Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlaglichter, Momentaufnahmen deutscher Lebenswelten
Iphigenie 09.08.2008, 01:48 Selbstverständlich zählt zu deutschen Lebenswelten, Lebensbildern, alles, was sich in diesem Land, das sich Bundesrepublik Deutschland nennt, tummelt. Alle Menschen, die hier leben und in hundert verschiedenen Sprachen sprechen, zeichnen und malen an diesen Bildern mit. Bilder, die unsäglich traurig, unsäglich lebensfroh und vielsagend nichtssagend sein können....die aber auch Mut machen können.
......Wie das Bild des geistig Behinderten (Trisomie 21), der drei Jahre lang absolut nichts sprach. Eine Krankheit des Sprechapparates konnte nicht nachgewiesen werden. Als er die ersten Worte urplötzlich von den Lippen brachte, fragte man, warum er so lange geschwiegen habe, und er antwortete:
"Ich wollte die deutsche Sprache schonen."
Iphigenie 09.08.2008, 01:53 Leipzig 1.Oktober 2005; 12Uhr. Im Bahnhof verteilt ein strahlendes, wohl aus den alten Bundesländern eingeschleustes, weibliches Menschenkind Flugblätter:
„Du bist Deutschland. Sei stolz. Alle feiern die Wiedervereinigung. Sei stolz, daß das unmenschliche, menschenverachtende Mörderregime der DDR vor fünfzehn Jahren dem gerechtesten, sozialsten und reichsten Wirtschaftssystem, das je auf dem Boden unseres Vaterlandes existierte, weichen mußte. Du bist Deutschland. Sei stolz. Schau Deinen Bahnhof an. Schön ist er anzusehn! Wie sah er damals aus? Unsere Häuser heute: Von Tag zu Tag wächst die Anzahl der restaurierten Edelsteine. Eine Augenlust ist es, durch die schöner werdenden Straßen unserer Stadt zu laufen. Du bist Deutschland. Sei stolz. Habe Anteil daran, daß unser Festtag der Wiedervereinigung eine Freude wird; denn Du bist Deutschland !.“
„Zum poppen schön“, sagt Stephan (Polizeibeamter) leise zu seinem Kumpel, bevor er sich ein Flugblatt reichen lässt. Und bald darauf: „Na ja, die Außenfassaden sind schon schöner geworden, das kann man nicht absprechen; die Wohnungen innen drin’ kann man ja zum Glück nicht sehen… Und ich kenne keine einzige, die so schön westlich, wie die neuen Fassaden hier, aussehn.“
Iphigenie 09.08.2008, 04:13 Eine Dame um die sechzig herum, steht eingehakt mit einer noch älteren Dame vor einer roten Fußgängerampel. "Warum gehn wir denn nicht endlich?!" - "Es ist doch ROT, Mutter!" - Und diese reagiert mit einer selten von mir wahrnommenen Zickigkeit: "Was soll das denn?! Bei GRÜN kann ich auch alleine gehen!!" (Frankfurt/Main Januar 2008)
Iphigenie 09.08.2008, 04:14 Hinter dem Frankfurter Opernhaus steht eine dick gepanzerte Limousine. Davor ein Chauffeur, der gleichzeitig Leibwächter ist, wie sich bald im Gespräch herausstellt. Der Herr befindet sich mit Gattin in einer Opernvorstellung. Wir verstehen uns auf Anhieb und ich frage, ob er sich mit seinem Chef auch über alles Mögliche unterhalten könne, so wie wir das gerade tun. "Nein", sagt er leicht verhöhnend, "das ist eine total andere Welt, da gibt es überhaupt keinen gemeinsamen Draht." - "Dann wäre es doch entschieden vorteilhafter, wenn diese reichen Leute arbeitslose Manager zu Chauffeuren und Bodyguards umschulten; dann hätten die wenigstens einen gemeinsamen Draht", werfe ich ein.. Er lacht hell auf und meint: "Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, daß selbst ein arbeitsloser Manager mit dem mickrigen Gehalt, wie ich es kriege, arbeiten würde!?"
Iphigenie 09.08.2008, 04:15 Vier Einkaufswagen noch vor mir, stehe ich mit mit dem fünften in der Warteschlange vor der Kasse. Es herrscht reger Betrieb. Drei Kassen sind geöffnet. In nächster Nähe sehe ich ansehliche Kürbisse auf einer Fensterbank liegen. So einen will ich und hole mir einen. Als ich Sekunden später zurückkehre, war das Zeit genug für eine feine Dame - die ihren hohen gesellschaftlichen Wert in Goldgeschmeide, teurem Schuhwerk und echter Krokodillederhandtasche spazieren führte - meinen Einkaufswagen diskret aus der Warteschlange zu entsorgen.
"Warum haben Sie meinen Einkaufswagen aus der Reihe entfernt?"
"Er stand herrenlos herum, als ich gerade kam", antwortet eine vor Arroganz triefende Stimme herablassend.
"Sie mußten mich doch gesehen haben, daß ich mir nur diesen Kürbis holen wollte!"
"Es ist nicht meine Aufgabe, herauszufinden was Sie wollen."
----"Hi Iphi, komm mal mit."
"Hi Melanie! -Okey, ich komme."
Melanie nimmt das "Kasse vorrübergehend geschlossen"-Schild vom Band und öffnet sie. Ich lege sechs Artikel aufs Band. In der Zwischenzeit stellt sich die feine Dame mit ihrem vollbepackten Einkaufswagen hinter mir an. In der Reihe die sie verlassen hat, schließen Kunden auf. Als andere Kunden auf Melanies Kasse zuströmen, legt Melanie das "Kasse vorübergehend geschlossen"-Schild auf das Band zurück und sagt laut: "Diese Kasse ist geschlossen."
Kunden strömen zurück zu den anderen Kassen.
"Sie können doch nicht für nur eine Kundin die Kasse eröffnen und mich hier stehen lassen."
"Niemand läßt sie hier stehen. Sie können gern gehen, wie die anderen Kunden auch gehen. Abgesehen davon habe ich momentan Pause und bediene meine Freundin. Außerdem habe ich genau beobachtet, daß Sie sie gesehen haben, als sie ihren Einkaufswagen alleine ließ!"
Die hauchdünne Patinaschicht der Zivilisation blättert urplötzlich und dramatisch schnell von der Dame ab und und legt einen bösen Dämonen frei. Wortlos schiebt sie das vollbepackte Wagenungetüm zur Seite und fährt es mit höchstmöglicher Geschwindigkeit gegen einen Werbevorführstand, an dem ein Vorführer kleine belegte Häppchen den Kunden zum Schmaus anbietet.
Der Wagen verfängt sich im Stand und stürzt. Zerbrechendes Glas. Rotwein, Sojasoße, Birnenessigbalsam fließen und stieben. Tausend kleine Dinge spritzen und rollen fliegend davon, gleich voller und halber Kugeln nach dem Anstoß auf einem Billardtisch.
"S c h e i ß e, S c h e i ß e, S c h e i ß e", brüllt eine gebrochene sich überschlagende Stimme und rennt davon.
Iphigenie 09.08.2008, 04:16 Die Tür schließt sich hinter einem Mann, der soeben die U-Bahn betreten hat. Unschlüssig steht er da, als der Triebwagen anfährt. „Können Sie mir bitte sagen, wie spät es ist?“, ruft er den sitzenden Fahrgästen entgegen. Einer antwortet, er habe keine Uhr. Ein älterer gemütlicher Kugelbäuchlein-Herr sagt: “Warten Sie eine Sekunde, ich hole meine Taschenuhr raus.“ Diese Sekunde kann der Mann nicht ertragen. Wortlos beginnt er durch den Gang zu laufen, um Momente später zu rufen: „Können Sie mir bitte sagen, wie spät es ist?“
……Und die Bahn rast weiter durch den Tunnel.
Iphigenie 09.08.2008, 04:18 Eine junge Frau läuft mit einem Rollwagen die Straße längs. Sie wird dabei von einem Mann gleichen Alters beobachtet. Auf jede gut einsehbare freie Fläche befestigt sie mit ein paar transparenten Klebestreifen ein vierfarbiges DinA3 Werbeplakat. Sie macht das jeden Tag paar Stunden und bekommt dafür pro Stunde 5 Euro bar auf die Hand. Der sie beobachtende Mann gleichen Alters ist Hartz IV Empfänger, arbeitet im Auftrag der Stadt und erhält ein Euro pro Stunde für das Entfernen von wild geklebten Werbeplakaten und Aufklebern. Nach einer Weile spricht er sie an. Sie finden sich sympathisch und beschließen, daß sie ihm nach jedem Arbeitstag die Straßen ihrer Klebearbeiten benennt, deren Hinterlassenschaften er zwei Tage später restlos beseitigt. (aus einer deutschen Großstadt)
Iphigenie 09.08.2008, 04:18 Vor einem Warenhaus steht eine junge Frau und streckt die Frankfurter Rundschau einer mittelalterlichen Dame entgegen: "Hallo, werte Dame. Auch für Sie gibt es heute ein kostenloses Probeabo der Rundschau!" Die Dame tut, als habe sie nichts gehört und trottet weiter....Sekunden später versucht sie ihr Glück bei einem Mitdreißiger.
"Nein, ich hab' schon genug zum Lesen, aber vielleicht hast du ja bei dieser Dame hier Glück." Und zeigt auf mich...
Schnell entwickelt sich ein Gespräch zwischen uns dreien. Der Mann und ich erfahren, daß das Zeitungsgeschäft verdammt schlecht läuft, und sie in drei Stunden noch keinen einzigen Probeabbonenten gewonnen habe. Spontan entschließe ich mich für ein Probeabo, obwohl mir das Blatt voll am A... vorbeigeht. Der Mann ebenso. Nacheinander stoßen noch fünf Bekannte von ihm dazu, die er ebenfalls als Probeabonennten gewinnen kann, und von mir drei Bekannte, die ich gewinne.
Alle freuen sich über die gelungene Aktion....
Iphigenie 09.08.2008, 04:19 Ein frisch gekürter Verfassungsschützer schlägt ein Buch auf, von dem der Einbanddeckel und mehrere erste Seiten fehlen und liest die ersten Zeilen:
Alle Staatsgewalt und Macht geht vom Volke aus.. Überhastet und in vorauseilendem Gehorsam, weil er sich die ersten Sporen verdienen möchte, eilt er zu seinem Vorgesetztem und meldet ihm das inspizierte Buch als terroristisches Machwerk. Der Abteilungsleiter schaut sich den Text ein wenig genauer an und sagt in sachlichem Ton:"Ihr vermeintlich terroristisches Machwerk ist definitiv ein Kommentar zu unserem Grundgesetz."
(Ähnliches ist vor einigen Jahren tatsächlich in München geschehen)
Iphigenie 09.08.2008, 04:19 Der Sammelbehälter für Altglas ist so überfüllt, daß die Leute dazu übergegangen sind, die Flaschen rings um den Sammelbehälter abzustellen. Ein Obdachloser mit alkoholzerfressenem Antlitz hält in der Linken einen Plastikbecher und gießt mit der Rechten den Rest einer Flasche ein.
Er legt die Flasche hin, um damit zu kennzeichnen, daß sie geleert ist, und greift zur nächst stehenden Flasche, die er ebenfalls leert und ablegt. Das Procedere wiederholt sich so lange, bis der Becher voll ist. In diesem Moment entfällt ihm der Becher und der Inhalt ergießt sich auf den Asphalt. So schnell er es vermag, legt er sich auf den Boden, um mit den Lippen das kostbare Naß aufzuschlürfen, aufzusaugen, das sich wohl in einer kleinen Mulde gesammelt haben muß. (Juli 2008)
Iphigenie 09.08.2008, 04:21 Händylos betrete ich abends nach Sonnenuntergang eine Telefonzelle. Nach dem Wählen drehe ich mich ein wenig um und sehe, wie ein Mann sein Glied gegen die Scheibe presst. Lüstern schaut er mich an. Seinen dünnen Mantel hat er zurückgeschlagen. Statt Hosen trägt er abgeschnittene Hosenbeine, die er oberhalb der Knie mit Gummibändern (o.ä.) befestigt hat. Ich hänge auf, renne raus, schau ihn an und sage: "Ohhhhhh hast du aber einen schönen Penis. Komm, zeig ihn mal! - auch den Leuten die dort gerade kommen. So einen schönen Penis hat ja noch niemand zu Gesicht bekommen! Zeig ihn doch bitte nochmal"
Völlig entsetzt und fassungslos bestürzt, schlägt er den Mantel um sich und läuft in schnellen Sätzen davon.
(September 2007)
Iphigenie 09.08.2008, 04:22 30 Grad Celsius in der City.
In einem Eiscafe erzählt die eine Freundin der anderen, daß sie sich wegen ihren Tatoos schäme, die einfach nicht mehr altersgemäß seien, und deshalb eine langärmelige Bluse trage. Beide zählen rund 45 Lenze, die Haut schon ein wenig faltendurchfurcht und schlaff. -So ist das also, höre ich meine innere Stimme sagen, und ich dachte die ganze Zeit, daß immer mehr mehr ältere Frauen sich Tatoos machen lassen, um ihrer verlorenen Jugend nachzulaufen.Bald darauf sehe ich eine dickliche selbstbewußte Frau. Auf ihrer runden fleischigen Schulter prangt ein furchterregender Drache, dessen Schwanz mit einem Hautausschlag zu kämpfen hat. (August 2008)
Iphigenie 09.08.2008, 10:20 An dem Bankschalter einer Frankfurter Commerzbankfiliale stehen zwei etwa zehnjährige Jungen vor mir. Der eine legt zwei Geldrollen auf den Tresen und sagt freundlich "Hallo". In beiden Rollen befinden sich je fünfzig 1 Centstücke. Summa Summarum 1 Euro. "Wir möchten das eintauschen gegen einen Euro", sagte der andere Junge ebenso freundlich.
Die Dame hinter dem Tresen ist älteren Geblütes. Ihre hundert Millionen kleinen Falten im braungebrannten Gesicht, lassen auf mindestens 30 Jahre täglicher Sonnenstudioerfahrung schließen.
Sie wirft einen Blick zu mir, der sie, wie ich vermute, untrüglich an ihr "schreckliches" Älterwerden erinnert.
Grußlos zerbricht sie die erste Geldrolle und zählt die Münzen nach. "Hier sind drei Cent zu wenig drin." Sie schiebt das Geld mit der Papierhülle weit von sich, um die zweite Rolle aufzubrechen.
"Hier sind zwei Cent zu wenig drin", sagt die Dame mit dem Sonnenstudioface und schiebt den "Geldschrott" ebenfalls weit von sich. Mehr sagt sie nicht. Als die beiden was sagen wollen, wendet sich das ätzende Frauenzimmer an mich:" Sie wünschen?" ZU diesesem Zeitpunkt war ich innerlich bereits am Kochen. Mit höchstmöglich gespielter Ruhe entnehme ich meiner Geldbörse einen 5 Euroschein, drücke ihn einen der beiden Jungen in die Hand und sage: "Da, das schenke ich euch. Teilt es brüderlich, und jetzt verschwindet hier!"
Fast zeitgleich schiebe ich mit einer Hand die Centstücke der Faltenlady so weit entgegen, daß sie über die Tresenkante in ihr Arbeitsrefugium fallen. "Das alles gehört nun Ihnen ganz allein. Passsen Sie gut drauf auf", sage ich mit einer süßlichen Stimmlage, als würde ich zu einem kleinen Kind sprechen.Regelrecht entsetzt starrt sie mich an. "Das, das darf ich nicht annehmen. Das ist Ihr Geld...Das ist ihr Geld." Ich reagiere nicht mehr auf sie, sage nur "bye, bye" und strebe dem Ausgang zu.
Irgendjemand in der Schlange hinter mir klatscht in die Hände.
(Juni 2007)
....ich bin erstaunt. :confused:
Ich gehe in diesem Thread und werde sofort erschlagen, von diesen wirklich guten Geschichten.:eek:
Meine spontane Eingabe war, da signalisiert sehr eindringlich eine hübsche, junge Frau (wenn das Bild DU bist) ihre Gesinnung. :kopfkratz:
Die durchaus bewundernswert ist (wenn das Bild stimmt, das eine junge Frau zeigt). :)
Ich frage mich nun, was willst Du, Dich outen u./o. diskutieren?:nono:
FG inanna:confused:
Iphigenie 12.08.2008, 10:19 ....ich bin erstaunt. :confused:
Ich gehe in diesem Thread und werde sofort erschlagen, von diesen wirklich guten Geschichten.:eek:
Meine spontane Eingabe war, da signalisiert sehr eindringlich eine hübsche, junge Frau (wenn das Bild DU bist) ihre Gesinnung. :kopfkratz:
Die durchaus bewundernswert ist (wenn das Bild stimmt, das eine junge Frau zeigt). :)
Ich frage mich nun, was willst Du, Dich outen u./o. diskutieren?:nono:
FG inanna:confused:
Entschuldige bitte, aber ich kann mit Deinen Worten so gut wie nichts anfangen. Was hast Du mit meinem Bild? Es bleibt Dir überlassen, zu glauben, welchen Menschen es zeigt.
Vielleicht hast Du auch nicht den Eingangsbeitrag gelesen...
Diese Geschichten hier müssen ja nicht kommentiert werden.
Selbstverständlich zählt zu deutschen Lebenswelten, Lebensbildern, alles, was sich in diesem Land, das sich Bundesrepublik Deutschland nennt, tummelt. Alle Menschen, die hier leben und in hundert verschiedenen Sprachen sprechen, zeichnen und malen an diesen Bildern mit. Bilder, die unsäglich traurig, unsäglich lebensfroh und vielsagend nichtssagend sein können....die aber auch Mut machen können.
......Wie das Bild des geistig Behinderten (Trisomie 21), der drei Jahre lang absolut nichts sprach. Eine Krankheit des Sprechapparates konnte nicht nachgewiesen werden. Als er die ersten Worte urplötzlich von den Lippen brachte, fragte man, warum er so lange geschwiegen habe, und er antwortete:
"Ich wollte die deutsche Sprache schonen."
Schon gut.
Ich dachte nur ich bin im Forum!
Dieses Thema hatten wir schon im anderen Forum.
Muss man ja nur wissen, dass Du als Alleinunterhalterin unterwegs bist.
Iphigenie 12.08.2008, 16:30 Schon gut.
Ich dachte nur ich bin im Forum!
Dieses Thema hatten wir schon im anderen Forum.
Muss man ja nur wissen, dass Du als Alleinunterhalterin unterwegs bist.
Jetzt hör mal auf zu schmollen. :)
Dieser Faden hier stammt ursprünglich von Turandot. Ich bin auch keine Alleinunterhalterin. Du kannst doch auch hier kleine Geschichten schreiben, die Du im "deutschen" Alltag erlebst.
liebe Grüße
Iphi
Entschuldige bitte, dass wusste ich nicht, dass man in einem Politikforum auch seine persönlichen Alltagsgeschichten - so als blog - hinterlassen kann.
Ich schmolle nicht, ich wundere mich nur.
Nun, weiss ich es.
Und werde Dich diesbezüglich nicht mehr belästigen.
Gruss - inanna
Iphigenie 14.08.2008, 20:11 „Noch eines“, sagte der Bewerbungstrainer der Arbeitsagentur: “Immer mehr Arbeitgeber bevorzugen Bewerbungsfotos, auf denen das Gebiss zu sehen ist. Also zeigen Sie Ihre Zähne! Lächeln Sie!“
- Auf die Frage eines Arbeitslosen, warum „die unbedingt die Zähne sehen wollen“, erhält er die Antwort: „Weil es leider immer mehr Bewerber gibt, die im vorderen Zahnbereich schlechte oder gar keine Zähne haben. Und ich glaube, keiner der Anwesenden hier würde als Unternehmer gern jemanden mit Zahnlücken einstellen.“
„Noch eines“, sagte der Bewerbungstrainer der Arbeitsagentur: “Immer mehr Arbeitgeber bevorzugen Bewerbungsfotos, auf denen das Gebiss zu sehen ist. Also zeigen Sie Ihre Zähne! Lächeln Sie!“
- Auf die Frage eines Arbeitslosen, warum „die unbedingt die Zähne sehen wollen“, erhält er die Antwort: „Weil es leider immer mehr Bewerber gibt, die im vorderen Zahnbereich schlechte oder gar keine Zähne haben. Und ich glaube, keiner der Anwesenden hier würde als Unternehmer gern jemanden mit Zahnlücken einstellen.“
Geht es noch blöder??
LG HartzIV noch ohne Zahnlücke - inanna
Iphigenie 01.09.2008, 19:54 Museumsuferfest Frankfurt am Main 2008
3 Millionen Besucher an drei Tagen. Ich eine davon. Der Tag ist spätsommerlich heiß. Mag sein, daß ich im Mini für manche ein wenig aufreizend wirke, aber schließlich fasse ich auch keinem Mann an die Bällchen, bloß weil ich ihn nicht von der Bettkante stoßen würde....Auf dem nördlichen Ufer ist es eng zwischen Wasser und den verschiedenen Verkaufsständen. Langsam schiebe ich mich mit der Menge vorwärts. Plötzlich, mit einer wohl lange geübten Schnelligkeit, greift eine Hand mir von vorn in den Schritt. Zeitgleich mit meinem Erschreckensaufschrei ist die Hand verschwunden. Ich drehe mich um, aber ich hätte nicht sagen können, wer es war. Einige Blicke sind sekundenbruchteillang auf mich gerichtet- und alles ist vorbei, als wäre nichts geschehn. Meine Kollegen hatten nichts wahrgenommen.
Iphigenie 01.09.2008, 20:18 Eine schrecklich geschminkt, aufgetakelte, mittelalterliche Weibsperson erklärt einem goldkettchenbehangenen Festbesucher an einem Sektverkaufsstand, daß es eigentlich schade sei, daß man es einer Person nicht ansehen könne, in welcher Weltstadt sie zuletzt gewesen sei. Wäre dies möglich, könnte man sehen, daß sie zuletzt in New York City einige Tage verbrachte.
Iphigenie 27.09.2008, 11:32 Der ältere Mann holte in einem Fotogeschäft seine bestellten
Abzüge ab. Die junge Verkäuferin fragte, ob er die sich erst
einmal anschauen wolle, bevor er zahle. „Das geht nicht,
junge Frau. Ich stehe sehr schlecht“. – „Oh warten Sie,
ich bringe ihnen einen Stuhl, das ist kein Problem!“. – „Oh nein,
so war das nicht gemeint, ich stehe mit meinem Auto so schlecht,
daß ich einen dicken Strafzettel bekomme, wenn ein Polizist das sieht.“
Iphigenie 11.10.2008, 16:09 Frankfurt Mainhatten. 14 Uhr. Karstadt Lebensmittelabteilung.
Ein Mann in den Dreißigern kehrt zur Kasse zurück, die er kurz zuvor
nach Bezahlung der Ware passiert hatte.
"Entschuldigung. Diese beiden Zitronen hier hab ich grad
versehentlich unbezahlt im Einkaufswagen liegen gelassen."
"Uiii", meint die Kassiererin, "es scheint ja doch noch ehrliche
Mitbürger zu geben! "
"Ach wissen Sie", meint der Kunde lustig trocken, " ich bin Banker
und betrüge prinzipiell keinen Menschen unter einer Million Euro."
Iphigenie 12.10.2008, 20:23 Er macht sich gern vom Urteil anderer Menschen abhängig. Betritt der gute Bekannte
beispielsweise den Raum einer Bank, in dem man aus einem Automaten Geld, und aus
einem anderen Kontoauszüge entnehmen kann, so geht er, wenn andere Menschen
anwesend sind, zuerst zum Geldautomaten. Würde er zuerst zum
Kontoauszugsautomaten gehen, könnten die Anwesenden ja denken, er hätte kein Geld
mehr und müsse sich erst durch einen Kontoauszug vergewissern, ob solches noch
genügend da sei.
~ Iphigenie
Iphigenie 13.10.2008, 20:53 Originalton an einem Tisch im Starbuck Cafe an der
Frankfurter Börse, zwischen zwei Börsenmännern im April 2006:
„Wir haben den Eindruck einer leichten Bewegung, die sich unter
Umständen etwas steigern könnte, vorausgesetzt, der heutige
Dax korreliert mit der Chance, daß..“
Weiter reichte meine wortwörtliche Erinnerung nicht.
Iphigenie 13.10.2008, 20:58 hi wafi,
kannst du das hier löschen?
danke
Iphi
Dillerjohann 14.10.2008, 16:42 Da wo sogenannte Schlaglichter sind, gibt es auch sehr viel Schatten, und diese Schatten haben es oft sehr in sich, und sind in ihrer negativen Wirkung bis hin in die nächste Generation sichtbar:traurig:.
Sie bringen den faden Geschmack der Unverständlichkeit weder auf den punkt noch tragen sie dazu bei die Kommunikation so zu verbessern das etwas reales daraus wird. :rolleyes2
Belogen und Betrogen werden ist heutzutage modern und um Alt aus zu sehen muss Mann oder Frau nicht in New York gewesen sein.
Schlaglichter sind Menschen wie Reich Rainicki, die auch im hohen Alter noch mal aus dem einheitsbrei ausbrechen. Peter Sodann der Bundespräsident sein möchte. und es wird einen Hartz IV abhängigen schon viel abgefordert, denn der Ausweg aus der Misere wird ihm verweigert. :confused:
Schlaglichter die auch zu ihren Schatten stehen findet mann selten oder gar nicht, denn sie sind nicht oberflächlich sichtbar, sonder tiefgründig und fast verschwunden.
Iphigenie 14.10.2008, 19:41 Im Kaufhof habe ich einer Verkäuferin bei der Arbeit zugeschaut.
Plötzlich trat ein Kunde auf sie zu und sprach sie mit: "Toilette?"
an. "Vierter", gab sie ihm zur Antwort. Ich dachte ich hör nicht
richtig....Kurz darauf sprach einer sie mit: "DVD's?" an. "Fünfter",
sagte sie, wie aus einer Pistole geschossen. Dann rief ich: "BH's?"
Und sie: "Hier!"
Eine halbe Stunde später war ich in einem Antiquariat zugange,
als ein Kunde den Verkaufsraum betrat, auf den Antiquar zuging,
und grußlos fragte: "Rororo Taschenbücher?" "Da!", sagte
dieser.
Das hat mich alles so geschockt, daß ich erstmal eine
halbstündige Schweigeminute für den Niedergang meiner
Muttersprache einlegen mußte. (Februar 2006)
Iphigenie 24.10.2008, 21:06 Jemand mußte großen Spaß daran gehabt haben, ein bis
zweimal in der Woche abends oder nachts den Briefkasten
einer guten Bekannten aufzubrechen. Nach ein paar Wochen
klebte sie einen Zettel auf den Kasten: „Manchmal bringt es
nur noch der Haß auf einen unschuldigen Briefkasten
zustande, ein ausgedörrtes Herz in Wallung zu versetzen.“
Das imponierte dem Täter oder der Täterin offenbar so sehr,
daß er/sie den Kasten fürderhin heile ließ.
Iphigenie 24.10.2008, 21:12 DRESDEN. Es gibt sie anscheinend noch, die Zivilcourage.
Die NPD-Landtagsfraktion in Sachsen bekam zum Wochenende
einen Brief mit folgendem Wortlaut:
NPD Fraktion im Sächsischen Landtag
Herren H. Apfel und A. Delle
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden
Dresden, 18. Oktober 2007
Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden
Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,
wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte
Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermassen
erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches
Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen
bevorzugen.
Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es
auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüssen
und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu
stornieren.
Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich
Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch
Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner
Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen
Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre
damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem
ihren früheren Besuchern zugefügt haben.
Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse
weiter.
In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden
und uns Ihr Besuch erspart bleibt verbleiben wir
mit freundlichen Grüssen
MACRANDER HOTELS GmbH & Co. KG
Johannes H. Lohmeyer
Geschäftsführer
Quelle: Humanistischer Pressedienst vom 22.Oktober 2007
http://hpd-online.de/bundeslaender/sachsen
Turandot 25.10.2008, 00:30 Aber vorgestern hatte ich einen Apokalypse-Traum:
http://photos1.hi5.com/0060/671/272/ksjOjj671272-02.jpg
Ich flog mit Vater und Familie nach Amerika. Das Flugzeug stürzt ab. Ich denke, dass ich beim Aufbprall schnell tot sein werde. Aber ich überlebe mit einigen Verspannungen, mein Vater auch. Wir gehen aus dem Flugzeugwrack und stehen kurz herum, wir sind in Amerika aber in der falschen Stadt. Mein Vater spricht mit Passanten, aber seine Worte ergeben keinen Sinn. Ich sage: Papi, was sagst du? Das macht keinen Sinn! Er wiederholt den ähnlichen Unsinn mehrmals, dann erst reagiert er auf mich und fängt an zu weinen. Der Absturz hätte ihn wohl doch traumatisiert. Also doch.
Wir gehen zum Bahnhof der Stadt. Ich sage, wir müssen schnell weg. Meine Familie hat es nicht so eilig. Wir werden von einer Messerbande überfallen, sie stehlen unser ganzes Geld, bis auf uralte Travelers Cheques, schon angebissen vom Zahn der Zeit. Wir verlassen das Gebäude schnell, die Banditen gehen ins Nebenzimmer, andere Reisende auszurauben. Wir haben Hunger. Ich schlage ein Restaurant vor mit Tischen unter freiem Himmel, wir würden schon sehen, ob sie Karten oder Travelers Cheques annehmen. Ich bemerke einen wunderbar skurrilen Himmel, die Wolken sind gefärbt und angeordnet wie nie. Auch der Vollmond ist da, allerdings in Form eines Totenkopfes. Mein Vater fragt, ob ich den Himmel bemerkt hätte. Ich sage ja. Wir schauen zum Himmel hinauf, da reihen sich die Symbole auf den Tram-Bahn-Seilen aufgehängt auf. Ein Verkündigungsengel hängt da vor dem Totenkopfmond.
.
Iphigenie 20.12.2008, 19:02 Eine 30jährige gutaussehende Frau, ihres Zeichens Pianistin,
verdient damit nicht genug und versucht sich ein zweites
Berufsstandbein aufzubauen. In einer Immobilienfirma kommt
sie als Praktikantin unter. Sie macht ihre Sache in kürzester
Zeit so gut, als sei sie dazu geboren. Innerhalb einiger Wochen
zieht sie zwei große Fische an Land. Zwei Abschüsse mit
insgesamt 3 Millionen Euro Umfang. Höflich verlangt sie von
den Chefs einen entsprechenden Anteil. Man werde es am
folgenden Tag mit ihr besprechen.
Die Chefs erklären ihr erstmal, daß sie nur Musik im Kopf habe,
zu häufig von Musik rede und den Kollegen den Kopf verdrehe.
Sie passe nicht ins Team. Ein fabelhaftes Arbeitsklima sei ihnen
wichtiger, als zwei gute Abschlüsse.
Aus diesen Gründen müßten sie sich von ihr trennen, das
heißt das Praktikantenverhältnis auflösen.
Sie sagt ihnen auf den Kopf zu, daß sie ihr nur nichts für die
beiden Aufträge zahlen wollen. Der eine Chef sagt: "Diese
Beleidigung kann nicht ungeschehen bleiben. Verlassen Sie
sofort unsere Geschäftsräume. Ihre persönlichen Sachen
werden Ihnen mit Boten zugeschickt. Auf Wiedersehn!"
Dillerjohann 20.12.2008, 19:59 Praktikanten sind wie auch immer irgendwo in einen Rechtsfreiem Raum, und in der regel werden Praktikanten nicht mit solchen Aufgaben betraut!
Wenn ja sollten sie vorher Klären was ihnen zusteht und was nicht.
Denn auch für Praktikanten gilt:"Ohne Moos nichts los"
Iphigenie 21.12.2008, 11:42 Er kam von einem Umzug. Hatte mitgeholfen einen Keller
auszuräumen und keine Gelegenheit gehabt, sich zu
waschen. Seine Hosen und Jacke waren schmuddelig
verdreckt. Sein Haar verstaubt und ungekämmt.
Einige hundert Meter vor seiner Wohnung überholte er eine
alte Frau, die sich mit zwei schweren Einkaufstüten abrackerte.
"Entschuldigen Sie, ich würde Ihnen gern helfen ihre Tüten
nach Hause zu tragen; denn sie sind viel zu schwer für Sie."
Die Frau zuckte zusammen, als hätte ihr letztes Stündlein
geschlagen. -"Nein, nein, das will ich nicht. Ich kann meine
Tüten allein nach Hause tragen."
Wenig später nahm er ein Bad und zog einen feinen Anzug
an. Die Eltern seiner Freundin wollten ihn bei einem Essen
in einem sehr noblen Essenstempel kennenlernen.
Auf dem Weg zur U-Bahn sprach ihn eine, vor einem
Wohnhaus stehende, alte Frau an: "Entschuldigen Sie
bitte, mein Herr, ich wohne hier im Hinterhaus. Und das
Hoflicht ist kaputt und es ist zu dunkel für mich. Man weiß
nicht welches Gesindel sich da rumtreibt. Könnten Sie mich
bitte bis zur Haustür begleiten?"
Er kannte die Frau. Es war exakt die gleiche, der er vor drei
Stunden in der Helle des Tages schwere Einkaufstüten tragen
helfen wollte. (Dezember 2008)
war am Donnerstag einkaufen, vor der Tür des Rewe`s nen Auto ... jetzt mit blauen Streifen und so ner lustigen Aufschrift und hübschen blauen Lichtlein oben auf dem Dach, sonst hätte ich auf Weihnachtsmann getippt ... im Rewe, zwei, dachte zuerst vom black block, aber waren se wohl doch nicht ... wie dem auch sei, in der Mitte ne junge Frau, würd mal schätzen Ende 20, durchaus hübsch, so wie sie redete, tipp ich mal auf Rußlanddeutsche, fürchterlich am heulen ... war beim Klauen erwischt worden.
Klauen mag ich nicht besonders und mein Mitleid für jemanden der erwischt wird, hält sich in engen Grenzen.
Whatever, wurde natürlich an der Kasse kommuniziert, hab das entsprechend dann gesagt .... Die Reaktion der Frau vor mir, des Rentners hinter mir und der Kassiererin waren aber erstaunlich. Die Kassiererin meinte, "ich sitz hier 8h am Tag, kann mir aber absolut nichts leisten" ... die Frau vor mir "wahrscheinlich ne Hartz IV Empfängerin, was soll die denn bei den Preisen anderes machen" und der Rentner meinte er "kann sich vielleicht ne Schachtel Pralinen selber zu Weihnachten schenken, mehr ist nicht drin ... und das nur dann, wenn er bis dahin sparsam ist" ... Leute??? Wo sind wir???? Ich hätte diese drei knutschen können, macht Hoffnung, daß mehr Menschen was merken, aber wohin wird das gehen, wenn offensichtliche Regelverstöße von immer mehr Menschen als akzeptabel angesehen werden?
Dillerjohann 21.12.2008, 12:17 Ich steh an der hohen Mauer des Unteren Schlosses, schaue in die Stadt hinab, sehe die Menschen, die wie besessen, Rastlos, Gedankenlos, den Geschäften und Märkten zu strömen. Keine Zeit heuchelnd, den alten Mann stehen lassen, der die heilige Schrift verteilt, Kostenlos !
Trauer befällt mich.............Menschen lassen den stehen, der das wichtigste, hergibt, die frohe Botschaft, die an Weihnachten vor 2000 Jahren ihren Ursprung fand.
Weinachten ist zum Opfer gefallen, dem Moloch dem Kommerz............ allein der Gedanke daran, läst mich Tagelang danach, erschrecken.......
Iphigenie 26.12.2008, 11:46 Weihnachtsabend 2008
Nachdem die Großfamilie alle Weihnachsgeschenke ausgepackt
hat, sammelt der 17jährige Sohn alles übriggebliebene Verpackungs-
material ein und stopft es in einen Karton. Obenauf legt er noch
einige Illustrierte. So kommt ein recht schweres Weihnachtspaket
zustande; denn er schlägt das ganze liebevoll in Weihnachtspapier
ein. Alsdann verläßt er mit dem Paket das Haus und stellt es auf
der gegenüberliegenden Straßenkreuzung sichtbar auf das Dach
eines Pekawehs. Von seinem Zimmerfenster aus beobachtet er
das weitere Geschehen.
Alle zehn Minuten geht jemand an diesem Paket vorbei. Manche
verweilen kurz und gehen weiter. "Wird grad jemand vergessen
haben mitzunehmen, nachdem er das Auto verlassen hat", werden sie
wohl denken.
Eine halbe Stunde später kommt ein Paar mit seinen
Kindern. Der Sohn nicht älter als 18 und die Tochter rund 12 Jahre
alt. Sie verharren kurz und schauen sich um...gehen weiter...bleiben
stehen und beraten kurz miteinander. Sie gehen zurück und der
Vater lupft kurz das Paket an. Er spürt die Schwere.... Der Sohn
entfernt sich langsam in die Richtung, aus der die Familie ursprüng-
lich gekommen ist. Die anderen laufen in die Fahrtrichtung, in der
das Auto steht, biegen an der Kreuzung nach rechts ab und beginnen
einen Schritt schneller zu laufen.
Währenddessen macht der Sohn eine Kehrtwendung, und als er das
Auto passiert, greift er schnell nach dem Paket und beginnt damit
in Richtung seiner Eltern zu spurten. Der Vater zieht seine Jacke aus
und umschlingt damit das schön verpackte schwere Weihnachtspaket.....
Dillerjohann 26.12.2008, 15:18 Olmert sagt wir warten...........noch 48 Stunden.........dann beginnt ein Krieg......eine Krieg den sie noch niemals erlebt haben................wir warten......warten.................warten?
Iphigenie 26.12.2008, 15:41 Olmert sagt wir warten...........noch 48 Stunden.........dann beginnt ein Krieg......eine Krieg den sie noch niemals erlebt haben................wir warten......warten.................warten?
Was hat denn Dein Beitrag hier in diesem Thread zu suchen?
Hast Du nicht vor wenigen Stunden eine Thread zu diesem
Thema eröffnet?
Mir ist selbstverständlich klar, daß Du mich hier versuchst zu
ärgern, zumal Du weißt, daß man einen Beitrag auch nicht löschen
kann.
Ich mache daß noch einen Monat mit, und wenn Du
mich bis dahin nicht in Ruhe läßt, bin ich hier weg vom Fenster,
dann darfst Du Dir ein neues Opfer suchen.......
Iphigenie
Iphigenie 28.12.2008, 02:12 Erster Weihnachtsfeiertag.
Kurz nach Mitternacht verlasse ich meine Dienststelle.
Der Wagen springt nicht an.Mit Sicherheit die Batterie
im Arsch, mit der stimmt seit zwei Tagen was nicht.
Ich nehme ein Taxi.
Wir beginnen ein Gespräch über Arbeit – Arbeit an Weih-
nachtsfeiertagen……
„Im letzten Jahr bin ich am heiligen Abend Taxi gefahren.
Nie wieder, sag ich Ihnen.“
„Warum das denn? Lief das Geschäft so schlecht?“
„Nein, nein. Aber drei Dramen an einem Abend – das war
mir doch zu viel.“
„Erzählen Sie mir wenigstens eins davon?“
„Kann ich machen. Ich fuhr in ein nobles Viertel. So ne
feine kleine Villa. War wohl ein Werbefuzzi, der mir ein Paket,
so groß wie ein Schuhkarton entgegenhielt. Ich sollte es
nach Darmstadt zu seiner Mutter fahren. Dafür drückte er
mir einen Hunderter in die Hand. In Darmstadt klingelte ich
in einem Mietshaus. Im zweiten Stock öffnete mir eine alte
gebrechliche Frau. Als ich ihr das Paket reichte, bekam sie
ne Heulattacke und nen Wutanfall. Sie schimpfte über ihren
undankbaren Sohn, der noch nicht mal seine alte Mutter
besuchen kann und immer Entschuldigungen und Ausreden hat.
Sie wollte das Paket nicht, egal was drin ist, und
ich solle es behalten. Das war alles so herzzerreißend
irgendwie.“
„Und was war in dem Paket drin?“
„Da war ne Schmuckschatulle drin mit ner teuren echten
Perlenkette. 400 Euro meinte n Juwelier, dem ich sie zeigte.
Aber das Widerliche war so n Brief da drin….Sie wären diese
Weihnachten gern zu ihr gekommen, aber seine Frau und
die Kinder lägen mit ner Grippe und Ohrenschmerzen im Bett.
–Dieses verlogene Schwein, entschuldigen Sie meine Aus-
drucksweise! Aber als ich bei denen ankam turnten seine
beiden kleinen Kids um ihn herum und die Frau stand im Hinter-
grund. Krank sahen die alle nicht aus, strotzten nur so vor
Gesundheit.“
Iphigenie 15.02.2009, 20:18 Ein guter Bekannter geht auf der Frankfurter Mainseite spazieren; das
ist da, wo viele Jogger tagein tagaus ihr Tagespensum absolvieren
und im Sommer die Rollerblöder rollen.
Plötzlich stellt er entsetzt den Verlust seines Portemonnaies fest,
dreht sich um und sieht, wie ein Jogger ein Portemonnaie vom Boden
aufhebt und damit Sekundenbruchteile später an ihm -das corpus
delicti in der Hand haltend- vorbeidüst. Er greift alle Taschen ab,
aber es bleibt verschwunden. Der Bekannte, ein durchtrainierter
Handballer nimmt sogleich die Verfolgung auf. Da er sich nicht sicher
ist, ob der vermeintliche Dieb stärker ist als er, ergreift er ihn von
hinten und nimmt ihn sehr fest in den Schwitzkasten. "Gib sofort
das Portemonnaie her oder ich mach dich alle ! ! ", herrscht er ihn an.
Der Jogger gibt es ihm. Der Bekannte schmeißt ihn auf den Boden und
rennt in entgegengesetzter Richtung davon. Der Jogger macht
keine Anstalten, ihm nachzuspurten. -Ungesehen steckt er die Geldbörse
in die Manteltasche. Als er später sein Appartement betritt, "lacht"
ihm sein Portemonnaie auf dem Schreibtisch liegend "höhnisch" entgegen........
Iphigenie 17.02.2009, 10:43 "Wirtschaftskrise hin und Wirtschaftskrise her:
So lange ich mir noch 'n gebratenes halbes Hähnchen
kaufen kann, soll mir das alles scheißegal sein."
Ein kugelrunder Herr an einem Hähnchenbratstand in der
Bergerstraße zu Frankfurt am Main.
Iphigenie 17.02.2009, 21:06 U-Bahn Graffiti.....
Angela Ferkel: Die zarteste Versuchung seit es faule Eier gibt.
Leipzig 1.Oktober 2005; 12Uhr. Im Bahnhof verteilt ein strahlendes, wohl aus den alten Bundesländern eingeschleustes, weibliches Menschenkind Flugblätter:
„Du bist Deutschland. Sei stolz. Alle feiern die Wiedervereinigung. Sei stolz, daß das unmenschliche, menschenverachtende Mörderregime der DDR vor fünfzehn Jahren dem gerechtesten, sozialsten und reichsten Wirtschaftssystem, das je auf dem Boden unseres Vaterlandes existierte, weichen mußte. Du bist Deutschland. Sei stolz. Schau Deinen Bahnhof an. Schön ist er anzusehn! Wie sah er damals aus? Unsere Häuser heute: Von Tag zu Tag wächst die Anzahl der restaurierten Edelsteine. Eine Augenlust ist es, durch die schöner werdenden Straßen unserer Stadt zu laufen. Du bist Deutschland. Sei stolz. Habe Anteil daran, daß unser Festtag der Wiedervereinigung eine Freude wird; denn Du bist Deutschland !.“
„Zum poppen schön“, sagt Stephan (Polizeibeamter) leise zu seinem Kumpel, bevor er sich ein Flugblatt reichen lässt. Und bald darauf: „Na ja, die Außenfassaden sind schon schöner geworden, das kann man nicht absprechen; die Wohnungen innen drin’ kann man ja zum Glück nicht sehen… Und ich kenne keine einzige, die so schön westlich, wie die neuen Fassaden hier, aussehn.“
Die Kampagne "Du bist Doofland" ... pardon "Du bist Deutschland" erlebte ich in der westdeutschen Provinz. Nun ja, ein eher peinlicher Versuch in Massensuggestion und Totalitarismus. Wie die Ergebnisse der Bildersuche bei Google (http://images.google.de/images?hl=de&q=%22Du+bist+Deutschland%22&btnG=Bilder-Suche&gbv=2) zeigen. Ein System, das gnadenlos Realsatire inszeniert, muss halt damit leben, dass es keiner mehr ernst nimmt.
Iphigenie 07.04.2009, 17:17 Letzen Sonntag in der Stadt.
Iphi hat plötzlich Lust auf ein Eis und und kauft sich bei Häägen Daz
zwei Kugeln in einem Becher. Iphi nimmt den Becher und den ersten
Löffel Eis. Die blutjunge Verkäuferin nimmt den 200 Euro Schein von
der Theke und schaut ihn an, wie sie vielleicht ein Ufo anschauen
würde, das soeben vor dem Geschäft gelandet ist. Zwischenzeitlich
führt Iphi den zweiten mit Eis vollbepackten Löffel zu Munde.
"Was ist mit dem Schein? Ist er unecht?", fragt Iphi.
"Ich weiß nicht, wir haben kein Gerät und wir dürfen keine 200 Euro
Scheine annehmen."
"Dann geben sie ihn mir wieder", sagt Iphi.
Die Verkäuferin reicht ihn ihr.
"Kann ich mit Geldkarte zahlen?", fragt Iphi.
"Nein", sagt die Verkäuferin.
"Und was ist jetzt mit dem Eis, von dem ich schon gegessen habe?"
"Behalten Sie es, ich kann es ja nicht verkaufen."
Eine halbe Stunde später kommt Iphi an einem italienischen
Eisgeschäft vorbei und fragt sich, ob sie hier vielleicht auch ein Eis
umsonst bekommt.
Sie kauft eine Kugel in einer Waffel.
Und in der Tat: auch die wollen ihren 200 Euro Schein nicht und
schenken ihr die Kugel.
Iphigenie 02.05.2009, 20:44 G8 Gipfel in Rostock /Heiligendamm 2007. Samstag 2.Juni Hauptbahnhof
/Südstadt 12 Uhr. Ein Polizeibeamter hantiert gewaltsam an einer
verklemmten Polizeiautotür. Ein Demonstrant sagt: „Erst mal mit Gefühl,
dann mit Gewalt. Das ist meine Lebenserfahrung.“ Der Polizeibeamte
hantiert gewaltsam weiter und meint: „Meine ist aber eine andere“
– rutscht aus, fällt elegant zu Boden und reißt sich dabei ebenso
elegant ein Handgelenk blutig.“ – „Da bleib ich doch lieber bei
meiner Lebenserfahrung“, meint der Demonstrant süffisant. Eine junge
Ärztin eilt herbei –als eine solche kenntlich gemacht…aber eben nicht
als eine, die auf Seiten der Staatsmacht steht-, um zu helfen. Und
das arme Menschlein bekennt: „ Nein, Danke. Ich darf mir nicht
von Demonstrantenärzten helfen lassen.“
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