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Alt 16.08.2008, 19:42   #1
otix_
Lind Gren
 
Registriert seit: 07.08.2008
Beiträge: 1.964
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Standard Endlich Rache! Späte Genugtuung..

endlich können sich Hartz4-Empfänger und Niedriglohnjobber an ihren Schmarotzern und Peinigern für die zugefügten Demütigungen und für die interessenlosen Gleichgültigkeit rächen:

Zitat:
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will tausende schwer vermittelbare Arbeitslose zur Betreuung Demenzkranker in Pflegeheimen einsetzen. Einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bestätigte Behördensprecher Kurt Eikemeier gegenüber tagesschau.de
http://www.tagesschau.de/inland/demenz102.html


späte Genugtuung, denn die zu Pflegenden haben sich alle mit, Angepasstheit und stiller Duldung mitschuldig gemacht..desweiteren können sie deren Siechtum hautnah miterleben......kann man da nicht einen Markt draus machen!?

Naja, jedenfalls wird ganz sicher der eine oder andere (ehemals) gut stituierte Pensionär (oder Rentner) mit dabei sein, der vor wenigen Jahren noch voll Hohn und Spott auf Niedriglöhner hinunterschaute und Sarrazins Sparmassnahmen bejubelte und beklatschte.
Nun ist er hilflos ausgeliefert und wird zum Opfer seiner eigenen früheren Boshaftigkeit..

-----
allein schon die Überschrift ist irreführend:

Sollen schwer Vermittelbare Demenzkranke betreuen?

"Schwer Vermittelbare" assoziiert ein Verbrechen, "LohnArbeitslose" wäre hier zwar logisch im Zusammenhang, würde aber die "gewünschte Wirkung" verfehlen..
__________________
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Alt 17.08.2008, 10:26   #2
inanna
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otix, irgendwie erschauert mich Deine Gedankenwelt.

Irgendwie passt dieser Thread zu dem Sterbehilfe-Thread.

Abgesehen davon, halte ich diese Massnahme HartzIV-Empfänger auf Schwerkranke loszulassen für eine Unmenschlichkeit beiderseits.

Ich gehe mal von mir selbst aus, und behaupte, dass die meisten HartzIV-Empfänger genug mit ihrem Schicksal selbst zu tun haben, als das sie es seelisch verkraften würden, tag täglich Schwerstkranke zu unterhalten.

Vielleicht war das auch eine Anregung der Krankenkasse, die ja nach ihren neuen Abrechnungssystem nur für Krankheiten bezahlt kriegen und somit genötigt sind, Kranke zu produzieren.

Paar tausend seelisch/körperlich Kranke mehr, lassen die Kassen dann klingeln.
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Alt 17.08.2008, 11:32   #3
Iphigenie
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@ otix und inanna


Zitat:
Nun ist er hilflos ausgeliefert und wird zum Opfer seiner eigenen früheren Boshaftigkeit..
Ein dementer Mensch nimmt sein Ausgeliefertsein nicht wahr, infolgedessen auch nicht die Rache, die man an ihm vornimmt.
Seine Gedanken purzeln sozusagen hin und her-kreuz und quer. Er kann praktisch keinen Gedanken festhalten und über ihn refektieren.
Das Gesundkeitssystem befindet sich so gut wie in kapitalistischer Hand. Die Kunst dieser geldgeilen Menschen besteht darin, die Kosten-Nutzenrechnung bezüglich der dahinsiechenden, langsam absterbenden Alten zu perfektionieren. So lange sich ein Gewinn aus den nicht mehr arbeitsfähigen Menschen herausschlagen läßt, so lange läßt man sie leben. Ist der Zenit überschritten und der Dahinsiechende ein Verlustgeschäft, wird er für immer und ewig entsorgt.

Wenn ich mir meinen selbstgemahlenen Kaffee koche, brühe ich ihn stets auf und lasse ihn dann durch ein Sieb hindurch, in eine Thermoskanne laufen.... Lasse ich den Kaffe zu schnell durchlaufen, quillt sogleich das Sieb mit dem Kaffeesatz über und ich muß das Sieb leeren. Ich kann aber mit ein wenig Geschick die Fließgeschwindigkeit des Ausgießens so regulieren, daß der gesamte Kaffe durch das Sieb läuft, ohne das Sieb mit Kaffeesatz zu überfüllen.
Auf die dahinsiechenden Altersheimkunden/ Pflegeheimkunden übertragen bedeutet das, daß man den Kunden so geschickt da durchlaufen lassen muß, daß man am Ende ohne große Unterbrechungen (= überfülltes Sieb) den höchstmöglichen Gewinn in höchstbester Zeit aus ihm herausgesogen hat.

Gelingt es HartzIV-Menschen, ein so hohes Alter zu erreichen, daß sie gepflegt werden müssen, wird man sich neue Wege ausdenken; denn schließlich haben diese Menschen nur Kosten verursacht und es ist aus ihnen kein Pfennig mehr herauszuquetschen. Man wird ihnen dann wohl den Vorschlag eines sozialverträglichen Ablebens machen. Überlegungen soll es ja dazu schon seit geraumer Zeit geben - munkelt man jedenfalls.
Ein Hartz IV Empfänger bekommt einen vierwöchigen Urlaub in das Land seiner Wahl bezahlt und verpflichtet sich damit sozialverträglich abzuleben, das heißt sobald er ein Pflegefall wird, wird ihm irgendwann eine rechnergesteuerte (per Zufallsgenerator) Spritze während des Schlafens einen traumhafen Exitus (Tod) verpassen.

Geändert von Iphigenie (17.08.2008 um 11:52 Uhr).
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Alt 17.08.2008, 11:45   #4
otix_
Lind Gren
 
Registriert seit: 07.08.2008
Beiträge: 1.964
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Zitat:
Zitat von inanna Beitrag anzeigen
otix, irgendwie erschauert mich Deine Gedankenwelt.

Irgendwie passt dieser Thread zu dem Sterbehilfe-Thread.

Abgesehen davon, halte ich diese Massnahme HartzIV-Empfänger auf Schwerkranke loszulassen für eine Unmenschlichkeit beiderseits.

Ich gehe mal von mir selbst aus, und behaupte, dass die meisten HartzIV-Empfänger genug mit ihrem Schicksal selbst zu tun haben, als das sie es seelisch verkraften würden, tag täglich Schwerstkranke zu unterhalten.

Vielleicht war das auch eine Anregung der Krankenkasse, die ja nach ihren neuen Abrechnungssystem nur für Krankheiten bezahlt kriegen und somit genötigt sind, Kranke zu produzieren.

Paar tausend seelisch/körperlich Kranke mehr, lassen die Kassen dann klingeln.
ja, inanna seltsam nicht was mir so in den Kopf kommt ...aber es muss nicht erschauern, sondern es zeigt nur wie eng wir alle miteinander verwoben sind, vom Hartz4er bis zum Manager und sich die vermeindliche Abstände und sich das ganze (Leistungs)Getue von der Herrschaft über untere Schichten letztendlich als Popanz ganz schnell auflösen.
Irrelevant die ganzen Diskussionen von angeblichen Leistungsträgern und Eliten und Wissenschaften einer BWL, VWL, Politik etc.pp
__________________
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Alt 17.08.2008, 11:49   #5
inanna
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Iphi,

ich weiss was Demenz ist!

Eine Tante ist im Heim.

Und mein 63 jähriger Onkel fängt an, lt. Arzt.

Beide in Canada, wo das Krankenhaus u. Pflegeheim System schon länger kapitalisiert wurde.

Bei otix ging es mir um seinen eigenen Gedanken der Rache!
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Alt 17.08.2008, 11:53   #6
inanna
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otix,

mir brauchst Du das nicht schreiben :-)

Ich war auch mal eine sogenannte Leistungsträgerin!

Diesen sozialen Fall muss ein Mensch erst einmal verkraften, wenn er es verkraftet.

Daher ist es ein Unding, HartzIVler für Demenzler einzusetzen.

Iphi, auch wenn die nicht soviel mitkriegen.
Gefühle habe sie aber doch noch!!
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Alt 17.08.2008, 11:57   #7
Iphigenie
Gast
 
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@Inanna,

otix wird schon noch lernen, daß Rache letztendlich Sch... ist, und sich schlußendlich stets gegen den Rächenden richtet; denn "Blut schreit immer nach neuem Blut".
Zitat:
Iphi, auch wenn die nicht soviel mitkriegen.
Gefühle habe sie aber doch noch!!
Selbstverständlich! Die exitieren selbst in einem komatösen Zustand noch. Nur kann ein dementer Mensch nicht großartig ein Gespäch mit sich selbst über seine Gefühlszustände führen.

Geändert von Iphigenie (17.08.2008 um 12:02 Uhr).
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Alt 18.08.2008, 16:20   #8
BinOnline
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Zitat:
Zitat von inanna Beitrag anzeigen
Daher ist es ein Unding, HartzIVler für Demenzler einzusetzen.
Vorausgesetzt, dass sie entsprechend geschult werden, warum eigentlich nicht?
Personal fehlt in den Pflegeheimen an alle Ecken und Enden.

Andererseits würde mich die Reaktion der Bevölkerung interessieren, wenn vorgeschlagen würde, dass man HartzVler für Krippen, Kitas usw. einsetzen soll.
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Alt 18.08.2008, 16:41   #9
wafi
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naja BinOnline

ist doch kein Problem, wenn jemand Hartz IV Empfänger ist und die Bundesagentur eine Umschulung zum Altenpfleger oder zumindest Altenpflegerhelfer bezahlt, kann das ja Sinn machen und sollte dann entsprechend entlohnt werden.
Aber mal ganz blöd gefragt, würdest du dir zutrauen mit ner 40 h Schulung teilweise schwierigste Situationen in nem Pflegeheim zu überstehen? So mit allen Tücken, die das Leben so bietet? Ich denke damit überforderst du jeden. Ausbilden in die Richtung, klar ... wenn der Mensch dafür geeignet ist ... Zwangsweise so was ist voll daneben und tut weder den Kranken noch den Menschen mit Hartz IV gut.

Btw. das die 1 Euro Jobs sowieso völliger Unsinn sind, wird u.a. hier festgestellt: http://www.berlinonline.de/berliner-...073/index.html

Davon mal ganz abgesehen steht im GG etwas zu Zwangsarbeit, die ist nämlich verboten.

Gruß
Peter
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Alt 18.08.2008, 18:17   #10
BinOnline
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Zitat:
Zitat von wafi Beitrag anzeigen
Aber mal ganz blöd gefragt, würdest du dir zutrauen mit ner 40 h Schulung teilweise schwierigste Situationen in nem Pflegeheim zu überstehen?
Ich habe 6 Jahre meine Mutter zu hause gepflegt, ohne Schulung.
Zitat:
Zitat von wafi Beitrag anzeigen
Zwangsweise so was ist voll daneben und tut weder den Kranken noch den Menschen mit Hartz IV gut.
Btw. das die 1 Euro Jobs sowieso völliger Unsinn sind, wird u.a. hier festgestellt:
Natürlich darf kein Zwang zu dieser Arbeit ausgeführt werden und die Arbeit muss auch normaltariflich bezahlt werden.
Mit meiner Aussage wollte ich lediglich sagen, dass auch HartzVler für so eine Tätigkeit in Frage kommen.

Ich bin halt der Meinung, dass man über eine Idee auch mal positiv nachdenken kann und sie eben nicht schon im Vorfeld abwürgen sollte.
Wir brauchen in der Pflege mehr Mitarbeiter und dass die Qualifikation hierfür nicht bei 40 Stunden enden kann, ist doch klar. Aber man muss halt auch mal einen Anfang machen.
Die Fachkräfte fallen ja nicht vom Himmel.
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