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06.01.2009, 12:28
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#1
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Schriftstellerin
Stammuser
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"Die ehrenwerten Gesellschaften" - Politik&Wirtschaft als Organisierte Kriminalität
Auf Wikipedia gibt es einen Artikel über die Organisierte Kriminalität, der für mich die Frage nach ihrem Verhältnis zu politischen (wie Parteien) und wirtschaftlichen Großorganisationen ("Unternehmen") aufwirft. Da steht unter Anderem:
"Organisierte Kriminalität tritt meist in hierarchisch aufgebauten Organisationsformen auf; es gibt aber auch netzwerkartige, funktional differenzierte Organisationsformen. Unabhängig davon werden kriminelle Organisationen häufig durch ethnische Solidarität, Sprache, Sitten sowie sozialen und familiären Hintergrund zusätzlich abgestützt. So entsteht unter den einzelnen Mitgliedern ein System persönlicher und geschäftlicher kriminell nutzbarer Verbindungen, in dem oft sehr feste Autoritäts- und Abhängigkeitsverhältnisse und Sanktionsmöglichkeiten für Abweichler bestehen."
Wenn man bei dem von mir fett hervorgehobenem Satz noch hinzufügt: "gemeinsame Ideologie, Religion, Konfession oder Weltanschauung" hat man nur zu oft das Wesen so genannter politischer Parteien und Bewegungen erfasst.
Wobei zu diesem Wesen gehört, dass die offiziell und nach außen vorgebrachten Ziele realiter und intern keine Bedeutung haben. Außer eben als Kitt zwischen den Mitgliedern einer de facto kriminellen Vereinigung zu fungieren. Ein irakischer Freund sprach da im Falle der irakischen Baath-Partei von "Saddam und seiner Bande". Gibt es eigentlich eine "erfolgreiche" Partei, die NICHT so einen Bandencharakter hat? Bei Lenin, Trotzki und Stalin und der Truppe um sie herum kommt mir das auch wie bei einer Gang vor, wo Stalin zwecks Finanzierung Banken überfiel, es von Lenin ein hübsches Verbrecherfoto gibt und sie erst Kungelei mit dem Deutschen Reich aus der Bedeutungslosigkeit führte.
Ebenso gravierend ist es bei A. H. und den Nazis. Nach allem, was ich virtuell und real von den Nazis weiß, haben die die Mentalität einer Geheimgesellschaft und von kriminellen Verschwörern. Das Scheitern ihrer Ideologie, das Verbot der NSDAP und der Untergang des Deutschen Reiches haben da viele Kameraden locker weggesteckt. Sich schnell in den neuen Verhältnissen eingelebt, unterbrochene Karrieren fortgesetzt und oft sogar den Aufstieg bis in hohe Ämter der Nachkriegs-BRD hingelegt. Legt das nicht auch den Gedanken an eine von anfang an für ihre Kader als Organisierte Kriminalität konzipierte Bewegung nahe? Freund und Feind wurden durch eine lautstark propagierte Ideologie mit Versatzstücken aus allem was in der deutschen Volksseele kocht, getäuscht alldiweil die Nazi-Kader ihren kriminellen Machenschaften nachgehen konnten. Selbst der Antisemitismus und der Judenmord macht als Werk einer etwas über die Stränge schlagenden Gangsterbande mehr Sinn denn als Wahn oder Ausfluss irgendwelcher Ideologien. Menschen zu diffamieren, um sie um Stellung und Position, Hab und Gut zu bringen, ist schließlich ebenso Ganovenwerk wie sie massenhaft zu ermorden und ihnen dann noch das Gold aus den Zähnen zu klauen.
Über den Namensgeber der Hartz-Gesetze gibt es wegen seines Prozesses schließlich den Satz "in Deutschland machen Verbrecher die Gesetze". Wobei der Peter Hartz da nur zu denen gehört, die sich haben erwischen lassen.
Den Wahn in Nahost schließlich mag ich weder religiös noch sonstwie übergreifend politisch-ideologisch deuten. Mir scheint das Morden da zum Krieg zwischen Verbrecherbanden geworden zu sein, die mit Angstmache und ideologischem Geschwurbel ganze Gemeinwesen unter ihre Kontrolle gebracht haben. So machen israelische Politiker immer wieder durch Korruptionsskandale auf sich aufmerksam und bei den Palästinensern ist es nicht besser - siehe der "Ruf" der Fatah.
Man kan sogar folgende Hierarchie aufstellen:
An der Basis befinden sich die Gruppierungen der OK, wie sie oben definiert werden. Da sie nicht die Definitionshoheit haben, werden sie vom Staat verfolgt und von der Gesellschaft geächtet. IMHO sind sie aber für das System funktional, um den Fluchraum Kriminalität für Opfer des Systems zu versperren. Wer denkt, er könne den Drangsalierungen des Systems entfliehen, in dem er auf Robin Hood macht und in den nächsten Sherwood Forest flüchtet, wird feststellen, dass es da längst schlimmer zugeht als im "bürgerlichen" Leben. Und dass das System nach den Früchtchen da nur zu oft mit Wattebäuschen schmeißt. Weil es sie braucht.
An der Spitze befinden sich nicht die Ehrlichen, sondern von NSDAP bis zu den Zionisten, von KPdSU bis zur Großen Koalition die erfolgreichen kriminellen Organisationen. Da sie innerstaatlich die Defitionsmacht haben, wird ihr Treiben im Großen und Ganzen nicht verfolgt. Nur ist die Gier einzelner Kader nicht selten so groß, dass man die einschlägen "Skandale" und "Affären" hat. Da aber die Definitonsmacht über Recht und Unrecht an den Grenzen ihres Machtbereiches endet, sieht sie die Außenwelt nur zu oft und mit Recht als das, was sie sind: Verbrecher
Sie folgen nicht richtigen oder falschen Idealen, sie folgen gar keinen Idealen.
Sie tun nicht mit lauteren Mitteln oder fiesen Methoden das Beste für ihr Volk, sie tun gar nichts für ihr Volk.
Sie haben nicht großartige oder verschrobene Visionen, kleine oder große Ziele, sie haben gar keine Ziele.
Sie sind nicht einmal "böse" im Sinne eines Luzifers, der Gott die Leviten lässt oder eines nihilistischen Diskurses, der Sitte, Anstand und Moral zum Einsturz bringt. Sie verkörpern nur die Banalität des Bösen und die Bösartigkeit des Banalen. Wie schrieb jemand über den von einigen dieser Banden inszenierten "Krieg gegen den Terrorismus"? Er hat den Charme einer Schulhofsschlägerei. Weil seine Protagonisten geistig auf dem Niveau pubertierender Sonderschüler stehen geblieben sind.
Geändert von Beverly (06.01.2009 um 12:33 Uhr).
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07.01.2009, 12:59
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#2
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Stammuser
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Es wird doch überall - und in Deutschland sogar besonders "erfolgreich" - daran gearbeitet, die Teile der Kriminalität aus der Strafbarkeit auszuklammern, die der Bereicherung der oberen Klasse dient.
Bis jetzt ist man ja leider noch darauf angewiesen, straffällige "Promis" mit Bewährungsstrafen und damit als Vorbestrafte wegkommen zu lassen.
Aber wie oben gesagt, das Problem ist schon in Arbeit!

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07.01.2009, 15:04
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#3
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Schriftstellerin
Stammuser
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Zitat:
Zitat von opppa
Es wird doch überall - und in Deutschland sogar besonders "erfolgreich" - daran gearbeitet, die Teile der Kriminalität aus der Strafbarkeit auszuklammern, die der Bereicherung der oberen Klasse dient.
Bis jetzt ist man ja leider noch darauf angewiesen, straffällige "Promis" mit Bewährungsstrafen und damit als Vorbestrafte wegkommen zu lassen.
Aber wie oben gesagt, das Problem ist schon in Arbeit!

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Ich habe dazu Folgendes gehört:
- wird "man" zu einer Geldstrafe verknackt, dann zahlt man die halt und fertig 
- kommt "man" in den Knast, ist das nicht diese hässliche Einrichtung mit Gittern, Prolls und brutalen Hierarchien sonder so etwas wie der Bungalow in Tegel, wo verknackte SED-Schergen einsaßen
- eine Vorstrafe wegen der "richtigen" Delikte ist kein Makel mehr. Wirtschaftskriminell - ja, nur Kleinkriminelle werden nicht genommen
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07.01.2009, 15:15
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#4
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beurlaubt
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Stimmung:
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Zitat:
Zitat von Beverly
Ich habe dazu Folgendes gehört:
- wird "man" zu einer Geldstrafe verknackt, dann zahlt man die halt und fertig 
- kommt "man" in den Knast, ist das nicht diese hässliche Einrichtung mit Gittern, Prolls und brutalen Hierarchien sonder so etwas wie der Bungalow in Tegel, wo verknackte SED-Schergen einsaßen
- eine Vorstrafe wegen der "richtigen" Delikte ist kein Makel mehr. Wirtschaftskriminell - ja, nur Kleinkriminelle werden nicht genommen
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Schau dir doch den Siemens-Skandal an. Für mich ist klar, dass ein von Pierer Bescheid wußte, wenn er nicht sogar die Idee hatte. Und wen stellt man vor Gericht und wie sehen die Strafen für die Strohmänner aus? - Die Kleinen.
Und jetzt die Finanzkrise - Ein einziger Skandal und offen sichtlicher Betrug. Der größte je dagewesene Weltgeldbetrug überhaupt. Und wer ermittelt?
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10.01.2009, 19:25
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#5
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Schriftstellerin
Stammuser
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wie kann man aus dem System aussteigen?
Ich habe mich schon oft gefragt, wie man aus diesen letztendlich verbrecherischem System aussteigen kann, dass selbst durch einen Begriff wie "Kapitalismus" eher etikettiert als beschrieben oder gar analysiert wird.
Wegen des nicht enden wollenden täglichen Kleinkrieges und immer neuer bürokratischer Drangsalierungen ist mir schon oft der Gedanke gekommen: "In diesem System willst du nicht alt werden!"
Die Gangster und Kriminellen in der Politik schaffen da mit Dingen wie den Hartz-Gesetzen die Betätigungsfelder für die Verbrecher, die sich in "Wirtschaft" und "Gesellschaft" tummeln. Die Produjktion nach China outsourcen finden sie deshalb gut, weil sie dann nicht mehr auf die Arbeitskräfte hier angewiesen sind. Je mehr sie die Zwänge der Produktion externalisieren können, desto mehr können sie sich auf das Abschöpfen des erwirtschafteten Mehrwerts konzentrieren. Abhängigkeit von Transferleistungen ist da IMHO gewollt, um so Macht über die Abhängigen zu haben. Eine Kombination aus Rentierssystem und hydraulischem Despotismus also.
Da auszusteigen klingt logisch. Vielleicht lassen "sie" einen ja in Ruhe, wenn man sie in Ruhe lässt. Also die Oberverbrecher nicht stürzt oder umbringt, sondern einfach nur aus ihrem Spielchen aussteigt.
Ausstiegsmethode Nr. 1: Selbstmord
Selbsttötungen wegen Vernichtung der Existenz kommen immer wieder vor. Wer hat nicht davon gehört oder gelesen. Vom Erwerbslosen bis zum Politiker und Unternehmer bringen sich etliche um, die nicht mehr "weiter wissen".
Man sollte meinen, wenn sich seine Widersacher das Leben nehmen, hat das System erreicht, was es wollte.
So einfach scheint es aber nicht zu sein. So verbieten sowohl die Kirche als auch der Philosoph Kant den Selbstmord und den Lehren der fernöstlichen Reinkarnation zufolge hat derjeniger, der sich in seinem akuten Leben dem Leid durch Selbsttötung entzieht, im nächsten Leben zur Strafe nur noch mehr Leid zu erwarten. Weil die Verbrecher den Eindruck erweckten, als ob sie nicht nur über diese Welt, sondern auch das Jenseits gebieten.
Der Tod ist für das herrschende Verbrechersystem also keine Schwelle, wo alles endet. Haben sie nicht über Jahrhunderte dem Volk mit der Hölle Angst gemacht? Also damit, dass dem Leiden hier nach dem Tode nur noch mehr Leid folgt, wenn man sich nicht brav unterwirft. Tod als Befreiung - das wäre ja zu schön. Da würden sich die Opfer des herrschaftlichen Terrors ja auf zwar drastische und unappetitliche, aber endgültige Weise aus dem Staub machen.
Ausweg Nr. 2: Sich tot stellen!
In einem Krimi erfahren einige Kleinganoven zu spät, dass sie eine Bank ausgeraubt haben, die der Mafia als Gelddepot dient. Und die Mafia wird sie jagen und töten. Denn die Mafia verfolgt jeden, den sie kriegen will, "es sei denn, sie denken, du seist tot". So macht es der überlebende Held des Films: er lässt die Mafia glauben, er sei in einem Auto verbrannt.
Nun ja ... nicht jeder Todesanzeige ist zu glauben. So gibt es das Gerücht, Möllemann habe nicht Selbstmrod begangen, sondern da eine Leiche vom Fallschrim plumpsen lassen. Damit ihn alle, die ihn aus Angst, er könne "auspacken", vernichten wollten, für tot halten.
Ausweg Nr. 3: Der Geldkoffer
Vor dreißig Jahren habe ich einen Roman gelesen, in dem ein Pilot wegen einer Sehschwäche nicht mehr fliegen konnte und als Portier in einer billigen Absteige arbeiten musste. Da stirbt ein Gast und hinterlässt netterweise einen Koffer mit 100 000 Dollar. Der Pilot vermehrt das Geld und als da gewissen Leute, denen man nicht widerspricht, Anspruch auf den Koffer erhoben, konnte er den anstandslos mit Geld drin zurückgeben. Und hatte in der Zwischenzeit selbst so viel Geld daraus gemacht, dass er "aussteigen" konnte.
Also: man kommt zu Geld, ohne sich da Zwängen unterwerfen zu müssen und in Abhängigkeiten zu geraten, aus denen es keinen Ausweg gibt.
Ausweg Nr. 4: Das Türschild entfernen
In Millionärsvierteln soll es an den Häusern keine Namensschilder geben. Was ich mir für Post und Besucher sehr nervig vorstelle. Die Besitzer der Villen sehen das wohl anders: Post kommt in irgendein Büro und Besucher werden eh handverlesen.
Dieses Prinzip "Wohnen ohne Adresse" ließe sich noch ausweiten. Vielleicht gibt es ganze Regionen, die auf den Landkarten und in einschlägigen Verzeichnissen eher vage beschrieben werden. So als gelbe Flächen, die Wüste suggerieren oder wo sich in Lexika nur vage Beschreibungen finden. Alldiweil da Leute leben und gut leben, die auf diese Anonymität gesteigerten Wert legen.
Ausweg Nr.5: Ordensgemeinschaften
Im Mittelalter waren die Templer ein Beispiel für einen trotz militärischer Pleiten in Nahost politisch und wirtschaftlich sehr erfolgreichen Orden. Im Grunde das, was heute ein Konzern ist. Ihr Erfolg schuf allerdings Neider, die den Orden liquidierten.
Aber hatte er vielleicht Nachfolger, die aus seinen Fehlern gelernt hatten? Ich meine damit nicht an der Ausübung von Herrschaft beteiligte Klüngel und "Geheimgesellschaften". Sonder eher Orden, die sich "raus halten". Den Templern, die selbst ein machtgeiler Verein gewesen sein mögen, brach ihre Präsenz in der Öffentlichkeit und die Teilhabe an der Herrschaftsausübung das Genick. Sie traten vielleicht zu großkotzig auf, alldiweil man als Teil des Herrenküngels immer irgendwie 3. Garnitur sein muss, um nicht als Bedrohung eliminiert zu werden.
Ein Nachfolgeprojekt der Templer würde daher darauf verzichten, "mitmischen" zu wollen. Dabei haben sie eh nichts versäumt, weil da doch immer nur Dummheit und Gier auf ihre Kosten kommen. Es würde auch "im Verborgenen" agieren, um nicht sichtbar und damit angreifbar zu sein. "Orden" wäre nur eine Organisationsform ohne Bezug zu dieser oder jener Religion.
Gibt es noch andere Ausstiegsmöglichkeiten? Bin an Infos sehr interessiert 
Geändert von Beverly (10.01.2009 um 19:34 Uhr).
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10.01.2009, 22:02
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#6
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Gast
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Hi Beverly,
Du schreibst:
Zitat:
Selbsttötungen wegen Vernichtung der Existenz kommen immer wieder vor. Wer hat nicht davon gehört oder gelesen. Vom Erwerbslosen bis zum Politiker und Unternehmer bringen sich etliche um, die nicht mehr "weiter wissen".
Man sollte meinen, wenn sich seine Widersacher das Leben nehmen, hat das System erreicht, was es wollte.
So einfach scheint es aber nicht zu sein. So verbieten sowohl die Kirche als auch der Philosoph Kant den Selbstmord und den Lehren der fernöstlichen Reinkarnation zufolge hat derjeniger, der sich in seinem akuten Leben dem Leid durch Selbsttötung entzieht, im nächsten Leben zur Strafe nur noch mehr Leid zu erwarten. Weil die Verbrecher den Eindruck erweckten, als ob sie nicht nur über diese Welt, sondern auch das Jenseits gebieten.
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Sicher sind die Mächtigen der Welt daran interessiert, die
Menschheit zu dezimieren (sie wissen nur noch nicht genau
wie...und wenigstens drei bis vier Milliarden sollten es
schon sein); indes sind sie aber niemals daran interessiert, den
Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen. Denn verlören
die Menschen die Angst vor dem Tod, verlören sie auch die
Angst vor denen, die sie beherrschen und unterdrücken.
...Sie müßten also noch mehr um ihr Leben bangen, als sie
das eh schon tun.
gruß
Iphi 
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10.01.2009, 22:28
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#7
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Gast
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...............und noch was.
Du schreibst:
Zitat:
wie kann man aus dem System aussteigen?
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Ich habe mich schon oft gefragt, wie man aus diesen letztendlich verbrecherischem System aussteigen kann, dass selbst durch einen Begriff wie "Kapitalismus" eher etikettiert als beschrieben oder gar analysiert wird.
Wegen des nicht enden wollenden täglichen Kleinkrieges und immer neuer bürokratischer Drangsalierungen ist mir schon oft der Gedanke gekommen: "In diesem System willst du nicht alt werden!"
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Tja, es gibt auch genügend Mächtige, die das System der Verbrecher,
des tumben Pöbels, der Warlords, der Terroristen --Kurz: Die diese
6,7 Milliarden Stück Menschenschrott gern für immer verlassen würden.
Sie haben auch schon einen Plan. Sie investieren immer mehr in das
Projekt Mars. Und sie wissen auch, daß der Pöbel unheimlich stolz
darauf sein wird, wenn es der Menschheit gelungen sein wird, den
Mars zu besiedeln.
......Und sie wissen auch, daß die hier verbleibenden Untermenschen
ein Einsehen haben werden, daß bei einem so teuren und
weitreichenden Unternehmen selbstverständlich nur ausgesuchte,
auserlesene, auserwählte Menschen ein Marsticket erhalten.
grüße
Iphi 
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11.01.2009, 12:53
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#8
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Schriftstellerin
Stammuser
Registriert seit: 04.01.2009
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Zitat:
Zitat von Iphigenie
...............und noch was.
Du schreibst:
Tja, es gibt auch genügend Mächtige, die das System der Verbrecher,
des tumben Pöbels, der Warlords, der Terroristen --Kurz: Die diese
6,7 Milliarden Stück Menschenschrott gern für immer verlassen würden.
Sie haben auch schon einen Plan. Sie investieren immer mehr in das
Projekt Mars. Und sie wissen auch, daß der Pöbel unheimlich stolz
darauf sein wird, wenn es der Menschheit gelungen sein wird, den
Mars zu besiedeln.
......Und sie wissen auch, daß die hier verbleibenden Untermenschen
ein Einsehen haben werden, daß bei einem so teuren und
weitreichenden Unternehmen selbstverständlich nur ausgesuchte,
auserlesene, auserwählte Menschen ein Marsticket erhalten.
grüße
Iphi 
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Hallo Iphi,
wenn die Herrschenden selbst so über die Zustände frustriert sind, dass sie zum Mars auswandern wollen. würde das noch von so etwas wie Stil und Vision zeugen.
Das sehe ich aber bei der Masse der Herrschenden nicht (Einzelheiten in einer Mail an eine Freundin, wo ich das Wesentliche hier reinstellen werde). Marsflüge und Raumfahrt - die ich übrigens unterstütze - ist bei den Herrschenden nicht sonderlich hoch im Kurs. Die geben allein für Schmuck so viel aus wie für die ganze Raumfahrt. Da ist es allenfalls eine Minderheit, die vor dem Dreck hier auf anderen Welten flüchten will. Wobei das durchaus legitim ist.
Die Mehrheit der Herrschenden ist mit dem Menschenschrott ganz zufrieden und er nützt ihnen ja - weil er Schrott ist. Wäre es anders, so müssten sie nur die Bildung, die sie ihren eigenen Gören in Internaten zugute kommen lassen, allen Menschen zur Verfügung stellen. Und in der Glotze nicht nur Scheiße senden lassen.
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11.01.2009, 12:56
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#9
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Schriftstellerin
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"Meister der Insel" oder Fliegen in der Scheiße
Ich bin wieder bei den alten Romanen von "Perry Rhodan" gelandet. Das ist zwar zu militaristisch, aber lenkt ab und hat auch interessante Gedanken. Im Zyklus "Die Meister der Insel" terrorisiert eine Bande Arschlöcher, die aus dem Verborgenen agiert und andere für sich kämpfen und leiden lässt, die Welt. Da werden Vasallen gefördert und platt gemacht, wenn sie zu mächtig oder zu lästig geworden sind. Ein Volk wird fast ausgerottet, nur weil seine Raumwerften den "Meistern" ein Dorn im Auge sind. Nicht mal ihre Schergen wissen, wer die "Meister" wirklich sind und ihre Opfer sprechen in hilflosem Zorn vom "Bösen an sich". Allerdings tun die Meister auch gut daran, sich zu verkriechen und aus dem Verborgenem zu agieren. Der erste "Meister", der mit Namen und Gesicht auftaucht, kratzt nämlich recht schnell ab.
Ich schreibe das, weil mich diese "Meister der Insel" doch sehr an die Arschlöcher erinnern, die unsere Welt terrorisieren. Wo ich weder einem Obama noch einer Merkel glaube, dass sie die reale Macht haben, die ihnen formal als mächtigster Mann und mächtigste Frau der Welt zugeschrieben wird. Die Macht haben Leute, die sich wie besagte Meister im Hintergrund halten und die wie besagte Meister aus im Grunde kleinlichen und kleingeistigen Motiven heraus ihre Welt terrorisieren. So nach dem Motto: immer neue Marionetten in den Vordergrund schieben, Vasallen aufbauen und abschießen, um neue Vasallen hoch zu ziehen. Lästige Konkurrenten notfalls ausrotten.
Oder gibt es in der realen Welt keine "Meister" im Hintergrund und ist der Wahn zum Selbstläufer geworden? Auch dafür gibt es Belege in der SF - die von allen gefürchtete Geheimgesellschaft, deren Sprecherin irgendwann zugeben muss, dass ihr "Schwarzer Block" nur noch aus ihr selbst besteht. Weil Geheimgesellschaften ebenso zum Opfer von Niedergang und Degeneration werden können wie die Gesellschaften, die - angeblich - von ihnen beherrscht werden.
Die Finanzkrise mit ihrer nicht enden wollenden Realsatire scheint mir so ein Fall zu sein. Hast du auch den Bericht des Aussteigers aus der City von London gesehen? Greller geht es gar nicht mehr und DAS kann SO nicht das Werk finsterer Verschwörer sein, sondern nur Ausdruck kollektiver Dummheit und Feigheit, Herrschsucht und Duckmäuserei, die gar keine "Meister" mehr braucht, vor denen sie kuscht.
Weil keiner sagt "es reicht!", machen dann alle fröhlich weiter, suchen als polit-funktionale Arschlöcher ihren Vorteil und das geht so lange, bis sie das System komplett gegen die Wand gefahren haben. Dann irren wir frustriert auf der Suche nach den Schuldigen rum und lynchen vielleicht auch ein paar Dummschwätzer und Schönredner und zerren ein paar Systemlinge vor den Volksgerichtshof. Die treiben dann nicht mit politischen Bekenntnissen, sondern mit BlaBla Ankläger und Richter zur Weißglut und führen der Welt mal wieder die Banalität des Bösen und die Bösartigkeit des Banalen vor.
Weil Schurken nur bei "Perry Rhodan" und co. Stil haben. Da lese ich die Bösewichter ziemlich gerne und lasse mich von ihnen unterhalten.
In Wirklichkeit sind sie aber ziemlich erbärmliche Kreaturen sind, die von anderen erbärmlichen Kreaturen aus der Gosse geholt wurden, um über Dreck zu herrschen. Schau dir doch den Cohn-Bendit und den Fischer an: hässliche Verräterquallen, die jeden Anstand und jede Vision aufgegeben haben, nur um Posten als Marionetten der herrschenden Klasse und Bauchredner ihrer Diskurse zu bekommen. Unterhaltungswert 0, Größe 0, was bleibt von ihnen: nichts!
Ich kannte virtuell einen Rechtsextremen, der sich wohl Hoffnungen machte, mit der NPD nach dem Ende der BRD zu den führenden Kadern eines neuen alten Deutschlands zu gehören. Der war zwar oft ein amoralisches Arschloch, aber zumindest konnte ich sein Streben nach "Größe" nachvollziehen. Möglicherweise hat er aber wie ich zu viel von diesem polit-romantischen Kitsch gelesen, wo auch die Untaten immer aus dem Streben eben nach Größe begangen werden. Man will die Weltherrschaft oder wenn man eine Galaxis beherrscht, will man die Nächste erobern ("Perry Rhodan"). Größe spielt da immer eine Rolle, egal wie man sie definiert. Die Bösen gehen dafür über Leichen, die Guten sehen ihre Größe darin, den Bösen das Handwerk zu legen. Und alle haben ihr Lektion von der Banalität des Bösen nicht gelernt.
Macht geht nicht einher mit Größe und großen Zielen. Macht geht einher mit Kleingeistigkeit und Phantasielosigkeit. Wer Macht haben will, muss sich selbst aufgeben - so hat es Hellmann geschrieben und so führen es die Fischers und Schröders vor. Wer Macht haben will, träumt nich von einem Chalet auf dem Olympus Mons auf dem Mars in 27 Kilometern höhe. Wer Macht haben will, gönnt sich allenfalls einen Bungalow in einer "gated community", die so ein Dreck ist, dass dagegen meine Neubausiedlung von 1967 ff. noch Luxus war. Weil man sich da nicht einzäunen musste und der Fabrikant neben seinen Angestellten wohnte.
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11.01.2009, 13:00
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#10
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Schriftstellerin
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Zitat:
Zitat von Iphigenie
(...)indes sind sie aber niemals daran interessiert, den
Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen. Denn verlören
die Menschen die Angst vor dem Tod, verlören sie auch die
Angst vor denen, die sie beherrschen und unterdrücken.
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Das ist der zentrale Punkt. Nur zu oft war das Leben so sch..., dass selbst Tod im Sinne von "nichts mehr, Ende, alles aus und vorbei!" als Erlösung wahrgenommen worden wäre. Deshalb mussten Religionen her, die den Menschen klar machten, dass sie auch nach dem Tode dem Zugriff der gleichen Mächte und Kräfte unterliegen wie im Diesseits. Und das, wer sich im Diesseits nicht fügt, unterwirft und leidet, im Jenseits noch mehr Leid zu erwarten hatte.
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