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Alt 19.11.2009, 17:07   #1
Beverly
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Standard Woran sind alle Ausbruchsversuche aus der bürgerlichen Gesellschaft gescheitert?

Die bittere Erkenntnis I

Menschen wie ich - Jahrgang 1962 - sind mit dem Glauben an Demokratie, Marktwirtschaft, Menschenrechte und Rechtsstaat aufgewachsen. Auch wenn da nicht alles perfekt war, so sah man in den westlichen Industrieländern wenigstens die schiere materielle Not als überwunden an. Eine Utopie war es zwar nicht, aber zumindest ein Mindeststandard, der allen existenzielle Sicherheit gab. Politiker in der Demokratie galten zwar oft als korrupt und eitel, andererseits waren die heftigen Auseinandersetzungen in den Nachkriegsjahrzehnten auch ein Zeichen politischen Lebens und der Friedhofsruhe im Ostblock allemal vorzuziehen.
Im Zeichen des "krtischen Rationalismus" hatten sich die Menschen im Westen aus dem Dreck gearbeitet und der Rest der Menschheit würde dem folgen.

Von all diesen Erwartungen und Hoffnungen ist nichts geblieben. Die Demokratie ist zur Oligarchie verkommen und vom kleinen Funktionär bis zum Parteichef, Minister oder Staatsoberhaupt sind da alle nur "gekauft". Verbände und Vereinigungen dienen nur dem autonomen Organisationsinteresse ihrer Kader. Den grenzwertigen Pöbeleien eines Franz Josef Strauß oder Herbert Wehner folgte ein an Falschheit nicht zu überbietender Terror der leisen Töne. Scheinheiliger Byzantinismus der übelsten Sorte.
Corruptio rulez und von den Kadern der Römisch-Katholischen Kirche bis zu denen des LSVD stehen alle unter Generalverdacht, da mitzumachen und das dumme Publikum nur mit rhetorischen Schaukämpfen an der Nase herumzuführen.

Das Schlimme ist, dass es nicht Mätzchen grenzwertiger Gschaftlhuber sind, die unter sich bleiben und ihre verlogenen Spielchen nur miteinander spielen. Auf die eine oder andere Art und Weise ziehen sie ihre Mitmenschen mit hinein. Da halbiert sich in einem afrikanischen Land infolge der "Finanzkrise" das eh schon geringe Einkommen noch einmal. Da wird das Leben einfacher Menschen in den reichen Ländern zu einem immer schlimmeren Kleinkrieg.
Heute morgen kam im Radio ein Bericht über an Lächerlichkeit nicht zu überbietende "Gesetze" mit denen US-amerikanische und australische Gebietskörperschaften ihre Untertanen tyrannisieren: In Tasmanien dürfen Transvestiten nur zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang unterwegs sein. In einem US-Bundesstaat dürfen Frauen keine Lackschuhe tragen, weil Mann da ja das Höschen sehen kann. Woanders darf Mann seine Frau nur mit einem Lederriemen bis zu einer gewissen Breite prügeln.

So outet sich Demokratie als Farce und jeder Versuch, das eigene Leben und das des Gemeinwesens durch Teilhabe am System zu gestalten, ist zum Scheitern verurteilt. Weder das eigene Leben noch das Gemeinwesen lässt sich auf legalem und friedlichem Wege ändern.
"Vor Ort" liegt es daran, dass die "Spielregeln" so sind, dass nur Anwälte, Juristen, Funktionäre und Menschen mit vergleichbarer Orientierung ihnen gerecht werden können. Selbst viele "Manager" scheitern da immer, nur fallen sie weich - im Gegensatz zu einfachen Menschen !
Die Verortung des ach so freien Individuums in undurchschaubaren Netzwerken, welche die formalen Institutionen untergraben, aushöhlen und Normen in ihr Gegenteil verkehren, macht die einfachen Menschen so rechtlos wie sie es in von der Mafia beherrschten Gemeinwesen sind.
Weil wir ja alle frei sind, muss auch jeder in "Freiheit" leben und diese wird zu einem Totalitarismus, der so perfekt funktioniert, dass GULAGs, KZs und dergleichen schöne Dinge da nicht mehr nötig sind. Wobei wir den Terror der Hitlers, Stalins und Maos nur deshalb nicht haben, weil die ihre Systeme auch wirtschaftlich ruiniert haben und da auch diejenigen, die vom westlichem Wohlstandstotalitarismus profitieren, ihres Leben nicht mehr sicher gewesen wären.

Die bittere Erkenntnis II

Ist man wie ich, aufgrand nicht enden wollender eigener schlechter Lebenserfahrungen dazu gekommen, warten noch weitere bittere Erkenntnisse.

Erkenntnis Nummer 2a: Die "Aufklärung" war von Anfang an ein Schwindel. Da wurden wohlmeinende Politiker und Intellektuelle - die Franklins, Kants, Voltaires, freigeistige Aristokraten und rebellische Bürgersöhne und -töchter - von Gestalten instrumentalisiert, die noch schlimmer waren und sind als die absolutistischen Monarchen, die bis zum 18. Jahrhundert das Sagen hatten.
Um 1750 war da vieles im Argen und dringend veränderungsbedürftig. Ackerbau mit Muskelkraft, der immer wieder zu Hungersnöten führte, nicht aufgeklärte, sondern von Paris bis Peking weltfremde Despoten, die nicht wussten, wie die Menschen lebten, denen sie ihr Wohlleben verdankten ...
Aber vor 250 Jahren lag es für einige hundert Millionen Menschen im Argen, heute liegt es für 7 Milliarden im Argen.
Schon damals gab es Raubbau an der Natur, etwa das Abholzen von Wälderm am Mittelmeer oder vom Ackerbau verursachte Überschwemmungen in China. Heute stehen wir an der Schwelle eines Artensterbens und globaler Verwüstungen, wie es sie zuletzt vor 250 Millionen Jahren im Perm gegeben hat.
Da braucht sich niemand über seine eigenen Depressionen und Existenzängste zu wundern. Die haben jenseits der eigenen Biografie eine tiefe und breite Vorgeschichte.

Erkenntnis Nr. 2b: Im System etwas zu bewirken, ist völlig aussichtslos. Das habe ich auf die eine oder andere Art fast 30 Jahre versucht und nichts bewirkt. Die von mir mit begründeten Grünen sind zu einer korrupten zweiten FDP geworden und mit der Linken habe ich auch langsam die Faxen dicke.
Gegen das System zu arbeiten und sich dem Extremismus zuzuwenden, ist aber ebenso aussichtslos und dazu noch peinlich. MLPD, DKP und NPD oder selbst die russischen Nazibolschewisten taugen nicht einmal als Protestparteien. Ihre Kader verzapfen auf die eine oder andere Art so viel Müll und Menschenverachtung, dass es nicht wundert, wenn die sich alle gegenseitig beschuldigen, V-Leute oder Agenten zu sein.

Bis zum nächsten Ausbruchsversuch

Trotzdem ist damit zu rechnen, dass es in der einen oder anderen Art wieder zu Ausbruchsversuchen aus dem Alptraum vorgeblicher "Aufklärung" und bürgerlicher Gesellschaft kommt. So wie es Anarchisten und Bolschewisten in Russland anstrebten, ehe die Bolschewisten die Anarchisten rausmobbten und Stalin dann die Bolschewisten abschlachtete. So wie es Anarchisten, Spartakisten und Kommunisten auf der einen, Nationalrevolutionäre auf der anderen Seite in Deutschland anstrebten, ehe die Rechten die Linken platt machten und Hitler die Nationalrevolutionäre (Niekisch, Strasser) kalt stellte, um ein so geisteskranken Amoklauf ("Drittes Reich") in die Welt zu setzen, dass nach 1945 die bürgerliche Gesellschaft restauriert werden konnte.

Wobei die Verbrechen des Dritten Reiches schlimm genug sind. Das eigentlich Schlimme daran ist, dass durch Hitler und co. jede Chance auf ein Projekt, dass in Deutschland die bürgerliche Gesellschaft beendet hätte, zunichte gemacht wurde. Ohne dass sich die bürgerliche Gesellschaft wirklich geändert oder gar verbessert hätte.

So kann folgendes geschehen:

Das bürgerliche System verordnet sich selbst eine Auszeit von Demokratie und "Rechtsstaat" und hievt für eine begrenzte Zeit einen populistischen Tyrannen an die Spitze. Der nervt dann nach Anfangserfolgen mit seinem Despotismus die Menschen so, dass die nächste "Demokratiebewegung" kommt und das bürgerliche System mit all seinen Fehlern restauriert wird.

Es kommt ein Tyrann, der auf eigene Rechnung agiert, aber dessen Herrschaft zu einem blutigem Amoklauf gerät. Kein "deutscher Pinochet", sondern ein "deutscher Pol Pot".

Was optimistische Szenarien betrifft - nun ja, dazu müsste ich glauben, dass auf dem Mond das arkonidische Forschungsschiff AETRON wartet, Perry Rhodan mit etwas Verspätung eintrudelt und auf Terra Zucht und Ordnung einkehren.
Für die Wirklichkeit habe ich keine Hoffnungen mehr, weil sich da Optimisten wie Pessimisten gleichermaßen als ratlos oder zynisch erwiesen haben.

Ein "weiter so" der bürglichen Gesellschaft würde nur ihr System vieler kleiner Tyrannen perfektionieren und es nicht weniger unmenschlich machen, als die Herrschaft eines großen Tyrannen. Alldiweil ein großer Tyrann wenigstens den Reiz des Strafuniversum hätte. Man würde den selbst auch nicht überleben, aber wenigsten würden einen die vielen kleinen Tyrannen beim Abgang Gesellschaft leisten.
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Alt 22.11.2009, 14:23   #2
Hellmann
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Standard Den Schwindel zu durchschauen,

hat mich Jahrzehnte meines Lebens gekostet.

Es wäre sicher alles sehr viel einfacher gewesen, wenn man schon in jungen Jahren irgendwo bessere Informationen gehabt hätte. Manche Alten wussten schon, was wirklich gespielt wird, aber die haben aus Angst nichts gesagt.

Früher habe ich das nicht verstanden, warum und wovor die Angst hatten. Da hatte ich selber noch nicht genug erlebt. Wer für das System eine Gefahr darstellt, ist längst ein Gezeichneter, ehe er sich selber dessen bewusst wird.

Man hätte bessere Informationen gebraucht, um nicht seit seiner Jugend so viel Zeit und Energie auf sinnlose Versuche zu verwenden, sich irgendwo zu engagieren oder auf herkömmlichem Wege zu informieren. Wie lange habe ich gebraucht, um nur zu kapieren, dass die sogenannte Wirtschaftswissenschaft ein ausgemachter Schwindel ist und nur dem Ziel dient, die Menschen zu täuschen. Bis ich endlich kapiert hatte, dass Nobelpreise an die dreckigsten Lügner und Halunken vergeben werden, die sich den herrschenden Interessen am skrupellosesten unterwerfen.

Vermutlich ist es nicht nur bei den Ökonomen so, sondern seit der Ökobewegung kann man ja sehen, was "Klimaforscher" und dergleichen Halunken so treiben.

Man hätte es also unbedingt früher erklärt bekommen müssen und wenn wir heute etwas Sinnvolles tun wollen, dann müssen wir es schaffen, dass andere nicht wieder alt werden, bis sie es kapiert haben.

Noch ist im Internet etwas möglich. Noch lassen sie einen Bücher schreiben.

Also recherchiert, klärt auf, macht die Zusammenhänge bekannt.

Die Masse der Bevölkerung hat immer noch keinen blassen Schimmer, was hier gespielt wird. Die nächste Generation Kinder wird wieder in der Schule verblödet und auf der Uni indoktriniert und die wenigen, die mal den Schwindel merken, kriegen anschließend keinen vernünftigen Job, wenn sie kritische Gedanken äußern und wenn man sie einmal vorgemerkt hat.
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Alt 22.11.2009, 16:11   #3
Beverly
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Hallo Hellmann,

um wieder auf das Thema "Ausbruchsversuche" zurück zu kommen. Vom ganz Kleinen und Persönlichen bis zum Politischen und Weltgeschichtlichen sehe ich das so, dass alle Bestrebungen, etwas zu verändern, gescheitert sind.
Egal ob im System und nach seinen Regeln oder gegen das System und in dem Bestreben, es abzuschaffen.

Zugleich erzeugt dieses System in den einzelnen Menschen und in den Gesellschaften Spannungen und Widersprüche, die immer wieder zum "Ausbruch" führen. Da gibt es dann halt in Paris, Athen oder auch Dubai Krawalle und die Herrschenden versuchen, sie nieder zu schlagen, auszusitzen oder zu beschwichtigen. Wenn sich die Menschen nicht zum kollektiven Radau zusammenrotten, rasten sie individuell aus.

Angesichts der oft grenzwertigen Art und Weise, wie das System selbst den Nährboden für "Ausbruchsversuche" schafft und auch Gutwillige und Resignierte so lange provoziert, bis die "ausrasten" muss ich davon ausgehen, dass gewalttätige Bestrebungen, als Einzelner das eigene Leben zu ändern, oder kollektiv die Lebensumstände zu verändern, Teil des Systems sind. Dass hat nichts mit Paranoia zu tun, es ist einfach angewandte Systemtheorie und eine Übertragung von Vorgängen bei Vulkanen auf Gesellschaften.
Nur haben die Träger dieses Systems nicht mehr Einsicht als ein Vulkan, weswegen das System immer wieder "explodiert". Ohne dass sich was ändert ! Man ist da in einem Dilemma: brav mitmachen stabilisiert das System und ist spätestens dann nicht mehr möglich, wenn man da im Wortsinne Scheiße fressen und "Schokolade, fein!" rufen soll. Nicht mitmachen und ausrasten, hat sich vom Amoklauf bis zur Oktoberrevolution als ebenso systemstabilisierend erwiesen.

Wie sagte doch mein Professor angesichts des 100. Todestages von Karl Marx 1983: "Ein Weiterbestehen des Kapitalismus ist die schrecklichste Utopie, die man sich vorstellen kann. Denn der Kapitalismus braucht zu seinem Weiterbestehen immer wieder Krisen." Der menschenverachtende und faschistische Kapitalismus in Russland und China nach ihren staatssozialistischen Ausbruchsversuchen hat bewiesen, dass er mit beiden Aussagen Recht hatte. Die Massenmorde der roten Tyrannen beseitigten alte und dysfunktionale kapitalistische Eliten und ebneten den Weg für neue und ebenso kapitalistische und menschenverachtende Eliten.

Beim Vulkan ist es so, dass er so lange ausbricht, wie es unter ihm eine Magmakammer gibt. Ist die Magmakammer leer oder erkaltet, gibt es keine Vulkanausbrüche mehr und die Anwohner haben ihre Ruhe. Denkbar wäre auch, die Magmakammer zur Energiegewinnung anzuzuapfen und ihre destruktive Kraft nun konstruktiv zu nutzen.

Analoge Prozesse müssen wir beim bürgerlich-kapitalistischem System finden:

1. die "Magmakamma" leeren
Wie bringen wir die Menschen dazu, bei dem System nicht mehr mit zu machen? "Stell dir vor es ist Kapitalismus und keiner geht hin."

2. die "Magmakammer" abkühlen
Wir gehen davon aus, dass Menschen aus Prestige oder materiellen Vorteilen beim System mitspielen wollen. Wie bringen wir sie dazu, ihre Spielchen zu spielen, ohne ihre Mitmenschen und die Umwelt da reinzuzuziehen. Siehe Fußball als Ersatzhandlung für Kriege. Analoge Ersatzhandlungen müssen wir auch für die "Wirtschaft" finden. Eine eigene Währung für alle, die gern an der Börse zocken etc.

3. die "Magmakammer" für konstruktive Zwecke nutzen
Wie bringen wir die "Wirtschaft" dazu, ihr Heil nicht länger in einer Milliarde Hungernder, fünf Milliarden globales "Prekariat" und einer Milliarde gemästeter Wohlstandstrottel zu suchen? Stattdessen in sieben oder zehn Milliarden wohlhabenden und intelligeten Menschen.
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Alt 22.11.2009, 21:10   #4
Hellmann
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Zitat:
Zitat von Beverly Beitrag anzeigen
Wie bringen wir die Menschen dazu, bei dem System nicht mehr mit zu machen? "Stell dir vor es ist Kapitalismus und keiner geht hin."
Dann kommt der Kapitalismus zu Dir und bedroht Deine Existenz. Sicher muss man nicht jeden Unsinn mitmachen. Eine bürgerliche Existenz kostet viel Geld und Aufwand, aber ohne das ist man eben aus dem Spiel, besonders beruflich.

Man kann dem Kapitalismus also nur mit Konsequenzen aus dem Weg gehen.
Zitat:
Zitat von Beverly Beitrag anzeigen
Wir gehen davon aus, dass Menschen aus Prestige oder materiellen Vorteilen beim System mitspielen wollen. Wie bringen wir sie dazu, ihre Spielchen zu spielen, ohne ihre Mitmenschen und die Umwelt da reinzuzuziehen. Siehe Fußball als Ersatzhandlung für Kriege. Analoge Ersatzhandlungen müssen wir auch für die "Wirtschaft" finden. Eine eigene Währung für alle, die gern an der Börse zocken etc.
Fußball ist leider eher eine Einrichtung des Kapitals, um die Arbeiter von vernünftiger Kommunikation abzuhalten. Die könnten sich ja ohne Fußball darüber unterhalten, wie ihre Interessen besser durchzusetzen sind.

Die Mächtigen lassen sich nicht so leicht verarschen. Deren Kinder lernen ganz andere Sachen auf ihren Privatschulen und von den Vätern und Familien.
Zitat:
Zitat von Beverly Beitrag anzeigen
Wie bringen wir die "Wirtschaft" dazu, ihr Heil nicht länger in einer Milliarde Hungernder, fünf Milliarden globales "Prekariat" und einer Milliarde gemästeter Wohlstandstrottel zu suchen? Stattdessen in sieben oder zehn Milliarden wohlhabenden und intelligeten Menschen.
Die Mächtigen haben heute seit dem Club of Rome die Agenda, die Milliarden der Erdbevölkerung auf ein ganz bescheidenes Leben zu reduzieren.

Es kommt noch dazu, dass dieses bescheidene Leben keinen Spaß machen und nicht mit Ruhe und Besinnung verknüpft sein soll. Ich wäre ja auch für Öko, wenn das hieße, keinen Porsche zu fahren, keine unnötig große Villa zu bewohnen, lieber wenig zu arbeiten als viel zu verdienen, lieber interessante Bücher als irgendwelchen Klamauk und Aufwand.

Wenn die mir ein Kloster hinstellen würden mit Bibliothek und Klostergarten, würde mir eine Kutte reichen und gesundes Essen und selbstgebrautes Bier.

Machen die aber nicht.

Die wollen uns aber jeden Tag in Armut um unser Leben kämpfen lassen, weil sie nur so sicher davor sein können, dass die Mehrheit ihnen den Reichtum nicht streitig macht und wegnimmt.

Es bleibt also kein Weg, außer sich zum Kampf zu stellen. Jeder mit dem, was er kann. Wer Bücher schreiben kann, soll Bücher schreiben, andere machen Internetpräsenzen oder Geschäfte, praktische Dinge, wenn sie sich darauf verstehen.

Freiwillig werden die Herrschenden ihre Macht nicht hergeben. Das habe ich auch lange nicht begriffen. Wenn Du die von was überzeugen willst, musst Du sie erst mal in ihren Villen belagern...
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Alt 22.11.2009, 21:57   #5
Beverly
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Zitat von Hellmann Beitrag anzeigen
Dann kommt der Kapitalismus zu Dir und bedroht Deine Existenz.
Beispiele aus meinem Leben: Ärger mit dem Vermieter in München, weil mein damaliger Arbeitgeber das Gehalt nicht zahlen konnte oder wollte und ich dadurch die Miete nicht zahlen konnte.

Das Finanzamt Hameln verlangte von mir in einer Selbstständigkeit unsinnige Steuer-Vorauszahlungen. Als die Selbstständigkeit erfolglos gescheitert war, buchte die AOK trotzdem weiter fröhlich Beiträge für die freiwillige Krankenversicherung ab, obwohl ich schon längst erwerbslos gemeldet und durch das Jobcenter versichert war.

In Berlin Dauerärger mit dem Jobcenter, unseriösen "Arbeitgebern" und "Unternehmern". So habe ich es aufgegeben, in der "Siegessäule" für 5 Euro Stellengesuche zu schalten, weil da zu viele "Angebote" kamen, die keinen Job, sondern nur Ärger brachten.

Zitat:
Zitat von Hellmann Beitrag anzeigen
Man kann dem Kapitalismus also nur mit Konsequenzen aus dem Weg gehen.
Das Schlimme ist, dass nicht einmal Gewalt bzw. kriminelle Handlungen bestraft werden.
Kriminelle, die dreist genug sind, kommen im System auf kleiner und großer Ebene immer wieder durch. Das ist keine Rechtsordnung, es ist ein menschenverachtendes "Spiel". Bestraft wird man nicht für Verbrechen gegen Eigentum, Leib und Leben seiner Mitmenschen, sondern für Verletzung der "Spielregeln". Wer sich als Krimineller an die Spielregeln hält, mag zwar ab und zu eine Strafe kassieren und auch in den Knast einfahren müssen. Aber nichts hindert ihn daran, weiter zu machen, wenn er beim Spiel einen Rückschlag erlitten hat.
Am härtesten bestraft wird meines Erachtens das bloße Nicht-Mittun-Wollen oder nicht Mittun-Können. D. h. die Nichtteilnahme am Spiel. Wobei die Regeln des Spieles teils so undurchschaubar, teils so krank sind, dass der Zwang zur Teilnahme daran schlimmer ist als für den Pharao Cheops die Pyramide aufzuschichten. Wenn die Dokus darüber stimmen, dann hatten es die Arbeiter damals besser als viele Tagelöhner heute. Vielleicht ist der Pharao mit Leuten, die keine Lust auf das Pyramiden-bauen hatten, auch fairer oder zumindest ehrlicher umgegangen als die kranken Gestalten heute. Die kackfrech leugnen, wie sie ihre Mitmenschen mit ihrem kranken Spiel kaputt machen.

Zitat:
Zitat von Hellmann Beitrag anzeigen
Fußball ist leider eher eine Einrichtung des Kapitals, um die Arbeiter von vernünftiger Kommunikation abzuhalten. Die könnten sich ja ohne Fußball darüber unterhalten, wie ihre Interessen besser durchzusetzen sind.
Mit wachsender Freude verfolge ich die Einzelheiten des akuten Wettskandals im Fußball und hoffe auf viele weitere solcher Skandale. Weil die die Korruption, die Grundlage des Systems ist, eines seiner Prestigeprojekte zerfrisst. Wie war das übrigens mit dem Doping bei der Tour de Trance ?

Zitat:
Zitat von Hellmann Beitrag anzeigen
Die Mächtigen lassen sich nicht so leicht verarschen. Deren Kinder lernen ganz andere Sachen auf ihren Privatschulen und von den Vätern und Familien.

Die Mächtigen haben heute seit dem Club of Rome die Agenda, die Milliarden der Erdbevölkerung auf ein ganz bescheidenes Leben zu reduzieren.
(...)
Die wollen uns aber jeden Tag in Armut um unser Leben kämpfen lassen, weil sie nur so sicher davor sein können, dass die Mehrheit ihnen den Reichtum nicht streitig macht und wegnimmt.
Das zeigt aber, wie dumm und borniert sie sind. Jedem auch nur ansatzweise vernunftbegabten Wesen muss vor der Welt grausen, die die erschaffen. Ihre Bösartigkeit resultiert nicht einmal aus Größenwahn, sondern falscher Bescheidenheit.

Zitat:
Zitat von Hellmann Beitrag anzeigen
Es kommt noch dazu, dass dieses bescheidene Leben keinen Spaß machen und nicht mit Ruhe und Besinnung verknüpft sein soll. Ich wäre ja auch für Öko, wenn das hieße, keinen Porsche zu fahren, keine unnötig große Villa zu bewohnen, lieber wenig zu arbeiten als viel zu verdienen, lieber interessante Bücher als irgendwelchen Klamauk und Aufwand.

Wenn die mir ein Kloster hinstellen würden mit Bibliothek und Klostergarten, würde mir eine Kutte reichen und gesundes Essen und selbstgebrautes Bier.

Machen die aber nicht.
Ich schreibe gerade an einer Geschichte, in der eine Clicque "Mächtiger" einen zuvor unbewohnbaren Planeten erschließt und zu einem Lebenraum für Menschen, Tiere und Pflanzen macht. Schon das zu skizzieren, zeigt, was den realen Mächtigen fehlt: das Kreative und Schöpferische, das Visionäre und das konzeptionelle Denken. Die können nur noch abzocken und Nullsummenspiele spielen und Chaos als Selbstorganisation ausgeben. Die Leere füllen sie dann mit Lamborghinis und dergleichen mehr. Richtig geil finde ich es dann immer, wenn ihre Blödschwätzer davon reden, "die Probleme auf der Erde zu lösen" und da nur *** bei herauskommt. Im Klartext heißt das: die Erde ist der einzige Ort im unendlichem Universum, der sich bequem und ohne den Zwang zu schöpferischen Tun und konzeptionellem Denken ausplündern lässt.
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