Beverly
13.09.2009, 19:03
Beim Rumsurfen im Internet stieß ich auf einen Link über so genannte Fiktivspiele (http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Fiktiv-Spiel), die in der Science-Fiction-Serie "Perry Rhodan" vom fiktiven Volk der Arkoniden gespielt werden.
Das Prinzip der Fiktivspiele ist eigentlich sehr gut: ein Mensch kann Gedanken und Gefühle optisch und akustisch mit Bildschirm und Lautsprecher wiedergeben.
Nur sind die Folgen verheerend. Milliarden Menschen (bzw. Arkoniden, aber die sehen aus wie Menschen und denken und fühlen auch so) liegen nur noch da und spielen Fiktivspiele. Wobei sich die Rhodan-Macher das im Jahr 1961 aus den Fingern gesogen haben und es sich für mich heute wie die Vorwegnahme von Computerspielen liest.
Den Fiktivspielen der fiktiven Arkoniden und den Computerspielen realer Menschen wird gleichermaßen nachgesagt, eine Gesellschaft ins Verderben zu führen.
Bezeichnenderweise steht bei "Perry Rhodan", dass eine Verbrecherorganisation maßgeblichen Anteil an der Verbreitung der Fiktivspiele hatte. So wie die Briten in der Realwelt den Opiumhandel im China des 19. Jahrhunderts förderten und damit zum Niedergang dieses Landes beitrugen.
Andererseits sehe ich in den Fiktivspielen nicht Ursache, sondern Folge und verstärkendes Symptom eines schon vorher begonnenen Niedergangs. Die Arkoniden werden in "Perry Rhodan" als eine Zivilisation geschildert, die irgendwann alles erreicht hatte, alle Feinde unterworfen oder ausgelöscht hatte. Sie hatten schon vor Jahrtausenden eine Technik, von der wir nur träumen können und gaben sich dann damit zufrieden.
IMHO erkannten sie deshalb nicht, dass die Visualisierung von Gedanken und Gefühlen richtig angewandt ein enormes und positives Potenzial bieten kann. Und Menschen, die mit ihrem Leben noch etwas anzufangen wissen, vertrödeln nicht den Tag damit, sich bunte Bilder und komische Geräusche anzutun.
Die Arkoniden gibt es zwar nicht, aber in ihrem Lebensstil, ihrer Arroganz und Gleichgültigkeit erkenne ich eine Vorwegnahme des Lebensstils der Oberschichten und der Eliten im postmodernen 21. Jahrhundert. Auf Arkon stehen Trichterhäuser, in Dubai 8-Sterne-Hotels, die wie Segelschiffe aussehen. Obwohl sie technisch hoch entwickelt waren, hielten die Arkoniden noch Sklaven - unsere Eliten machen das Elend von Milliarden Menschen zur Voraussetzung für ihren sinnlosen Luxus.
Nun ja, "Perry Rhodan" straft die Arkoniden mit der Zerstörung einer ihrer drei Zentralwelten ab. Ich fand das seinerzeit Vandalismus einer Pulp-Serie. Angesichts der Parallele zu realen Oberschichten kommt da aber auch Schadenfreude auf :rolleyes2: und ich muss an Foristen aus Ländern denken, wo es den meisten Menschen dreckig geht. Zitat: "9/11 passiert in manchen Ländern mehrmals im Jahr." Nur erwischt es dann nicht Angestellte, sondern Menschen, die schon vorher nichts hatten und für die es keine Trauerveranstaltungen gibt.
Mit den Computerspielen der Realwelt ist das ebenso. Richtig angewandt kann man da per Simulation viele viele Fragestellungen angehen. Wie funktioniert ein Gemeinwesen richtig? Meines Wissens gibt es dazu ein Spiel namens "Hammurabi". Warum trägt man Konflikte nicht über Simulationen - also Computerspiele - aus, ehe man es in der Wirklichkeit tut? Da können doch alle Beteiligten sich darüber Klarheit verschaffen, was sie im Zweifelsfall von Bomben und Ballern überhaupt haben. Warum simuliert man nicht den "Markt", anstatt sich immerzu über sein reales Versagen zu ärgern. Etc. etc. etc.
Fiktiv- und Computerspiele haben IMHO mit dem Fernsehen eines gemeinsam: sie schaden nur dummen Menschen und machen nur kaputte Gesellschaften noch kaputter ;)
Das Prinzip der Fiktivspiele ist eigentlich sehr gut: ein Mensch kann Gedanken und Gefühle optisch und akustisch mit Bildschirm und Lautsprecher wiedergeben.
Nur sind die Folgen verheerend. Milliarden Menschen (bzw. Arkoniden, aber die sehen aus wie Menschen und denken und fühlen auch so) liegen nur noch da und spielen Fiktivspiele. Wobei sich die Rhodan-Macher das im Jahr 1961 aus den Fingern gesogen haben und es sich für mich heute wie die Vorwegnahme von Computerspielen liest.
Den Fiktivspielen der fiktiven Arkoniden und den Computerspielen realer Menschen wird gleichermaßen nachgesagt, eine Gesellschaft ins Verderben zu führen.
Bezeichnenderweise steht bei "Perry Rhodan", dass eine Verbrecherorganisation maßgeblichen Anteil an der Verbreitung der Fiktivspiele hatte. So wie die Briten in der Realwelt den Opiumhandel im China des 19. Jahrhunderts förderten und damit zum Niedergang dieses Landes beitrugen.
Andererseits sehe ich in den Fiktivspielen nicht Ursache, sondern Folge und verstärkendes Symptom eines schon vorher begonnenen Niedergangs. Die Arkoniden werden in "Perry Rhodan" als eine Zivilisation geschildert, die irgendwann alles erreicht hatte, alle Feinde unterworfen oder ausgelöscht hatte. Sie hatten schon vor Jahrtausenden eine Technik, von der wir nur träumen können und gaben sich dann damit zufrieden.
IMHO erkannten sie deshalb nicht, dass die Visualisierung von Gedanken und Gefühlen richtig angewandt ein enormes und positives Potenzial bieten kann. Und Menschen, die mit ihrem Leben noch etwas anzufangen wissen, vertrödeln nicht den Tag damit, sich bunte Bilder und komische Geräusche anzutun.
Die Arkoniden gibt es zwar nicht, aber in ihrem Lebensstil, ihrer Arroganz und Gleichgültigkeit erkenne ich eine Vorwegnahme des Lebensstils der Oberschichten und der Eliten im postmodernen 21. Jahrhundert. Auf Arkon stehen Trichterhäuser, in Dubai 8-Sterne-Hotels, die wie Segelschiffe aussehen. Obwohl sie technisch hoch entwickelt waren, hielten die Arkoniden noch Sklaven - unsere Eliten machen das Elend von Milliarden Menschen zur Voraussetzung für ihren sinnlosen Luxus.
Nun ja, "Perry Rhodan" straft die Arkoniden mit der Zerstörung einer ihrer drei Zentralwelten ab. Ich fand das seinerzeit Vandalismus einer Pulp-Serie. Angesichts der Parallele zu realen Oberschichten kommt da aber auch Schadenfreude auf :rolleyes2: und ich muss an Foristen aus Ländern denken, wo es den meisten Menschen dreckig geht. Zitat: "9/11 passiert in manchen Ländern mehrmals im Jahr." Nur erwischt es dann nicht Angestellte, sondern Menschen, die schon vorher nichts hatten und für die es keine Trauerveranstaltungen gibt.
Mit den Computerspielen der Realwelt ist das ebenso. Richtig angewandt kann man da per Simulation viele viele Fragestellungen angehen. Wie funktioniert ein Gemeinwesen richtig? Meines Wissens gibt es dazu ein Spiel namens "Hammurabi". Warum trägt man Konflikte nicht über Simulationen - also Computerspiele - aus, ehe man es in der Wirklichkeit tut? Da können doch alle Beteiligten sich darüber Klarheit verschaffen, was sie im Zweifelsfall von Bomben und Ballern überhaupt haben. Warum simuliert man nicht den "Markt", anstatt sich immerzu über sein reales Versagen zu ärgern. Etc. etc. etc.
Fiktiv- und Computerspiele haben IMHO mit dem Fernsehen eines gemeinsam: sie schaden nur dummen Menschen und machen nur kaputte Gesellschaften noch kaputter ;)