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27.03.2009, 11:44
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#11
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Schriftstellerin
Stammuser
Registriert seit: 04.01.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 1.006
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Zitat:
Zitat von Hellmann
Da kann man übrigens mit Google gleich mal einen Blick rein werfen.
http://books.google.de/books?id=qDyf...esult#PPP13,M1
Fürchte allerdings, dass Kropotkin die britischen Drahtziehereien hinter der Französischen Revolution nicht richtig mitbekommen hat. Der Bankier Necker, der dann die Finanzen des französischen Hofes in Unordnung gebracht hat, dessen Frau die ehemalige, unglückliche Verlobte des Edward Gibbon war, und dergleichen heftige Zufälle mehr...
Habe das ja in meinem "Marx" mal kurz beleuchtet. 
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@Hellmann,
was hatten die Briten davon, die Französische Revolution anzuzetteln? Damit haben sie meines Erachtens nur die Modernisierung Kontinentaleuropas initiiert, das bei Fortbestand des Absolutismus weiter verrottet wäre. Besser hätte es für die Briten nicht laufen können - mit der Revolution von 1789 sind dagegen zuerst mit Frankreich, nach 1871 mit dem Deutschen Reich gefährliche Rivalen für die Briten entstanden.
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27.03.2009, 11:59
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#12
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Gast
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Beverly
eben ... man stellt Anarchismus so dar, tun allerdings nicht die Anarchisten
Weder Proudhon, Godwin, Bakunin, Kropotkin, Landauer, Müsam usw usw hatten ein idealisiertes Menschennild, noch meinten die Menschlein müsse sich ändern. Das ist ja der größte Witz an der Geschichte, alle anderen Ideologien oder Religionen gehen von einem Idealbild des Menschen aus, daß er dummerweise noch nicht erreicht hat ... aber mit der Führung der gesitig verwirrten ...ähm?  .... kann sich Menschlein dahin vielleicht entwickeln ...
Nascha ... und der Anarchist sagt, och der Zweibeiner ist ganz in Ordnung so wie er ist ... laß den mal machen, der macht das schon ganz richtig.
Ich frag mich immer wer eigentlich Utopist ist 
Der Sozialdarwinismus ist nichts anderes, als eben der VErsuch Herrschaft zu legetimieren, egal welche Pappnase wer grade auf hat und die sozialistischen Pappnasen sind mir genauso "lieb" und "teuer" wie die kapitalistischen Pappnasen. Erwähnte ich schon, daß ich Pappnasen nicht mag? 
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27.03.2009, 12:06
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#13
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Erfahrener Benutzer
Stammuser
Registriert seit: 07.08.2008
Beiträge: 1.574
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Zitat:
Zitat von Beverly
...was hatten die Briten davon, die Französische Revolution anzuzetteln? Damit haben sie meines Erachtens nur die Modernisierung Kontinentaleuropas initiiert, das bei Fortbestand des Absolutismus weiter verrottet wäre. Besser hätte es für die Briten nicht laufen können - mit der Revolution von 1789 sind dagegen zuerst mit Frankreich, nach 1871 mit dem Deutschen Reich gefährliche Rivalen für die Briten entstanden.
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Daraus hat man ja gelernt und später in Russland mit dem Fall des Zaren durch den Bolschewismus über fast ein Jahrhundert verhindert, dass im Herzen (MacKinder) von Eurasien ein liberalkapitaistisches Konkurrenzsystem mit modernen, imperialistischen Möglichkeiten und Entwicklungen entsteht.
Im Fall von Frankreich hat die alte Feindschaft Bürger gegen Adel und vor allem gegen den Katholizismus wohl das weiter reichende Denken behindert. Man hat aber auch dafür gesorgt, dass die Revolution in einem Blutbad alle höfischen errungenschaften der Kultur vernichtet.
So rückständig und verrottet, wie das später dargestellt wird, waren Adel und Kirche auch nicht, verglichen mit dem raubgierigen Bürger. Erst mit dem Kapitalismus kam für die Bevölkerung brutale Ausbeutung und Hunger und Elend über das ganze Leben.
Vor allem hat England mit der französischen Revolution die französische Konkurrenz auf den Weltmeeren und in den Kolonien wieder einmal ausgeschaltet. Und nach der Niederlage Napoleons war England auf dem Kontinent einflussreich und erst einmal beliebt. Wenn Russland und der Zar nicht noch gewesen wären...
Aber wenn es den Marx schon gegeben hätte, wäre sicher der Marxismus in Frankreich eingeführt worden.  
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27.03.2009, 14:20
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#14
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Schriftstellerin
Stammuser
Registriert seit: 04.01.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 1.006
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Zitat:
Zitat von wafi
Beverly
eben ... man stellt Anarchismus so dar, tun allerdings nicht die Anarchisten
Weder Proudhon, Godwin, Bakunin, Kropotkin, Landauer, Müsam usw usw hatten ein idealisiertes Menschennild, noch meinten die Menschlein müsse sich ändern.
(...)
Nascha ... und der Anarchist sagt, och der Zweibeiner ist ganz in Ordnung so wie er ist ... laß den mal machen, der macht das schon ganz richtig.
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Wenn der Anarchismus vom Menschen, wie er ist, ausgeht, warum leben wir dann nicht in "anarchistischen" Gesellschaften?
Wie immer die aussehen mögen.
Zitat:
Zitat von wafi
Der Sozialdarwinismus ist nichts anderes, als eben der VErsuch Herrschaft zu legetimieren, egal welche Pappnase wer grade auf hat und die sozialistischen Pappnasen sind mir genauso "lieb" und "teuer" wie die kapitalistischen Pappnasen. Erwähnte ich schon, daß ich Pappnasen nicht mag? 
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Die Apologeten des Sozialdarwinismus sagen aber, nicht "Anarchismus" - was das konkret auch sein mag -, sondern entfremdete und selbstbezogene Herrschaft entspreche der "Natur des Menschen".
Zitat:
Zitat von wafi
Das ist ja der größte Witz an der Geschichte, alle anderen Ideologien oder Religionen gehen von einem Idealbild des Menschen aus, daß er dummerweise noch nicht erreicht hat ... aber mit der Führung der gesitig verwirrten ...ähm?  .... kann sich Menschlein dahin vielleicht entwickeln ...
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Wobei sie aber immer und immer wieder en masse seelische Krüppel produziert haben. Die monotheistischen Religionen mit ihrer kranken und widernatürlichen Sexualmoral (weil der Mensch polymorph pervers ist  ), die Konservativen mit völlig verqueren Wertvorstellungen und die Nazis mit der Produktion blonder Mordmaschinen. Die Liberalen tragen den hochflexiblen Tagelöhner bei und was das Deutsche Reich bei der Produktion unterwürfiger Duckmäuser versäumt hat, hat IMHO die DDR zu Ende geführt.
Zitat:
Zitat von wafi
Ich frag mich immer wer eigentlich Utopist ist  
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Ich habe das Gefühl, der herrschende Diskurs konstruiert ein Feindbild von "Utopie", um zu "beweisen", dass die unmöglich ist. Dabei wird IMHO von falschen Voraussetzungen ausgegangen und wieder alles auf "den Menschen" geschoben. Der Satz von Labriola "die Natur des Menschen ist die Kultur" wird dabei völlig ignoriert und kulturell Gewordenes als naturhaft Unveränderliches ausgegeben.
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28.04.2009, 17:10
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#15
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Schriftstellerin
Stammuser
Registriert seit: 04.01.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 1.006
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Die Vorstellung, mit "sozialer Evolution" resp. Sozialdarwinismus analog zur Evolution in der Natur die optimalsten Ergebnisse für menschliche Gesellschaften zu erreichen scheitert schon daran, dass die Evolution in der Natur viele nur schlecht funktionierende Organe hervorbringt. Der Grund dafür ist simpel: die Evolution ist ein "blinder" und ungeplanter Prozess. Sie schafft Pflanzen, Menschen und Tiere eben nicht per "intelligent design" am Reißbrett, sondern hat nur "Versuch und Irrtum" zur Auswahl.
Fehler kann sie nicht durch planvolles Umbauen in einem großen Schritt beheben, sondern wieder nur mit "Versuch und Irrtum" in vielen kleinen Schritten. Wobei aber auch die Zwischenschritte überleben und Nachkommen zeugen müssen. Ein sehr umständliches und schwerfälliges Verfahren.
Das erklärt auch die "Konstruktionsfehler", die in diesem Artikel auf Wissenschaft.de angesprochen werden. Weil da eben nichts konstruiert wird. Auf der Stufe der Organismen wäre der nächste Schritt vom zufälligen Versuch und Irrtum zur "Konstruktion" - man erschafft Wesen mit Eigenschaften, wie sie "natürliche Zuchtwahl" nicht hervorbringen kann. Das ist allerdings ein sehr weites und umstrittenes Feld - siehe Gentechnik in der Landwirtschaft. Weil die Evolution nicht nur Fehler macht, sondern auch vermeidet und Gentechnik Dinge hervorbringen kann, welche uns die Evolution mit gutem Grund erspart hat.
Aber auf der Ebene der Vergesellschaftung sind die Dinge einfacher - einen Naturprozess mit so vielen Fehlentwicklungen und Unwägbarkeiten wie die Evolution kann man nicht zum Vorbild für gesellschaftliche Entwicklungen nehmen.
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