Zitat:
Zitat von Sebastian Hauk
Meines Erachtens gibt es in der Tat zwei unterschiedliche Inflationsarten:
Bei der einen Art von Inflation steigen die Preise aber auch die Löhne und Alle können sich immer noch das Gleiche leisten. Wenn wir aber von der Arbeitszeit ausgehen, die man benötigt, um sich etwas leisten zu können, dann werden die Produkte wirklich für die Konsumenten teurer oder preiswerter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitswerttheorie
Bei der einen Art von Inflation oder Preisstabilität muss aber immer die Arbeitszeit angegeben werden.
Verstanden?
http://finanzwertig.de/kaufkraft-ver...es-billiger-95
Und so wird das dann berechnet:
Entwicklung Löhne im Verhältnis zur Entwicklung der Preise. Sagt jetzt viel mehr aus als die Inflationsrate an sich. Es bleibt aber dabei, das die Hauptaufgabe der EZB die Preisstabilität ist.
Und dann gibt es noch diese Unterscheidung:
http://de.wikipedia.org/wiki/Preisniveaustabilit%C3%A4t
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Halte dich doch mal bitte an die Definition. Inflation ist das übermäßige Wachsen der Geldmenge gegenüber der Gütermenge. Und das hat auf Dauer steigende Preisniveaus zur Folge.
Und im folgenden vermischt du steigende Preisniveaus mit steigender Produktivität mit steigenden Reallöhnen mit Inflation.

... Das kann nicht gut gehen
Wenn ich für die Erstellung eines bestimmten Produktes 1950 noch 90Arbeitsstunden brauchte und heute nur noch eine drittel Arbeitsstunde, dann ist das schlicht und einfach eine Produktivitätserhöhung auf das 270-fache. Und das an sich ist ja nichts Schlechtes, sondern das ist der Fortschritt, der unser Leben Tag für Tag lebenswerter macht und den Wohlstand der Gesellschaft fördert.
Wenn ich in einem Betrieb 2000 noch einen Stundenlohn von (umgerechnet) 20€ bekommen habe und 2010 einen Stundenlohn von 30€, dann ist das eine Nominallohnsteigerung von 50%. Das alleine stimmt zwar die meisten Arbeiter zufrieden, sagt aber noch überhaupt nichts aus.
(Steigerung pro Jahr übrigens 4%)
Wenn 2000 noch eine Billiarde Euro (umgerechnet) im Umlauf waren und 2010 sind es 10 Billiarden, dann ist das (bei Konstanz der Gütermenge) eine Inflation von 900% in 10 Jahren, also ungefähr eine Inflationsrate von 26% (pro Jahr). Diese Annahme ist aber unrealistisch. (Konstante Gütermenge)
Wenn also 2000 noch eine Billiarde € im Umlauf waren und 2010 sind es 10 Billiarden und die Gütermenge hat sich im selben Zeitraum verfünffacht, dann ist der Quotient daraus 2, also Inflation von 100% in 10 Jahren, oder eine Inflationsrate von rund 7%. Damit liegen wir schon deutlich näher an der Wirklichkeit.
PS: Aufpassen, es sollten immer die Alarmglocken schellen wenn dir jemand erzählt, die Inflationsrate sei so und so hoch. Das kann man in so riesigen Volkswirtschaften nämlich garnicht messen. Die "messen" (und statistik-tricksen) nur den Anstieg des Verbraucherpreisindex und verkaufen dir das als Inflationsrate.
Wenn 2000 noch 1 Billiarde € im Umlauf waren und es sind 2010 10 Billiarden €, die Gütermenge hat sich im selben Zeitraum verfünffacht und von den Überflüssigen Euros (Faktor 2) sind 80% in den Aktienmarkt und in andere Spekulationen geflossen und haben dort die Preise erhöht und 20% (Faktor 1,2) sind in erhöhte Preise von Waren und Dienstleistungen geflossen, dann hast du einen Anstieg des Verbraucherpreisniveaus von 20% in 10 Jahren, oder 1,8% im Jahr. (Davon werden dann für den Verbraucherpreisindex noch 0,5% rausgerechnet mit der Begründung Qualitätsverbesserung, aber das lassen wir mal beiseite!)
Und jetzt kommt ein RIESEN Stolperstein:
Wenn du nun So tust als ob die Reallohnveränderung die Differenz aus Nominallohnveränderung und Verbraucherpreisindexänderung wäre, dann sieht das im obigen Beispiel natürlich wunderbar nach einer (4-1,8=2,2) 2,2%igen Reallohnerhöhung pro Jahr aus. Und genau das wird uns auch ständig verkauft.
Aber die Zusätzlichen Euronen, die alle in den Aktienmarkt (u.a. Spekulationen) geflossen sind, verschwinden ja nicht einfach aus dem System. Die werden von manchen auch als sogenannte "versteckte Inflation" bezeichnet, obwohl ich den Begriff nicht mag. Irgendwann werden nämlich auch diese Euros zu sehr starken und heftigen Anstiegen der Verbraucherpreise führen. Die wahren Reallöhne müsste man also über Lohnsteigerungsrate-Inflationsrate angeben, was in unserem Beispiel eine jährliche Reallohnverringerung von -3%, also einen stark sinkenden Reallohn macht. Natürlich kann man die Änderung des Reallohns nicht wirklich messen oder angeben, da ja die Messbarkeit der Inflation fehlt.
"Verstanden?"
Im Übrigen rede ich schon den ganzen Thread über völlig bewusst von Preisniveauveränderungen und meine das damit auch. Dass eine Gurke im Winter teurer ist als im Sommer, oder dass Produkte aufgrund von Angebot/Nachfrage im Preis schwanken hat damit nichts zu tun.