Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was derzeit wirklich geschieht ? Teil 1


Lopez Suarez
08.06.2009, 07:31
Von Julie (http://juliehamburg.wordpress.com/) | Mein Politik-Blog (http://juliehamburg.wordpress.com/2009/06/06/was-derzeit-wirklich-geschieht-%E2%80%93-teil-1/) | - Liebe Leser ! Schon länger ist klar, dass unser jetzt herrschendes Gesundheitssystem eine bewusst gewollte Entwicklung der Politik ist. Und nicht etwa eine Aneinanderreihung von handwerklichen Fehlern. Den nachfolgenden Bericht (liegt mir als Dokument vor) veröffentliche ich mit der freundlichen Genehmigung des Autors Dr. Jan Erik Döllein.


Von Jan Erik Döllein, Allgemeinarzt

Ich bin 38 Jahre alt und Allgemeinarzt mit einer gut gehenden Hausarztpraxis in Neuötting, Oberbayern, geistig gesund und ein völlig normaler Bürger mit einer Lebensgefährtin und einem 15 Monate altem Sohn, bin seit 12 Jahren Gemeinderat und seit sechs Jahren Kreisrat der CSU, einer Partei, die sicherlich weit entfernt ist vom Ruf, linkspolitische und revolutionäre Gedanken zu pflegen. Es ist nicht meine Aufgabe, solche Texte zu schreiben und es gibt in Deutschland Tausende, die dies besser, packender und erheblich vollständiger schaffen und wenigstens einer von denen sollte das auch tun.

Ich bin von tiefstem Herzen Demokrat und, wie mir in den letzten Tagen bewusst geworden ist, ein hoffnungsloser Idealist. Ich habe nicht mehr gemacht, als mir selbst die Frage zu beantworten, warum wir niedergelassenen Ärzte, Hausärzte und Fachärzte aussterben sollen, obwohl sich an der Charakteristik unseres Berufes und der Faszination für die nachfolgende Generation nichts geändert hat; der Wunsch dazu kam mit Sicherheit nicht aus der Bevölkerung, nicht von unseren Patienten.

Dass wir zu teuer sind, kann man wirklich nicht behaupten und wertlos sind wir erst recht nicht, denn mit jedem Krankenhaustag, den wir durch unsere Arbeit vermeiden können, helfen wir den Krankenkassen sparen.

Am 30.1.2008 haben sich 7000 von 8000 Hausärzten zu einer Protestveranstaltung in Nürnberg getroffen und diese war die größte und eindrucksvollste ihrer Art seit Bestehen der GKV. Keine der großen Boulevardzeitungen brachte meines Wissens einen adäquaten Artikel, keiner der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender ging tiefer und nachhaltiger auf diese Veranstaltung ein.

Die allermeisten Hausärzte eines der reichsten und größten Bundesländer drohen mit Widerstand und niemanden interessiert es. Nur uns Ärzte – der Rest der Bevölkerung wird außen vor gehalten. Das machte mich stutzig und ich begann, immer tiefer im Internet nach den Gründen zu suchen, worauf ich stieß, hat meinen Glauben an den Rechtsstaat im Mark erschüttert und erklärt uns allen die Frage, was hier wirklich passiert:

Man muss weiter ausholen, spätestens seit der Seehoferreform 1997 wurde uns ja schon klar gesagt, dass die deutsche Bevölkerung immer mehr überaltert, dass die Gesundheitskosten aus dem Ruder laufen sollen und die Bezahlung immer weniger vom Solidarsystem übernommen werden könne.

Der Lösungsansatz lag neben den Einsparungen, unter denen sowohl die Krankenhäuser als auch die Niedergelassenen leiden, in der fortschreitenden Privatisierung von Teilen unseres Gesundheitssystems.

Nur allzu gern nahmen viele kommunale Träger die Möglichkeit wahr, ihre defizitären Krankenhäuser an Klinikkonzerne zu verkaufen. Die schlechte Einnahmensituation der Häuser war ein Produkt der Reformen.

Grundsätzlich ist diese Tendenz in allen Bereichen unserer Gesellschaft zu finden, der Staat zieht sich aus wichtigen staatlichen Aufgaben zurück und verkauft sein Eigentum, mit dem immer auch eine Sicherstellungsaufgabe verbunden ist, an private Hände. Man kennt dies von der Bahn, von der Post, von der Stromversorgung und zahlreichen anderen Bereichen. Auf der Homepage des Bundestages findet man zu dem Schlagwort Privatisierung über 2000 Einträge aus den letzten fünf Jahren.

Aktuell diskutiert man gerade die Privatisierung des Gerichtsvollzieherwesens. Schleichend geht damit aber auch ein zunehmender Machtverlust der Regierung einher und der Bürger ist in allen Bereichen häufig der Willkür der Konzerne ausgesetzt. Grundlage dieser Denkrichtung ist der so genannte Neoliberalismus, der eine Entstaatlichung und eine Übernahme gemeinschaftlicher Felder durch “die Bürger“ propagiert, womit allerdings keine Bürgervereinigungen gemeint sind, sondern nur die großen Konzerne.

Zurück zu unserer Entwicklung im Gesundheitssystem: Es entstanden also vier große Klinikketten, namentlich Rhönklinken, Asklepios, Sana und Fresenius, die miteinander im Jahr 2007 sieben Milliarden Gewinn erzielt haben, wohl gemerkt, der Klinikmarkt ist noch längst nicht komplett aufgeteilt, sondern befindet sich noch zu großen Teilen in den Händen der Kommunen.

Es ist aber zu Zeiten der politisch gewünschten DRG-Abrechnung zu erwarten, dass die stetig größer werdenden Defizite die Landkreise immer mehr zwingen werden, sich von der Schuldenlast zu befreien, ihre Krankenhäuser den interessierten Klinikketten zu verkaufen. Die Gewinnerzielung läuft, auch wenn das stetig verneint wird, über eine Personalkostenreduzierung, indem man aus dem BAT-Tarif aussteigt und Haustarife anbietet, denen die Mitarbeiter zustimmen müssen.

Zitat aus der Homepage der Rhönkliniken:

„Wir würden den Versuch, uns auf BAT-Niveau binden zu wollen, als Angriff auf die Zukunft unserer Krankenhäuser betrachten.“

Auch die Synergieeffekte wie gemeinsamer Einkauf, Labor etc. der Klinikketten helfen, dass sich vormals rote Zahlen bald in Gewinne verwandeln. Über kurz oder lang werden sich die meisten Krankenhäuser mittelbar oder unmittelbar im Besitz der großen Vier befinden.

Was geschieht nun bis 2020 mit den niedergelassenen Ärzten in Deutschland? Die werden einfach aussterben. Die Ursache ist ja leicht erklärt, auch im ambulanten Sektor ist die Honorierung so schlecht geworden, dass sich für einen jungen Arzt das Risiko in die Selbstständigkeit einfach nicht mehr lohnt.

Alle Gesundheitsreformen der letzten Jahre hatten nur ein Ziel, nämlich die gesamten Leistungserbringer derart in finanzielle Misslage zu bringen, dass man sich förmlich nach einem Heilsbringer in Form eines professionellen Großbetriebes sehnt, der einem die Last der stetigen Existenzbedrohung von den Schultern nimmt. Durch die Reformen wurde sicherlich auch Geld für die Krankenkassen gespart, aber das war nur der nachrangige Sinn, in Wahrheit wurde hier die komplette Privatisierung der gesamten Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung vorbereitet.

Man gründet heute MVZ (Medizinische Versorgugs-Zentren), weil argumentiert wird, dass der Zusammenschluss die Kosten senkt und die Patienten kürzere Wege haben. Dem kann man nicht widersprechen, aber in Wirklichkeit liefern die, derzeit häufig noch in den Händen von einzelnen Ärztegenossenschaften liegenden, Einrichtungen die ideale Basis für eine Übernahme durch die großen Konzerne.

Ab einer entsprechenden Summe wird sicher jeder schwach. Es wird dann fortwährend angestrebt, die, in der Region übrigen Arztsitze allmählich billig aufzukaufen, denn andere Interessenten gibt es kaum. Sollte dann der gleiche Konzern auch noch das entsprechende Krankenhaus besitzen, liegt das Monopol der Gesundheitsversorgung einer ganzen Region in den Händen eines einzelnen Privatunternehmens.

Ab dann würden nicht mehr die Krankenkassen den Preis diktieren, sondern der Monopolist, denn niemand anderes kann die Sicherstellung der medizinischen Versorgung garantieren. Die Gelder der Beitragszahler werden reichlich in die Taschen der Besitzer fließen und der mündige Bürger wird in seiner Versorgung komplett auf die Bestimmungen des jeweiligen Konzerns angewiesen sein.

Rechte wie die freie Arztwahl will ich hier gar nicht erwähnen, man wird froh sein, dass sich überhaupt noch jemand der Bürger annimmt. Unsere breit gefächerte Arztlandschaft soll also ganz bewusst umgebaut werden zu einer reinen Monokultur, die nur der Gewinnerzielung dient und den einzelnen Patienten als Wertschöpfungsfaktor und nicht als Mensch behandelt.

Mit Sicherheit entstehende Mehrkosten für die Versicherten müssen die Patienten aus der eigenen Tasche bezahlen. Man bezahlt auch, denn man hat ja keine Behandlungsalternative. Ab diesem Zeitpunkt sind übrigens auch Strukturen wie Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen oder Ärztekammern völlig unsinnig geworden, denn einem Alleinanbieter redet niemand mehr drein. Berufsständische Gebote wie Schweigepflicht, Ehrenkodex, Werbungsverbot werden ebenfalls keine Geltung mehr haben, der Arzt ist ein reiner angestellter Dienstleister für den Profitkonzern. Bis 2020 ist alles abgeschlossen.

Diese ganze Entwicklung ist verursacht allein durch die von unserem Staat veranlassten Gesundheitsreformen und man muss sich natürlich fragen, wie können unsere gewählten Volksvertreter diesen Ausverkauf der Persönlichkeit und der Intimität seiner Bürger nicht nur zulassen, sondern sogar auslösen wollen? Wie kann ein Staat bewusst seine Mitglieder zu gläsernen Wirtschaftsgütern machen?

Bewusstes Handeln möchte ich den meisten gar nicht unterstellen, denn durch die Nomenklaturen, Umfragen, scheinbaren Kompliziertheiten und angeblichen Komplexitäten wissen die allermeisten unserer Bundestagsabgeordneten überhaupt nicht mehr Bescheid, welche Konsequenzen die Reformen langfristig auslösen werden.

Auch die Gesundheitsministerin Ulla Schmid sieht in den MVZ offenbar immer noch eine großartige Wiedererweckung der alten Polikliniken aus Ostdeutschland, wobei sie einen entscheidenden Unterschied vergisst, in der DDR bestand natürlich eine Kostenstabilität durch den Staatsbesitz, während MVZ in den Händen monopolistischer Konzerne die Gesundheitsausgaben sicher ans Limit treiben werden und auch mit den Patientendaten noch Geschäfte gemacht werden.

Die ganzen Ziele dieser entsolidarisierten Übernahme der Bevölkerung werden den Politikern von den Initiatoren angepriesen mit den Begriffen Vernetzung, Qualitätssteigerung, Kommunikationssteigerung und so weiter. Ich glaube fest daran, dass viele unserer Politiker insgesamt davon überzeugt sind, es richtig zu machen, denn die Daten, die sie erhalten, bestärken sie.

Die Initiatoren, die still und heimlich unsere Politiker derart stark beeinflusst haben, dass sie zufrieden und mit reinem Gewissen die Grundfesten unseres Staates auf den Markt werfen, sind klar zu nennen: es handelt sich um Liz und Reinhard Mohn, unterstützt von ihrer Freundin Frieda Springer.

Sie haben diese Namen fast noch nie gelesen, sie halten sich weitestgehend aus den Medien heraus und doch werde ich Ihnen erklären, dass es nahezu niemand anderes ist, der das deutsche Gesundheitssystem zur Ernte für Investoren vorbereitet hat. Das Ehepaar Mohn besitzt, als reiner Familienbetrieb, sowohl die Bertelsmann AG, als auch die Bertelsmann Stiftung, ein geniales Steuersparmodell, denn die Stiftung ist derzeit immer noch als gemeinnützig anerkannt, obwohl sie zu 75% Besitzer der Aktien der AG ist, 25% der Aktien befinden sich in direktem Familienbesitz.

Durch die Gemeinnützigkeit muss die Stiftung die Dividendenausschüttung erheblich begünstigter versteuern, als es die Familie Mohn müsste, wenn sie als privater Eigner Steuern zahlen würde. Die Einsparungen liegen in Milliardenhöhe, denn beispielsweise im Jahr 2006 kursiert ein Gewinn der Bertelsmann AG von 9,7 Mrd. Euro und der Umsatz des Konzerns war 2005 mit 16,8 Milliarden Euro so hoch wie der der nächsten zehn Medienkonzerne zusammen.

Ein „global player“, der insgesamt in über 60 Ländern vertreten ist und sich vor allem über die Vermarktung von Kommunikation im weitesten Sinne finanziert. Unter anderem gehört der Bertelsmann AG sowohl die RTL Group, als auch der Gruner + Jahr Verlag, aber auch die, auf breiter internationaler Ebene agierende Arvato, die sich auf alle Kommunikationsplattformen zwischen Bürger und Staat spezialisiert hat.

Insgesamt gehört dieser unglaublich mächtige Konzern einer einzigen Familie, der Familie Mohn. Frieda Springer, die Witwe von Axel Springer besitzt die Hauptanteile des Springerkonzerns und die beiden Damen sitzen häufig bei einem Plausch bei ihrer Freundin Angela Merkel. Ob sich unsere Kanzlerin diese Freundschaft allerdings frei wählen konnte, ist angesichts der Medienallmacht von Liz Mohn und Frieda Springer, die übrigens einen ausgesprochen sympathischen Eindruck machen, mehr als fraglich. Ein Kaffeekränzchen regiert unser Land.

Die politische Einflussnahme erfolgt über die Bertelsmann Stiftung, eine Institution, die sich vom Steuersparmodell schnell zum größten und durch den Medienhintergrund mächtigsten Think Tank der Republik gewandelt hat. Obwohl man in den Medien kaum den Namen Bertelsmann hört, ist es doch erklärte Politik, die Gesellschaft zu verbessern, zu reformieren und zu perfektionieren, vorwiegend in den Hinterzimmern der Macht. Übrigens relativ klar formuliert von Reinhard Mohn selbst, der wohl auch aufgrund seines Alters mittlerweile die personelle Führung in die Hände seiner Ehefrau gelegt hat.

Ich muss gestehen, dass mich der extrem apodiktische Anspruch und die verlockenden Heilsbotschaften leider an die Ideen von Scientology erinnert haben, jedoch habe ich bei allen Recherchen keine Verbindung entdecken können und behaupte dies auch nicht. Letztendlich ist dies aber wohl auch der Grund, warum auf zahlreichen Internetseiten von der „Mohn-Sekte“ gesprochen wird und gerade wir Deutschen müssen immer hellhörig werden, wenn jemand für sich allein den Anspruch proklamiert, zu wissen, was eine bessere Welt ist.

Eine Frage, die sich mir ständig stellt, ist, wie verfassungskonform ein Lobbyismus ist, bei dessen Nichtbeachtung unsere Volksvertreter fürchten müssen, über die Vernichtung in den Medien ihren Job zu verlieren. Wenn ein Beruf, wie der des Politikers so stark von der öffentlichen Meinung abhängt und diese Meinungsbildung in den Händen zweier netter Damen liegt, wie viel ist dann eigentlich unsere Demokratie noch wert?

Nun zurück zum Gesundheitssystem: Die Bertelsmann Stiftung berät, aus natürlich nur idealistischem Grund die gesamte Bundesregierung, aber natürlich auch viele andere Konzerne mit Fakten, Demographie, Benchmarks und Qualitätskriterien. Sie schafft Diskussionsforen und Kongresse, bei denen ausgewählte Referenten Bertelsmannpositionen vertreten und fortwährende, subtile Meinungsbildung aus einem Guss erfolgt. Dabei hat die Stiftung in Deutschland aufgrund ihrer „Uneigennützigkeit“ gerade in Politikerkreisen eine außergewöhnlich große Reputation erlangt.

Der Volksvertreter muss, um richtige Entscheidungen treffen zu können, wissen, mit welcher Sachlage er konfrontiert ist, was die Bevölkerung will und welche Risiken bestehen. Diese Daten liefert Bertelsmann, gleich kombiniert mit den entsprechenden Lösungsansätzen. Die Macht der Demographie und Demoskopie ist überragend. Wenn mir jemand sagt, ich solle meine Praxis renovieren, habe ich die Möglichkeit, frei zu entscheiden, wenn mir aber jemand sagt, 87% der Bürger unserer Stadt finden die Einrichtung und die Farbwahl meiner Praxis schrecklich, wie sehr gerate ich dann bei meiner Entscheidung unter Druck?

Deshalb kann man den Politikern letztendlich gar keine Vorwürfe machen, denn sie meinen ja, ihre Reformentscheidungen für das Volk zu treffen. Anprangern könnte man höchstens, dass sich viele schon so weit vom Bürger entfernt haben, dass sie ihn nicht mehr selbst befragen können.

Ähnlich verhält es sich auf alle Fälle mit dem Gesundheitssystem, ständig wird von Bertelsmann kritisiert, die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen den ambulanten und den stationären Ärzten ist schlecht, die Qualitätskriterien werden nicht beachtet, man kann unsere Arbeit nicht messen und statistisch erfassen. Die Medien beschränken sich in der Berichterstattung nur auf Fehler und Versäumnisse unseres Berufsstandes, die tägliche Arbeit um die Gesundheit unserer Bevölkerung findet keine Erwähnung.

So sturmreif geschossen, glauben viele Politiker, an dieser „desolaten“ Situation etwas ändern zu müssen, zumal, ich gestatte mir zu sagen angeblich, das Geld immer weniger wird.

Heilsbringer sind hier wieder die privaten Träger, die dem chaotischen System der Einzelpraxen mit einer Fülle an Controlling, Effizienzsteigerung, Qualitätsmanagement, Benchmarking und repräsentativer Außenwirkung entgegentreten. Das ist der Anspruch, der von der gemeinnützigen Stiftung in die Köpfe der Bundespolitiker geimpft wird, das ist alles so schön nachvollziehbar und welcher Politiker möchte nicht im Gesundheitssystem Qualität und messbare Größen? Doch wird menschliche Nähe und soziale Wärme jemals quantifizierbar sein?

Offensichtlich bemerken Viele nicht, auf welche Gefahr wir zusteuern: wenn das System der Einzelpraxen dem Monopolismus einiger weniger Konzerne weicht, wie groß ist dann deren Macht? Was Bertelsmann davon hat, unsere Bürger zu vermarkten? Nun, Frau Liz Mohn sitzt im Aufsichtsrat der Rhön Kliniken AG, dem größten privaten Klinikbetreiber in Deutschland. Und ich bin überzeugt, dass es noch tausend anderer gewinnversprechender Gründe gibt, mit denen sich die Bertelsmann AG dieses völlig neue, bisher geschützte Wirtschaftsfeld erschließen wird. Sei es durch Schriftmedien, Kommunikationsplattformen Fernsehprogrammen etc.

Interessant, fand ich auch die Rolle des Herrn Frank Knieps, der noch 2003 als AOK-Geschäftsführer vor einer Privatisierung der Gesundheitswirtschaft warnte, weil diese über kurz oder lang die Kosten in die Höhe schnellen lasse. Mittlerweile steht er auf der Referentenliste jeder Bertelsmannveranstaltung und sitzt im Bundesgesundheitsministerium als Verantwortlicher für die Umsetzung der Reformen.

Ich kann mir ein Zitat aus einem Interview von 1999 mit den „Verbrauchernews“ einfach nicht verkneifen, es ging um die Forderungen der Reformkommission Soziale Marktwirtschaft, gesponsert von der Bertelsmannstiftung: „Die Kommission ruft zur Abkehr von den tragenden Strukturprinzipien der sozialen Krankenversicherung auf… Gesundheit soll von den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Einzelnen abhängig gemacht werden. … Die Vorschläge der Kommission enthalten keine neuen und schon gar keine brauchbaren Gedanken zur politischen und finanziellen Stabilisierung der Krankenversicherung. Sie sind Blendwerk, weil sie Gesetze der Marktwirtschaft im Gesundheitswesen einführen wollen, die dort gar nicht gelten können.“

Bewundernswert, soviel fällt mir dazu ein, wie schnell gut dotierte Referentengehälter die Meinung nahezu um 180 Grad drehen können.

Nett ist auch die Geschichte mit der E-card, die von den Stiftungsgremien immer als Weg aus der Intransparenz und dem angeblichen Mangel an Kommunikation zwischen den medizinischen Leistungserbringern hochgehalten wird. Obwohl sich alle Ärzteverbände dagegen aussprechen, weil die E-card eindeutig ein Eingriff in die ärztliche Schweigepflicht und die Individualität des einzelnen Bürgers ist, betreibt das Bundesgesundheitsministerium weiter deren Einführung.

Beauftragt, für ein Volumen von vorrausichtlich 1,9 Milliarden Euro ist der Konzernteil Arvato. Es ist übrigens müßig zu nennen, dass dieses Unternehmen zusammen mit dem Verlag Gruner + Jahr und dem Springer Konzern das modernste Druckzentrum Europas Prinovis hält. Je tiefer man sucht, desto öfter findet man die Verquickung der selbsternannten Eliten, die uns in Wirklichkeit regieren.

Ich gebe zu, gar nicht tiefer gestöbert zu haben, denn eigentlich wollte ich ja nur die Frage klären, warum unsere Situation ist, wie sie ist. Ich habe auch bei Frau Springer und ihrem ganzen Konzern keine offizielle Beteiligung an den großen Klinikkonzernen gefunden, deshalb kann ich mir letztendlich nur vorstellen, dass entweder entsprechender Aktienbesitz oder die multiplen Verwebungen mit dem Bertelsmann Konzern der Grund sind, warum sich die Springerpresse so mitschuldig macht an der Vernichtung der ambulanten Patientenversorgung durch niedergelassene Ärzte.

Abschließend möchte ich noch einmal kurz zusammenfassen:


Krankenhäuser machen politisch gewollte Defizite, werden an Klinikketten verkauft.
Niedergelassene Ärzte verdienen politisch gewollt so wenig, dass der Nachwuchs ausbleibt. Sie werden durch MVZ ersetzt, die zu guter letzt ebenfalls den Klinikkonzernen gehören werden.
Die medizinische Versorgung unseres Landes liegt dann nicht mehr in der Verantwortung von Ärzten, sondern von Konzernen.
Monopolstrukturen und die Lenkung der Patientenströme garantieren bei einer überalterten Bevölkerung eine geradezu utopische Ertragssituation.
Ärztliche Standestraditionen werden dem reinen Streben nach Ertrag geopfert werden. Die gesundheitspolitische Landschaft wird sich von Grund auf radikal verändern und entsolidarisieren.
Die Ursache liegt nicht in dem Wunsch der Bevölkerung, sondern in der geschickten Manipulation der Regierung durch hochpotente Lobbyisten, die die Macht haben, über das Schicksal der Politiker zu verfügen.
Ich weiß, dass ich Ihnen hier viele Fakten und Daten zugemutet habe, aber ich verspreche Ihnen, dass es sich hierbei nur um die absolute Spitze des Eisberges handelt. Ich könnte die Entstehung der Hochschulgebühren oder die Beeinflussung der Schulpolitik nennen, ich könnte die Agenda 2010 der rot-grünen Regierung nennen, die in all ihren Details nahezu komplett aus der Feder der Bertelsmannstiftung stammt.

Ich empfehle Ihnen nur einmal, in Ihre Suchmaschine die zwei Schlagwörter „Bertelsmann“ und „Kritik“ einzugeben und Sie finden eine derartige Fülle an Informationen, wie dieser Konzern Deutschland fest im Griff hat und seine Bevölkerung zu Schafen degradiert, deren Wolle reichlich Gewinn abwirft. Dabei ist es völlig unwichtig, ob man ein Arbeitsschaf, ein Landtagsschaf oder ein Bundestagsschaf ist, die gesamte Bevölkerung trägt dazu bei, den Nachschub an Wolle zu liefern.

Ich weiß nicht, wie wir alle es verhindern können, dass Gesundheit zu einer profitablen Beute für die mächtigen Konzerne werden wird, nur haben wir Ärzte generell eine nicht kontrollierbare Kommunikationsplattform, nämlich unser Wirken vor Ort, bei den Bürgern. Informieren Sie sich erst mal selbst, machen Sie sich ein eigenes Bild, bevor Sie mir alles glauben.

Betrachten Sie die Medien einmal unter dem neu gewonnenen Aspekt der Unfreiheit und Manipulation. Wenn wir uns der Hintergründe bewusst werden, sieht man auch, wie unwichtig eigentlich die Streitereien der Berufsverbände sind, wie sensationell allerdings der Protest der Hausärzte in Bayern war.

Ich habe noch so viele Fragen, die ich Sie alle bitte zu beantworten, z.B. welche Rolle spielen die Krankenkassen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese sehenden Auges in eine Zwangssituation laufen wollen, in der sie ausgemolken werden wie nie zuvor. Auch ist es doch höchst fragwürdig, ob man überhaupt dann noch Krankenkassen benötigt: wenn ohnehin die Versorgung monopolistisch in den Händen der großen Konzerne liegt, ist es wohl zu erwarten, dass man seinen Krankenversicherungsbeitrag unmittelbar dorthin überweisen wird.

Das ist in letzter Instanz das System des amerikanischen Konzerns Kaiser Permanente, mit dem unsere, hoffentlich getäuschte Gesundheitsministerin durchs Land zieht und das auf allen Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums so überzeugt angepriesen wird.

Wie ist das mit Healthways, sind die so klug, dass sie die Vermarktung unserer Republik bereits erkennen und ähnlich einem Bohrteam die besten Pfründe sichern wollen? Oder besteht hier eine Übereinkunft mit der Bertelsmann AG, für die es ein leichtes wäre, die Bevölkerung gegen diesen potentiellen Gegner aufzubringen? Geben Sie mal „Atlantikbrücke“ in ihre Suchmaschine ein, erweitert den Horizont erheblich.

Ich habe Angst vor dieser ganzen Verstrickung und erst recht vor dem Gedanken, in einem Land zu leben, das längst in den Händen von Konzernen ist. Ich kann nur diese Ergebnisse meiner Recherche darstellen und allen verantwortungsvollen Bürgern erklären, in der Hoffnung, dass dadurch eine Diskussion angeregt wird, in allen Bereichen des täglichen Lebens.

Ich kann als Arzt Menschen nicht verändern, ich kann als Arzt aber die Menschen informieren über Gefahren, die in ihrem Verhalten gründen, kann sie warnen und versuchen, über die Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären. Das Internet scheint mittlerweile der einzige Weg, Informationen noch ungefiltert austauschen zu können. Ich lade Sie alle ein, mitzusuchen, mitzustöbern, die Geschichte publik zu machen.

Zeigen Sie diese Zusammenfassung gerne allen interessierten Menschen, Journalisten und Entscheidungsträgern, die sich längst fragen, woher das Gefühl kommt, in diesem Staat nur noch ein Wirtschaftsgut zu sein, die sich tagtäglich die Frage stellen, warum das Leben hier immer weniger schön ist. Zeigen Sie diese und Ihre eigenen Erkenntnisse den Menschen, die Macht und Einfluss haben, diskutieren Sie, ob diese Allmacht gewollt ist, oder so schleichend entstanden ist, dass sie einfach übersehen wurde. Vertreten Sie ein Menschenbild, das mehr ist, als die RTL-Vision von Superreichen und armen Bürgern, die sich bei DSDS für uns zum Idioten machen.

Die weitestgehende Anspruchslosigkeit unseres Medienangebots zeugt meiner Meinung nach deutlich von dem Respekt, den die Regierenden vor uns haben. Wenn wir nach all den Gesprächen dann gemeinsam erkennen sollten, dass diese Entwicklung unveränderbar ist und in Zukunft der Weg unserer Gesellschaft in diese Richtung führen soll, muss jeder selbst wissen, ob er dort leben will oder nicht. Nur wissen sollte jeder, warum alles so abläuft.

Hinterfragen Sie, warum ein Mann wie Horst Seehofer, obwohl er die Türen geöffnet hat für diese Politik, heute in der Passauer Neuen Presse als scharfer Kritiker des Neoliberalismus zitiert wird und erinnern Sie sich, bei aller Fragwürdigkeit, warum er gerade vor der Bewerbung zum CSU-Vorsitz durch die Medien geprügelt worden ist. Dieses Schicksal droht allen Abtrünnigen und natürlich habe auch ich persönlich echte existentielle Angst vor den Auswirkungen dieses Dossiers.

Die Lösung des Problems der Rettung unseres Gesundheitssystems wäre einfach: würde man den Beruf des selbstständigen Arztes wirklich wieder attraktiver machen, würde diese Berufsgruppe immer ein mächtiges Kontrollorgan und einen Gegenpol zu der Konzernpolitik darstellen, zumindest solange, bis man uns auch korrumpiert hat.

Die grundsätzliche Beurteilung der derzeitigen Lage unserer Nation überlasse ich sehr gerne anderen, denn die werden dafür bezahlt. Es ist wichtig, dass der Staat sich wieder seiner Verantwortung für den einzelnen Bürger bewusst wird und nicht für den Bürger in der Definition des Neoliberalismus.

Machen Sie sich Gedanken und, was mich freuen würde, überzeugen Sie mich, dass ich mich irre, dass alles, was ich heute hier verfasst habe nicht wahr ist und das Hirngespinst eines Spinners, Sie könnten mir keine größere Freude machen.

Der Artikel steht zur freien Verfügung und darf unter Nennung des Autors verwendet werden.

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Lopez Suarez
08.06.2009, 11:11
Von Julie (http://juliehamburg.wordpress.com/) | Mein Politik-Blog (http://juliehamburg.wordpress.com/2009/06/07/was-derzeit-wirklich-geschieht-%E2%80%93-teil-2/#more-10127) | - Die zahllosen Antworten und die überwältigende Unterstützung als Reaktion auf meinen ersten Text haben mir klar gemacht, dass ich mit meinem Empfinden so weit nicht weg bin von der tatsächlichen Entwicklung in unserem Land und den echten Sorgen unserer Bürger. Die Grundhaltung, diesen zweiten Teil zu schreiben, ist eine gänzlich andere als beim ersten Mal:



Teil 1 kannst Du hier nachlesen: Was derzeit wirklich geschieht – Teil 1 (http://womblog.de/2009/06/08/was-derzeit-wirklich-geschieht-teil-1/)

 

Von Jan Erik Döllein, Allgemeinarzt

Wenn es Anfang Februar 2008 noch so war, dass ich mir eine Türe aufgeschlossen habe und panikartig eine erste Meldung an alle Betroffenen ausrufen wollte, so sitze ich nun seit Wochen starr vor dem gesamten Blick in einen Raum, den ich nicht vollständig beschreiben kann. Seit Wochen weiß ich, dass ich diesen Text verfassen muss, aber während ich im Bezug auf unser Gesundheitswesen noch relativ klar die paar Fakten ordnen konnte, fällt es mir umso schwerer, Struktur in die Ausmaße der Entdemokratisierung in Deutschland zu bekommen.

Ein gewogener Journalist hatte den Umfang meines ersten Textes kritisiert: Die Menschen könnten einfach keine längeren Schriftstücke mehr lesen, sondern würden plakative kurze Schlagworte benötigen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Nun, ich glaube, es wird uns allen in Zukunft nicht erspart bleiben, wieder mehr zu lesen, wenn wir verstehen wollen, was in Deutschland, in Europa und in der Welt derzeit passiert und auch dieser Aufsatz ist wieder lang. Für die Querleser trotzdem eine kurze Zusammenfassung:


Die Grundstruktur unseres Landes wurde und wird komplett verändert. An die Stelle einer sozialen Marktwirtschaft tritt die Politik des Sozialdarwinismus, der die Schwachen noch schwächer und die Starken noch stärker machen soll.
Die im Grundgesetz verankerte parlamentarische Demokratie bleibt wie eine Fassade davor stehen und dient allein dazu, den Strukturwandel unseres Landes zu überwachen und Verstöße zu verfolgen. Dem einzelnen Bürger dient sie immer weniger.
Die selbsternannten Eliten unseres Landes bestimmen diese Veränderung über mächtigen Lobbyismus, der in allen Bundesministerien zuhause ist, der die wenigen politischen Entscheidungsträger konsequent führt oder bei Zuwiderhandlung zerstört. Viele Lobbyisten arbeiten direkt als „Leihbeamte“ in allen Ministerien und stellen die Weichen für ihre Arbeitgeber.
Das Ziel ist die komplette Vermarktung des Bürgers sowie dessen Kontrolle in allen Lebensphasen und die Umwandlung zu einem gefügigen Angestellten der Firma Deutschland.
Soziale Wärme, Solidarität und Gerechtigkeit werden als Hemmnis dieser Entwicklung verstanden und sollen zerstört werden.
Diese Politik betrifft nicht nur Deutschland, auch wenn wir es wieder am perfektesten veranstalten, sondern die ganze Welt und sie drückt aus, was wirklich unter dem Begriff der „Globalisierung“ zu verstehen ist.
Sie sehen, dass ich mich eigentlich sehr weit von der Kritik an unserem Gesundheitswesen wegbewege, weil ich erkannt habe, dass es nichts bringt, langwierig über den Juckreiz zu diskutieren, wenn ein Patient eigentlich Lepra hat.

Trotzdem werde ich nachher noch einiges über „unser“ Symptom schreiben, damit Ihnen die Einordnung vieler Dinge leichter fällt. Es ist an der Zeit, dass ein Berufsstand wie der des Arztes, der Tag für Tag eine große Verantwortung für Leib und Leben seiner Patienten übernimmt, anfangen muss, auch wieder politischer zu denken, wenn er seinem Auftrag gerecht werden will.

In zahlreichen Emails und Briefen wurde ich gefragt, ob ich nicht der CSU den Rücken kehren wolle, wo ich doch solche „linke“ Ansichten verkörpere und Mitglied einer Partei sei, die den Machtverfall der Politik so aktiv vorangetrieben habe. Zuallererst muss ich dazu Horst Seehofer zitieren, der gesagt hat, sozial denken habe nichts mit links oder rechts zu tun, sondern nur mit vernünftig denken. Zum anderen bin ich sowohl christlich, als auch sozial und überdies durchaus wertkonservativ. Ich fühle mich nicht unwohl in meiner Partei und nach meinem Text wurde ich auch in keiner Weise geschnitten oder gebrandmarkt. Die Thematik, mit der ich mich beschäftige, ist verbindlich für jeden Menschen demokratischer Gesinnung und muss uns allen als Anstoß zur Diskussion dienen.

Es wäre zu leicht, einer einzelnen Partei die Verantwortung zu geben, an den massiven gesellschaftlichen Veränderungen. Glauben Sie mir, in Bezug auf den Ausverkauf unseres Landes, hat sich keine der großen Volksparteien mit Ruhm bekleckert: Es war die Regierung Helmut Kohl, die das kommerzialisierte Fernsehen einführte und damit den Neoliberalismus Boden gewinnen ließ, es war die Regierung Schröder, die dieser menschenverachtenden Denkweise u.a. durch die Agenda 2010 institutionelle Gewalt gab und nun macht eben die große Koalition unter der Kanzlerin Angela Merkel weiter damit, indem sie die Privatisierung auf Lebensbereiche ausdehnt, die eigentlich des staatlichen Schutzes bedürfen.

Auch die Grünen haben spätestens durch Oswald Metzger als Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und durch Joschka Fischer ihren Schafwollpullover mit dem Nadelstreifenanzug getauscht. Ich bin ohnehin überzeugt davon, dass es den Drahtziehern der deutschen Wirtschaft letztendlich völlig egal ist, wer unter ihnen Kanzler ist, denn salopp formuliert, sitzen alle vermeintlichen Entscheidungsträger gemeinsam im Warenkörbchen der neoliberalen Wirtschaftsführer.

Es gab in den letzten Wochen viel wichtiges zu lesen für mich: Angefangen mit den wenigen Werken über Bertelsmann und die Mohns, dann habe ich mich intensiver mit dem Neoliberalismus und einem seiner Begründer F.A. von Hayek befasst, der für diese „Glaubensrichtung“ sogar den Nobelpreis bekommen hat. Ich habe „Die Reformlüge“ und „Machtwahn“ von Albrecht Müller gelesen, sehr beeindruckend fand ich „Der Deutschlandclan“ von Jürgen Roth und schlussendlich war „Der gekaufte Staat“ von Adamek/Otto die beste Erklärung für die aktuellen Vorgänge.

Daraus ergab sich für mich ein vorerst schlüssiges Bild, das ich Ihnen mit diesem neuen Text vermitteln möchte. Verstehen Sie meine Argumente und Hinweise wie beim ersten Mal bitte nur als Anstoß, sich selbst ein Bild zu machen und über meine Ergebnisse zu diskutieren. Glauben Sie mir nicht einfach, was ich schreibe, sondern bohren Sie selbst nach. Denn gerade darin sehe ich eine der entscheidenden Möglichkeiten, unsere Politik zum Einlenken zu bewegen, indem wir mit den einzelnen Entscheidungsträgern vor Ort ein Gespräch führen über die Situation in unserem Land, über das Empfinden der Bürger.

Beurteilen Sie die Politiker nach ihrem Menschenbild und nach deren Auffassung vom Staat. Resignation und Politikverdrossenheit sind schlicht und ergreifend von unseren Medien und der volksfremden Politik der Konzerne verursacht und düngen den Boden, auf dem der schleichende Umbau unseres Landes entstehen kann. Und den meisten Amtsinhabern sind die Verhältnisse hinter den Kulissen wirklich kaum bekannt.

Obwohl der Neoliberalismus schon Jahrzehnte als Gesellschaftsidee besteht, fristete er seit dem Krieg eher ein Schattendasein, denn grundsätzlich stand bis in die 90er Jahre das Gebot der sozialen Verantwortung des Staates und die Übernahme grundsätzlich staatserhaltender Infrastruktur im Vordergrund. Mit den Steuern finanziert der Staat öffentliche Einrichtungen, die für alle da sind, er unterstützt die sozial Schwachen und fördert Entwicklungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft, die unser Land voran bringen sollen.

All diese Eingriffe bezeichnen die Neoliberalen als Markt hemmend, denn „der Markt“ soll das allein selig machende Prinzip nicht nur unserer Wirtschaft, nein, vielmehr auch unserer gesamten Gesellschaft sein. Angebot und Nachfrage sollen bestimmend sein, der Stärkere hat mehr Wert als der Schwächere und der Staat soll sich, bis auf die Sicherung der Vermögensverhältnisse, aus der ganzen Angelegenheit raushalten.

Von Hayek bezeichnete unter anderem „soziale Gerechtigkeit als keine Gerechtigkeit, soziales Gewissen als kein Gewissen…“. Im Grunde propagiert der Neoliberalismus ein sehr darwinistisches Gesellschaftsbild des „survival of the (financial and intellectual) fittest“ und beschreibt eine Gesellschaftsform, in der eine kleine Elite über die große, dumm gehaltene Volksmasse herrscht. Das funktioniert in den Vereinigten Staaten bereits besser, Deutschland „krankt“ glücklicherweise noch an seinem erheblich fundierterem Bildungssystem, ist aber schon stark in dieser Richtung unterwegs. Nicht umsonst ist gerade ein Buch mit dem Titel „Generation Doof“ erschienen, das sich zwar relativ platt, aber dennoch pointiert mit dem Phänomen des zunehmenden Wissensverlustes unserer Bürger auseinandersetzt.

Das Problem unserer, vor allem jüngeren Generationen, ist, dass sich über den Einfluss des kommerziellen Fernsehens und dessen vermeintlicher Spektakularität eine sehr angenehme Mentalität des Konsumierens breit macht, man setzt sich vor den Fernseher und schluckt, in mundgerechten Happen, was Redakteure für uns alle vorbereiten. In der Informationsflut gibt es kaum Widersprüche und nur selten werden verschiedene Diskussionsansätze fair gegenübergestellt.

Es werden künstlich Idole geschaffen, um die sich das Tagesgespräch dreht und grundsätzliche Probleme wie Gesellschaftsentwicklung, Preissteigerungen, Verarmung und Werteverlust werden, zwar empört, jedoch immer von der großen, unbekannten Globalisierung verursacht, dargestellt. Und wir haben das immer so akzeptiert und geglaubt.

Spätestens seit die Phönizier auf ihren Schiffen herumsegelten und Handel trieben, gab es den Effekt einer Globalisierung, eines Zusammenwirkens verschiedener Länder mit unterschiedlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen. Natürlich hat sich durch die moderne Welt einiges verändert, natürlich konkurrieren wir mit den anderen Weltmärkten und natürlich können die teilweise billiger produzieren, weil die Lohnkosten dort niedriger sind. Das ist aber nichts wesentlich neues seit mehr als 100 Jahren. Auf der anderen Seite bieten die Mutterländer der Industrialisierung eine Fülle von Standortfaktoren, die eben doch noch möglich machen, dass beispielsweise Deutschland Exportweltmeister ist.

Was ich aber nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass essentielle Strukturen unseres täglichen Lebens der Globalisierung unterworfen sein sollen:

Warum soll mein Kind jetzt dann in einen privatisierten Kindergarten gehen? Warum muss die Gesundheitsversorgung unserer Bürger nicht mehr von freien Ärzten sondern von Konzernen ausgeübt werden? Warum sollen Schulen von Konzernen und nicht von den Kommunen verwaltet werden? Warum sollen diese Kommunen von privaten Betreibern organisiert werden (Würzburg lässt grüßen)? Was gewinnt ein Gymnasiast, wenn er den Lernstoff von neun Jahren in acht Jahren lernen soll? Und was verliert ein Schüler durch diesen deutlich erhöhten Druck gerade in dieser bewußtseinsprägenden Zeit der Pubertät?

Warum müssen Studenten, in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland für ihre Ausbildung zahlen? Wo doch Wissen und Bildung das einzige Pfund sind, mit dem wir nachhaltig wuchern können. Warum müssen Kommunen und der Staat ihren ganzen Besitz verkaufen, nur um ihn danach wieder teuer mieten zu können? Dabei handelt es sich doch nur um eine völlig unbillige Methode, dem einzelnen Bürger höhere Kosten zu übertragen und damit Starke noch stärker zu machen. Und was bleibt eigentlich vom Staat übrig, wenn er sich nicht mehr um die Bildung und die Erziehung, nicht mehr um die Kranken und Schwachen kümmert?

Mit dem Weltmarkt hat das überhaupt nichts zu tun. Warum brauchen wir, „in den Zeiten der Globalisierung“ einen zentralen Server, der alle Gesundheitsdaten der deutschen Bürger speichern kann? Das bedeutet ja diese so genannte E-Health-Card, auch wenn einem immer der Eindruck vermittelt werden soll, die Daten würden sich nur auf der Karte befinden, was schlimm genug wäre. Diese E-Health-Card soll aber letztendlich ein Passwort enthalten, mit dem jedem, der autorisiert ist, Zugriff auf alle Daten gestattet wird, die zu einer Person auf dem Zentralspeicher erfasst sind.

Und wie blauäugig sind unsere Politiker, dass diese Daten auf Dauer sicher sind? Wie viel würde die Industrie einem Systemadministrator wohl für eine Liste der Diabetiker oder der Inkontinenten zahlen? Gibt es heute überhaupt ein Computersystem, das vor Hackern sicher ist? Mit dieser E-Card öffnet unsere Regierung eine unglaubliche Büchse der Pandora und der Leidtragende ist allein der Bürger und dessen persönliche Unversehrtheit.

Vergessen wir auch nicht die mögliche Vorgehensweise, dass ursprünglich relativ sichere Gesetze über die Zeit zunehmend aufweichen und in diesem Falle vielleicht Versicherungen, Banken oder der Pharmaindustrie den Zugriff erlauben. Und an dem allen soll die „Globalisierung“ schuld sein? Sie erkennen beim Lesen sicherlich einerseits die Dimension, aber andererseits auch die Unverfrorenheit, mit der man eindeutig versucht, den Bürger schlichtweg zu täuschen.

Ein weiterer, vormals in rein staatlicher Hand liegender Bereich ist die Rentenversicherung: mit schlafwandlerischer Sicherheit bestehen alle Wissenschaftler und Politiker darauf, dass unsere Gesellschaft ja hoffnungslos überaltert. Alle wissen jetzt bereits, wie viele Menschen 2020 geboren werden und darum müssen jetzt schon alle fleißig ihren Obolus an private Konzerne entrichten, um angeblich im Alter noch ein Auskommen zu haben. Die Einnahmen der Versicherungsgesellschaften sind enorm.

Albrecht Müller schreibt in seinem Buch „Die Reformlüge“ recht deutlich, dass sich all diese Daten auf eine Studie in den 90er Jahren beziehen, die durchaus mehrere Varianten anbot, von denen allerdings nur die Überalterung fortan propagiert worden ist. Zurzeit haben wir ein Bevölkerungswachstum wie 1972 und wenn in Zukunft wirklich irgendetwas schuld sein sollte an der Überalterung unseres Landes, dann sind es die niedrigen Einkommen und die erheblichen Arbeitsplatzunsicherheiten, die aus dem Umbau unseres Gesellschaftsgefüges entstehen und die es Familien schlichtweg nicht mehr ermöglichen, mehrere Kinder großzuziehen. Aber diese sollen ja ohnehin in den Kindertagesstätten der Konzerne aufwachsen, womit sich der Kreis wieder schließt.

Es gibt in der Volkswirtschaft so eine nette Berechnung, die ein gewisser Herr Mackenroth bereits in den 50er Jahren erstellt hat: Das so genannte Mackenroth-Theorem besagt schlicht und ergreifend, dass im Falle einer Überalterung der Gesellschaft weder eine umlagenfinanzierte (die Jungen zahlen für die Älteren) noch eine kapitalfinanzierte Rentenversicherung funktionieren kann. Wenn es also wirklich, was ich bezweifle, zu einer erheblichen „Vergreisung“ Deutschlands kommen sollte, gibt’s auch keine ordentliche Rente aus Riester und Rürup, die aktuellen Zahlungen würden nur die Versicherungsunternehmen reich machen, der zukünftige Rentner hätte nichts davon.

Insgesamt bleibt also zu hoffen, dass sich die Bevölkerung so normal weiterentwickelt, wie bisher, dann wird uns das nur als gelungene demographische Veränderung durch die Politik unseres Staates verkauft werden und man bekommt sein Geld im Alter…das man allerdings dann gleich wieder den Konzernen zurückzahlen darf, denn die Altersheime sind ja auch längst Spekulationsobjekt (z.B. Curanum AG, derzeit 66 Altersheime, nahezu nur im Besitz von Investorgesellschaften).

Was geht hier in unserem Land vor? Wie kann es sein, dass Wirtschaftsunternehmen derartig zügellos in vormals gemeinnützige Bereiche einbrechen dürfen, uns eine lebenslange Zahlstrecke auferlegen können, ohne von den Instanzen unseres Staatswesens in Ihre Bahnen verwiesen zu werden? Ich kann mich heute als Bürger frei entscheiden, ob ich Wasser, Bier oder Cola trinke, aber welche Entscheidungsfreiheit habe ich, wenn der einzige Kindergarten in meinem Ort einem Konzern gehört, wenn die einzige Möglichkeit der medizinischen Versorgung bei einem Konzern liegt, wenn die Schule, in die ich meine Kinder schicke, einem Konzern gehört oder wenn ich mein Studium nicht mehr nach meinen intellektuellen, sondern nach meinen finanziellen Möglichkeiten aussuchen muss?

Und, an die zahlreichen Hayek-Jünger die Frage gerichtet: Wenn unsere staatliche Verantwortlichkeit nicht marktkonform ist, wie marktkonform sind eigentlich Monopole?

Dies ist, meiner Ansicht nach, leider der Dreh- und Angelpunkt, der die neoliberale Scheinwelt zum Wanken bringt, von Markt kann man nicht sprechen, wenn es nur wenige Anbieter gibt. Meinen Sie, die Preise würden so anziehen, wenn es in Deutschland 500 unabhängige Stromanbieter gäbe? Meinen Sie, die Kosten in unserem Gesundheitswesen werden niedriger, wenn die Versorgung unmittelbar oder mittelbar in den Händen Weniger liegt? Meinen Sie, das mediale Einerlei würde in Deutschland solchen Raum greifen, wenn die Sender und Printmedien in einem echten Konkurrenzkampf stünden?

Das ist das Problem unserer Zeit, immer mehr Bestandteile unseres täglichen Lebens gehören immer weniger Besitzern. Ich kann das gerne in verschiedensten Bereichen tolerieren, bei Gütern, die mir, wie bei den oben genannten Getränken freie Entscheidung lassen, aber in keinem Fall dürfen Grenzen überschritten werden, die die Individualität des Einzelnen verletzen, die das Leben und Überleben des einzelnen Bürgers als Wert in die Hände von Kapitalgesellschaften überantworten.

Wie kann man als Volksvertreter ernsthaft den Verkauf der Wasserversorgung diskutieren? Oder der Bundesdruckerei, in der unsere Passunterlagen liegen und alle persönlichen Daten gespeichert werden, in der die Tabakzeichen und die Briefmarken gedruckt werden, natürlich auch die deutschen Euronoten und Visa. Hoppla, die ist leider schon verkauft, im Jahr 2000 an den Private Equity Fond Apax für eine Milliarde Euro, wobei 250 Millionen erst mal bis 2010 gestundet sind und 450 Millionen Euro von der hessischen Landesbank geliehen wurden.

Der Fond leitet die Bundesdruckerei gleich weiter an die Authentos GmbH, einem Portfolio-Unternehmen der Apax Gruppe, das dann pleite gewesen wäre, hätten alle Gläubiger (Hessische Landesbank, Bund) sich nicht auf einen Zahlungsverzicht geeinigt. Daraufhin kommen zwei neue Investoren ins Spiel, die unsere Bundesdruckerei schließlich für einen Euro übernehmen und sanieren. Ich dachte nur, das könnte Sie interessieren, falls Sie sich demnächst wieder mal einen Personalausweis oder Reisepass machen lassen…

Leider sind diese Ausverkaufsphänomene allerorten zu beobachten, die Grundidee ist folgende: Wenn der Staat ein Unternehmen hat, das Kosten aufwirft, aufgrund der gemeinnützigen Ansätze aber oft nicht kostendeckend ist, verkauft man es einfach an private Investoren, die dadurch eine einmalige Summe an den Staat zahlen und dann die Leistungen über Zeit wieder an den Staat und an den Bürger zurückverkaufen.

Wenn ich ein Haus habe, das mit Schulden belastet ist, verkaufe ich es einfach an jemanden und bleibe zur Miete. Das entlastet zwar momentan meine Haushaltskasse, weil ich aber zur Miete wohne, gehört mir langfristig gar nichts und wenn der Besitzer mal Eigenbedarf anmeldet, muss ich raus. Ich meine, dass man hierbei durchaus betriebswirtschaftlich und nicht volkswirtschaftlich denken muss.

Natürlich kann man alles vertraglich regeln, natürlich hat das kurzfristig Vorteile für die Finanzen des Staates, aber, bitte vergessen Sie nicht die Belastungen für die nachfolgenden Generationen. Wir sind das Volk und der Staat gehört uns, nicht irgendwelchen Politikern, die sich in ein paar Jahren zur Ruhe setzen können. Dieses Empfinden als Volksvertreter scheint den Entscheidungsträgern mehr und mehr abhanden gekommen zu sein und die, die anders denken, werden im Rahmen der Parteiräson schon gefügig gemacht. „Nur nicht nachdenken“ so scheint zu gelten, sonst hat man keine Chance in der politischen Hierarchie. Kann’s das schon gewesen sein?

Wie soll es weitergehen, wenn die Sahnestückchen verkauft sind? Momentan brüsten sich unsere Politiker mit dem Verkauf von Teilen der Deutschen Bahn, was kommt als nächstes? Wie wäre es, den Reichstag zu verkaufen und als Mieter einzuziehen? Oder wir verkaufen die Bundeswehr (ÖPP Herkules als Einstieg) und die Polizei an einen privaten Träger, im Falle eines Krieges oder bei Unruhen steigen zwar die Kosten, aber in unserem Land wird das schon nicht passieren und die Strafverfolgung könnten die Unternehmen auch noch besser steuern als bisher (Grüße an Jürgen Roth).

Eine besonders lästige Institution, das Bundesverfassungsgericht, könnte man doch an ein Investorenkonsortium verkaufen, das sich dann für passende Urteile entlohnen lassen könnte, vom Kläger und vom Staat. Oder die Bundestagswahlen: deren Durchführung könnte man doch an den privaten Betreiber Arvato vergeben, die Wahlergebnisse wären dann für den Abonnenten schon zwei Tage vor der Wahl auf der entsprechenden Homepage abrufbar.

Haben Sie eigentlich den Eindruck, dass die Staatsverschuldung durch diese ganzen Privatisierungen merklich zurückgegangen ist? Dass hier jetzt Gelder frei geworden sind, mit denen man die Zukunft unserer Bürger verbessern kann? Letztendlich kritisiert der Bundesrechnungshof, dass die Erlöse aber nicht zur Entschuldung benützt werden, sondern nur, um den laufenden Haushalt zu finanzieren, damit man bis zu einem Jahr x keine Neuverschuldung mehr macht. Die Mehrausgaben werden letztendlich offenbar einfach auf die Bürger abgewälzt. Und das in einer Zeit der stagnierenden Löhne und eines, durch die Eurozone entstandenen „Teuro“.

Nennen Sie mir eine, ursprünglich gemeinnützige staatliche Einrichtung, von deren Privatisierung, von deren Qualität und unternehmerischer Führung der Bürger und der Staat profitiert haben. Die gibt’s doch sicherlich, bitte sagen Sie mir welche, habe grad keine gefunden.

Ich glaube, mittlerweile sollte klar geworden sein, dass hinter dieser politischen Entwicklung leider nicht mehr das gesamtgesellschaftliche Verantwortungsgefühl von konservativen oder sozialdemokratischen Volksvertretern steckt, sondern nur noch das, politisch sehr ökumenische, Gewinndenken des Geldmarktes. Und da kommen unsere „Eliten“ ins Spiel, deren elitäre Eigenschaft leider nur im finanziellen Reichtum zu bestehen scheint, denn weder im ritterlichen Schutz für den Schwächeren noch im Fühlen für unser Gemeinwohl kann ich hier besondere Stärken entdecken.

Sascha Adamek und Kim Otto stellen in ihrem Buch „Der gekaufte Staat“ derart grandios dar, an was unser Staat derzeit krankt: Der damalige Bundesinnenminister Otto Schily, der nach wie vor keine Angaben über die Nebeneinkünfte während seiner Amtszeit macht, hat zum Beginn des Jahrzehntes das Programm „Seitenwechsel“ angestoßen, das es Mitarbeitern von Konzernen ermöglicht, als Leihbeamte in allen Ministerien an Gesetzesentwürfen und Verhandlungen teilzunehmen. Es wurde uns als „Moderner Staat“ oder „Schlanker Staat“ verkauft.

Wie gerne würden wir normale Bürger unsere Steuerbescheide selbst festlegen und wie gerne unsere eigenen Bauvorhaben selbst genehmigen. Nun, den Konzernen war vergleichbares ab diesem Zeitpunkt völlig legal möglich und es wurde allerorten reichlich ausgenützt, um Weichen zu stellen. Die meisten Abgeordneten hatten davon kaum Kenntnis.

In Bezug auf das Bundesgesundheitsministerium arbeiten derzeit „Fremdarbeiter“ folgender Organisationen: AOK, Bertelsmann Stiftung, DAK, Deutsche Bank, DLR, Techniker Krankenkasse, Werbe- und Vertriebsgemeinschaft Deutscher Apotheker. Ausführlich wird auch die Position von Frau Sophia Schlette von Bertelsmann dargestellt, deren eigentlicher Auftrag im Dunkel bleibt, die aber sehr nah an Ulla Schmidt hängt, deren Reden schreibt, die Außendarstellung koordiniert und sich als Reiseführerin durch die neue Welt der amerikanischen Gesundheitsindustrie engagierte.

Dagegen verblasst Claus Theo Schröder, der Staatssekretär im Bundes-Gesundheitsministerium fast, er war ja vormals nur ein wichtiger Mitarbeiter der Rhön Klinik AG. Sie erinnern sich, das ist dort, wo Prof. Lauterbach und Brigitte Mohn im Aufsichtsrat sitzen. Was ihn aber so interessant macht, ist die Tatsache, dass er gar nicht als Leihbeamter geführt wird, sondern ganz offiziell ein Bundesamt bekleidet und aus Steuergeldern finanziert wird. Wie groß ist wohl die Anzahl der Mitarbeiter in allen Ministerien, die wir direkt bezahlen, die eigentlich aber anderen Herren dienen?

Insgesamt sollen seit 2000 über 300 Mitarbeiter von Konzernen in den Ministerien mitgearbeitet haben, was auch der Bundesrechnungshof kürzlich angeprangert hat. Diese Infiltration bezieht sich auf alle Lebensbereiche unserer Bürger und wie durch Termiten wird das vormals robuste Blockhaus unserer Demokratie zerfressen. Diese Termiten haben auch den Heuschrecken per Gesetz die Tore weit geöffnet in unser Land, denn bis 2001 und entsprechenden rot-grünen Gesetzesänderungen waren wir weitgehend geschützt davor. Bei diesen Tierbildern sollten wir übrigens nicht vergessen, dass es sich dabei immer um Menschen handelt, Menschen mit einem Auftrag und einem Antrieb.

Übrigens scheint dies in der EU-Kommission noch viel schlimmer zu sein, wo die „deutsche Idee“ teilweise bereits dazu geführt hat, dass mehr Lobbyisten als Beamte an Planungen teilnehmen. Irgendwie fragt man sich wirklich, ob es denn überhaupt kein Amt oder eine Regierungsstelle gibt, die diese unglaubliche Fremdbeeinflussung unserer politischen Entscheidungen ahndet, die prüft, ob nicht die wegweisenden Entscheidungen der letzten Jahre Unrecht waren.

Eine zentrale Aufgabe in dieser Zerstörung unseres Staatsgefüges nimmt die Bertelsmann Stiftung ein, die ich derzeit gerne als MiniWar bezeichne, als Ministerium für Wahrheit. Dazu muss man „1984“ von George Orwell gelesen haben.

Um die ganzen Aktivitäten der „Eliten“ koordinieren zu können, werden deutschland- und europaweit Kongresse, Symposien, Arbeitsgruppen und ähnliches organisiert, es werden Preise für Linientreue verliehen und Studien konstruiert, die Ungläubige überzeugen sollen. Die unglaubliche Medienmacht wird dazu genutzt, uns den Wert des Geldes permanent nahe zu bringen, indem man uns die ganz Reichen und die ganz Armen zeigt. Die Ideologie dahinter besagt, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, was die Gesellschaft natürlich entsolidarisiert und uns erlaubt, diesen Satz hämisch den Schwachen an den Kopf zu werfen. Glück ist hierbei übrigens immer gleichbedeutend mit Geld.

Ob sich eigentlich Frau von der Leyen, unsere Familienministerin, viel Glück an Tantiemen verdient hat, als Sie mit Frau Liz Mohn zusammen „Familie gewinnt“ veröffentlicht hat? Und wie viel musste sie schmieden, dass die Kindergärten nun den Konzernen überantwortet werden dürfen? Kaufen wird dieses Buch wohl kaum jemand, zumindest gibt’s auch ein Jahr nach Erscheinen noch keine Leserkritik bei Amazon.

Ich könnte hier noch etliche Beispiele anführen, wie sich unsere Politiker und unsere Konzernlenker tagtäglich um den Amboss raufen, um das Glück des jeweilig anderen zu schmieden. Ich will nur den Querleser nicht komplett vergrämen und die Fälle findet man ohnehin zuhauf in den oben genannten Büchern, die jedem zugänglich sind.

Als Reaktion auf meinen ersten Text, der irgendwie anders als dieser war, wurde ich oft gefragt, was man denn jetzt tun kann. Herrgott, das weiß ich doch auch nicht, aber ich will Ihnen meine grundsätzliche Meinung nicht vorenthalten:

1. Lesen, Lesen, Lesen, Lesen: Bitte beschränken Sie Ihre Lesegewohnheiten nicht auf den Mainstream der Illustrierten. Diese sind zu großen Teilen wirklich nahezu aus einem Guss. Es ist dabei fast egal, ob es ein vermeintlich kritisches Blatt wie „Der Spiegel“ ist oder „Die Frau im Spiegel“. Nahezu alle Zeitschriften mit bundesweiten Auflagen befinden sich in den Händen ganz weniger Menschen (Bertelsmann, Springer, Burda, Holzbrinck, Bauer). Wenn man versucht, sich nur aus dem Fernsehen zu informieren, stößt man schnell auf ähnliche Liegenschaften, wobei auch die öffentlich rechtlichen Sender nicht frei und unabhängig sind.

Nicht umsonst sitzt der stellvertretende Chefredakteur des ZDF im Konsortium der Bertelsmann Stiftung. Und die sonntägliche Debatte nach dem Tatort ist ja quasi eine subtile Werbesendung für das neoliberale Termitenunwesen, früher zelebriert von Frau Christiansen (Mitglied im Kaffeekränzchen, wie ich erfahren habe), nun durch Anne Will weitergeführt. Informieren Sie sich auch durch das Internet, wobei hier natürlich gefragt ist, sich mehrere Sichtweisen zu erschließen.

2. Urteilen, Urteilen, Urteilen, Urteilen: Lernen Sie wieder, Informationen nach ihrer Richtigkeit zu sortieren, glauben Sie nicht alles, das man versucht, Ihnen weis zu machen, denn im Zweifelsfall muss man sich immer fragen: Cui bono, wem nützt es? Wenn heute, von den Magazinen hochgehaltene, Menschen wie Roman Herzog oder Wolfgang Clement geradezu widerlich die jüngere Generation gegen die ältere aufhetzen möchten, schauen Sie sich an, was das Konvent Deutschland ist, wer dahinter steht und was Wolfgang Clement in seiner Zeit als Minister unter „Wirtschaftsförderung“ verstanden hat. Es ist einfach nicht alles wahr, was uns tagtäglich erzählt wird. Glauben Sie bitte auch mir nicht, sondern machen Sie sich ein ganz eigenes Bild von der Situation unseres Landes.

3. Politisch denken und handeln, Politisch denken und handeln, Politisch denken und handeln, Politisch denken und handeln: Es ist egal, ob Sie sich in Ihrer Denkrichtung eher der Sozialdemokratie oder den Konservativen, eher den Wirtschaftsliberalen oder den Grünen hingezogen fühlen, machen Sie mit! Wenn Sie in keine Partei wollen, setzen Sie sich trotzdem ein für Dinge, die in Ihrem Umfeld falsch laufen, engagieren Sie sich in Bürgerinitiativen, Gesprächskreisen und Veranstaltungen. Von unseren Sofas aus werden wir leider den politischen Stil unseres Landes schlecht verbessern können.

Alle Parteien fordern eine „aktive Bürgergesellschaft“, ok, die können Sie haben, aber dann ist mit Sicherheit auch eine Verbesserung der direkten Demokratie wichtig. Die Schweiz ist derzeit erheblich besser in der Lage, die Termiten abzuwehren, weil Sie das Element des Volksentscheides pflegt. Auch unsere Politiker würden sich ihrer Rolle als Volksvertreter wieder bewusster werden, wenn sie unter der Legislaturperiode ihr Handeln öfter mit den Bürgern abstimmen müssten. Ich denke, zur Erhaltung unseres Staates ist die Verstärkung der direkten Demokratie auf Bundesebene sehr wichtig, wobei man sich schon klar sein muss, dass durch die Abhängigkeit der Medien diesen dann durchaus auch eine gefährliche Rolle zukommen würde.

4. Demokratisch denken und handeln, Demokratisch denken und handeln, Demokratisch denken und handeln, Demokratisch denken und handeln: Wir sind ein Land voller unterschiedlicher Meinungen, Menschen, Ideen und Gesinnungen. Wir sind ein Land mit Starken und mit Schwachen, mit Rauchern und Nichtrauchern, mit Dicken und mit Dünnen, mit Klugen und mit Dummen und alle haben ein Recht, hier in Frieden leben zu können.

In Bayern bezeichnet man diese Denkweise als „Liberalitas Bavariae“, aber dies ist auch Ausdruck der demokratischen Grundhaltung. Niemand darf durch sein Unvermögen oder sein Vermögen das Recht haben, anderen zu schaden. Diese Regeln geben uns das Grundgesetz und auch das Strafgesetzbuch. Gewalt darf niemals Ausdruck unseres Handelns werden, denn Randalierer und Polizisten sind beide Bürger unseres Landes. Es ist egal, ob man sich mit körperlicher Gewalt oder mit finanzieller Gewalt durchsetzt, beides ist in höchstem Maße antidemokratisch und damit kann in keiner Weise eine Demokratie gerettet werden.

5. Wählen, Wählen, Wählen, Wählen: Bitte gehen Sie unbedingt zur Wahl. Das ist bis jetzt unsere einzige Möglichkeit, direkten Einfluss auf die Politik und deren Gebaren zu nehmen. Wenn nahezu die Hälfte unserer Bürger bei den Wahlen zuhause bleibt, in Studien zum Teil angibt, „keine Zeit gehabt zu haben“ und die Wichtigkeit verkennt, öffnen wir damit Tür und Tor für alle Menschen, die nur den Eigennutz und niemals das Gemeinwohl im Sinn haben. Sehen Sie sich die Programme der Parteien an, wenn Sie sie nicht verstehen, können Sie auch nicht erwarten, dass dort eine nachvollziehbare Politik gemacht wird. Nur so können wir Bürger versuchen, die Parteien wieder auf uns aufmerksam zu machen. Das schlimmste wäre, wenn zur Wahl jeder zuhause bleibt, denn Wählen sollte oberste Bürgerpflicht sein.

Momentan versuchen 5% unseres Landes, 95% zu betrügen. Die große Masse steht derzeit nur ratlos da und fragt sich, was „da oben“ eigentlich los ist. Ja, es muss ein Ruck durch Deutschland gehen, aber anders als er bisher von den neoliberalen Demagogen gefordert wird. Es muss ein Ruck der Verantwortung, des Demokratiebewusstseins und der Ehre durch Deutschland und Europa gehen, damit wir Bürger wieder ruhig unserer Arbeit nachgehen können und uns nicht dauernd fragen müssen, wer uns als nächstes über den Tisch zieht.

Wenn unsere ganzen staatlichen Kontrollorgane wie wild nach Terroristen fahnden, aber den Terror der Termiten übersehen, kann das nicht richtig sein. Wenn es zu einer Volksabstimmung über die Einführung direkter demokratischer Elemente in die Bundesgesetzgebung kommt, müssen wir Ärzte zusammenhalten und wirken. Mit Verschwörungstheorien hat meine Darstellung leider gar nichts zu tun, hier geht es einfach nur darum, dass einige Mächtige sich Möglichkeiten erschlossen haben, ihren Gewinn zu erhöhen und in der Lage sind, unser Volk durch mediale Gleichschaltung zu lenken.

Wenn Sie diesen Text irgendjemand zeigen wollen, ihn auf Ihre Homepage stellen wollen oder versenden wollen, brauchen Sie mich nicht zu fragen, natürlich dürfen Sie das. Ich habe auch diesen Text nicht für mich, sondern für jeden interessierten Bürger geschrieben und er vertritt nur meine derzeitige Meinung. Machen Sie sich selbst ein Bild.

Ich liebe unser Land und dessen Menschen, ich will hier nur in Frieden meinen Sohn aufwachsen sehen und für meine Patienten da sein. Aber wie steht es so schön in der Bibel und auf dem Grabstein meiner Eltern: Alles hat seine Zeit.

Dieser Artikel steht zur freien Verfügung und darf unter Nennung des Autors verwendet werden.

Vielen Dank an Julie von Mein-Politik-Blog (http://juliehamburg.wordpress.com/) die uns diesen zweiteiligen Bericht von Herrn Jan Erik Döllein zur Weiterverbreitung übermittelt hat.

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Britta
09.06.2009, 20:49
Es ist an der Zeit, dass unsere Welt wieder menschlich wird, dass Menschen wieder zählen und nicht Geld.

Wie viele Regierungen waren schon an diesem Verbrechen beteiligt?

Britta
19.06.2009, 09:18
Ich denke da immer noch drüber nach.

Da sind die Besitzer der Medienkonzerne so mächtig, dass sie die Politiker schon seit Jahrzehnten erpressen können, nach dem Motto: "Mach dies und jenes Gesetz, damit ich mir in allen Branchen ein Monopol errichten kann. Tust du es nicht mache ich dich in meinen Medien so schlecht, dass du dein Leben lang keinen Job mehr bekommst".

Nun könnte man ja meinen, dass die Medien dann wegen übler Nachrede, Verleumdung und Rufmord verklagt werden könnten, wenn sie einen Politiker deswegen zu Fall bringen. Zumindest wenn der Politiker tatsächlich tadellos ist.

Fazit: Es gibt bei uns keine tadellosen Politiker, die was zu sagen haben.:toben:

naiv
19.06.2009, 12:59
Es ist an der Zeit, dass unsere Welt wieder menschlich wird, dass Menschen wieder zählen und nicht Geld.

Wie viele Regierungen waren schon an diesem Verbrechen beteiligt?

Wenn wir jedenfalls "Geld" in den Händen hätten; selbst das ist es nicht.

Britta
20.06.2009, 10:36
Wenn wir jedenfalls "Geld" in den Händen hätten; selbst das ist es nicht.
In unserer Welt läuft soviel verkehrt und schon lange zählt nur, wer Geld hat. Ich könnte mir auch eine andere Welt vorstellen, in der Geld nur Tauschobjekt ist. Im Moment ist es das Mittel zur Macht.

Nur leider wollen diejenigen, die das meißte Geld haben eine solche Welt nicht, haben sie oder ihre Vorfahren doch ihr ganzes Leben daran gearbeitet, so reich zu werden, dass keiner mehr eine andere Welt schaffen kann.

bolschowski
21.06.2009, 23:20
"Wir wissen, was wir von unseren Fürsten zu erwarten haben. Alles, was sie bewilligten, wurde ihnen durch die Notwendigkeit abgezwungen. Und selbst das Bewilligte wurde uns hingeworfen, wie eine erbettelte Gnade und ein elendes Kinderspielzeug, um dem ewigen Maulaffen Volk seine zu eng geschnürte Wickelschnur vergessen zu machen. Es ist eine blecherne Flinte und ein hölzerner Säbel, womit nur ein Deutscher die Abgeschmacktheit begehen konnte, Soldatchens zu spielen. Unsere Landstände sind eine Satire auf die gesunde Vernunft, wir können noch ein Säkulum damit herumziehen, und wenn wir die Resultate dann zusammennehmen, so hat das Volk die schönen Reden seiner Vertreter noch immer teurer bezahlt, als der römische Kaiser, der seinem Hofpoeten für zwei gebrochene Verse 20,000 Gulden geben ließ. Man wirft den jungen Leuten den Gebrauch der Gewalt vor. Sind wir denn aber nicht in einem ewigen Gewaltzustand? Weil im Kerker geboren und großgezogen sind, merken wir nicht mehr, daß wir im Loch stecken mit angeschmiedeten Händen und Füßen und einem Knebel im Munde. Was nennt Ihr denn gesetzlichen Zustand? Ein Gesetz, das die große Masse der Staatsbürger zum fronenden Vieh macht, um die unnatürlichen Bedürfnisse einer unbedeutenden und verdorbenen Minderzahl zu befriedigen? Und dies Gesetz, unterstützt durch eine rohe Militärgewalt und durch die dumme Pfiffigkeit seiner Agenten, dies Gesetz ist eine eweige, rohe Gewalt, angetan dem Recht und der gesunden Vernunft, und ich werde mit Mund und Hand dagegen kämpfen, wo ich kann."

Ich kann nur hoffen, dass im Deutschunterricht nicht nur "Leonce und Lena" gelesen wird, sondern auch diese Zeilen von Georg Büchner

Britta
22.06.2009, 21:23
Ich kann nur hoffen, dass im Deutschunterricht nicht nur "Leonce und Lena" gelesen wird, sondern auch diese Zeilen von Georg Büchner

Ich glaube nicht, dass diese Zeilen von Georg Büchner in unseren Schulen gelesen werden. Die tun doch dort alles damit die Schüler nicht so schlau werden.

:D

bolschowski
22.06.2009, 22:45
Ja, wahrscheinlich nicht. Ebenso ließen sich Zitate von Brecht, Schiller rtc. finden. Leider scheint es zu genügen in den harmlosen Stöffchen der Literaten nach rethorischen Figuren zu suchen.
Oh ja lange lebe die Hochkultur. Ist nicht der bedeutenste deutsche Literaturpreis nach Büchner benannt.

Ich kanns mir nich verkneifen noch eins nach zu legen

Friede den Hütten! Krieg den Palästen

Im Jahr 1834 sieht es so aus, als würde die Bibel Lügen gestraft. Es sieht aus, als hätte Gott die Bauern und Handwerker am 5. Tage, und die Fürsten und Großen am 6. gemacht, und als hätte der Herr zu diesen gesagt: Herrschet über alles Getier, das auf Erden kriecht und hätte die Bauern und Bürger zum Gewürm gezählt.
Das Leben der Fürsten ist ein langer Sonntag und der Schweiß des Volkes das Salz auf dem Tisch des Zwingherren.
Georg Büchner

Pommes
22.06.2009, 22:56
In unserer Welt läuft soviel verkehrt und schon lange zählt nur, wer Geld hat. Ich könnte mir auch eine andere Welt vorstellen, in der Geld nur Tauschobjekt ist. Im Moment ist es das Mittel zur Macht.

Nur leider wollen diejenigen, die das meißte Geld haben eine solche Welt nicht, haben sie oder ihre Vorfahren doch ihr ganzes Leben daran gearbeitet, so reich zu werden, dass keiner mehr eine andere Welt schaffen kann.

@ …
Ausgehend von der Tatsache, daß der Reichtum der Einen, die Armut der Anderen ist, darf man wohl vermuten, daß die Reichen ihren Reichtum kaum selber erwirtschaftet haben.
Mit einem Geld welches nur Tauschmittel ist, wäre das schwerlich möglich.
Das Geld ist der Dreh und Angelpunkt, alle Religionsstifter haben darauf verwiesen, alle haben den Wucher, das Geld vom Gelde, den Zins verflucht.
Über das Geld kommt die Sklaverei, die Zinsknechtschaft, sowie die Macht und Herrschaftsansprüche elitärer Subjekte, die Kleptokratie.

Britta
22.06.2009, 23:02
Ja, wahrscheinlich nicht. Ebenso ließen sich Zitate von Brecht, Schiller rtc. finden. Leider scheint es zu genügen in den harmlosen Stöffchen der Literaten nach rethorischen Figuren zu suchen.
Oh ja lange lebe die Hochkultur. Ist nicht der bedeutenste deutsche Literaturpreis nach Büchner benannt.

Ich kanns mir nich verkneifen noch eins nach zu legen

Friede den Hütten! Krieg den Palästen

Im Jahr 1834 sieht es so aus, als würde die Bibel Lügen gestraft. Es sieht aus, als hätte Gott die Bauern und Handwerker am 5. Tage, und die Fürsten und Großen am 6. gemacht, und als hätte der Herr zu diesen gesagt: Herrschet über alles Getier, das auf Erden kriecht und hätte die Bauern und Bürger zum Gewürm gezählt.
Das Leben der Fürsten ist ein langer Sonntag und der Schweiß des Volkes das Salz auf dem Tisch des Zwingherren.
Georg Büchner
Schon als ich noch zur Schule ging hatten wir die großen Dichter und Denker nicht im Unterricht. Goethe, Brecht und Schiller schienen unsere Lehrer bereits vergessen zu haben, denn sie kamen im Unterricht einfach nicht vor. Und auch heute werden die Schüler nur unterrichtet um in den Konzernen zu funktionieren. Wer mehr wissen will, muß es sich selbst beibringen und um das zu verhindern wird per Blödel-TV und Videospielen dafür gesorgt, dass es niemanden interessiert.

Macht euch die Erde zum Untertan lehrt schon die kath. Kirche - anstatt 'lebt in Harmonie mit der Erde'. Was für ein irrer Gott den die Menschen da seit Jahrhunderten anbeten müssen. Und so ist unsere Welt: Vollkommen irre und durchgeknallt. Es läuft alles schief was nur schieflaufen kann.

Pommes
22.06.2009, 23:29
zum Blog >> (http://womblog.de/2009/06/08/was-derzeit-wirklich-geschieht-teil-2/)[/QUOTE]

@ …
Was derzeit wirklich geschieht, ist die Apokalypse des Kapitalismus.
Das Endstadium eines Systems, welches von vorne herein zum Scheitern verurteilt war.
Jetzt geht die Humanität über die Wupper, es zählt nur noch der maximale Gewinn.
Alles muß raus, es wird alles verkauft, von Bildung bis Verwaltung, daß Monopol des Staates wird enteignet, das Volkseigentum verschachert, die Solidarität gerät zur Farce und das Individuum ist nur noch Verschiebemasse.
Doch sollten wir uns im letzten Akt die Worte Silivo Gesell’s zu Herzen nehmen der da sagte:
„Unser Geld bedingt den Kapitalismus, den Zins, die Massenarmut, die Revolte und schließlich den Bürgerkrieg, der zur Barbarei zurückführt. ... Wer es vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen.“

Britta
22.06.2009, 23:34
@ …
Was derzeit wirklich geschieht, ist die Apokalypse des Kapitalismus.
Das Endstadium eines Systems, welches von vorne herein zum Scheitern verurteilt war.

Das System ist nicht gescheitert. Es wird gewinnen. Verlieren werden alle Menschen, die nicht in 3-stelliger Höhe Milliardäre sind.

Pommes
23.06.2009, 00:09
Das System ist nicht gescheitert. Es wird gewinnen. Verlieren werden alle Menschen, die nicht in 3-stelliger Höhe Milliardäre sind.

Irrtum, denn die Milliardäre sind geradewegs dabei ordentlich abzuspecken.
Alleine im letzten halben Jahr wurden 50 Billionen Dollar verbrannt und wenn die Geldblase weg ist, sprich nur noch die 2% des Geldes übrig sind, die tatsächlich zum Warentausch benötigt werden, dann hat der Kapitalismus sie alle dahin gerafft.
In den 30iger und 40ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, schaffte man das Problem mit einer gigantischen Sachkapitalvernichtung aus der Welt, für die ein gewisser Herr Hitler verantwortlich zeichnete.
Seinerzeit war das nur eine Frage der Logistik, um die Wiedergeburt des Kapitalismus auszurufen.
Das Wirtschaftswunder auf Basis von 60 Millionen Toten.

Heute sieht das anders aus, denn eine neuerliche Sachkapitalvernichtung wäre unser aller Untergang.
Ich sage das, um klar zu machen, daß jeder neue Kapitalismus sofort am gedeckten Bedarf scheitern würde, und unsere armen Milliardäre sich Wohl oder Übel an Arbeit gewöhnen müßten.

Britta
23.06.2009, 09:06
Irrtum, denn die Milliardäre sind geradewegs dabei ordentlich abzuspecken.
Alleine im letzten halben Jahr wurden 50 Billionen Dollar verbrannt und wenn die Geldblase weg ist, sprich nur noch die 2% des Geldes übrig sind, die tatsächlich zum Warentausch benötigt werden, dann hat der Kapitalismus sie alle dahin gerafft.
In den 30iger und 40ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, schaffte man das Problem mit einer gigantischen Sachkapitalvernichtung aus der Welt, für die ein gewisser Herr Hitler verantwortlich zeichnete.
Seinerzeit war das nur eine Frage der Logistik, um die Wiedergeburt des Kapitalismus auszurufen.
Das Wirtschaftswunder auf Basis von 60 Millionen Toten.

Heute sieht das anders aus, denn eine neuerliche Sachkapitalvernichtung wäre unser aller Untergang.
Ich sage das, um klar zu machen, daß jeder neue Kapitalismus sofort am gedeckten Bedarf scheitern würde, und unsere armen Milliardäre sich Wohl oder Übel an Arbeit gewöhnen müßten.

Das sehe ich anders. Der Herr Hitler war nur ein Werkzeug der Verbrecher. Warum wurden seine 'Geschäftspartner' - die mit dem größten Gewinn aus dieser 'Zusammenarbeit' - niemals verurteilt und sind heute die absolut verehrten Wall-Street Größen?

Damals wie heute gab es eine Handvoll Gewinner, die sich maßlos bereicherten und diese Familien reissen sich jetzt den Rest unter den Nagel.

Wo du Recht hast ist: Es ist unser aller Untergang - zumindest für viele Menschen. Sie sind in den Augen dieser Verbrecher einfach nur ein Kostenfaktor und dürfen verhungern oder erfrieren. Und diese Verbrecher haben sich in die Situation gebracht, dass die Menschen sich nicht mehr wehren können.

Pommes
23.06.2009, 14:00
@ ... Britta

* Zitat: "Das sehe ich anders. Der Herr Hitler war nur ein Werkzeug der Verbrecher. Warum wurden seine 'Geschäftspartner' - die mit dem größten Gewinn aus dieser 'Zusammenarbeit' - niemals verurteilt und sind heute die absolut verehrten Wall-Street Größen? "-/-

Du hast Recht, denn Hitler wurde von den Eliten der Hochfinanz bezahlt, mir ging es allerdings darum, aufzuzeigen, daß ohne die Sachkapitalvernichtung des WWII, der Kapitalismus schon in den 30ger Jahren sein Ende gefunden hätte.
Ferner enthält mein Beitrag den Hinweis, daß eine neuerliche Sachkapitalvernichtung unmöglich ist und somit das Ende des Kapitalismus absehbar erscheint und zwar einfach aus der Zwangsläufigkeit heraus, daß eine exponentiell gesteigerte Geldmenge bei gedecktem Bedarf und bestehender Infrastruktur sofort eine neue Geldblase erzeugen würde, mit den inzwischen bekannten Begleiterscheinungen.
Das Funktionsprinzip Neuverschuldung, bleibt stecken.

Britta
24.06.2009, 06:41
Du hast Recht, denn Hitler wurde von den Eliten der Hochfinanz bezahlt, mir ging es allerdings darum, aufzuzeigen, daß ohne die Sachkapitalvernichtung des WWII, der Kapitalismus schon in den 30ger Jahren sein Ende gefunden hätte.
Ferner enthält mein Beitrag den Hinweis, daß eine neuerliche Sachkapitalvernichtung unmöglich ist und somit das Ende des Kapitalismus absehbar erscheint und zwar einfach aus der Zwangsläufigkeit heraus, daß eine exponentiell gesteigerte Geldmenge bei gedecktem Bedarf und bestehender Infrastruktur sofort eine neue Geldblase erzeugen würde, mit den inzwischen bekannten Begleiterscheinungen.
Das Funktionsprinzip Neuverschuldung, bleibt stecken.

An der neuen Blase arbeiten die bereits. Allerdings glaube ich nicht, dass der Kapitalismus sein Ende so bald finden wird. Die kosten alles aus.

Eine neue Währung steht bevor. Die lassen dieses Jahr wahrscheinlich den US-Dollar sterben und mit der neuen Währung in den Händen der Verbrecher und einem weiteren von ihnen inszenierten Weltkrieg, läßt sich das Spielchen noch ein paar Jährchen fortsetzen. Allerdings mit einer drastisch reduzierten Weltbevölkerung.

Pommes
24.06.2009, 09:11
@ … Britta

*Zitat: „An der neuen Blase arbeiten die bereits.“-/-
Ich würde sagen, die alte Blase ist noch gar nicht geplatzt und deswegen kann auch noch keine neue gebastelt werden.
Das Ende des Kapitalismus kommt über die Verschuldung, denn erst wenn die Kapitalismusleichen alle raus sind, wissen wir was der Spaß kostet und dann wird sehr schnell klar, daß der Zinsendienst mit der Steuer nicht mehr zu bedienen ist.
An einen dritten Weltkrieg glaube ich nicht, dafür sind die Teilnehmer heute zu gleichgewichtig. China, Indien, Rußland und die islamische Welt stehen hier gegen den US. Imperialismus und die meisten Europäer werden wohl auch nicht mitspielen, schon deshalb nicht, weil sie pleite sind.
Unser Beitrag gegen einen Krieg, bestünde darin, der islamische Welt den Rücken frei zu halten, bzw. uns nicht gegen diese Leute aufhetzen zu lassen, denn die stehen im antikapitalistischen Abwehrkampf im Feuer.
Wenn der nahe Osten dauerhaft in amerikanische Hände fällt, müssen wir uns warm anziehen.

Britta
24.06.2009, 09:21
@ … Britta

*Zitat: „An der neuen Blase arbeiten die bereits.“-/-
Ich würde sagen, die alte Blase ist noch gar nicht geplatzt und deswegen kann auch noch keine neue gebastelt werden.
Das Ende des Kapitalismus kommt über die Verschuldung, denn erst wenn die Kapitalismusleichen alle raus sind, wissen wir was der Spaß kostet und dann wird sehr schnell klar, daß der Zinsendienst mit der Steuer nicht mehr zu bedienen ist.
An einen dritten Weltkrieg glaube ich nicht, dafür sind die Teilnehmer heute zu gleichgewichtig. China, Indien, Rußland und die islamische Welt stehen hier gegen den US. Imperialismus und die meisten Europäer werden wohl auch nicht mitspielen, schon deshalb nicht, weil sie pleite sind.
Unser Beitrag gegen einen Krieg, bestünde darin, der islamische Welt den Rücken frei zu halten, bzw. uns nicht gegen diese Leute aufhetzen zu lassen, denn die stehen im antikapitalistischen Abwehrkampf im Feuer.
Wenn der nahe Osten dauerhaft in amerikanische Hände fällt, müssen wir uns warm anziehen.
Wie man an der derzeitigen Iran-Hetze sehen kann, stehen die Europäischen Regierungen hinter den Amerikanischen Finanzbetrügern und spielen deren Spiel mit.

Und den Verbrechern ist jedes Mittel Recht. Die schrecken auch vor einem atomaren Erstschlag, den sie sich letztes Jahr vorbehalten haben, nicht zurück. Es existieren schon detalierte Pläne gegen Russland. Man sucht nur noch nach einem Grund. Und in Punkto Cyberwarfare hat man auch schon damit gedroht, einen russischen Hackerangriff mit Atomwaffen zu beantworten.

http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=14065
While the US has been fighting in two separate fronts in Iraq and Afghanistan in the past six years, Pentagon officials told the paper that the military needs to be ready for possible operations against North Korea and Iran or even China and Russia, which would present a hybrid range of challenges.

Pommes
25.06.2009, 06:03
Wie man an der derzeitigen Iran-Hetze sehen kann, stehen die Europäischen Regierungen hinter den Amerikanischen Finanzbetrügern und spielen deren Spiel mit.

Und den Verbrechern ist jedes Mittel Recht. Die schrecken auch vor einem atomaren Erstschlag, den sie sich letztes Jahr vorbehalten haben, nicht zurück. Es existieren schon detalierte Pläne gegen Russland. Man sucht nur noch nach einem Grund. Und in Punkto Cyberwarfare hat man auch schon damit gedroht, einen russischen Hackerangriff mit Atomwaffen zu beantworten.

http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=14065


Ich bin ehrlich gesagt kein Freund von Verschwörungstheorien, obwohl das Eine oder andere, eines Fünkchens Wahrheit nicht entbehrt und sicher ist schon öfter mit Atomschlägen gedroht worden, nur dürfen wir auch sicher sein, daß Onkel Sam "IMMER" den Kürzeren ziehen wird, denn wenn die Russen dann den nahen Osten mit Atomwaffen versorgen, ist die Schublade zu.

Britta
25.06.2009, 06:31
Ich bin ehrlich gesagt kein Freund von Verschwörungstheorien, obwohl das Eine oder andere, eines Fünkchens Wahrheit nicht entbehrt und sicher ist schon öfter mit Atomschlägen gedroht worden, nur dürfen wir auch sicher sein, daß Onkel Sam "IMMER" den Kürzeren ziehen wird, denn wenn die Russen dann den nahen Osten mit Atomwaffen versorgen, ist die Schublade zu.
Ja, Onkel Sam zieht den Kürzeren und mit ihm das ganze amerikanische Volk. Nur die Wall Street Banker sind transnational und verdienen daran - und die haben weltweit das Sagen.

Heute morgen wurde zum ersten Mal seit Beginn der Krise das Wort 'Mehrwertsteuererhöhung' genannt. Man plant, die geringere MWST auf Nahrungsmittel abzuschaffen. Das träfe zwar die Ärmsten, brächte aber 14 Milliarden.

Was sind 14 Milliarden gegen die 480 Milliarden, die die Banken bekommen haben?

Wenn da noch irgendein Zweifel bestehen kann, wer die Welt regiert, dann ist die beste Verschwörungstheorie reines Kasperltheater gegen die Wirklichkeit.

Pommes
25.06.2009, 10:39
Ja, Onkel Sam zieht den Kürzeren und mit ihm das ganze amerikanische Volk. Nur die Wall Street Banker sind transnational und verdienen daran - und die haben weltweit das Sagen.

Heute morgen wurde zum ersten Mal seit Beginn der Krise das Wort 'Mehrwertsteuererhöhung' genannt. Man plant, die geringere MWST auf Nahrungsmittel abzuschaffen. Das träfe zwar die Ärmsten, brächte aber 14 Milliarden.

Was sind 14 Milliarden gegen die 480 Milliarden, die die Banken bekommen haben?

Wenn da noch irgendein Zweifel bestehen kann, wer die Welt regiert, dann ist die beste Verschwörungstheorie reines Kasperltheater gegen die Wirklichkeit.

Warte noch ein Weilchen, sie werden merken das der Konsument sein Geld nur einmal ausgeben kann und das wenn er's dem Staat direkt gibt die Wirtschaft eben in die Röhre guckt.
Sie werden merken das man der Zinsenfalle nicht mit Steuern entkommt.
Schon bald wird der, dieses System noch tragende Mittelstand, platt sein und dann hat sich das erst mal ausgemerkelt.
Die Roten, obwohl nicht meine Favoriten werden wohl Zulauf bekommen, was als Kapitalismusbremse vielleicht nicht das Schlechteste ist, letztlich aber die das problem nicht löst.
Die MwSt. wird noch viel höher gehen und die Innenstädte werden noch viel mehr leer stehende Ladenlokale erleben und wenn die Lebensqualität weiter derartig sinkt, dann habe ich ratz fatz nen norwegischen Pass in der Tasche.

Spökes
25.06.2009, 12:20
Warte noch ein Weilchen, sie werden merken das der Konsument sein Geld nur einmal ausgeben kann und das wenn er's dem Staat direkt gibt die Wirtschaft eben in die Röhre guckt.
Sie werden merken das man der Zinsenfalle nicht mit Steuern entkommt.
Schon bald wird der, dieses System noch tragende Mittelstand, platt sein und dann hat sich das erst mal ausgemerkelt.
Die Roten, obwohl nicht meine Favoriten werden wohl Zulauf bekommen, was als Kapitalismusbremse vielleicht nicht das Schlechteste ist, letztlich aber die das problem nicht löst.
Die MwSt. wird noch viel höher gehen und die Innenstädte werden noch viel mehr leer stehende Ladenlokale erleben und wenn die Lebensqualität weiter derartig sinkt, dann habe ich ratz fatz nen norwegischen Pass in der Tasche.Was hat den Norwegen mit Lebensqualität zu tun? Doch nicht die Tatsache, dass man an manchen Tagen dort vergißt, das Licht ein bzw. auszuschalten oder etwa die annähernd sibirischen Winter? Andersherrum ist überhaupt keine Einschränkung der Lebensqualität vor Ort durch geschlossene Läden festzustellen. Offensichtlich wurde dort etwas verkauft, was Niemand benötigt.

Zudem: Nach dem Zusammenbruch des aktuellen Systems, ja, Achadinedchad hatt es kürzlich auf dieser Asien-Konferenz wiederholt dass dieses bereits "Geschichte" sei, wird die nötige Bodenreform im Ausland lebende Deutsche nicht berücksichtigen können. ;)

Britta
25.06.2009, 12:30
Warte noch ein Weilchen, sie werden merken das der Konsument sein Geld nur einmal ausgeben kann und das wenn er's dem Staat direkt gibt die Wirtschaft eben in die Röhre guckt.
Sie werden merken das man der Zinsenfalle nicht mit Steuern entkommt.
Schon bald wird der, dieses System noch tragende Mittelstand, platt sein und dann hat sich das erst mal ausgemerkelt.
Die Roten, obwohl nicht meine Favoriten werden wohl Zulauf bekommen, was als Kapitalismusbremse vielleicht nicht das Schlechteste ist, letztlich aber die das problem nicht löst.
Die MwSt. wird noch viel höher gehen und die Innenstädte werden noch viel mehr leer stehende Ladenlokale erleben und wenn die Lebensqualität weiter derartig sinkt, dann habe ich ratz fatz nen norwegischen Pass in der Tasche.
Leider sind es nicht die Linken, die bei der EU-Wahl den Zulauf bekamen, sondern die Rechten. In vielen Ländern sieht es so aus wie in Ungarn:
Die Katastrophe überhaupt ist, dass die rechtsradikale Jobbik, welche der politische Arm der paramilitärischen Ungarischen Garde (Magyar Garda) ist 14,77 % der Stimmen holen konnte. In den Prognosen wurde die Partei der Jobbik immer mit 7 % und einem Mandat geführt. Die Jobbik und die Ungarische Garde betrieben öffentlich Hetze gegen die Roma im Land und sprachen von der sogenannten “Romakriminalität”.

Klar dürfte sein, dass die Jobbik bei den nächsten Wahlen in einem Jahr oder bei vorgezogenen Wahlen in diesem Jahr mit nicht wenigen Abgeordneten im ungarischen Parlament vertreten sein wird.

http://brimbog.wordpress.com/2009/06/07/ungarn-eu-wahl-katastrophe-1477-prozent-fur-die-jobbik/

Die Zinsenfalle ist bereits am Ende. Der Dollar ebenso. Wir auch bald.

Pommes
25.06.2009, 14:03
Was hat den Norwegen mit Lebensqualität zu tun? Doch nicht die Tatsache, dass man an manchen Tagen dort vergißt, das Licht ein bzw. auszuschalten oder etwa die annähernd sibirischen Winter? Andersherrum ist überhaupt keine Einschränkung der Lebensqualität vor Ort durch geschlossene Läden festzustellen. Offensichtlich wurde dort etwas verkauft, was Niemand benötigt.

Zudem: Nach dem Zusammenbruch des aktuellen Systems, ja, Achadinedchad hatt es kürzlich auf dieser Asien-Konferenz wiederholt dass dieses bereits "Geschichte" sei, wird die nötige Bodenreform im Ausland lebende Deutsche nicht berücksichtigen können. ;)

@ ... Spökes

* Zitat: "Was hat den Norwegen mit Lebensqualität zu tun? "-/-

Kleine überschaubare Gemeinwesen sind dem Individuum erheblich besser anzupassen, als unüberschaubare große Gesellschaften.
Norwegen hat nicht mal halb so viele Einwohner wie NRW.
Je größer die Zahl der Einwohner, desto leichter ist darauf Einfluss zu nehmen und je lohnender ist die Beute.
Ein 80 Millionen Volk zu plündern, das lohnt sich, die paar Norweger, da kümmert sich keiner drum.
Das da nicht jeden Tag die Sonne scheint, stört mich eher weniger und trockene, kalte Winter, sind mir lieber als die 210 Regentage in Wuppertal.

Pommes
25.06.2009, 14:19
Leider sind es nicht die Linken, die bei der EU-Wahl den Zulauf bekamen, sondern die Rechten. In vielen Ländern sieht es so aus wie in Ungarn:

http://brimbog.wordpress.com/2009/06/07/ungarn-eu-wahl-katastrophe-1477-prozent-fur-die-jobbik/

Die Zinsenfalle ist bereits am Ende. Der Dollar ebenso. Wir auch bald.

Sehe ich auch so.
Aus der Zinsenfalle hilft nur eine lupenreine Freiwirtschaft und damit sind die Linken überfordert, denn schon Marx hat das Kapital nicht richtig eingeschätzt, abgesehen davon sind Kommunisten nichts anderes als Staatskapitalisten.
Und mal ehrlich, wer glaubt das sich heutzutage die Produktionsmittel enteignen lassen, ist nach meinem Dafürhalten einfach nur naiv.
Wir brauchen keine Diktaturen weder linke noch rechte, wir müssen lernen unsere Grenzen nicht auszunutzen, Rücksicht zu nehmen und unsere Politik selber zu machen, uns drum zu kümmern, denn sonst verlieren wir das Wichtigste was es gibt, nämlich unsere Freiheit.

Spökes
25.06.2009, 17:05
@ ... Spökes

* Zitat: "Was hat den Norwegen mit Lebensqualität zu tun? "-/-

Kleine überschaubare Gemeinwesen sind dem Individuum erheblich besser anzupassen, als unüberschaubare große Gesellschaften.
Norwegen hat nicht mal halb so viele Einwohner wie NRW.
Je größer die Zahl der Einwohner, desto leichter ist darauf Einfluss zu nehmen und je lohnender ist die Beute.
Ein 80 Millionen Volk zu plündern, das lohnt sich, die paar Norweger, da kümmert sich keiner drum.
Das da nicht jeden Tag die Sonne scheint, stört mich eher weniger und trockene, kalte Winter, sind mir lieber als die 210 Regentage in Wuppertal.Jedenfalls verfügt Norwegen über interessante Bodenschätze. Der Fischfang in deren Gewässer ist bestimmt auch lohnend. Bei einem weitesgehend um sich greifenden Regionalisierungseffekt im Falle eines faktischen Zusammenbruch des "Systems" wird sich Norwegen als Ganzes kaum außen vor halten können. Die entsprechende Wirkung der Entglobalisierung auf Seiten der Wirtschaft läßt auf kleine Völker aber eher eine entbehrungsreichere Zeit zukommen. Oder fertigen die in Norwegen auch z. B. PKW? Abgesehen davon können die paar Millionen unmöglich allzuviele Läden haben. Was ist also der "Leerstand in unseren Städten" ein Beweggrund in ein beinahe menschenleeres Land zu ziehen? Ob die Menge Menschen wie hier in NRW leichter zu beeinflußen ist mag ich auch anzweifeln. Da leben halt viele Städter, die es allesamt ziemlich hart erwischen wird. Bis dahin verwenden sie allerdings noch "ihren" Verstand.

Pommes
25.06.2009, 23:03
Jedenfalls verfügt Norwegen über interessante Bodenschätze. Der Fischfang in deren Gewässer ist bestimmt auch lohnend. Bei einem weitesgehend um sich greifenden Regionalisierungseffekt im Falle eines faktischen Zusammenbruch des "Systems" wird sich Norwegen als Ganzes kaum außen vor halten können. Die entsprechende Wirkung der Entglobalisierung auf Seiten der Wirtschaft läßt auf kleine Völker aber eher eine entbehrungsreichere Zeit zukommen. Oder fertigen die in Norwegen auch z. B. PKW? Abgesehen davon können die paar Millionen unmöglich allzuviele Läden haben. Was ist also der "Leerstand in unseren Städten" ein Beweggrund in ein beinahe menschenleeres Land zu ziehen? Ob die Menge Menschen wie hier in NRW leichter zu beeinflußen ist mag ich auch anzweifeln. Da leben halt viele Städter, die es allesamt ziemlich hart erwischen wird. Bis dahin verwenden sie allerdings noch "ihren" Verstand.

@ ... Spökes

Die Entglobalisierung wird sich wohl nur auf den Finanzkapitalismus beziehen, nicht aber auf die realwirtschaftlichen Belange, denn gehandelt wird seit Jahrtausenden global und das wird sich auch nicht ändern.
Es wird also nicht nötig sein eigene PKW zu fertigen.
Des weiteren ist eine kleine Anzahl verschiedener Ansprüche und Meinungen leichter unter einen Hut zu bringen, als wenn 20 mal so viele Menschen zusammenleben müssen, daß läßt sich nicht weg diskutieren.
Sicher sind leer stehende Läden nicht der Beweggrund in ein menschenleeres Land zu ziehen.
Der Ausbeutung und der Betrug dem ich hier ausgesetzt bin, ist aber schon ein Grund.

deserd
26.06.2009, 02:14
Seltsame Glorifizierung.

Wieso ist Norwegen nicht schon längst überbevölkert wenn es da so toll ist ?

Ich meine auch mal gehört zu haben, dass es krasse Defizite gibt in Norwegen, z. B. Ärzte-Mangel.

Britta
26.06.2009, 06:40
Sehe ich auch so.
Aus der Zinsenfalle hilft nur eine lupenreine Freiwirtschaft und damit sind die Linken überfordert, denn schon Marx hat das Kapital nicht richtig eingeschätzt, abgesehen davon sind Kommunisten nichts anderes als Staatskapitalisten.
Und mal ehrlich, wer glaubt das sich heutzutage die Produktionsmittel enteignen lassen, ist nach meinem Dafürhalten einfach nur naiv.
Wir brauchen keine Diktaturen weder linke noch rechte, wir müssen lernen unsere Grenzen nicht auszunutzen, Rücksicht zu nehmen und unsere Politik selber zu machen, uns drum zu kümmern, denn sonst verlieren wir das Wichtigste was es gibt, nämlich unsere Freiheit.
Wie willst du aus der Zinsenfalle herauskommen? Diejenigen die sie installiert haben, indem sie sich Politiker und das Recht gekauft haben, sitzen ziemlich fest im Sattel und sind so reich, dass sie das mit allen Mitteln verhindern werden. Schließlich war das eines ihrer Werkzeuge zum versklaven der Menschen. Und selbst wenn das zu schaffen wäre, ist das in 3-4 Generationen mittels Medienverblödung wieder vergessen und beginnt von vorne.

Marx hab ich nicht gelesen. Allerdings hat Hellman hier aufgezeigt, dass der eigentlich für das Kapital gearbeitet hat.

Spökes
26.06.2009, 10:34
@ ... Spökes

Die Entglobalisierung wird sich wohl nur auf den Finanzkapitalismus beziehen, nicht aber auf die realwirtschaftlichen Belange, denn gehandelt wird seit Jahrtausenden global und das wird sich auch nicht ändern.
Es wird also nicht nötig sein eigene PKW zu fertigen.In der Frage bin ich mir nicht so sicher. Finanzwirtschaft und Realwirtschaft sind eng miteinander verflochten. Wenn nun mal "ohne Moss nichts los ist" wird sich dies, wie aktuell auch bei uns vor Ort immer weiter verbreitet, auch auf den Handel auswirken, selbst wenn dieser nicht völlig zum erliegen kommt. Dann bleibt aber immer noch die Frage nach der Sicherheit der Handelswege. Diese zu gewährleisten sehe ich unter Systemzusammenbruchsaspekten als nicht machbar an sodaß weitere Teile der weltweiten Fertigung nicht zusammenfinden können. Eigentlich ist alles wie beim Einsturz eines Kartenhauses. Fällt eine Karte, fallen alle.
Des weiteren ist eine kleine Anzahl verschiedener Ansprüche und Meinungen leichter unter einen Hut zu bringen, als wenn 20 mal so viele Menschen zusammenleben müssen, daß läßt sich nicht weg diskutieren.
Sicher sind leer stehende Läden nicht der Beweggrund in ein menschenleeres Land zu ziehen.
Der Ausbeutung und der Betrug dem ich hier ausgesetzt bin, ist aber schon ein Grund.Letzteres kann ich gut verstehen. Es entspricht einer Grundhaltung die ich selber vor vielleicht dreißig Jahren mal hatte bis ich dann irgendwo in einem Busch auf der großen Erde die Einsicht gewinnen konnte, dass es selbst dort kaum anders funktioniert als "zu Hause", natürlich den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Letztlich läuft man doch nur vor sich selber fort anstelle am angestammten Ort seinen "Mann" zu stehen. Gut, dass kann einen Kopf und Kragen kosten. Mir macht letzteres keine Sorgen da ich denke, mein einfaches "Überlebenskonzept" ist einerseits "protected by society" und den Mächtigen egal, da der Weg dorthin für die Masse, da zu beschwerlich, nicht erreichbar ist.

Pommes
27.06.2009, 00:22
Wie willst du aus der Zinsenfalle herauskommen? Diejenigen die sie installiert haben, indem sie sich Politiker und das Recht gekauft haben, sitzen ziemlich fest im Sattel und sind so reich, dass sie das mit allen Mitteln verhindern werden. Schließlich war das eines ihrer Werkzeuge zum versklaven der Menschen. Und selbst wenn das zu schaffen wäre, ist das in 3-4 Generationen mittels Medienverblödung wieder vergessen und beginnt von vorne.

Marx hab ich nicht gelesen. Allerdings hat Hellman hier aufgezeigt, dass der eigentlich für das Kapital gearbeitet hat.

@ … Britta

*Zitat: „Wie willst du aus der Zinsenfalle herauskommen?“-/-

Da brauche ich gar nicht viel zu tun, denn die Zeit arbeitet gegen das System und so wird sich der Zinsendienst schon in kurzer Zeit, aus Steuermitteln nicht mehr bedienen lassen.
Zuvor wird aber die Wirtschaft in eine Deflation nie da gewesenen Umfangs geraten, was unter anderem dazu beiträgt, daß der Staat durch Insolvenz unregierbar wird.
Über die Reichen muß ich mir keine Sorgen machen, die springen aus den Fenstern oder vor die Züge, beziehungsweise sie verlieren ihre Vermögen mit ihren Unternehmen (Schickedanz).

*Zitat: „Und selbst wenn das zu schaffen wäre, ist das in 3-4 Generationen mittels Medienverblödung wieder vergessen und beginnt von vorne.“-/-

Wenn es einmal gelingt, eine Basisdemokratie zu installieren und die Monopole wieder an den Staat zu bringen, bzw. auch das Medienmonopol zu zerschlagen, dann denke ich mal, haben wir gute Chancen elitären Bestrebungen entgegen zu wirken.

*Zitat: „Marx hab ich nicht gelesen. Allerdings hat Hellman hier aufgezeigt, daß der eigentlich für das Kapital gearbeitet hat.“-/-

Zumindest hat Marx das Kapital nicht verstanden, denn er hat statt die Wurzel auszureißen an den Symptomen gedoktert.
Die richtige Sicht der Dinge hatte Proudhon, er hat das Kapital richtig beurteilt seine Theorie wurde später von Gesell aufgegriffen und präzisiert.

Pommes
27.06.2009, 00:59
In der Frage bin ich mir nicht so sicher. Finanzwirtschaft und Realwirtschaft sind eng miteinander verflochten. Wenn nun mal "ohne Moss nichts los ist" wird sich dies, wie aktuell auch bei uns vor Ort immer weiter verbreitet, auch auf den Handel auswirken, selbst wenn dieser nicht völlig zum erliegen kommt. Dann bleibt aber immer noch die Frage nach der Sicherheit der Handelswege. Diese zu gewährleisten sehe ich unter Systemzusammenbruchsaspekten als nicht machbar an sodaß weitere Teile der weltweiten Fertigung nicht zusammenfinden können. Eigentlich ist alles wie beim Einsturz eines Kartenhauses. Fällt eine Karte, fallen alle.
Letzteres kann ich gut verstehen. Es entspricht einer Grundhaltung die ich selber vor vielleicht dreißig Jahren mal hatte bis ich dann irgendwo in einem Busch auf der großen Erde die Einsicht gewinnen konnte, dass es selbst dort kaum anders funktioniert als "zu Hause", natürlich den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Letztlich läuft man doch nur vor sich selber fort anstelle am angestammten Ort seinen "Mann" zu stehen. Gut, dass kann einen Kopf und Kragen kosten. Mir macht letzteres keine Sorgen da ich denke, mein einfaches "Überlebenskonzept" ist einerseits "protected by society" und den Mächtigen egal, da der Weg dorthin für die Masse, da zu beschwerlich, nicht erreichbar ist.



@ … Spökes
*Zitat: „Finanzwirtschaft und Realwirtschaft sind eng miteinander verflochten.“-/-
Ja sicher, ohne funktionierende Realwirtschaft gehen die Heuschrecken leer aus.
Heute werden etwa 2% aller Devisentransaktionen dem Warentausch zugeschrieben und 98% sind spekulativ.
Bei der Betrachtung dieses Verhältnisses wird deutlich wie verflochten man ist, nämlich das eine 2 prozentiges Wirtschaftstätigkeit, ein
98 prozentiges Spekulationspotential bedienen muß.
Wenn das kein Beschiß ist, freß ich’n Besen.(quer)!

*Zitat: „Wenn nun mal "ohne Moss nichts los ist" wird sich dies, wie aktuell auch bei uns vor Ort immer weiter verbreitet, auch auf den Handel auswirken, selbst wenn dieser nicht völlig zum erliegen kommt.“-/-

Der Handel kommt schon deshalb nicht zum Erliegen, weil man sich nämlich dann, der seit langem im Hintergrund gebastelten Regionalgelder bedienen wird und so wird es dieses mal wohl nicht bei einem Wörgl bleiben und wahrscheinlich wird man es sich auch nicht wieder verbieten lassen, es sei denn, den Kapitalisten gelingt es, wieder eine faschistische Diktatur zu errichten.

*Zitat: „Letzteres kann ich gut verstehen. Es entspricht einer Grundhaltung die ich selber vor vielleicht dreißig Jahren mal hatte bis ich dann irgendwo in einem Busch auf der großen Erde die Einsicht gewinnen konnte, dass es selbst dort kaum anders funktioniert als "zu Hause", natürlich den örtlichen Gegebenheiten angepasst.“-/-

Wobei die Betonung auf örtliche Begebenheiten liegen sollte.
Es ist einfach nicht weg zu diskutieren das kleine Gemeinwesen flexibler sind als große und das man viele Menschen leichter bescheißen kann als wenige.
Dazu kommen noch Unterschiede in Mentalität, Religion und Kultur.
Versuch mal als Westfale länger als ein halbes Jahr in Bayern zu leben, dann weißt du was ich meine.

Spökes
27.06.2009, 08:30
@ … Spökes
*Zitat: „Finanzwirtschaft und Realwirtschaft sind eng miteinander verflochten.“-/-
Ja sicher, ohne funktionierende Realwirtschaft gehen die Heuschrecken leer aus.
Heute werden etwa 2% aller Devisentransaktionen dem Warentausch zugeschrieben und 98% sind spekulativ.
Bei der Betrachtung dieses Verhältnisses wird deutlich wie verflochten man ist, nämlich das eine 2 prozentiges Wirtschaftstätigkeit, ein
98 prozentiges Spekulationspotential bedienen muß.
Wenn das kein Beschiß ist, freß ich’n Besen.(quer)!Ja, das wird ein Schiß sein. Also spar dir das mit dem Besen.;)

*Zitat: „Wenn nun mal "ohne Moss nichts los ist" wird sich dies, wie aktuell auch bei uns vor Ort immer weiter verbreitet, auch auf den Handel auswirken, selbst wenn dieser nicht völlig zum erliegen kommt.“-/-

Der Handel kommt schon deshalb nicht zum Erliegen, weil man sich nämlich dann, der seit langem im Hintergrund gebastelten Regionalgelder bedienen wird und so wird es dieses mal wohl nicht bei einem Wörgl bleiben und wahrscheinlich wird man es sich auch nicht wieder verbieten lassen, es sei denn, den Kapitalisten gelingt es, wieder eine faschistische Diktatur zu errichten. Regionalgelder? Habe ich zweifellos schon von gelesen und fand das auch sehr interessant. Wer aber gibt diese Gelder derart heraus, dass sie auch auf Akzeptanz bei den Leuten stoßen? Jedenfalls habe ich mit dem "Angler" meiner Bekannten eine Übereinkunft treffen können: Fisch gegen Grünzeug! Darüber hinaus stellen sich Fragen nach der Region. NRW z. B. ist ein Nachkriegsergebnis. Kann es unter den Aspekten eines "Neubeginns" so bestand haben, gerade wenn man an die Masse Menschen denkt? Oder wäre eine Aufsplittung in Westfalen und Rheinland begehrenswerter? Dann würde sich u. U. Rheinland-Pfalz nur noch auf die Pfalz beschränken, jedenfalls wollte man die Vorweltkriegsregionalgrenzen wieder anstreben.

*Zitat: „Letzteres kann ich gut verstehen. Es entspricht einer Grundhaltung die ich selber vor vielleicht dreißig Jahren mal hatte bis ich dann irgendwo in einem Busch auf der großen Erde die Einsicht gewinnen konnte, dass es selbst dort kaum anders funktioniert als "zu Hause", natürlich den örtlichen Gegebenheiten angepasst.“-/-

Wobei die Betonung auf örtliche Begebenheiten liegen sollte.
Es ist einfach nicht weg zu diskutieren das kleine Gemeinwesen flexibler sind als große und das man viele Menschen leichter bescheißen kann als wenige.
Dazu kommen noch Unterschiede in Mentalität, Religion und Kultur.
Versuch mal als Westfale länger als ein halbes Jahr in Bayern zu leben, dann weißt du was ich meine.
Als Rheinländer für drei Jahre in Oberfranken weiß ich, worauf Du hinaus möchtest. Selbstverständlich prägen in erster Linie regionale Voraussetzungen das entsprechende kulturelle Gemeinwesen. Daher bleibt mir auch undeutlich, wie man so verrückt sein kann, "eine Weltregierung" anzustreben, bei sovielen Welten.

Pommes
27.06.2009, 10:21
Ja, das wird ein Schiß sein. Also spar dir das mit dem Besen.;)

Regionalgelder? Habe ich zweifellos schon von gelesen und fand das auch sehr interessant. Wer aber gibt diese Gelder derart heraus, dass sie auch auf Akzeptanz bei den Leuten stoßen? Jedenfalls habe ich mit dem "Angler" meiner Bekannten eine Übereinkunft treffen können: Fisch gegen Grünzeug! Darüber hinaus stellen sich Fragen nach der Region. NRW z. B. ist ein Nachkriegsergebnis. Kann es unter den Aspekten eines "Neubeginns" so bestand haben, gerade wenn man an die Masse Menschen denkt? Oder wäre eine Aufsplittung in Westfalen und Rheinland begehrenswerter? Dann würde sich u. U. Rheinland-Pfalz nur noch auf die Pfalz beschränken, jedenfalls wollte man die Vorweltkriegsregionalgrenzen wieder anstreben.


Als Rheinländer für drei Jahre in Oberfranken weiß ich, worauf Du hinaus möchtest. Selbstverständlich prägen in erster Linie regionale Voraussetzungen das entsprechende kulturelle Gemeinwesen. Daher bleibt mir auch undeutlich, wie man so verrückt sein kann, "eine Weltregierung" anzustreben, bei sovielen Welten.

@ … Spökes

*Zitat: „Ja, das wird ein Schiß sein. Also spar dir das mit dem Besen.“-/-
Ok ersatzweise nehme ich auch die Putzfrau.

*Zitat: „Regionalgelder? Habe ich zweifellos schon von gelesen und fand das auch sehr interessant. Wer aber gibt diese Gelder derart heraus, dass sie auch auf Akzeptanz bei den Leuten stoßen?“-/-

Diese Gelder geben zweckmäßigerweise die Gemeinden heraus, diese besorgen über den Unterhalt und die Erweiterung der Infrastruktur die Geldemission.

(das Wunder von Wörgl)

http://userpage.fu-berlin.de/roehrigw/benjes/ben06.html

Mit der Emission über die Gemeinden hat sich die Regionalitätsfrage erübrigt, die Wertscheine können allgemein kompatibel sein.
Die Menschen werden ganz schnell feststellen das sie mit dem Regionalgeld keine Kapitalrenditen mehr erwirtschaften müssen und darüber hinaus werden Arbeitsplätze entstehen die sonst möglicherweise in China zu finden währen.
Selbst der Fiskus hätte seine Freude, denn wo noch gearbeitet wird kommen auch noch Steuern rein.
*Zitat: „Daher bleibt mir auch undeutlich, wie man so verrückt sein kann, "eine Weltregierung" anzustreben, bei so vielen Welten.“-/-
Mir bleibt etwas viel Schlimmeres undeutlich, nämlich wie man ein Weltgeld anstreben kann.
Die unterschiedlichen Leistungspotentiale wären letztlich gar nicht korrekt bewertbar und damit ist eine solche Währung wohl butterweich.

Spökes
27.06.2009, 10:31
So sehe ich gerade im Kölner Stadt-Anzeiger das ungewöhnliche Vorschläge durchaus fruchten können. So bemängelte ich, eigentlich eher kommunalpolitisch aktiv, das Fehlen von Schulgärten, in denen die Kinder und Jugendlichen mit dem Existenziellen des Lebens vertraut gemacht werden. Nun gab es einen Schulwettbewerb und dem Motto: "Ädäppel an der Schull" - Kartoffeln an der Schule. Gewonnen hatte eine OGTS in Köln-Höhenberg gefolgt von einer Grundschule in Kerpen-Sindorf. Getragen wurde dieses von der SK Stiftung Kultur und einem mir bekannten Gutsherrn. Was geschieht nun tatsächlich?

Britta
27.06.2009, 11:39
Der Handel kommt schon deshalb nicht zum Erliegen, weil man sich nämlich dann, der seit langem im Hintergrund gebastelten Regionalgelder bedienen wird und so wird es dieses mal wohl nicht bei einem Wörgl bleiben und wahrscheinlich wird man es sich auch nicht wieder verbieten lassen, es sei denn, den Kapitalisten gelingt es, wieder eine faschistische Diktatur zu errichten.

Ein Jahr, nachdem das Projekt in Wörgl gestartet ist, klagt sie vor dem Verwaltungsgerichtshof. Sie sieht ihr Banknotenprivileg bedroht. Die Bank hat Erfolg, am 15. September 1933 müssen die Bewohner der Region das Experiment aufgeben.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0328/tagesthema/0027/index.html

Leider befürchte ich, dass es den Kapitalisten gelingen wird eine faschistische Weltdiktatur zu errichten. :traurig:

Pommes
28.06.2009, 21:37
Leider befürchte ich, dass es den Kapitalisten gelingen wird eine faschistische Weltdiktatur zu errichten. :traurig:


Es ist aber an uns das zu verhindern!

naiv
29.06.2009, 22:55
@ … Britta

*Zitat: „Wie willst du aus der Zinsenfalle herauskommen?“-/-

Da brauche ich gar nicht viel zu tun, denn die Zeit arbeitet gegen das System und so wird sich der Zinsendienst schon in kurzer Zeit, aus Steuermitteln nicht mehr bedienen lassen.
Zuvor wird aber die Wirtschaft in eine Deflation nie da gewesenen Umfangs geraten, was unter anderem dazu beiträgt, daß der Staat durch Insolvenz unregierbar wird.
Über die Reichen muß ich mir keine Sorgen machen, die springen aus den Fenstern oder vor die Züge, beziehungsweise sie verlieren ihre Vermögen mit ihren Unternehmen (Schickedanz).

*Zitat: „Und selbst wenn das zu schaffen wäre, ist das in 3-4 Generationen mittels Medienverblödung wieder vergessen und beginnt von vorne.“-/-

Wenn es einmal gelingt, eine Basisdemokratie zu installieren und die Monopole wieder an den Staat zu bringen, bzw. auch das Medienmonopol zu zerschlagen, dann denke ich mal, haben wir gute Chancen elitären Bestrebungen entgegen zu wirken.

*Zitat: „Marx hab ich nicht gelesen. Allerdings hat Hellman hier aufgezeigt, daß der eigentlich für das Kapital gearbeitet hat.“-/-

Zumindest hat Marx das Kapital nicht verstanden, denn er hat statt die Wurzel auszureißen an den Symptomen gedoktert.
Die richtige Sicht der Dinge hatte Proudhon, er hat das Kapital richtig beurteilt seine Theorie wurde später von Gesell aufgegriffen und präzisiert.

Banken, die sich die Napoleons und Hitlers dieser Welt kaufen, bzw. diese erst ermöglichen, kaufen sich auch alle Marx und Engels dieser Welt. An Geldmangel wird es nicht liegen, die drucken das Zeug ohne Konsequenz.

Und mit ein paar Fensterstürzen wird es wohl nicht bleiben; Menschen werden verhungern und verdursten, wenn es zum "äußersten" kommt. Um diese Schicksale geht es.

Die Zeit arbeitet gegen die Menschen. Und bei einer Exponentialfunktion, wo Geld gegen 5 % verliehen wird, ist die Wiederholung des Desasters erst nach 60-80 Jahren programmiert.

naiv
29.06.2009, 22:58
Es ist aber an uns das zu verhindern!

Wie ?

Annahme: dir stehen ca. 1.000 Menschen zur Verfügung und du bist jetzt der Macher. (diese repräsentieren einen normalen Schnitt durch die Bevölkerung: Arbeiter, Angestellte, Rentner, etc, also nicht 1.000 Multimillionäre mit fast unbegrenzten finanz. Mitteln - aber jeder möchte "aktiv" nach seinen Möglichkeiten beitragen).

Auf Basis der bestehenden "Ordnung" der BRD: was sollen wir als erstes tun ? - Was ist das Ziel, wie wird die Umsetzung realisert ?

naiv
29.06.2009, 22:59
Leider befürchte ich, dass es den Kapitalisten gelingen wird eine faschistische Weltdiktatur zu errichten. :traurig:

Faschismus ist der richtige Begriff. Nur werden die Faschisten nur erkannt, wenn sie Uniformen und Swastikas tragen. Das ist der fatale Irrtum.

Britta
29.06.2009, 23:17
Faschismus ist der richtige Begriff. Nur werden die Faschisten nur erkannt, wenn sie Uniformen und Swastikas tragen. Das ist der fatale Irrtum.
Ich weiß schon lange, dass die Anzug und Krawatte tragen. :winken:

naiv
29.06.2009, 23:42
Ich weiß schon lange, dass die Anzug und Krawatte tragen. :winken:

:) ... und auch die roten, schwarzen und braunen Uniformen.

Eine Bewegung in den 1920er in Verona entstanden: gemeinsam sind wir stark, der Einzelne zählt nichts, nur die Gemeinschaft ist wichtig. Deshalb wählte man die fasces, das Rutenbündel.

Aus den Faschisten entwickelten sich 2 Richtungen, eine politische, Mussolini und die Cosa Nostra, die Mafia.

Deshalb ist das Rutenbündel mit der AXT auch das Zeichen von Hitler und Mussolini:

http://aftermathnews.files.wordpress.com/2007/11/130105fasces3.jpg

Auch dort zu finden:

http://aftermathnews.files.wordpress.com/2008/01/bush_speech_fasces.jpg

Der Präsident der "größten Demokratie" der Welt spricht zwischen 2 Rutenbündeln. Aber das paßt, denn sein Großvater Prescott Bush war Initiator der IG Farben Gründung 1926 in Deutschland, dem Hauptfinanzierer von Hitlers Truppe.

bolschowski
30.06.2009, 06:42
Man bedenke
Volkes Willen in der Schenke
Wer der Wut den Boden gibt
Sich Korruption und Gier ergibt
Macht mit Macht und Geld verschiebt
Erlaubt, laßt Euch ermahnen
auf der Straße alle Fahnen
die Fäuste gestreckt, Parolen posaunen
nicht nur die Bunten, bald auch die Braunen

Pommes
30.06.2009, 14:13
Wie ?

Annahme: dir stehen ca. 1.000 Menschen zur Verfügung und du bist jetzt der Macher. (diese repräsentieren einen normalen Schnitt durch die Bevölkerung: Arbeiter, Angestellte, Rentner, etc, also nicht 1.000 Multimillionäre mit fast unbegrenzten finanz. Mitteln - aber jeder möchte "aktiv" nach seinen Möglichkeiten beitragen).

Auf Basis der bestehenden "Ordnung" der BRD: was sollen wir als erstes tun ? - Was ist das Ziel, wie wird die Umsetzung realisert ?

Mit 1000 Menschen geht schon was, da sind dann Handwerker,
Bauern, Händler etc.
So ganz spontan, würde ich mt denen eine Regionalgeldinitiative gründen, um beispielsweise faschistischen Strömungen vorzubeugen, denn Leute die begriffen haben was falsch läuft, fallen auch nicht in das braune Kackfaß.

naiv
30.06.2009, 14:22
[=Pommes;20170]Mit 1000 Menschen geht schon was, da sind dann Handwerker,
Bauern, Händler etc.
So ganz spontan, würde ich mt denen eine Regionalgeldinitiative gründen,

O.K. - Wie machen wird das konkret ? - Was brauchst du ? Druckmaschinen ? - Wie machen wir das mit dem "Vertrauen" in das Regionalgeld (wie soll das genau aussehen) ? - Wie kompensieren wir das Problem mit einer nationalen/int. "Anerkennung ?

Ich brauche ja immer noch den € oder andere, "anerkannte" Währungen, f. PKW-Kauf, Haus-Kauf, Reise buchen,etc.

um beispielsweise faschistischen Strömungen vorzubeugen, denn Leute die begriffen haben was falsch läuft, fallen auch nicht in das braune Kackfaß.

Was ist eine fasch. Strömung und wie kompensiere ich das mit Regionalgeld ?

Spökes
30.06.2009, 15:39
Ich brauche ja immer noch den € oder andere, "anerkannte" Währungen, f. PKW-Kauf, Haus-Kauf, Reise buchen,etc.



Zu Zeiten von Regionalgeldern, kann ich mir vorstellen, kauft man keine Häuser mehr sondern baut sie, einen PKW benötigt man wo auch immer als Letztes wenn überhaupt und gereist wird auf Schusters Rappen. Damit würden sich selbstverständlich alle völkerrechtlichen Gebilde der Vergangenheit und der Gegenwart hier in Mitteleuropa aufheben und sich Raum für die von Gott den Menschen gegebene Freiheit auftun.

Cheops
30.06.2009, 16:04
Zu Zeiten von Regionalgeldern, kann ich mir vorstellen, kauft man keine Häuser mehr sondern baut sie, einen PKW benötigt man wo auch immer als Letztes wenn überhaupt und gereist wird auf Schusters Rappen. Damit würden sich selbstverständlich alle völkerrechtlichen Gebilde der Vergangenheit und der Gegenwart hier in Mitteleuropa aufheben und sich Raum für die von Gott den Menschen gegebene Freiheit auftun. Also mal ehrlich, wozu braucht man in den Zeiten von Überschuss an Wohnraum denn noch eigene Häuser? Fast täglich kommen Berichte, wie sehr das in die Hose gehen kann, weil die Bauträger pleite gehen und sich die Bauherrn völlig überschulden und da kann ich ein Lied von singen, denn vor genau 10 Jahren habe ich mich verschuldet, um meine Mietwohnung technisch auf den letzten Stand zu bringen. Dann wurde ich krank, verlor den Job und konnte die Raten in der Höhe nicht mehr zahlen. Nun bin ich seit 2001 ein Gast bei der Schuldnerberatung und mein Zinseszins läuft weiter.
Es muss nicht eine Krankheit sein, wie ich sie habe, ein Autounfall kann ähnliches auslösen. Ich kann von Schulden nur abraten, denn alle Banken denken nur an sich, egal, womit sie werben!

Spökes
30.06.2009, 16:14
Also mal ehrlich, wozu braucht man in den Zeiten von Überschuss an Wohnraum denn noch eigene Häuser? Fast täglich kommen Berichte, wie sehr das in die Hose gehen kann, weil die Bauträger pleite gehen und sich die Bauherrn völlig überschulden und da kann ich ein Lied von singen, denn vor genau 10 Jahren habe ich mich verschuldet, um meine Mietwohnung technisch auf den letzten Stand zu bringen. Dann wurde ich krank, verlor den Job und konnte die Raten in der Höhe nicht mehr zahlen. Nun bin ich seit 2001 ein Gast bei der Schuldnerberatung und mein Zinseszins läuft weiter.
Es muss nicht eine Krankheit sein, wie ich sie habe, ein Autounfall kann ähnliches auslösen. Ich kann von Schulden nur abraten, denn alle Banken denken nur an sich, egal, womit sie werben!
Natürlich wird man bei einem rapiden Ansteigen der Sterberate durch die unterschiedlichsten Einschränkungen vorerst nicht Neues benötigen, auch keine Häuser. Selbst die großzügigsten Villen werden verwaisen. So erwarte ich, sofern die Krise außer kontrolle ist, einen knapp 20 Jahre währenden Niedergang, tja so Richtung Mittelalter:giggle::D, wobei viele Überlebende des ersten "Kulturschocks" (Massenarbeitslosigkeits, Staatpleite,...) nicht ausreichend Anpassungsfähigkeit an den Tag legen können.

P.S: Cheops, in der Kölner Bucht läuft es ein wenig anders als in der "Provinz". Das Kölner Umland hat stetigen Zuzug, was ansonsten eben anders ist.

Cheops
30.06.2009, 16:20
Natürlich wird man bei einem rapiden Ansteigen der Sterberate durch die unterschiedlichsten Einschränkungen vorerst nicht Neues benötigen, auch keine Häuser. Selbst die großzügigsten Villen werden verwaisen. So erwarte ich, sofern die Krise außer kontrolle ist, einen knapp 20 Jahre währenden Niedergang, tja so Richtung Mittelalter:giggle::D, wobei viele Überlebende des ersten "Kulturschocks" (Massenarbeitslosigkeits, Staatpleite,...) nicht ausreichend Anpassungsfähigkeit an den Tag legen können. Wer ein Haus hat, der muss ja genauso zahlen, nur nennt sich das anders, Instandhaltung oder so. Ich kenne aus meinem Orchester eine Menge Hausbesitzer und es gibt kaum einen, der nicht jammert.

Spökes
30.06.2009, 16:29
Wer ein Haus hat, der muss ja genauso zahlen, nur nennt sich das anders, Instandhaltung oder so. Ich kenne aus meinem Orchester eine Menge Hausbesitzer und es gibt kaum einen, der nicht jammert. Klar, weil ein Haus Wind und Wetter ausgesetzt ist. Da bleibt immer etwas zu tun. Aber die Frage ist doch: "Was passiert tatsächlich" in Zusammenhang mit dieser Krise. Nun, tatsächlich passiert nach meiner Einschätzung, eben weil das "System" außer Kontrolle ist, dass kaum ein Stein auf dem Anderen bleibt. Die einzige Sorge die ich dabei habe ist, dass dies über Nacht, also von heut auf morgen, passiert. Dann ist zusätzlich noch jemand amok gelaufen.

Cheops
30.06.2009, 16:34
Klar, weil ein Haus Wind und Wetter ausgesetzt ist. Da bleibt immer etwas zu tun. Aber die Frage ist doch: "Was passiert tatsächlich" in Zusammenhang mit dieser Krise. Nun, tatsächlich passiert nach meiner Einschätzung, eben weil das "System" außer Kontrolle ist, dass kaum ein Stein auf dem Anderen bleibt. Die einzige Sorge die ich dabei habe ist, dass dies über Nacht, also von heut auf morgen, passiert. Dann ist zusätzlich noch jemand Amok gelaufen. Was spricht gegen eine bezahlbare Wohnung? Meine ist ein Eigenheim von 1995 und soviel Sonne hatte ich die 38 Jahre davor noch nie. Gegenüber ist ein Volkspark und so lebe ich fast im Grünen und dennoch in der Großstadt. Nur muss ich eben nicht das Risiko eines Hauses tragen. ;)

Spökes
30.06.2009, 16:47
Was spricht gegen eine bezahlbare Wohnung? Meine ist ein Eigenheim von 1995 und soviel Sonne hatte ich die 38 Jahre davor noch nie. Gegenüber ist ein Volkspark und so lebe ich fast im Grünen und dennoch in der Großstadt. Nur muss ich eben nicht das Risiko eines Hauses tragen. ;)Du glaubst doch nicht, dass ich bisher verstanden habe, wieso Ihr im Osten die volkseigenen Wohnungen nochmal gekauft habt. Die waren doch schon euch! Also, natürlich spricht nichts gegen bezahlbaren Wohnraum, wobei ich mir immer noch vorstellen kann, dass er in Bezug auf die fortgeschrittene Krise auch garnichts mehr kostet.

Pommes
30.06.2009, 18:58
O.K. - Wie machen wird das konkret ? - Was brauchst du ? Druckmaschinen ? - Wie machen wir das mit dem "Vertrauen" in das Regionalgeld (wie soll das genau aussehen) ? - Wie kompensieren wir das Problem mit einer nationalen/int. "Anerkennung ?

Ich brauche ja immer noch den € oder andere, "anerkannte" Währungen, f. PKW-Kauf, Haus-Kauf, Reise buchen,etc.



Was ist eine fasch. Strömung und wie kompensiere ich das mit Regionalgeld ?

Regionalgelder sind Komplementärwährungen, das heißt also du mußt eine Referenzwährung hinterlegen, was aber der Sache keinen Abbruch tut, denn wir wollen ja ein Tauschmittel, eines das umläuft ohne gehalten zu werden.
Gleichzeitig halten wir den Euro und werden erleben, daß das bessere Tauschmittel das schlechtere verdrängt.
Meine tausend Leute haben natürlich sofort eine Gemeinde geründet und über die öffentlichen Ausgaben werden die Regios emittiert.
Für deine internationalen Geschäfte kannst du Euro eintauschen.
Die Vertrauensfragen stellt sich nicht, denn du kannst ja deine Steuern auch mit Regios bezahlen, jedenfalls bei uns im Dorf.

Zitat:Was ist eine fasch. Strömung und wie kompensiere ich das mit Regionalgeld ?

Faschistische Strömungen sind national rechts gerichtete, totalitäre Einflüsse, die zunächst den arbeitslosen, unzufriedenen Döspaddel von der 7ten Sohle ergreifen.
Um dem vorzubeugen, ist eine Vollbeschäftigung das Mittel meiner Wahl und diese Vollbeschäftigung erhalte ich mit einer regionalen Wirtschaft, durch regionales Geld.

Cheops
30.06.2009, 19:05
Du glaubst doch nicht, dass ich bisher verstanden habe, wieso Ihr im Osten die volkseigenen Wohnungen nochmal gekauft habt. Die waren doch schon euch! Also, natürlich spricht nichts gegen bezahlbaren Wohnraum, wobei ich mir immer noch vorstellen kann, dass er in Bezug auf die fortgeschrittene Krise auch garnichts mehr kostet. Wäre ich nicht 1998 umgezogen, hätte ich meine damalige Wohnung, die ein paar Freunde von mir 1984 für mich umgebaut hatten, während ich im Theater arbeitete, wahrscheinlich für 350 000 DM kaufen müssen und wäre noch tiefer verschuldet und das bis ans Lebensende. Das nur, weil die Wohnungsgesellschaften an der Instandhaltung der Wohnungen in die Pleite gegangen sind. Da bin ich doch lieber Mieter in einem Neubau von 19895, den ein paar westdeutsche Eigentümer hier hingebaut haben, zahle meinen monatlichen Obolus und muss mich um fast nichts kümmern.

Pommes
30.06.2009, 20:35
Wäre ich nicht 1998 umgezogen, hätte ich meine damalige Wohnung, die ein paar Freunde von mir 1984 für mich umgebaut hatten, während ich im Theater arbeitete, wahrscheinlich für 350 000 DM kaufen müssen und wäre noch tiefer verschuldet und das bis ans Lebensende. Das nur, weil die Wohnungsgesellschaften an der Instandhaltung der Wohnungen in die Pleite gegangen sind. Da bin ich doch lieber Mieter in einem Neubau von 19895, den ein paar westdeutsche Eigentümer hier hingebaut haben, zahle meinen monatlichen Obolus und muss mich um fast nichts kümmern.

Mieten enthalten übrigens bis zu 70 % Zinsanteile.
Abgesehen davon ist mieten immer ein Verlustgeschäft, denn die Tatsache das du dich um nichts kümmern mußt, bedeutet nur, daß das andere für dich tun und die machen das nicht gratis.
Außerdem kann ein durchschnittlich begabter Mensch auf seiner eigenen Baustelle gutes Geld verdienen und mein Nachbar hat seine Hütte sogar komplett selbst gebaut.

Cheops
30.06.2009, 21:40
Mieten enthalten übrigens bis zu 70 % Zinsanteile.
Abgesehen davon ist mieten immer ein Verlustgeschäft, denn die Tatsache das du dich um nichts kümmern mußt, bedeutet nur, daß das andere für dich tun und die machen das nicht gratis.
Außerdem kann ein durchschnittlich begabter Mensch auf seiner eigenen Baustelle gutes Geld verdienen und mein Nachbar hat seine Hütte sogar komplett selbst gebaut. Natürlich verdienen die heute mit Wohnen Geld, denn es ist ja noch immer eine Marktwirtschaft und in der ist nicht mal der Tod umsonst. Der kostet das Leben. :p
Nur habe ich als Mieter im Vergleich viel weniger Ärger und Verpflichtungen!

Pommes
30.06.2009, 22:35
Natürlich verdienen die heute mit Wohnen Geld, denn es ist ja noch immer eine Marktwirtschaft und in der ist nicht mal der Tod umsonst. Der kostet das Leben. :p
Nur habe ich als Mieter im Vergleich viel weniger Ärger und Verpflichtungen!


Wie gesagt, dafür haste immer das Portmonee in der Hand und am Ende doch kein Egentum.
Abgesehen davon habe ich so viele Verpflichtungen auch nicht und einiges kann man auch sehr gut selber bewältigen.
Letztlich habe ich mit meinem Wohneigentum auch eine Alterssicherung.

Cheops
30.06.2009, 23:27
Wie gesagt, dafür haste immer das Portmonee in der Hand und am Ende doch kein Egentum.
Abgesehen davon habe ich so viele Verpflichtungen auch nicht und einiges kann man auch sehr gut selber bewältigen.
Letztlich habe ich mit meinem Wohneigentum auch eine Alterssicherung. Eigentum verpflichtet und eine Wohnung ist ja keine CD, die ich ins Regal stellen kann und fertig.
So eine Wohnung kostet und nicht zu knapp. Instandhaltung ist generell teuer, weil Handwerker teuer sind. Dass dann auch im Alter und da kann ich genauso gut eine Miete bezahlen, die mir im schlimmsten Fall auch vom Amt erstattet wird. Bei Eigentum hilft niemand, denn da wird höchstens aufgefordert, dieses Eigentum zu verkaufen und sich etwas Billiges zur Miete zu suchen.

naiv
01.07.2009, 02:42
[=Pommes;20195]Regionalgelder sind Komplementärwährungen, das heißt also du mußt eine Referenzwährung hinterlegen,

Ok. Wird nicht funktionieren, weil es egal ist, ob ich den Euro direkt verwende, oder ihn nur hinterlege und durch ein anderes Ersatzpapier benutze.

was aber der Sache keinen Abbruch tut, denn wir wollen ja ein Tauschmittel, eines das umläuft ohne gehalten zu werden.

Auch wenn der Euro nur getauscht und nicht gehalten werden würde, verlöre er an Wert. Da er zu 80 % durch den Dollar gedeckt ist, dieser wiederum an gar nichts gebunden und durch die FED mittels eines eigen kreierten, pervertierten Systems gedruckt und zu 5 % Zins von den Staaten genutzt werden darf, ist es egal, ob wir Euro oder "Regionalgeld" mit uns tragen.

Gleichzeitig halten wir den Euro und werden erleben, daß das bessere Tauschmittel das schlechtere verdrängt.
Das ist - leider - wunschdenken. Ich kann mit dem Euro bsw. ein Auto kaufen, eine Reise buchen.

Die Regionalwährung ist immer an das schlechte Geld gebunden und ein multi-billiiarden Weltwährungssystem, welches u.a. Kriege als Renditemaschinerie nutzt, wird sich dieses Machtmonopol ganz ungern von dir aus der Hand nehmen lassen.

Meine tausend Leute haben natürlich sofort eine Gemeinde geründet und über die öffentlichen Ausgaben werden die Regios emittiert.

Wie soll denn die Geldmenge ermittelt werden, wenn ich nur regional arbeite ? Die Gefahr der Inflation bei falscher Geldmengenpolitik macht auch vor großen Zentralbanken nicht halt, die ein ganzes Heer von Volkswirten und Statistikabteilungen beschäftigen. Was hat deine Gemeinde da entgegen zu setzen ?

Und: die "öffentliche Hand" wird dich platt machen. Du (ich übertreibe mal) sitzt gerade in U-Haft, hast mit deinen engeren Freunden u.a. eine Anklage wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung am Halse und erwartes zw. 8-20 Jahre Knast.

Unter welchem Recht soll die "Geimeinde" gegründet werden ? Wie - wo - Ablauf ?

Für deine internationalen Geschäfte kannst du Euro eintauschen.

Also ist das Regionalgeld nichts ohne den Euro. Und damit tatsächlich nichts. Denn der Euro ist nichts. Und dann ersetze ich noch Nichts durch ein anderes Nichts. Mein "Vertrauen" schwindet da als Marktteilnehmer ganz enorm, bzw. ist gar nicht vorhanden.

Die Vertrauensfragen stellt sich nicht, denn du kannst ja deine Steuern auch mit Regios bezahlen, jedenfalls bei uns im Dorf.
Die VERTRAUENSFRAGE stellt sich bei Zahlungsmitteln IMMER ! Fehlendes Vertrauen hat 1912/13 zum Untergang von 16.000 Banken in den USA geführt. Und wir reden hier immerhin vom Dollar !


Zitat:Was ist eine fasch. Strömung und wie kompensiere ich das mit Regionalgeld ?

Faschistische Strömungen sind national rechts gerichtete, totalitäre Einflüsse, die zunächst den arbeitslosen, unzufriedenen Döspaddel von der 7ten Sohle ergreifen.
Um dem vorzubeugen, ist eine Vollbeschäftigung das Mittel meiner Wahl und diese Vollbeschäftigung erhalte ich mit einer regionalen Wirtschaft, durch regionales Geld.

Interessanter Ansatz. Scheitert leider an der Realität.

Was ist denn bitteschön GELD ? - Schon mal GELD in der Hand gehabt ?

Pommes
01.07.2009, 10:59
@ ... naiv

* Zitat: "Ok. Wird nicht funktionieren, weil es egal ist, ob ich den Euro direkt verwende, oder ihn nur hinterlege und durch ein anderes Ersatzpapier benutze. "-/-

Es ist eben nicht egal, denn wenn der Euro fest sitzt, weil er gespart wird oder im Fall der kommenden Deflation, der Konsument auf fallende Preise spekuliert und deswegen den Euro festhält, ist eine Umlauf gesicherte Regionalwährung das Einzige was noch funktioniert.
Die Regios verlieren permanent an Wert, bis zu 6% im Jahr, deshalb
werden sie nicht gehortet, sondern gegen Waren getauscht.

* Zitat: "Auch wenn der Euro nur getauscht und nicht gehalten werden würde, verlöre er an Wert. Da er zu 80 % durch den Dollar gedeckt ist, dieser wiederum an gar nichts gebunden und durch die FED mittels eines eigen kreierten, pervertierten Systems gedruckt und zu 5 % Zins von den Staaten genutzt werden darf, ist es egal, ob wir Euro oder "Regionalgeld" mit uns tragen. "-/-

Der Euro ist durch gar nichts gedeckt und schon gar nicht durch den Dollar, des weiteren werden mit dem Euro Kapitalrenditen erzielt, leistungslose Einkommen die mit dem Preis der Ware eingefordert werden, was mit den Regios eben auch nicht der Fall ist.
Wenn also beispielsweise in unserem Experiment mit den 1000 Leuten, meine Handwerker ganz ohne Euro wirtschaften, lassen sich mit den Regions ganz andere Preise machen, weil die Vorfinanzierung zinslos daher kommt.



* Zitat: "Zitat:
Gleichzeitig halten wir den Euro und werden erleben, daß das bessere Tauschmittel das schlechtere verdrängt.
Das ist - leider - wunschdenken. Ich kann mit dem Euro bsw. ein Auto kaufen, eine Reise buchen."-/-

Wer weiß wie lange noch?
Derzeit ist nur 2% des weltweiten Devisentransfers dem Warentausch zugeschrieben, 98% sind spekulativ und wenn diese Geldblase platzt, hat der Eure die Arschkarte mit Goldrand,versprochen!


* Zitat: "Die Regionalwährung ist immer an das schlechte Geld gebunden und ein multi-billiiarden Weltwährungssystem, welches u.a. Kriege als Renditemaschinerie nutzt, wird sich dieses Machtmonopol ganz ungern von dir aus der Hand nehmen lassen. "-/-

Du brauchst das Regionalgeld rein theoretisch an gar keine Referenzwährung binden, du kannst es auch an eine Leistung knüpfen.
Ich schaffe es aus dem Nichts und lasse es mit der Tilgung genau dahin wieder verschwinden.
Ich bezahle meine öffentlichen Ausgaben damit und regional entstandene Waren sind Kredikostenfrei unschlagbar im Preis und ich hab die Arbeitsplätze im Dorf, deshalb bin ich sicher, wird schon nach kurzer Zeit niemand mehr Euro haben wollen.

* Zitat: "Wie soll denn die Geldmenge ermittelt werden, wenn ich nur regional arbeite ? Die Gefahr der Inflation bei falscher Geldmengenpolitik macht auch vor großen Zentralbanken nicht halt, die ein ganzes Heer von Volkswirten und Statistikabteilungen beschäftigen. Was hat deine Gemeinde da entgegen zu setzen ? "-/-

Die Geldmenge wird ein Erfahrungswert und was zu viel ist, wird anfangs über die Märchensteuer wieder eingefangen, wenn dann alles eingependelt ist, wird das überflüssig.
Aber zu viel freie Regios hole ich über Steuern ganz fix aus dem Verkehr.


* Zitat: "Unter welchem Recht soll die "Geimeinde" gegründet werden ? Wie - wo - Ablauf ? "-/-

In Dunkeldeutschland gibt es Gemeinden, die sind schon am Tropf, da könnte man jederzeit ein solches Experiment starten und Freigeld ist legal, weil es sich um Gutscheine handelt, die kann ich drucken ohne das mir einer an die Karre fährt.
Das Finanzamt bekommt Euro, weil die Waren die wir überregional verkaufen in Euro bezahlt werden.

* Zitat: "
Für deine internationalen Geschäfte kannst du Euro eintauschen.
Also ist das Regionalgeld nichts ohne den Euro. Und damit tatsächlich nichts. Denn der Euro ist nichts. Und dann ersetze ich noch Nichts durch ein anderes Nichts. Mein "Vertrauen" schwindet da als Marktteilnehmer ganz enorm, bzw. ist gar nicht vorhanden. "-/-

Das ist wie bereits erwähnt falsch, weil das Regionalgeld ganz andere Eigenschaften hat als der Euro und über eine Wertschöpfung gedeckt ist.
Diese Wertschöpfung ist auch der Vertrauen bildenden Faktor denn der Metzger nimmt das Geld, weil er weiß, du kommst damit zu ihm und der Bauer nimmt es weil er weiß, daß der Metzger zu ihm kommt und Schweine kauft, usw.!
Mit den Euros ist das nicht so, die gibst du dem Metzger und der kauft die Viecher in Argentinien.


* Zitat: "Zitat:
Faschistische Strömungen sind national rechts gerichtete, totalitäre Einflüsse, die zunächst den arbeitslosen, unzufriedenen Döspaddel von der 7ten Sohle ergreifen.
Um dem vorzubeugen, ist eine Vollbeschäftigung das Mittel meiner Wahl und diese Vollbeschäftigung erhalte ich mit einer regionalen Wirtschaft, durch regionales Geld.
Interessanter Ansatz. Scheitert leider an der Realität."-/-

Menschen die Arbeit haben und sich ihren Wohlstand verdienen können, sind im Regelfall zufrieden, tolerant und weltoffen.
Diese Menschen haben so gut wie kein Risiko im Kackfaß zu landen.
Die braune Suppe besteht zum größten Teil, aus von der Gesellschaft entfremdeten Minderheiten, deren Neid, Hass auf alles Fremde erzeugt, der sich letztlich gegen die Gesellschaft selber richtet und versucht alles Minderwertige zu vernichten.
Das dritte Reich war bekannt dafür.

* Zitat: "Was ist denn bitteschön GELD ? "-/-

Geld ist konservierte, geleistete Arbeit.

* Zitat: "- Schon mal GELD in der Hand gehabt ?"-/-

Nein noch nie! ;-)

naiv
01.07.2009, 17:22
@ ... naiv



Es ist eben nicht egal, denn wenn der Euro fest sitzt, weil er gespart wird oder im Fall der kommenden Deflation, der Konsument auf fallende Preise spekuliert und deswegen den Euro festhält, ist eine Umlauf gesicherte Regionalwährung das Einzige was noch funktioniert.
Die Regios verlieren permanent an Wert, bis zu 6% im Jahr, deshalb
werden sie nicht gehortet, sondern gegen Waren getauscht.



Der Euro ist durch gar nichts gedeckt und schon gar nicht durch den Dollar, des weiteren werden mit dem Euro Kapitalrenditen erzielt, leistungslose Einkommen die mit dem Preis der Ware eingefordert werden, was mit den Regios eben auch nicht der Fall ist.
Wenn also beispielsweise in unserem Experiment mit den 1000 Leuten, meine Handwerker ganz ohne Euro wirtschaften, lassen sich mit den Regions ganz andere Preise machen, weil die Vorfinanzierung zinslos daher kommt.





Wer weiß wie lange noch?
Derzeit ist nur 2% des weltweiten Devisentransfers dem Warentausch zugeschrieben, 98% sind spekulativ und wenn diese Geldblase platzt, hat der Eure die Arschkarte mit Goldrand,versprochen!



Du brauchst das Regionalgeld rein theoretisch an gar keine Referenzwährung binden, du kannst es auch an eine Leistung knüpfen.
Ich schaffe es aus dem Nichts und lasse es mit der Tilgung genau dahin wieder verschwinden.
Ich bezahle meine öffentlichen Ausgaben damit und regional entstandene Waren sind Kredikostenfrei unschlagbar im Preis und ich hab die Arbeitsplätze im Dorf, deshalb bin ich sicher, wird schon nach kurzer Zeit niemand mehr Euro haben wollen.



Die Geldmenge wird ein Erfahrungswert und was zu viel ist, wird anfangs über die Märchensteuer wieder eingefangen, wenn dann alles eingependelt ist, wird das überflüssig.
Aber zu viel freie Regios hole ich über Steuern ganz fix aus dem Verkehr.



In Dunkeldeutschland gibt es Gemeinden, die sind schon am Tropf, da könnte man jederzeit ein solches Experiment starten und Freigeld ist legal, weil es sich um Gutscheine handelt, die kann ich drucken ohne das mir einer an die Karre fährt.
Das Finanzamt bekommt Euro, weil die Waren die wir überregional verkaufen in Euro bezahlt werden.



Das ist wie bereits erwähnt falsch, weil das Regionalgeld ganz andere Eigenschaften hat als der Euro und über eine Wertschöpfung gedeckt ist.
Diese Wertschöpfung ist auch der Vertrauen bildenden Faktor denn der Metzger nimmt das Geld, weil er weiß, du kommst damit zu ihm und der Bauer nimmt es weil er weiß, daß der Metzger zu ihm kommt und Schweine kauft, usw.!
Mit den Euros ist das nicht so, die gibst du dem Metzger und der kauft die Viecher in Argentinien.




Menschen die Arbeit haben und sich ihren Wohlstand verdienen können, sind im Regelfall zufrieden, tolerant und weltoffen.
Diese Menschen haben so gut wie kein Risiko im Kackfaß zu landen.
Die braune Suppe besteht zum größten Teil, aus von der Gesellschaft entfremdeten Minderheiten, deren Neid, Hass auf alles Fremde erzeugt, der sich letztlich gegen die Gesellschaft selber richtet und versucht alles Minderwertige zu vernichten.
Das dritte Reich war bekannt dafür.


Geld ist konservierte, geleistete Arbeit.


Nein noch nie! ;-)

Ich mache es kurz:

Du bist sicherlich nicht der erste mit dieser Idee. Warum gibt es noch keine "bekannten", überregionalen "Tauschringe/Alternativwährungen".

Woran scheitert es ?

Und auch für "braune Suppe" brauchst du Geld, was ein gen. Tauschmittel ist. Nimm etwas, was global anerkannt wird, den Zinseszins negiert und alle sind zufrieden.

Pommes
01.07.2009, 18:07
Ich mache es kurz:

Du bist sicherlich nicht der erste mit dieser Idee. Warum gibt es noch keine "bekannten", überregionalen "Tauschringe/Alternativwährungen".

Woran scheitert es ?

Und auch für "braune Suppe" brauchst du Geld, was ein gen. Tauschmittel ist. Nimm etwas, was global anerkannt wird, den Zinseszins negiert und alle sind zufrieden.

Nein die Idee ist hundert Jahre alt und von Silvio Gesell und wurde in Wörgl von Michael Unterguggenberger umgesetzt, durch die österreichische Nationalbank verboten, weil der Erfolg durchschlagend war und die Bonzen ihre Felle davon schwimmen sahen.

Alternativwährungen (Freigeld) braucht nicht überregional sein, weil die damit entstandene Wertschöpfung überall veräußert werden kann.
Eine global anerkannte Währung wird es niemals geben, jedenfalls nicht zur Zufriedenheit aller Teilnehmer und das liegt an der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit der einzelnen Volkswirtschaften.

Britta
01.07.2009, 18:45
Der Euro ist durch gar nichts gedeckt und schon gar nicht durch den Dollar,
Stimmt. Ich dachte auch erst, er sei durch den Dollar gedeck, doch der Dollar ist nichts mehr wert, weil seine Menge drastisch erhöht wurde.

Der Euro ist einzig und alleine durch das Vertrauen der Bürger gedeckt. Geht das Vertrauen verloren, ist auch der Euro nichts mehr wert.

Britta
01.07.2009, 18:48
Alternativwährungen (Freigeld) braucht nicht überregional sein, weil die damit entstandene Wertschöpfung überall veräußert werden kann.
Eine global anerkannte Währung wird es niemals geben, jedenfalls nicht zur Zufriedenheit aller Teilnehmer und das liegt an der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit der einzelnen Volkswirtschaften.
Regionale Alternativwährungen existieren. So zum Beispiel die venezuelanischen Bolivares. Sie sind hier bei den Banken nicht zu bekommen und sie dürfen auch nicht aus Venezuela mitgenommen werden. Letztes Jahr war der offizielle Tauschkurs 1 zu 3,5. Schwarz bekommt man etwas mehr dafür, weil die Euros und Dollars an diejenigen verkauft werden, die ihr Geld aus dem Land schaffen wollen.

Chavez verkauft das venezuelanische Öl in Dollar und in Euro. Die Preise in Venezuela sind für Nahrungsmittel festgeschrieben.

naiv
01.07.2009, 20:49
Nein die Idee ist hundert Jahre alt und von Silvio Gesell und wurde in Wörgl von Michael Unterguggenberger umgesetzt, durch die österreichische Nationalbank verboten, weil der Erfolg durchschlagend war und die Bonzen ihre Felle davon schwimmen sahen.

Alternativwährungen (Freigeld) braucht nicht überregional sein, weil die damit entstandene Wertschöpfung überall veräußert werden kann.
Eine global anerkannte Währung wird es niemals geben, jedenfalls nicht zur Zufriedenheit aller Teilnehmer und das liegt an der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit der einzelnen Volkswirtschaften.

Edelmetalle werden gen. anerkannt. Und GELD ist aus Metall. Die Banknoten sind nur die Lagerscheine für Geld gewesen.

naiv
01.07.2009, 20:50
Stimmt. Ich dachte auch erst, er sei durch den Dollar gedeck, doch der Dollar ist nichts mehr wert, weil seine Menge drastisch erhöht wurde.

Der Euro ist einzig und alleine durch das Vertrauen der Bürger gedeckt. Geht das Vertrauen verloren, ist auch der Euro nichts mehr wert.

"Offiziell" erfolgt eine Deckung durch den Dollar. Natürlich ist das auch nur Papier; insofern wird "nichts" durch "nichts" gedeckt. Gute Erfindung.

Pommes
01.07.2009, 23:27
@ ... naiv

* Zitat: "Edelmetalle werden gen. anerkannt. Und GELD ist aus Metall. Die Banknoten sind nur die Lagerscheine für Geld gewesen. "-/-

Edelmetalle werden jedoch niemals ein funktionierendes Tauschmittel sein, schon deshalb nicht weil sie stark wertschwankend sind.
Tauschmittel müssen etwa gleichwertig sein, um ihrer Bezeichnung gerecht zu werden.
Insofern kann man das Umlauf gesicherte Freigeld als geeignetes Tauschmittel bezeichnen, denn es verliert wenn es liegen bleibt, selbsttätig seien Wert, genau wie die Ware auch, wir brauchen nur an die braunen Bananen und den 1 Jahr alten Neuwagen denken.
Hier hat der Besitzer des Zinsgeldes, den Vorteil, daß sein Geld temporär immer wertvoller wird und die Ware immer mehr Wert verliert. Der Geldbesitzer braucht als nur seinen Konsum verzögern und auf fallende Preise zu spekulieren, um seine Vorteile zu haben.
Das ein solches Tauschmittel der Wirtschaft schadet braucht nicht weiter erörtert werden.

Cheops
01.07.2009, 23:34
Edelmetalle werden gen. anerkannt. Und GELD ist aus Metall. Die Banknoten sind nur die Lagerscheine für Geld gewesen. Geld war zumindest früher mal Metall gewesen, als es noch Golddukaten und Golddollar gab . Nur war das ais Zahlungsmittel im Alltag auf Dauer zu unhandlich und zu schwer, da überlegte man sich einen gleichwertigen Ersatz aus Papier, weil das leichter mit sich rumzutragen war.

Pommes
01.07.2009, 23:41
"Offiziell" erfolgt eine Deckung durch den Dollar. Natürlich ist das auch nur Papier; insofern wird "nichts" durch "nichts" gedeckt. Gute Erfindung.

Nein offiziell erfolgt eben keine Deckung über den Dollar.
Der Dollar ist eine sogenannte Leitwährung und viele Länder halten ihn als Währungsreserve.
Zitat Wikipedia:
Im 21. Jahrhundert wird die Sicherheit des Geldes überwiegend durch andere Währungen und die Funktion des Internationalen Währungsfonds sowie der Notenbanken in den einzelnen Mitgliedsländern garantiert.-/-

Ich denke mal, daß das mit einer Dollar-Deckung nichts zu tun hat, zumal die Zentralbanken sich eben auch verschiedener Währungen und Wertpapiere bedienen um ihre Bilanzen zu sichern.

naiv
02.07.2009, 00:54
[Pommes;20270]@ ... naiv
Edelmetalle werden jedoch niemals ein funktionierendes Tauschmittel sein, schon deshalb nicht weil sie stark wertschwankend sind.

Wie bitte ? - Jetzt erkläre mir bitte mal GELD !

naiv
02.07.2009, 01:01
Geld war zumindest früher mal Metall gewesen, als es noch Golddukaten und Golddollar gab . Nur war das ais Zahlungsmittel im Alltag auf Dauer zu unhandlich und zu schwer, da überlegte man sich einen gleichwertigen Ersatz aus Papier, weil das leichter mit sich rumzutragen war.

Richtig ! NUR DAS IST "GELD".

Das Giralgeld oder Papiergeld war zunächst nur als "Erleichterung" gedacht, damit man nicht permanent sein ganzes Metall mittragen mußte.

Banknoten sind gewissermaßen Lagerscheine für das GELD, sprich i.d.R: Edelmetall.

So weit so gut. Mit der Zeit stellten die "Lagerstätten" fest, dass die Lagerscheine selbst getauscht wurden, immer weniger holten tatsächlich ihr Geld ab.

Und nun wurde neues "Geld" erfunden: man gab einfach mehr Lagescheine aus, als tatsächlich an Geld/Gold/Edelmetall vorhanden war.

Der große Diebstahl begann erst, als Organisationen wie die FED den Bezug zu dem eigentlichen Geld - Golddeckung - auf dem Papier gestrichen haben.
Der Dollar war ürsprünglich die Garantie, in "Coins" einzuwechseln; jetzt ist der GEgenwert "Wir vertrauen auf Gott".

Das Papier ist nicht gleichwertig, es ist nur der Lagerschein für das GELD. Wenn eine neue Serie von Lagerscheinen aber nicht mehr auf das Gold Bezug nimmt, dann ....

naiv
02.07.2009, 01:02
Geld ist konservierte, geleistete Arbeit.

;-)

Das Papier an sich ist zunächst einmal nichts, da ihm nur künstlich ein Wert beigemessen wird. Geld ist ein Tauschmittel, ein generelles oder universelles, welches an Stelle der Ware oder Dienstleistung tritt.

Pommes
02.07.2009, 02:26
Das Papier an sich ist zunächst einmal nichts, da ihm nur künstlich ein Wert beigemessen wird. Geld ist ein Tauschmittel, ein generelles oder universelles, welches an Stelle der Ware oder Dienstleistung tritt.

Geld ist konservierte Arbeit.
Mit meinem Guthaben kann ich mir jederzeit eine Arbeitsleistung kaufen egal in welcher Form, ob ich nun ein Auto kaufe oder meine Brötchen, mit meinem Geld bezahle ich diese Arbeit, infolge dessen ist doch mein Geld doch konservierte Arbeit.
Jeder Wertschöpfung liegt irgendwo eine Arbeitsleistung zu Grunde und auf genau die habe ich mit meinem Geld einen Anspruch.

Pommes
02.07.2009, 02:47
Wie bitte ? - Jetzt erkläre mir bitte mal GELD !

Gold ist quantitativ begrenzt.
Geldmengenausweitung durch Zins und Zinseszins nur begrenzt möglich.
1973 Bretton Woods gekippt, es wäre für das Mondmärchen den kalten Krieg gegen die SU und den Vietnamkrieg schlicht und ergreifend nicht genug Geld da gewesen und ohne Golddeckung brauchte man es nur zu drucken.

Geld ist ursprünglich gedacht als Tauschmittel, es wird ihm ein Wert beigemessen der jederzeit einforderbar ist.
Geld ist auch ein Wertmaßstab, jedenfalls solange die Währung stabil ist was man von Gold nicht behaupten kann.
Geld hat einen entscheidenden Systemfehler, nämlich den, daß es nur über Kredit in die Wirtschaft kommt und das dafür Zinsen fällig werden, die nur über eine Neuverschuldung eines X- beliebigen anderen Wirtschaftssubjektes beigebracht werden können.
Damit ist das System zu unendlichem Wachstum verurteilt, bzw zur Verschuldung all seiner Teilnehmer und wenn das passiert ist geht nix mehr.

Noch Fragen?

Britta
02.07.2009, 06:38
Edelmetalle werden jedoch niemals ein funktionierendes Tauschmittel sein, schon deshalb nicht weil sie stark wertschwankend sind.
Tauschmittel müssen etwa gleichwertig sein, um ihrer Bezeichnung gerecht zu werden.
Insofern kann man das Umlauf gesicherte Freigeld als geeignetes Tauschmittel bezeichnen, denn es verliert wenn es liegen bleibt, selbsttätig seien Wert, genau wie die Ware auch, wir brauchen nur an die braunen Bananen und den 1 Jahr alten Neuwagen denken.
Hier hat der Besitzer des Zinsgeldes, den Vorteil, daß sein Geld temporär immer wertvoller wird und die Ware immer mehr Wert verliert. Der Geldbesitzer braucht als nur seinen Konsum verzögern und auf fallende Preise zu spekulieren, um seine Vorteile zu haben.
Das ein solches Tauschmittel der Wirtschaft schadet braucht nicht weiter erörtert werden.
Edelmetalle waren schon immer ein funktionierendes Tauschmittel und sie sind nicht wertschwankend. Der Preis ist schon lange manipuliert, um den Leuten vorzumachen, es wäre nichts wert. Was tatsächlich nchts wert ist, ist das Geld in Form von Banknoten und inzwischen auch das Münzgeld, welches früher mal Anteile von Gold und Silber enthielt. Es ist nichts mehr wert weil die Banker unser Vertrauen missbraucht und sich selbst maßlos daran bereichert haben. Sie schufen nicht nur Geld aus dem Nichts um das System zu bedienen, sondern auch um sich alles zusammenzukaufen, was sie besitzen wollen, mit dem Resultat, dass ihnen jetzt schon fast die ganze Welt gehört.

Britta
02.07.2009, 06:41
Gold ist quantitativ begrenzt.
Geldmengenausweitung durch Zins und Zinseszins nur begrenzt möglich.
1973 Bretton Woods gekippt, es wäre für das Mondmärchen den kalten Krieg gegen die SU und den Vietnamkrieg schlicht und ergreifend nicht genug Geld da gewesen und ohne Golddeckung brauchte man es nur zu drucken.

Geld ist ursprünglich gedacht als Tauschmittel, es wird ihm ein Wert beigemessen der jederzeit einforderbar ist.
Geld ist auch ein Wertmaßstab, jedenfalls solange die Währung stabil ist was man von Gold nicht behaupten kann.
Geld hat einen entscheidenden Systemfehler, nämlich den, daß es nur über Kredit in die Wirtschaft kommt und das dafür Zinsen fällig werden, die nur über eine Neuverschuldung eines X- beliebigen anderen Wirtschaftssubjektes beigebracht werden können.
Damit ist das System zu unendlichem Wachstum verurteilt, bzw zur Verschuldung all seiner Teilnehmer und wenn das passiert ist geht nix mehr.

Noch Fragen?
Natürlich ist Gold quantitativ begrenzt. Das macht es ja so wertvoll. Und unsere Banker zeigen uns doch gerade, dass Geldmengenausweitung durch Zins und Zinseszins unendlich möglich ist. Sie haben Blasen entstehen lassen, die so groß sind wie das gesamte Bruttosozialprodukt der Erde der nächsten 10 Jahre. Sie haben mit Dingen gehandelt, die noch gar nicht existieren, wie z.B. der Getreideernte im Jahr 2019. :nono:

Pommes
02.07.2009, 08:28
@ ... Britta*

"Edelmetalle waren schon immer ein funktionierendes Tauschmittel und sie sind nicht wertschwankend. "-/-

In den 90ger Jahren lag der Goldpreis um die 400 $, zu Hochzeiten der Börse vor dem Jahr 2000 fiel der Preis für Gold dann auf wenig mehr als 250$, heute liegt er bei fast 1000$ pro Feinunze.
So und nun braucht es nur der Ankündigung, des Verkaufes größerer Mengen Gold und schon stürzt der Goldpreis wieder ab.
Gold ist eine Ware und damit Nachfrage abhängig und somit eben doch wertschwankend.
Damit ist auch die Frage nach der Qualität als Tauschmittel geklärt, denn ein gutes Tauschmittel muß auf jeden Fall wertstabil sein.
Steigt die Nachfrage, steigt der Preis, wird die Förderung erhöht steigt die Menge, fällt der Preis wieder.
Abgesehen davon ist der Privatbesitz von Gold auch schon verboten worden und damit besteht sogar das Risiko enteignet zu werden.

Dazu kommt, daß Gold trotz des Wertverlustrisikos eben gut hortbar ist und schon von daher kein gutes Tauschmittel ist.
Ein gutes Tauschmittel braucht die gleichen Eigenschaften wie die Ware, die es tauschen soll und die verliert eben ständig an Wert.
Ein Freigeld verliert auch ständig an Wert und ist nicht verlustlos hortbar und deshalb zum Warentausch am besten geeignet.

"Und unsere Banker zeigen uns doch gerade, dass Geldmengenausweitung durch Zins und Zinseszins unendlich möglich ist. Sie haben Blasen entstehen lassen, die so groß sind wie das gesamte Bruttosozialprodukt der Erde der nächsten 10 Jahre. Sie haben mit Dingen gehandelt, die noch gar nicht existieren, wie z.B. der Getreideernte im Jahr 2019. "-/-

Tja aber das Spiel dürfte sehr bald aus sein, denn wenn der Zinsendienst nicht mehr geleistet werden kann, geht wohl nichts mehr.
Bis jetzt ging jeder 7te Euro in den Zinsendienst, bei nachlassender Wirtschaftsleistung und steigender Staatsverschuldung ist die Republik sehr schnell unregierbar.

Pommes
02.07.2009, 08:36
@ Britta

Im Rahmen des rooseveltschen New Deal, ist unter anderem
der private Gold- und Silberbesitz verboten worden (von 1933 bis 1974).:winken:

Britta
02.07.2009, 09:09
In den 90ger Jahren lag der Goldpreis um die 400 $, zu Hochzeiten der Börse vor dem Jahr 2000 fiel der Preis für Gold dann auf wenig mehr als 250$, heute liegt er bei fast 1000$ pro Feinunze.
So und nun braucht es nur der Ankündigung, des Verkaufes größerer Mengen Gold und schon stürzt der Goldpreis wieder ab.
Gold ist eine Ware und damit Nachfrage abhängig und somit eben doch wertschwankend.

Der Goldpreis ist hochgradig manipuliert und trotz der Höhe von $1000 Dollar pro Feinunze immer noch unterbewertet.

Bei einer Währungsreform mit gleichzeitigem Schuldenerlass könnte der neue Wert des Dollar auf über 10.000-50.000 alte Dollar steigen, je nachdem wie viel % der Schulden gestrichen werden. Das Geld ist nichts mehr wert, es tendiert gegen null und das kann dir mit Gold nicht passieren. Wenn das Geld vernichtet wird, kannst du mit dem Papier deinen Ofen anzünden. Gold kannst du jederzeit wieder gegen neues Geld tauschen.

Britta
02.07.2009, 09:10
@ Britta

Im Rahmen des rooseveltschen New Deal, ist unter anderem
der private Gold- und Silberbesitz verboten worden (von 1933 bis 1974).:winken:

Ja, ich weiß. Ein Betrug an den Menschen, wie es viele gegeben hat und weiterhin geben wird.

naiv
02.07.2009, 12:13
Der Goldpreis ist hochgradig manipuliert und trotz der Höhe von $1000 Dollar pro Feinunze immer noch unterbewertet.

Bei einer Währungsreform mit gleichzeitigem Schuldenerlass könnte der neue Wert des Dollar auf über 10.000-50.000 alte Dollar steigen, je nachdem wie viel % der Schulden gestrichen werden. Das Geld ist nichts mehr wert, es tendiert gegen null und das kann dir mit Gold nicht passieren. Wenn das Geld vernichtet wird, kannst du mit dem Papier deinen Ofen anzünden. Gold kannst du jederzeit wieder gegen neues Geld tauschen.

Gold ist Geld, da es von allen (vielen) als univ. Zahlungsmittelangesehen wird und länder- und kulturenübergreifend mit einem "Wert" versehen wird.

Das dieser lediglich aus der Reaktionsträgheit mit Sauerstoff resultiert ist dabei unwichtig.

Goldpreis: ist natürlich manipuliert, ab anstatt sich der o.a. Phantasiemarke zu nähern, wird es eher wieder einen Absturz geben. Ist wie mit den "Währungen" ... gleiches System, gleiche Leute

Spökes
02.07.2009, 12:53
Eure Überlegungen sind ja schön und gut, können aber doch nur dann greifen, wenn es einen glatten Übergang gäbe. Der müsste dann allerdings gewollt sein und diesbezüglich haben die stattfindenden Reaktionen keine Ausstrahlung. Die Krise wird, wie gestern in der ARD-Extrasendung zur Krise deutlich wurde, etwas härter hier ankommen, nach Steinbrück jederzeit. Demnach hat Geld in welcher Form auch immer kaum noch Bedeutung. Sachwerte werden gefragt sein und getauscht werden. Wie gesagt, nach Autos und solch einem Schnickschnack wird es mangels Treibstoff und Ähnlichem keine Nutzung oder Nachfrage geben. Das blanke Überleben wird zu sichern sein und man wird Verantwortliche suchen und ,da ja immer noch in "Kauflaune", schnell finden.:D

naiv
02.07.2009, 14:05
Eure Überlegungen sind ja schön und gut, können aber doch nur dann greifen, wenn es einen glatten Übergang gäbe. Der müsste dann allerdings gewollt sein und diesbezüglich haben die stattfindenden Reaktionen keine Ausstrahlung. Die Krise wird, wie gestern in der ARD-Extrasendung zur Krise deutlich wurde, etwas härter hier ankommen, nach Steinbrück jederzeit. Demnach hat Geld in welcher Form auch immer kaum noch Bedeutung. Sachwerte werden gefragt sein und getauscht werden. Wie gesagt, nach Autos und solch einem Schnickschnack wird es mangels Treibstoff und Ähnlichem keine Nutzung oder Nachfrage geben. Das blanke Überleben wird zu sichern sein und man wird Verantwortliche suchen und ,da ja immer noch in "Kauflaune", schnell finden.:D

Der Übergang kommt.

Nur ein Beispiel:

http://www.freelakotabank.com/

Pommes
02.07.2009, 16:01
Der Übergang kommt.

Nur ein Beispiel:

http://www.freelakotabank.com/


Der Übergang kommt.

Nur ein Beispiel:

http://www.chiemgauer.info/

Pommes
02.07.2009, 16:24
@ Britta

Es gilt einfach zu verstehen das wertvolle Dinge als Tauschmittel ungeeignet sind.
Was nützt es denn, wenn das Vermögen mit Gold gesichert werden konnte, dafür aber die Wirtschaft in eine möglicherweise jahrzehnte dauernde Deflation stürzt, mit Millionen von Arbeitslosen, sozialen Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

So ein Reset des Zahlungsmittels könnte völlig problemlos sein, wenn man dem Zins die Möglichkeit gibt negativ zu werden, denn dann wird das Geld den Weg in die Wirtschaft von selber finden.

Man muß es nur tun.

Mit Gold hast du dasselbe Problem wie mit dem Zinsgeld, denn es wird durch horten der Wirtschaft entzogen und es wird auch nur wieder über eine Liquiditätsverzichtprämie verliehen werden und damit wäre alles wieder beim Alten.

Wenn wir etwas bewegen wollen brauchen wir ein Freigeld, ein Tauschmittel welches selbsttätig temporär wertverlustig wird.
Unsere Werte brauchen wir nicht auf monetärer Basis sichern, die können wir auch materiell sichern.

Spökes
02.07.2009, 17:23
Die Story mit den Lakotas kannte ich schon und sie erinnert mich irgendwie an einen Besuch im Schlepp eines kanadischen Altenclubs in so einem indianischen Spielkasino. Ja, sagten die Alten, die Indianer, irgendwo habe ich noch gelochte Spielkarten von dort hier rum liegen, haben mit den Casinos so etwas wie eine "Lizenz zum Gelddrucken".

Beim Chiemgauer hat natürlich der Großbauer immer noch die Möglichkeit, weit mehr Lebensgrundlage für sich zu beanspruchen als er selber bearbeiten kann. Das ist mir nicht ganz recht, was heißen soll: Auf dem Weg ins Paradies auf Erden muss mir so einer nicht unbedingt begegnen.;)

Pommes
02.07.2009, 17:26
@ Britta

90% der Bevölkerung besitzt überhaupt kein Vermögen und ist auf Arbeit angewiesen, Arbeit die den Lebensunterhalt einbringt und eine halbwegs manierliche Lebensqualität sichert.
Mit einem Tauschmittel welches sich aus dem Verkehr ziehen läßt, um durch wie auch immer geartete Liquiditätsverzichtsausgleiche noch wertvoller zu werden, provoziert doch nahezu die künstliche Verknappung.

Somit bleibt es bei Arbeitslosigkeit und Wachstumszwang, Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung.
Und auch die Macht und Herrschaftsansprüche elitärer Minderheiten werden mit dem Goldstandart bestehen bleiben und deshalb müssen solche Bestrebungen gleich von Anfang an bekämpft werden.
Wir kommen nie und nimmer nicht zu unserer Freiheit durch Basisdemokratie, solange mit dem Geldwert Abhängigkeiten generiert werden.
Das fängt an mit der Privatverschuldung von Heini Müller und hört auf beim Völkerfrieden.
Die Zusammenhänge sind nicht schwer zu verstehen, man muß sich nur mit der Freiwirtschaftslehre beschäftigen, der Lohn ist die Erkenntnis und die Verzweiflung ob der Ingnoranz der Anderen.

naiv
02.07.2009, 17:34
Der Übergang kommt.

Nur ein Beispiel:

http://www.chiemgauer.info/

Der Chiemgauer ist an den Euro gekoppelt. Der Euro ist an den Dollar gekoppelt, der Dollar ist an "Wir vertrauen auf Gott gekoppelt". Was soll da "übergehen" ? - Es ist das gleiche System, nur mit "regionalem Bezug".

Und dann bastle ich mir den "Chiemgauer", der (bitte ggf. korrigieren) noch an Wert verliert, je länger ich ihn halte; als Instrumentarium gedacht, um die "heimische" Wirtschaft zu stärken.

Fein. Dafür reicht auch eine Absichtsverklärung - oder einfach tatsächlich machen !! - dass ich mtl. für € 100,-- vor Ort einkaufe.
Wozu der Umweg über den Chiemgauer ?

Der Euro verliert permanent an Wert. Da der C. an den Euro gekoppelt ist, verliert dieser auch. Und dann nochmal zusätzlich .... ?! Sinn ???

naiv
02.07.2009, 17:38
[=Pommes;20344]@ Britta

Es gilt einfach zu verstehen das wertvolle Dinge als Tauschmittel ungeeignet sind.

Es gilt einfach zu verstehen, dass der Diebstahl der wertvollen Dinge, dieses perfide System ermöglicht hat/ermöglicht.

Was nützt es denn, wenn das Vermögen mit Gold gesichert werden konnte, dafür aber die Wirtschaft in eine möglicherweise jahrzehnte dauernde Deflation stürzt, mit Millionen von Arbeitslosen, sozialen Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Und hier setzt - nicht pers. gemeint - das Verstehen ein.
Vermögen wird nicht mit Gold gesichert. Goldmünzen bsw. sind nur eine Möglichkeit Dinge zu tauschen, ohne die Dinge selbst bewegen zu müssen.
Ein schlichtes, universelles Tauschmittel.


Mit Gold hast du dasselbe Problem wie mit dem Zinsgeld, denn es wird durch horten der Wirtschaft entzogen und es wird auch nur wieder über eine Liquiditätsverzichtprämie verliehen werden und damit wäre alles wieder beim Alten.
Völlig falsch.

Wenn wir etwas bewegen wollen brauchen wir ein Freigeld, ein Tauschmittel welches selbsttätig temporär wertverlustig wird.
Unsere Werte brauchen wir nicht auf monetärer Basis sichern, die können wir auch materiell sichern.

Dann ist Freigeld in dieser Form aber kein Tauschmittel, weil meine Werte, die ich "tauschen" will, ja auch nicht an Wert verlieren. Das paßt nicht.

naiv
02.07.2009, 18:03
@ Britta

90% der Bevölkerung besitzt überhaupt kein Vermögen und ist auf Arbeit angewiesen, Arbeit die den Lebensunterhalt einbringt und eine halbwegs manierliche Lebensqualität sichert.
Mit einem Tauschmittel welches sich aus dem Verkehr ziehen läßt, um durch wie auch immer geartete Liquiditätsverzichtsausgleiche noch wertvoller zu werden, provoziert doch nahezu die künstliche Verknappung.

Somit bleibt es bei Arbeitslosigkeit und Wachstumszwang, Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung.
Und auch die Macht und Herrschaftsansprüche elitärer Minderheiten werden mit dem Goldstandart bestehen bleiben und deshalb müssen solche Bestrebungen gleich von Anfang an bekämpft werden.
Wir kommen nie und nimmer nicht zu unserer Freiheit durch Basisdemokratie, solange mit dem Geldwert Abhängigkeiten generiert werden.
Das fängt an mit der Privatverschuldung von Heini Müller und hört auf beim Völkerfrieden.
Die Zusammenhänge sind nicht schwer zu verstehen, man muß sich nur mit der Freiwirtschaftslehre beschäftigen, der Lohn ist die Erkenntnis und die Verzweiflung ob der Ingnoranz der Anderen.

Frage:

Nehmen wir mal an, es gäbe den Dollar oder den Euro nicht und die Menschen müßten sich eine "Währung", ein gen. Tauschmittel aussuchen, was wäre das wohl ?

Goldmünzen oder Chiemgauer ? - Eigentlich eine simple Sache.

Pommes
02.07.2009, 19:19
Frage:

Nehmen wir mal an, es gäbe den Dollar oder den Euro nicht und die Menschen müßten sich eine "Währung", ein gen. Tauschmittel aussuchen, was wäre das wohl ?

Goldmünzen oder Chiemgauer ? - Eigentlich eine simple Sache.
@ ... naiv


Genau eine simple Sache, denn die Goldmünzen verschwänden sofort vom Markt, weil eine kleine Elite, die über genug Liquidität in Form anderer Werte verfügt, die Goldmünzen sofort aufkaufen würde, um alle anderen Marktteilnehmer in die Abhängigkeit zu treiben.
Mit dem Chiemgauer funktioniert das miese Spiel nicht, weil der nämlich an Wert verliert, wenn man ihn nicht ausgibt.
Aus diesem Grunde würde der Chiemgauer sich auch durchsetzen denn in der Ökonomie gilt allgemein, daß sich die funktionierende Währung durchsetzt.
Umlauf gesichertes Geld hat eine hohe Durchlaufgeschwindigkeit und kann ein enormes Potential an Wertschöpfung bewegen und zwar mit allem was dazu gehört, Arbeitsplätze inklusive.
Die Leute würden das sehr schnell merken und man bräuchte Gold nur noch um damit Klunker zu produzieren.

Cheops
02.07.2009, 19:52
@ ... naiv


Genau eine simple Sache, denn die Goldmünzen verschwänden sofort vom Markt, weil eine kleine Elite, die über genug Liquidität in Form anderer Werte verfügt, die Goldmünzen sofort aufkaufen würde, um alle anderen Marktteilnehmer in die Abhängigkeit zu treiben.
Mit dem Chiemgauer funktioniert das miese Spiel nicht, weil der nämlich an Wert verliert, wenn man ihn nicht ausgibt.
Aus diesem Grunde würde der Chiemgauer sich auch durchsetzen denn in der Ökonomie gilt allgemein, daß sich die funktionierende Währung durchsetzt.
Umlauf gesichertes Geld hat eine hohe Durchlaufgeschwindigkeit und kann ein enormes Potential an Wertschöpfung bewegen und zwar mit allem was dazu gehört, Arbeitsplätze inklusive.
Die Leute würden das sehr schnell merken und man bräuchte Gold nur noch um damit Klunker zu produzieren. Ich hab in den Achtzigern von meinem Großvater eine Goldmünze mit dem Zählwert von 20 Dollar geerbt, die aus dem Jahr 1920 stammte und für die bekam ich beim Juwelier in Westberlin dann 1300 DM, von denen ich mir meine erste Hifi-Anlage kaufte, die per Paket sogar im Osten ankam. Später war ich mir sicher, die 20 Golddollar waren mehr wert...

Pommes
02.07.2009, 20:28
Ich hab in den Achtzigern von meinem Großvater eine Goldmünze mit dem Zählwert von 20 Dollar geerbt, die aus dem Jahr 1920 stammte und für die bekam ich beim Juwelier in Westberlin dann 1300 DM, von denen ich mir meine erste Hifi-Anlage kaufte, die per Paket sogar im Osten ankam. Später war ich mir sicher, die 20 Golddollar waren mehr wert...


Diese Münze hatte aber sicher einen Sammlerwert, also einen ideellen Wert und ist daher nicht als Bezahlgeld geeignet.
Wenn du nun mit dem Beispiel Rückschlüsse auf die Goldwertentwicklung aufzeigen möchtest, dann ist das genau das was ich meine, denn eine Währung die temporär an Wert gewinnt, ist als Tauschmittel völlig ungeeignet.
Eine funktionierende Währung darf ausschließlich über die Wertschöpfung gedeckt sein, die mit ihr getätigt wird.
Wird das Geld nicht zur Wertschöpfung verwandt, muß es Wert verlieren, genau wie die Ware die nämlich dann liegen bleibt und ebenfalls Wert verliert.

Cheops
02.07.2009, 20:57
Diese Münze hatte aber sicher einen Sammlerwert, also einen ideellen Wert und ist daher nicht als Bezahlgeld geeignet.
Wenn du nun mit dem Beispiel Rückschlüsse auf die Goldwertentwicklung aufzeigen möchtest, dann ist das genau das was ich meine, denn eine Währung die temporär an Wert gewinnt, ist als Tauschmittel völlig ungeeignet.
Eine funktionierende Währung darf ausschließlich über die Wertschöpfung gedeckt sein, die mit ihr getätigt wird.
Wird das Geld nicht zur Wertschöpfung verwandt, muß es Wert verlieren, genau wie die Ware die nämlich dann liegen bleibt und ebenfalls Wert verliert. Genau deshalb hätte ich die 20 Jahre warten sollen und heute das Doppelte in Euro bekommen, aber die Gier war eben größer und ich wollte die gute Hifi Anlage aus dem Westen. Ich hab ja irgendwo noch eine Goldmünze für 50 kanadische Dollar aus der Zeit vor 20 Jahren, die müsste auch bald was wert sein...:)

Pommes
02.07.2009, 22:43
Genau deshalb hätte ich die 20 Jahre warten sollen und heute das Doppelte in Euro bekommen, aber die Gier war eben größer und ich wollte die gute Hifi Anlage aus dem Westen. Ich hab ja irgendwo noch eine Goldmünze für 50 kanadische Dollar aus der Zeit vor 20 Jahren, die müsste auch bald was wert sein...:)

Es ist genau diese Gier, nämlich die nach leistungslosen Einkommen, die jeden vierten Bürger in den Armutsbericht der Bundesregierung bringt, ja ganze Volkswirtschaften in den Ruin treibt und sogar im letzten Akt, der Perversion die Krone gibt, indem zivilisierte Menschen jährlich 9 Millionen Hungertote hinnehmen und gleichzeitig 187$ pro Kopf der Weltbevölkerung für Rüstung investieren.
Ich distanzieren mich von diesem System und bekunde das bei jeder Gelegenheit, schon alleine deshalb, um nicht eines Tages von meinem Schöpfer fürchterlich vor's Schienbein getreten zu werden.:toben:

Du spekulierst auf den Wertzuwachs eines Kleinods, andere spekulieren auf die Kapitalrendite ihres Tauschmittels, diese armen Geister werden nie begreifen das sie mit ehrlicher Arbeit und ohne die Kapitalrendiert 1000 mal reicher wären.
Sie opfern ihre Freiheit dem Mammon und gehen in die Zinsknechtschaft, für den maximalen Gewinn und doch sind sie die Betrogenen, denn das System erlebt kein Menschenalter und so ist es weltweit nur eine elitäre Bande Dreckschweine, die die Menschheit versklavt.

Cheops
02.07.2009, 22:58
Es ist genau diese Gier, nämlich die nach leistungslosen Einkommen, die jeden vierten Bürger in den Armutsbericht der Bundesregierung bringt, ja ganze Volkswirtschaften in den Ruin treibt und sogar im letzten Akt, der Perversion die Krone gibt, indem zivilisierte Menschen jährlich 9 Millionen Hungertote hinnehmen und gleichzeitig 187$ pro Kopf der Weltbevölkerung für Rüstung investieren.
Ich distanzieren mich von diesem System und bekunde das bei jeder Gelegenheit, schon alleine deshalb, um nicht eines Tages von meinem Schöpfer fürchterlich vor's Schienbein getreten zu werden.:toben:

Du spekulierst auf den Wertzuwachs eines Kleinods, andere spekulieren auf die Kapitalrendite ihres Tauschmittels, diese armen Geister werden nie begreifen das sie mit ehrlicher Arbeit und ohne die Kapitalrendiert 1000 mal reicher wären.
Sie opfern ihre Freiheit dem Mammon und gehen in die Zinsknechtschaft, für den maximalen Gewinn und doch sind sie die Betrogenen, denn das System erlebt kein Menschenalter und so ist es weltweit nur eine elitäre Bande Dreckschweine, die die Menschheit versklavt. Siehst du, du glaubst an einen Schöpfer und ein Leben nach dem Leben. ich glaube sowas nicht und ich glaube nur an ein Leben im Leben.
Mein Lebensweg und mein Schicksal geben mir recht.
Ich habe ein erstes Leben gelebt und alles gemacht und mitgenommen. Ich habe gearbeitet wie ein Blöder seit ich 13 bin, Reisen rund um die Welt getan und ich hatte etwas, was du als Gier verteufelst ausgelebt und es war gut, dies alles getan zu haben, denn nun bin ich seit 10 Jahren ein Krüppel und kann davon nichts mehr machen.
Ich habe jeden Tag so gelebt als wäre es mein letzter Tag und es war mein letzter Tag. Nun habe ich nur ein müdes Lächeln für Leute übrig, die ihre Zeit im Internet verplempern und mein ausgefülltes Leben verteufeln!:p

Pommes
03.07.2009, 00:48
Siehst du, du glaubst an einen Schöpfer und ein Leben nach dem Leben. ich glaube sowas nicht und ich glaube nur an ein Leben im Leben.
Mein Lebensweg und mein Schicksal geben mir recht.
Ich habe ein erstes Leben gelebt und alles gemacht und mitgenommen. Ich habe gearbeitet wie ein Blöder seit ich 13 bin, Reisen rund um die Welt getan und ich hatte etwas, was du als Gier verteufelst ausgelebt und es war gut, dies alles getan zu haben, denn nun bin ich seit 10 Jahren ein Krüppel und kann davon nichts mehr machen.
Ich habe jeden Tag so gelebt als wäre es mein letzter Tag und es war mein letzter Tag. Nun habe ich nur ein müdes Lächeln für Leute übrig, die ihre Zeit im Internet verplempern und mein ausgefülltes Leben verteufeln!:p

@ ... Cheops

* Zitat: "Siehst du, du glaubst an einen Schöpfer und ein Leben nach dem Leben. "-/-

In der Tat ja, du weißt doch Glaube versetzt Berge und deine Wiedergeburt ist ein ganz normaler Vorgang.
Da geht dir eines schönen Tages das Licht aus und eh du dich versiehst guckst du wieder in diese teuflisch helle Lampe, es stinkt nach Weiberschweiß und dieser Penner im weißen Kittel haut dir auf den Arsch, grinst dich dreckig an und ruft dabei ganz entsetzt es ist ein Mädchen gute Frau, daß wichtigste Teil ist diesmal nicht mitgekommen.
Da hast du die Bescherung und das ganze Theater geht von vorne los und das Schlimmst ist, daß du dich fortan beim pinkeln auch noch hinsetzen mußt.

Was soll ich dir sagen, dank Kapitalismus kannste froh sein, nicht mit nem schwarzen Arsch wieder zu kommen, na ja und mit Frauen geht der Kapitalismus auch nicht gerade zimperlich um aber du gehörst ja zu den harten, Leben auf der Überholspur und so aber du bist ganz arm, arm im Geiste, denn du hast das Leben nicht verstanden und du wirst es nie verstehen.
Du bist nicht hier zum nehmen, du bist hier zum geben und dieses passiert dir so oft bis du bewertet und für gut befunden wirst, ewig zu leben.

Nein meine Zeit verplempere ich nicht im Internet, denn ich arbeite damit, ich programmiere Werkzeugmaschinen, aber abgesehen davon habe ich gerade im Internet von anderen Menschen unbezahlbare Erkenntnisse gewonnen, wie eben auch die Freiwirtschaftslehre.

Cheops
03.07.2009, 02:09
@ ... Cheops

* Zitat: "Siehst du, du glaubst an einen Schöpfer und ein Leben nach dem Leben. "-/-

In der Tat ja, du weißt doch Glaube versetzt Berge und deine Wiedergeburt ist ein ganz normaler Vorgang.
Da geht dir eines schönen Tages das Licht aus und eh du dich versiehst guckst du wieder in diese teuflisch helle Lampe, es stinkt nach Weiberschweiß und dieser Penner im weißen Kittel haut dir auf den Arsch, grinst dich dreckig an und ruft dabei ganz entsetzt es ist ein Mädchen gute Frau, daß wichtigste Teil ist diesmal nicht mitgekommen.
Da hast du die Bescherung und das ganze Theater geht von vorne los und das Schlimmst ist, daß du dich fortan beim pinkeln auch noch hinsetzen mußt.

Was soll ich dir sagen, dank Kapitalismus kannste froh sein, nicht mit nem schwarzen Arsch wieder zu kommen, na ja und mit Frauen geht der Kapitalismus auch nicht gerade zimperlich um aber du gehörst ja zu den harten, Leben auf der Überholspur und so aber du bist ganz arm, arm im Geiste, denn du hast das Leben nicht verstanden und du wirst es nie verstehen.
Du bist nicht hier zum nehmen, du bist hier zum geben und dieses passiert dir so oft bis du bewertet und für gut befunden wirst, ewig zu leben.

Nein meine Zeit verplempere ich nicht im Internet, denn ich arbeite damit, ich programmiere Werkzeugmaschinen, aber abgesehen davon habe ich gerade im Internet von anderen Menschen unbezahlbare Erkenntnisse gewonnen, wie eben auch die Freiwirtschaftslehre. Ich hab mein Leben nicht nur verstanden, ich hab es in vollen Zügen sogar genossen. Sogar in der totalitären Umgebung des Sozialismus und obwohl es mir dreckig geht, seit ich 15 war, weil da die Erbkrankheit meines Erzeugers bei mir ausbrach, habe ich ein sehr ausgefülltes Leben geführt, bis ich 39 war und die Krankheit mich endgültig lähmte. Dein Schöpfer war in der Zeit damit beschäftigt, Maden wie Busch und Merkel zu fördern. Um einen berühmten Literaten zu zitieren: "Gott standwie ein Kind mit dem Brennglas vor einem Ameisenhaufen!"

Britta
03.07.2009, 06:52
Eure Überlegungen sind ja schön und gut, können aber doch nur dann greifen, wenn es einen glatten Übergang gäbe. Der müsste dann allerdings gewollt sein und diesbezüglich haben die stattfindenden Reaktionen keine Ausstrahlung. Die Krise wird, wie gestern in der ARD-Extrasendung zur Krise deutlich wurde, etwas härter hier ankommen, nach Steinbrück jederzeit. Demnach hat Geld in welcher Form auch immer kaum noch Bedeutung. Sachwerte werden gefragt sein und getauscht werden. Wie gesagt, nach Autos und solch einem Schnickschnack wird es mangels Treibstoff und Ähnlichem keine Nutzung oder Nachfrage geben. Das blanke Überleben wird zu sichern sein und man wird Verantwortliche suchen und ,da ja immer noch in "Kauflaune", schnell finden.:D
Wie sagten die Indianer so schön: "Erst wenn der letzte Baum gerodet...
...dann werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann". Gold natürlich auch nicht.

Britta
03.07.2009, 06:56
@ Britta

Es gilt einfach zu verstehen das wertvolle Dinge als Tauschmittel ungeeignet sind.
Was nützt es denn, wenn das Vermögen mit Gold gesichert werden konnte, dafür aber die Wirtschaft in eine möglicherweise jahrzehnte dauernde Deflation stürzt, mit Millionen von Arbeitslosen, sozialen Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

So ein Reset des Zahlungsmittels könnte völlig problemlos sein, wenn man dem Zins die Möglichkeit gibt negativ zu werden, denn dann wird das Geld den Weg in die Wirtschaft von selber finden.

Man muß es nur tun.

Mit Gold hast du dasselbe Problem wie mit dem Zinsgeld, denn es wird durch horten der Wirtschaft entzogen und es wird auch nur wieder über eine Liquiditätsverzichtprämie verliehen werden und damit wäre alles wieder beim Alten.

Wenn wir etwas bewegen wollen brauchen wir ein Freigeld, ein Tauschmittel welches selbsttätig temporär wertverlustig wird.
Unsere Werte brauchen wir nicht auf monetärer Basis sichern, die können wir auch materiell sichern.
Selbst ein Negativzins ist immer noch ein Zins. Warum nicht ohne Zins, rein Geld als Brief zum Tausch und vertrauenswürdige Menschen, die darüber wachen und ihre wichtige Stellung nicht zur Selbstbereicherung ausnutzen?

Wir müssen dem Geld seine Wichtigkeit nehmen, damit der Mensch wieder das Wichtigste in dieser Welt wird. Geld erzeugt Menschenverachter, denn diejenigen, die zuviel davon haben, halten sich für wertvoller wie die, die weniger haben und die Reichen fühlen sich dazu ermächtigt, über die Armen zu herrschen, was sie dann dazu nutzen, noch reicher zu werden.

Britta
03.07.2009, 07:03
es ist ein Mädchen gute Frau, daß wichtigste Teil ist diesmal nicht mitgekommen.

Du bist nicht hier zum nehmen, du bist hier zum geben und dieses passiert dir so oft bis du bewertet und für gut befunden wirst, ewig zu leben.
Also, erstmal 50 Cent für die Chauvikasse... :D

Und dann bin ich der Meinung, dass wir hier sind um zu lernen und unsere Seele auszubilden. Wir müssen dabei auch lernen, wann wir geben und wann wir nehmen. Würden alle nur geben wollen, wäre keiner da der nehmen will und da es Menschen auch Freude macht zu geben, sollte man ihnen die Freude machen und auch etwas nehmen.

Pommes
03.07.2009, 09:30
@ ... Britta

"Selbst ein Negativzins ist immer noch ein Zins. Warum nicht ohne Zins, rein Geld als Brief zum Tausch und vertrauenswürdige Menschen, die darüber wachen und ihre wichtige Stellung nicht zur Selbstbereicherung ausnutzen?"-/-

Du brauchst eine Umlaufsicherung, Hortungsgebühr, Negativzins egal wie du das Baby nennst, weil sonst das Geld auch festgehalten wird und das ist nun mal nicht Zweck eines Zahlungsmittels.
Ein Geld läßt sich aus dem Nichts erschaffen und mit der Tilgung verschwindet es auch wieder im Nichts, aber in der Zeitspanne dazwischen muß es sich verhalten wie die Waren und Güter die es tauschen soll.
Das heißt, daß es seinen Wert verlieren muß, wenn es liegen bleibt, festgehalten oder angespart wird.
Der Wertverlust eines Freigeldes beliefe sich auf ca. 6% im Jahr und läge damit nicht höher als die Inflationsrate des Zinsgeldes.

Diese 6% sind aber alles was an Verlust auftritt, ganz im Gegensatz zum Zinsgeld, denn da hast du neben dem Verlust durch Inflation auch den Verlust an Kaufkraft, weil du ja die im Preis der Ware enthaltenen Zinsen auch noch bezahlen mußt.
Das macht dann bei einer realen Inflation von zwischen 8 und 10 %
noch 30% Zinsanteile aus dem Warenpreis.
Mieten enthalten sogar bis zu 70% Zinsanteile und die kannste mitrechnen.
Da ist also das Zinsgeld ganz schön teuer und das ohne das du auch nur einen einzigen Pfennig eigene Schulden hast.

Der Zins kann als Steuerungsinstrument erhalten bleiben, die Umlaufsicherung würde ihn auf die Nullmarke bringen und nur bei schlagartiger Investition aller Wirtschaftsteilnehmer, zB. bei technischen Neuerungen oder ähnlichem würde man einen positiven Zins zulassen damit es keine Inflation gibt, wenn der kollektive Kaufrausch dann abflaut, würde der Zins wieder zu Null gehen.

Aber du hast Recht es geht auch ganz ohne Zins nur dann muß der Staat die überschießende Geldmenge (Inflation) mit der Erhöhung von Steuern und Abgaben aus dem Verkehr ziehen.
Auch müßte der Staat das Geld dann emittieren, beispielsweise über die öffentlichen Hände.


* Zitat: "Also, erstmal 50 Cent für die Chauvikasse... "-/-

Einspruch!


"Und dann bin ich der Meinung, dass wir hier sind um zu lernen und unsere Seele auszubilden. Wir müssen dabei auch lernen, wann wir geben und wann wir nehmen. Würden alle nur geben wollen, wäre keiner da der nehmen will und da es Menschen auch Freude macht zu geben, sollte man ihnen die Freude machen und auch etwas nehmen. "-/-

Das hab ich gemeint.

Cheops
09.07.2009, 11:21
Als Sänger eher ein Unfall, aber politisch scheint er wach:

http://weckstube.com/deutschland/1618-christian-anders-harte-worte-gegen-merkel.html

naiv
09.07.2009, 15:04
@ ... naiv


Genau eine simple Sache, denn die Goldmünzen verschwänden sofort vom Markt, weil eine kleine Elite, die über genug Liquidität in Form anderer Werte verfügt, die Goldmünzen sofort aufkaufen würde, um alle anderen Marktteilnehmer in die Abhängigkeit zu treiben.
Mit dem Chiemgauer funktioniert das miese Spiel nicht, weil der nämlich an Wert verliert, wenn man ihn nicht ausgibt.
Aus diesem Grunde würde der Chiemgauer sich auch durchsetzen denn in der Ökonomie gilt allgemein, daß sich die funktionierende Währung durchsetzt.
Umlauf gesichertes Geld hat eine hohe Durchlaufgeschwindigkeit und kann ein enormes Potential an Wertschöpfung bewegen und zwar mit allem was dazu gehört, Arbeitsplätze inklusive.
Die Leute würden das sehr schnell merken und man bräuchte Gold nur noch um damit Klunker zu produzieren.

Ich fragte nicht, wofür sich eine Elite entscheiden würde. Diese Frage ist überflüssig, weil die "Elite" sich bereits entschieden hat. EInmal aus dem Fenster sehen ...

Ich fragte nach den "Menschen". Was gab es denn vor der "Elite" und ihrem "Bankensystem" ? Kein Chiemgauer, sondern Edelmetalle. Ob es nun Silberstäbe oder Eisenkeile waren, ist egal. "Papier" war es nie.

naiv
09.07.2009, 15:06
Ich hab in den Achtzigern von meinem Großvater eine Goldmünze mit dem Zählwert von 20 Dollar geerbt, die aus dem Jahr 1920 stammte und für die bekam ich beim Juwelier in Westberlin dann 1300 DM, von denen ich mir meine erste Hifi-Anlage kaufte, die per Paket sogar im Osten ankam. Später war ich mir sicher, die 20 Golddollar waren mehr wert...

Schönes Beispiel. Wer also sollte einen "Chiemgauer" aufbewahren, der nach X Tagen nichts mehr Wert ist.

"GELD" ist nicht nur ein Tauschmittel, sondern auch ein Wertaufbewahrungsmittel. Insofern hinkt der Chiemgauer auch hier.

Einfach mal überlegen, warum jede Versicherungsgesellschaft bei der Ermittlung einer WOhngebäudeversicherungsprämie den 1914er Wert ermittelt ! - Was ist denn der Grund dafür ????

naiv
09.07.2009, 15:10
Tut mir leid: elementar falsch !

=Pommes;20359]Diese Münze hatte aber sicher einen Sammlerwert, also einen ideellen Wert und ist daher nicht als Bezahlgeld geeignet.

So ein Edelmetall ist das Einzige, was tatsächlich als GELD bezeichnet werden kann.

Du hast die Antwort eigentlich schon selbst gegeben: die "Elite" würde alles Gold einziehen wollen. Was in den USA ab 1946 (?) auch tatsächlich geschehen ist: unter Androhung von bis zu 5 Jahren Knast mußten alle US-Amerikaner ihr GOLD abgeben.

Chiemgauer - o.ä. - sind bei der "Elite" nicht gefragt.


Wenn du nun mit dem Beispiel Rückschlüsse auf die Goldwertentwicklung aufzeigen möchtest, dann ist das genau das was ich meine, denn eine Währung die temporär an Wert gewinnt, ist als Tauschmittel völlig ungeeignet.

Da der Goldpreis genauso manipuliert ist, wie der "Papier-Geld" - Preis, ist das als "Argument" nicht verwertbar.

naiv
09.07.2009, 15:11
Wie sagten die Indianer so schön: "Erst wenn der letzte Baum gerodet...
...dann werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann". Gold natürlich auch nicht.

Das ist schon richtig. Gold/Edelmetalle sind auch nur als "billiger" Ersatz der tatsächlichen, zu tauschenden Werte zu sehen.

Natur, Wasser, Nahrung.

Britta
09.07.2009, 15:34
Das ist schon richtig. Gold/Edelmetalle sind auch nur als "billiger" Ersatz der tatsächlichen, zu tauschenden Werte zu sehen.

Natur, Wasser, Nahrung.
Das ist regional bestimmt richtig und regional können wir sowas tauschen. Sobald es aber überregional geht, brauchen wir wenigstens Gold oder Silber, da wir nicht immer alles zum Tauschen mit uns rumschleppen können.

Und dann fängt die Geschichte mit den Räubern an.

naiv
09.07.2009, 23:40
Das ist regional bestimmt richtig und regional können wir sowas tauschen. Sobald es aber überregional geht, brauchen wir wenigstens Gold oder Silber, da wir nicht immer alles zum Tauschen mit uns rumschleppen können.

Und dann fängt die Geschichte mit den Räubern an.

Richtig. Die Räuber kommen nicht, wenn man die Mechanismen kennt. :)