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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist Mainstream?



kladi
04.12.2009, 22:38
Was ist Mainstream (http://de.wikipedia.org/wiki/Mainstream)?

Ist Mainstream in Familie, Clique, Forum, Firma, ..., Politik, Wissenschaft, Gesellschaft vergleichbar?

Wie geht der jeweilige Mainstream mit "Abweichlern" um?

Können wir daraus Lehren ziehen?

Erwartungsvoll
Klaus

deserd
04.12.2009, 23:26
Ne, so stark allegorisch eher nicht.

Mainstream verbinde ich am ehesten mit Moderner Kultur der jüngeren Generationen in D, also eine Art "POP" in Film, Musik, Codecs, cliquen auch.

In Firmen eher wenig, da hat jede ihr Profil

In der Politik, kann man zwei Veränderungen finden, die sich in den wichtigsten Parteien finden: das ist zum einen die Kopf- oder Person-orientierte Politik sowie der Änderung der Funktionen von Parteien, sie dienen heutzutage hauptsächlich der Rekrutierung des Nachwuchses und weniger bzw gar nicht um die Umsetzung der gewünschten Politik

Familien, das kann man nicht verallgemeinern. Da gibt es traditionellen Familienbilder und und junge, möglicherweise auch ältere Patchwork-Families - aber auch junge Familien können sehr traditionell veranlagt sein.

Mit Abweichlern, das ist schon fast nicht mehr möglich, dass es sowas gibt, Abweichler sind nicht erwünscht, ich finde das gilt im aktuellen Neoliberalismus noch viel mehr als im historischen NS.
- Es ist aber jugendlichen, eigentlich auch Älteren durchaus möglich, verschiedene Identitäten anzunehmen. So kann man z. B. in der Arbeitswelt sehr voraussehend angepaßt sein - das quasi der Fast-Überall-Standart, (hängt aber auch vom Unternehmer ab, und kleine und mittlere Unternehmer können sehr individuell sein, auch darin, was sie ihren Mitarbeitern erlauben ...) , aber in der Freizeit den Crank-Freak spielen mit einer anderen Identität. Aber ich glaube, Ältere haben dann doch eher Schwierigkeiten mit sowas ... eine Rolle würde natürlich auch immer die persönliche Ökonomie spielen, aber auch, wie sehr man Menschen-freundlich ist .... aufgrund von Lebenserfahrungen

In der Politik ist Abweichlertum sehr unbeliebt und wird im Falle eines Falles entsprechend repressiv gemäß der Parteilinie und Partei-Geistes verfolgt

Wissenschaft: viele W.schaftler sind abhängig von ihrem Arbeitgeber

"Gesellschaft" ist zu allegorisch und kann so nicht erklärt werden diesbezüglich, in den klassischen Bürgerschichten gibt es natürlich sowas wie "Manieren", in freakszenen- und cliquen gibts dafür z. B. "The Code Is The Message" - ist halt kultiger ....

Zu Foren kann auch nix gesagt werden, weil Ein Forum ist wieder ganz anders ist als das andere - jeweilige Foren-Individualität, würde ich das nennen ...

Lehren ziehen ? - Nicht wirklich, würde ich sagen. Die Familie, in die man geboren wird, kann man sich nicht aussuchen ..., den Job so einfach auch nicht .... Bei Freunden, Cliquen ist das wohl etwas anders .... ich würde mir allerdings nicht soviel davon versprechen.

Nicht zuletzt wieder die persönliche ökonomische Situation, das zermürbt Leute aus den ärmeren Schichten schon auch, wobei ich deutlich drauf hinweisen würde, das Reiche Menschen auch nicht per se besser gestellt sind und ebenso viele Regeln erfüllen müssen, - vor allem eher Jugendlichere, aber auch nicht nur die Jüngsten ....
Einschlägige Filme, Bücher über Familiengeschichten usw geben oft darüber weis ....

Mainstream ist für mich erst mal in der Breite die aktuelle Medien-Landschaft, mehr kulturell als politisch, das ist deutlich, abgeehen von den Funktionsänderungen der Parteien; Obama ebenso, ist absolut Pop, seine Herkunft spielt allerdings eine wichtige Rolle für seinen Job

Die klassischen Bürgerschichten würde ich höchstens im weniger konsumierten Kultur-Sektor dazuzählen, was wohl auch wenig verbreitet ist. Ein weit verbreitetes Bürgertum von mehreren Schichten würde ich eher nicht als Mainstream bezeichnen.

kladi
04.12.2009, 23:42
Hi deserd,

zunächst einmal Danke für die schnelle, ausführliche Antwort!

Ich habe mir nur diesen Satz heraus gegriffen:

Familien, das kann man nicht verallgemeinern.

In den meisten Fällen gibt es in einer Familie einen 'Meinungsführer', der auch bestimmt, wie mit 'Abweichlern' zu verfahren ist.

Hier beginnt es doch!!

Den Rest lege bitte unter's Kopfkissen.
Bis morgen
Klaus

jovi
04.12.2009, 23:43
Können wir daraus Lehren ziehen?


hallo klaus

auf welchem gebiet möchtest du das gelernte einsetzen?
was möchtest du den erreichen?

oloool
05.12.2009, 00:40
Was ist Mainstream (http://de.wikipedia.org/wiki/Mainstream)?



Dahinter verbirgt sich der Begriff "öffentliche Meinung".

Die These, direkte Demokratie sei die beste Organisationsform, entspringt der Erkenntnis, dass der Querschnitt vieler Meinungen genauer/wahrer ist als jede Einzelmeinung.

Das ist natürlich unpraktisch für jede Herrschaftsform.
So entstanden die Religionen mit ihren Funktürmen. Später brachte uns die Wissenschaft das Radio, Film und Show ans Bett. Bequemlichkeit ohne Sendeschluss. Und so begreifen wir heute auch kaum, dass die halbwegs gesunden Früchte der Wissenschaft, ihr konstruktiver Teil, "künstlerisch" wieder der Religion zum Opfer dargebracht ist.

Die ehrliche Wissenschaft ist das Opferlamm. Aus dem Grand Master erschallt dröhnend Gelächter und seine Niederen zerhauen wild die Honigwaben...

kladi
05.12.2009, 00:56
Hallo jovi,

jeder war mal als Kind 'Gegen den Mainstream'. Alle, außer Dir, haben sich hier an die Klein-/Großschreibung angepasst.

Möchtest Du Deine Fragen wiederholen?
Klaus

kladi
05.12.2009, 01:26
Die ehrliche Wissenschaft ist das Opferlamm. Aus dem Grand Master erschallt dröhnend Gelächter und seine Niederen zerhauen wild die Honigwaben...

Bingo!

Ich habe noch nie etwas Dümmeres gehört!

kladi
05.12.2009, 01:29
Sag an, "Blöder Vogel!",

warum hast Du Angst vor 'Wissenschaft'?

Sie tut Dir doch nichts!

oloool
05.12.2009, 01:36
Bingo!

Ich habe noch nie etwas Dümmeres gehört!



Nein?

Ich schon: Akuter CO-2-Klimawandel zum Beispiel mitsamt den destruktiven "Lösungsansätzen" zur Abwehr der Sonneneinstrahlung mit Spiegeln und Sprays..., ganz "aktuell".

;)


Oh und ich habe keine Angst vor Wissenschaft, nein keine.
Lese, mein Freund, lese! Nicht gleich schießen, erst denken...

Hellmann
05.12.2009, 06:31
Ich schon: Akuter CO-2-Klimawandel zum Beispiel mitsamt den destruktiven "Lösungsansätzen" zur Abwehr der Sonneneinstrahlung mit Spiegeln und Sprays..., ganz "aktuell".
Ja. es ist wie ein Alptraum. Hätte nie geglaubt, so einen Wahnsinn selber noch mal erleben zu müssen.

Sag, kladi, auf welcher Seite stehst Du in dieser Frage. :rolleyes2:

Mainstream ist das, was die Massenmedien propagieren.

deserd
05.12.2009, 06:41
warum hast Du Angst vor 'Wissenschaft'?

Sie tut Dir doch nichts!


Kladi, das ist großer Schwachsinn. Wissenschaftler sind leicht käuflich.

Hellmann
05.12.2009, 06:53
warum hast Du Angst vor 'Wissenschaft'?

Sie tut Dir doch nichts!
Also: die sogenannten Wirtschaftswissenschaftler wollen uns ständig die Löhne und Sozialleistungen kürzen, um die Profite zu steigern.

Dann behaupten die, schon die Wirtschaftslage im Jahr 2060 zu kennen und dass die Renten dann nicht mehr zu finanzieren wären, und fordern Rentenkürzungen und private Vorsorge für das Alter bei privaten Versicherungskonzernen, in deren Beratergremien die gleichen Leute dann für viel Gehalt sitzen.

Beverly
05.12.2009, 13:37
Dann behaupten die, schon die Wirtschaftslage im Jahr 2060 zu kennen(...)wobei deren "Zukunftsvisionen" für derartige Zeiträume grundsetzlich Horror sind.

jovi
05.12.2009, 15:10
Mainstream frei übersetzt die Haupt Strömung. Haupt impliziert aber dass es noch was anderes gibt, sagen wir mal ‚Neben Strömung’. Die Nebenströmung hat die Chance zur Hauptströmung zu mutieren. Je falscher die Hauptströmung, desto wahrscheinlicher die Mutation.

Nun gibt es Kräfte, die versuchen die ‚Abweichler’ zur Hauptströmung zurückzubewegen. Der Grund dieses Phänomens ist dass die Hauptströmung eine gewisse Beständigkeit aufweist. Die Beständigkeit zu verlieren führt wiederum zu Angst und Furcht. Was passiert wenn? Werde ich mich in der neuen Situation zurechtfinden? Muss ich mein hart erarbeitetes Können aufgeben? Habe ich dann noch eine Chance?
Das Bedürfnis nach Sicherheit wird gebrochen, vielleicht auch das Bedürfnis nach Mühelosigkeit.

Eine der Möglichkeiten Leute wieder auf den Kurs zu bringen ist, dem abweichenden Verhalten negative Eigenschaften zu assoziieren. Dies geschieht meist indem man die Leute in eine kleine Gruppe einordnet, die gewünschte negative Eigenschaften aufweist. Zum Beispiel „Wenn Ihr keine etablierte Partei wählt, dann unterstützt ihr kleine extremistische, (in Deutschland Nazi-) Parteien.“ So wird dem Nichtwähler einer etablierten Partei Nazieigenschaften vorgeworfen.



jeder war mal als Kind 'Gegen den Mainstream'. Alle, außer Dir, haben sich hier an die Klein-/Großschreibung angepasst.


Du versuchst hier auch mich auf den Mainstream zu locken, indem Du mich mit einem Kind assoziierst, was wahrscheinlich in den Köpfen als noch dumm, unreif, weis nicht wo es lang geht, fehleranfällig verbunden ist. Das zweite ist die Ausgrenzung aus der Gruppe „Alle, außer Dir“ obwohl das bei genauem Hinsehen gar nicht wahr ist – aber Wahrheit muss sich bei solchen Aktionen der kurzsichtigen Plausibilität unterordnen. (Nein, ich nehme es Dir nicht krum, da es eine weit verbreitete Handlung ist die oft unbewusst ausgeführt wird.)

Hast aber auch „Meinungsführer“ (Mf) genannt, ein Fachwort aus der „Mainstream“ berührenden Disziplin (Soziologie? Psychologie? Philosophie? Marketing?). Dies sind Leute die in der Gruppe auf einem gewissen Feld Anerkennung verdient haben. In diesem Feld (, womöglich auch übertragend in den anderen) haben sie die Chance den Mainstream zu beeinflussen. Gefährlich wird’s wenn Mf dieses Recht nicht von anderen bekommen sondern versucht es an sich zu reißen und mit Gewalt bzw Gewaltandrohung es verteidigt (Alphatier?).

So, Bedürfnis nach Sicherheit habe ich schon genannt, weiterhin gibt es Bedürfnisse nach Wissen und nach sozialer Anerkennung. Noch mal, nimm Dir Zeit um nachzudenken was Du möchtest. Womöglich kannst Du dann diese Frage selbst beantworten:



Möchtest Du Deine Fragen wiederholen?

Beverly
06.12.2009, 12:27
Mainstream ist das, was die Massenmedien propagieren.

Die Probleme fangen damit an, dass der Mainstream nicht zu definieren ist. IMHO ist seine wichtigste Eigenschaft:

Der Amoklauf gegen klare Strukturen jeder Art!

Dadurch wird das Leben der Menschen auf die eine oder andere Art immer anomischer und sinnloser. Haben sie die Schnauze voll von Liberal Ultra und Anti-Deutschen, Wester-Schwester und Klima-Äinschie, und suchen nach Sinn und Ordnung, finden sie nur noch mehr Unsinn:

- die offenbar nicht auszurottenden stalinistischen Restbestände bei den Linken von den Stalinknutschern der MLPD bis zu den Stasi-Leuten bei der Linken
- den neofaschistischen Dummfug bei der Rechten, die nur sauer auf die Stalinisten sind, weil sie mit ihrem Idol zumindest in Deutschland nicht durch die Straßen laufen dürfen
- den bigotten Fundamentalismus bei Christen, Juden und Moslems, Hindus und Buddhisten, deren Schwachsinn nicht Überwindung, sondern übelster Ausdruck der Postmoderne ist

Ich halte es da für irreführend, von einem Mainstream zu sprechen und sich da eine klare und eindeutige Richtung vorzustellen, auf die sich die große Mehrheit geeinigt hat. Sozusagen ein Fluss mit klar erkennbaren Ufern und wohl definierter Fließrichtung. Das gäbe Unzufriedenen und Marginalisierten zumindest die Möglichkeit, sich abzugrenzen und aus der Abgrenzung heraus Forderungen und Interessen zu artikulieren.
Aber unser Mainstream tritt stets über die Ufer und fließt dabei nirgendwohin. Wir sind alle Teil von ihm und haben nur noch die Wahl, ob wir als Fisch aus eigener Kraft und mit eigenem Verstand in der Brühe schwimmen oder tot und bauchoben treiben. Wobei die Metapher mit den toten Fischen durchbrochen wird: im Mainstream reißen die toten mitschwimmenden Fische ihr Maul am weitesten auf :)

deserd
06.12.2009, 12:56
a Mainstream bezieht sich, wie schon mehrfach behauptet, auf Kultur und Medien, und nicht auf den Großanteil von der klassischen Bürgerschichten und -gesellschaften.

b Mainstream, diese Hypothese stelle ich mal auf, können durchaus auch mehrere Streams sein, die die Rolle einer Avantgarden Bewegung (Avantgarde = eine Art Vorhut) spielen; im Vergleich (Menge der Angehörigen) zur Gesamtgesellschaft sind sie eher marginal, aber sozusagen Pioniere der Zukunftsgesellschaft

c Es ist aber zu erwarten, dass die Ausstrahlung der Mainstream-Groups eine Faszination auf Leute ausüben, die eher dem klassischen Bürgerschichtentum angehören-insofern entstehen im Laufe der Zeit immer mehr Gesellschaftspekten auch in den klassischen Bürgerschichten.

deserd
06.12.2009, 13:09
Hi deserd,

zunächst einmal Danke für die schnelle, ausführliche Antwort!

Ich habe mir nur diesen Satz heraus gegriffen:


In den meisten Fällen gibt es in einer Familie einen 'Meinungsführer', der auch bestimmt, wie mit 'Abweichlern' zu verfahren ist.

Hier beginnt es doch!!

Den Rest lege bitte unter's Kopfkissen.
Bis morgen
Klaus

Völliger Quark! So einfach ist das nicht !

In Bezug auf "Familie", das ist eben auch vieles denkbar, und die Kombination von Regeln und "Lebensstil" aus verschiedenen "Kulturkreisen" machts

ALSO: d. h. es ist ganz klar möglich, dass eine eigentlich eher traditionelle Familie mit einem eigentlich autoritärem Charakter mit einem durchaus modernem Patchwork-Identy-Style arbeitet, zum einen, weil es praktikabel sein wird, zum anderen, weil es einfach aus ökonischen Gründen schlichtweg erforderlich ist.

Übrigens, dein verwendetes Wort "Abweichler" finde ich einfach nur widerlich. Es gibt bestimmt eine bessere Beschreibung dafür.

oloool
06.12.2009, 14:10
Die Probleme fangen damit an, dass der Mainstream nicht zu definieren ist. IMHO ist seine wichtigste Eigenschaft:

Der Amoklauf gegen klare Strukturen jeder Art!



Aber, würde das stimmen, wäre der Mainstream ja ein Pool diffus wirkender Individuen, gegen klare Strukturen gerichtet, hieße doch, es hätte sich niemals ein Herrschaftssystem etablieren können. Auch religiöse Kreuzzüge hätte es nicht gegeben...

;)

deserd
06.12.2009, 16:31
Aber, würde das stimmen, wäre der Mainstream ja ein Pool diffus wirkender Individuen, gegen klare Strukturen gerichtet, hieße doch, es hätte sich niemals ein Herrschaftssystem etablieren können. Auch religiöse Kreuzzüge hätte es nicht gegeben...

;)

Hmm ..., ja ..., zustimm ....

Aber im Prinzip war das Herrschaftssytem schon immer zuerst da und Mainstream eben ein Phänomen, dass sich aus dem "überschuss" speisst

Inzwischen ist eh schon nicht mehr einfach zu erkennen, ob Avantgarde-Groups des Mainstreams herrschaftskritisch oder eher herrschaftskonform sind - da könnte man z. B. Groups der Antideutschen nehmen ... die würde ich teils auf jeden Fall zum Feld "Mainstream" rechnen, obwohl politisch - also eine Ausnahme

Also stimmt diese Aussage nicht: >>Der Amoklauf gegen klare Strukturen jeder Art!<<,- denn es ja im Gegenteil "in", einfach alles zu verstecken und nur dort mit ganz klaren Aussagen zu arbeiten, die sich 100pro etabliert haben und einfach nur abgeleiert werden wie "Mut gegen Rechts(extrem)"

Das passiert inzwischen fast überall, einige sichere Parolen als verständliche Basis und im Dunkelfeld eine vielfach gelayerte und auslegbare Think-Collection parat haben für alle Fälle, die gut genug ist, alle Angriffe abzuwehren und nicht genehme Positionen nach Art der dreifachen Wahrheitsverdrehung erst mal zum Schweigen zu bringen. - Das ist jetzt das Feld "(Politische) Kommunikation", ganz sicher eine Errungenschaft auch des Mainstreams bzw besser gesagt des Mainstream-Wirken, und zwar der Avantgarde Groups, aber letztlich arbeiten längst auch konservative Politiker damit, auch wenn sie eher dem traditionellen klassischen Bürgerschichttum angehören -- was ja absolut kein Widerspruch ist, sondern eine logische Folge.

Beverly
06.12.2009, 21:10
Aber, würde das stimmen, wäre der Mainstream ja ein Pool diffus wirkender Individuen, gegen klare Strukturen gerichtet, hieße doch, es hätte sich niemals ein Herrschaftssystem etablieren können. Auch religiöse Kreuzzüge hätte es nicht gegeben...

;)

Ooops,

da habe ich etwas übersehen bzw. vergessen. Wenn man unter "klare Strukturen" Regeln und Normen versteht, die den Bedürfnissen der Menschen nach Sicherheit ebenso entsprechen wie ihren Veranlagungen und die erfüllbar sind, dann ist es mit der Herrschaft so:

Sie setzt Regeln und Normen, die

- nicht den Bedürfnissen und Veranlagungen der Menschen entsprechen
- die für die Beherrschten keinen Sinn ergeben
und die deshalb
- nicht erfüllbar sind

In wievielen Tyranneien und Bürokratien ist man immer Rechtsbrcher oder mit der "Pflichterfüllung" in Verzug, weil es da für 435 Angelegenheiten 9870 Normen gibt?
Konfrontiert uns die Gesellschaft nicht in steigendem Maße mit "Anforderungen" aller Art, denen wir immer weniger gerecht werden können?

Hellmann
07.12.2009, 00:17
Sie setzt Regeln und Normen, die

- nicht den Bedürfnissen und Veranlagungen der Menschen entsprechen
- die für die Beherrschten keinen Sinn ergeben
und die deshalb
- nicht erfüllbar sind

In wievielen Tyranneien und Bürokratien ist man immer Rechtsbrcher oder mit der "Pflichterfüllung" in Verzug, weil es da für 435 Angelegenheiten 9870 Normen gibt?
Konfrontiert uns die Gesellschaft nicht in steigendem Maße mit "Anforderungen" aller Art, denen wir immer weniger gerecht werden können?
Das ist Absicht. So hält man die Untertanen beschäftigt und immer in Angst, irgendeiner Pflicht nicht nachgekommen zu sein oder gegen eine Vorschrift verstoßen zu haben.

Wen man disziplinieren will, dem weist man seine Verfehlungen nach und straft ihn ab. Die Anderen kuschen, damit ihnen nicht dasselbe passiert.

Beverly
07.12.2009, 07:14
Das ist Absicht. So hält man die Untertanen beschäftigt und immer in Angst, irgendeiner Pflicht nicht nachgekommen zu sein oder gegen eine Vorschrift verstoßen zu haben.

Wen man disziplinieren will, dem weist man seine Verfehlungen nach und straft ihn ab. Die Anderen kuschen, damit ihnen nicht dasselbe passiert.

Das geht aber nur so lange gut, bis die Untertanen auf die eine oder andere Art die Verarschung merken. Wenn die Menschen erst einmal begriffen haben, dass sie all die "Angelegenheiten" gar nicht vernünftig regeln können, die Normen unerfüllbar und die Forderungen überzogen sind, ist Feierabend.
An mir selbst erlebe ich, dass ich für Verhaltensweisen Verständnis aufbringe, die ich noch vor kurzer Zeit verurteilt habe. Weil die Leute, die da auf die eine oder andere Art zu Messies werden, entweder dem Druck nicht mehr stand gehalten haben oder sich nicht anders wehren können.
Dann kullern halt die leeren Flaschen durch die S-Bahn-Waggons und der Dreck liegt im Vorgarten eines Mietshauses, wo sich die von den Mietern zu zahlenden Kosten für Hausreinigung binnen eines Jahres verdoppelt haben.
Beim nächsten Termin im Jobcenter setzt man dann halt dem Sachbearbeiter eine Ratte auf dem Schreibtisch, obwohl das früher als ekelhafte Anekdote über einen Asozialen die Runde gemacht hat.
Die Lügen der Religionen machen einen dann halt zum Kirchenhasser, Minarett-Verbieter (wie in der Schweiz) und Antisemiten in Personalunion, wobei nur noch die Frage offen ist, ob schon Moses, Jesus und Mohammed solche großen *********** waren wie ihre modernen Epigonen. Den Lügen der "Aufklärer" glaubt man aber auch nicht mehr, schon allein weil die Moderne randvoll mit religiösem Mummenschanz ist, der mir heute noch abartiger und totalitärer als vor 1000 Jahren scheint.
Das Geseiere der Deutschnationalliberalkonservativen über das stets vor dem selbst verschuldeten Untergang zu rettende Deutschland macht einen dann halt zur Antideutschen und das ekelhafte Gebaren der Berufsmigranten, die meinen, Deutschland "übernehmen" zu müssen, zur rabiaten Anhängerin eines Weltstaates und einer Weltregierung mit Zähnen und Klauen. Dann kriegen halt die Nationalfuntalisten die Zucht und Ordnung, die sie immerzu nur für andere forderten, mal selbst zu spüren. Wer noch 2001 beim Angriff auf das WTC entsetzt und solidarisch mit den USA war, hat nach all den Orgien an Korruption, Bigotterie und Heuchelei in "God's own country" heuer nur noch Fantasien, da Traufhöhe Null flächendeckend einzuführen :rolleyes2:

Britta
09.12.2009, 06:52
Ich war noch nie 'Mainstream'. Die Kreise, in denen ich mich so bewege, sorgen alleine schon durch ihr Äusseres und ihr Auftreten dafür, dass sich Mainstream-Menschen fernhalten.

Ich habe diese Gesellschaft gewählt, weil es da ehrlicher zugeht und Heuchelei sehr selten ist. Man sagt was man denkt und ist füreinander da, was in der normalen Welt immer seltener zu finden ist, unter dem, was man Freunde nennt.

Dieses 'jeder ist sich selbst am Nächsten' und ins Gesicht lächeln, während man bereits das Messer im Rücken hat, geht mir schon lange gegen den Strich und wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Nur, was tun? Einfach warten, bis über 50% der Menschen gelernt hat, dass sie sich so gegenseitig das Leben zur Hölle machen (lassen)?

Die Politik will ja einen solchen Mainstream, eine Masse die sich einfach lenken läßt und alles mit sich machen läßt und vor Allem Angst hat. Genau so ein Volk ist es geworden und genauso dumm sind die Politiker, die sich gar nicht mehr anstrengen müssen, ihre schlechten Eigenschaften zu verbergen, denn es ist keiner mehr da, der sich traut ihnen unangenehme Wahrheiten zu sagen oder in einer Position dafür wäre und wenn mal wieder einer auftaucht, ist er auch ganz schnell wegkomplimentiert oder sonstwie mundtot gemacht.

Es wäre schon lange an der Zeit, dem Mainstream eine andere Richtung zu geben und vor allen Dingen die Ehrlichkeit zurückzubringen, aber manch einer würde sein Gesicht verlieren und wieder Andere wollen nicht auf lukrative Lügen verzichten, während manch einer auch auf Rache aus ist. Was fehlt ist ein Dialog, wobei es auch wieder starke Interessen gibt, diesen zu verhindern. Irgendwie ein einziges Wirrwar.

Also bleibt nur abzuwarten, bis es wirklich für die Mehrheit unerträglich wird und nebenbei das eigene Leben in einer kleinen Oase zu geniessen.

Beverly
09.12.2009, 07:17
Also bleibt nur abzuwarten, bis es wirklich für die Mehrheit unerträglich wird(...)

In einem anderen Forum schrieb ein User sinngemäß: "Die Deutschen marschieren immer stur so lange in eine Richtung, bis sie da gegen die Wand laufen. Dann rappeln sie sich auf, marschieren in die andere Richtung, bis sie da gegen die Wand laufen."

So war es mit

- Deutschnational im Kaiserreich: 1918 gegen die Wand
- Liberal Ultra I in der Weimarer Republik: 1933 gegen die Wand
- dem Nationalsozialismus: 1945 gegen die Wand
- dem DDR-Sozialismus: 1989 gegen die Wand

Das Tragische daran ist, dass in allen Projekten auch Richtiges enthalten war, aber das Falsche und Böse über kurz oder lang triumphierte. Im Kaiserreich setzten sich die imperialen und großmäuligen Dumpfbacken durch, sowohl in der Weimarer Republik als bei ihren rechten Gegner die Kretins und in der DDR die Traumtänzer um Honecker und das reaktionäre Spießerpack, das nun so tut, als ob sie da die Opfer und Widerstandskämpfer waren.

Über den akuten Liberalismus hat ein anderer User im gleichen Forum geschrieben, er müssen einen tiefen Fall mit einem lauten und dumpfen Aufschlag tun. Ich fürchte nur, dass das zu einem spießig-autoritärem Intermezzo in der Art von Drittem Reich und DDR führt, dessen Protagonisten mit Bigotterie und Repression die Menschen so lange drangsalieren, bis der Boden für die nächste "Demokratiebewegung" bereitet ist. Und der Liberalismus sein Comback feiert :rolleyes2:

Die "es muss erst schlechter werden, damit es besser wird"-Argumentation führt also zu nichts. Horror- und Untergangsszenarios sind integraler Bestandteil des Systems. "Der Kapitalismus braucht Krisen um weiter zu existieren" - diesen Satz des Professors Altvater sollten sich alle hinter die Ohren und auf den Spiegel schreiben, die meinen, dem System mit einem großen Knall beikommen zu können. Daran sind im 20. Jahrhundert Linke und Rechte gescheitert und haben außer 130 Millionen Tote nichts bewirkt.

Das adäquate Strafszenario für das einschlägige Pack ist eine Welt, wo es den einfachen Menschen sofort und ohne Umweg über neue Katastrophen besser geht. Einigen Früchtchen kann es dann ruhig schlechter gehen.


nebenbei das eigene Leben in einer kleinen Oase zu geniessen.

Gerade das ist in diesem System ein Ding der Unmöglichkeit. Die Oase für jeden bzw. jede Kultur, wo sie nach ihrer Facon selig werden können, gibt es nur in einer gerechten Gesellschaft.

Britta
09.12.2009, 07:47
Gerade das ist in diesem System ein Ding der Unmöglichkeit. Die Oase für jeden bzw. jede Kultur, wo sie nach ihrer Facon selig werden können, gibt es nur in einer gerechten Gesellschaft.
Eine gerechte Gesellschaft kann die Familie sein, oder der Freundeskreis.

Und ich habe jede Menge Spaß in meiner kleinen Oase. Manchmal auch mit Mainstreamlern.

Beverly
09.12.2009, 10:35
Eine gerechte Gesellschaft kann die Familie sein, oder der Freundeskreis.

"Es gibt kein gutes Leben im Schlechten" und all jene, die glauben, dass eine "durchliberalisierte" Gesellschaft im Gegensatz zu anderen Totalitarismen wenigstens den Rückzug in die Nische erlaubt, werden sich früher oder später diese Nische nicht mehr leisten können.

Britta
09.12.2009, 16:06
"Es gibt kein gutes Leben im Schlechten" und all jene, die glauben, dass eine "durchliberalisierte" Gesellschaft im Gegensatz zu anderen Totalitarismen wenigstens den Rückzug in die Nische erlaubt, werden sich früher oder später diese Nische nicht mehr leisten können.
Berverly, Nischen finden sich sogar in den Slums der 3. Welt.

Che
10.02.2013, 14:41
Das ist ja ein interessanter alter Faden hier, den es sich lohnt, wiederzubeleben.
Jetzt, wo doch einiges los ist auf PSW, also nochmal die Frage:
Was ist Mainstream ?

Anbei zitiert sei einer der alten Beiträge, mit dem ich persönlich mich anfreunden kann:
Dahinter verbirgt sich der Begriff "öffentliche Meinung".

Die These, direkte Demokratie sei die beste Organisationsform, entspringt der Erkenntnis, dass der Querschnitt vieler Meinungen genauer/wahrer ist als jede Einzelmeinung.

Das ist natürlich unpraktisch für jede Herrschaftsform.
So entstanden die Religionen mit ihren Funktürmen. Später brachte uns die Wissenschaft das Radio, Film und Show ans Bett. Bequemlichkeit ohne Sendeschluss. Und so begreifen wir heute auch kaum, dass die halbwegs gesunden Früchte der Wissenschaft, ihr konstruktiver Teil, "künstlerisch" wieder der Religion zum Opfer dargebracht ist.

Die ehrliche Wissenschaft ist das Opferlamm. Aus dem Grand Master erschallt dröhnend Gelächter und seine Niederen zerhauen wild die Honigwaben...

Pécuchet
10.02.2013, 16:44
der Beitrag des olool hat etwas surreales...

sollte es auf das Reale zurückgeführt werden, dann wäre das mühsam....

lol
lol

außerdem gibt es eine fassbaren begrifflichen Bedeutung für Mainstream nicht. Der Begriff wird als "Parole" ebenso genutzt von interessierten Kreisen, wie der Begriff Gutmensch von den anderen Kreisen

lach und echt :kopfkratz:

Che
10.02.2013, 18:41
außerdem gibt es eine fassbaren begrifflichen Bedeutung für Mainstream nicht. Der Begriff wird als "Parole" ebenso genutzt von interessierten Kreisen, wie der Begriff Gutmensch von den anderen Kreisen
Nein, der Vergleich taugt hinten und vorne nicht !
Mainstream kann mehreres sein, das schon. Aus diesem Grund kann man es gelten lassen, dass es keine fassbare begriffliche Bedeutung gibt, aber sicher nicht aus dem von dir angeführten Grund.
Mainstream Jazz oder Pop ist natürlich etwas anderes als medialer Mainstream oder gesellschaftlicher oder wieder anders: politischer.
Dem zu Grunde liegt allerdings eine Gemeinsamkeit: Mainstream ist das Ding der Masse, der Geschmack oder die Meinung, dem die Herde folgt - wer abweicht, ist ein Aussenseiter, und wer will das schon ?
Das Gegenstück nennt sich Independent wenn es um Kunst geht, wenn es um Medien geht ist daraus das Indie-medien erwachsen - die Gemeinsamkeit liegt auch hier auf der Hand: Es bedeutet ja Unabhängigkeit.

Nun soll das hier ja ein Politikforum sein, von daher soll der Begriff im Bezug auf die Musik oder die Kunst im allgemeinen nicht interessieren.
Was interessiert ist der Mainstream medialer, politischer und gesellschaftlicher Natur, und der ist fassbar:
Mainstream ist das, in dem man mitschwimmen kann, ohne groß nachdenken zu müssen.
Will man tiefer darüber sinnieren, was Mainstream ist, landet man unweigerlich bei einem Mann, der schon einmal im Forum aufgetaucht (http://www.politik-sind-wir.de/showthread.php/36397-Wie-Propaganda-in-Zeiten-des-Krieges-funktioniert?p=93750&viewfull=1#post93750) ist, in ähnlichem, aber nicht genau dem Zusammenhang.

Der Mainstream ist nämlich nicht nur einfach da, er wird fabriziert, dieMainstreammedien geben ihn vor. Er ist wie die Flöte des Rattenfängers.
Sehr interessanter Text zum Thema von Noam Chomsky:
Warum die Mainstreammedien "Mainstream" sind (http://www.zmag.de/artikel/Warum-die-Mainstreammedien-Mainstream-sind)

Pécuchet
10.02.2013, 18:59
Nein, der Vergleich taugt hinten und vorne nicht !
Mainstream kann mehreres sein, das schon. Aus diesem Grund kann man es gelten lassen, dass es keine fassbare begriffliche Bedeutung gibt, aber sicher nicht aus dem von dir angeführten Grund.
Mainstream Jazz oder Pop ist natürlich etwas anderes als medialer Mainstream oder gesellschaftlicher oder wieder anders: politischer.
Dem zu Grunde liegt allerdings eine Gemeinsamkeit: Mainstream ist das Ding der Masse, der Geschmack oder die Meinung, dem die Herde folgt - wer abweicht, ist ein Aussenseiter, und wer will das schon ?
Das Gegenstück nennt sich Independent wenn es um Kunst geht, wenn es um Medien geht ist daraus das Indie-medien erwachsen - die Gemeinsamkeit liegt auch hier auf der Hand: Es bedeutet ja Unabhängigkeit.

Nun soll das hier ja ein Politikforum sein, von daher soll der Begriff im Bezug auf die Musik oder die Kunst im allgemeinen nicht interessieren.
Was interessiert ist der Mainstream medialer, politischer und gesellschaftlicher Natur, und der ist fassbar:
Mainstream ist das, in dem man mitschwimmen kann, ohne groß nachdenken zu müssen.
Will man tiefer darüber sinnieren, was Mainstream ist, landet man unweigerlich bei einem Mann, der schon einmal im Forum aufgetaucht (http://www.politik-sind-wir.de/showthread.php/36397-Wie-Propaganda-in-Zeiten-des-Krieges-funktioniert?p=93750&viewfull=1#post93750) ist, in ähnlichem, aber nicht genau dem Zusammenhang.

Der Mainstream ist nämlich nicht nur einfach da, er wird fabriziert, dieMainstreammedien geben ihn vor. Er ist wie die Flöte des Rattenfängers.
Sehr interessanter Text zum Thema von Noam Chomsky:
Warum die Mainstreammedien "Mainstream" sind (http://www.zmag.de/artikel/Warum-die-Mainstreammedien-Mainstream-sind)

Ist mir viel zu kurz.....

a) wenn es so ist, wie du es jetzt interpretierst, dann gibt es auch keinen zu kritisierenden mainstream.....weil ? es allein an der Vielzahl der Köpfe liegt, dass er akzeptiert wird und das hat mit kritischer Aufklärung nichts zu tun, denn die erreicht nie die Mehrzahl der Köpfe... hier zieht das Beispiel mit den Milliarden Fliegen , die Scheize fressen, nicht.....hier zieht das Vielaugenprinzip das sehen kann, vielleicht nicht umsetzen kann oder sogar nicht sehen will...ist aber alles legal und für nicht zu illegitimer Meinungsfindung.

b) es eigentlich nichts schlechtes ist in der Vielzahl zu einer Meinung zu kommen, das ist Urprinzip der Demokratie und nichts verwerfliches...es ist Urprinzip der Meinungsfreiheit -ohne die echte Demokratie nicht existieren kann - jederzeit seine Meinung darzustellen. das nicht Durchdringen seiner Meinung auf den sog mainstream zu schieben, der die kritische Vernunft ausgeblendet haben soll, ist was ?........Selbstbetrug.

also Fazit für den pppplöden Pec..der mainstream ist eine Schimäre.

echt :))

Snafu
10.02.2013, 19:02
Nein, der Vergleich taugt hinten und vorne nicht !
Mainstream kann mehreres sein, das schon. Aus diesem Grund kann man es gelten lassen, dass es keine fassbare begriffliche Bedeutung gibt, aber sicher nicht aus dem von dir angeführten Grund.
Mainstream Jazz oder Pop ist natürlich etwas anderes als medialer Mainstream oder gesellschaftlicher oder wieder anders: politischer.
Dem zu Grunde liegt allerdings eine Gemeinsamkeit: Mainstream ist das Ding der Masse, der Geschmack oder die Meinung, dem die Herde folgt - wer abweicht, ist ein Aussenseiter, und wer will das schon ?
Das Gegenstück nennt sich Independent wenn es um Kunst geht, wenn es um Medien geht ist daraus das Indie-medien erwachsen - die Gemeinsamkeit liegt auch hier auf der Hand: Es bedeutet ja Unabhängigkeit.

Nun soll das hier ja ein Politikforum sein, von daher soll der Begriff im Bezug auf die Musik oder die Kunst im allgemeinen nicht interessieren.
Was interessiert ist der Mainstream medialer, politischer und gesellschaftlicher Natur, und der ist fassbar:
Mainstream ist das, in dem man mitschwimmen kann, ohne groß nachdenken zu müssen.
Will man tiefer darüber sinnieren, was Mainstream ist, landet man unweigerlich bei einem Mann, der schon einmal im Forum aufgetaucht (http://www.politik-sind-wir.de/showthread.php/36397-Wie-Propaganda-in-Zeiten-des-Krieges-funktioniert?p=93750&viewfull=1#post93750) ist, in ähnlichem, aber nicht genau dem Zusammenhang.

Der Mainstream ist nämlich nicht nur einfach da, er wird fabriziert, dieMainstreammedien geben ihn vor. Er ist wie die Flöte des Rattenfängers.
Sehr interessanter Text zum Thema von Noam Chomsky:
Warum die Mainstreammedien "Mainstream" sind (http://www.zmag.de/artikel/Warum-die-Mainstreammedien-Mainstream-sind)

Nur daß von interessierter Seite Mainstream peiorativ besetzt ist. Aber genauso wie es im Jazz sowohl Dave Brubeck und Sonny Rollins wie auch Ornette Coleman, John Coltrane und Sun Ra gibt, muß über die Medien gesagt werden, daß die sogenannten Mainstreammedien eine Facette der jeweiligen Wirklichkeit abbilden, die alternativen einen anderen. Die Wahrheit - ich brauche diesen Begriff nicht gern, aber hier bewußt - liegt nicht in der Mitte, sondern in der Summe, und den Mainstreamism in Bausch und Bogen zu verdammen und nur den anderen Teil gelten zu lassen, zeugt nicht von emanzipiertem Umgang mit den Medien.

Che
10.02.2013, 19:05
also Fazit für den pppplöden Pec..der mainstream ist eine Schimäre.

echt :))
Deine Meinung ist nicht sonderlich überraschend...;)
Auf dein a) und b) jetzt näher einzugehen spare ich mir erstmal, sonst wird das hier wieder ein Vier-Augen Gespräch.

Vielmehr bin ich neugierig, ob es noch ein paar mehr Stimmen gibt, zur Frage:
Was ist Mainstream ?

Nachdem Pec Stellung bezogen hat, wäre auch eine weitere Frage zu debattieren:
Gibt es ihn überhaupt, den Mainstream ? Oder ist es wirklich eine Schimäre ?

Pécuchet
10.02.2013, 19:10
Nur daß von interessierter Seite Mainstream peiorativ besetzt ist. Aber genauso wie es im Jazz sowohl Dave Brubeck und Sonny Rollins wie auch Ornette Coleman, John Coltrane und Sun Ra gibt, muß über die Medien gesagt werden, daß die sogenannten Mainstreammedien eine Facette der jeweiligen Wirklichkeit abbilden, die alternativen einen anderen. Die Wahrheit - ich brauche diesen Begriff nicht gern, aber hier bewußt - liegt nicht in der Mitte, sondern in der Summe, und den Mainstreamism in Bausch und Bogen zu verdammen und nur den anderen Teil gelten zu lassen, zeugt nicht von emanzipiertem Umgang mit den Medien.

Da könnt ich gleich die Attidute vergessen und altitute werde......

echt :))

Che
10.02.2013, 19:30
Die Wahrheit - ich brauche diesen Begriff nicht gern, aber hier bewußt - liegt nicht in der Mitte, sondern in der Summe, und den Mainstreamism in Bausch und Bogen zu verdammen und nur den anderen Teil gelten zu lassen, zeugt nicht von emanzipiertem Umgang mit den Medien.
Das mit der Summe gefällt mir sehr gut, und mit dem Rest bin ich auch einverstanden.
Für eine Chimäre hältst du den Mainstream also offensichtlich nicht.

Timirjasevez
11.02.2013, 16:37
Ich fand in vielem eine Antwort hier ...
http://www.politik-sind-wir.de/showthread.php/36273-Medienwatch?p=110274#post110274

Che
11.02.2013, 16:42
Ich fand in vielem eine Antwort hier ...
http://www.politik-sind-wir.de/showthread.php/36273-Medienwatch?p=110274#post110274

Stimmt...damit hat Pec eher unfreiwilig beschrieben, was Mainstream ist.
Jetzt kann er noch lange behaupten, es sei ein Chimäre...:))

Pécuchet
11.02.2013, 16:57
Stimmt...damit hat Pec eher unfreiwilig beschrieben, was Mainstream ist.
Jetzt kann er noch lange behaupten, es sei ein Chimäre...:))

nööööö, weil die Interessen der Medien und die Interessen der Informationssucher in einer Medienlandschaft in D so breit aufgestellt ist, dass jeder seine differenzierte Meinungsbildung befriedigen kann. Es gibt keinen Stream in D der unisono tönt...sondern eine vielstimmiges Orchester. Außerdem richtet der Markt dort auch sehr viel.....

Dein mainstream ist die Chimäre , die von den, deren Randmeinung vermeintlich nicht ausreichend berücksichtigt wird, als Schindmähre geritten wird um den Journalismus in D vors Schienbein zu treten.

Das ist alles...dringst weder mit deiner Meinung zum mainstream noch mit deiner Medienverschwörung durch. Zu wenig Begründungen, zu wenig Tragendes, mehr ein nörgelige Zustandsbeschreibung aus einseitiger Sichtweise

lach und echt :))

Che
11.02.2013, 18:58
Hier wird die angebliche Chimäre ausführlich behandelt, ein toller Artikel:

Der Sog der Masse (http://www.zeit.de/2011/46/DOS-Mainstream)
Er beherrscht Medien, treibt Minister aus dem Amt und wechselt alle paar Jahre die Richtung:
Der Mainstream hat gewaltige Kraft – er ist der Geist der Mehrheit.
Aber hat er deshalb recht ?

Che
18.02.2013, 14:45
Liebes Forum, bin ein wenig enttäuscht.
Kann denn niemand sonst noch etwas zu der Frage beisteuern ?
Hat keiner dazu eine Definition oder Meinung ?

Was ist Mainstream ?

imho
18.02.2013, 19:56
Was ist Mainstream ?

Mainstream ist, dass man fragt, was Mainstream ist.

hepserich
18.02.2013, 20:06
Mainstream ist, dass man fragt, was Mainstream ist.
:giggle:

..oder dass man sagt, dass Israel Scheisse ist.

Hepserich

Pécuchet
19.02.2013, 09:41
Posts 41 und 42 gefallen dem pppplöden Pec..

und das wohl formulierte Essay in der ZEIT zeigt doch wunderbar..das

a) wenn man den mainstream an sich eine gesellschaftliche Bedeutung beimißt, diese Bedeutung für die Gesellschaft einen Sinn hat
b) wenn man an den mainsteam an sich nur glaubt, weil sie die eigene Reaktanz nicht zum "Allgemeingut" zum "neuen" mainstream werden lässt, der mainstream genau die Korrekturfunktion hat, den die eigene Reaktanz braucht um überhaupt Wirkung erzielen zu können. Wobei die Wirkung an sich nicht schon positiv ist, sondern erst die Folgen daraus nach kritischer Bewertung.


Fazit vom ppplöden Pec:...... so wie der Che von links und der mephistofeles von rechts mainstream verstehen, zeigt sich, dass mainstream ein wunderbares Spektrum darstellt und abbildet um geschäftspolitisch wirkmächtig sein zu dürfen... wer das anders sieht, will die Chimäre für seine "hinterlistigen" Zwecke nutzen....

lach und echt :coffee:

Che
19.02.2013, 11:49
Auch eine interessante Art von Antworten, die viel mehr über die Verfasser aussagt, als sie denken.
Mainstream ist offensichtlich auch, und wie hier schön dargelegt wurde, mainstreamkritische Geister anzupinkeln.

Um dem Willen zur Threadzerstörung entgegenzuwirken, hier ein weiteres selbstkritisches Fundstück (http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/dossier-politik/medien-mainstream-meinungsvielfalt-100.html) aus einem Mainstreammedium selbst.

Die Leitmedien geben eine Linie vor, die anderen ziehen nach und nehmen damit politisch wichtigeren Themen medial die Luft.
An der Vielzahl der Medien hierzulande liegt es nicht, dass Themen wenig bis gar keine Beachtung bekommen. Aus 213 Fernsehsendern, 349 Radioprogrammen und 372 Zeitungen können die Deutschen ihre Informationsquelle wählen. Wochen- und Fachzeitungen und natürlich das Internet gar nicht mit eingerechnet. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch eine Vielfalt an Themen erhalten.
So nimmt die Zeitungskonzentration zu. Immer weniger Verlagen gehören immer mehr Blätter.

Somit hat die Bezeichnung "Konzernmedien" und "Mainstreammedien" dafür allemal seine Berechtigung, wobei man bei "Systemmedien" vielleicht doch Abstriche machen muss.

Allerdings ist auch bei den großen überregionalen Tageszeitungen eine inhaltliche Übereinstimmung festzustellen, die einer Vielfalt gegenläufig ist. Die Aufmacher von „Süddeutscher Zeitung“ oder der „Frankfurter Allgemeinen“ sind dabei meist nicht nur thematisch gleich, sondern sie geben häufig nachrichtlich den Stand vom Vortag wider. Auf diesem aber befinden sich die meisten Konsumenten schon längst dank elektronischer Medien. Nur wenige Zeitungsmacher arbeiten hier dagegen und setzen selbst recherchierte oder auch regionale Themen auf „die 1“.

Das ist Mainstream !

Snafu
19.02.2013, 12:18
Posts 41 und 42 gefallen dem pppplöden Pec..

und das wohl formulierte Essay in der ZEIT zeigt doch wunderbar..das

a) wenn man den mainstream an sich eine gesellschaftliche Bedeutung beimißt, diese Bedeutung für die Gesellschaft einen Sinn hat
b) wenn man an den mainsteam an sich nur glaubt, weil sie die eigene Reaktanz nicht zum "Allgemeingut" zum "neuen" mainstream werden lässt, der mainstream genau die Korrekturfunktion hat, den die eigene Reaktanz braucht um überhaupt Wirkung erzielen zu können. Wobei die Wirkung an sich nicht schon positiv ist, sondern erst die Folgen daraus nach kritischer Bewertung.


Fazit vom ppplöden Pec:...... so wie der Che von links und der mephistofeles von rechts mainstream verstehen, zeigt sich, dass mainstream ein wunderbares Spektrum darstellt und abbildet um geschäftspolitisch wirkmächtig sein zu dürfen... wer das anders sieht, will die Chimäre für seine "hinterlistigen" Zwecke nutzen....

lach und echt :coffee:
Krisse ´n Top für. Hasse vadient!

Benobi
25.02.2013, 16:53
Super Frage...

Ich höre "Mainstream" und bin der Meinung die bedeutung zu kennen. Wenn ich jedoch eine Definition suche, habe ich doch so meine Schwierigkeiten...

Mainstream ist etwas, das die (zum Teil auch gefühlte) Mehrheit der Menschen tut oder hat.

Bei Musik:
Es gibt zum beispiel bei "Techno" Mainstream. Das ist dann der Vocal-Trance, welcher in jedem Radio läuft. Die Musikrichtung "Dubstep" war erst nicht Mainstream, weil es nur eine Kleine Gruppe gehört hat, aber jetzt wo es sich verbreitet hat, ist Dubstep auch wieder Mainstream geworden.

Kleidung:
In meiner Jugend war es modern, wenn man Plateauschuhe von Buffalo und dazu eine Hose mit Druckknöpfen von Adidas getragen hat. Fast alle sind mit dieser Kombination rumgerannt und somit war es mainstream, genau wie das "Alcatel One Touch Easy DB" mit dem fast jeder jugendlicher rumgerannt ist.

Speziell heute werden langsam diese brillen wieder mainstream (Man sieht ständig jemanden der damit rumläuft) http://www.eyebooster.com/images/eyebooster/upload/products/big_schwarze-nerd-brille.jpg

Tätigkeiten:
Mit Messer und Gabel essen ist hier voll mainstream. Nicht Mainstream ist zum Beispiel mit Stäbchen zu essen. In Asien ist es vielleicht anders, was wiederum bedeutet, dass Mainstream auch regional begrenzt ist.

Allgemein würde ich sagen, dass "Mainstream" in der Art wie ich es kenne und benutze das genaue Gegenteil von "Indiviualität" oder "Alternativ sein" ist. Wobei etwas individuelles auch schnell zum Mainstream mutiert, wenn es der Masse oder einem Teil von ihr gefällt.

Che
26.02.2013, 16:02
Allgemein würde ich sagen, dass "Mainstream" in der Art wie ich es kenne und benutze das genaue Gegenteil von "Indiviualität" oder "Alternativ sein" ist. Wobei etwas individuelles auch schnell zum Mainstream mutiert, wenn es der Masse oder einem Teil von ihr gefällt.

Das passt wohl so.

Das heisse Eisen hast du aber nicht angepackt: Der Begriff im Zusammenhang mit Politik, Medien und Meinung.

imho
26.02.2013, 16:25
Das passt wohl so.

Das heisse Eisen hast du aber nicht angepackt: Der Begriff im Zusammenhang mit Politik, Medien und Meinung.

Was machst Du eigentlich, wenn Du eines Morgens aufwachst und feststellst, dass Du Dir in Deinem Mainstream eine fette Erkältung eingehandelt hast?

Prediger 1 Vers 6

Timirjasevez
26.02.2013, 16:41
Prediger 1 Vers 6
Musste ich nachschlagen. Gute Antwort. Top!

Snafu
26.02.2013, 17:29
Das passt wohl so.

Das heisse Eisen hast du aber nicht angepackt: Der Begriff im Zusammenhang mit Politik, Medien und Meinung.
Welches Eisen ist in dieser Frage denn heiß? Natürlich gibt es immer eine Meinung, die vorherrscht und mehrheitsgestützt ist. Und natürlich sind Zeitungen Wirtschaftsunternehmen, die Profit machen wollen und sich daher die Decke aussuchen, nach der sie sich strecken. Wie auch Parteien selten so selbstmörderisch sind, sich alle Chancen zu vermasseln - es sei denn, sie sind Piraten mit Bärten auf Kaperfahrt ins Abseits.

Na und?

Niemand muß denken, was der Pfarrer, der Nachbar, der Kollege denken. Niemand ist gezwungen, widerspruchslos hinzunehmen, was er in der Zeitung liest und sich nicht sein Teil zu überlegen. Niemand muß Wahlversprechen aufs Wort glauben. Über den Mainstream jammern nur die, die sich nicht die Mühe machen wollen, selbst nachzudenken, und die zwanghaft renitenten Allesbezweifler, die in jedem Politiker den Teufel oder seinen Filialleiter auf Erden sehen wollen. Und selbst, wenn sich herausstellt, daß der Mainstream unrecht hat, hat er als eine Meinung im Spektrum seine Berechtigung.

Dem Gekrittel am Mainstream liegt ein etwas naiver und romantischer Glaube an die Möglichkeit einer alleinigen Wahrheit, die nur einige wenige Auserwählte kennen, zugrunde und zumeist noch der Irrglaube, man selbst gehöre zu diesen. Aber weder gibt es solche Wahrheiten - mein Gott, wäre das Leben einfach und die Welt schön! - noch gültige Pachtverträge darauf.

Pécuchet
26.02.2013, 18:03
manches Mal fall` ich ob deiner Post echt vom Hocker, snafu..

der oben war richtig mit Substanz.

echt :))

Snafu
26.02.2013, 19:48
manches Mal fall` ich ob deiner Post echt vom Hocker, snafu..

der oben war richtig mit Substanz.

echt :))

So bin ich halt: immer wieder überraschend.

hepserich
26.02.2013, 19:59
Welches Eisen ist in dieser Frage denn heiß? Natürlich gibt es immer eine Meinung, die vorherrscht und mehrheitsgestützt ist. Und natürlich sind Zeitungen Wirtschaftsunternehmen, die Profit machen wollen und sich daher die Decke aussuchen, nach der sie sich strecken. Wie auch Parteien selten so selbstmörderisch sind, sich alle Chancen zu vermasseln - es sei denn, sie sind Piraten mit Bärten auf Kaperfahrt ins Abseits.

Na und?

Niemand muß denken, was der Pfarrer, der Nachbar, der Kollege denken. Niemand ist gezwungen, widerspruchslos hinzunehmen, was er in der Zeitung liest und sich nicht sein Teil zu überlegen. Niemand muß Wahlversprechen aufs Wort glauben. Über den Mainstream jammern nur die, die sich nicht die Mühe machen wollen, selbst nachzudenken, und die zwanghaft renitenten Allesbezweifler, die in jedem Politiker den Teufel oder seinen Filialleiter auf Erden sehen wollen. Und selbst, wenn sich herausstellt, daß der Mainstream unrecht hat, hat er als eine Meinung im Spektrum seine Berechtigung.

Dem Gekrittel am Mainstream liegt ein etwas naiver und romantischer Glaube an die Möglichkeit einer alleinigen Wahrheit, die nur einige wenige Auserwählte kennen, zugrunde und zumeist noch der Irrglaube, man selbst gehöre zu diesen. Aber weder gibt es solche Wahrheiten - mein Gott, wäre das Leben einfach und die Welt schön! - noch gültige Pachtverträge darauf.

Das ist hervorragend gut dargestellt.

Hepserich

Che
26.02.2013, 21:16
Über den Mainstream jammern nur die, die sich nicht die Mühe machen wollen, selbst nachzudenken, und die zwanghaft renitenten Allesbezweifler, die in jedem Politiker den Teufel oder seinen Filialleiter auf Erden sehen wollen.Damit bin ich mitnichten einverstanden.
Solche werden sichelich auch darüber kritteln, aber ist es nicht so, dass der Mainstream für sich die seriösität gepachtet haben will ?
Das ist es, was stinkt !

Und selbst, wenn sich herausstellt, daß der Mainstream unrecht hat, hat er als eine Meinung im Spektrum seine Berechtigung.
Siehst du, das stimmt zweifellos - die gleiche Berechtigung muss aber auch Independent haben, zumal es ja schon keine Chance hat, wie der Mainstream tagtäglich die menschen zu beeinflussen.

Dem Gekrittel am Mainstream liegt ein etwas naiver und romantischer Glaube an die Möglichkeit einer alleinigen Wahrheit, die nur einige wenige Auserwählte kennen, zugrunde und zumeist noch der Irrglaube, man selbst gehöre zu diesen. Aber weder gibt es solche Wahrheiten - mein Gott, wäre das Leben einfach und die Welt schön! - noch gültige Pachtverträge darauf.
Ich glaube, du fängst an, zu sehr zu pauschalisieren.
Auch das mag teilweise zutreffen, aber ist bei weitem nicht so universell, wie du das hier rüberbringst.