Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen und Antworten, Anmerkungen und Diskussionen zu "Das Universum der Lügen"


Beverly
03.02.2009, 18:49
Hier könnt ihr über meinen Strang Das Universum der Lügen (http://www.politik-sind-wir.de/showthread.php?t=868) diskutieren.
Dieser Strang selbst ist ein auf Erfahrungen basierendes Schreibprojekt, wo ich angesichts meiner eigenen Lebenserfahrung die Hintergründe gesellschaftlicher Entwicklungen der letzen Jahrzehnte erarbeiten will.
Selbst wenn es da immer wieder ins Abstrakte gehen mag, so soll die Basis aus meinen eigenen Erfahrungen als Polit-Aktivistin, Akademikerin und Intellektuellen bestehen. Weil sich da viel angesammelt hat, was der Aufarbeitung und Analyse bedarf.
Weil da aber von Bisexualität bis zu Chomeini sehr viel und sehr Verschiedenes vorkommt, bitte ich, die Diskussionen hier zu machen und den Textstrang nicht zu zerfasern.

wafi
03.02.2009, 19:37
hm tscha ... Beverly

das ist so ne Sache. Nachdem ich irgendwann festgestellt hab, daß lügen immer mit sich bringt, daß man fürchterlich aufpassen muß, sich selbst kein Bein zu stellen, hab ich das aufgegeben. Das heißt natürlich nicht, daß ich immer alles richtig machen würde, nö Fehler gehören dazu, aber halt auch zu den Fehlern zu stehen. Whatever ... ist ne ganz witzige Sache ... teilweise flieg ich deswegen aus Jobs raus ... teilweise wollen die Leute eben grad deshalb mich. Im Endeffekt dürfte sich das Problem der Sympathieebene und der Antipathieebene nur etwas pointierter darstellen, denke nichtmals das es sich tatsächlich geändert hat.

In zumindest den Inschenörsbereichen ist es übrigends ganz einfach ... da kann man sich in der Planung noch in die Tasche lügen ... oder anderen .. spätestens bei der Realisierung interessiert sich die Physik überhaupt nicht um irgendwelche Lügengespinste, da ist die gnadenlos faktisch geht oder geht nicht.

In dem Bereich meiner Holden ist es schwierig mit der Wahrheit ... zumindest mit der Vermittlung der eigenen Einschätzung, besonders wenn es den Tod des anderen bedeutet. Kann Medizinfrau zwar nix für, denn "schuld" im Sinne von Verantwortung tragen müssen ... ist sie in der Regel nicht bei Erkrankungen ... aber da wird es halt sehr kritisch "nackte" Wahrheit, zumindest so wie sie eben Medizinmann/frau sieht zu kommunizieren. Beneiden um die "Tricksereien" die notwendig sind? um Hoffnung nicht zu zerstören ... tu ich die nicht. Denke der einzige Berufsstand dem ich irgendwie schon zubillige Wahrheit nur scheibchenweise portioniert zu sagen ... und das ist nen absolut harter Job.

Gruß
Peter

Hellmann
03.02.2009, 21:00
Gelungener Einstieg.

Wie das in den Naturwissenschaften aussieht?

Klimakatastrophe, Vogelgrippe, Waldsterben, FCKW-verursachtes Ozonloch am Südpol...

Ich lese schon gar keine Zeitungen mehr: wozu sollte ich jeden Tag meine Zeit damit vergeuden, mich anlügen zu lassen?

Zum Glück gibt es heute Internet, da weiß man, dass man nicht der einzige Querkopf ist, aber vorher war es schon extrem schwierig.

Und jeder kaut die Lügen nach, die von den Medien verbreitet werden, man mag sich irgendwann mit niemandem mehr zu unterhalten. Blos keinem Menschen erzählen, dass man sich für Politik interessiert, sonst kommen die Kollegen, Bekannten und Nachbarn nichts ahnend und ohne Arg mit dem ganzen verlogenen Unsinn daher, den sie halt selber erzählt kriegen und glauben.

Wenn es in der Zeitung steht, dann ist es gelogen! :D

Beverly
03.02.2009, 21:09
hm tscha ... Beverly

das ist so ne Sache. Nachdem ich irgendwann festgestellt hab, daß lügen immer mit sich bringt, daß man fürchterlich aufpassen muß, sich selbst kein Bein zu stellen, hab ich das aufgegeben. Das heißt natürlich nicht, daß ich immer alles richtig machen würde, nö Fehler gehören dazu, aber halt auch zu den Fehlern zu stehen. Whatever ... ist ne ganz witzige Sache ... teilweise flieg ich deswegen aus Jobs raus ... teilweise wollen die Leute eben grad deshalb mich. Im Endeffekt dürfte sich das Problem der Sympathieebene und der Antipathieebene nur etwas pointierter darstellen, denke nichtmals das es sich tatsächlich geändert hat.

In zumindest den Inschenörsbereichen ist es übrigends ganz einfach ... da kann man sich in der Planung noch in die Tasche lügen ... oder anderen .. spätestens bei der Realisierung interessiert sich die Physik überhaupt nicht um irgendwelche Lügengespinste, da ist die gnadenlos faktisch geht oder geht nicht.

In dem Bereich meiner Holden ist es schwierig mit der Wahrheit ... zumindest mit der Vermittlung der eigenen Einschätzung, besonders wenn es den Tod des anderen bedeutet. Kann Medizinfrau zwar nix für, denn "schuld" im Sinne von Verantwortung tragen müssen ... ist sie in der Regel nicht bei Erkrankungen ... aber da wird es halt sehr kritisch "nackte" Wahrheit, zumindest so wie sie eben Medizinmann/frau sieht zu kommunizieren. Beneiden um die "Tricksereien" die notwendig sind? um Hoffnung nicht zu zerstören ... tu ich die nicht. Denke der einzige Berufsstand dem ich irgendwie schon zubillige Wahrheit nur scheibchenweise portioniert zu sagen ... und das ist nen absolut harter Job.

Gruß
Peter

Hallo Peter,

damit sind bei bei der "Falsifierbarkeit" gelandet. Ich kenne das Prinzip so:

Eine Aussage oder ein System von Aussagen sind nur dann gültig, wenn es überhaupt möglich ist, sie zu widerlegen.

Das bedeutet:

1. Aussagen, die man grundsätzlich nicht widerlegen kann, sind grundsätzlich nicht wahr. Man kann sie als Fiktion - Erzählung, Märchen, Was wäre wenn-Gedankenexperiment - gelten lassen, aber darüber hinaus haben sie in der Wirklichkeit keinerlei Wahrheitswert. Dieser Prämisse zufolge kann man auch Normen, die auf nicht falsifierbaren Aussagen ("Gott will es", aber dieser Gott ist nie zu sprechen und äußert sich selbst nie zu seinem Willen oder Nicht-Willen) beruhen, verwerfen. Das gilt nicht nur für einen stets abwesenden Gott als Begründung, sondern auch für schwammige Konstrukte der Philosophie. Die "menschliche Natur" brauchen wir uns nicht mehr anzutun, sie ist so schwammig definiert, dass auf ihr basierende Aussagen nicht falsifizierbar und damit witzlos sind. Das Gleiche bei unserer heißgeliebten, weil nie richtig funktionierenden Wirtschaft. Wenn deren Erklärungsmuster und daraus abgeleitete Forderungen auf nicht falsifierbaren Prämissen basieren - ab in die Tonne!

Nun ja, ich selbst entwickel manchmal auch so großartige Normensysteme und all-umfassende Visionen, dass ich oder anderen, die das vor mir taten, sich da die Frage nach der Grundlage stellen sollen. Und dann nicht wieder mit theologischem oder metaphysischem Geschwätz antworten sollen. Sondern dem, was die wirkliche Grundlage ist. Ich selbst will es. Im Erfolgsfalle eines "geistigen Führers" müsste dieser eigentlich sagen: "Ich will es und ich habe euch davon überzeugt, so dass ihr es auch wollt." Und nicht Dummschwatz über die "Vorsehung" oder eine "historische Notwendigkeit" von sich geben.
Ich will damit nicht mal abstreiten, dass es Transzendenz und Metaphysik gibt und der Kosmos mehr als ein Haufen toter Materie ohne Sinn und Ziel ist. Aber alle Transzendenz basiert darin, dass es Menschen gibt, die sie wollen und die sie deshalb postulieren, um es sich in der Welt so schöner einzurichten.

2. Aussagen, die grundsätzlich falsifizierbar sind, aber wo man selbst nicht die Mittel zur Falsifizierung hat, haben für einen selbst den Status unbewiesener Hypothesen. Ich weiß, wie die Mondlandung zu falsifizieren ist - d. h. entweder zu sagen, sie hat stattgefunden oder es war ein Schwindel - aber mir fehlen die Mittel dazu. Also ist Apollo weder Lüge noch Wahrheit, sondern eine Hypothese.
Das Gleiche gilt für die meisten Aussagen der Naturwissenschaften. Ich kann das in der Regel nicht selbst falsifizieren und finde es gar lustig, wie da Hypothesen in die Welt gesetzt werden, um sie dann einige Monate später mit ebensoviel Getöse wie bei ihrer Veröffentlichung zu widerlegen. Also sind Riesendinos von 40 m Länge, extrasolare Planeten und Neandertaler erst einmal nur Hypothesen.

3. Wahr sind nur Aussagen, die ich selbst falsifizieren kann. Ich weiß, dass es die Mauer nicht mehr gibt, bin mir aber über den ontologischen Status von Bielefeld im unklaren. Den Bahnhof und eine Frau, die angeblich aus Bielefeld kommt, habe ich gesehen. Aber das könnte noch Täuschung sein - der Bahnhof nur Kulisse und die Frau sagt nicht die Wahrheit. Und wer nach Bielefeld fahren will, von dem hört man nie wieder etwas, wie es mir mit einer Bekannten passiert ist.

Wenn man sich an soche erkenntnistheoretischen, methodologischen Regeln hält, kommt man vielleicht auch im Universum der Lügen ein bisschen weiter. Du hast durch deine eigenen Erfahrungen schon einen wichtigen Punkt aufgezeigt: Gelogen wird da, wo es leicht ist und wo die Lügen schwer zu durchschauen sind. Da mag es im Universum Zonen geben, wo sich die Lügen ballen und andere, wo es eher klar ist.

Beverly
03.02.2009, 21:14
Gelungener Einstieg.

Nun ja, ich selbst finde es noch sehr abstrakt. Mal sehen, wie es mit dem Konkreten wird.

Hellmann
03.02.2009, 21:44
Wie die Astronauten bei der Mondlandung ertappt wurden und sich vor der Presse darüber äußern mussten: :)


-RcKLAo62Ro

Habe ich von Gerhard Wisnewski geklaut:

http://www.gerhard-wisnewski.de/Wissenschaft/Mondlandung/Mondlandung-Zum-Heulen.html

Beverly
03.02.2009, 23:12
Die Einleitung mit Reflexionen über das autoritäre Arschloch, das mich und andere in der einen oder anderen Form das ganze Leben terrorisiert hat, ist fertig.

Morgen folgt hoffentlich Teil 1 über die bisexuelle Natur des Menschen, die ich seit meiner Kindheit begriffen haben, aber damals nicht artikulieren durfte.
Ich werde mir vielleicht in Zusammenhang damit auch die Freiheit nehmen, einen kleine Exkurs über die Welt, wie sie sein sollte, einzuschieben. Bezeichnenderweise habe ich das 500 Jahre in die Zukunft und auf einen andren Planeten verlegt.

wafi
04.02.2009, 09:31
Falsifizierbarkeit ....

ich glaube, daß ist einer der größten Irrtümer die es gibt. Um so was zu erreichen brauchte man eine wie auch immer geartete Objektivität ... die es aber dummerweise nicht gibt.

Nen Beispiel ... und da ja grad soviele M(Ph)ys(t)iker hier diskutieren ... mal eins aus dem naturwissenschaftlichen Bereich.
Nimmt man z.B. eine Parallele zu einer Graden durch einen Punkt ... und fragt, wieviel Parallelen können denn durch einen Punkt zu einer Geraden gezogen werden ... so gibt es einige, sich aber widersprechende und trotzdem richtige Aussagen ...
Dazu die Definition einer Parallele zu einer Gerade : beide haben nirgendwo einen gemeinsamen Schnittpunkt ...
daraus folgen drei Aussagen
1. durch einen Punkt kann nur eine Parallele zu einer Geraden gezogen werden
2. durch einen Punkt können unendlich viele Parallelen zu einer Geraden gezogen werden
3. durch einen Punkt kann keine Parallele gezogen werden, es gibt keine Parallelen.

Erstaunlich, daß alle drei Aussagen richtig sind und irgendwie sich widersprechen zu scheinen.
Aussage 1 ist das was "man" in der Schule lernt, eine quasi zweidimensionale Betrachtungsweise, die nur eben für diesen zweidimensionalen Bereich richtig ist ....
Aussage 2 geht von dem 3 dimensionalen Raum aus, wo ich natürlich durch einen Punkt unendlich viele Graden zeichnen kann, die sich niemals mit der Ursprungsgraden treffen, folglich per Definition parallel sind

Aussage 3 ... erweitert das Bild noch etwas, denn eine Gerade ist unendlich, d.h. nicht nur in der Längen- sondern auch in der Zeitausdehnung ... naja und wenn die Urknalltheorie stimmt und das Universum sich aus einem Punkt heraus gebildet hat, dann werden ja wohl auch alle Geraden diesen Punkt als Ausgangspunkt haben, damit also einen gemeinsamen Schnittpunkt (in dem Fall Ursprungspunkt) haben, folglich gibt es per Definition keine Parallelen zu einer Graden :o

Eine Falsifikation ist also abhängig von den betrachteten Randbedingungen und die sind eben unterschiedlich. Wer meint ... der spinnt ja ... noch nen anderes Beispiel ... Man male sich zwei Punkte auf nen Blatt ... und suche die kürzeste Entfernung dieser beiden Punkte. Kein Problem, man zieht nen Strich und gut ist. Wenn dieses Blatt nen Übersegler (Seekarte) des z.B. Atlantiks ist und das die Kurslinie sein soll, dann kommt derjenige zwar an, wird aber einen ziemlichen Umweg segeln. Denn mit nichten ist dies die kürzeste Strecke, es ist nur diejenige, die einen konstanten Kurswinkel bringt ... die kürzeste Strecke ist diejenige, die als Kreissegment den Mittelpunkt im Erdmittelpunkt hat, nennt man dann einen Großkreis segeln. Hat den Vorteil, daß die Strecke deutlich kürzer ist, den Nachteil, daß man permanent den Kurs ändern muß. Man sieht, die Randbedingung des Mercatorenentwurfes, also der 2 dimensionalen Abbildung eines 3 dimensionalen Raumes, funktioniert zwar um anzukommen, aber unter VErnachlässigung der kürzesten Strecke.

Die Frage der Falsifikation ist also eigentlich die Frage nach den Randbedingungen und deren Betrachtung.
Ich hab mal mit nem Bekannten (Inder) über die mindestens 3000 Götter der Hindus diskutiert und gefragt ... wie kommt das eigentlich, daß soviele Götter vorhanden sind, wer hat denn eigentlich recht? ... seine Antwort war ne ganz einfache ... jede dieser Gottheiten betrachtet die Realität aus nem ganz bestimmten Blickwinkel (für mich übersetzt Randbedingung), was dazu führt, daß es kein absolutes richtig und falsch gibt, sondern auch ein sowohl als auch, immer unter Betrachtung der verschiedenen Randbedingungen.

Klingt vielleicht "erschreckend" für den Newtonschen Mensch der Actio=Reactio, bietet allerdings unglaubliche Lösungsmöglichkeiten und zwingt dazu Randbedingungen zu betrachten und diese zu variieren. Übrigends, selbst im IT Bereich wird über mehrwertige Logiken diskutiert ... nichts anderes, als neben richtig-falsch noch sowohl als auch zuzulassen und ist natürlich Grundlage der Chaostheorie nebst Fraktalen.

Gruß
Peter

Britta
04.02.2009, 18:28
Du hast durch deine eigenen Erfahrungen schon einen wichtigen Punkt aufgezeigt: Gelogen wird da, wo es leicht ist und wo die Lügen schwer zu durchschauen sind. Da mag es im Universum Zonen geben, wo sich die Lügen ballen und andere, wo es eher klar ist.

Ich würde eher sagen: Gelogen wird da, wo es für jemanden unangenehm oder unerträglich ist, die Wahrheit zu sagen. Da, wo jemand mit 'Strafe' rechnen muß, wenn die Wahrheit raus kommt. Viele Lügen entstehen aus Angst.

Ich lüge nicht sehr oft und mir fällt es eher leicht, die Wahrheit zu sagen. Wenn ich lüge, dann um jemandem nicht weh tun zu müssen, wenn er/sie mir viel oder wenigstens etwas bedeutet. Allerdings ist es oftmals auch besser, Leuten die mir etwas bedeuten auch die knallharte Wahrheit zu sagen. Von Fall zu Fall verschieden aber zu 95%, wenn ich die Wahl zwischen schonender Lüge und harter Wahrheit habe, entscheide ich mich für die Wahrheit.

Beverly
04.02.2009, 18:58
Teil 2 und Teil 3 sind fertig und im Lesestrang (http://www.politik-sind-wir.de/showthread.php?t=868).

Da es in beiden Teilen um Sexualität geht, hier noch ein sehr interessanter Link zum Thema:

Geschichte der Sexualität (http://www.geschichte-der-sexualitaet.de/)

Hellmann
04.02.2009, 21:50
Was mir noch aufgefallen ist in den Jahrzehnten meines Lebens: die Duldung sexueller Abweichungen hängt mit der Konjunktur zusammen.

Ab 1980 und seit 1980 hat sich erst einmal alles zurück entwickelt. Jahr für Jahr mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, aber immer stetig rückwärts.

In den 70er Jahren sind Filme gedreht worden, für die müssten Filmemacher wie Zuschauer heute in den Knast, aber die liefen im Kino.

Mit der Rezession kam die verschärfte Repression.

Britta
04.02.2009, 22:07
In den 70er Jahren sind Filme gedreht worden, für die müssten Filmemacher wie Zuschauer heute in den Knast, aber die liefen im Kino.


Wer müßte dann in den Knast für das, was heute im PayTV an 'blue Movie' läuft?

Ich finde solche Filme haben eher zugenommen. :kopfkratz:

Beverly
04.02.2009, 22:08
Was mir noch aufgefallen ist in den Jahrzehnten meines Lebens: die Duldung sexueller Abweichungen hängt mit der Konjunktur zusammen.

Ab 1980 und seit 1980 hat sich erst einmal alles zurück entwickelt. Jahr für Jahr mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, aber immer stetig rückwärts.

In den 70er Jahren sind Filme gedreht worden, für die müssten Filmemacher wie Zuschauer heute in den Knast, aber die liefen im Kino.

Mit der Rezession kam die verschärfte Repression.

Aus der Erinnerung heraus kann ich die Symptome des Rückschritts bis in die 1970er Jahre zurück verfolgen. Zuerst im Ausland - Putsch von Pinochet - dann auch daheim. Nicht etwa bei der großen Politik, sondern bei den Sprüchen und Handlungen kleiner "Früchtchen" vor Ort. Damals konnte ich die noch nicht deuten. Warum fingen die alle an und wollten plötzlich "sparen"? Warum reagierten zwei Lehrer (!) auf den Abbau der Bildungsförderung durch Kohl 1982 so gleichgültig und nickten zustimmend?
Früher habe ich so etwas für vereinzelte Ansichten gehalten, heute sehe ich das Gesamtbild, das daraus geworden ist. Aber zu den kleinen Totengräbern später mehr. Es geht weiter mit der Transsexualität.

Zur Sexualität: Ich habe das Klima in den 1980ern ff. komischerweise als sturzlangweilig empfunden. Yuppies und Emanzen und ich selbst kam mit meinem Coming Out nicht klar. Alle machten auf "liberal", aber ... naja :rolleyes: irgendwie lief das nicht. Ständig wird einen erzählt, wie frei und dekadent doch alles war und ist und realiter herrscht "Funkstille in der Liebe." Frauen flogen nach Kuba, damit ihnen endlich mal wieder die Männer hinterher pfeifen. So sieht's aus!

Von den ideologischen Strömungen jener Zeit kann man eigentlich nur den Punk gelten lassen. Weil es alles andere schon vorher gab oder es aufgewärmter Neo-Dreck war. Die Grünen der ersten Stunde hatten einige gute Ideen, aber sie hätten die Kurve zum kleinteiligen Anarchismus kriegen müssen. Das war "dezentral" und "basisdemokratisch" schon angelegt, ging aber in Flügelkämpfen und Intrigen unter.

Beverly
06.02.2009, 00:04
Teil 3 ist fertig und behandelt Geschlechtsidentität. Wie das aussehen kann, sieht man in diesem Link:

http://www.psychotherapie.de/psychotherapie/sex/00032702.html

In den folgenden Teilen schreibe ich über meine Erfahrungen mit Politik und Zeitgeschichte seit den 1970er Jahren, evtl. auch über Religion.

Beverly
07.02.2009, 19:13
Ich habe jetzt doch ein bisschen tiefer ausgeholt und in den Teilen 4 und 5 darüber geschrieben, wie sich mein Geschichtsbild gewandelt hat. Vom Kopf auf die Füße oder umgekehrt - wer weiß das schon so genau?
In Teil 6 schreibe ich darüber, wie ich "vom Rechenschieber zum Computer" das Aufkommen des digitalen Zeitalters erlebt habe und was das über den recht banalen "Sinn" der Geschichte aussagt.

Hellmann
08.02.2009, 08:05
Der Titel ist gut gewählt. Es ist "das Universum der Lügen", in dem wir aufwachsen und leben.

Für mich war selbstverständlich der Beginn der 80er Jahre prägend, als mit Hochzinspolitik eine Weltwirtschaftskrise erzeugt wurde.

Man liest davon nichts in den Geschichtsbüchern, die Lügenpresse schreibt höchstens mal über "die Ölkrisen der 70er Jahre".

Aber es waren keine Ölkrisen, sondern die Zinsen der FED in den USA waren 1982 bei 20 Prozent im Jahr und in der Dritten Welt sind die Leute zu Millionen krepiert.

Nichts davon wird an den Universitäten erforscht und gelehrt. Die machen bei VWL in Modellbau, wie also die Wirtschaft von selbst in ein Gleichgewicht kommt, wenn der Staat sich heraushält und keine Sozialpolitik stattfindet und die Kapitalisten machen können, was ihnen die höchsten Profite verspricht.

Man war ganz unvorbereitet auf diese Lügen in den 80er Jahren. Hatte man in der Schule doch von der freien Presse die tollsten Geschichten eingetrichtert bekommen.

Wir glaubten sogar an die freie Wissenschaft im Kapitalismus, bis einem die Wirtschaftswissenschaftler jeden Tag in den Medien bewiesen haben, dass alles nur korrupter, verlogener Schund ist.

Es hat lange gedauert, bis ich es fassen konnte.

Beverly
08.02.2009, 14:35
Wir glaubten sogar an die freie Wissenschaft im Kapitalismus, bis einem die Wirtschaftswissenschaftler jeden Tag in den Medien bewiesen haben, dass alles nur korrupter, verlogener Schund ist.

Es hat lange gedauert, bis ich es fassen konnte.

Hallo Hellmann,

im Nachhinein kann ich die Anfänge des allgemeinen Niedergangs sehr weit zurück verfolgen und bei mir machen auch massive Zweifel an dem immer so bejubelten "Wirtschaftswunder" der 1950er und 1960er Jahre breit. Weil es da nicht allen gut ging und gegen Schwule und Kommunisten eine massive Repression herrschte. Nazis waren nur pfui und bäh, wenn sie eigene Parteien gründeten. Wenn sie sich Adenauer und der BRD unterwarfen, konnten sie Karriere machen bzw. ihre Karrieren fortsetzen. Bildungsnotstand herrschte schon damals, nur fiel er nicht so auf, "weil jeder genommen wurde".

Aber dazu später mehr. Mich interessiert deine Meinung, zu dem was ich bisher über Geschichte und vor allen ihre Deutung geschrieben habe. Ich will nicht behaupten, dass es früher beschaulicher zuging als heute. Niedriger Entwicklungsstand der Produktivkräfte war eine schwere Hypothek für Römer und Inkas gleichermaßen. Im ersten Schritt möchte ich daher beim Begriff der "Entwicklung" die gesellschaftliche von der technischen Entwicklung entkoppeln. In dem Sinne, dass technologisch primitive Gesellschaften gesellschaftlich sehr weit entwickelt sein konnten. Zumindest so weit, dass sie ihren Angehörigen alles gaben, was die wollten und die Menschen auch nicht unfreier lebten als bei uns. Im nächsten Schritt möchte ich darauf abheben, dass auch primitive Gesellschaften nicht einheitlich waren - Indianerstamm A nahm Besucher freundlich auf und sie tanzten vor der Kamera, Stamm B 100 km weiter den Amazonas rauf verarbeitete die Besucher vielleicht zu Schrumpfköpfen.
Im nächsten Schritt möchte in zur Diskussion stellen, dass eine Hochkultur in der Art der Inkas als Gemeinwesen ebenso gut oder schlecht, ordentlich und tyrannisch organisiert war wie ein modernes System. Dass sie den VWL-Mumpitz, über den du dich immer so aufregst, nicht kannten, mag vielleicht ein Vorteil sein.

Im abschließenden Schritt, auf den es mir mehr ankommt als auf Erörterungen über kleine Stämme oder untergegangene Reiche möchte ich zur Diskussion stellen, dass wie gesellschaftlich vielleicht nicht viel weiter entwickelt sind als besagte Kulturen. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein erscheint mir für die einfachen Menschen in Europa das Leben so hart und von Katastrophen und Entbehrungen gezeichnet, dass ich mich frage, wo da der gesellschaftliche Fortschritt war. Dabei in Russland 1917 ein System einzuführen, was die Andenvölker schon ein halbes Jahrtausend vorher kannten und wovon schon damals nicht alle begeistert waren?

Die Entwicklung hat es aber zweifellos in Wissenschaft und Technik gegeben. Die Inkas waren den Spaniern technisch hoffnungslos unterlegen und rate mal, wer bei technischem Gleichstand wen erobert hätte? Aber meines Erachtens verdanken wir unseren Fortschritt einem Paradigmenwechsel. IMHO haben die Herrschenden in Europa Wissenschaft und Technik jahrhundertelang bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls unterdrückt. Weil die oben ja immer genug hatten, solange sie nur die unten schindern und sich abrackern ließen. Aber irgendwann müssen sie spitzgekriegt haben, wie wichtig ein technologischer Vorsprung ist. Mit hochseetüchtigen Schiffen und Feuerwaffen konnten Räuberbanden ganze Reiche zum Einsturz bringen und ganze Kontinente plündern. Die Astronomie und Fernrohre sollten wohl nur dazu dienen, zu navigieren und die Kirche war sauer, als die Astromen ihr Monopol auf Welterklärung untergruben. Ohne technologische Überlegenheit wäre Europa auch mit den Osmanen nicht fertig geworden, die noch Ende des 17. Jahrhunderts eine ernsthafte Bedrohung darstellen.
Sind folgende Hypothesen zu weit hergeholt?

1. Nur zu oft standen die Herrschenden Wissenschaft und Teschnik gleichgültig gegenüber, weil sie darin keinen Nutzen sahen. Sie hätten gekonnt, wollten aber nicht, weil sie in Innovationen mehr Gefahren als Nutzen sahen.

2. Europa wurde nur aus einer Reihe von Zufällen heraus technisch führend. Ohne technologischen Vorsprung hätten die Europäer die Osmanen und andere Staaten des islamischen Raumes nicht niederringen können (ich denke da an algerische Piraten, die noch im 18. Jahrhundert das Mittelmeer und sogar den Atlantik terrorisierten) und es wäre ihnen nicht möglich gewesen, riesige Imperien in Übersee zu errichten. Die Aufklärung verklärte all die schnöden Motive für das plötzliche Interesse an den Wissenschaften und sie war im übrigen nur die Rechtfertigungsideologie des Bürgertums zur Entmschtung von Adel und Klerus. Kaum war dies in den Jahren und Jahrzehnten nach 1800 vollzogen, wandte sich das Bürgertum von der Aufklärung ab.

3. Was wir heute akut erleben und was unmittelbar wichtiger ist als das Vergangene, lässt sich ohne die Vergangenheit nicht erklären. Weil das Muster alles andere als neu oder originell ist. Geschichte hat sich immer wieder wiederholt und dabei nur die Erscheinungsform gewechselt. Mietskasernen und Bauvorschriften sowie ihre Übertretung kannten die alten Römer auch schon.

4. Ein Ausweg aus dem Irrsinn, liegt nicht darin, getreu dem marxistischen Geschichtsfahrplan das nächste Stadium zu erreichen. Weil uns da die nächste böse Überraschung und Enttäuschung erwartet. Der Ausweg liegt darin, den Geschichtsfahrplan in den Müll zu werfen und "Geschichte", so wie sie die Menschheit mehr erlitten als erlebt hat, zu beenden.

Hellmann
08.02.2009, 17:51
Deinen Darstellungen der Geschichte kann ich mich weitgehend anschließen. Für mich ist es immer noch das entscheidende Rätsel, warum es zu keiner sozialen Weiterentwicklung der menschlichen Gesellschaft kam.

Einerseits haben wir bis hin zu diesem Internet fast unvorstellbare technische Errungenschaften und auf der anderen Seite gelingt es uns noch nicht einmal, effizient zu kommunizieren.

Man kann heute unzählige Radio und Fernsehprogramme über die ganze Welt ausstrahlen und was läuft dann da außer dem letzten dummen Mist?

Manchmal zweifle ich deshalb an der Geschichte, wie wir sie gelehrt belommen. Die christliche Kolonisation und Entdeckung der Neuen Welt durch einen Cristóbal Colón? Belieben die Götter zu scherzen?

Die Azoren sind eine Inselgruppe im Atlantik:
Münzfunde des 18. Jahrhunderts auf der Insel Corvo lassen darauf schließen, dass die Azoren bereits in der Antike von den Phöniziern besucht wurden. Die Inseln sind bereits unvollständig und in nicht korrektem Umriss auf alten Seekarten des 14. Jahrhunderts wie dem Atlas Catalan erkennbar. Sie wurden 1427 von Diogo de Silves im Auftrag von Heinrich dem Seefahrer aufgesucht und für Portugal in Besitz genommen.
...
Die Besiedlung durch Portugal begann bereits Mitte des 15. Jahrhunderts, zuerst ab 1431 auf der Insel Santa Maria. Auf Initiative von Isabella von Portugal, Schwester von Heinrich dem Seefahrer, die mit Philipp dem Guten von Burgund verheiratet war, gehörten zu den frühen Siedlern nicht nur portugiesische Bauern, sondern auch Flamen, da die Niederlande zum Herrschaftsbereich von Burgund gehörten. Auf der Insel Faial erinnern noch heute die Windmühlen und der Ortsname Flamengos daran. Die Azoren wurden bald ein wichtiger Stützpunkt auf dem Weg zu den Besitzungen in Mittel- und Südamerika. So besuchte Christoph Kolumbus 1493 auf dem Rückweg seiner ersten Entdeckungsfahrt die Inseln.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Azoren

Die Portugiesen sollen da also 1427 die Azoren wiederentdeckt oder aufgesucht haben, haben sie ab 1431 besiedelt, aber Amerika wäre erst 1492 entdeckt worden. Weil Kolumbus so findig war, hatte er dann aber kein Problem, auf der Rückfahrt die Azoren zu besuchen?

Irgendetwas stimmt mit der Geschichte nicht und nicht nur mit der hier. Je näher man sich das alles ansieht, weil man den Grund dafür finden will, dass es keinen Fortschritt außer dem technischen Fortschritt gab, desto rätselhafter wird das alles.

In dem Punkt stimme ich Dir völlig zu, dass unsere Gesellschaft heute mit all ihrer hochentwickelten Technologie auf sozialem Gebiet gegenüber manchen glücklichen Wilden ein unfassbarer Rückschritt ist.

Beverly
08.02.2009, 18:52
Hallo Hellmann,

ich habe eine Doku gesehen, wo moderne Menschen versuchten, Elefanten über Alpen zu treiben. Das soll Hannibal im zweiten Punischen Krieg gemacht haben. Nun ja, die moderne Nachstellung erschien mir so mühsam, dass ich daran auch nicht mehr glauben kann.

Britta
08.02.2009, 22:07
Die Inkas waren den Spaniern technisch hoffnungslos unterlegen und rate mal, wer bei technischem Gleichstand wen erobert hätte?

Hier muß ich mal widersprechen, da die südamerikanischen Hochkulturen schon im Teenage-Alter mein Hobby waren.

Die Inkas erbrachten damals schon Ingenieurleistungen, mit denen die heutige Technik kaum mithalten kann.

Dass die Spanier sie besiegen konnten, lag an ihrem Aberglauben. Sie dachten, ihre Götter seien zurück.

Ansonsten hätten die Spanier niemals die Inkafestungen einnehmen können und auch der Inkastaat war zu gut organisiert.

Jahre später habe ich von Zacharia Sitchin über die alten Sumerer gelesen und dass da wohl der Ursprung der 'Götter' aller vergangenen Kulturen liegen muß. Mag sein das Sitchin ein Phantast ist, die Tontafeln der alten Sumerer gibt es aber wirklich und sie erzählen eine phantastische Geschichte aus der Zeit vor der Großen Sintflut. Anhand dieser Geschichte ergibt sich über die Vergangenheit der Menschheit wieder ein ganz anderes Bild.

Es handelt sich um mehere 10 000 Tontafeln, die im Jahre 1850 von Austen Henry Layard, einem Engländer, ca 400 km von Bagdad entfernt gefunden wurden, als er im Irak die Stadt Ninive, ehem. Hauptstadt von Assyrien, feilegte.

Auf diesen Tafeln finden sich die genauesten und umfangreichsten Berichte über eine fortgeschrittenen Rasse auf der Erde. Die Gegend in der die Tafeln gefunden wurden ist Mesopotamien. Bis heute werden die Schriften von der Wissenschaft ignoriert, weil sie die offizielle Version der Sicht der Dinge zerstören würde.

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit den Tafeln zu beschäftigen. Da kann man dann feststellen, dass sogar die Bibel davon abgekupfert ist.

Beverly
08.02.2009, 23:46
Hallo Britta,

waren es nicht die Azteken, die Cortez und seine Männer für ihre wiedergekehrten Götter (Queztalcoatl) hielten?

Was Azteken und Inkas betrifft, so denke ich, dass die Spanier Spannungen und Konflikte unter den Indianern ausnutzten. Die Azteken waren bei benachbarten Völkern verhasst und die Inkas hatten kurz vor Pizarro einen heftigen Machtkampf hinter sich.
In beiden Fällen formierte sich kein geschlossener Widerstand, auch weil es die Spanier verstanden, die Könige gefangen zu nehmen und es ohne die keine Führung gab. Feuerwaffen, mit denen die Spanier bei der ersten Begegnung mit Atahualpa ein Gemetzel anrichteten, von ihnen eingeschleppte Seuchen und der Nachschub aus Europa taten ein Übriges.

Die Sintflut in der Bibel beruht meines Wissens auf einer Sage der Sumerer und Noah hat als Vorbild einen Sumerer.

An untergegangene Kulturen auf unserem oder einem noch höheren Niveau mag ich nicht glauben. Die hätten in irgendeiner Weise Spuren hinterlassen und es stellt sich auch die Frage nach den Ursachen ihres Untergangs.
Aber ich weiß nicht mehr, ob die Wissenschaft redlich an diese Fragestellung herangeht. Da bin ich im Internet zu vielen Typen begegnet, die sich als große Realisten betrachten, aber fantasielos bis zum Exzess sind.
Ich würde zjm Beispiel das Sonnensystem nach Sonden Außerirdischer absuchen lassen. Vielleicht hat sich zu uns ja in den letzten vier Milliarden Jahren ein Raumfahrtzeug verirrt und kreist hier noch irgendwo.

Britta
09.02.2009, 06:25
Hallo Britta,

waren es nicht die Azteken, die Cortez und seine Männer für ihre wiedergekehrten Götter (Queztalcoatl) hielten?

Was Azteken und Inkas betrifft, so denke ich, dass die Spanier Spannungen und Konflikte unter den Indianern ausnutzten. Die Azteken waren bei benachbarten Völkern verhasst und die Inkas hatten kurz vor Pizarro einen heftigen Machtkampf hinter sich.
In beiden Fällen formierte sich kein geschlossener Widerstand, auch weil es die Spanier verstanden, die Könige gefangen zu nehmen und es ohne die keine Führung gab. Feuerwaffen, mit denen die Spanier bei der ersten Begegnung mit Atahualpa ein Gemetzel anrichteten, von ihnen eingeschleppte Seuchen und der Nachschub aus Europa taten ein Übriges.

Die Sintflut in der Bibel beruht meines Wissens auf einer Sage der Sumerer und Noah hat als Vorbild einen Sumerer.

An untergegangene Kulturen auf unserem oder einem noch höheren Niveau mag ich nicht glauben. Die hätten in irgendeiner Weise Spuren hinterlassen und es stellt sich auch die Frage nach den Ursachen ihres Untergangs.
Aber ich weiß nicht mehr, ob die Wissenschaft redlich an diese Fragestellung herangeht. Da bin ich im Internet zu vielen Typen begegnet, die sich als große Realisten betrachten, aber fantasielos bis zum Exzess sind.
Ich würde zjm Beispiel das Sonnensystem nach Sonden Außerirdischer absuchen lassen. Vielleicht hat sich zu uns ja in den letzten vier Milliarden Jahren ein Raumfahrtzeug verirrt und kreist hier noch irgendwo.

Hi Beverly,

wenn es die Götter der alten Sumerer wirklich gegeben hat, dann waren sie auch in Südamerika und dann hat sich diese Legende überall gehalten. Ein wichtiger Hinweis ist das Gold, dass die Inka als Götterdreck bezeichneten, denn hinter diesem Gold waren die Götter auch im alten Sumer her.

Und Spuren gibt es überall auf der Welt. Z.B. Pyramiden, die nicht nur in Ägypten zu finden sind, sondern auf der ganzen Welt.

Oder Rätzel wie dieses hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Libanon_Baalbek_Groesster_Baustein.jpg
"Er ist 21,36m lang, 4,33m hoch, 4,6m breit und wiegt zwischen 1200 und 2000 Tonnen"

Die Steine in den Pyramiden haben nur 400 Tonnen....

Cheops
09.02.2009, 11:35
Sex wird völlig überbewertet und das ganze Gerede und Gewese darum ist eher peinlich, wo es früher, also in meiner Jugend, mal der Aufklärung diente. Mit Liebe hat er ohnehin nicht viel zu tun. Für mich ist Sex heute nur eine intime Variante von Sport, was vielleicht daran liegen kann, dass ich früher nichts anbrennen ließ und nun krank bin.:irre:

Beverly
09.02.2009, 13:14
Hi Beverly,

wenn es die Götter der alten Sumerer wirklich gegeben hat, dann waren sie auch in Südamerika und dann hat sich diese Legende überall gehalten. Ein wichtiger Hinweis ist das Gold, dass die Inka als Götterdreck bezeichneten, denn hinter diesem Gold waren die Götter auch im alten Sumer her.

Und Spuren gibt es überall auf der Welt. Z.B. Pyramiden, die nicht nur in Ägypten zu finden sind, sondern auf der ganzen Welt.

Oder Rätzel wie dieses hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Libanon_Baalbek_Groesster_Baustein.jpg
"Er ist 21,36m lang, 4,33m hoch, 4,6m breit und wiegt zwischen 1200 und 2000 Tonnen"

Die Steine in den Pyramiden haben nur 400 Tonnen....

Hallo Britta,

ich habe dazu diesen Link gefunden

http://www.menzel-hilbersdorf.de/katalog18/

und muss eingestehen, dass mir da wieder Fragen gekommen sind. Es war schon bei dem Versuch moderner Menschen, wie Hannibal Elefanten über die Alpern zu treiben, so, dass ich da nur mit dem Kopf geschüttelt habe.

Nun habe ich letztens eine Doku gesehen, wo moderne Menschen versuchten, mit steinzeitlichen Werkzeugen aus der Jungsteinzeit stammende Monunmente nachzubauen. Es blieb dabei, dass ein ganzer Trupp wohlgenährter moderner Menschen an einem Stein herumklopfte und ihn auch einige Meter weit zog.
Nun ja ... früher war das Leben härter und die Lebenserwartung geringer. 40 Jahre betrug sie bei den Ägyptern, erschreckend wenig. Ich selbst habe im Museum in Kairo Pflüge aus der Zeit des alten Ägypten gesehen. Mein erster Gedanke war: Kindergröße! Die müssten demnach klein und schwach gewesen sein, wie die Fliegen weggestorben und bauten trotzdem riesige Monunmente.
Auch bei dem von dir genannten Stein ist mir sauer aufgestoßen, dass sich die Archäologen mal wieder nicht erklären können, wie er gebrochen und bewegt wurde.

Eigentlich wehre ich mich mit Händen und Füßen gegen diesen Unfug des Herrn Däniken. Auch Pyramiden hat es IMHO deshalb überall gegeben, weil sie auf einer geometrisch sehr einfachen Form basierten. Kulturen, die noch nicht über architektonische Raffinessen verfügten, mussten so nur Steine aufeinander schichten, um große und sehr haltbare Bauwerke zu bekommen.

Aber sonst? Sagen wir mal so: moderne Menschen müssen sich bei dem Versuch, historische Ereignisse nachzustellen, entschieden besser anstellen als das, was ich bisher in der Glotze gesehen habe, um mich zu überzeugen, dass alles so seine Richtigkeit hatte.

Mari
09.02.2009, 15:02
Falsifizierbarkeit ....

... noch nen anderes Beispiel ... Man male sich zwei Punkte auf nen Blatt ... und suche die kürzeste Entfernung dieser beiden Punkte. Kein Problem, man zieht nen Strich und gut ist. Wenn dieses Blatt nen Übersegler (Seekarte) des z.B. Atlantiks ist und das die Kurslinie sein soll, dann kommt derjenige zwar an, wird aber einen ziemlichen Umweg segeln. Denn mit nichten ist dies die kürzeste Strecke, es ist nur diejenige, die einen konstanten Kurswinkel bringt ... die kürzeste Strecke ist diejenige, die als Kreissegment den Mittelpunkt im Erdmittelpunkt hat, nennt man dann einen Großkreis segeln. Hat den Vorteil, daß die Strecke deutlich kürzer ist, den Nachteil, daß man permanent den Kurs ändern muß. Man sieht, die Randbedingung des Mercatorenentwurfes, also der 2 dimensionalen Abbildung eines 3 dimensionalen Raumes, funktioniert zwar um anzukommen, aber unter VErnachlässigung der kürzesten Strecke.

Gruß
Peter

Sehr geehrter Herr Peter wasi,

man kann die Aussage "die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Gerade" nicht durch den Nachweis falsifizieren, daß auf einer Kugeloberfläche ein Kreisbogen kürzer als ein anderer ist, weil auch bei einer Kugel die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten die Gerade ist. Dass auf dieser kürzesten Verbindungsgeraden zwischen zwei Punkten auf der Erdoberfläche höchstens U-Boote oder Erdbohrer fahren können, ist ein anderes Thema.

Hochachtungsvoll
Mari:giggle:

Mari
09.02.2009, 15:22
Oder Rätzel wie dieses hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Libanon_Baalbek_Groesster_Baustein.jpg
"Er ist 21,36m lang, 4,33m hoch, 4,6m breit und wiegt zwischen 1200 und 2000 Tonnen"

Die Steine in den Pyramiden haben nur 400 Tonnen....

Das Volumen beträgt im Kopf gerechnet 22x4x5/2 = 220m³. Steine wiegen ungefähr 2-3 to/m³ Also ergibt sich als Gewicht 440 bis 660 Tonnen.

Es ist wirklich rätselhaft, wie man hier auf 2000 Tonnen Gewicht kommt!

MfG
Mari:kopfkratz:

Mari
09.02.2009, 18:08
Die Steine in den Pyramiden haben nur 400 Tonnen....

Auf Fotos haben die Quader der Pyramiden ca. 1 m Kantenlänge. Das sind 2 bis drei Tonnen pro Quader, aber nicht 400 Tonnen.

http://h-hering.de/hanher/images/urlaub/2005/kairo_pyramiden2.jpg
Wenn die Quader eine Kantenlänge von 2 m hätten, dann wäre das 2³ m³, also 16 bis 24 Tonnen.

MfG
Mari

Mari
09.02.2009, 20:28
Sehr geehrter Herr Peter wasi,

man kann die Aussage "die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Gerade" nicht durch den Nachweis falsifizieren, daß auf einer Kugeloberfläche ein Kreisbogen kürzer als ein anderer ist, weil auch bei einer Kugel die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten die Gerade ist. Dass auf dieser kürzesten Verbindungsgeraden zwischen zwei Punkten auf der Erdoberfläche höchstens U-Boote oder Erdbohrer fahren können, ist ein anderes Thema.

Hochachtungsvoll
Mari:giggle:

Sehr geehrter Herr Peter wafi,

war dieser Beitrag auch ein Grund für meine zweite Verwarnung.
Haben sie die Falsifizierung IHRER Falsifizierung als Beleidigung aufgefasst?
Sollte es so sein, dann kann man mir keinen Vorwurf daraus machen.

Hochachtungsvoll
Mari:giggle:

Beverly
09.02.2009, 23:54
Weil ich zu der Generation gehöre, die noch mit Schreibmaschine und Rechenschieber aufgewachsen ist, habe ich meine Erfahrungen mit der "digitalen" Revolution eben nicht mehr zu Papier, sondern in den Computer gebracht.
Wobei das den Rahmen von Zeitzeuge-sein weit sprengt, weil die digitale Revolution weit über den Computer hinaus greift. Siehe Teil 7 - "Welt am Draht", was auch einer der besten Filme von Fassbinder war.
Meine Ausführungen dazu sind noch nicht fertig, der Rest kommt hoffentlich am Dienstag.

Cheops
10.02.2009, 06:17
Hier könnt ihr über meinen Strang Das Universum der Lügen (http://www.politik-sind-wir.de/showthread.php?t=868) diskutieren.
Dieser Strang selbst ist ein auf Erfahrungen basierendes Schreibprojekt, wo ich angesichts meiner eigenen Lebenserfahrung die Hintergründe gesellschaftlicher Entwicklungen der letzen Jahrzehnte erarbeiten will.
Selbst wenn es da immer wieder ins Abstrakte gehen mag, so soll die Basis aus meinen eigenen Erfahrungen als Polit-Aktivistin, Akademikerin und Intellektuellen bestehen. Weil sich da viel angesammelt hat, was der Aufarbeitung und Analyse bedarf.
Weil da aber von Bisexualität bis zu Chomeini sehr viel und sehr Verschiedenes vorkommt, bitte ich, die Diskussionen hier zu machen und den Textstrang nicht zu zerfasern. Zum Lügenstrang: Ähnlich muss sich Leo Tolstoi gefühlt haben, als er sein Werk "Krieg und Frieden" beendete.:)
Ich kann mich da wesentlich kürzer fassen, denn mein Gedächtnis war schon immer zu schlecht, als dass ich mir auch nur eine gute Lüge merken könnte. So neige ich dann immer zur Wahrheit und das hat mir , gerade in der virtuellen Welt, nichts als Ärger eingebracht. Hier wird sogar mehr gelogen als bei jedem Parteitag der CDU und das will schon etwas bedeuten.

Britta
10.02.2009, 06:56
Das Volumen beträgt im Kopf gerechnet 22x4x5/2 = 220m³. Steine wiegen ungefähr 2-3 to/m³ Also ergibt sich als Gewicht 440 bis 660 Tonnen.

Es ist wirklich rätselhaft, wie man hier auf 2000 Tonnen Gewicht kommt!

MfG
Mari:kopfkratz:

Bis zu 2000 Tonnen soll der Stein im Libanon wiegen. Ich habe nicht nachgewogen. Jedenfalls könnten unsere leistungsfähigsten Kräne diesen Stein keinen millimeter weit bewegen.

Und die größten Steine mit 400 to. Gewicht sind im Inneren der Pyramide verbaut, nicht von aussen sichtbar.

Britta
10.02.2009, 07:01
Eigentlich wehre ich mich mit Händen und Füßen gegen diesen Unfug des Herrn Däniken. Auch Pyramiden hat es IMHO deshalb überall gegeben, weil sie auf einer geometrisch sehr einfachen Form basierten. Kulturen, die noch nicht über architektonische Raffinessen verfügten, mussten so nur Steine aufeinander schichten, um große und sehr haltbare Bauwerke zu bekommen.

Aber sonst? Sagen wir mal so: moderne Menschen müssen sich bei dem Versuch, historische Ereignisse nachzustellen, entschieden besser anstellen als das, was ich bisher in der Glotze gesehen habe, um mich zu überzeugen, dass alles so seine Richtigkeit hatte.

Däniken mag zwar in gewisser Weise ein Spinner sein, jedoch ist nicht alles falsch was er sagt. Seine Gegner benutzen aber gerne seine Fehler um Alles was er sagt lächerlich zu machen.

Wir wissen über die Vergangenheit fast nichts. Es kann durchaus sein, dass es weitere, verlorengegangene Techniken gibt, die wir uns heute im Traum nicht vorstellen können.

Gerade was den Transport schwerer Steine betrifft, ist bei uns die Forschung bzgl. Antigravitation noch in den Kinderschuhen und wird nicht gefördert. Vielleicht wußten frühere Zivilisationen besser Bescheid.

http://de.wikipedia.org/wiki/Antigravitation

Der Wiki-Artikel verschweigt auch neueste Erkenntnisse:

http://www.zeit.de/2007/21/T-Antigravitation
"Der Effekt ist trillionenmal so stark, wie Einstein erlaubt"

Cheops
10.02.2009, 07:32
Däniken mag zwar in gewisser Weise ein Spinner sein, jedoch ist nicht alles falsch was er sagt. Seine Gegner benutzen aber gerne seine Fehler um Alles was er sagt lächerlich zu machen.

Wir wissen über die Vergangenheit fast nichts. Es kann durchaus sein, dass es weitere, verlorengegangene Techniken gibt, die wir uns heute im Traum nicht vorstellen können.

Gerade was den Transport schwerer Steine betrifft, ist bei uns die Forschung bzgl. Antigravitation noch in den Kinderschuhen und wird nicht gefördert. Vielleicht wußten frühere Zivilisationen besser Bescheid.

http://de.wikipedia.org/wiki/Antigravitation

Der Wiki-Artikel verschweigt auch neueste Erkenntnisse:

http://www.zeit.de/2007/21/T-Antigravitation
"Der Effekt ist trillionenmal so stark, wie Einstein erlaubt" Die Erfindung einer Technik für die Antigravitation würde den Adipösen dieser Erde sehr entgegenkommen...:o

Britta
10.02.2009, 09:13
Die Erfindung einer Technik für die Antigravitation würde den Adipösen dieser Erde sehr entgegenkommen...:o

Was sind Adipösen? :kopfkratz:

Mein Lieblingsphysiker hat eine Theorie. Danach wird Gravitation durch chaotische Bewegung aufgehoben.

Antigravitation die funktioniert wäre ein schlechtes Geschäft für unsere Energiekonzerne, das Transportgewerbe, die Automobilindustrie etc.

Cheops
10.02.2009, 09:30
Was sind Adipösen? :kopfkratz:

Mein Lieblingsphysiker hat eine Theorie. Danach wird Gravitation durch chaotische Bewegung aufgehoben.

Antigravitation die funktioniert wäre ein schlechtes Geschäft für unsere Energiekonzerne, das Transportgewerbe, die Automobilindustrie etc.
Google hilft mir:

http://www.adipositas-gesellschaft.de/

Und es sind dann diese Ladys (http://cheopsnet.de/img/c09cd7dce2e5c94a28b3e9925a8c856f.jpg), die von der verminderten Schwerkraft profitieren...:)

Beverly
10.02.2009, 10:48
Bis zu 2000 Tonnen soll der Stein im Libanon wiegen. Ich habe nicht nachgewogen. Jedenfalls könnten unsere leistungsfähigsten Kräne diesen Stein keinen millimeter weit bewegen.

Und die größten Steine mit 400 to. Gewicht sind im Inneren der Pyramide verbaut, nicht von aussen sichtbar.

Mit dem Stein von Baalbek hätte man auch heute einige Mühe, ihn zu befördern. Es gibt zwar Schwertransporte von mehreren hundert Tonnen Gewicht, aber die werden von speziellen LKW mit viel PS über asphaltierte Straßen befördert. Auf dem Wasserweg - Nil - mag das mit Schiffen auch schon vor ein paar tausend Jahren möglich gewesen sein. Über Land stelle ich mir das aber schwer vor. Es ist heute noch kompliziert, siehe diese Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwertransport
http://www.gebr-markewitsch.de/hp4461/Transformator---Gewicht--294-to-.htm

Beverly
10.02.2009, 10:56
Zum Lügenstrang: Ähnlich muss sich Leo Tolstoi gefühlt haben, als er sein Werk "Krieg und Frieden" beendete.:)

Inwiefern geht es da um Lügen?

Ich kenne das Buch selbst nicht, habe aber Verfilmungen gesehen und weiß, dass es den Krieg zwischen Napoleons Frankreich und dem Russland unter Zar Alexander behandelt.

Cheops
10.02.2009, 11:44
Inwiefern geht es da um Lügen?

Ich kenne das Buch selbst nicht, habe aber Verfilmungen gesehen und weiß, dass es den Krieg zwischen Napoleons Frankreich und dem Russland unter Zar Alexander behandelt. Meine Erwähnung des Buches bezog sich weniger auf den Inhalt, als vielmehr auf die Anzahl der Seiten (ca. 1600 in zwei Bänden) dieses Werkes.
Dein Fleiß scheint ja ein ähnlicher und im Internet etwas verschwendet...:o

Hellmann
10.02.2009, 11:54
Dein Fleiß scheint ja ein ähnlicher und im Internet etwas verschwendet...:o
Das Internet ist die Zukunft des Schreibens, das habe ich mit meinem "Marx" gerade entdeckt.

Bücher gehören der Vergangenheit an: teuer, schwer, ständig staubig und kein Link auf zusätzliche Informationen, kein Google zum schnellen Durchsuchen, keine Rückmeldung vom Leser an den Autor...

Jetzt müsste man nur noch einen Weg finden, wie der Autor damit auch etwas Geld verdient, wenn seine Sachen lesenswert sind. :)

Cheops
10.02.2009, 12:08
Das Internet ist die Zukunft des Schreibens, das habe ich mit meinem "Marx" gerade entdeckt.

Bücher gehören der Vergangenheit an: teuer, schwer, ständig staubig und kein Link auf zusätzliche Informationen, kein Google zum schnellen Durchsuchen, keine Rückmeldung vom Leser an den Autor...

Jetzt müsste man nur noch einen Weg finden, wie der Autor damit auch etwas Geld verdient, wenn seine Sachen lesenswert sind. :) Obwohl ich jetzt beim Lesen von Büchern durch eine gelähmte Hand heftig benachteiligt bin, plädiere ich noch immer für sie, weil mir Bücher früher viel Freude gemacht haben. Ob nun Giovanni Guaresch mit Don Camillo oder Douglas Adams mit seiner Trilogie zum Anhalter durch die Galaxis. Alles Bücher, wo ich beim lesen herzhaft gelacht habe. Sowas kann kein Internet ersetzen...
Sogar den Faust habe ich gelesen und die Bibel, obwohl ich das als Heide nicht musste. Bücher sind toll und es soll immer Bücher geben, weil Bücher die Phantasie zum Leuchten bringen.:)

Beverly
10.02.2009, 12:28
Das Internet ist die Zukunft des Schreibens, das habe ich mit meinem "Marx" gerade entdeckt.

Naja ... in einem Erotikforum gibt es so viele Sexgeschichten, dass ich mich frage, wer die alle liest. Aber in besagtem Forum habe ich festgestellt, dass es mir beim Schreiben hilft, die Abschnitte unmittelbar nach ihrer Erstellung dort einzustellen. Ich habe Feedback und weiß, dass die Texte nicht unbeachtet in der Schublade oder im Computer liegen.

Cheops
10.02.2009, 12:51
Naja ... in einem Erotikforum gibt es so viele Sexgeschichten, dass ich mich frage, wer die alle liest. Aber in besagtem Forum habe ich festgestellt, dass es mir beim Schreiben hilft, die Abschnitte unmittelbar nach ihrer Erstellung dort einzustellen. Ich habe Feedback und weiß, dass die Texte nicht unbeachtet in der Schublade oder im Computer liegen. Das Internet ist im sten Wandel und es fragt sich, ob du auch in 10 Jahren ein Feedback bekommst oder darauf eingehen wirst. Wenn dein Buch aber in 10 Jahren noch gekauft wird, kannst du dir des Interesses sicher sein. Ich hallte die virtuelle Welt des Internets für noch sehr viel vergänglicher als Bücher.

Beverly
10.02.2009, 14:04
In den Teilen 6 bis 10 habe ich niedergeschrieben wie ich die digitale Revolution erlebt habe und welche Konsequenzen sie hat.
Zuerst wurde Information immer flexibler und leichter zu manipulieren. Daraus ergibt sich aber angesichts von Filmen wie "Matrix", dass auch die scheinbar materielle Welt etwas ist, was sich mit geeigneten Mitteln beliebig manipulieren lässt. In dem man den Menschen eine Welt vorgaukelt, die nur eine Simulation im Computer ist :rolleyes2:

Am Schluss von Teil 10 schlage ich den Bogen von der simulierten Welt zur "simulierten Gesellschaft". Bei aller Skepsis gegenüber den Naturwissenschaften und ihren Ergebnis muss ich konstatieren, dass die selbst mit heftigen Infragestellungen bisheriger Gewissheit wenigstens umgehen. Es gibt da immer jemanden, der auch mal verblüffende Ideen zum Besten gibt. Das fröhliche Erzeugen und Verwerfen von Hypothesen bietet einem immerhin Wahlmöglichkeiten und schärft den kritischen Verstand.

Obwohl ich selbst Politologie studiert habe, kann ich eine vergleichbare Offenheit in den Gesellschaftswissenschaften nicht finden. Vielleicht, weil sie mehr zur Erzeugung von Legitimation in Dienst genommen werden als die Naturwissenschaften. Techniker müssen bei allem Mumpitz auch ab und zu mal Resultate liefern, Gesellschaftswissenschaftler werden vielleicht nur für den Mumpitz bezahlt.
Darüber, ob die materielle Welt nur in der Matrix existiert wird immerhin gesprochen. Darüber, ob unsere Gesellschaft auch in der Matrix existiert, erfährt man nichts. Alldieweil die soziale Matrix möglicherweise umfassender und tiefer gehender ist als ihr physikalisches Gegenstück.

Beverly
10.02.2009, 14:06
Das Internet ist im sten Wandel und es fragt sich, ob du auch in 10 Jahren ein Feedback bekommst oder darauf eingehen wirst. Wenn dein Buch aber in 10 Jahren noch gekauft wird, kannst du dir des Interesses sicher sein. Ich hallte die virtuelle Welt des Internets für noch sehr viel vergänglicher als Bücher.

Die Vergänglichkeit hat es schon vor dem Internet gegeben. Da lagen Manuskripte ungelesen in der Schublade und bei manchen Autoren waren darunter ihre besten Bücher.

Im Internet hat man wenigstens ein Stück Öffentlichkeit. Auch wenn man die sich mit vielen teilen muss, weil sie jeder hat.

Cheops
10.02.2009, 14:39
Die Vergänglichkeit hat es schon vor dem Internet gegeben. Da lagen Manuskripte ungelesen in der Schublade und bei manchen Autoren waren darunter ihre besten Bücher.

Im Internet hat man wenigstens ein Stück Öffentlichkeit. Auch wenn man die sich mit vielen teilen muss, weil sie jeder hat.Es gibt ja wohl kaum ein Medium, das ähnlich schnelllebig ist, wie das Internet, lässt man Tageszeitungen mal beiseite. Auch ich habe viel geschrieben, aber meine Texte von 2003/04/05/07 und 08 (http://cheopsnet.de/index.php?zeig=Verfasstes&sek=2) sind heute kaum noch tauglich, weil sich inzwischen alles verändert hat. Bücher hingegen haben keine Halbwertzeit, denn so ist Goethes Faust noch genau derselbe, den ich vor 30 Jahren gelesen habe.

wafi
10.02.2009, 15:08
pah ....

wo sind Schwertransporte schwierig? :D :D :D
dat ist Schwergut :p
http://www.sal-shipping.com/popup.php?page=galerie&gal=cranes&pic=1&language_tag=eng

Beverly
17.02.2009, 18:16
In den Teilen 11 und 12 behandle ich Zeitgeschiche und Weltgeschichte. Die Art, wie sie mir erzählt wurde oder seinerzeit mit den Nachrichten aus aller Welt zu mir kam. Wieder geht es mir um meine Hypothese vom "erzwungenen Rückschritt", den ich in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts ebenso wirken sehe wie bei dem Aufkommen der rechten Militärdiktaturen in Chile und Argentinien. Die ersten Totengräber betraten die Bühne der Geschichte und ihnen werden noch weitere folgen.

Beverly
23.02.2009, 01:37
Der Abschnitt über die SPD ist länger geworden als ich gedacht hätte und deshalb habe ich ihn zu Teil 13 gemacht.

Wozu ich gern ein Feedback hätte. Ist das alles Unsinn? Bin ich selbstgerecht, weil ich die alle als Lügner bezeichne (so ungefähr schrieb es mir ein Freund in einer Mail).

Ich selbst stelle beim Blick zurück im Zorn aber immer wieder fest, wie die heute eingetretenen Dinge schon damals ihren Anfang nahmen. So etwa die Unterhaltung mit einem linken Polit-Aktivisten vor 30 Jahren. Der sprach mit Bezug auf die rechten Funktionäre der Arbeiterbewegung von "gestandenen Arbeiterverrätern". Wie recht er hat, zeigen die Schröders, Clements, Scholz und Münteferings heute!

Ich selbst werfe mir deshalb keine Selbstgerechtigkeit vor, sondern eher grenzenlose Naivität und Ignoranz. Und immer wieder hoffen, hoffen, hoffen! Um dafür noch heute von den damals schon aktiven Totengräbern verhöhnt zu werden. Der olle Schmidt diffamiert Erwerbslose, der olle Vogel kündigt offen an, die Kader der Linkspartei korrumpieren zu wollen!
Wie soll man auf solche in der Maske des Biedermanns auftretenden Mensch-Imitate anders reagieren als selbstgerecht?

Hellmann
23.02.2009, 14:28
So etwa die Unterhaltung mit einem linken Polit-Aktivisten vor 30 Jahren. Der sprach mit Bezug auf die rechten Funktionäre der Arbeiterbewegung von "gestandenen Arbeiterverrätern". Wie recht er hat, zeigen die Schröders, Clements, Scholz und Münteferings heute!


Ja, das habe ich seinerzeit auch nicht verstanden und musste es erst erleben. Unter einem rechten SPD-ler habe ich mir einen braven Arbeiter vorgestellt, der natürlich was gegen Homos und Hippies hat, aber doch auf keinen Fall wie die Schröders, Clements, Riesters die eigenen Leute verkauft.

Das hat man erst mit eigenen Augen sehen müssen, aber es gab da so ganz Alte, die hatten es vorhergesagt.

Was den Willy betrifft, habe ich mit dem nicht viel anfangen können. Das war damals eine Welle von Opportunismus, die über das Land spülte, da war der Helmut Schmidt eher ernstzunehmen, besonders als er damals die unverstandene und von den Medien verhunzte Aussage machte, dass "5 Prozent Inflation besser als 5 Prozent Arbeitslose" seien. Natürlich hat von der Bevölkerung keiner geahnt, was nun die Inflation plötzlich mit der damals völlig unbekannt gewordenen Arbeitslosigkeit zu tun haben sollte.

Bald war es dann den Keynesianern klar, als die Notenbank zwecks "Inflationsbekämpfung" Rezession und Massenarbeitslosigkeit erzeugte. Helmut Schmidt stürzte über die Krise 1982, die er gar nicht haben wollte und die ihm nicht anzulasten war. Helmut Schmidt war unschuldig an der Arbeitslosigkeit.

Brandt trat auch auf dem Höhepunkt einer Rezession 1974 zurück, die die Notenbank verursacht hatte. Die Sache mit Guillaume war wohl eher künstlich aufgezogen. Dass der unerkannt als DDR-Spion gearbeitet habe, halte ich schon für Käse. Eher dass man ganz bewusst für heikle Aufgaben im Zusammenhang mit Brandt einen verschwiegenen und zuverlässigen DDR-Agenten ausgesucht hat, der davon selbst nichts ahnen durfte und darum schon aus Eigeninteresse schwieg. ;)

Auch bei Brandt haben gewisse Alte, die man als Nazis diffamiert hat, irgendwas über sein Vorleben gemunkelt. Auch sie hatten damit Recht, wie mir später klar wurde. Die Geschichte vom "freien Journalisten" in Norwegen ist natürlich ein alberner Krampf für naive Gemüter, mehr will ich dazu nicht sagen. Der hatte schon allen Grund für den Griff zur Flasche.

Beverly
23.02.2009, 21:35
Ja, das habe ich seinerzeit auch nicht verstanden und musste es erst erleben. Unter einem rechten SPD-ler habe ich mir einen braven Arbeiter vorgestellt, der natürlich was gegen Homos und Hippies hat, aber doch auf keinen Fall wie die Schröders, Clements, Riesters die eigenen Leute verkauft.

Das hat man erst mit eigenen Augen sehen müssen, aber es gab da so ganz Alte, die hatten es vorhergesagt.

weil sie es schon zuvor in der Weimarer Republik erlebt hatten?

Beverly
23.02.2009, 23:09
Ich bin beim Suchen nach dem "Lambsdorff-Papier" zufällig auf diese Seite gekommen, die ein kritisches Wörterbuch des Neoliberalismus zu sein scheint:

http://www.neosprech.de/wiki/index.php/Hauptseite

Hellmann
24.02.2009, 11:18
weil sie es schon zuvor in der Weimarer Republik erlebt hatten?
Stimmt, ja genau, damit würde sich dieses Wissen erklären.