Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tauwetter in den Medien?


Oeffinger Freidenker
27.08.2009, 16:01
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe das Gefühl, dass nach den Jahren der neoliberalen Eiszeit langsam wieder ein Tauwetter einsetzt in den Mainstreammedien der Republik. Es scheint, als leite die Krise eine Renaissance des kritischen Journalismus ein, denn die Missverhältnisse lassen sich einfach nicht mehr unter den Tisch kehren. Bislang kommt es noch zu keiner Aufarbeitung der Vergangenheit; stattdessen wird allerorten so getan wie bei der SPD, als habe man schon immer gewarnt. Natürlich könnte mich dieses Bauchgefühl auch täuschen, keine Frage.
Nichts desto trotz habe ich es. Das geht sogar so weit, dass ich SpOn wieder lese. Als Beispiele für dieses empfundene Tauwetter möchte ich die breite und freundliche FAZ-Berichterstattung über die hessische Intrige anbringen, die Selbstkritik der Journalisten in der Welt, die Kritik an der Bahnprivatisierung von Jörges, der sogar seinen Irrtum eingestand, kritische Berichterstattung bei der SZ (http://www.sueddeutsche.de/politik/56/485481/text/#)über die unkritische Berichterstattung bei der BILD und vieles mehr.
Vielleicht täuscht der Eindruck. Ich hoffe, dass er es nicht tut. Eine Rückkehr der Medien zu ihrer ureigenen Aufgabe ist mindestens genausodringend notwendig wie bei den Banken. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
Was sind eure Eindrücke?

https://blogger.googleusercontent.com/tracker/29845304-486830573888257539?l=oeffingerfreidenker.blogspot. com


zum Blog >> (http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2009/08/tauwetter-in-den-medien.html)

otix_
27.08.2009, 16:12
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe das Gefühl, dass nach den Jahren der neoliberalen Eiszeit langsam wieder ein Tauwetter einsetzt in den Mainstreammedien der Republik. Es scheint, als leite die Krise eine Renaissance des kritischen Journalismus ein, denn die Missverhältnisse lassen sich einfach nicht mehr unter den Tisch kehren. Bislang kommt es noch zu keiner Aufarbeitung der Vergangenheit; stattdessen wird allerorten so getan wie bei der SPD, als habe man schon immer gewarnt. Natürlich könnte mich dieses Bauchgefühl auch täuschen, keine Frage.
Nichts desto trotz habe ich es. Das geht sogar so weit, dass ich SpOn wieder lese. Als Beispiele für dieses empfundene Tauwetter möchte ich die breite und freundliche FAZ-Berichterstattung über die hessische Intrige anbringen, die Selbstkritik der Journalisten in der Welt, die Kritik an der Bahnprivatisierung von Jörges, der sogar seinen Irrtum eingestand, kritische Berichterstattung bei der SZ (http://www.sueddeutsche.de/politik/56/485481/text/#)über die unkritische Berichterstattung bei der BILD und vieles mehr.
Vielleicht täuscht der Eindruck. Ich hoffe, dass er es nicht tut. Eine Rückkehr der Medien zu ihrer ureigenen Aufgabe ist mindestens genausodringend notwendig wie bei den Banken. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
Was sind eure Eindrücke?

https://blogger.googleusercontent.com/tracker/29845304-486830573888257539?l=oeffingerfreidenker.blogspot. com


zum Blog >> (http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2009/08/tauwetter-in-den-medien.html)


Mit der Aussage wäre vorsichtig, und wenn es so wäre, dann ist es wohl eher einem simplen Opportunismus geschuldet.

deserd
27.08.2009, 16:46
Haha, da würde ich nicht drauf reinfallen .....


Es stimmt schon, die Süddeutsche hat öfter mal einen interessanten kritischen Beitrag. - Das sollte aber nicht falsch überbewerten. - Ich würde das als gut geschickte Tarnung bezeichnen.

Die Süddeutsche wird sich bestimmt nicht in Gefahr bringen mit ihren kritischen Beiträgen - auch, wenn es ab und zu ganz anders wirkt.

Der Verlag, der die Süddeutsche produziert, scheint bzw soll im Übrigen ein knallhartes neoliberales Konzept haben, nämlich: alle Konkurrenz-Zeitungen, die nennenswert gefährlich werden können, aufzukaufen .....

Da war vor einiger Zeit - vielleicht ein Jahr ? - ein interessanter Beitrag zur SZ im *t**c-Forum zu finden, wo eben dieses beschrieben wurde, und, auch, dass viele Journalisten der SZ von heute auf morgen entlassen wurden mit folgenden Anweisungen:

- Betreten Sie bzw kommen Sie nicht nicht mehr in die SZ-Redaktion.
- Melden sie sich auch telefonisch nicht mehr dort.
- Unterlassen Sie möglichst jeden überflüssigen Kontakt.
.....

Hmmm ..., die SZ scheint seit dieser Fusion überwacht zu werden .....

Hellmann
27.08.2009, 19:28
Manchmal wünscht man sich ja etwas so stark, dass man es sich dann haluziniert. Ich wünschte mir auch eine Presse, die man in einem Kaffeehaus lesen kann, ohne einen Wutanfall zu kriegen und den Kaffee über das korrupte Geschmiere zu schütten.

Leider hat sich nichts gebessert, siehe den aktuellen SPIEGEL-Titel, in dem das deutsche Volk die Welt überfällt.

Auch die kapitalistische Professorenpropaganda für die Anhebung der Mehrwertsteuer und Sozialkürzungen nach der Wahl hat in den kapitalistischen Medien jetzt schon wie erwartet eingesetzt. Nach den Wahlen wird es wieder das gewohnte Reformgeschrei in allen Medien geben, dass der Sozialstaat nicht zu finanzieren wäre, die Rente ab 70 eingeführt gehört und was die sonst noch alles inzwischen geforscht haben.

Nein, die werden weiterlügen, bis man ihnen den Lauf einer Kalaschnikow zwischen die Zähne schiebt. :winken:

Beverly
27.08.2009, 23:36
Nein, die werden weiterlügen, bis man ihnen den Lauf einer Kalaschnikow zwischen die Zähne schiebt. :winken:

oder sie nicht mehr kauft ... wie ich das seit Jahren mache :)

Zur Information reicht mir das Internet, da sind auch alle Zeitungen mit ihren Homepages drin.

Britta
28.08.2009, 10:40
oder sie nicht mehr kauft ... wie ich das seit Jahren mache :)

Zur Information reicht mir das Internet, da sind auch alle Zeitungen mit ihren Homepages drin.
Bei denen reicht doch die Angst um den Arbeitsplatz.

Zu Anfang noch jung merken die erstmal garnicht, was gespielt wird. Irgendwann kommt dann das Erkennen, wenn der erste Artikel abgeändert oder gar nicht gebracht wird und man sich die erste Rüge vom Chef einfängt. Dann schliddern die so langsam hinein. Entweder man sucht sich einen anderen Job oder man passt sich an. Es bleibt natürlich noch die brotlose Kunst des freien Journalisten oder Bloggerei als Hobby...

Mir reicht auch das Internet. TV ist schon ziemlich abgeschrieben. Gucke ich nur noch, wenn ich zu hohen Blutdruck brauche.