unglück kommt selten allein."

Das gilt nicht nur für das Duo Merkel-Westerwelle. Denn der Wahn von "Liberal-Konservativ" währt nicht hundert Tage, sondern eher hundert Jahre !

Immer wieder haben Liberal-Konservative in der Geschichte eine Politik gemacht, auf die diese Metapher von Kant zutrifft:

Sie spannen nicht die Pferde vor die Kutsche, sondern die Kutsche vor die Pferde.

Und wundern sich dann, wenn die Kutsche in den Dreck fährt.

Früher war es so, dass die Liberalen vor allem für wirtschaftlichen Liberalismus waren und dafür, das Bürgertum in gleichem Maße wie zuvor den Adel an Macht und Einfluss teil haben zu lassen.
Wenn es dann um wohl verstandene Bürgerrechte ging, wie etwa keine Diskriminierung für Homosexuelle oder auch die Abschaffung der Todesstrafe, hörte man von diesen "Liberalen" nichts mehr.

Ümgekehrt haben die Konservativen dann eine konservative Gesellschaftspolitik durchgedrückt und etwa die Gleichberechtigung von Homosexuellen bekämpft. Da aber, wo Kritik an einer zum Wahn und Schlachthaus gewordenen Moderne angebracht war, hörte man von diesen Konservativen auch nichts.

Das legt die Vermutung nahe, dass im Zeichen von "Liberal-Konservativ" schon vor hundert Jahren nur vorteilsgesteuerte Gestalten am Werk waren, die ihren Mitmenschen die Nachteile beider Ideologien aufbürdeten. Die uns jetzt regierenden Peinlichkeiten setzen da eine schändliche Tradition fort. Sogar als bigotter und reaktionärer Homo dürfte Westerschwester Vorläufer gehabt haben, selbst wenn die es nur heimlich trieben.
Das Endresultat ist die Kombination von Gängelung und Entmündigung mit Zerfall des Gemeinwesens, Sinnverlust und Anomie. Bei aller Kritik an der DDR, wo nach 40 Jahren alle fertig mit hatten, füchte ich, dass das Desaster nach 40 Jahren "Liberal-Konservativ" ebenso schlimm, wenn nicht noch um vieles Schlimmer als das am Ende der DDR sein wird. "Liberal-Konservativ" hat mit der tatkräftigen Hilfe korrupter Genossen die Linke und die Arbeiterbewegung de facto aus der Politik gemobbt. Damit haben sie sich aber auch des Schutzmechanismus entledigt, der sie nach 1945 daran hinderte, wieder Dummeheiten zu begehen.

Geändert von Beverly (17.02.2010 um 13:23 Uhr).
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Alt 17.02.2010, 17:30   #3
Britta
beurlaubt
 
Registriert seit: 08.08.2008
Beiträge: 4.476
Stimmung:
  
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Mich interessiert das Ganze eigentlich gar nicht. Ob die jetzt 100 Tage im Amt sind oder 2 Jahre oder ob das endlich vorbei ist.

Ich habe nicht damit gerechnet dass da was Gutes bei rauskommt, somit bin ich auch nicht enttäuscht. Ist mir auch echt egal, was die so treiben. Wenn's zu dolle wird, wird sich das Volk wohl endlich bald wehren.

Und bis es soweit ist, können die gerne weiter ihre Unfähigkeit und Käuflichkeit demonstrieren.
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Alt 17.02.2010, 22:05   #4
Beverly
Schriftstellerin
Stammuser
 
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Registriert seit: 04.01.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 1.006
  
Standard

Zitat:
Zitat von Britta Beitrag anzeigen
Mich interessiert das Ganze eigentlich gar nicht. Ob die jetzt 100 Tage im Amt sind oder 2 Jahre oder ob das endlich vorbei ist.

Ich habe nicht damit gerechnet dass da was Gutes bei rauskommt, somit bin ich auch nicht enttäuscht. Ist mir auch echt egal, was die so treiben. Wenn's zu dolle wird, wird sich das Volk wohl endlich bald wehren.

Und bis es soweit ist, können die gerne weiter ihre Unfähigkeit und Käuflichkeit demonstrieren.
Ich finde es nur erstaunlich, wie schnell und rabiat die Unfähigkeit und Käuflichkeit demonstrieren. Dazu kommt, dass die FDP als Koalitionspartner für die Union eine viel größere Belastung ist als es die SPD war.

Szenario 1

Wie es Umfragewerte nahe legen, verliert die FDP einen Großteil ihrer Wähler und damit gibt es keine Mehrheit mehr für Schwarz-Gelb.

Szenario 2

Guido Westerwelle macht aus der FDP ein Gegenstück zur FPÖ so mit Werten zwischen 10 und 25 Prozent. Also eine mittelgroße rechtspopulistische Partei.

Szenario 2a

Die neue FDP wird zur Belastung für die Union, weil der angesichts dieses Koalitionspartners alle davon laufen, die noch "sozial" und "konservativ" sind. Analog zur Linkspartei kann es auch eine Abspaltung von der Union geben.
Unterm Strich hat die FDP dann mehr, die Union sehr viel weniger und die Mehrheit für Schwarz-Gelb ist auch weg.

Szenario 2b

Schwarz-Gelb hat nach wie vor eine Mehrheit, aber es wird für die Union zur Qual, weil die FDP immer mehr inhaltliche und personelle Forderungen stellt, vielleicht sogar die Kanzlerkandidatur wieder aufleben lässt und die Union so schwach macht wie es heute die SPD ist.

Szenario 2c

Die neue FDP bekommt einen so harten Rechtsdrall - z. B. durch den Zustrom von Rechtsradikalen - dass die Union nicht mehr mit ihr regieren mag. Wie in Österreich haben wir dann eine Große Koalition und die FDP als stärkste Oppositionspartei.

Szenario 2d

Eine rechtspopulistische FDP wird zur stärksten Partei und stellt den Kanzler. Im Gegensatz zu Haider vermeidet sie "Nazi-Scheiße" und kehrt Hitleristen mit dem eisernen Besen aus. Sie fährt eine Mischung aus hart rechts und "Kapitalismus pur".

In meinem Roman "Das Kommen der Großen Schlange" habe ich das vorweggenommen und bin verblüfft, wie schnell mich die Wirklichkeit einholen könnte. Da regiert Bundekanzler Etterling von der Partei "Neue Mitte" in einer Koalition mit den "Ökolibs". Etterling fing als progressiver und innovativer Hoffnungsträger an und versprach als frischen Wind in der Politik. Er vollzog dann aber eine Kehrtwendung um 180 Grad mitsamt einem scharfen Rechtsruck. Wie Etterling endet, lest ihr hier.
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Alt 18.02.2010, 13:34   #5
deserd
Erfahrener Benutzer
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Beiträge: 729
  
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http://www.illustration.de/il/news?news=156


siehste, gibt doch politische Künstler ..., wobei ich finde, die Blindenbinde hätte eher für Guido als Blindenhund gepaßt .... .... ich finde nämlich die Merkel deutlich "heller" als den "Blinden-Zug-Hund"
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100, bilanz, liberalkonservative, tage

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