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Alt 28.07.2010, 14:10   #1
Freiheitsliebe
Neuling
 
Registriert seit: 04.07.2010
Beiträge: 5
  
Blogbeitrag Wikileaks und die geheimen Dokumente aus Afghanistan

Auf der Seite wikileaks.com, die von sich selber behauptet Ungereimtheiten, sowie unmoralisches Verhalten innerhalb von Regierungen und Unternehmen aufdecken zu wollen, wurden nun 90.000 Dokumente veröffentlicht, die sich mit dem Krieg in Afghanistan beschäftigen. Diese wurden in Zusammenarbeit mit dem Spiegel, dem Guardian und der New York Times ausgewertet.



Ursprung unbekannt

Woher die teilweise als geheim klassifizierten Dokumente stammen ist nicht geklärt, jedoch werden dafür verschiedenste Theorien ins Feld geführt.
So lautet dabei eine Theorie, dass die Daten von einem Insider innerhalb des amerikanischen Militärs an Wikileaks übersandt worden sind. Aufgrund der Berichte, in denen sich meistens Militärangehörige niedrigeren Ranges äußern, geht man davon aus, dass auf die Daten eine immense Masse von Leuten Zugriff hatten. Zwar seien viele der Berichte als „geheim“ eingestuft oder andere als „nicht übersendbar“ an die afghanische Regierung, aber sie enthalten keine Berichte von Geheimdiensten oder ähnlichem.
Eine andere Theorie behauptet, dass die Daten gezielt von einem Geheimdienst in Umlauf gebracht worden sind, um beteiligte in schlechtes Licht zurücken. Diese These wird aber als genau so unwahrscheinlich eingestuft, wie die, dass die Daten bei dem „Angriff“ eines Hackers ans Tageslicht gekommen seien.
Die bis dato wahrscheinlichste Begründung für das Auftauchen der Daten ist schlichtweg Schusseligkeit. Wie schon einige Fälle vorher zeigten, passiert es öfters, dass Regierungsmitarbeiter Datenträger, die brisante Informationen enthalten, verlieren oder einfach vergessen. Die andere Variante der Schusseligkeit ist die, dass frustrierte Mitarbeiter oftmals Sachen am Arbeitsplatz klauen. So bestätigt eine Statistik, dass von Mitarbeitern der amerikanischen Regierung innerhalb der letzten vier Jahre fast 200 Datenträger sowie 800 Laptops am Arbeitsplatz entwendet wurden. Diese fanden sich später auf EBay oder ähnlichen Seiten wieder.

Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA

Nach Aussage von Barak Obamas nationalem Sicherheitsberater James Jones handele es sich bei der Veröffentlichung der Daten um eine „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ und die Daten gefährden „das Leben von Amerikanern und deren Verbündeten“. Nach Jones Ansicht sei die Veröffentlichung „unverantwortlich“ gewesen.
Obama hingegen ließ in seiner ersten Pressemitteilung zu der Thematik verkünden, dass es sich bei den Daten aus dem Zeitraum von 2004 bis 2009 um keine neuen Erkenntnisse handele. Die Daten zeigen viel mehr die Gründe aus denen die Afghanistan-Politik der USA sich verändert habe. Geoff Morell, Sprecher des Pentagons, verkündete, dass die schiere Menge der Daten viel beunruhigender seien und die USA bemüht sei das Leck innerhalb der eigenen Reihen zu finden.

Berichte direkt von der Front


Die Auswertung der Daten liefert einen kleinen Einblick in das tatsächliche Geschehen in Afghanistan. Es sind Berichte von Soldaten über Einsätze, Meldungen von Offizieren über mögliche Anschläge oder aufgezeichnete Telefonate bzw. Gespräche mit lokalen Politikern.
Doch die berichte offenbaren noch anderes. So verbirgt sich hinter der kurzen Notiz:“42 LN killed, 1 INS killed, 147 LN wounded, several buildings damaged, NFI“. Die Angabe, dass 42 afghanische Personen und ein Aufständischer getötet wurden. Ebenfalls wurden beim Einsatz 147 Personen „local nationality“, also Einheimische, verwundet und mehrere Gebäude beschädigt. Die Notiz endet mit „NFI“. No further information. Keine weiteren Informationen.
Andere Berichte zeigen, dass die Kampfhandlungen im nördlichen Teil des Landes stetig ansteigen. Der Teil des Landes indem deutsche Truppen stationiert sind.
Noch nie gab es ein so direktes Fenster in einen Krieg. Nie erhielt man mehr Einblick in den Ablauf, die Strategien und die Motive eines Krieges. Am Ende bleibt nur die Frage, was man nun mit diesen Daten anfangen wird. Wie werden Regierungen reagieren? Wird sich irgendwas an der Politik im Bezug auf Afghanistan ändern? Werden deutsche Truppen, nachdem die Niederländischen sich zurück ziehen, auch abgezogen werden?

Der Bericht ist euch was Wert:



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Alt 28.07.2010, 21:02   #2
Britta
beurlaubt
 
Registriert seit: 08.08.2008
Beiträge: 4.477
Stimmung:
  
Standard

Zitat:
Zitat von Freiheitsliebe Beitrag anzeigen
Auf der Seite wikileaks.com, die von sich selber behauptet Ungereimtheiten, sowie unmoralisches Verhalten innerhalb von Regierungen und Unternehmen aufdecken zu wollen, wurden nun 90.000 Dokumente veröffentlicht, die sich mit dem Krieg in Afghanistan beschäftigen. Diese wurden in Zusammenarbeit mit dem Spiegel, dem Guardian und der New York Times ausgewertet.
Die Dokumente sind für jedermann auf der Wikileaks-Seite einzusehen. Wer english kann, kann sich selbst überzeugen.
http://wikileaks.org/wiki/Afghan_War_Diary,_2004-2010
Der Betreiber von Wikileaks ist untergetaucht. Wäre ich an seiner Stelle auch, hat er doch mächtige Feinde.

Der US-Soldat, der das Hubschrauber-Video weitergegeben hat, auf dem zu sehen ist wie u.a. 2 Journalisten getötet werden, sitzt in Kuwait wegen Geheimnisverrates in Haft.

Zitat:
Zitat von Freiheitsliebe Beitrag anzeigen
Ursprung unbekannt

Woher die teilweise als geheim klassifizierten Dokumente stammen ist nicht geklärt, jedoch werden dafür verschiedenste Theorien ins Feld geführt.
So lautet dabei eine Theorie, dass die Daten von einem Insider innerhalb des amerikanischen Militärs an Wikileaks übersandt worden sind.
Da dies nun nicht der erste Fall von Veröffentlichung klassifizierter Dokumente ist, ist das ein Zeichen dafür, dass innerhalb des Imperiums der Funke der Revolution entbrannt ist. Da haben einige Leute einfach fertig mit den Lügenkriegen für die Profite von Großkonzernen.

Amerikaner sind Patrioten. Sie kämpfen für ihr Land und nicht für die Geschäfte.

Die große Zahl an psychisch gestörten Kriegsheimkehrern lies bisher nur ahnen, was da vor sich geht. Nun haben wir durch diese Dokumente die Beweise.
Zitat:
Zitat von Freiheitsliebe Beitrag anzeigen
Aufgrund der Berichte, in denen sich meistens Militärangehörige niedrigeren Ranges äußern, geht man davon aus, dass auf die Daten eine immense Masse von Leuten Zugriff hatten.
Dass das so viele waren, glaube ich noch nicht mal.
Zitat:
Zitat von Freiheitsliebe Beitrag anzeigen
Zwar seien viele der Berichte als „geheim“ eingestuft oder andere als „nicht übersendbar“ an die afghanische Regierung, aber sie enthalten keine Berichte von Geheimdiensten oder ähnlichem.
Eine andere Theorie behauptet, dass die Daten gezielt von einem Geheimdienst in Umlauf gebracht worden sind, um beteiligte in schlechtes Licht zurücken. Diese These wird aber als genau so unwahrscheinlich eingestuft, wie die, dass die Daten bei dem „Angriff“ eines Hackers ans Tageslicht gekommen seien.
Was die Daten enthalten kann jeder selbst einsehen. Es muß sich keiner von der Mainstream-Presse was vormachen lassen.
Zitat:
Zitat von Freiheitsliebe Beitrag anzeigen
Die bis dato wahrscheinlichste Begründung für das Auftauchen der Daten ist schlichtweg Schusseligkeit.
Nein, mit Sicherheit nicht. Die Daten wurden Wikileaks zugespielt und sie sind peinlich für die US-Regierung und das Militär.

Washington hat große Angst, dass Wikileaks auch noch geheime Dokumente erhalten haben könnte, wie etwa Kopien des Schriftverkehrs zwischen US-Botschaften und Anderen, wo es um Waffengeschäfte, Handelsbeziehungen oder gar abfälligen Meinungen über die Regierungen anderer Länder geht.

Zitat:
Zitat von Freiheitsliebe Beitrag anzeigen
Wie schon einige Fälle vorher zeigten, passiert es öfters, dass Regierungsmitarbeiter Datenträger, die brisante Informationen enthalten, verlieren oder einfach vergessen. Die andere Variante der Schusseligkeit ist die, dass frustrierte Mitarbeiter oftmals Sachen am Arbeitsplatz klauen. So bestätigt eine Statistik, dass von Mitarbeitern der amerikanischen Regierung innerhalb der letzten vier Jahre fast 200 Datenträger sowie 800 Laptops am Arbeitsplatz entwendet wurden. Diese fanden sich später auf EBay oder ähnlichen Seiten wieder.
Das ist jedenfalls nicht der Fall. Klar dass hier gerne falsche Spuren gelegt werden. Einen Artikel habe ich gelesen, wo sogar behauptet wird die US-Regierung habe die Sache mit den russischen Spionen nur inszeniert um von den veröffentlichten Dokumenten abzulenken.

Zitat:
Zitat von Freiheitsliebe Beitrag anzeigen
Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA

Nach Aussage von Barak Obamas nationalem Sicherheitsberater James Jones handele es sich bei der Veröffentlichung der Daten um eine „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ und die Daten gefährden „das Leben von Amerikanern und deren Verbündeten“. Nach Jones Ansicht sei die Veröffentlichung „unverantwortlich“ gewesen.
Sie zeigt jedenfalls, dass es innerhalb des Militärs und des Verwaltungsapparates inzwischen genug Unzufriedene gibt, die die Lügen und das imperiale Gehabe, bei dem überwiegend unschuldige Zivilisten ihr Leben verlieren, nicht mehr mittragen und mitverantworten wollen.

Es ist ein Anzeichen für den Zusammenbruch des mächtigsten Militärapparates der Welt, der sich nur noch mit Hilfe von chinesischen Krediten finanziert - und China weiß dass, sobald sie den USA keine Kredite mehr geben, die Tage der einzig verbliebenen Supermacht gezählt sind und China als neue Supermacht am Horizont aufsteigen wird.

Zitat:
Zitat von Freiheitsliebe Beitrag anzeigen
Obama hingegen ließ in seiner ersten Pressemitteilung zu der Thematik verkünden, dass es sich bei den Daten aus dem Zeitraum von 2004 bis 2009 um keine neuen Erkenntnisse handele.
Klar, für Obama sind das keine neuen Erkenntnisse. Er kennt ja die Dokumente schon länger.
Zitat:
Zitat von Freiheitsliebe Beitrag anzeigen
Geoff Morell, Sprecher des Pentagons, verkündete, dass die schiere Menge der Daten viel beunruhigender seien und die USA bemüht sei das Leck innerhalb der eigenen Reihen zu finden.
Das kann ich mir denken.

Aber es werden sich weitere Lecks auftun.
Zitat:
Zitat von Freiheitsliebe Beitrag anzeigen

Berichte direkt von der Front


Die Auswertung der Daten liefert einen kleinen Einblick in das tatsächliche Geschehen in Afghanistan. Es sind Berichte von Soldaten über Einsätze, Meldungen von Offizieren über mögliche Anschläge oder aufgezeichnete Telefonate bzw. Gespräche mit lokalen Politikern.
Doch die berichte offenbaren noch anderes. So verbirgt sich hinter der kurzen Notiz:“42 LN killed, 1 INS killed, 147 LN wounded, several buildings damaged, NFI“. Die Angabe, dass 42 afghanische Personen und ein Aufständischer getötet wurden. Ebenfalls wurden beim Einsatz 147 Personen „local nationality“, also Einheimische, verwundet und mehrere Gebäude beschädigt. Die Notiz endet mit „NFI“. No further information. Keine weiteren Informationen.
Andere Berichte zeigen, dass die Kampfhandlungen im nördlichen Teil des Landes stetig ansteigen. Der Teil des Landes indem deutsche Truppen stationiert sind.
Noch nie gab es ein so direktes Fenster in einen Krieg. Nie erhielt man mehr Einblick in den Ablauf, die Strategien und die Motive eines Krieges. Am Ende bleibt nur die Frage, was man nun mit diesen Daten anfangen wird. Wie werden Regierungen reagieren? Wird sich irgendwas an der Politik im Bezug auf Afghanistan ändern? Werden deutsche Truppen, nachdem die Niederländischen sich zurück ziehen, auch abgezogen werden?
Dieser Krieg ist ein einziges Verbrechen und die Bundeswehr ist daran beteiligt. Die Konsequenz kann eigentlich nur sein: Bundeswehr raus aus Afghanistan.

Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen, schonmal weil die USA pleite sind und sich Kriege nicht mehr leisten können.

US-Banken haben sich schon längst in China ihr Geschäft gesichert und ihre Schäfchen ins Trockene gebracht. Nur noch ein bischen Zeit und China stellt die Kreditvergabe an die USA ein. Die haben dann kein Geld mehr für Kriege.

Geändert von Britta (30.07.2010 um 09:14 Uhr).
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Stichworte
afghanistan, dokumente, geheimen, wikileaks

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