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Iphigenie
28.01.2009, 09:44
http://www.flegel-g.de/israel-hamas.html

Israel und die Hamas

Schlimm ist die Berichterstattung über den Konflikt im Gaza-Streifen.
Konflikt? Nein, das ist ein Krieg, der Krieg einer mit allen
Waffen ausgestatteten Eroberungsarmee gegen eine nur schlecht
bewaffnete Bevölkerung Palästinas. Die gesamte westliche Presse
spricht Israel mehr oder weniger das Recht zu diesem Vorgehen zu,
denn es müsse sich ja verteidigen, gegen den permanenten
Terrorismus der Hamas.

Ein kleiner Schwenk zurück in die Vergangenheit. Gerade wird in
den deutschen Kinos der Film über den "Helden" Stauffenberg anlaufen.
Aber dieser Held hat das Hitler-Regime bis zu seinem
Attentatsversuch mitgetragen, hat dafür gekämpft. Als er sein
Attentat vorbereitete, stand bereits fest, dass Deutschland den
Krieg verlieren würde. Ein späte Einsicht für einen Freiheitskämpfer,
erst dann das Übel an der Wurzel ausrotten zu wollen.

Eine Mail habe ich bekommen, mit einem angehängten PDF-File. Es
handelte sich um eine Gedenkschrift an den im KZ Dachau
verstorbenen, besser ermordeten Georg Elser, der bereits 1939
einen Anschlag auf Hitler verübte. Da Hitler bekanntlich abends vor
jedem Jahrestag seines gescheiterten Putschversuchs vom
9. November 1923 im Münchner Bürgerbräukeller eine Rede hielt,
beschloss Elser, in die Säule direkt hinter dem Rednerpult eine
Zeitbombe einzubauen. Das gelang und die Bombe explodierte
pünktlich zur eingestellten Zeit. Aber Hitler hatte wohl einen
Schutzteufel. Weil das Wetter schlecht war und Hitler mit der
Reichsbahn zurück nach Berlin fahren musste, kürzte er seine
Redezeit stark ab und verließ den Keller 13 Minuten, bevor die
Bombe explodierte. Diese verwüstete den Saal, tötete acht und
verletzte 63 Besucher, davon 16 schwer. Unter den Toten waren
sieben Mitglieder der NSDAP.

War Elser nun ein Terrorist oder war er ein Kämpfer für die Freiheit?
Es kommt auf die Sicht an. Für das damalige System war er ein Terrorist,
für unser heutiges Verständnis ein Held und ein Freiheitskämpfer.

In Frankreich, in den Niederlanden und in Italien gab es in der
Hitlerzeit Untergrundbewegungen, die mit Anschlägen gegen die
Besatzer vorgingen. Aus der damaligen Sicht des Hitler-Regimes
waren es Terroristen, aus Sicht der besetzten Länder waren
sie Freiheitskämpfer. In Italien und in Spanien berichteten
die Zeitungen damals in ähnlicher Weise über die Attentate
der Untergrundbewegungen wie die westliche Presse heute über
die Hamas, denn diese beiden Länder waren Hitler
"freundschaftlich" verbunden (Mussolini und Franco).

Israel hat ein faschistisches Apartheit-Regime, hat mit seiner
Siedlungspolitik den Palästinensern immer mehr Land gestohlen
und seit dem Tode von Rabin hat Israel alles unternommen, die
Palästinenser zu provozieren. Große Teile Palästinas sind ein
einziger Trümmerhaufen. Die Hamas ist eine Freiheitsbewegung und
Israel hat wirklich alles getan, den Hass gegen sich nicht nur
wachzuhalten, sondern noch zu schüren. Während des
Waffenstillstands haben sie Grenzen blockiert und keine Hilfslieferungen
nach Gaza durchgelassen.

Die in der westlichen Presse veröffentlichten Berichte aus dem
Gebiet sind nicht selbst recherchiert, denn bereits seit geraumer
Zeit lässt Israel auch keine Reporter mehr nach Gaza. Die Presse,
die ansonsten stets großes Geschrei erhebt, wenn sie die
"Pressefreiheit" gefährdet sieht, hält sich sonderbarer Weise in
diesem Fall sehr zurück. Wohl eine dienstliche Anordnung von
ganz oben.

Wer den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern beurteilen
will, sollte sich auch ein wenig mit der Geschichte dieses Konflikts
befassen. die immerhin rund zweieinhalb Jahrtausende zurück reicht.
Auch der in diesem Zusammenhang verwendete Begriff "Zionismus"
sollte einmal frei von Ressentiments näher erläutert werden.
Beginnen wir mit der ersten Staatsgründung Israels im Gebiet des
heutigen Palästina. Sie erfolgte nach geschichtlichem und biblischem
Stand durch König David etwa 1.000 v. Chr. mit der Hauptstadt
Jerusalem gegründet. Nach dem Tod von Salomon, dem Nachfolger
von David, zerfällt das Reich in zwei Teile, eine Nord- und ein
Südreich. Bereits 722 v. Chr. geht das im Kampf gegen die Assyrer
verloren. 587 v. Chr. wird das Südreich durch die Babylonier erobert.
Danach wird es in weiterer Folge Teil des Perserreichs, dann des
Reiches von Alexander dem Großen, zuletzt des Reichs der
Seleukiden.

Erst ca. 165 v. Chr. gelang es Israel, begünstigt durch den
Thronfolgestreit der Seleukiden noch einmal, staatliche Unabhängigkeit
zu erreichen, 102 Jahre lang. 63 v. Chr. wurde Israel, wie so viele
andere Reiche auch, unter die Knute der Römer gezwungen und in
zwei Provinzen aufgeteilt: "Syria als Nord- und Judäa als
Südprovinz."
70 n. Chr. werden Jerusalem und der Tempel völlig in Folge des
ersten Jüdischen Krieg (66-73 n. Chr.) zerstört. Ca. 135 n. Chr.
führte der Bar-Kochba-Aufstandes (nach dem Anführer Simon Bar
Kochbar benannt) schließlich zur Zerstörung der letzten Reste eines
größeren, geschlossenen, jüdischen Siedlungsgebiets in der
römischen Provinz Judäa, und löste die "Diaspora" des Judentums
bis in die Gegenwart bzw. bis zur Gründung des Staates Israel
1948 aus.

Das, was man heute als Antisemitismus bezeichnet, ist aus meiner
Sicht die Folge der Geschichte der Juden nach der Diaspora. Sie
wurden Bestandteil fast jeden Volkes in Europa und später auch in
den USA. Der Vorwurf, den die Deutschen heute den Türken machen,
der fehlende Wille zur echten Integration, kann den Juden in gleicher
Weise für die 1.900 Jahre währende Geschichte nach der Diaspora
gemacht werden. Sie verweigerten jede Integration, wohl nicht
zuletzt, weil sie sich als das einzige Volk Gottes ansahen. Hier kommt
der Begriff "Zionismus" ins Spiel. Er ist ein 1890 geprägter begriff
einer Nationalbewegung der Juden. Er geht zurück auf die Geschichte
Davids und Salomons. Nachdem David die Jebusiterstadt Jerusalem
erobert hatte, machte er sie zum Mittelpunkt seines Reiches, indem
er die Bundeslade dorthin überführen ließ. Sein Sohn Salomo ließ dann
den von ihm geplanten Tempel bauen. Daraufhin wurde der Name
Zion auf den bebauten Tempelberg übertragen (Jesaja 10, Vers 12).
Zion ist das Synonym der Juden für den Wohnsitz JHWHs und vor
allem durch den Propheten Jesaja wird der das Nationalbewusstsein
der Juden über die Jahrtausende wach gehalten. Dabei sind in
den Prophezeiungen die Aussagen teilweise wortgleich,
wie z. B. bei Jesaja 2 Vers 3 und Micha 4, Vers 2. Aber
diese Prophezeiungen sind aus meiner Sicht auch von
erheblicher Gewaltbereitschaft geprägt und setzen ein Verständnis
für die Vorherrschaft des Volks Israels über die anderen Völker in
der Glaubensphilosophie fest. Es ist das alte Spiel, über die Religion
Politik zu betreiben, eine Politik, der man nicht zu widersprechen
wagt, denn sie kommt ja "von Gott". Dieses System ist rund 8.000
Jahre alt und funktioniert noch immer.

Der Begriff Zionismus wurde in Österreich von Nathan Birnbaum
anlässlich einer ersten National-Jüdischen Studentenbewegung
in Europa (Kadima) geprägt, der diese Studentenbewegung mit
gründete. Theodor Herzl (Der Judenstaat, 1896 in M. Breitenstein's
Verlags-Buchhandlung erschienen) dachte hier erstmals einen
Judenstaat an, noch nicht auf Palästina fixiert und auch weniger
aus religiösen Motiven. Aber dieses Buch bildet das Fundament
des Zionismus. Herzl wäre, so wird gesagt, auch ein Judenstaat
in Afrika oder sonstwo auf der Welt genehm gewesen. Er begründete
diese Forderung mit den Worten:
„In Russland werden Judendörfer gebrandschatzt, in Rumänien
erschlägt man ein paar Menschen, in Deutschland prügelt man sie
gelegentlich durch, in Österreich terrorisieren die Antisemiten das
ganze öffentliche Leben, in Algerien treten Wanderhetzprediger auf,
in Paris knöpft sich die sogenannte bessere Gesellschaft zu, die
Cercles schließen sich gegen die Juden ab

Den Grund für den seiner Ansicht nach wachsenden Antisemitismus
sieht er in der mangelnden sozialen Mobilität, die durch Benachteiligungen
der Juden entsteht.
„Die causa remota ist der im Mittelalter eingetretene Verlust
unserer Assimilierbarkeit, die causa proxima unsere Überproduktion
an mittleren Intelligenzen, die keinen Abfluss nach unten haben
und keinen Aufstieg nach oben [...]. Wir werden nach unten hin
zu Umstürzlern proletarisiert, bilden die Unteroffiziere aller
revolutionären Parteien, und gleichzeitig wächst nach oben
unsere furchtbare Geldmacht.“

Eine totale soziologische Assimilation lehnt Herzl jedoch ab, da
die jüdische Volkspersönlichkeit geschichtlich zu berühmt und
trotz aller Erniedrigungen zu hoch sei.
Herzls Buch wurde anders als die Bücher seiner Vorläufer viel
beachtet und gab den Anstoß zum internationalen Zusammenschluss
der bestehenden nationaljüdischen Vereine. Am 29. August 1897
trafen daraufhin 200 von ihren Vereinen gewählte Delegierte in Basel
zum ersten Zionistenkongress zusammen. Dort forderte Herzl erstmals
einen völkerrechtlich legalisierten Judenstaat in Palästina. Daraufhin
gründete sich die Zionistische Weltorganisation (World Zionist
Organisation, abgekürzt WZO) mit dem Programm:

Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer
öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina.
Dies wurde das gemeinsame Ziel aller zionistischen Strömungen.
Das Wort „Judenstaat“ wurde dabei vermieden, um die Gestalt
des angestrebten Gemeinwesens nicht festzulegen. Um die
Zionsfreunde einzubinden, nannte die Erklärung als erstes Mittel
zum Erreichen des Ziels:
Die zweckdienliche Förderung der Besiedelung Palästinas mit
jüdischen Ackerbauern, Handwerkern und Gewerbetreibenden

Die von Herzl beklagte fehlende Assimilation ist, so wie ich es sehe,
das eigentliche Herzstück des Antisemitismus. Assimilation
(Angleichung) durch wen?

Durch das gastgebende Volk an die Juden
oder durch die Juden an das gastgebende Volk?
Ich denke, dass die zweite Möglichkeit von den Juden
generell ausgeschlossen wurde. Aber ganau das führt zu
Feindseligkeiten.

Klar sein muss auch, dass durchaus nicht alle Juden den Zionismus
und die Gründung eines eigenen Staates guthießen. Orthodoxe
Juden wiederum sahen in den Zionisten abtrünnige Ketzer, die sich
gegen das von Gott verfügte jüdische Exil auflehnten und sich
selbst erlösen wollten, statt demütig auf die Ankunft des Messias
zu warten. Diese Ansicht vertreten sie auch heute noch und stehen
der zionistischen Bewegung bis heute feindlich gegenüber. Auch
andere Liberal-bürgerliche Gruppen wie der Central-Verein
deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hielten den
Antisemitismus weiterhin für „heilbar“ und den Judenstaat für
unnötig oder utopisch. Sie befürchteten, zionistische Forderungen
würden die Lage europäischer Juden nur verschlechtern und
ihren Integrationsbemühungen schaden.

Ab ca. 1900 wanderten aber immer mehr Juden nach Palästina aus,
das damals unter osmanischem Protektorat stand. Großbritannien
führte faktisch das Protektorat Palästinas bereits seit 1918, bekam
dann vom Völkerbund 1922 das Protektorat offiziell übertragen.
In Palästina waren inzwischen einige jüdische Siedlungen entstanden
und die Stadt Tel Aviv und der erste Kibbuz am See Genezareth
entstanden. Tel Aviv hatte 1938 bereits 150.000 Einwohner. In der
Frage der Zuwanderung der Juden nach Palästina spielten die Briten
eine mehr als zwielichtige Rolle. Es waren vor allem die von den
Briten gebrochenen Zusagen bzgl. eines Groß-Arabischen Reiches,
die zu ersten Konflikten zwischen den Juden und den Arabern in der
Region führten. Bei den in Palästina ansässigen Juden hatte sich
inzwischen auch eine Terrorgruppe mit dem Namen Irgun Tzwai Le’umi,
kurz Irgun gebildet. Die Irgun erkannte die Aufteilung Palästinas
und Jordaniens durch die UNO nicht an. Israel sei von Gott gegeben
und beinhalte Palästina, Jordanien und Teile Syriens.

Ab 1943 wurde die Irgun von Menachem Begin kommandiert, unter
dessen Führung die Irgun Juli 1946 das Attentat auf das King David
Hotel in Jerusalem verübte, das vorwiegend Offiziere der
britischen Mandatsmacht mit ihren Familien bis dahin bewohnt hatten.
Dem Anschlag fallen 91 Menschen zum Opfer.
Die Irgun verübte gemeinsam mit dem Lechi das Massaker von Deir Yasin
am 9. April 1948, bei dem über hundert Palästinenser systematisch
ermordet wurden, darunter Frauen und Kinder. Menachem Begin
verteidigte auch später noch das Massaker: „Das Massaker von Deir
Jassin hatte nicht nur seine Berechtigung – ohne den ,Sieg‘ von Deir
Jassin hätte es auch niemals einen Staat Israel gegeben.

Mittlerweile gibt es Hinweise darauf, dass damals noch aktive
Splittergruppen im Jahr 1952 versuchten, Bundeskanzler
Konrad Adenauer zu ermorden, um die Wiedergutmachungsverhandlungen
mit Deutschland zu stoppen. Bei dem Anschlag mit einer Paketbombe
wurde ein Polizist in München getötet.
Der politische Flügel der Irgun sammelte sich in der von Menachem
Begin gegründeten Cherut-Partei, die jedoch erst an Einfluss
gewann, nachdem sie 1973 in einem Mitte-Rechts-Bündnis den
Kern des Likud-Blocks bildete
Am 14. Mai 1948 verlas David Ben Gurion in Tel Aviv die
israelische Unabhängigkeitserklärung; damit wurde das zionistische
Ziel eines Judenstaates erreicht. Ein Angriff der arabischen
Anrainer (Jordanien, Ägypten, Irak, Syrien und Libanon) misslang.
Es folgte die Anerkennung des Staates Israel durch die USA und
(drei Tage darauf) durch die Sowjetunion – nun begann die
legale Masseneinwanderung aus Europa. Als ersten gesetzgeberischen
Akt verabschiedete die Knesset 1950 das Rückkehrgesetz, das allen
Juden das Recht zusichert, sich in Israel niederzulassen und sofort
die israelische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

So weit die Vorgeschichte. Die wohlklingenden Worte eines
Theodor Herzl über gleiche Rechte für Araber in einem Judenstaat
haben sich in der Realität in Rauch aufgelöst. Aufsehen erregte 1975
die UN-Resolution 3379. Sie stellte Israel in eine Reihe mit Südafrika
und Zimbabwe und besagte in ihrem letzten Satz, dass Zionismus eine
Form des Rassismus und der Rassendiskriminierung sei. Sie wurde 1991
mit der Resolution 46/86 wieder zurückgenommen. Doch diese
Rücknahme, vor allem auf Betreiben der USA und Deutschlands ist
aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt, wenn man sich ansieht, wie in
Israel mit den Palästinensern umgesprungen wird. Dazu muss gesagt
werden, dass die deutsche Presse stets verschweigt, dass in Israel
durchaus auch gegen die Regierung in Bezug auf den Terror Israels
gegen die Palästinenser Stellung bezogen wird. Wir werden nur mit
Berichten zugemüllt, in denen nicht nur einseitig die Position der
israelischen Regierung vertreten wird, sondern nicht selten
auch Falschmeldungen enthält und das Doppelspiel der israelischen
Regierung diskret verschweigt. Die israelische Friedensgruppe
Gush Shalom veröffentlichte am Dienstag (30. Dezember 2008) in der
Zeitung Haaretz einen Text zum Gaza-Krieg: Ich möchte mich nicht
weiter zu diesem Krieg im Gaza-Streifen äußern, sondern das den
Juden überlassen, denen man sicherlich keinen Antisemitismus
vorwerfen kann. Lesen Sie die Aussage von Rolf Verleger und Evelyn
Hecht-Galinski, Stimmen, die nur selten durch die deutschen
Medien wiedergegeben werden.

Nur eines möchte ich dazu noch ganz deutlich sagen. Die Verantwortung
für diesen beginnenden Völkermord liegt nicht, wie Frau Merkel über
ihren Sprecher verkünden ließ, bei der Hamas, sondern einzig
und ausschließlich bei der israelischen Regierung. Tzipi Livni, die
angehende Ministerpräsidentin von Israel ist die Tochter des
führenden Mitglieds der Irgun Eitan Livni und dessen Frau Sara,
ebenfalls aktives Mitglied der Irgun, der ehemaligen Terrororganisation
und heutigen Likud-Partei. Vier Jahre war sie für den Mossad tätig,
folgte dem Kriegsverbrecher Scharon von der Likud-Partei in die von
Scharon gegründete neue Partei Kadima. Von ihr ist eher eine
Ausweitung des Krieges als eine Beendigung zu erwarten, wenn
sie nicht von der Völkergemeinschaft gestoppt wird. Aber auch
da sehe ich schwarz.

Offenbar werden bei der Offensive der Israelis im Gaza-Streifen auch
illegale Clusterbomben, weißer Phosphor und Uranangereicherte
Munition verwendet, Waffen, die bereits im Libanonkrieg eingesetzt
wurden. Die Perversion bei der Verwendung militärischen Materials
schreitet zügig voran. Nicht zu vergessen, Deutschland ist der
drittgrößte Waffenproduzent der Welt und die Hersteller liefern
an jeden, direkt oder indirekt, legal oder illegal, der zahlen kann.

Barbier
30.01.2009, 00:09
Israel und die Hamas

Mal ohne Zitierung der "Kommissarischen Rechsregierung :winken:
http://www.hagalil.com/archiv/2003/08/hamas.htm

"Jeder Jude ist ein Siedler
- unsere Pflicht ist es, ihn zu töten."

Die radikalislamische
Terrororganisation Hamas:
Harakat al-Muqāwamat al-Islāmiyyah

حركة المقاومة الاسلامية
Die Charta der "Islamischen Widerstandsbewegung" (HAMAS)

Die Islamische Widerstandsbewegung, bekannt unter dem Namen HAMAS, ist eine extremistische, fundamentalistisch-islamische Organisation. Die Ideologie des HAMAS verbindet religiöse Grundsätze und panarabische Ideen mit Bestrebungen nach einem palästinensischen Staatswesen.

Am 18. August 1988 gab die Islamische Widerstandsbewegung ihre Charta heraus. Sie ist ein umfassendes Manifest, das aus 6 separaten Absätzen besteht. Die Charta propagiert als zentrales Ziel des Hamas die totale Zerstörung des Staates Israel durch den Heiligen Islamischen Krieg (Jihad).

Dem Motto der Charta folgend, forderte der Hamas seine Anhänger im Oktober 1990 mit dem Flugblatt Nr. 65 zum Mord an Juden auf: "Jeder Jude ist ein Siedler und es ist unsere Pflicht, ihn zu töten."

Die lange Liste der Terror- und Mordanschläge im Westjordanland, im Gazastreifen und im Kernland Israels unterstreicht die mörderische Kompromisslosigkeit, mit der die HAMAS-Terroristen, getreu ihrer dogmatischen Charta, gegen Juden und Israelis vorgehen.

Nachfolgend Auszüge aus der HAMAS-Charta:

Grundsatz:

"Die Islamische Widerstandsbewegung ist eine ausschließlich palästinensische Bewegung, die Allah die Glaubenstreue hält und deren Weg der Islam bestimmt. Sie strebt danach, das Banner Allahs über jedem Zentimeter Palästinas zu entfalten." (Artikel 6)

Die Zerstörung Israels:

"Israel existiert und wird weiter existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat, so wie er schon andere Länder vorher ausgelöscht hat." (Präambel)

Die moslemischen Ursprünge des Gebietes:

"Das Land Palästina ist ein Islamischer Waqf (Heiliger Besitz), der den kommenden Generationen der Moslems bis zum Ende der Zeiten als Vermächtnis gegeben wurde. Es darf weder darauf verzichtet werden, noch darf etwas davon abgetrennt werden." (Artikel 11)

„Palästina ist ein islamisches Land ... Deshalb ist die Befreiung Palästinas für jeden Moslem die höchste persönliche Pflicht, wo immer er sich befindet." (Artikel 13)

Der Aufruf zum Jihad:

"Der Jihad ist die persönliche Pflicht jedes Moslems, seit die Feinde Teile des moslemischen Landes geraubt haben. Angesichts des Raubes durch die Juden ist es unvermeidlich, dass ein Banner des Jihad gehisst. wird." (Artikel 15)

Ablehnung von Friedensinitiativen:

"Friedensinitiativen und so genannte Friedensideen oder internationale Konferenzen widersprechen dem Grundsatz der Islamischen Widerstandsbewegung. Die Konferenzen sind nichts anderes als ein Mittel, um Ungläubige als Schlichter in den islamischen Ländern zu bestimmen ... Für das Palästina-Problem gibt es keine andere Lösung als den Jihad. Friedensinitiativen sind reine Zeitverschwendung, eine sinnlose Bemühung." (Artikel 13)

Missbilligung des israelisch-ägyptischen Friedensvertrages:

"Ägypten wurde durch das verräterische Camp-David-Abkommen aus dem gemeinsamen Kampf (gegen den Zionismus) herausgelöst. Die Zionisten versuchen, die anderen arabischen Staaten in ähnliche Abkommen hineinzuziehen ... Vom gemeinsamen Kampf gegen den Zionismus abzulassen ist Hochverrat; verflucht ist, wer eine solche Tat begeht." (Artikel 32)

Antisemitische Hetze:

"Das jüngste Gericht wird nicht kommen, solange Moslems nicht die Juden bekämpfen und sie töten. Dann aber werden sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, und die Steine und Bäume werden rufen: 'Oh Moslem, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm' und töte ihn.'" (Artikel 7)

Die Feinde haben lange Zeit Ränke geschmiedet ... und riesigen, bedeutungsvollen, materiellen Reichtum angesammelt. Mit ihrem Reichtum haben sie weltweit die Kontrolle über die Medien übernommen, ... mit ihrem Geld haben sie in verschiedenen Teilen der Welt Revolutionen gesteuert ... Sie standen hinter der Französischen Revolution, der Russischen Revolution und den meisten anderen Revolutionen ... Mit ihrem Geld bildeten sie geheime Organisationen, z. B. die Freimaurer, die Rotary Clubs und die Lions Clubs, welche über die ganze Welt ausgebreitet sind, um Gesellschaftssysteme zu zerstören und zionistische Interessen wahrzunehmen ... Sie standen hinter dem I. Weltkrieg und bildeten den Völkerbund, mit welchem sie die Welt regierten. Sie standen hinter dem II. Weltkrieg, durch den sie riesige finanzielle Gewinne erzielten ... Sie sind die Drahtzieher eines jeden irgendwo in der Welt geführten Krieges." (Artikel 22)

"Die zionistischen Intrigen werden kein Ende nehmen. Über Palästina hinaus werden sie sich vom Nil bis zum Euphrat ausbreiten. wenn sie sich das Gebiet einverleibt haben, auf das sie ihre Hand gelegt haben, freuen sie sich auf die nächste Expansion. Ihr Programm ist in den "Protokollen der Weisen von Zion" niedergelegt." (Artikel 2)

"Der Hamas betrachtet sich selbst als Speerspitze und Vorhut des gemeinsamen Kampfes gegen den Welt-Zionismus ... Islamische Gruppen in der ganzen arabischen Welt sollten das gleiche tun, da sie für ihre zukünftige Aufgabe, den Kampf gegen die kriegstreiberischen Juden, bestens gerüstet sind." (Artikel 32)

Hintergrund:
Entstehung und Aktivitäten des Hamas

Entstehung
Der Hamas ist ein Zweig der Moslembruderschaft, die sich in den Jahren 1976-77 in den Gebieten nach den Maßstäben der in den 1920er Jahren in Ägypten gegründeten Bruderschaft entwickelt hat.
1978 wurde er von Scheich Ahmad Yassin als gemeinnützige Organisation unter dem Namen "Al-Mujama" eingetragen. In den ersten Jahren ihres Bestehens konzentrierte sich die Organisation darauf, Menschen dafür zu gewinnen, als gläubige Moslems zu leben, und darauf, Einfluss und Macht in Bildungseinrichtungen, Universitäten und Moscheen zu erlangen.
Die Organisation in ihrer jetzigen Form wurde nach dem Ausbruch der Intifada gegründet. Der Beginn der Intifada und die Gründung des "Islamischen Jihad" – einer rivalisierenden Organisation, die sich von der Moslem-Bruderschaft losgesagt hat und für den Einsatz von Gewalt eintritt – waren der Antrieb für den Hamas, ein Akronym für "Islamische Widerstandsbewegung", den militanten Kampf zu beginnen.
Unter dem Banner des Islam begann die Bewegung ihre Aktivitäten, die nicht nur gegen die israelischen Behörden in den Gebieten, sondern auch gegen Angehörige der Fatah, der Hauptorganisation der PLO, gerichtet sind.

Ideologie
Die Ideologie des Hamas verbindet religiöse Grundsätze und panarabische Ideen mit Bestrebungen nach einem palästinensischen Staatswesen. Der Hamas sieht Palästina als islamischen "Waqf" (religiöses Land), das bis zum Ende der Tage in moslemischer Hand bleiben muss. In der im August 1988 herausgegebenen "Charta" des Hamas steht zu lesen, dass "die Befreiung des ganzen Palästina, vom Mittelmeer bis zum Jordan, das erhabenste strategische Ziel" der Organisation ist. Auf der Grundlage dieser politischen Leitlinie widersetzt sich der Hamas der Idee einer palästinensischen Selbstverwaltung sowie dem Friedensprozess insgesamt.

Finanzierung
Der Hamas beschafft sich zum Zweck der Finanzierung seiner gesellschaftlichen und militärischen Aktivitäten Mittel aus verschiedenen Quellen. Dazu gehören Spenden und Mitgliedsbeiträge, die von seinen Anhängern in den Gebieten kommen, Veranstaltungen zur Beschaffung von Geldern unter seinen moslemischen und arabischen Anhängern in der arabischen und westlichen Welt und direkte Finanzhilfen arabischer und islamischer Länder wie Iran, Saudi-Arabien und anderer Golfstaaten. > weiter

Aktivitäten
Von der fanatischen und militanten Hamas-Ideologie motiviert, wird es von jedem Mitglied dieser Organisation als persönliche Pflicht angesehen, sich am bewaffneten Kampf gegen Israel zu beteiligen. Das im Oktober 1990 vom Hamas verteilte Flugblatt Nr. 65 ruft zum Mord an Juden und zum Verbrennen ihres Eigentums auf: "Jeder Jude ist ein Siedler, und es ist unsere Pflicht, ihn zu töten."
Zu den Hauptaktivitäten des Hamas gehören Angriffe auf israelische Zivilisten und militärische Ziele mit Geschützfeuer, gegen Sicherheitskräfte und IDF-Einrichtungen in den Gebieten gerichtete Bomben, auf israelische Zivilisten und Militärfahrzeuge geworfene Feuerbomben sowie die Ermordung verdächtiger Kollaborateure und das Verstecken von Waffen in Moscheen und Häusern von Hamas-Aktivisten.

Die Haltung der israelischen Regierung

Das Streben nach Frieden und der erbarmungslose Kampf gegen den Terror. – Das sind die Grundsätze der israelischen Regierung.

Israel hat seit jeher dem Terror den Kampf angesagt, immer und überall. Israel wird den Terror weiter bekämpfen, als ob es keinen Friedensprozess gäbe, und wird die Friedensgespräche weiterführen, als ob es den Terrorismus nicht gäbe.

Die Ausbreitung des mörderischen islamischen Fundamentalismus ist eine Gefahr für den Nahen Osten und die gesamte freie Welt. Die fundamentalistischen Organisationen bedrohen viele Regime im Nahen Osten.

An der Spitze der Front gegen den Frieden mit dem Staat Israel stehen "Hamas" und der "Islamische Jihad", die nicht unversucht lassen, um den Friedenprozess zu sabotieren. Damit stellen die beiden Organisationen, die auch in anderen Ländern der Region aktiv sind, die Hauptbedrohung für den Frieden im Nahen Osten dar.

Die "Hamas"-Bewegung und der "Islamische Jihad" haben bis heute das Existenzrecht Israels NICHT anerkannt. Im Gegenteil: Sie sehen es als ihre Hauptaufgabe an, mittels des "Jihad" (Heiliger Krieg) den Staat Israel zu vernichten.

Jeder Staat hat das Recht auf Selbstverteidigung, und die israelische Regierung sieht es als ihre Pflicht an, das Leben ihrer Bevölkerung zu schützen.

HAMAS:
Der islamische Kampf um Palästina
Der radikale Islam kämpft an verschiedenen Fronten um Palästina: von außen durch die Hisbollah und innerhalb des Landes durch die Hamas, die 2006 überraschend an die Regierung gekommen ist. Joseph Croitoru beschreibt höchst anschaulich die Geschichte der Hamas und ihren Dschihad gegen Israel, dem nicht nur zahlreiche Selbstmordattentate dienen, sondern auch ein weitgespanntes Wohltätigkeitsnetz...

VideoFiles auf Deutsch:
Terror - die Saat des Hasses
[deutsch-rm 4MB] (Zum Ansehen benötigen Sie den RealPlayer — Free) [Soundfile wav]

Der Hamas und die Road Map
von Meir Litvak, Moshe Dayan Center for the Middle Eastern & African Studies
(TAU 79, 8. Juni 2003)

Britta
30.01.2009, 15:45
Mal ohne Zitierung der "Kommissarischen Rechsregierung :winken:
http://www.hagalil.com/archiv/2003/08/hamas.htm

Alles schön und gut.

Solche Texte (vergleichbar gegen Palästinenser) findest du mit Sicherheit auch von radikalen Israelis.

Es ist und bleibt Propaganda, wo jede Seite die Extremisten der anderen Seite vorführt um vor der Öffentlichkeit zu zeigen: Seht doch wie schlimm die sind und unser Verhalten ist angemessen.

Pure Propaganda... :nono:

opppa
31.01.2009, 13:36
Versuchen wir doch mal "einfach" die Ausgangslage zu skizzieren:

Wir haben auf der einen Seite die Israelis, die in Palestina eingewandert sind, und denen es gegen alle arabisch-palestinesischen Widerstände einen heute noch funktionierenden Staat zu gründen.

Auf der anderen Seite haben wir die Palestinenser, die (mehr oder weniger freiwillig) das Land, wo der Staat Israel gegründet wurde, verlassen haben. Die wurden dann nicht in den unmliegenden Ländern intergriert - wie es nach dem Krieg in Deutschland gelungen ist - , sondern rund um den neuen Staat Israel in Flüchtlingslagern angesiedelt.

Es wird in dem daraus resultierenden Konflikt niemandem wirklich weiterhelfen, wenn bei einer vielleicht möglichen Lösung nach Rechten oder nach Schuld gefragt wird, weil es für beide Seiten um die Existenz und das pure Überleben geht.

In Europa schneidet in der allgemeinen Meinungsbildung die israelische Seite weit besser ab, weil sie kulturell und von der Mentalität den Europäern viel näher steht und dazu noch eine weit "bessere" Propaganda betreibt, als die Palestinenser, die in ihrer (berechtigten?) Wut oft das Maß, das für einen Europäer zumutbar erscheint, überschreiten.

:traurig:

Iphigenie
10.04.2009, 10:55
»Beide Seiten müssten einander wieder als Menschen begegnen können«

Adelbert Reif im Gespräch mit Karin Wenger über Israelis und Palästinenser

Wie kein anderer polarisiert der israelisch-palästinensische Konflikt
die Meinung der Weltöffentlichkeit.Wahrgenommen werden jedoch
fast immer nur schlagzeilenträchtige Ereignisse wie
Anschläge palästinensischer Selbstmordattentäter, israelische
Militärinvasionen mit zahllosen zivilen Opfern und
gescheiterte Friedensverhandlungen. In ihrem Buch Checkpoint
Huwara (2008) gibt die Schweizer Journalistin und Nahost-Kennerin
KarinWenger jenen Israelis und Palästinensern eine Stimme, die
als Opfer einer zynisch und brutal betriebenen Politik für gewöhnlich
zum Schweigen verurteilt sind.

Adelbert Reif: Frau Wenger, Ihr Buch Checkpoint Huwara zählt
zu den wenigen Büchern über den israelisch-palästinensischen
Konflikt, die sich diesem Konflikt aus der Perspektive der Betroffenen
auf beiden Seiten zuwenden. Warum wird dem Leiden der Menschen
in diesem Konflikt von der Weltöffentlichkeit nur relativ
geringe Aufmerksamkeit geschenkt?

Karin Wenger: Zunächst einmal ist es ein politischer Konflikt, der
zwischen politischen Parteien verhandelt wird. Zum anderen haben
Politiker einfach eine lautere Stimme als die Zivilbevölkerung. Die
ist inzwischen auf beiden Seiten ermüdet und bringt keine Energie
mehr auf, sich in der Welt Gehör zu verschaffen.
Ich denke, dass die meisten in der Welt mit der Komplexität des
Konflikts überfordert sind. Da stützt man sich lieber auf ein paar
grelle politische Propagandaphrasen, die ständig wiederholt werden.
Dabei besteht eine enorme Diskrepanz zwischen der Realität und
den Botschaften, die von der Politik vermittelt werden. Die
israelischen Politiker beispielsweise sprechen die ganze Zeit von
Roadmap und dem Stopp der Siedlungen. Aber wenn man dort lebt,
merkt man, dass genau das Gegenteil geschieht, nämlich ein
Ausbau der Siedlungen. Und im letzten Gazakrieg haben wir
ständig zu hören bekommen, dass es ein Krieg zur Selbstverteidigung
Israels ist.

Die erschütternde Erkenntnis nach der Lektüre Ihres Buches ist,
dass sich die auf beiden Seiten herrschende Gewalt zu einer
Art pathologischem Dauersyndrom entwickelt hat. Daraus folgt
doch, dass diese Gewaltspirale nie ein Ende finden kann.

Wenn man das sagt, dann hat man bereits resigniert. Das ist
verständlich, weil der Konflikt schon so lange besteht und auch
so brutal betrieben wird und man offensichtlich aus der
Geschichte keine Lehren zieht. Aber in diesem Gebiet leben
Menschen. Und der Menschen wegen darf man nicht resignieren,
sondern muss vielmehr nach Lösungen suchen. Es ist ein von
Menschen gemachter Konflikt und folglich müsste es auch
eine von Menschen gemachte Lösung geben.

Wie könnte eine solche Lösung aussehen?

Da gibt es ganz klare Vorgaben: ein Ende der Besetzung
und der Siedlungspolitik sowie eine Öffnung der Grenzen.
Dann endet auch der Raketenbeschuss. 2008 hatten wir ein
halbes Jahr lang einen Waffenstillstand. Das war eine
politische Entscheidung. Solche Entscheidungen müssen
ausgehandelt werden. Aber dazu muss Israel die Hamas
als politischen Verhandlungspartner akzeptieren. Die Hamas
ist heute eine Tatsache. Sie kann nicht wegboykottiert
werden. Was jetzt im Gazastreifen passiert, das sind
selffulfilling prophecies. Israel behauptet, die Palästinenser
im Gazastreifen wollten alle Israelis ins Meer werfen. Und
genau diese Mentalität wird durch diesen Boykott und die
Abschottung herangezüchtet. Natürlich wird es immer
Spielverderber und Extremisten auf beiden Seiten geben.
Solche müssen von den Regierungen klar in ihre Schranken
gewiesen werden. Aber solange die Palästinenser kein eigenes
Land haben, solange die Besetzung anhält, wird es Gewalt
geben.

Auf welche Weise sollte angesichts dieser verfahrenen Lage
eine Erfüllung der Vorgaben erreicht werden?

Man müsste vor allem erreichen, dass die Bevölkerungen
beider Seiten einander wieder als Menschen begegnen können.
Das ist nicht mehr der Fall. Wir haben zwei getrennte
Gesellschaften und diese Trennung schreitet weiter fort.
Dazu trugen in den letzten Jahren der Bau der Mauer und
der Boykott des Gazastreifens bei. Seither nimmt man den
anderen nur noch als Soldaten oder Terroristen wahr.
Was ich immer wieder gespürt habe, waren die extrem tiefen
Ängste der Menschen, die von der Politik wiederum geschürt
werden. Die Angst der Bevölkerung in Israel ist reell. Ob sie
berechtigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber unter Angst
leiden die Menschen nicht nur in Sderot und Aschkelon, sondern
auch in Tel Aviv, obwohl es dort überhaupt keine Angst geben
müsste. Anschläge hat es in Tel Aviv schon lange nicht mehr
gegeben. Es ist ein Verbrechen, wie die Politik diese Ängste
instrumentalisiert. Da gibt es Scharfmacher auf beiden Seiten.
Es werden Gedanken an Rache geschürt und es wird an das
tiefste Niveau von Instinkt appelliert. Das muss überwunden
werden. Aber dazu bedarf es zunächst einmal der Ruhe. Das
geht nicht in Zeiten der Gewalt und des Krieges.

Traumatisierung und Zynismus

Wie traumatisiert ist die israelische Gesellschaft durch diesen
Konflikt inzwischen?

Es gibt in Israel einerseits das kollektive Trauma des Holocausts,
das gepflegt und aufrechterhalten und immer wieder mal
thematisiert und gebraucht wird. Andererseits haben wir
die individuellen Traumata der Zivilisten, die Angehörige und
Freunde bei Anschlägen und Kriegen verloren haben, und der
Soldaten, die zurückkommen und sich in ihrem Leben nicht
mehr zurechtfinden. Es gibt in Israel keine Generation, die
nicht im Krieg war. Und jeder kennt auch wieder jemanden,
der im Krieg war, verletzt wurde oder umgekommen ist. Das
Absurde ist, dass beide Welten unmittelbar nebeneinander
liegen. Die Soldaten können in Tel Aviv am Abend ein Fest
feiern und am nächsten Tag ein Haus in Nablus besetzen.
Das ist eine große Schwierigkeit für die jungen Soldaten,
auf jeden Fall für die, die sich zu ihrer Tätigkeit Fragen stellen.

Da treten sehr viele Traumata auf. Die werden zum Teil
behandelt, zum Teil aber auch verdrängt. Das ist ein sehr
häufiger Mechanismus in der israelischen Gesellschaft: die
Verdrängung gerade von dem, was in den besetzten Gebieten
passiert, und auch von dem, was das in Zukunft wieder für
Israel bedeutet. Dieser Krieg, wie er in Gaza geführt wurde,
wird in ein paar Jahrzehnten Folgen zeitigen. Denn jetzt haben
wir eine traumatisierte Gesellschaft im Gazastreifen, eine
traumatisierte Jugend und damit eine traumatisierte neue
Generation. Die Folgen werden sich erst später zeigen.

Sie zitieren an einer Stelle israelische Militärs, die meinen,
ohne Zynismus nicht überleben zu können. Welche Rolle spielt
der Faktor Zynismus bei den Israelis?

Zynismus entsteht, wenn man mit der Realität nicht mehr zu
Rande kommt. Wenn man das Erlebte nicht mehr verarbeiten
kann, wird man zynisch. Das ist eine Fluchtstrategie. Zynismus
oder Alkoholismus habe ich auch sehr oft bei Journalisten
gesehen und natürlich bei den Soldaten, die sich in ganz
extremen Situationen befinden. Sie sind jung, 18, 19 Jahre
alt und die wenigsten von ihnen haben eine Ahnung, was es
bedeutet, Besatzungssoldat zu sein. Sie treten in die Armee
ein in dem Bewusstsein, etwas Gutes für ihr Land zu leisten
und Helden sein zu wollen. Mit diesen Heldenmythen wachsen
sie auch auf. In der Armee aber merken sie auf einmal, dass
sie belogen wurden. Sie müssen zum Beispiel die Häuser von
Familien besetzen, die mit Terrorismus überhaupt nichts zu
tun haben. Oder sie werden Zeugen gezielter Demütigungen von
Palästinensern. Es sind Mechanismen, wie man sie in Situationen
von Unterdrückung und Machtmißbrauch erleben kann. Soldaten,
die sich dazu Fragen stellen, kommen in ein unglaubliches
Dilemma mit sich selbst und ein Ausweg ist der Zynismus.


Aber welche Folgen hat das?

Was man beobachten kann, ist, dass immer mehr Soldaten den
Dienst in der Armee verweigern. Und es gibt die, die sich aus
moralischen Gründen weigern, in die besetzten Gebiete zu gehen.
Sie fürchten, dass die Besetzung auf ihre eigene Gesellschaft
zurückfallen könnte und sie sagen, es werde hier ein Land besetzt,
das einem nicht gehöre. Allerdings handelt es sich dabei um
einen verschwindend kleinen Teil.

Nun verfolgt Israel ganz klar das Ziel einer totalen moralischen
Erodierung der Palästinenser. Welche Bedeutung hat dabei der Ausbau
des Netzwerkes palästinensischer Kollaborateure?

Dieses Netzwerk ist der Höhepunkt der inneren Zerfressenheit
der palästinensischen Gesellschaft. Man traut seinem Nachbarn
nicht mehr. Man traut seiner Ehefrau nicht mehr. Aus der DDR weiß
man, was ein solches schleichendes Misstrauen bedeutet. Das
zerfrisst eine Gesellschaft. Dieser Konflikt ist kein Krieg. Es war
jetzt wieder für kurze Zeit ein Krieg. Aber es handelt sich um eine
Besetzung, eine Zermürbung. Landnahme und die sukzessive
Zerstörung der palästinensischen Gesellschaft ist bewusste
Strategie in diesem Konflikt.
Das zeigt sich auch, wenn man die Universitäten anschaut. Es ist
schwierig geworden für palästinensische Studenten, im Ausland
zu studieren, und für Professoren von außerhalb, an
palästinensischen Universitäten zu unterrichten. Das habe ich
selbst erlebt. Ich habe ein Semester an der Universität Birseit
im Westjordanland studiert. Auf dem Flughafen in Tel Aviv durfte
ich nicht sagen, dass ich nach Birseit fahre. Einer sagte das
und wurde sofort wieder zurückgeschickt. Die Einflussnahme
durchdringt alle gesellschaftlichen Schichten. Die Intelligenz wird
damit natürlich vertrieben. Wer genügend Geld hat und die
Möglichkeit besitzt, der zieht aus den besetzten Gebieten weg.

Je länger der Konflikt dauert und sich in einer Art Endlosschleife
bewegt, desto nachhaltiger stellt sich die Frage: Ist Israel
überhaupt an einem Frieden mit den Palästinensern interessiert?

Die israelische Gesellschaft wünscht sich meiner Einschätzung
nach wirklich Frieden. Ob sie bereit ist, den Preis dafür zu
bezahlen, ist eine andere Frage. Sie ist selbst kein homogenes
Gebilde und kämpft mit großen inneren Problemen. Es leben in
ihr 1,2 Millionen Palästinenser, weit über eine Million Russen und
eine große Anzahl äthiopischer Einwanderer. Das erzeugt viele
innere Spannungen. Und Spannungen bestehen auch zwischen
säkularen und orthodoxen Juden. Vor diesem Hintergrund hat
man in Israel Angst, dass diese Spannungen das Land spalten
oder zerbrechen lassen, sobald sie an die erste Stelle rücken.
Solange aber ein Konflikt besteht, stehen sie nicht an erster
Stelle. Das sind klassische Muster, die man bereits in frühester
Geschichte findet.

Israel zentriert sich immer mehr auf sich selbst

Gehört die Aufrechterhaltung des Konflikts zur machtpoli-
tischen Selbstidentifikation Israels?

Ich habe den Eindruck, dass sich in der israelischen Politik
eine Verselbständigung von militärischem Denken breit macht.
Die Politik ist durchtränkt mit militärischer Logik. Auch die Art,
wie jetzt auf diese Gaza-Provokation reagiert wurde, folgte
einer rein militärischen Logik: härter, länger, zerstörerischer.
Die urjüdischen Ideale wurden damit preisgegeben. Diese
unglaublich lebendige Gesprächs- und Dialogkultur und diese
Debattierkunst, die sich gerade im Judentum entwickelten und
die ich bei jüdischen Freunden oft bewunderte, werden durch
diese militärische Logik völlig zerstört. Es ist eine Tragödie.

Gibt nicht auch der beständig fortgesetzte Raub
palästinensischen Landes Anlass zu erheblichen Zweifeln an der
Aufrichtigkeit des von Israel immer wieder propagandistisch
bekundeten Friedenswillens?

Das wird oft kaschiert. Jetzt ist Israel wieder in die Schlagzeilen
gekommen mit einem Bericht, nach dem der Landraub wie auch
die Landnahme und der Ausbau von Siedlungen von der Regierung
bewilligt worden waren. In Israel sind das bekannte Fakten. Die
Regierung hat das immer so gemacht: Stillschweigen oder Lügen.
Und die Mehrheit der Bevölkerung drückt beide Augen zu. Aber
auch von der Weltöffentlichkeit werden die Fakten ignoriert. Wenn
jetzt Benjamin Netanjahu an die Macht kommt, wird er noch mehr
in diese Richtung lenken. Er wird ganz öffentlich zugeben, dass er
die Siedlungen nicht aufgibt.

Mit dem Bericht von einer israelischen Konferenz an der
Privatuniversität Herzliya geben Sie in Ihrem Buch ein Beispiel
für das israelische Desinteresse an einer ernsthaften Bereitschaft,
Frieden mit den Palästinensern zu schließen ...

Diese Konferenz fand statt, als sich Ariel Scharon noch im Amt
befand. Es war eine Konferenz von Politikern unter sich. Das
Thema lautete »Sicherheit und Strategie«. Es geht immer um
Sicherheit, aber um israelische Sicherheit. Auf dieser Konferenz
wurde vom Transfer der Palästinenser in die arabischen
Staaten gesprochen. Dagegen erhoben sich zwar ein paar
Friedensstimmen. Aber denen wurde die Redezeit verkürzt, als
sie Kritik anbrachten. Israel stützt sich immer mehr auf sich
allein, teilweise noch auf die Vereinigten Staaten. Aber ich habe
das Gefühl, dass Israel ganz auf sich selbst zentriert geworden
ist. Man spricht nur noch von der israelischen Sicherheit. Zu
welchem Preis für die anderen, wird nicht mehr thematisiert
und bei solchen Konferenzen schon gar nicht.

Würden Sie so weit gehen zu sagen, dass sich die Palästinenser
im Zustand einer Art Geiselhaft der Israelis befinden?

Einerseits sind sie Geiseln von Israels Politik, weil in dem Konflikt
nicht zwei gleich starke Parteien einander gegenüberstehen. Wir
haben eine sehr starke Besetzungspartei mit einem bestens
bestückten Waffenarsenal und einer schlagkräftigen Armee und
wir haben die Palästinenser mit ein paar selbstgebauten Raketen.
Andererseits aber sind die Palästinenser auch Geiseln ihrer eigenen
Führer. Diese innerpalästinensische Spaltung, wie wir sie heute
zwischen dem Hamas-regierten Gazastreifen und dem Westjor-
danland unter Kontrolle der Fatah sehen, ist eine Tragödie. Denn
sie verhindert, dass die Palästinenser mit einer Stimme spre-
chen. In der Fatah war es die Korruption, die zerstörerisch wirkte.
Unter Hamas sieht man jetzt die absolute Kontrolle über den
Gazastreifen. Hamas ist sicher nicht nur zu verteufeln. Aber sie
regiert einfach durch Abschreckung. Die palästinensische
Bevölkerung im Gazastreifen hat Angst vor Hamas. Unglücklicher-
weise aber gibt es keine Alternative mehr zu Hamas.

Die Hamas ist eine zweiseitige Organisation .....

Eine dreiseitige. Hamas wurde durch soziale Aktivitäten aufgebaut
und dafür auch gewählt. Die Bevölkerung hatte genug von Fatah
und sah, dass Hamas sich wirklich um die Menschen kümmerte.
Hamas ist keine elitäre Organisation. Sie formierte sich aus
der palästinensischen Gesellschaft und ist Teil dieser Gesellschaft.
Diese Seite von Hamas wird meist vernachlässigt. Darüber hinaus
gibt es den politischen und den militanten Flügel.
Was mich allerdings nachdenklich stimmt, ist, das Hamas
gegenwärtig dieselben Fehler begeht wie Fatah. Ich besuchte
unter Fatah Gefängnisse. Da wurden Hamas-Anhänger gefoltert.
Heute werden in Hamas-Gefängnissen Fatah-Anhänger gefoltert.
Es gibt hier wieder diese Spirale, die sich unreflektiert weiter entwickelt.

Welchen Einfluss nimmt die innerpalästinensische Intelligenz auf
das politische Geschehen?

Der ist marginal. Ich kenne einige dieser Intelektuellen im Gaza,
die immer wieder versuchen, Vorstöße zu unternehmen. Das
Problem ist, dass diese Intellektuellen in der Gesellschaft nicht
verankert sind. Eine Ausnahme bildet vielleicht Mustafa Barghouti,
der Begründer der »medical relief committees«. 2005 war
er Präsidentschaftskandidat der palästinensischen Autonomie-
behörde. Und es gibt die Abdul-Shafi-Familie. Haider Abdel Shafi
war ein bekannter Arzt und Politiker. Seine Söhne arbeiten heute
in internationalen Organisationen, einer ist Botschafter in
Schweden. Sie sind bekannt, weil sie unsere Sprache sprechen.
Das Problem der Hamas ist unter anderem, dass man bei uns
ihre Sprache nicht versteht, die in einer für uns unverständlihen
Weise mit islamischen Bildern aufgeladen ist. Israel hingegen findet
deshalb mehr Gehör, weil es eine unglaublich gute PR-Maschine
besitzt und genau weiß, wie es in unserer Sprache gesprochen
werden muß. 10-15000 Journalisten sind in Israel
akkreditiert - wahrscheinlich die meisten Journalisten an einem Ort
auf dieser Welt. Von daher ist dieser Konflikt auch ein Medienkrieg
und ein Kampf um die öffentliche Meinung.

Fortsetzung im nächsten Beitrag

Iphigenie
10.04.2009, 11:41
Wie würden Sie die psychische Befindlichkeit der Palästinenser
beschreiben?

Einerseits scheint es, dass Israel bis zu einem gewissen Grad
mit seiner Zermürbungsstrategie Erfolg hat. Die intelligenten
Köpfe wurden entweder umgebracht, befinden sich in Gefängnissen
oder sind ausgewandert. Andererseits sind die Palästinenser ein
unglaublich zähes und ausdauerndes Volk. Ihre Strategie ist im
Augenblick weniger der Widerstand als das Ausharren. Die
israelische Strategie, dass die Palästinenser irgend wann
weggehen, funktioniert also nicht. Die Palästinenser lassen sich
nicht vertreiben, sondern harren aus, bekommen Kinder und
bleiben. Israel rühmt sich ja, ein demokratischer Staat zu sein.
Das bedeutet, dass es irgendwann mehr arabische als jüdische
Wähler gibt. Davor hat Israel eine unglaubliche Angst. Bereits
heute gibt es 1,2 Millionen arabische Wähler in Israel. Das ist
die demografische Bombe, die immer beschworen wird.

Die palästinensische Bevölkerung wird immer mehr zerstört

Und wie steht es um die Zukunft der Palästinenser in den
palästinensischen Gebieten?

Es wird zwar immer noch von einem palästinensischen Staat
gesprochen. Aber wenn man sich heute die Landkarte anschaut,
muss man feststellen, dass einem solchen Staat in den letzten
Jahren jeglicher Boden entzogen wurde. Der Abzug der Siedler
unter Ariel Scharon wurde seinerseits als großer politischer
Friedensschritt bewertet. Das waren 8 000 Siedler. Heute haben
wir im Westjordanland beinahe 300 000 israelische Siedler. In
Ostjerusalem gibt es 180 000 israelische Siedler. Und diese
Siedlungen werden ausgebaut. Demgegenüber haben wir zwei
komplett getrennte palästinensische Gebiete. Wie sich bei meinem
letzten Besuch zeigte, wird der Gazastreifen immer mehr nach
Ägypten abgedrängt. Es gibt etwa tausend Schmugglertunnels.
Der Schmuggel von Waffen mag ein Grund für diese Tunnels sein.
Aber der Hauptgrund ist die wirtschaftliche Anbindung an Ägypten.
Israel will den Gazastreifen nicht mehr. Er ist ein Problem und man
will ihn loswerden. Der letzte Krieg war eine Möglichkeit zu zeigen,
wer der Stärkere ist. Aber wenn wir von einer Lösung sprechen
und dabei einen palästinensischen Staat im Blick haben, dann ist
der Zug langsam abgefahren. Die palästinensische Bevölkerung
ist verarmt und zerstört und sie wird immer mehr zerstört.

Kann die Politik Israels gegenüber den Palästinensern von außen in
einem für die Palästinenser positiven Sinne beeinflusst werden?

Es ist ein internationaler Konflikt. Gerade in diesem letzten Krieg
wurde dies wieder sehr klar sichtbar. Das bedeutet, dass
internationale Spieler eine unglaublich wichtige Rolle spielen könnten,
wenn sie denn wollten. Auch haben wir eine große
internationale Abhängigkeit der beiden Konfliktparteien. Israel
könnte nicht ohne die Hilfe der USA bestehen und die Palästinenser
sind auf die Hilfe Europas angewiesen, respektive im Falle von
Hamas im Gazastreifen auf die Hilfe Irans. Allerdings sind z.B. die
Millionen an Hilfsgütern, die jetzt wieder ins Westjordanland gepumpt
werden, an Bedingungen geknüpft. Wir haben es also nicht mehr
mit zwei freien Parteien zu tun. Dementsprechend hätte die
internationale Gemeinschaft sehr wohl Einflussmöglichkeiten auf
den Konflikt, die sie aber nicht nutzt und sich stattdessen parteiisch
verhält. Im Fall der USA war diese Parteinahme in den letzten acht
Jahren deutlich zu sehen. Es ist zu hoffen, dass diese Haltung jetzt
korrigiert wird. Erste Signale waren mehr oder weniger positiv. Aber
man muss eine eindeutige und klare Sprache sprechen. Denn die
Fakten sehen ganz anders aus, als sie immer beschworen werden.
Und wenn diese Ehrlichkeit nicht auch in die Politik Einzug hält, wird
es keine Lösung geben.


KARIN WENGER, geboren 1979, studierte Gesellschaftswissenschaften
in Fribourg, Irland und an der Universität Birseit im Westjordanland.
Von 2004 bis Ende 2008 berichtete sie als freie Journalistin aus dem
Nahen Osten u.a. für die Neue Zürcher Zeitung. 2006 wurde ihr für
eine Reportage über die Beduinen in der Wüste Negev der
Zürcher Journalistenpreis verliehen. Seit Februar 2009 arbeitet Wenger
als Auslandsredakteurin beim Schweizer Radio DRS in Bern und wird
ab dem Sommer 2009 Asien-Korrespondentin.
2008 erschien ihr Buch Checkpoint Huwara. Israelische Elitesoldaten
und palästinensische Widerstandskämpfer brechen das Schweigen
(mit einem Nachwort von Arnold Hottinger, Verlag
Neue Zürcher Zeitung, Zürich, und Diederichs Verlag,
München, 19,95 EUR).

opppa
11.04.2009, 08:58
Hallo Iphi,

Du forderst, daß sich beide Seiten wieder "als Menschen" begegnen sollten.

Wie würdest Du einem Menschen gegenübertreten, von dem man Dir gesagt hat, daß er gerade irgendjemanden aus Deiner nächsten Verwandtschaft umgebracht hat?

Das kann frühestens dann etwas werden, wenn auf beiden Seiten alle, die gegen die jesweils andere Seite hetzen, wahlweise eingsperrt oder totgeschlagen sind!

Bis dahin wird es wohl nicht dazu kommen, daß der liebe Gott (gleich welcher Couleur) da unten Hirn regnen lassen wird.

:mad:

Iphigenie
18.04.2009, 23:22
Hallo Iphi,

Du forderst, daß sich beide Seiten wieder "als Menschen" begegnen sollten.

Wie würdest Du einem Menschen gegenübertreten, von dem man Dir gesagt hat, daß er gerade irgendjemanden aus Deiner nächsten Verwandtschaft umgebracht hat?

:mad:

Hai opppa,

wie ich ihm G E G E N Ü B E R T R E T E N würde?
Nun: Sehr, sehr traurig.

Und wie würdest Du ihm G E G E N Ü B E R T R E T E N ?

Du schreibst:

Du forderst, daß sich beide Seiten wieder "als Menschen" begegnen sollten. (...........)

Das kann frühestens dann etwas werden, wenn auf beiden Seiten alle, die gegen die jesweils andere Seite hetzen, wahlweise eingsperrt oder totgeschlagen sind!

Bis dahin wird es wohl nicht dazu kommen, daß der liebe Gott (gleich welcher Couleur) da unten Hirn regnen lassen wird.

Der Sinn Deiner Worte ist mir nicht ganz klar.
Du meinst also, daß sich erst dann beide Seiten wieder "als Menschen" begegnen sollten,
wenn auf beiden Seiten alle, die gegen die jesweils andere Seite hetzen, wahlweise
eingsperrt oder totgeschlagen sind!
Warum sollten sie das erst dann tun?
Warum glaubst Du, daß sie sich erst dann als Menschen begegnen können, nachdem sie
totgeschlagen oder wahlweise eingesperrt sind? Vorallem: Wie soll man sich als Menschen
begegnen können, wenn man tot ist?

Bis dahin wird es wohl nicht dazu kommen, daß der liebe Gott (gleich welcher Couleur) da unten Hirn regnen lassen wird.

Was meinst Du denn mit Bis dahin ? Bis wohin denn?
Und noch etwas: Glaubst Du alle Menschen dort unten hätten kein Hirn?

Mir scheint eher, daß der liebe Gott noch in anderer Leute Köpfe Hirn regnen lassen sollte.

Übrigens habe ich nicht gefordert, daß sich beide Seiten wieder "als Menschen" begegnen
sollten. Karin Wenger hat das gefordert.


Grüße
Iphi:)

opppa
19.04.2009, 06:53
Hai opppa,

wie ich ihm G E G E N Ü B E R T R E T E N würde?
Nun: Sehr, sehr traurig.

Und wie würdest Du ihm G E G E N Ü B E R T R E T E N ?

Du schreibst:


Der Sinn Deiner Worte ist mir nicht ganz klar.
Du meinst also, daß sich erst dann beide Seiten wieder "als Menschen" begegnen sollten,
wenn auf beiden Seiten alle, die gegen die jesweils andere Seite hetzen, wahlweise
eingsperrt oder totgeschlagen sind!
Warum sollten sie das erst dann tun?
Warum glaubst Du, daß sie sich erst dann als Menschen begegnen können, nachdem sie
totgeschlagen oder wahlweise eingesperrt sind? Vorallem: Wie soll man sich als Menschen
begegnen können, wenn man tot ist?



Was meinst Du denn mit Bis dahin ? Bis wohin denn?
Und noch etwas: Glaubst Du alle Menschen dort unten hätten kein Hirn?

Mir scheint eher, daß der liebe Gott noch in anderer Leute Köpfe Hirn regnen lassen sollte.

Übrigens habe ich nicht gefordert, daß sich beide Seiten wieder "als Menschen" begegnen
sollten. Karin Wenger hat das gefordert.


Grüße
Iphi:)

Hallo,
ich erinnere mich in diesem Zusammenhang immer an Erzählungen meiner Mutter. Weil ihr einziger Bruder im WK II in Rußland gefallen ist, wäre sie über lange Jahre hin bereit gewesen, jeden Russen, den sie trifft, höchstpersönlich zu erwürgen. Und meine Mutter ist (unter normalen Umständen) keinesfalls leicht erregbar. (Meine gelegentlichen Wutanfälle beim Schreiben von einigen Kommentaren habe ich von meinem Vater geerbt!;))

Gruß

Iphigenie
19.04.2009, 13:58
Hallo,
ich erinnere mich in diesem Zusammenhang immer an Erzählungen meiner Mutter. Weil ihr einziger Bruder im WK II in Rußland gefallen ist, wäre sie über lange Jahre hin bereit gewesen, jeden Russen, den sie trifft, höchstpersönlich zu erwürgen. Und meine Mutter ist (unter normalen Umständen) keinesfalls leicht erregbar. (Meine gelegentlichen Wutanfälle beim Schreiben von einigen Kommentaren habe ich von meinem Vater geerbt!;))

Gruß

Hi opppa,

schade, daß Du es nicht vermagst oder möchtest,
inhaltlich auf meine Fragen einzugehen.
Darf ich bei dieser Gelegenheit mal fragen,
wie alt Du bist?

grüße
Iphi :)

Clara
21.04.2009, 12:18
Ich habe Anfang Februar einen Angriff von Israelischen Soldaten auf Palästinenser auf You Tube gesehen.
Das fand ich so schlimm, dass ich angefangen habe meine Meinung zu diesem Thema und dann später auch zu anderen Themen zu äußern.
Ich poste einfach mal meinen ersten Text, so sehe ich die Lage in Palästina / Israel im Moment.

Palästina und Israel
Zwei Opfer

Meiner Meinung nach hätten die Alliierten nach dem 2 Weltkrieg dem jüdischen Volk die Errichtung eines Jüdischen Staates in Europa ermöglichen müssen.
Nach dem europaweit begangen Unrecht wäre dies das mindeste gewesen.
Leider hat vielleicht wirklich keiner nach dem Krieg diese Möglichkeit auch nur in Erwägung gezogen.
Stattdessen wurden die armen Überlebenden dieses Horrors dafür benutzt um im Nahen Osten einen Amerikanischen Militärposten namens Israel zu errichten.
Ob dieses bösartig bewusst von Anfang an so geplant war kann ich nicht beurteilen.
Ohne amerikanische Bomber allerdings wäre z.B. der 6 Tage Krieg ein 1 Tag Krieg gewesen, den Israel verloren hätte.
Das jüdische Volk ist ein Volk, welches immens unter anderen Völkern gelitten hat im Laufe seiner Geschichte.
Wir heutigen Europäer haben den Juden und auch den Muslimen einen großen Teil unserer Kultur und Wissenschaft zu verdanken, und vergessen das viel zu gerne.
Ich habe darüber nachgedacht wie ich als Kz Überlebende gehandelt hätte und ich wäre auch nach Israel gegangen wenn dieses für mich die einzige Möglichkeit gewesen wäre ohne Verfolgung zu leben.

Die Palästinenser müssen seit 60 Jahren unter der Ungerechten Politik der Alliierten nach dem 2 Weltkrieg leiden.
Bei uns im momentan sicheren Europa ist es nicht denkbar, das wenn mein Nachbar aus dem Nebenhaus eine aggressive Handlung begeht unser ganzer Straßenzug weggebombt wird, wie es in Gaza geschieht.
Oder Hubschrauberpiloten Raketen in demonstrierende Menschen abschießen, wie es in Gaza geschieht.
Oder auch einfach nur das eine demokratisch gewählte Regierung von der Weltöffentlichkeit nicht anerkannt wird.
Es ist doch nachvollziehbar das, dass Palästinensische Volk unter der ganzen Not und der ganzen Ungerechtigkeit immer mehr hasst.
Und dieses auch mit der Wahl von Radikalen Führern, Selbstmordanschlägen und Raketenbeschuss zum Ausdruck bringt.

Das der Westen die Fatah dazu benutzen konnte Palästinenser an Israel auszuliefern war auch von nur dazu geeignet das Palästinensische Volk zu spalten und zu radikalisieren. Und dieses war auf jeden Fall für mich schon im Vorraus zu erkennen. So konnte man das Palästinensische Volk in eine Ecke mit radikalen Islamisten stellen um es dann genauso wie seine gewählten Führer entgültig nicht mehr ernst nehmen zu müssen.

Leider ist es kaum noch möglich diese ganzen Fehler und menschenverachtenden Handlungen ungeschehen zu machen.

Ich denke der einzige Weg ist eine wirklich gerechte Teilung Palästinas / Israels

Jerusalem als Hauptstadt von 3 Weltreligionen würde ich persönlich sehr gerne als freie Staatenlose Stadt sehen die für jeden offen ist.
Der wichtigste Punkt dabei ist aber wie Palästina / Israel geteilt wird. Beide Völker müssen Zugang zum Meer haben denke ich zum Beispiel.
Eine Senkrechte Grenze stelle ich mir vor die Palästina / Israel gerecht in 2 gleichgroße Teile teilt. Auf der linken Seite Israel auf der rechten Seite Palästina. Ich denke ohne eine wirklich gerechte Teilung dieses leider sehr kleinen Landes wird es keinen wirklichen Frieden geben.

Das die Palästinensischen Flüchtlinge ein Rückkehrrecht in Ihre Heimat haben, steht dabei für mich natürlich außer Frage!

Obwohl Isreal Armee seit Jahrzehnten Gräuel gegen die Palästinensische Bevölkerung verübt ( You tube) ist es uns Europäern kaum möglich das Israelische Volk dafür zu verurteilen. Zu groß ist die Scham über das was mit den Juden während 1933 und 1945 geschehen ist.

Aber Ruhe finden wir alle nur wenn Frieden in diese Region einkehrt, jedes getötete Palästinensische Kind sowie jeder getötete Palästinensische Erwachsene und natürlich auch jedes getötete Israelische Kind sowie jeder getötete Israelische Erwachsene, ist ein Stachel auch in unserer Haut und das ist auch gut so!


Grüße Clara

opppa
27.04.2009, 08:06
Hi opppa,

schade, daß Du es nicht vermagst oder möchtest,
inhaltlich auf meine Fragen einzugehen.
Darf ich bei dieser Gelegenheit mal fragen,
wie alt Du bist?

grüße
Iphi :)


Jahrgang 1942

:winken:

Clara
23.02.2010, 07:38
Ich möchte hier mal eine Zusammenfassung posten was ich die letzte Woche im Linken Forum über Israel/ Palästina geschrieben habe.
Alle meine Angriffe sind auf den Bak Shalom bezogen.

Die Situation in Israel / Palästina ist eine Katastrophe, das Leben der Palästinenser im Gazastreifen wurde von Israels Hardlinern unerträglich gemacht, der Siedlungsbau im Westjordanland nimmt immer mehr zu und jetzt werden auch noch Palästinenser aus den Städten vertreiben.
Dass alles bringt der israelischen Bevölkerung nur Hass und Terror, ist also eigentlich auch absolut entgegen ihrem eigentlichen Interesse im Grunde.
Die einzigen die profitieren sind multinationale Waffenkonzerne und die Hardliner die sich durch die Aufhetzung der Traumatisierten an der Macht halten.
Daran, wie desillusioniert die israelische Friedensbewegung im Moment ist, sieht man gut das Ausmaß der Katastrophe in der sich Israel Palästina noch immer befindet.


Ich bestreite doch nicht das Existenzrecht Israels.
Die Hamas ist so stark geworden, weil die Radikalisierung der Palästinenser genährt wurde, anstatt ihr entgegenzuwirken.
Dass ist meines Erachtens absolut gezielt betrieben worden um so ein bösartigeres Feindbild als die PLO zu haben. Was ja auch jetzt der Fall ist.
Die israelischen und us-amerikanischen Falken kann ich sehr wohl angreifen und diene damit dann auch in Wirklichkeit dem israelischen Volk.

http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/verstoesse-gegen-das-kriegsrecht/
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,614286,00.html
http://www.sueddeutsche.de/politik/158/480637/text/
Zitat:
Mehrere Soldaten erinnern sich, dass der Palästinenser den Eindruck gemacht habe, als suche er etwas oder als stünde er unter Medikamenteneinfluss. Als er bis auf zwanzig Meter herangekommen sei, habe der Kommandeur der Einheit den Schießbefehl erteilt. Daraufhin sei der Mann getötet worden.
Der Soldat, der in dem Bericht von dem Zwischenfall erzählt, sagt, er werde den Schrei des Mannes, als er tödlich getroffen wurde, sein Leben lang nicht vergessen.

http://0815-info.de/News-file-article-sid-10492.html
Zitat:
Ein Hemd, welches für Mitglieder einer Scharfschützenkompanie gedruckt wurde, zeigt eine bewaffnete schwangere Palästinenserin im Fadenkreuz des Zielfernrohres. Der barbarische Aufdruck in Englisch lautet: »1 Schuss tötet 2 «. Ein anderes Bild zeigt ein Kind welches ein Gewehr schleppt und ebenso im Fadenkreuz eines Schützen steht. Da steht dann: »Je Kleiner um so Härter«

Das sind Informationen aus Israel.
Wenn Israel ein Rechtsstaat sein will, dann muss es auch anfangen sich so zu verhalten, davon sehe ich was die Behandlung der Palästinenser angeht nichts.
Ein Staat, der den Anschlag eines Kriminellen als Anlass nimmt die eigene Bevölkerung zu bombardieren, der muss das mit der Rechtsstaatlichkeit noch etwas üben, denke ich.

Diese „Tod Israel“ skandierenden Menschenmassen zeigen vor allem die Verzweifelung der Palästinenser, müssen uns aber auch wachrütteln und uns zeigen, dass wir am effektivsten positiv Einfluss nehmen, wenn wir versuchen beide Seiten zu entradikalisieren.
Dazu gehört es sowohl die Verfehlungen der israelischen Regierungen, als auch die Verfehlungen palästinensischer Extremisten beim Namen zu nennen, ohne eine Seite von ihnen zu dämonisieren.
Alle die sich bei uns Antizionisten nennen, sollten sich dringend Gedanken machen über diesen Begriff und ob sie wirklich dem jüdischen Volk das Recht auf einen eigenen Staat absprechen wollen.
Ich finde diese Einstellung ganz schlimm, ich bin sehr froh, dass die Juden endlich einen eigenen Staat haben und nicht mehr dem Rassismus der anderen Völker ausgesetzt sind.
Dass alles mindert aber nicht meine Empörung über die Behandlung der Palästinenser.

http://www.uri-avnery.de/

Dieser Mann darf den Begriff Shalom verwenden.

Herrn Finkelstein anlasten zu wollen dass Rechte seine Israelkritik nutzen, würde doch dazu führen Israel absolut nicht mehr kritisieren zu dürfen.
Dass kranke Denken von Rechten hat uns doch überhaupt nicht zu interessieren und Herrn Finkelstein ebenso wenig. Was sie begrüßen und was nicht ist nur aus dem Wahnsinn geboren und darf wirklich keinerlei Handlungsrahmen vorgeben.
Wir müssen nach unserer Moral und Ethik die Situation beurteilen, Inhalt muss vor Beziehung kommen, dass ist elementar wichtig, gerade bei einem so wichtigen Thema.

Clara
22.04.2010, 20:09
http://www.jungewelt.de/2010/04-23/050.php

Das erinnert mich an den Umgang mit den Indianern, Deportation in Reservate.
Peace Now ist eine ganz wichtige Friedeninitiative, die eigentlich den Nobelpreis verdient hat, wenn sie stattdessen kriminalisiert wird zeigt das nur in was für einer perversen Politik wir gefangen zu sein scheinen.

Britta
23.04.2010, 12:15
http://www.jungewelt.de/2010/04-23/050.php

Das erinnert mich an den Umgang mit den Indianern, Deportation in Reservate.
Peace Now ist eine ganz wichtige Friedeninitiative, die eigentlich den Nobelpreis verdient hat, wenn sie stattdessen kriminalisiert wird zeigt das nur in was für einer perversen Politik wir gefangen zu sein scheinen.

Den Friedensnobelpreis hat nunmal Obama bekommen...

Ein Grund mehr, auf solche Preise nichts zu geben.

Beverly
05.06.2010, 11:29
Israel und die Zionisten sind mittlerweile auf das gleiche oder ein noch niedrigeres moralisches Niveau wie die Hamas abgerutscht. IMHO nutzt die israelische Führung Angriffe der Hamas bzw. aus dem Gaza-Streifen mit Raketen auf israelische Städte dazu, aus Gaza so etwas wie eine politisch korrekte Neuauflage des Warschauer Ghettos zu machen und die moralische "Vergröberung" der eigenen Politik voran zu treiben.

Es hat vor einigen Jahren damit angefangen, dass Israel mit Scheich Yasin und Rantissi die Führer der Hamas ermordete, ohne dass diese Morde Konsequenzen für die zionistische Führung hatten. Das Argument mit der Politik der Hamas - von der ich nichts halte - ist dabei im formalen Sinne keine Rechtfertigung für diese Morde. Denn dann könnten z. B. auch mit der Politik von Frau Merkel und Herrn Westerwelle Unzufriedene in den Hubschrauber steigen und ein paar Raketen auf die abfeuern.
Wohin dieses Denken führt, demonstriert Israel jetzt selbst: von ermordeten Hamas-Kadern, den man noch Verbrechen und Opportunismus vorwerfen könnte, zu zehn ermordeten Polit-Aktivisten auf Schiffen mit Hilflieferungen für den Gaza-Streifen. Die letzte Nachricht war: Israelische Kriegsschiffe machen vor der Küste von Gaza Jagd auf ein irisches Schiff. Mit diesem Treiben hat Israel auch jede moralische und politische Berechtigung verloren, gegenüber den Islamisten für etwas Besseres zu stehen. Denn Israel führt den Kampf gegen Hamas und co., in dem es selbst immer mehr so wird wie Hamas und co. selbst. Die Logik des zionistischen Terrors ist nicht, den Terroristen der Gegenseite so viel Angst einzujagen, dass sie mit dem Terror aufhören. Die Logike des zionistischen Terrors ist: wir sollen uns damit abfinden, selbst von Mördern und Verbrechern geführt und regiert zu werden. Ich halte es auch frü fraglich, ob es da noch um ein Projekt "Gemeinwesen für Juden" gibt (denn viele Juden verlassen Israel wieder und andere sind beleidigt über Sätze wie "Sie sind Jude, ziehen Sie doch nach Israel"). Dieses "Israel" scheint mit immer mehr zur Fassade für Bestrebungen zu verkommen, die sich mit dem geistigen Rüstzeug eines - israelfreundlichen - Nahost-Experten nicht verstehen lassen. Mit dem geistigen Rüstzeug eines Kriminalisten dafür um so besser, weil da kleine Verbrecher am Werk sind.

oloool
17.06.2010, 09:40
Juden und Moslems haben eine bittere Rolle in diesem Akt.
Bei all dem, ich höre immer jemanden schelmisch und höllisch lachen, leise im Hintergrund.

Übrigens, Jerusalem gehört offiziell nicht zu Israel. Es steht unter "UNO-Mandat". Es gäbe sogar eine 400 Mann starke UN-Militärbasis nahe dem Tempelberg. Die religiöse Führung der UNO habe der Vatikan, die Katholikenkirche.

Alles klar?


PS:

Die evangelische Kirche habe den Pabst als Oberhaupt anerkannt. Die Zeugen Jehovas und sämtlich weitere evangelikale Sekten sind Produkte der Katholikenkirche, nach dem Prinzip "Teile und Herrsche" werden bewusst auch die Gegner der "Hure" von der Hure bedient.
Ganz ähnlich wie mit unserem Parteiensystem. Das ist auch ein Guss jedoch für (fast) jede Zielgruppe etwas dabei.

HappyRentner
29.09.2010, 12:00
Die Palästinenser müssen seit 60 Jahren unter der Ungerechten Politik der Alliierten nach dem 2 Weltkrieg leiden.
Bei uns im momentan sicheren Europa ist es nicht denkbar, das wenn mein Nachbar aus dem Nebenhaus eine aggressive Handlung begeht unser ganzer Straßenzug weggebombt wird, wie es in Gaza geschieht.
Oder Hubschrauberpiloten Raketen in demonstrierende Menschen abschießen, wie es in Gaza geschieht.
Oder auch einfach nur das eine demokratisch gewählte Regierung von der Weltöffentlichkeit nicht anerkannt wird.
Es ist doch nachvollziehbar das, dass Palästinensische Volk unter der ganzen Not und der ganzen Ungerechtigkeit immer mehr hasst.
Und dieses auch mit der Wahl von Radikalen Führern, Selbstmordanschlägen und Raketenbeschuss zum Ausdruck bringt.



Grüße Clara

Ich möchte nicht den ganzen Beitrag zitieren, aber besonders diesen Satz ,möchte ich auch unterschreiben.

Die Verantwortlichen in Israel für diese Gräultaten, gehören ohne wenn und aber vor ein internationales Gericht nach Den Haag. Egal, ob jung oder alt, Holocaustopfer oder nicht.
Es sollte keinen Freifahrtsschein für Mord, Vertreibung und Terror geben!

skydive
08.08.2011, 13:46
dass hier so ziemlich alles was an Unsinn über Israel irgendwo im Netz stand in diesem Strang seinen Platz gefunden hat.

1) Es gibt kein palästinensisches Volk

In einer entwaffnenden Offenheit hat 1977 ein führender Vertreter der PLO, Zuheir Mohsen, den genau kalkulierten Mißbrauch zugegeben, der mit dem Namen Palästina getrieben wird:
"Ein palästinensisches Volk gibt es nicht. Die Schaffung eines palästinensischen Staates ist ein Mittel zur Fortsetzung unseres Kampfes gegen Israel und für die arabische Einheit. Da Golda Meir die Existenz eines palästinensischen Volkes leugnet, behaupte ich, daß es ein solches Volk gibt und daß es von den Jordaniern zu unterscheiden ist. Doch in Wirklichkeit gibt es keinen Unterschied zwischen Jordaniern und Palästinensern, Syrern und Libane*sen. Wir alle gehören zum arabischen Volk. Nur aus politischen und taktischen Gründen sprechen wir von der Existenz einer palästinensischen Identität, da es im nationalen Interesse der Araber liegt, eine separate Existenz der Palästinenser dem Zionismus gegenüberzu*stellen. Aus taktischen Gründen kann Jordanien, das ein Staat mit festen Grenzen ist, keinen Anspruch auf Haifa und Jaffa erheben.
Dagegen kann ich als Palästinenser Haifa, Jaffa, Beerscheba und Jerusalem fordern. Doch sobald unsere Rechte auf das gesamte Palästina wiederher*gestellt sind, dürfen wir die Vereinigung Jordaniens mit Palästina keinen Augenblick mehr verzögern"
/Pf/ S.141, aus W. Roxan, Israel und die Palästinenser, Darmstadt 1978, S.66.
Arafat, (seinerzeit) Führer der PLO seit 1968, erklärte wiederholt, dass `er Araber ist in einem arabischen Land´, das ist (bzw. war seinerzeit) der Libanon und das bedeute, dass er durchaus berechtigt ist, den Kampf gegen Israel vom Libanon aus zu führen.
Salah Khalaf, Abu Iyyad genannt und Zweiter in der Kommandostruktur der Fatah, fügte hinzu, dass `die Strasse nach Jerusalem [Quds] durch das [maronitische] Jouniya geht und durch Oyoun es-Simaan´ in der Region Matn. Für Abu Iyyad gehörte die Eroberung des ganzen christlichen Norden des Libanon zu den vorrangigsten Kriegszielen Palästinas. Der frühere Weg von Amman nach Jerusalem hatte sich mit den Ereignissen des `Schwarzen September´ 1970 in Jordanien als Fehlkalkulation erwiesen. König Hussein hatte die `Palästinensierung´ von ganz Jordanien verhindert, indem er die bewaffneten palästinensichen Organisationen zerschlug, die faktisch einen `Staat im Staat´ im haschemitischen Königreich errichtet hätten.
Mordechai Nisan, The Conscience of Lebanon: A Political Biography of Etienne Sakr (Abu-Arz) (London: Frank Cass, 2003) S. 24]



2)Juden haben immer in der Region Palästina gelebt..............

Die Juden wanderten ab zielstrebig ab ca. 1850 in die Region Palästina ein, die damals jedoch eine Provinz Södsyriens unter dem OE war. Sie kauften wertloses Land und machtes es urbar, was die Araber aus den umliegenden Länder anlockte, denn diese Provinz war so gut wie nicht besiedelt.


Um die Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb der britische Konsul von Palästina folgendes: „Das Land ist zu einem Großteil unbesiedelt, und daher braucht es dringend eine Bevölkerung.“

/Be/_S. 164_(James Finn zum Earl von Ciarendon, 15. Sept. 1857).


Ein Araber, der im Exil lebende Abdel Razek Kader, bestätigte diesen Befund 1969: „Um die Jahrhun*dertwende war Palästina nicht mehr das Land, darin Milch und Honig fließt (. . .) sondern eine arme ottomanische Provinz, eine Halbwüste, wo es mehr Disteln gab als Blumen. An der Mittel*meerküste und in der südlichen Hälfte des Landes gab es nichts als Sand, und die Sümpfe in den Ebenen waren Brutstätten für Malaria, welche die spärliche halbnomadische Bauernbevölkerung dezi*mierte, die sich an die kahlen Berghänge klam*merte.“


Die arabische Bevölkerung war klein und begrenzt, bis die jüdische Wiederbesiedlung das Land wieder fruchtbar machte und Araber aus den Nachbar*ländern anzog. Als 1882 die organisierte jüdische Besiedlung begann, lebten weniger als 150.000 Araber im Land. Die große Mehrzahl der Araber in den letzten Jahrzehnten waren vergleichsweise Neuankömmlinge – Neueinwanderer oder Nach*kommen von Personen, die in den vergangenen 70 Jahren nach Palästina eingewandert waren“

/Pf/ S.146, aus Voss, Carl H.: The Palestine Problem Today. Israel and Its Neighbours, Boston 1953, S.13


3) Die Araber wurden nicht vertrieben, es war vielmehr eine organisierte Flucht!

Zitate zur Flucht..... (http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos//texte/1flucht1948.html)

4) Israel wehrt sich nur........

Wer begann den Gazakrieg? (http://heplev.wordpress.com/2009/09/15/wer-begann-den-gazakrieg/)

5) Israel hat keine Phosphormunition gegen Menschen eingesetzt!

Rotes Kreuz verteidigt Israel...... (http://www.welt.de/welt_print/article3028061/Phosphorbomben-Rotes-Kreuz-verteidigt-Israel.html)

Bei Bedarf kann ich alles liefern, was den Arabern in Gaza so vorschwebt und warum sie die Juden ins Meer treiben wollen.

Wer hier die Araber als Opfer sehen möchte, sollte ab und an mal ein gutes Buch lesen, z.B. "Palestine betrayed" ............:))

Wie es in dem angeblichen KZ aussieht...........

Kalick! (http://www.aufderseiteisraels.com/?page=gaza)

http://www.aufderseiteisraels.com/pics/home/gaza1.jpg


http://www.aufderseiteisraels.com/pics/home/gaza6.jpg

http://www.aufderseiteisraels.com/pics/home/gaza3.jpg

Das Warschauer Ghetto sah ein bißchen anders aus!