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Alt 18.02.2010, 21:17   #1
Sebastian Hauk
Kapitalist
Stammuser
 
Registriert seit: 15.10.2009
Beiträge: 1.040
  
Standard Spätrömische Dekadenz

Hallo,

Gab es gegen Ende des römischen Reiches so etwas wie Hartz 4 beim dem der Staat seine Einwohner so sehr unterstützt, dass sich arbeiten nicht mehr lohnt oder gibt es dafür historisch keine Belege?

Gruß

Sebastian
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Alt 18.02.2010, 21:31   #2
oloool
Dr. Annu Naki
Stammuser
 
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Registriert seit: 08.08.2008
Beiträge: 1.682
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Zitat:
Zitat von Sebastian Hauk Beitrag anzeigen
Hallo,

Gab es gegen Ende des römischen Reiches so etwas wie Hartz 4 beim dem der Staat seine Einwohner so sehr unterstützt, dass sich arbeiten nicht mehr lohnt oder gibt es dafür historisch keine Belege?

Gruß

Sebastian

Auf die Schnelle: http://eifelphilosoph.blog.de/2010/0...reich-7993137/



Arbeit zumindest, ist relativ!
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Jeder Anfang ist ein [kleiner] Abschied.

Geändert von oloool (18.02.2010 um 21:38 Uhr).
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Alt 18.02.2010, 22:53   #3
Britta
beurlaubt
 
Registriert seit: 08.08.2008
Beiträge: 4.477
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Zitat:
Zitat von Sebastian Hauk Beitrag anzeigen
Hallo,

Gab es gegen Ende des römischen Reiches so etwas wie Hartz 4 beim dem der Staat seine Einwohner so sehr unterstützt, dass sich arbeiten nicht mehr lohnt oder gibt es dafür historisch keine Belege?

Gruß

Sebastian
Gegen Ende des römischen Reiches lohnte sich arbeiten nicht mehr. Deswegen ist es ja unter gegangen.

Die Menschen arbeiteten den ganzen Tag und es reichte nur für eine dürftige Mahlzeit. Sie wohnten in kleinen Bruchbuden ohne Küche, die noch dazu immer mal wieder einstürzten.

Sowas wie HartzIV gab es nicht. Hätte es das gegeben, hätte sich der Untergang des römischen Reiches vielleicht ein paar Jahre hinausgezögert.
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Alt 19.02.2010, 09:24   #4
Beverly
Schriftstellerin
Stammuser
 
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Registriert seit: 04.01.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 995
  
Standard

Zitat:
Zitat von Sebastian Hauk Beitrag anzeigen
Hallo,

Gab es gegen Ende des römischen Reiches so etwas wie Hartz 4 beim dem der Staat seine Einwohner so sehr unterstützt, dass sich arbeiten nicht mehr lohnt oder gibt es dafür historisch keine Belege?

Gruß

Sebastian
Hallo Sebastian,

bei Hartz IV muss man mit 359 Euro plus Warmmiete auskommen. Das ergibt so Einkommen zwischen 600 und 725 Euro im Monat. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel !
Schon dieser kärgliche Satz zwingt die Menschen dazu, wenigstens nebenbei zu arbeiten, um das Einkommen etwas aufzubessern. Jedoch gibt es nur selten 1-Euo oder 400-Euro-Jobs, wo das auch sinnvoll ist. Viele 1-Euro-Jobs sind Verarschung bzw. durch sie werden Vollzeitstellen auf dem ersten Arbeitsmarkt vernichtet.

Nebenjobs zu Hartz IV sind selten bzw. oft nicht so wie sie sein sollen. Ich habe trotzdem als Webentwicklerin einen guten Nebenjob, werde zum "Dank" dafür aber vom Jobcenter nur schikaniert.

Ganz ohne Hartz IV zu leben, würde sich IMHO je nach sonstiger Lebenssituation so ab 600 bis 900 Euro Monatseinkommen lohnen. Wer geringe Mietkosten hätte, weil er oder sie in Familie bzw. WG lebt, käme schon mit einem Teilzeitjob und 600 Euro knapp über die Runden. Wer allein stehend ist und Miete zahlen muss, braucht wenigstens 900, besser 1000 Euro.
Aber solche Tätigkeiten gibt es nicht - mir haben die Brüder zweimal eine Vollzeitstelle für 700 Euro (!) angeboten. In einem anderen Forum, eher konservativ bis rechts ausgerichtet, haben in einer Umfrage 3/4 der Befragten erklärt, dass sie dafür nicht arbeiten würden.
Die FDP sorgt selbst mit der Ablehnung eines Mindeslohns dafür, dass sich Arbeiten nicht mehr lohnt. Im Fernseh-Kabarett kam dazu gestern: "Es gibt nicht nur das leistungslose Wohlleben, sondern auch die schwer erarbeitete Armut!" Das trifft den Nagel auf den Kopf !
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Alt 19.02.2010, 09:46   #5
Beverly
Schriftstellerin
Stammuser
 
Benutzerbild von Beverly
 
Registriert seit: 04.01.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 995
  
Daumen runter Berliner Treberhilfe hat Maserati als Dienstwagen

Hier ein wirkliches Beispiel für eine Dekadenz, von der sie im alten Rom wohl nur träumen konnten:

Zitat:
Treberhilfe mit Maserati: «absolut seriös»

Berlin/Schwerin - Die soziale Hilfsorganisation «Treberhilfe Berlin» ist unter Druck geraten, weil sie einen Maserati mit zwei Chauffeuren als Dienstwagen genutzt haben soll. Geschäftsführer Harald Ehlert verteidigte sich am Donnerstagabend. «Wir arbeiten unkonventionell und absolut seriös», sagte er in Berlin. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der auf die gemeinnützige Gesellschaft zugelassene Luxuswagen im vergangenen Juni im Müritzkreis in Mecklenburg-Vorpommern geblitzt worden war. Der Maserati sei ein adäquates Auto für einen Wirtschaftsmenschen, da die Treberhilfe auch ein Investor sei, sagte Ehlert.
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-...a_23934482.php
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Alt 19.02.2010, 10:10   #6
oloool
Dr. Annu Naki
Stammuser
 
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Registriert seit: 08.08.2008
Beiträge: 1.682
Stimmung:
  
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Hier hat die Legislative gepfuscht – oder war es Absicht?

Man kann nicht ernsthaft ein Existenzminimum erfüllen wollen ohne Mindestlöhne festzulegen. Das ist gesetzliche Misswirtschaft.

Ein-Euro-Jobs bzw. diese Schmarotzer-Niedriglohnwirtschaft, die sich nun
in logischer Konsequenz herausgebildet hat, bringt kein Geld zurück in die Staatskasse. Wenn jetzt unter Androhung von Sanktionen gegenüber Sozialgeldempfängern weiter der Niedriglohnsektor subventioniert wird, ruiniert man planmäßig gesetzlich die Wirtschaft.

Man muss sich fragen, warum das passiert.

In der biblischen Geschichte findet sich dazu eine schöne Metapher,
bedauerlich, dass sie von den Bibelgläubigen unverstanden bleibt: "Der Turmbau zu Babel" ist ein Symbol für die aufstrebende Zivilisation, dem Wahnsinn geweiht "gottgleich" zu werden durch größtmöglich soziale Kontraste, durch ein immer höher konstruiertes Machtgefüge entlehnt sich die Gemeinschaft dem Göttlichen: Dem Kreislauf.

Deshalb ist Gott "wütend" und crasht die penetrierende Zivilisation. Das ist ein Prozess, der zuverlässig immer wieder passiert: Bis der Mensch dann doch mal soweit ist, die "Gebote" tatsächlich zu kapieren.

__________________
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Alt 21.02.2010, 12:45   #7
Britta
beurlaubt
 
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Beiträge: 4.477
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Zitat:
Zitat von oloool Beitrag anzeigen
In der biblischen Geschichte findet sich dazu eine schöne Metapher,
bedauerlich, dass sie von den Bibelgläubigen unverstanden bleibt: "Der Turmbau zu Babel" ist ein Symbol für die aufstrebende Zivilisation, dem Wahnsinn geweiht "gottgleich" zu werden durch größtmöglich soziale Kontraste, durch ein immer höher konstruiertes Machtgefüge entlehnt sich die Gemeinschaft dem Göttlichen: Dem Kreislauf.

Deshalb ist Gott "wütend" und crasht die penetrierende Zivilisation. Das ist ein Prozess, der zuverlässig immer wieder passiert: Bis der Mensch dann doch mal soweit ist, die "Gebote" tatsächlich zu kapieren.

Den Turmbau zu Babel sehe ich etwas anders. Da bestand die Gefahr, dass sich alle Bauarbeiter einig sind und sowas wie eine Gewerkschaft gegründet hatten. Somit musste die Sprache verwirrt werden - was Zwietracht sähen bedeutet. Nur wenn sich alle einig sind, läßt sich was ausrichten. Das 'gottgleich' würde ich dann eher als gleichberechtigt gegenüber den Herrschern sehen.

Die heutigen unterbezahlten Bauarbeiter verscherbeln halt das Baumaterial statt es zu verarbeiten. Da stürzt bestimmt noch mehr ein - nicht nur in Köln.
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dekadenz, spätrömische

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