Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weihnachtszeit - Zeit für (Geld)Spenden?


Timirjasevez
09.12.2011, 17:43
Sicherlich findet jeder von uns in der Vorweihnachtszeit vermehrt Spendenanfragen verschiedener /gemeinnütziger) Institutionen und Vereinigungen im Postkasten.
Keine Zeit ist mental besser geeignet, an Solidarität und Mitgefühl zu appellieren.
Oftmals verbunden mit Adressaufklebern, Weihnachtsstickern und natürlich einem Überweisungsträger/Zahlschein.
Wie stehst Du dazu?
Ein erläuternder Beitrag wäre sehr interessant.

agano
09.12.2011, 18:09
Gegenfrage -
Wo wird mehr gelogen:
A - Bei der Zahl der Arbeitslosen
B - Durch Spendeinstitutionen.

Oder etwa die Frage -
Wodurch sterben mehr Leute:
A - Bei Autounfällen
B - Durch Ärztefusch!

Solche Listen lassen sich beliebig fortführen und die Antworten sind grausam, aber sehr realistisch.

Natürlich nur realistisch für diejenigen, die keine rosaroten Brillen und Scheuklappen auf haben. :giggle:
AAAAAAAAAHHHHahahaha, ich könnt mich beölen! :giggle::giggle::cool:richard

Timirjasevez
09.12.2011, 18:17
Ich spende fast immer dem Volksbund Kriegsgräberfürsorge.
Dieser half vor zwei Jahren in der Normandie, die Grabstelle eines Onkels meiner Frau zu finden, den sie selbst nie kennenlernte, da er als gerade einmal 18-jähriger Angehöriger der Waffen-SS am X-Day fiel.
Seither stellt der VB zu Weihnachten eine Kerze auf die Grabstelle und einmal im Jahr einen Blumenstrauß und schickt das Foto.
Aber bestimmt lügen diese "Säcke" ...:(

Sebastian Hauk
09.12.2011, 19:17
Gegenfrage -
Wo wird mehr gelogen:
A - Bei der Zahl der Arbeitslosen
B - Durch Spendeinstitutionen.


Es gibt einfach mehr Spendeinstitutionen. Spendet also weiter.



Oder etwa die Frage -
Wodurch sterben mehr Leute:
A - Bei Autounfällen
B - Durch Ärztefusch!


Durch Ärztepfusch:

Bis zu 17.000 Patienten sterben jedes Jahr wegen Behandlungsfehlern in deutschen Krankenhäusern. Das geht aus der gestern in Berlin vorgestellten

http://www.morgenpost.de/printarchiv/wissen/article197006/17_000_Tote_in_Kliniken_durch_Aerztepfusch.html

WIESBADEN – Die Zahl der Verkehrstoten wird im Jahr 2010 auf etwa 3 700 sinken – das zeigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), die auf vorliegenden Eckdaten von Januar bis Oktober 2010 basieren. Damit wird bei der Gesamtzahl der Getöteten im Straßenverkehr eine weitere Tausendermarke unterschritten. Im Jahr 2007 war die Zahl der Todesopfer erstmals unter 5 000 gesunken.


http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/12/PD10__463__46241,templateId=renderPrint.psml

Wobei auch berücksichtigt werden sollte, dass natürlich in den Krankhäusern sehr viele sehr kranke Menschen liegen.

agano
09.12.2011, 20:06
Es gibt einfach mehr Spendeinstitutionen. Spendet also weiter.



Durch Ärztepfusch:



http://www.morgenpost.de/printarchiv/wissen/article197006/17_000_Tote_in_Kliniken_durch_Aerztepfusch.html



http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/12/PD10__463__46241,templateId=renderPrint.psml

Wobei auch berücksichtigt werden sollte, dass natürlich in den Krankhäusern sehr viele sehr kranke Menschen liegen.Gebe einem Bettler ein belegtes Brötchen und es ist dir garantiert, dass er dein Geld nicht gleich in Alkohol anlegt. DAS ist Hilfe. Stell dir gleichzeitig die Frage, wieso wir überhaupt Bettler in unseren Straßen haben müssen und stell dir die Frage, wieso wir für Kinder spenden sollen, die in unserem Lande auf der Straße leben!!!!

Natürlich gibt es im Krankenhaus sehr viele kranke Menschen, aber die sollten ja nicht alle unbedingt an Ärztefusch versterben müssen, oder? richard

otix_
09.12.2011, 20:10
Sicherlich findet jeder von uns in der Vorweihnachtszeit vermehrt Spendenanfragen verschiedener /gemeinnütziger) Institutionen und Vereinigungen im Postkasten.
Keine Zeit ist mental besser geeignet, an Solidarität und Mitgefühl zu appellieren.
Oftmals verbunden mit Adressaufklebern, Weihnachtsstickern und natürlich einem Überweisungsträger/Zahlschein.
Wie stehst Du dazu?
Ein erläuternder Beitrag wäre sehr interessant.

Hallo Timirjasevez,

sei dir sicher, in der Berliner S-Bahn, auf dem täglichen Weg zur Arbeit, bekommst, du eine ganz dezidierte Meinung zu Spenden. Oder auf dem Weg quer über den Alex hinüber, wenn sich dir junge Menschen ziemlich entschlossen in den Weg stellen und um Spenden bitten. Da kannst du beim einfachen Überqueren locker mal eben 30 Euro los werden. Das ist alles für große, namhafte Organisationen, mal für Tiere, dann für Kinder und dann für Obdachlose - Weihnachten ist hier immer und so ist auch meine Spendenbereitschaft auf Null gesunken.

Rentner
09.12.2011, 22:23
Meine Spendenbereitschaft ist auf null. Es vergeht kein Tag wo ich nicht diese Bettelbriefe im Briefkasten habe. Was sagt mir das? Diese Briefe werden ohne Rücklaufkontrolle von irgendwelchen Dienstleistern nach Adressenlisten abgearbeitet. Das Geld das da sinnlos verpulvert wird könnte man besser einsetzen. Bei einem dieser Spendensammler sind mir durch interna Mißstände bekannt geworden da sträuben sich bei mir die Haare. Es werden nur ca 30% der Spenden so verwendet wie angegeben. Leider kann ich die Mißstände nicht benennen da man sonst diesen Sammelverein erkennen könnte und ich hab dann deren Rechtsanwalt am Hals.
wenn ich helfe dann direkt. Ein Bettelr kam zu mir und sagte ich hab Hunger. Meine Antwort"da vorne ist ein Bäckerei die haben lecker belegte Brötchen ich kauf ihnen zwei" die Antwort" nein da schmeckt es mir nicht geben sie mir lieber das Geld" Also gab es nichts für Alkohol keinen Cent.
Letzte Woche war ich mit meiner Frau in einer größeren Stadt in der bei eisiger Kälte 4 Strassenmusiker tollen Jazz spielten. Ich gab ihnen einen 5 Euroschein und äusserte einen Musikwunsch. Nachdem sie mit dem Lied fertig waren erfüllten sie meinen Wunsch danach fragten sie nach einem weitern Wunsch der dann auch promt erfüllt wurde. Das Geld war super angelegt. Es geht nichts über Livemusik. Ich mußte dann leider wieder ins warme den im Rollstuhl hate ich es bei diesen Temeraturen nicht lang im Freien aus.
Viele Grüße
Rudolf:dance::happy::happy:

otix_
10.12.2011, 07:01
Gebe einem Bettler ein belegtes Brötchen und es ist dir garantiert, dass er dein Geld nicht gleich in Alkohol anlegt. DAS ist Hilfe. Stell dir gleichzeitig die Frage, wieso wir überhaupt Bettler in unseren Straßen haben müssen und stell dir die Frage, wieso wir für Kinder spenden sollen, die in unserem Lande auf der Straße leben!!!!

Natürlich gibt es im Krankenhaus sehr viele kranke Menschen, aber die sollten ja nicht alle unbedingt an Ärztefusch versterben müssen, oder? richard

Hallo agano,

mittlerweile stehe ich auf dem Standpunkt, dass niemand hier auf der Strasse leben muss und dass das ein selbst gewähltes Schicksal der Menschen ist. Weitestgehend zumindest. Viele ergeben sich klagevoll ihrem Schicksal, erreichen aber nie die simple Erkenntnis, dass sie mit relativ wenig Eigeninitiative so viel erreichen könnten, dass auch für sie eine Wohnung zur Verfügung steht. Ist das nicht auch als eine geistige Begrenzung/Behinderung zu betrachten, denen mit Geldspenden nicht beigekommen werden kann?

Timirjasevez
10.12.2011, 09:31
Hallo agano,

mittlerweile stehe ich auf dem Standpunkt, dass niemand hier auf der Strasse leben muss und dass das ein selbst gewähltes Schicksal der Menschen ist. Weitestgehend zumindest. Viele ergeben sich klagevoll ihrem Schicksal, erreichen aber nie die simple Erkenntnis, dass sie mit relativ wenig Eigeninitiative so viel erreichen könnten, dass auch für sie eine Wohnung zur Verfügung steht. Ist das nicht auch als eine geistige Begrenzung/Behinderung zu betrachten, denen mit Geldspenden nicht beigekommen werden kann?

Hallo Björn,
die Rigorosität Deiner Meinung teile ich hier nicht, auch wenn sie in ihrer Absolutheit im zweiten Satz eingeschränkt wird.
Soziale Schicksale sind individuell, es genügt schon, primärer oder sekundärer Analphabet zu sein und man fällt u. U. ungewollt aus dem Netz.
"Jeder ist selbst seines Glückes Schmied." ist auch nur besschränkt gültig.
Schnorrer, Teens und Twens mit Hund, Kinder und Ausländer, die gezielt zum Betteln ausgeschickt werden etc., da gehe ich mit Dir konform.
Und ich wäre einverstanden, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden gäbe. Ist aber nicht.
Im übrigen zielt die Frage ja auch nicht auf dieses Segment ab.

agano
10.12.2011, 10:50
Hallo agano,

mittlerweile stehe ich auf dem Standpunkt, dass niemand hier auf der Strasse leben muss und dass das ein selbst gewähltes Schicksal der Menschen ist. Weitestgehend zumindest. Viele ergeben sich klagevoll ihrem Schicksal, erreichen aber nie die simple Erkenntnis, dass sie mit relativ wenig Eigeninitiative so viel erreichen könnten, dass auch für sie eine Wohnung zur Verfügung steht. Ist das nicht auch als eine geistige Begrenzung/Behinderung zu betrachten, denen mit Geldspenden nicht beigekommen werden kann?

Das sähe anders aus, mein Freund, hätten sie eine andere Möglichkeit, wurden sie eine andere Möglichkeit geboten bekommen, wäre ihr Umfeld GESUND und würde sie auffangen, wann immer sie in Schwierigkeiten geraten, dann wären sie sicher NIE auf die Idee gekommen, auf der Straße zu leben.

Da unsere Gesellschaft zu tiefst einfach nur kaputt ist, leben Erwachsene, Jugendliche und Kinder bei uns auf unseren Straßen. Hier wird unserer kaputten Gesellschaft der Spiegel vorgehalten und der ist unerbittlich, da helfen all diese ausreden auch nichts mehr. WIR sind diese Gesellschaft, unsere Struktur stimmt nicht mehr, WIR wählen alle vier Jahre dieses kaputte Etwas wieder und schwelgen nachträglich in dem Selbstmitleid, der dann auch noch von diesen kaputten Typen geschickt geschürt wird. Menschen, die auf der Straße leben müssen, sind das Spiegelbild, das Resultat unserer kaputten Gesellschaft. Wir können das bei der nächsten Wahl abändern!!! Wir alle müssen eine Menge abändern!

Wenn bei der nächsten Wahl wieder die selben Ratten an die Macht kommen, wissen wir doch klar, dass wir eine degenerierte Masse Mensch sind, dann zeigt uns das doch nur auf, was wir für eine kranke und kaputte Gesellschaft haben. richard

munichangelika
18.12.2011, 22:55
...
Und ich wäre einverstanden, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden gäbe. Ist aber nicht.
Im übrigen zielt die Frage ja auch nicht auf dieses Segment ab.
Vielleicht ja doch? Wenn sich für ein Grundeinkommen eingesetzt würde, warum sollte dann nicht eine Stiftung "Grundeinkommen" zum vorgeschriebenen Zweck möglich sein, die sich der Aufklärung und dem Voranbringen widmet... Vielleicht gibt es so was ja!? Spende alternativ/politisch soz.

Timirjasevez
19.12.2011, 07:26
Vielleicht ja doch? Wenn sich für ein Grundeinkommen eingesetzt würde, warum sollte dann nicht eine Stiftung "Grundeinkommen" zum vorgeschriebenen Zweck möglich sein, die sich der Aufklärung und dem Voranbringen widmet... Vielleicht gibt es so was ja!? Spende alternativ/politisch soz.
Verschiedene politische Stiftungen (siehe Samariter-Stiftung) plädieren für ein Grundeinkommen und arbeiten an Konzepten. Aber eine Spende im Kontext der Umfrage an diese? Nein, das war nicht gemeint.

otix_
19.12.2011, 21:38
Grundeinkommen - ist das eigentlich für alle, oder ist das eine Vorstellung, die nur die westlichen Industriestaaten betreffen soll?

agano
19.12.2011, 21:54
Grundeinkommen - ist das eigentlich für alle, oder ist das eine Vorstellung, die nur die westlichen Industriestaaten betreffen soll?Jemand müsste damit anfangen.

Europa vielleicht. Wenn sich dieses ... Grundmodell als GUT erweisen würde, würde das wiederum und vielleicht eine Kettenreaktion auslösen und jeder Staat würde dieses Modell nutzen. Eine Vorreiterrolle sozusagen.

Allerdings sollte dieses Grundgehalt zwar zum Überleben gut sein, aber trotzdem die Bürger dazu verpflichten, auch zu arbeiten. Es kann ja nicht angehen, dass dieses Grundgehalt dafür bestimmt wäre, dass die Bürger nun ihre Beine auf den Tisch legen und gar nichts mehr unternehmen. Hier MUSS natürlich eine gut ausgewogene Summe ... erdacht werden, die zum Überleben genügt, aber nicht dazu animiert, gar nichts mehr leisten zu wollen. So in etwa. Denke ich.
Beim überlegen und schreiben dieser Zeile wird mir irgendwie klar, dass das aber der falsche Weg sein wird. Der richtige Weg wäre, JEDEM eine anständige und gut bezahlte Arbeit zu verschaffen und das geht nur, wenn wir alle einen festgelegten Grundlohn bekommen, also einen Mindestlohn. Dieser sollte zwischen 8,- bis 10 Euro die Stunde liegen.

Die Betonung liegt auf ALLE, also ALLE AUF DIESER WELT. Das hätte den Vorteil, dass die moderne Sklaverei aufhören würde. Niemand müsste mehr mit seiner gesamten Firma ins billige Ausland auswandern. Genau das wäre es doch. richard
richard

agano
20.12.2011, 13:34
Na, unser Thema. Mindeslohn.

Verstehe nur nicht, wieso immer noch zwischen Deutsch Ost und West Unterschiede gemacht werden!!! Wie sollen die jemals selbstständig werden?! Es ist wie mit dem Rettungsschirm, den man schon vor der Krise propagiert hatte. "Das wird eine Kettenreaktion geben", habe ich damals gesagt. So auch mit den Geldern für den Osten. Solange die etwas erwarten können, werden die immer fordern. Schluss damit, sage ich, keine Sonderposten mehr. Seid einfach gleichberechtigte Deutsche und fertig! richard

Erstmals verbindlicher Mindestlohn für Leiharbeiter
Mindestlöhne für Gebäudereiniger und Dachdecker steigen

Für die rund 900.000 Leiharbeiter in Deutschland gilt erstmals ein verbindlicher Mindestlohn. Das Kabinett stimmte der Verordnung über eine Lohnuntergrenze in der Leiharbeitsbranche zu.
Demnach beträgt der Mindestlohn ab dem 1. Januar 2012 7,01 Euro in den fünf ostdeutschen Bundesländern und Berlin und 7,89 Euro in den übrigen Bundesländern. Zum 1. November steigt er im Osten auf 7,50 Euro und im Westen auf 8,19 Euro.

Timirjasevez
20.12.2011, 13:55
Grundeinkommen - ist das eigentlich für alle, oder ist das eine Vorstellung, die nur die westlichen Industriestaaten betreffen soll?
Ein Grundeinkommen, in welcher Form und in welchem Ausmaß auch immer jedoch als solches, sehe ich als globale Notwendigkeit. Dann bekommt auch die Problematik huldvoller Spenden einen neuen Tenor.