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Alt 02.05.2010, 10:00   #241
Beverly
Schriftstellerin
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Zitat von deserd Beitrag anzeigen
Ha! Obwohl die Förderation das Geld abgeschafft hat, bleibt sie meinem Gefühl nach dem westlichen (Hollywood-)Kapitalismus verschrieben.
Meines Erachtens bildet "Star Trek" die westliche Zivilisation so ab, wie sie nach dem Willen vieler Menschen sein sollte, aber mit den bestehenden oligarchischen Strukturen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht sein kann. Folgerichtig werden diese Strukturen ca. 2063 im Dritten Weltkrieg vollständig exterminiert und es erfolgt der Neuaufbau.

Wie bei "Perry Rhodan" entstehen da "militaristische" Strukturen und Denkmuster. Die "Raumschlachten" mit Außerirdischen halte ich dabei für Blödsinn. Am ehesten nachvollziehbar ist noch, dass wie in "Enterprise" geschildert, Konflikte mit der Manipulation der Zeit ausgetragen werden. Das gibt es auch bei "Perry Rhodan", als die Herrscher Andromedas die lästigen Erdlinge loswerden wollen, in diem sie durch einen Eingriff in die Geschichte dafür sorgen, dass aus der Menschheit nichts wird.

Der Militarismus bei Star Trek und Perry Rhodan bezieht sich IMHO v. a. auf die Organisation der eigenen Gesellschaft. Es kommt mir in beiden Systemen so vor wie eine Militärdiktatur mit demokratisch gewähltem "Generalstab" und technokratisch-humanistischer Staatsideologie. Das Volk mag puntuell - etwa bei der Wahl des Präsidenten der Föderation (Star Trek) oder des Großadministrators (in "Perry Rhodan") entscheidenden Einfluss haben, aber dazwischen agiert die Führung im Wesentlichen nach eigenem Gutdünken. Perry Rhodan fragt seine Bürger bei einer schweren Krise zwar um ihre Meinung und lässt über die zu treffenden Maßnahmen abstimmen, aber die Wahlmöglichkeiten sind schon "vorsortiert".

Ich frage mich, ob Machern und Lesern bzw. Zuschauern beider Serien eigentlich bewusst ist, wie sehr sie mit dem Konzept der liberalkapitalistischen Bürgergesellschaft brechen. Bei Star Trek endet die qua WK III in einem Massaker mit 600 Millionen Toten. In "Perry Rhodan" desertiert ein Major der US-Streitkräfte und reißt die Weltherrschaft an sich. Das "Solare Imperium" ist zwar mindestens ebenso demokratisch wie die BRD, EU und USA, aber wer glaubt noch ernsthaft, dass es sich bei den drei Entitäten der Realwelt wirklich um Demokratien handelt.
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Alt 02.05.2010, 12:09   #242
deserd
Erfahrener Benutzer
Stammuser
 
Registriert seit: 19.03.2009
Beiträge: 729
  
Standard

Die Oligarchie in Star Trek ist vorhanden, aber eben nur als die der Voyager fernen Spitze der Förderation. Das ist ziemlich ähnlich wie in der Serie Raumschiff Orion, wo die Orion-Besetzung aber auch viel öfter mit der Oligarchie zu tun hatte.
Gemeinsam ist den Besatzungen von Voyager/Orion, dass sie sich dem Zuschauer als eine relativ ideale und erfrischende, nicht in Regeln erstarrte Community präsentieren. Regeln werden sicher gebrochen, wenn sie sich als unsinnig oder gar gefährlich erweisen, aber niemals nach der irdischen Macho-Manie "Ich breche die Regeln (die ich vielleicht sogar auch erfunden habe) wie es mir gerade oder strategisch passt.
Und da gibt es nicht wirklich Widerspruch von der Oligarchie - nach erfolgreichem Abschluss. Aber die oligarchische Führung wird schon sehr deutlich konservativ in Aussehen und Artikulation dargestellt.

Was in Star Trek Voyager noch auffällt, das sind diese zwei Hierarchien:
1 Die Hierarchie 'Schönheit'
2 Die Hierarchie 'Intelligenz'

Klar ist, die Voyager verkörpert diese beide Hierarchien als optimale Kombination.
Die (nicht nur) weis-menschliche Voyager-Besatzung stellt so ziemlich die schönste und die relativ hohe, aber nicht die höchste Intelligenz der bekannten Galaxien und deren Bevölkerungen dar.
- Die allerhöchste Intelligenz wird nicht als angestrebtes Ideal angesehen, obwohl es hilfreich sein *könnte*, das ist ziemlich ähnlich wie zur westlichen Erde
Das mit der allerhöchsten Intelligenz ist also eine mehrspurige Analogie zu Erde, betrachte Intelligenz, bzw Lern- und Wissen-Ideale in Europa, USA, Ostblock, aber auch Genies (z. B. Einstein ?)
Was aber deutlich auffällt ist, das die studierte Besatzung in Krisenfällen
oft zu Genies mutieren, weil sie mal wieder einen der superhäufigen Energie-Deffekte durch Umleitung, Multi-Routing oder durch Fremdnutzung anderer Ressourcen ausgleichen.
>> Das deutet im Prinzip darauf hin, dass rein gelerntes Wissen, Erfindertum, Know How gar nicht so beliebt ist und eher ein Learning by Doing gemocht ist. So gesehen ist die Voyager, dass sich auch als Forschungsschiff sieht, die Forschung hauptsächlich durch Abgucken und Aneignen funktioniert.
(das ist somit auch ein Wink darauf, das das reine Lernen nicht das ergiebigste ist)
Und, wie ist das Bildungssystem im Ostblock ? Zum Teil angeblich besser, aber wo sind die Fortschritte ? - Mir sind jedenfalls keine bekannt, sorry - und Genies erzeugen ist auch nicht unbedingt Prämisse, wie es scheint.
Aber wer auf der Welt will Genies haben ? Sind das die Liberalen ?

- In Sachen Schönheit ist die Enterprise-Besatzung nicht zu übertreffen. Sie sind einsam die Schönsten im Weltraum.
Weitere Schönheiten gibt es natürlich schon, aber die sind gemildert bzw gebogen in diverse Richtungen (alt-weise, kolonial-romantisch, auch etwas exzentrisch erregt wirkend, etc)
Auch auf dem Vielvölker-Raumschiff Voyager ist es so, das Besatungsmitglieder jeweiliger "Rassen" bzw Völker im Prinzip auch gleich so, dass deren "Repräsentanten" auch wiederum die schönsten, also sozusagen eine doppelt durchdrungene Schönheitshierarchie
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Alt 28.06.2010, 07:02   #243
otix_
Lind Gren
 
Registriert seit: 07.08.2008
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Standard The Messenger – Die letzte Nachricht (Movie)

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The Messenger – Die letzte Nachricht (Movie)

Es gibt Jobs über die man sich eigentlich nie Gedanken macht. Meist sind es die, die von der eigenen, normalen Lebensrealität viel zu weit entfernt sind, als das man ihnen jemals überhaupt Aufmerksamkeit schenken würde. Spannender Filmstoff lässt sich garantiert immer daraus machen, vorausgesetzt aber, Drehbuchautoren und Regisseure gewähren dem Zuschauer dann auch wirklich einen Blick hinter die Kulissen.
Messenger werden die Soldaten genannt, die zum Casualty Notification Team gehören und Angehörigen gefallener Familienmitglieder die schmerzliche Nachricht überbringen. Keine leichte Aufgabe, wie der gleichnamige und neueste Film vom Regisseure Oren Moverman uns schon direkt zu Anfang wissen lässt.

Sergeant Will Montgomery (Ben Foster), ausscheidender Iraksoldat mit Auszeichnung, wird die letzten drei Monate seiner militärischen Laufbahn Captain Tony Stone (Woody Harrelson) unterstellt. An der “Heimatfront” übernimmt er ab jetzt den Dienst am Vaterland in Form eines dieser Todesengel. Nur widerwillig stimmt er ein, doch seine, während eines Kampfeinsatzes erlittenen Verletzungen und ein damit verbundenes seelisches Trauma machen ihn wohl sensibel genug, um diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen.
Ausgerüstet, nur mit den hastig angelernten Verhaltenskodizes seines Vorgesetzten und Mentors Captain Tony Stone, macht er sich von da an auf den Weg zu seinen ersten “Kunden”. Klar, dass die Verhaltensmuster mindestens so vielschichtig sind wie die verschiedenen Charaktere mit denen er zu tun haben wird und schnell wird er feststellen, dass Trauer nicht immer die vorherrschende Emotion ist, sondern Unberechenbarkeit eines der Hauptmerkmale seiner neuen Tätigkeit ist.

In gespannter Erwartung verfolgt der Zuschauer von da an jedes Klopfen der beiden Männer an die Türen der Betroffenen und hofft das eine oder andere mal, dass niemand aufmachen möge. Geklingelt wird nicht, soviel wurde dem Zuschauer schon vermittelt, denn das Vogelgezwitscher der Türglocke, oder andere fröhliche Melodien und Geräusche würden der Situation nicht gerecht. Und so vergeht die erste Stunde des Films mit zahlreichen spannenden Momenten.
Jetzt könnte man meinen, dass die Arbeitsweise dieses Teams, der Background und ihr Vorgehen näher beleuchtet würde, denn irgendwo müssten sie ja auch eingebunden sein in ein logistisches Netzwerk das ihnen selbst Beistand und Hilfestellungen bietet, aber Pustekuchen: Die beiden Protagonisten sind und bleiben den ganzen Film über auf sich allein gestellt. Keine typisch militärische Maschinerie im Hintergrund, die die Fäden in der Hand hält. Stattdessen verlieren sich die Beiden in einem Abwärtsstrudel der den trockenen Alkoholiker Tony Stone wieder zur Flasche greifen lässt und Will Montgomery auch nicht viel besser aussehen lässt. Seine zaghaften Annäherungsversuche die er der jungen Witwe Olivia Pitterson (Samantha Morton) in der 2. Hälfte des Films entgegenbringt, werden nur zögerlich von ihr erwidert. Zu schmerzhaft der Tod ihres zwar ungeliebten Mannes, psychisch aber auch noch nicht ganz bereit sich partnerschaftlich neu zu orientiern. Naja, wer könnte ihr das auch verübeln.

Zweifellos ist das alles ganz hervorragend gespielt. Jedoch zieht sich der Film ab der 2. Hälfte etwas arg in die Länge. Der abfallende Spannungsbogen hätte mit 1 oder 2 Nebenplots sicherlich aufrecht erhalten werden können. Allein das Überbringen der Nachrichten gibt soviel her, dass da locker z.B. ein Selbstmord oder ein tätlicher Angriff das Interesse der Zuschauer wieder stärker hätte an sich binden können. So aber wandelt sich der Film zu einem zwar anrührenden Drama mit einem ordentlichem Ende, das Gott sei Dank nicht erpicht darauf ist unbedingt ein Happy End haben zu müssen, dem Zuschauer jedoch wird gerade der erwartungsvolle Blick hinter die Kulissen dieses anspruchsvollen Jobs verwehrt. Schade.

Wertung: 7.0/10

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Alt 05.07.2010, 09:44   #244
otix_
Lind Gren
 
Registriert seit: 07.08.2008
Beiträge: 1.927
Stimmung:
  
Blogbeitrag Prince - Rave un2 the year 2000 (Movie/Konzert)



Am Freitag den 22. Juli 2010 erscheint das neue Album “20Ten” von Prince. Nicht wie man annehmen könnte muss man dafür einen CD-Laden betreten, sondern besser gleich sucht man einen gut sortierten Zeitschriften-Kiosk auf – diese Scheibe liegt der kommenden Rollings Stones Ausgabe bei!
Wir nehmen dieses Ereignis als Anlass noch einmal ein besonderes Konzert Revue passieren zu lassen: Prince – Rave un2 the year 2000. Ausgestrahlt aus dem Paisley Park Studio am Silvesterabend 1999/2000.

Viele werden das Cover eventuell schon gesehen haben, fehlt es doch eigentlich in keiner DVD-Abteilung, doch die peinliche Scham die das alberne Cover auslösen könnte, dürfte schon so manchen daran gehindert haben, es sich näher zu betrachten - oder es gar zu erwerben :D. Ein ganz grober Fehler! So kitschig es auch sein mag, es verbirgt sich eine Perle des Funk, Rock, Blues und Gospel dahinter, die bis ins Kleinste choreographiert ist und ein Feuerwerk an Spielfreude abfackelt. Dabei wird die sonst eher zurückhaltend eingesetzte Darstellung der Gitarrenvirtuosität von Prince über Bord geworfen und zum tragenden Element dieser Konzertaufzeichnung. Krachende Solies prägen seinen Auftritt – oder sprechen wir lieber vom Aufschlag, der noch zusätzlich die mannigfaltige Unterstützung von Saxophon und anderen Bläsern erhält.

Zur Jahrtausendwende darfs alles ein bisschen mehr sein, wird sich Prince gedacht haben und so lud er kurzerhand Musikgrößen wie Lenny Krawitz, die stimmgewaltige Rosie Gaines, das Saxophonistenduo Marceo Parker und Cynthia Robinson sowie eine Reihe weiterer Wegbegleiter seiner langen Karriere zur Jam-Session ein. Dabei hinterlässt das Konzert einen fast schon privaten Eindruck, sicher auch, weil die Zuschaueranzahl auf einen kleinen Kreis begrenzt ist. Gemeinsam stimmen sie das Publikum vor der Bühne und an den Bildschirmen also auf das neue Millennium ein. Interessant interpretiert werden seine älteren Stücke wie Kiss, Let’s Go Crazy und Purple Rain und wirken dabei auch heute noch frisch und äußerst lebendig. Unbekannte Title finden ebenso den Weg in die Ohren wie Gastbeiträge von The Time z.B. Fette Grooves und Beats feuern dem Publikum ordentlich ein, das sicht-und hörbar Spaß hatte. In bester Laune ebenfalls Prince, der immer wieder zum Scherzen aufgelegt war und der ganzen Show nicht allzu ernst entgegen tritt. Der Professionalität jedenfalls tut das keinen Abbruch.

Die Bildqualität ist gut und der Schnitt fängt ordentlich die ausgelassene Stimmung ein. Stop- und Slowmotion akzentuieren dezent die Höhepunkte und Übergänge der einzelnen Stücke. Einzig das Bildformat von 4:3 könnte den einen oder anderen etwas stören.

Wer sich also die Wartezeit zum neuen Album verkürzen möchte und einen nostalgischen Blick in das 20. Jahrhundert werfen möchte, kann hier bedenkenlos zugreifen. Als inspirierende Begleitung für einen fröhlichen Abend im Kreise von Freunden gibt es kaum etwas besseres, zumal der Preis mittlerweile wirklich unschlagbar ist.
Sie werden es nicht bereuen!

Wertung: 8.0/10

Prince – Rave un2 the year 2000
Darsteller: Lenny Kravitz, Rosie Gaines, Maceo Parker, Morris Day & the Time u.a.
Regie: Geoff Wonfor
Studio: Edel Germany GmbH
USA / 2001 – circa 132 Minuten


Preis: EUR 8,99 EUR Neu ab: EUR 4,52 Auf Lager gebraucht ab: EUR 4,51 Auf Lager Erscheinungstermin:10.04.2006

Weiterführende Links:
  1. Real Live Roadrunning – Mark Knopfler & Emmylou Harris (Movie/Konzert)
  2. The Cure – Trilogy (Movie/Konzert)
  3. Das Kabinett des Dr. Parnassus (Movie)




zum Blog >>
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Alt 19.10.2010, 17:12   #245
agano
weltmensch
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Registriert seit: 25.10.2009
Beiträge: 3.848
Stimmung:
  
Standard Schockierend für mich.

Batman?! Der letzte im Fernsehn. Schrecklich, was für eine Gewalt, was für eine Perversion der Gewalt. Unerträglich. richard
__________________
Sorgt euch nicht, LEBT.
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Alt 19.10.2010, 21:44   #246
otix_
Lind Gren
 
Registriert seit: 07.08.2008
Beiträge: 1.927
Stimmung:
  
Standard

Bei mir gibts heute "The Road":



In Kürze also hier die Rezension dazu.
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Alt 20.10.2010, 06:41   #247
deserd
Erfahrener Benutzer
Stammuser
 
Registriert seit: 19.03.2009
Beiträge: 729
  
Standard

Oh, der scheint gut zu sein .....
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Alt 22.10.2010, 07:54   #248
otix_
Lind Gren
 
Registriert seit: 07.08.2008
Beiträge: 1.927
Stimmung:
  
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Zitat:
Zitat von deserd Beitrag anzeigen
Oh, der scheint gut zu sein .....
hallo deserd

http://www.politik-sind-wir.de/showthread.php?p=47347
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