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Alt 20.08.2010, 08:01   #1
Der Neandertaler
beurlaubt
 
Registriert seit: 24.07.2010
Beiträge: 73
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Standard kleine Gefahr * große Angst * eine kostenlose Untersuchung

"Polizeinotruf. Guten Tag."
"Hier Polizeiobermeister Huber von der Bahnpolizei."
(ah, eine weibliche Stimme, wie angenehm. Und ich muß Außendienst machen.
Das Leben könnt so schön sein. Jetzt auf einer einsamen Insel, linke Hand einen kühlen Drink, und ...)
"Hallooo!?! Ja, Kollege, was ist los?"
"Ja, ja ...!
Wir sind am S-Bahnhof. Ein Reisender hat in einem Wagon eine Dose und etwas verstreutes weißes Pulver gefunden. Mehrere andere Reisende klagen über Halsschmerzen, ein Brennen in der Lunge sowie über Brechreiz. Wir haben den Bereich erstmal abgesperrt.
Schickt uns Hilfe!"

"OK!
Weiträumig absperren. Notarzt und Feuerwehr ist unterwegs."

Mehrere Beamte kommen und sperren das Bahngleis ab. Notarzt sowie ein Mannschaftswagen der Feuerwehr trifft ein. Ein Feuerwehrmann der Gefahrgutabteilung begibt sich in voller ABC-Schutzkleidung in den betreffenden Wagon.
Kurze Zeit später erkundigt sich eine junge Frau mit Kinderwagen bei einem der umstehenden Polizisten nach dem Grund der Absperrung.
"Sie können jetzt hier nicht weiter, junge Frau."
"Ich muß aber dort hinein. Ich habe dort mein Kind gefüttert und nun die Dose mit der Babynahrung vergessen."
>>> kein Witz! Dies ist wirklich geschehen: S-Bahnhof Dortmund <<<
Mal abgesehen davon, daß Polizei und Feuerwehr in solch einem Fall reagieren müssen, (täten sie es nicht und es würde was passieren? ... nicht auszumalen.), trotzdem stellt sich die Frage:
Wollten die Reisenden nur eine kostenlose Untersuchung?
quasi als neuestem Service der Bahn:
'ich hab so 'nen Hals, guck mal!'
Aber eine viel wichtigere, eine viel entscheidendere Frage stellt sich. Eine Frage, die unser weiteres Leben durchaus entscheidend beeinflußen kann:
Droht die Gefahr von anderer Seite?
(... wegen träumen, einsamer Insel und so. ... und ... bums!, Unfall. Nun kommt die Nachsorge...)
1997 verbaten japanische Eltern ihren Kindern den Konsum einer neuen Trickfilmserie mit den überaus nervigen Taschenmonstern: Pokémon. Sie suchten mit ihren Sprößlingen schnell einen Arzt auf.
Sie befürchteten, ein Konsum der Filme könnte bei ihren Kindern epileptische Anfälle auslösen?
Filme mit schnellen Lichtreflexen können - bei entsprechender Veranlagung - durchaus Anfälle auslösen, richtig. Eine Nachuntersuchung hat allerdings ergeben, daß bei Kindern, die diese Serie gesehen haben, daß bei diesen weniger epileptische Anfälle auftraten, als im Durchschnitt der Bevölkerung.
Angst also doch negativ? oder war es Vorsicht?
Daß Einige ein recht seltsames Verhältnis zu Tieren haben, ist bekannt. Da wir auch einige geneigte Leser mit Migrationshintergrund haben:
(Migrationshintergrund? schreckliches Wort. Nur weil sie drei Generationen vorher aus Italien stammten? Sie sind Deutsche. Wäre etwa so, als wenn ich jemandem sagen würde:
'Deine Vorfahren stammen vom Affen ab.'
'Deine vom Fisch, Du hast Schuppen.'
'Schau Dich an, Pfui, Du stammst vom Schwein ab. (... armes Tier)')

Einige Länder verehren zum Teil Tiere, vor denen wir uns fürchten. Zum Beispiel hat man in Süditalien einen Tanz nach einem Tier benannt:
Tarantella.
(Der tanzt, als wäre er von der Tarantel gestochen!)
Deshalb die Frage:
Ist Angst von der Nationalität abhängig?
In Mexiko husten ein paar Schweine, und wir fürchten uns vor der Schweinegrippe. Politiker, die sich kein "Nichtstun" vorwerfen lassen wollen, bestellen rasch einige Millionen Seren. Aber nix da, niemand läßt sich impfen, aber auch keine Schweinegrippe.
(die Schweine wollten wohl auch nur 'ne kostenlose Untersuchung)
Damals, die Älteren werden sich noch erinnern, konnte man nicht gefahrlos die nächste Lichtung queren. Man mußte immer mit einem Angriff eines Säbelzahntigers rechnen. Zu dieser Zeit war Angst also Überleben. Aber heute?
Werden unsere Phobien immer größer, im Gegensatz zu den Tieren ... zu den Gefahren, vor denen wir uns fürchten?
Je kleiner die Gefahr - bis hin zum Unsichtbaren - desto größer die Angst?!?
Wir werden von Generation zu Generation immer größer, ist statistisch bewiesen, aber ... auch die Dinosaurier waren groß, sie sind ausgestorben. Überlebt haben die Kleineren: Viren, Bakterien, und ... und unsere Ängste davor.
Keine Angst vor großen Tieren!
(Dieser Satz fällt mir ein, den meine Mutter immer zu mir sagte, obwohl ich fast sicher bin, daß sie es anders meinte.
Mittlerweile habe ich nämlich eine Aversion gegenüber dem Wackeldackel auf der Hutablage im Auto meines Nachbarn.)

1999 klagten in Belgien dutzende Jugendliche über Übelkeit und Erbrechen, sie führten dies auf den Genuß von Coca-Cola zurück. In der Tat:
sie hatte einen etwas sonderbaren Geschmack, sie war allerdings nicht schädlicher als andere Brause dieser Sorte. Lediglich die Imprägnierung - äußerlich, der Aufdruck - war etwas stärker ausgeprägt; ein anderer, aber völlig harmloser Stoff. Kurz vorher wurde dort allerdings von Skandalen über Tiermittelvergiftung mit Dioxin berichtet.
Also Angst nur Einbildung?
Eine Massenhysterie?
Kann Angst nicht auch lähmen?
Angst durch zu viel Sicherheit?
Man(n), oh Man(n), Fragen über Fragen, das Leben könnt' so schön sein.
(einsame Insel, kühlen Drink, und ..., und stattdessen ...?
Warum mußten die Neanderthaler bloß aussterben???
)

Geändert von Der Neandertaler (20.08.2010 um 08:03 Uhr).
Der Neandertaler ist offline   Mit Zitat antworten


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Alt 20.08.2010, 10:57   #2
jovi
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Registriert seit: 05.09.2009
Beiträge: 478
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die neandertahler mussten früh raus und manchmal rennt das leckerli schneller als einer selbst. so lederkleidung ohne eine nähmaschine zu erstellen ist auch nicht ohne.

da wäre ich lieber als hund gebohren worden, wäre da nicht das "stöckchenhohlen".
jovi ist offline   Mit Zitat antworten


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Alt 21.08.2010, 10:48   #3
Der Neandertaler
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Registriert seit: 24.07.2010
Beiträge: 73
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Gut, die Neanderthaler hatten's nicht leicht (es gab keine Wecker), aber ...
Die Welt war recht einfach gestrickt, schwarz/weiß (in Farbe wurden Heimatfilme erst später erfunden) auch da es recht wenig von den nervigen Monstern gab. Andererseits:
Wann traf man mal auf andere Mit-Neanderthaler, mit denen man Erlebtes austauschen konnte?
(Jagderfolge und so)
Zumindest waren aber die Gefahren, vor denen man sich fürchten, vor denen man sich in Acht nehmen mußte, recht gut sichtbar, weil groß.
(Mammut, Säbelzahntieger, etc.)
Nach dem Motto:
Ich hier - Du Schnitzel
(Feuer hatte man ja schon - drehen mußte man selbst ... den Spieß)
So ging man zur Jagd!

Kompliziert wurde es erst als der Homo-Sapiens, der moderne Mensch auf der Bildfläche erschien. Mit ihm kamen auch so nervige Sachen wie ... Hunde ... Handy ... Demenz ... oder ... Musikantenstadl.
Gut, erst später, aber dies alles hatten uns die Neanderthaler erspart.

Geändert von Der Neandertaler (21.08.2010 um 10:51 Uhr).
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Alt 21.08.2010, 11:11   #4
jovi
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Zitat:
Zitat von Der Neandertaler Beitrag anzeigen
Gut, die Neanderthaler hatten's nicht leicht (es gab keine Wecker), aber ...
Die Welt war recht einfach gestrickt, schwarz/weiß (in Farbe wurden Heimatfilme erst später erfunden) auch da es recht wenig von den nervigen Monstern gab. Andererseits:
Wann traf man mal auf andere Mit-Neanderthaler, mit denen man Erlebtes austauschen konnte?
(Jagderfolge und so)
Zumindest waren aber die Gefahren, vor denen man sich fürchten, vor denen man sich in Acht nehmen mußte, recht gut sichtbar, weil groß.
(Mammut, Säbelzahntieger, etc.)
Nach dem Motto:
Ich hier - Du Schnitzel
(Feuer hatte man ja schon - drehen mußte man selbst ... den Spieß)
So ging man zur Jagd!

Kompliziert wurde es erst als der Homo-Sapiens, der moderne Mensch auf der Bildfläche erschien. Mit ihm kamen auch so nervige Sachen wie ... Hunde ... Handy ... Demenz ... oder ... Musikantenstadl.
Gut, erst später, aber dies alles hatten uns die Neanderthaler erspart.
ob da keine seuchen waren oder fiese neandertaler mit sadistischer veranlagung wage ich zu bezweifeln.

und man darf nicht vergessen, warum es kompliziert geworden ist.
wir wollten keine schwehren sachen heben, gabs einen flaschenzug.
wir woten nicht in den wald hinaus, gabs einen acker.
wir wollten den menschen zuhören die vor uns gelebt haben, gabs bücher.
wir wollten wissen, wie es anderswo aussieht, gabs vernseher.
und wenn wir glauben, dass alles zuviel ist, dann können wir alles zerdeppern.
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Stichworte
angst, gefahr, große, kleine, kostenlose, untersuchung

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