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Alt 19.04.2009, 12:05   #11
Hellmann
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Zitat:
Zitat von Beverly Beitrag anzeigen
Mehr dazu hier auf Wikipedia. Wobei da Einführung und Abschaffung der Banknoten im alten China auch die Probleme zeigen:...
Ja, das Papiergeld vertrug sich vor allem schlecht mit dem Absolutismus, weil die Fürsten halt durch das Papiergeld ihre Ausgaben finanziert haben, was dann dem Papiergeld alles Vertrauen entzog.

Nur die Bürger waren dazu in der Lage, mit dem Papiergeld gleichzeitig die Wirtschaftskrisen zu erfinden, durch die regelmäßig die Inflation gebrochen wurde.

Der Autokrat konnte zwar zunächst die Inflation mit seinem Papiergeld schaffen, dann aber auch noch eine Wirtschaftskrise anzuordnen, um die Inflation zu bekämpfen, dazu fehlte dem Fürsten wohl schon das Vorstellungsvermögen.

Zu sowas sind nur die braven Bürger fähig.
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Alt 19.04.2009, 13:18   #12
oloool
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Zitat:
Zitat von Hellmann Beitrag anzeigen

Zu sowas sind nur die braven Bürger fähig.


Und die braven Bürger lassen sich so leicht verführen...
Irgendjemand nannte es mal "Die Lust am totalen Ausnahmezustand".

Und so hat sich ein vielfältiger Markt der
Endgame-Hysterie herausgebildet...


PS: Interessanter Artikel, Hellmann!
__________________
Jeder Anfang ist ein [kleiner] Abschied.
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Alt 19.04.2009, 17:34   #13
wafi
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hier ne, finde ich, interessante Diskussion zum Geld, leider nur als Audidatei, aber find ich spannend. http://sendungsarchiv.o94.at/get.php?id=094pr3360

axo ... stammt vom Anarchokongreß in Berlin
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Alt 19.04.2009, 19:15   #14
Hellmann
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Zitat:
Zitat von wafi Beitrag anzeigen
axo ... stammt vom Anarchokongreß in Berlin
Der scheint ja voll von den MSZ-lern beherrscht worden zu sein.

Die kenne ich schon aus München in den 70er Jahren. Die haben sich wenig verändert und wollen den Leuten immer erklären, dass Kapitalismus scheiße ist, weil die von der MSZ meinen, das wüssten die Leute noch nicht.

Leider gehen dabei alle Vorschläge und Ideen zu Verbesserungen unter.

PS.: Zum Schluss fragt da einer die Diskussionsleiterin, ob sie das für anarchistische Positionen hält, was sie vertreten hat.

Geändert von Hellmann (19.04.2009 um 19:27 Uhr). Grund: PS ergänzt.
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Alt 19.04.2009, 20:34   #15
wafi
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der Kommentar war doch am genialsten Hellmann

Soll ja auch nicht heißen, daß ich das alles in Ordnung finde, was die so erzählt haben, aber bringt eben noch nen paar Ansatzpunkte zum Thema Geld ansich.

Gruß
Peter
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Alt 20.04.2009, 09:29   #16
wafi
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hm Hellmann,

hab`s mir gestern Abend nochmal angehört. Ne, also irgendwie seh ich nicht, daß der Vortragende unbedingter Marxist sei, im Gegenteil, irgendwie finde ich keine passende Schublade.
Btw. von beherrscht kann übrigends eh keine Rede sein, weil konnte man nicht beherrschen. Ansatz war ganz einfach, wenn jemand ne Diskussion zu irgend einem Thema machen wollte, hat er/sie die einfach im Vorfeld angemeldet und wer als Zuhörer/Mitdiskutant kam oder nicht kam, war eben Sache des Publikums. Also soviel Anarchismus muß schon sein

Gruß
Peter
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Alt 20.04.2009, 12:38   #17
Hellmann
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Zitat:
Zitat von wafi Beitrag anzeigen
Ne, also irgendwie seh ich nicht, daß der Vortragende unbedingter Marxist sei, im Gegenteil, irgendwie finde ich keine passende Schublade.
Vermutlich habe ich da mehr Erfahrung mit den MSZ-lern aus München während meiner Studentenzeit. Der Vortragende hat sich auch gleich am Anfang als "Sympathisant des Gegenstandpunkt-Verlags" vorgestellt. Das sind die hier:

http://www.gegenstandpunkt.com/

Ganz unten findest Du auf dieser Website den Verweis auf die MSZ, das war ursprünglich die "Marxistische-Studenten-Zeitung" in München von dieser Gruppe.

Der Vortragende hätte sich allerdings die Vorstellung auch sparen können, weil ich die Denk- und Argumentationsweise von denen auch so erkenne.

Eindeutiger noch als bei dem Vortragenden war das bei der Diskussionsleiterin zu merken. Dass die zur MSZ-Gruppe gehört, war nun wirklich nicht zu überhören.

Damit waren also der Vortrag und die Diskussionsleitung von denen beherrscht.

Typischer MSZ-Standpunkt ist zum Beispiel, nicht über irgendwelche Ideen diskutieren zu wollen, sondern die bestehenden Verhältnisse zu kritisieren. Das ist natürlich völlig fruchtlos, blos immer darum zu kreisen, wie schlimm der Kapitalismus ist, und dann jede Diskussion über Änderungen und Verbesserungen und durchsetzbare Alternativen zu verweigern.

Das ist aber Strategie: "Alles, was nicht gleich die Weltrevolution ist, ist Systemstabilisierung!"

Das Abwimmeln aller alternativen Ideen hat die Gute in der Diskussion zielstrebig immer wieder eingebracht und ist dabei von mehreren andern unterstützt worden.

Wenn Du es mal wieder mit irgendwelchen komischen Leuten auf einem Anarchistenkongress zu tun kriegst, dann weißt Du ja jetzt, an wen Du Dich wenden kannst.

Die MSZ-ler sind übrigens weit verbreitet:

http://www.gegenstandpunkt.com/jourfixe/jourfixe.htm

Sie schaden den Herrschenden ja auch nicht, weil sie nur kritisieren, um zu kritisieren, und so ganz Marxens Kritik der kritischen Kritik verfallen sind.
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Alt 20.04.2009, 12:58   #18
Hellmann
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Noch ne Ergänzung, wafi, nimms mir nicht übel:

Der Vortragende hat übrigens mehrmals in seinem Vortrag zu Silvio Gesell die Kurve gekratzt, wo man sonst gewohnt ist, dass es jetzt im nächsten Satz wieder mit dem Antisemidingens losgeht und mit der angeblichen Blut und Boden Ideologie der Freiwirte. Da hat der dann spürbar den Punkt übersprungen, den er vor anderem Publikum sicher breit ausgeführt hätte. Da habe ich beim Vortrag das Umblättern im Skript sozusagen mitgekriegt.

Es war auch wiederholt die Rede davon, dass bei Gesell angeblich das Motto "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" eine Grundidee wäre. Das dann ausgerechnet im Zusammenhang mit den Zinseinkünften.

Ich komme natürlich aus der Geld- und Zinsdiskussion. Daher fällt mir das alles sicher viel stärker auf.

Grüße

Wolfgang
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Alt 20.04.2009, 23:06   #19
wafi
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hm Hellmann

das ist sicherlich nen großer Knackpunkt ... das mit dem wer nichts tut, soll auch nichts haben ... ist mir bei Gesell nicht unter gekommen, soweit ich das sehe hat ihn die Frage überhaupt nicht interessiert. Das aber nur mal so nebenbei. Entscheidend ist, daß diese Frage tatsächlich u.a. nen Knackpunkt der alten Anarchos zu Marxisten war ... Für die Marxisten ist das ne wesentliche Forderung ... Kropotkin sieht das anders: "Jeder nach seinen Fähigkeiten - jedem nach seinen Bedürfnissen" und weiter "Eine zukünftige Gesellschaft muß die Idee des Entlohnens der Arbeit aufgeben. Es bleibt nur eins: Die Bedürfnisse über die Leistungen zu stellen."

Gruß
Peter
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