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Umfrageergebnis anzeigen: Wie weit prägt Geschichte unser Leben?
1. für eine Generation (20 bis 40 Jahre) 0 0%
2. für ein Menschenalter (60 bis 100 Jahre) 0 0%
3. für eine Epoche - mehrere Jahrhunderte 1 33,33%
4. für die Dauer der Zivilisation - über Jahrtausende 1 33,33%
5. andere Antwort 1 33,33%
6. Geschichte ist für die Gegenwart unwichtig 0 0%
Multiple-Choice-Umfrage. Teilnehmer: 3. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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Alt 22.08.2009, 17:14   #1
Beverly
Schriftstellerin
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Registriert seit: 04.01.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 1.006
  
Frage "Vergangenheit, die nicht vergehen will" - wie lange beeinflusst Geschichte Gegenwart

Hier geht es um die Frage, weit vergangene Ereignisse und schon längst untergegangene Systeme und Gemeinwesen unser Leben in der Gegenwart prägen. Auf die Frage nach der Wirkkraft von Geschichte gibt es verschiedene Antworten:

1. Nach einer Generation ist alles vorbei!
Dieser Sichtweise zufolge zählen nur die letzten 20 bis 40 Jahre. Alles davor ist nicht mehr so wichtig und es gilt die Devise "neues Spiel, neues Glück" (oder Unglück). Schließlich machen die meisten Dinge und Menschen in einer Generation tief greifende Wandlungen durch.

2. Geschichte prägt, solange Menschen sie noch selbst erlebt haben
Alles ist wichtig, wovon heute lebende Menschen im Guten oder Schlechten geprägt worden. Also die Dinge, die in einem Menschenalter passiert sind. Bei heutiger Lebenserwartung wären demnach die letzten 60 bis 100 Jahre von großer Bedeutung.

3. Die Epoche, in der man lebt, bestimmt das Leben
Wir leben in der 1492 mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus begonnen Neuzeit. Die Bewohner Amerikas fanden dieses Datum außerordentlich prägend. Allerdings gab es beim 500jährigen Jubiläum der Entdeckung Amerikas mehr Schelte als Jubel. Weil für viele "Entdeckte" Völkermord, Versklavung und Unterdrückung begannen. Von gescheiterten Versuchen in Lateinamerika, aus sich was zu machen, ganz zu schweigen.
Dieser Sichtweise zufolge prägt Geschichte über mehrere Jahrhunderte.

4. Die Zivilisation als Ganzes prägt
Dinge wie Schrift, Seßhaftigkeit, Ackerbau, Arbeitsteilung, Austausch von Gütern ("Handel") und komplexe soziale Organisation gibt es seit ca. fünftausend Jahren, mit Früh- und Vorformen seit 10 000 Jahren. Gegenüber der Jäger- und Sammlergesellschaft markieren sie eine tiefe Zäsur. Möglicherweise hat es im Übergang von der vortechnischen Zivilisation zur technischen Zivilisation ene ebenso tiefgreifende Zäsur gegeben. Selbst wenn viele "Prototypen" der technischen Zivilisation - von geistlosen Diskursen ganz zu schweigen - gequirlter Mist sind, so hat der Quirl nun einen Elektromotor und das Ganze zählt, nicht nur seine Anfänge. Nach 5000 Jahren vortechnischer Zivilisation hat die technische Zivilisation erst begonnen und sie mag ebenso lange oder noch länger dauern.
Dieser Sichtweise zufolge prägt Geschichte übr Jahrtausende.
Beverly ist offline   Mit Zitat antworten


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Alt 22.08.2009, 17:55   #2
Hellmann
Erfahrener Benutzer
Stammuser
 
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Registriert seit: 07.08.2008
Beiträge: 1.574
  
Standard

Die Überschrift ist etwas unglücklich gewählt, weil diese Phrase die nicht enden wollen Thematisierung "der bösen Nazideutschen" in unseren noch immer von der angloamerikanischen Intelligence kontrollierten Massenmedien betrifft.

Mir geht das auch auf den Sack, was die da machen, noch über 60 Jahre später, abgesehen davon, dass es so schon immer eine falsche und verdrehte Darstellung gewesen war.

Aber diese Geschichte hört wohl erst mit dem US-Imperialismus auf und mit dessen Kontrolle über Zentraleuropa. Zu dem Zweck wird nämlich bis heute keine SPIEGEL-Ausgabe ohne Hitler und die Nazis gedruckt, um nur ein Beispiel zu nehmen:

Zitat:
Versessen nach Macht - und Malerei: Adolf Hitler hielt sich zeitlebens für einen genialen Künstler, behauptet Birgit Schwarz.
http://einestages.spiegel.de/static/...es_boesen.html

Von gerade eben bei SPIEGEL-Online und morgen und übermorgen gilt wieder das Motto: keine SPIEGEL-Ausgabe ohne Hitler und die bösen Nazideutschen.

Das ist also "die Vergangenheit, die nicht vergehen will", in diesem Fall der reine Psychoterror der Intelligence eines imperialistischen Staates im eroberten Gebiet zu dessen Sicherung und zur mentalen Zermürbung seiner eingestammten Bewohner.

Du wolltest aber sicher die wirkliche Wirkungsdauer von Geschichte thematisieren und nicht Hollywood und wozu das wieder dient.
Hellmann ist offline   Mit Zitat antworten


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Alt 23.08.2009, 00:08   #3
oloool
Dr. Annu Naki
Stammuser
 
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Registriert seit: 08.08.2008
Beiträge: 1.706
Stimmung:
  
Standard

Zitat:
Zitat von Hellmann Beitrag anzeigen
Aber diese Geschichte hört wohl erst mit dem US-Imperialismus auf und mit dessen Kontrolle über Zentraleuropa.
Passt nicht direkt zu diesem Thema:
Hellmann, ich sehe das Ursache-Wirkung-Prinzip genau umgekehrt:
Die USA als böser Tyrann und später als besiegter Tyrann...
Die USA jedoch als Kanonenfutter; die Leute haben eine "lästige" anarchische Mentalität dort,
die sind sogar viel weniger mental-doof, also "not very british"...
als man hierzulande sehr gern propagiert...

"Eine Unabhängigkeitserklärung reicht!"
"Eine Weimarer Republik reicht!"

?
__________________
Jeder Anfang ist ein [kleiner] Abschied.

Geändert von oloool (23.08.2009 um 00:12 Uhr).
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Alt 23.08.2009, 08:52   #4
Britta
beurlaubt
 
Registriert seit: 08.08.2008
Beiträge: 4.476
Stimmung:
  
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Ich habe Jahrtausende genommen.

Wir leiden heute noch unter der Sintflut.

Die Bibel wurde von den Tontafeln der alten Sumerer abgeschrieben und deren Geschichte dürfte bis in die Zeit vor der Sintflut reichen - also ca. 8000 Jahre.

Noch heute beeinflusst die Bibel die Menschen und seit 1.800 Jahren die kath. Kirche, die dieselbe Geschichte für ihre Macht benutzt und noch Jesus dazugefügt hat.
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Alt 24.08.2009, 10:49   #5
Beverly
Schriftstellerin
Stammuser
 
Benutzerbild von Beverly
 
Registriert seit: 04.01.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 1.006
  
Standard

Zitat:
Zitat von Hellmann Beitrag anzeigen
Du wolltest aber sicher die wirkliche Wirkungsdauer von Geschichte thematisieren(...)
Als das Magazin KONKRET noch links war (in den 1970er Jahren also), las ich da in einem Artikel, die Menschen würden heute noch unter Dingen leiden, die ihren Ursprung im Kaiserreich hatten. Obwohl das schon lange untergegangen ist. Um diese Fragestellung geht es mir.

Gibt es den "Neuananfang" wirklich oder ist er nur eine Illusion, weil der alte Dreck immer wieder hoch kommt und immer wieder gehätschelt wird.

Zum Komplex Nazis und Angloamerikaner: Dass der US-Imperialismus mit Nazi-Deutschland und seinen Verbündeten (Italien, Japan) in erster Linie nach imperialen Maximen und nicht den in der Propaganda vertretenen humanistischen Grundsätzen verfuhr, halte ich für sicher. Man hat dann in Deutschland und auch Japan Kader der alten Regime gehängt, um die übrigen Funktionsträger einzuschüchtern und für ihre neue Rolle als Vasallen brauch bar zu machen Nur haben diese Kader nichts Besseres als den Strick verdient. Hätte denn deine angloamerikanische "Intelligence" so leichtes Spiel gehabt, wenn in Deutschland und auch Japan nicht völlig grenzwertige und verblendete Elten an der Macht gewesen wären?
Womit wir auch bei der Vergangenheit sind, die nicht vergehen will: ich habe das Gefühl, das vom Merkel-Patriotismus in Schwarz-Rot-Geld ... pardon Gold bis zu harten Rechten da wieder jene "nationalkonservativen" Klüngel am Wirken sind, die Deutschland schon einmal gegen die Wand gefahren haben. Für deren schlimmsten Fehler halte ich es, irgendwann oligarchische Strukturen entwickelt zu haben. Hinter einer konservativen Fassade die Tyrannei reaktionärer Männerbünde, die jedes System überleben. Dass die reichsdeutsche Oligarchie dann zum Vasallen einer besser aufgestellten und erfahreneren Oligarchie der USA wird, ist nicht verwunderlich.
Schon in der Weimarer Zeit hat Lion Feuchtwanger in einem Roman einen deutschen und einen US-Amerikanischen Unternehmer miteinander verglichen. Der Deutsche sah im Kapitalismus ein fröhlich wucherndes System, das immer neue Nasen ausbildete. Der US-Amerikaner hatte den Kapitalismus als strenge Blaupause und mit mathematischer Präzision geordnet im Kopf. Der Deutsche ist dann pleite gegangen ... insofern magst du Recht haben, dass das Deutsche Reich lang ausgeklügelten Plänen der Amis und Briten zum Opfer gefallen ist. Nur waren zumindest die reichsdeutschen Eliten keine Opfer, sondern Verantwortliche für den Untergang. Opfer waren die Völker, die für die Intrigen ihrer Herrschenden in sinnlosen Kriegen verheizt wurden.
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