Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Parlamentswahlen in Libanon:


HasdrubalXII
10.06.2009, 18:56
Das prowestliche Bündnis unter Führung der Sunniten bleibt die stärkste politische Kraft im Libanon. Die prosyrische schiitische Hisbollah und die mit ihr verbündete Freie Patriotische Bewegung (CPL) des christlichen Exgenerals Michel Aoun sind indes die Verlierer der Parlamentswahl vom Sonntag. Der scheidende Ministerpräsident Fuad Siniora sprach am Montag von einem „außergewöhnlichen Tag für die Demokratie im Libanon“. Auch Israel und die Bundesregierung reagierten erleichtert.

[...]

Quelle: http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/libanon-prowestliches-buendnis-gewinnt-parlamentswahl_aid_406436.html

Das pro-westliche Bündnis der Sunniten und Maroniten des Landes erhielten 68 von 128 Mandaten. Die eher pro-syrisch orientierten Hisbollah und CPL kamen auf 57 Mandaten. Für das Amt des Ministerpräsidenten sieht man für Saad Hariri vor, den Sohn des ermordeten Ex-Ministerpräsidenten Rafik Hariri(Jüngste Untersuchungen lassen vermuten, dass es sich bei den Drahtzieher um Handlanger der Hisbollah handelt!).

Ein Hasan Nasrallah als Staatsoberhaupt hätte für den Libanon gravierende Folgen gehabt(Internationale Isolation beispielweise). Daher bergüße ich dieses Wahlergebnis...

mit freundlichen Grüßen
Hasdrubal

Cheops
10.06.2009, 22:00
Ich bin jetzt kein Nahostexperte, aber ich könnte mir vorstellen, wie wenig diese, seit Jahrhunderten und sogar seit Jahrtausenden, streng patriarchisch beherrschten Länder des Nahen Ostens mit einer Demokratie nach dem Vorbild Amerikas und Europas anfangen können. Im Gegensatz zu Israel sind das ja keine Länder, die nur aus europäischen Einwanderern bestehen und da ist man die starke Hand eines autoritären Regierungschefs gewohnt. Die ganzen arabischen Kulturen sind älter als die meisten anderen Kulturen dieser Erde und das kann man auch mit einer Wahl nicht ändern.

HasdrubalXII
03.07.2009, 08:01
Ich bin jetzt kein Nahostexperte, aber ich könnte mir vorstellen, wie wenig diese, seit Jahrhunderten und sogar seit Jahrtausenden, streng patriarchisch beherrschten Länder des Nahen Ostens mit einer Demokratie nach dem Vorbild Amerikas und Europas anfangen können. Im Gegensatz zu Israel sind das ja keine Länder, die nur aus europäischen Einwanderern bestehen und da ist man die starke Hand eines autoritären Regierungschefs gewohnt. Die ganzen arabischen Kulturen sind älter als die meisten anderen Kulturen dieser Erde und das kann man auch mit einer Wahl nicht ändern.

Guten Morgen, :winken:

Joa, sehe ich auch so. Bei Libanon aber handelt es sich gewiss um einen demokratischen Staat, in Gegensatz zu den anderen arabisch-islamischen Staaten. Die Demokratie hällt schon seit Jahrzehnten Einzug in Libanon. Weitere Jahrzehnte abwarten, dann verbessert sich dort auch der Rechtsstaat-Status.

Die arabischen Völker müssen sich ihre Freiheiten sich selbst erkaufen. Da hilft auch keine militärischen Interventionen aus dem Ausland. Irak beispielweise wurde seit mehreren jahrzehnten von autoritären Alleinherrscher regiert. Und nun soll der Übergang von Autokratie zu Demokratie reibungslos funktionieren?!

Wie dem auch sei, der westlichen orientierten Allianz unter der Führung von Rafik Hariri kann man nicht 100%ig vertrauen, doch es ist der kleinere Überl.

mfg
Hasdrubal

Britta
03.07.2009, 09:06
(Jüngste Untersuchungen lassen vermuten, dass es sich bei den Drahtzieher um Handlanger der Hisbollah handelt!).

Ein Hasan Nasrallah als Staatsoberhaupt hätte für den Libanon gravierende Folgen gehabt(Internationale Isolation beispielweise). Daher bergüße ich dieses Wahlergebnis...

mit freundlichen Grüßen
Hasdrubal

Es wird ebenso vermutet, dass der israelische Geheimdienst hinter der Ermordung von Hariri steckt.

Und was bedeutet Internationale Isolation heute? Sich dem Einfluss der Ausbeuter zu entziehen.

HasdrubalXII
03.07.2009, 09:40
Guten Morgen, :winken:

Es wird ebenso vermutet, dass der israelische Geheimdienst hinter der Ermordung von Hariri steckt.

Darüber könnte man spekulieren. Die Frage wäre, ob es ohne den syrischen Truppenabzug aus Libanon(2005) überhaupt die militärische Operation "Gerechter Preis" von Seiten Israels(2006) gegeben hätte?!

Und was bedeutet Internationale Isolation heute? Sich dem Einfluss der Ausbeuter zu entziehen.

Eine paramilitärische Organisation wie die Hisbollah als Regierungsmacht, welche u.a. über den Satelittensender Al-Manar-Tv weltweit antisemitische Propaganda betreibt, kann den Libanon nur schaden...

mfg
Hasdrubal

Britta
03.05.2010, 11:59
http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=125066&sectionid=351020203

Ein Zeuge im Fall der Ermordung des früheren libanesischen Premiers hat nun ausgesagt, dass Frankreich ihm einen gefälschten Pass ausgestellt hätte um ihm mit einem Meineid davonkommen zu lassen.

Einem Bericht der Webseite Volatairenet zufolge, hat Frankreich Mohammed Zuhair Siddiq - den Hauptzeugen im Mordfall Rafiq Hariri - mit dem gefälschen Pass ausgestattet und ihm Immunität gewährt, damit er der Strafverfolgung entgehen konnte.

Der Bericht kommt zeitgleich mit den Beschuldigungen der USA und Israel gegen Syrien und die Hisbollah, sie hätten Beweise für deren Beteiligung am Hariri-Mord 2005.

Dem Berecht zufolge stützte sich die UN-Untersuchungskommission, unter Leitung des Deutschen Detlev Mehlis, hauptsächlich auf die von Siddiq gemachte Aussage, in der behauptete, früher ein Mitglied des syrischen Geheimdienstes gewesen zu sein.

In seiner Aussage hatte Siddiq die syrischen und libanesischen Presidenten beschuldigt, die führenden Köpfe hinter der Ermordung zu sein. Er beschuldigte ausserdem sieben syrische und vier libanesische Generäle, den Mord organisiert zu haben.

Nach seiner Aussage flüchtete er in das spanische Anwesen von Rifaat al-Assad, ein pro-US eingestellter Onkol des amtierenden syrischen Präsidenten Bashar al-Assad.

Siddiq bekam damals auch Unterstützung vom französischen General Directorate for External Security (DGSE).

Während er unter dem Schutz der DGSE stand, hörte die französische Polizei seine Telefongespräche ab und fand heraus, dass Siddiq die Untersuchungskommission angelogen hatte und er nie syrischer Geheimdienstler gewesen war.

Später wurde in der libanesischen Presse berichtet, dass der Premierminister Saad Hariri und Lebanons Drusenführer Walid Jumblatt ihn für den begangenen Meineid bezahlt hätten, was die beiden bestritten aber zugaben, Siddig zu seiner Aussage ermutigt zu haben, weil sie glaubten er sei ehrlich.

Siddiq wurde dann mit internationalem Haftbefehl in Frankreich festgenommen, später aber wieder freigelassen. Paris lehnte ab, ihn nach Libanon auszuweisen. Eine zeitlang lebte er in Paris, bevor er im März 2008 spurlos verschwand. Die französische Regierung nahm dazu keine Stellung. Siddiq tauchte dann nochmal in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf, wo er wegen seines gefälschten Passes zu 6 Monaten Haft verurteilt wurde. Nach seiner Freilassung erklärte er Journalisten, dass er diesen Pass vom Büro des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy bekommen habe, um der libanesischen Justiz zu entgehen.

Hariri war der beliebteste Politiker des Libanon seit Ende des Bürgerkrieges 1975-1990.