Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Fach- und Führungskräfte" oder "Schauspieler mit großer Klappe" - verblöden wir?
Hier geht es um die Frage, ob die Menschen immer klüger oder immer dümmer werden.
Besteht Kompetenz in wirklichem Können oder darin, Kompetenz immer perfekter vorzutäuschen?
Gibt es einen einheitlichen Trend für alle Teile der Gesellschaft oder entwickeln sich unterschiedlichen Klassen und vor allem Klassenfraktionen geistig in verschiedene Richtungen?
Mögliche Antworten
alle werden klüger
alle bleiben geistig gleich
alle werden dümmer
ein Teil wird klüger, ein Teil wird dümmer
die Massen verblöden, die Eliten werden klüger
die Massen werden klüger, die Eliten werden dümmer
der Mainstream - Eliten und Massen - verblödet, nur Gegen-Eliten werden klüger
der Mainstream wird klüger - Gegen-Eliten verblöden z. B. qua Extremismus
Hellmann 28.07.2009, 08:48 Für mich bitte die Nummer 9! :D
Hoffe ich doch jedenfalls, dass sich mit den neuen Kommunikationsmitteln eine gut informierte Gegenelite bildet, die irgendwann so weit ist, das System zu übernehmen. Anders wird es nicht besser werden.
Hoffe ich doch jedenfalls, dass sich mit den neuen Kommunikationsmitteln eine gut informierte Gegenelite bildet, die irgendwann so weit ist, das System zu übernehmen. Anders wird es nicht besser werden.
Die Mittel um sich zu informieren, sind heute mit Sicherheit besser als vor einer Generation. Eben weil wir das Internet, Wikipedia und co. haben. Nur muss man auch in der Lage sein, diese Mittel richtig zu nutzen und was ich da im Weltnetz erlebe, treibt mich immer wieder zur Verzweiflung. Denn da wird nicht nur Information und Wissen präsentiert, wie es vor dreißig Jahren nicht möglich war, sondern auch offene Verblödung und vor allem die gnadenlose Selbstzufriedenheit des postenden Spießerpacks :rolleyes2:
Nachtrag:
Was im Zeichen allgemeiner Verdummung aus einer Gegenelite werden kann, zeigt dieses Zitat:
8000 Jahre nach Gründung des Neu-lemurischen Tamaniums in Andromeda nahm die Unzufriedenheit der Wissenschaftler und Ingenieure mit der Zentralregierung auf Tefrod immer weiter zu. Die allgemeine Verachtung und Vernachlässigung von Wissenschaft und Forschung in der Bevölkerung erboste sie so sehr, dass sie sich zu Widerstandsgruppen zusammenschlossen, die planten, diesen Zustand durch die Errichtung einer Diktatur zu ändern.
Diese Wissenschaftler, die sich als Alt-Lemurer sahen, hatten durch eigene Forschungen oder durch die Adaption erbeuteter Technologien zahlreicher Völker Andromedas ungeheure technologische Kenntnisse gesammelt.
Die zu dieser Zeit bereits etablierte und unerkannt in Regierungskreisen tätige Gruppe der Meister der Insel schürte die Unzufriedenheit der Wissenschaftler und den Wunsch nach einer Diktatur oder zumindest einer streng wissenschaftlich orientierten Zentralregierung, wie in dem ursprünglichen Koordinierenden Konzil. In der Öffentlichkeit machten sich die Renegaten durch politische Morde bekannt, die sie von Duplos unbescholtener Bürger verüben ließen. Auf diese Weise verringerten sie die Anzahl der Politiker und anderer Personen, die ihren Plänen im Wege standen.
Quelle: http://www.perrypedia.proc.org/index.php/Meister_der_Insel#Die_Machtbasis
Die von mir fett hervorgehobenen Abschnitte könnten sich auch in der wirklichen Welt ereignen. Nur haben wir keine institutionalisierte "Zentralregierung", sondern ein weltweites Netzwerk lokaler, nationaler und globaler Oligarchien. Unsere akuten Netzwerke und Diskurs-Klüngel mit ihrer gepflegten Verblödung, dem Hätscheln geistlos-postmoderner Diskurse und dem Züchten verzweifelter und verrohter Massen werden von einem Super-Netzwerk liquidiert, dessen Angehöriger der Verblödung entkommen sind und sich Zugang zu Machtmitteln verschafft haben. Das ist in der Realwelt IMHO einfacher als in Andromeda: zum Beispiel braucht man nur Geld drucken, das den Test an der Kasse im Supermarkt besteht, es in kleinen Portionen verteilen (damit keine Hyperinflation entsteht) und schon hat das System fertig.
Aus dem Mainstream kann irgendwie nix besondere progressives werden, weil es einfach immer nur ein Mischmasch aus zahlreichen Kompromissen ist. Mode entsteht ja z.B. auch erst aus Andersartigkeiten.
Ich habe auch die 9. genommen.
Leider wird nicht jeder klüger und die selbsternannte Elite ist meiner Ansicht nach ebenso dämlich wie der Rest. Das fällt nur wegen deren Kriminalität nicht auf. Aber kriminell heißt eben nicht gleichzeitig auch intelligent.
Ich denke, verblödungstechnisch stinkt der Fisch vom Kopfe her. Die Verblödung der Eliten resp. ihre rein instrumentelle Vernunft führt zur Verblödung der Massen. Verblödete Massen sind ein guter Nährboden für verblödete Eliten, aber es sind nur die Eliten, die qua ihrer instrumentellen Vernunft das System in ihrem Sinne aufrecht erhalten. Blöde sind Eliten und Massen, aber nur die Eliten sind organisiert und die Eliten organisieren die Massen und nicht umgekehrt.
Blödheit bei den Massen äußert sich darin, nicht richtig lesen und schreiben zu können und außer Phrasen aus der BLÖD-Zeitung oder nationalfundamentalistischen Parolen nichts im Kopf zu haben.
Wer als einfacher Mensch der Verblödung entgeht, mag noch kein Einstein sein, aber er oder sie hat im Rahmen seines oder ihres Umfeldes noch so etwas wie "gesunden Menschenverstand". Nur mangelt es da oft an Kritikfähigkeit gegenüber den Diskursen der Eliten. Was verständlich ist, denn man weiß nicht, wem man glauben soll: den von den Herrschenden bezahlten Wissenschaftlern oder ihren Gegnern aus dem Reich der Verschwörungstheorien und läuft Gefahr, vom Regen in die Traufe zu kommen.
So mag das Bild bei den Massen zwar düster sein, aber es ist recht unterschiedlich. Die dümmsten und entbehrlichsten Subjekte dieses Planeten und seine größten, wenn auch oft finsteren Geister haben eines gemeinsam: sie führen das Leben einfacher Menschen! Der Nazi-Depp und der wirkliche Intellektuelle haben nur zu oft den gleichen kleinbürgerlichen Hintergrund mit Abitur und Studium. Einen Internet-Account haben sie heute auch :)
Bei den Eliten ist es dagegen recht uniform. O. K., wer meint als Nazi-Uniformtunte auf sich aufmerksam machen zu müssen, hat in den besseren Kreisen fertig ;) Aber der ehrliche Intellektuelle ist da ebenso chancenlos wie die braune Peinlichkeit. Sogar noch chancenloser, denn Nazis können im Fall der Fälle von den Eliten instrumentalisiert werden.
In ihrer Menschenverachtung sind sich Nazis und Eliten eh gleich :rolleyes:
Ich frage mich, ob es früher in noch so kritikwürdigen und hierarchischen Systemen bei den Eliten wenigstens ein Gleichgewicht zwischen Streben nach Macht und Streben nach Erkenntnis, Förderung des eigenen Fortkommens und Förderung des allgemeinen Wohls gegeben hat, Und sei es auch nur, damit allgemein-humanistische Ideale die Eliten davor bewahrten, sich in ihrer Gier letztendlich selbst zu zerstören.
Heute scheinen mir die bei den Eliten angesagten Weltsichten vor allem dazu zu dienen, sie in ihrer Gier und Selbstsucht zu bestätigen. Die katastrophalen Folgen dieser Weltsicht wird von der Entwicklung der Produktivkräfte verschleiert. Elektrizität, Massenproduktion, Information und Kommunikation verzögern den großen Knall vielleicht nur und er mag dann um so lauter werden!
Was ich als herrschenden Diskurs unserer technischen Zivilisation wahrnehme, ist ungefähr so: man braucht Wissen, Regeln, Handlungsanweisungen und Normen, um Wissenschaft und Technik zu nutzen und massiv von ihnen zu profitieren. Man entwickelt daraus aber keine zu Wissenschaft und Technik passende Weltsicht, sondern eine rein instrumentelle Vernunft. Entweder frönt man sozialdarwinistischen Diskursen und trifft sich da mit den Nazis oder goutiert religiösen Obskurantismus der übelsten Sorte. Der Fundamentalist aus der Mittelschicht, der mit dem Auto rumfährt und glaubt, dass Gott den Menschen vor 10 000 Jahren aus Lehm zusammengemanscht hat, ist typisch für diese geistige Degeneration. Der Mensch der Bronzezeit hat es vielleicht nicht besser gewusst als sich vorzustellen, dass sein Gott den Menschen aus Erde erschaffen hat. Der Mensch von heute kann das sehr wohl besser verstehen, aber er will nicht. WEil ihm der Fundamentalismus dabei nützt, die Wissenschaften auf ein Werkzeug seiner Gier - wie Auto fahren - zu reduzieren.
Bei den Herrschenden und den in ihrem Mastdarm sitzenden Mittelschichten führt das zu einer gepflegten Verblödung, wo die Form gewahrt wird und der Inhalt längst perdü ist. Man hat zwar irgend einen Abschluss, bleibt aber Fachidiot. Wissen wird taylorisiert, in viele Module aufgespalten, damit es verwertet werden kann, aber die Träger des Wissens jederzeit ersetzbar sind. Wer nur so ein Modul im Kopf hat und als "Fachkraft" auch nur noch 1-Euro-Jobs kriegt, ist am Ende nicht viel besser dran, als der langjährige Sozialamts-Zögling, der zu klug war, seine Zeit an der Uni zu verschwenden.
Weil Wissen an sich nichts zählt und Wissen nur Mittel zur Macht ist.
Aus dem Mainstream kann irgendwie nix besondere progressives werden, weil es einfach immer nur ein Mischmasch aus zahlreichen Kompromissen ist.
Wenn es denn Kompromisse wären. So würde ich eine Partei, die ein vernünftiger Kompromiss aus Linkspartei sowie DKP und MLPD einerseits, NPD/DVU und REPs andererseits wäre, auf das Schärfste begrüßen.
Aber der Mainstream setzt dem Unsinn der rechten und linken Ränder seinen eigenen und IMHO ebenso schlimmen Unsinn entgegen. So hieß es einmal auf "Politikforum.de": "Der Extremist mag verblendet sein, aber man kann noch mit ihm diskutieren." All meine Versuche, mit Protagonisten des Mainstreams zu diskutieren, sind dagegen erbarmungslos gescheitert. Sie pflegen einen so hartleibigen Konformismus und eine so konsequente Unterordnung unter das ihnen nützende "hier und jetzt", dass sie gerade zu einem Kompromiss weder willens noch fähig sind. Wer weiß, dass er mit seinen rotkommunistischen oder ultranationalen Ideen am Rand steht, mag vielleicht über Kompromisse nachdenken, um die Mehrheit zu erreichen und wenigstens einige Ziele durchzusetzen. Wer sich voll und ganz mit "den Realitäten" identifiert, ist dazu nicht bereit, denn es gibt für ihn nur das konkrete Sein.
Vision A mag sich bei der Begegnung mit der konträren Vision B selbst überprüfen oder in Frage stellen. Aber die "Realität" kennt nur sich selbst und für sie sind "Visionen" nur Schall und Reich.
N. B.: werden nicht viele "Visionäre" immer dann zu veritablen Arschlöchern, wenn sie ihre Vision - eine von vielen - zur neuen "Realität" gemacht haben?
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