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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Vor Hitler und Stalin" - Verbrechen in der Epoche der Aufklärung



Beverly
19.04.2009, 11:56
1789 und die Folgen

In unserem gängigen Geschichtsbild wird die Epoche nach 1789 als Zeitalter der "Emanzipation" und des "Fortschritts" gefeiert. War das nicht die "Belle Epoque", wo noch Manieren und Zucht und Ordnung herrschten? Damals war doch die Welt noch in Ordnung, ehe sie dann im Grauen des Ersten Weltkriegs 1914-1918 endete und rote und brauen Proleten die Macht an sich rissen.

Wer denkt schon darüber nach, dass auf die Französische Revolution ein von 1792 bis 1815 dauernder Kriegszustand folgte. Über die Opfer dieser so genannten "Koalitionskriege" - die auch als "Napoleonische Kriege" bekannt sind - steht auf Wikipedia der dürre Satz:

"Die Napoleonischen Kriege wüteten ungefähr 23 Jahre in fast ganz Europa und hatten den Tod von rund 6,5 Millionen Soldaten und Zivilisten zur Folge."


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Koalitionskriege

Wobei in Europa um 1800 weitaus weniger Menschen lebten als heute. Somit begann die Moderne mit einem Gemetzel das ebenso schlimm wie der Dreißigjährige Krieg davor und der Erste Weltkrieg danach war.
Der Wiener Kongress 1815, der unter diese blutige Zeit einen Schlussstrich ziehen sollte, legte den Grundstein für neue Umstürze und Kriege. Nachdem sich die Aufklärer unter der Trikolore und Napoloen als Schlächter erwiesen hatten, machten die Restauratoren um Metternich weiter.
Hatte nicht Napoleon den maroden Preußen, Österreichern und Russen eine Lektion in moderner Staatskunst, Kriegskunst und Verwaltung erteilt? Nachdem die ersten Lektionen recht bitter waren, lernten Preußen, Österreicher und Russen fleißig - bis sie allesamt im Ersten Weltkrieg untergingen.

Fragen an die Geschichte

Erst die Verbrechen Hitlers und Stalin nahmen Historiker und Philosophen zum Anlass, die Aufklärung zu hinterfragen. War angesichts der fabrikmäßigen Vernichtung von Menschen in Auschwitz das im 18. Jahrhundert so glorreich begonnene Projekt nicht Lug und Trug? Besonders bei den Nazis wird da gern von einem "Rückfall in die Barbarei" gesprochen. Das setzt aber voraus, dass es vor 1933 keine Barbarei gegeben hat. Was war aber die Zeit von 1792-1815 mit dem Tod von über sechs Millionen Menschen anderes als Barbarei?

Vor den Bildern aus den KZ's gab es da solche Bilder

http://www.poster.net/goya-francisco/goya-francisco-erschiessung-der-rebellen-2601022.jpg

http://www.poster.net/goya-francisco/goya-francisco-erschiessung-der-rebellen-2601022.jpg - Gemälde von Goya

Ja, jetzt zetern sie wieder wenn ich Napoleon mit Hitler vergleiche. Aber der A. H. selbst sah sich als Nachfolger Napoloens und versäumte es nicht, nach der Eroberung von Paris 1940 Napoloens Grab einen Besuch abzustatten. Warum haben erst Hitler und Stalin dazu geführt, die Frage nach der Aufklärung als Massenbetrug zu stellen. Goya kannte weder den A. H. noch den Dschugaschwili - ihm hat das Wüten der Franzosen in Spanien gereicht, um Verbrechen nicht schön zu reden, sondern anzuprangern.

Ich habe den Eindruck, dass selbst die Kritik an Aufklärung als Betrug Teil dieses Betruges iist. Mit Hitler und Stalin resp. Nazis und Kommunisten prangert man da aus den Unterschichten und unteren Mittelschichten stammende Bewegungen an und vermeidet vornehm jede Kritik an den Verbrechen genuin bürgerlicher Systeme. Die Proleten sind halt schuld an all den Massakern und der Bürger wäscht seine bluttriefende Hände in Unschuld.
Aber breicht sich eine Zivilisation, die einen Napoleon trotz sechs Millionen Toten als großen Helden feiert, über Epigonen in der Art Hitlers wirklich wundern? Ist das Entsetzen über "Auschwitz" mehr als hundert Jahre nach dem erschütternden Bild von Goya nicht beschämend?
Der A. H. und seine Verbrecherkollegen Stalin und Mao kamen nicht aus heiterem Himmel. Sie hatten - angefangen mit Napoleon - Vorläufer! Dass die Welt es 1945 leid war, Mörder als Helden zu feiern und über den A. H. damnatio memoriae verhängte, mag auch am der schlechten "Selbstdarstellung" der Nazis gelegen haben. Das Grauen der Nazis war im großen und kleinen zu brutal und zu entsetzlich, um da noch mit Schönschwätzerei zu kommen.

Aber davor wurden im Zeichen der Aufklärung, des Fortschritts und der Moderne immer wieder Verbrechen in großem Stil begangen und Verbrecher zu Helden und Heroen der Geschichte verklärt. Die waren halt nicht so dämonisch wie Hitler, sondern liefen immer in diesen putzigen bunten Uniformen und Hofstaat herum. Sie hatten auch bessere Manieren als die Nazis, auch wenn auf ihren Plantagen die Sklaven nach sieben Jahren unmenschlicher Zwangsarbeit starben.

Die Liste jener Großverbrecher der "Belle Epoque" ist so lang, dass ich sie in gesonderten Posts behandeln werde. Sie belegen, dass nach 1789 nicht das Zeitalter der Vernunft angebrochen ist, sondern die Vernunft die meiste Zeit geschlafen hat. Und sie mit rosaroten Geschichtsbildern systematisch eingeschläfert wurde.

Beverly
19.04.2009, 12:47
Sklaverei in den USA

Dass es in den USA Sklaven gab und dass der Konflikt zwischen Gegnern und Befürwortern der Sklaverei zu immer größeren Spannungen und dem Bürgerkrieg von 1861-65 führte, wissen die meisten interessierten Menschen. Aber wer weiß schon, dass von Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs die Zahl der schwarzen Sklaven in den USA stetig zunahm? Bei der Volkszählung 1860 wurden in den USA fast vier Millionen Sklaven gezählt.

Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Sklaverei#Vereinigte_Staaten_von_Am erika

Die Sklaverei war kein Relikt vormoderner Zustände, sondern integraler Bestandteil eines Staates, der sich wie kein anderer als Kind der Aufklärung und der Moderne verstand. Die Menschen, die »nach Amerika machten«, um hier ein neues und besseres Leben als in Europa zu beginnen, mögen sich beim Ausbruch des Bürgerkriegs verwundert die Augen gerieben haben. Hatte sie nicht da all das wieder eingeholt, was sie in Europa hinter sich lassen wollten. »Die Sonne scheint, aber sie wärmt nicht«, sagte der Dichter Walt Whitman bei Ausbruch des Sezessionskrieges. Ein schönes und poetisches Wort, dass sich auf die gesamte Epoche der Aufklärung übertragen lässt.

vor dem »totale Krieg«

Der »Sezessionskrieg« zwischen Südstaaten und Nordstaaten wird als erster mit modernen Mitteln geführter Krieg angesehen. So sehr ich auch mit dem Anliegen Lincolns, die Union zu erhalten und Kleinstaaterei wie in Lateinamerika zu unterbinden sympathisiere – von der Sklavenfrage ganz abgesehen! – so verfielen die »Yankees« dabei auf einen Diskurs, der im 20. Jahrhundert grauenhafte Folgen haben sollte. Ein Menschenalter vor Goebbels Parole »Wollt ihr den totalen Krieg?« prägte der Gerneral der Nordstaaten Willian T. Sherman den Satz: »War is hell.« Und die Hölle entfesselte er in seinen Feldzügen gegen die Südstaaten, um durch systematischen Terror gegen die Zivilbevölkerung den Feind zu zermürben.

Über Shermans Kriegführung steht auf Wikipedia:


(...)Shermans nächstes Ziel war nun die Hafenstadt Savannah an der Mündung des gleichnamigen Flusses, die er mit seinen Truppen Mitte Dezember 1864 erreichte und kampflos einnahm.

Shermans Armee hinterließ auf diesem als Marsch zum Meer berüchtigten Vormarsch eine Schneise der Verwüstung, ein frühes Beispiel einer absichtlich durchgeführten Politik der "verbrannten Erde". Seine Soldaten sengten, plünderten und brandschatzen alles, was auf ihrem Wege lag. Sie vernichteten Felder, Häuser, Höfe und Hütten und nahmen alles an sich, was sie finden konnten; was sie nicht mitnehmen konnten, zündeten sie an. Nachdem er sich sechs Wochen in Savannah aufgehalten hatte, machte Sherman sich Anfang Februar 1865 daran, mit seiner 60.000 Mann starken Armee die beiden Carolinas zu durchqueren. Er marschierte zunächst durch South Carolina und hinterließ auch hier eine blutige Spur der Zerstörung. Im Staat South Carolina, der für den Abfall der Südstaaten mitverantwortlich gemacht wurde, zeigte sich erneut die Zerstörungswut der Soldaten. Verwüstet wurde, was auf ihrem Weg lag, gleichgültig, ob es von militärischem Wert war oder nicht. South Carolinas Hauptstadt Columbia wurde in einer Orgie der Zerstörung dem Erdboden gleich gemacht.

Sherman verfolgte mit seinen zerstörerischen Vormärschen durch das Gebiet der Südstaaten primär zwei Ziele. Zum einen wollte er verhindern, dass die Bevölkerung der gegnerischen Armee beistand, ihr Unterstützung, Hilfe oder Nachschub zukommen ließ. Hierfür entzog er der Bevölkerung die letzten ökonomischen Ressourcen, letztlich, wie oft zitiert, um den Krieg zu einem schnellen Ende zu führen. Zum anderen wollte er der Bevölkerung der Südstaaten, die er für den Krieg verantwortlich machte, die Grausamkeit des Krieges drastisch vor Augen führen, um sie, ein für alle Mal, von diesem "Mittel der Politik" abzuschrecken. Wegen dieser Kriegsführung, die eine verheerende Wirkung auf die Moral der Zivilbevölkerung hatte und ihre Lebensgrundlagen zerstörte, gilt Sherman als einer der ersten »modernen« Generale. Der Schriftsteller E. L. Doctorow machte Shermans verheerenden Feldzug 2005 zum Thema seines Romans Der Marsch.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/William_T._Sherman

General Sherman ist nicht der einzige US-amerikanische Militär des 19. Jahrhunderts, der mit menschenverachtenden Äußerungen zu einem Dikurs beitrug, der im 20. Jahrhundert grauenhafte Folgen haben sollte.

Von General Sheridan ist folgende Aussage überliefert: »Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer«. Dazu steht auf Wikipedia:


Von ihm soll der Ausspruch Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer stammen. Das amerikanische Original lautete: »The only good Indians I ever saw were dead« (deutsch = Die einzigen guten Indianer, die ich jemals sah, waren tote). In seiner Biographie »Sheridan, the Inevitable« schreibt Richard O'Connor: »Obwohl der allgemein ihm zugeschriebene Grundsatz 'Der einzig gute Indianer ist ein toter Indianer' ein ungenaues Zitat dessen ist, was Sheridan wirklich sagte, dachte er jedoch genau so und handelte entsprechend.«


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Philip_Sheridan

deserd
19.04.2009, 13:56
Hallo, Beverly,

sehr gute und interessante Artikel ... - aber wie genau nun die jetzt stimmen, sind auch ein paar Fragen ... aber im Grundsätzlichen scheint das stimmig zu sein.

1. Schwer zu sagen, wie bekannt überhaupt Goya in D vor den Nazis wurde .... ? Wahrscheinlich nur in besoneren Zeitungen ...? Übrigens soll diese Zeit als die Zeit des größten Zeitungssterben überhaupt gewesen sein soll ...
- Viele werden von Goya höchstens gehört haben, wenn überhaupt ....

2. Vernunft ist möglicherweise einer der schlimmsten Begriffe überhaupt - und meist falsch verstanden, auch heute noch vielfältig falsch ausgelegt und aber vortäuschend bewusst eingesetzt. - Eigentlich ein totales Unwort.
Für Sprachforscher ist das Wort "Moderne" ebenfalls sehr interressant ... dann da ist Moder drin

Zitat:
"Dass die Welt es 1945 leid war, Mörder als Helden zu feiern und über den A. H. damnatio memoriae verhängte, mag auch am der schlechten "Selbstdarstellung" der Nazis gelegen haben. Das Grauen der Nazis war im großen und kleinen zu brutal und zu entsetzlich, um da noch mit Schönschwätzerei zu kommen."
Bist du dessen sicher - ??? Ich jedenfalls nicht. - Das ist wahrscheinlich nur Aufgebausche.
--wenn man sich die letzten 30 Jahre bis heute ansieht,- weil Faschismus und Rechts ist schwer am kommen -, dann sehe ich jedenfalls, das juckt wirklich nur wenige ...

Der Schlüssel für die großen schlimmen Ereignisse von 1900 bis 2000 liegen in der Entwicklung und Geschichte der Bürgertums - und zwar wirklich alle Schichten des Bürgertums.

gruss, deserd

Beverly
19.04.2009, 14:39
Hallo, Beverly,

sehr gute und interessante Artikel ... - aber wie genau nun die jetzt stimmen, sind auch ein paar Fragen ... aber im Grundsätzlichen scheint das stimmig zu sein.

Hallo deserd,

ich bin hier nicht mit den Anspruch angetreten, das alles en detail zu untersuchen und bis aufs i-Tüpfelchen zu belegen und zu beweisen.
Mir lasse aber zwei Dinge keine Ruhe:

1. Auf Wikipedia wird ganz selbstverständlich die Zahl von 6,5 Millionen Toten durch die "Napoleonischen Kriege" und von knapp 4 Millionen Sklaven in den USA 1860 genannt. Im Fernsehen habe ich in einem Programmhinweis gehört, dass damals ein Drittel der Bevölkerung der USA aus Sklaven bestanden haben soll.
So liegen die Fakten und Anstöße, endlich mal die richtigen Fragen zu stellen, offen zutage.

2. Ich bin mit dem Glauben an die Französische Revolution und moderne Geschichte als Fortschritt groß geworden. Um mich dann immer wieder zu fragen, warum denn die Protagonisten dieser Geschichte - die ich als "die Guten" ansehen sollte - so viele Verbrechen begingen. Warum haben sich die Jakobiner abgeschlachtet? Warum war Napoleon so größenwahnsinnig und Lenin so grausam?
Irgendwann war ich es Leid, das vor mir alles noch zu rechtfertigen und dem einen anderen Sinn als den des fortgesetzten Betruges zu geben. Wobei auch viele Diskussionen im Internet und mit Freunden hilfreich waren. So fragte ein User (Rikimer) auf Politikforum.de mit Recht, warum da für das Geschichtsforum mit Napoleon das Bild eines Verbrechers als Logo genommen wurde.
Auch mein Leben selbst gibt keinen Grund, mich als Nutznießerin einer 200jährigen Erfolgsgeschichte zu sehen. Mir kommt es eher so vor, als ob den einfachen Menschen gesagt wird "aber ihr habt doch so viel davon profitiert" und sie werden trotzdem arm und abhängig gehalten.
Ich will anderen Menschen solche Verarschungen ersparen, ohne - trotz vieler richtiger Fragen von Konservativen - dem Diskurs der konservativen Kulturkritik und des Kulturpessismismus zu verfallen. Der führt uns IMHO nicht weiter, ja mag sogar eine der Spielarten der Täuschungen sein.


Der Schlüssel für die großen schlimmen Ereignisse von 1900 bis 2000 liegen in der Entwicklung und Geschichte der Bürgertums - und zwar wirklich alle Schichten des Bürgertums.

gruss, deserd

Vergleich mal den Lebensstandard z. B. eines Hamburger Kaufmanns von 1809 mit dem seines Standesgenossen 2009, dann hast du Sinn und Zweck der letzten 200 Jahren: den Lebensstandard der Herrschenden zu heben und ihnen Machtmittel und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die es früher nicht gab.
Alles andere ist da im Wesentlichen eine Frage der Methoden - wo die ja nicht zimperlich sind - und der Konflikte mit anderen Klassen und innerhalb ihrer eigenen Klasse - wo sie hie wie dort keine Skrupel kennen.
So war "Emanzipation" IMHO da nichts anderes als das sukzessive Herauslösen des Bürgertums aus Unterordnung - unter den Staat - und Bindungen an und Verantwortungen für nichtbürgerliche Entitäten. Es ist der Weg von der vor den Adligen buckelnden Hofschranze in die "gated community", wo sie ausgesorgt haben und ihnen alles übrige egal ist.

Beverly
19.04.2009, 15:03
Lateinamerika war nach dem Ende der spanischen Kolonialherrschaft alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Auch dort gab es im 19. Jahrhundert schon Tyrannen und mörderische Kriege. Siehe die Geschichte von Paraguay. Paraguay führte von 1864 bis 1870 mit Brasilien, Argentinien und Uruguay einen Krieg, in dem zwei Millionen Menschen ums Leben kamen. Im Verhältnis zu der damals niedrigen Bevölkerung macht das diesen so genannten Tripel-Allianz-Krieg zu einem der blutigsten Kriege der Weltgeschichte. So überlebten von einer halben Million Einwohner Paraguays nur 116 000 den Krieg. Von den Folgen des Krieges hat sich das vor Kriegsausbruch blühende Land nie wieder erholt.

Mehr auf http://de.wikipedia.org/wiki/Tripel-Allianz-Krieg

Während des Krieges wurde Paraguay von Francisco Solano López regiert, der als Diktator mit unumschränkter Macht agierte und als »Napoloen Südamerikas« bezeichnet wurde. An seiner Person und den gegensätzlichen Sichtweisen – die von Nationalheld bis Kriegsverbrecher reichen – wiederholte sich einerseits tatsächlich Napoleons Wirken. Andererseits zeigte sich da im Wortsinne mitten in der Pampa jene Art von »Geschichte« mitsamt ihren Großverbrechern, die im 20. Jahrhundert Europa und andere Teile der Welt verwüsten würde.

Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Francisco_Solano_L%C3%B3pez

deserd
19.04.2009, 15:26
Zitat:

"Warum haben erst Hitler und Stalin dazu geführt, die Frage nach der Aufklärung als Massenbetrug zu stellen."

Ich denke mal, das hängt damit zusammen, das erst mit der Entwicklung des Bürgersystems auch das Gros der Presse (Zeitungs-, Pressevielfalt) entstanden ist.

Die Presse als eine der neu entstandenen Arbeitsteilungen, die der Fortschritt mit sich gebracht haben.

Insbesondere auch die Presse hatte damals auch eine, mehrere bestimmte Funktionen, und das bestimmt noch ganz anders wie heute; sie entstand aber sicherlich relativ parallel zum internationalen Bankensystem.

Ich hatte übrigens auch schon vor Jahren angemerkt, dass die über die Geschichte der Presse und der Presseagenturen kaum etwas bekannt ist.

Nun fand zwar so ca. 1929 das größte Zeitungssterben ein, aber die Presse-Infrastrukturen sind auf jeden Fall erhalten geblieben und führten infolge zur Konzentration

Du musst außerdem sehen, das Radio (Volksempfänger) kam in der Breite der Gesellschaft erst mit AH - und war insofern nach WW2 auch der gesamten Bevölkerung zugänglich - schon auch mal ein Konkurrenz-Medium zur Zeitung.

Wär ja schon mal interessant, wie breit die Presse verteilt war vor ihrem Massen-Sterben, ich meine mich zu erinnern, 2/3 der Zeitungen gingen futsch .... steht vielleicht auf Wikipedia

Zahlen wären da interessant, wie viele der Bürgertums konnten sich eine Zeitung leisten ...? ... vor 1929?

gruss, deserd

Beverly
19.04.2009, 15:28
Auch im nächsten Beispiel behandeln wir ein vergleichsweise kleines Land: Belgien. Seinem König Leopold (regierte von 1865 bis zu seinem Tod 1909) war Belgien aber zu klein und so eroberte er in Zentralafrika entlang des Flusses Kongo ein Gebiet so groß wie Mitteleuropa.
Für die Menschen, die dort lebten, war es der Beginn eines bis heute andauernden Alptraums aus dem Raub ihrer Naturschätze, Versklavung, Terror und Massenmord.
Leopold richtete im von ihn eroberten Gebiet den so genannten »Kongo Freistaat« ein. Dabei agierte er formal als Privatperson, d. h. Geschäftsmann und der Freistaat unterstand ihm persönlich. Das Militär und Unternehmen, welche den Kongo ausbeuteten, begannen dort mit einer Schreckensherrschaft, der in zwanzig Jahren bis zu zehn Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Genaue Angaben halte ich für schwierig, weil die Täter ihre Spuren vertuschen wollen und kein Interesse an exakten und glaubwürdigen Schätzungen haben. Schließlich musste auch König Leopold auf seinen Ruf achten und in einer Dokumentation über sein Leben wurde gesagt, dass ihm seine Zeitgenossen nicht so sehr die Verbrechen im Kongo, sondern seinen Umgang mit seiner Familie und Neigungen zu kleinen Mädchen verübelten.
Aber schon damals wuchs die Empörung über die Verbrechen unter Leopolds Herrschaft, für die die Bezeichnung »Kongo-Greuel« geprägt wurden und für die zum Beispiel Bilder von Menschen mit abgehackten Händen standen. Deshalb wandelte der belgische Staat Leopolds Freistaat in eine Kolonie um.
Doch das Leiden der Menschen am Kongo hörte damit nicht auf. Auf Leopold folgten für sie Mobutu und Kabila. Für die Menschen in Europa folgten auf König Leopold Hitler und Stalin.

Siehe zu Leopold http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_II._(Belgien)

Mehr zur Ausbeutung des Kongos unter Leopolds Herrschaft bzw. im »Kongo-Freistaat« siehe unter http://de.wikipedia.org/wiki/Kongo-Greuel

Beverly
19.04.2009, 15:38
Zitat:

"Warum haben erst Hitler und Stalin dazu geführt, die Frage nach der Aufklärung als Massenbetrug zu stellen."

Ich denke mal, das hängt damit zusammen, das erst mit der Entwicklung des Bürgersystems auch das Gros der Presse (Zeitungs-, Pressevielfalt) entstanden ist.

Die Presse als eine der neu entstandenen Arbeitsteilungen, die der Fortschritt mit sich gebracht haben.

Insbesondere auch die Presse hatte damals auch eine, mehrere bestimmte Funktionen, und das bestimmt noch ganz anders wie heute; sie entstand aber sicherlich relativ parallel zum internationalen Bankensystem.

Ich hatte übrigens auch schon vor Jahren angemerkt, dass die über die Geschichte der Presse und der Presseagenturen kaum etwas bekannt ist.

Nun fand zwar so ca. 1929 das größte Zeitungssterben ein, aber die Presse-Infrastrukturen sind auf jeden Fall erhalten geblieben und führten infolge zur Konzentration

Du musst außerdem sehen, das Radio (Volksempfänger) kam in der Breite der Gesellschaft erst mit AH - und war insofern nach WW2 auch der gesamten Bevölkerung zugänglich - schon auch mal ein Konkurrenz-Medium zur Zeitung.

Wär ja schon mal interessant, wie breit die Presse verteilt war vor ihrem Massen-Sterben, ich meine mich zu erinnern, 2/3 der Zeitungen gingen futsch .... steht vielleicht auf Wikipedia

Zahlen wären da interessant, wie viele der Bürgertums konnten sich eine Zeitung leisten ...? ... vor 1929?

gruss, deserd

Ja, die Rolle der Kommunikationsmittel und der Massenmedien. Wobei sich fragt, ob sie eher aufklären oder eher verdummen. Oder machen sie die Schlauen schlauer, weil die so besser an Informationen herankommen, und die Dummen dümmer, weil die noch leichter zu manipulieren sind?

Wobei man sich auch die Frage stellen muss, was das Internet bewirkt. IMHO ist es bis zu einer gewissen Tiefe ein sehr effektives Mittel, um Informationen zu gewinnen und neue Fragestellungen zu erarbeiten. So wäre dieser Strang ohne das Web und die Diskussionen in ihm nicht möglich gewesen.

deserd
19.04.2009, 15:53
Wenn man wüsste, wie breit die Presse in der Bevölkerung verteilt war, wenn das mehr als 50 % wären ... hätte ja evtl Hitler -vielleicht- verhindert werden können - aber ich glaube es nicht ... zu viele hatten Interessen daran, dass Hitler an die Macht kam ... -- die Ausbildung der Bürgerklassen mit ihren Verbindungen in die (auch internationale) Politik, in die (auch internationale) Wirtschaft .... - dazu musste man Sprachen beherrschen, können - wer konnte das wo lernen ... ?


gruss, deserd


EDit:

Ich erinnere mich an eine Karikatur über die 30er Jahre, über die Rolle, die die Presse spielte: den fetten Ehemann (Vertreter der Wirtschaft oder Politik), die gutgeformte, hübsche, aber entsetzte Prostituierte und die etwas übergut rundliche Ehefrau mit einem freundlichen Lächeln ....

deserd
19.04.2009, 16:21
Zitat:

"Wobei man sich auch die Frage stellen muss, was das Internet bewirkt. IMHO ist es bis zu einer gewissen Tiefe ein sehr effektives Mittel, um Informationen zu gewinnen und neue Fragestellungen zu erarbeiten. So wäre dieser Strang ohne das Web und die Diskussionen in ihm nicht möglich gewesen."

Bis jetzt noch. Fragt sich nur, wie lange noch .... ... das soll sich angeblich ändern ... !?

- Ich fände es schon gut, wenn sich einige gute Errungenschaften des Internet in die "echte" Welt retten könnten.

Definitiv kauf ich seit Jahren keine Bücher mehr.

Aber es gibt eben auch schlechte Effekte des Internet ... - und ein großes Problem, das kommt garantiert, nämlich die der Geschichtsschreibung.

Ich sag mal jetzt schon, noch 2-3 Generationen, also ca. 40-50 Jahre, und die Geschichtsschreibung ist futsch - und Geschichtskunde dann auch endgültig .....

Es tut mich schon sehr stören, das die Geschichtsschreibung und -forschung sich noch nur in den Händen akademischer Stände befindet ...

gruss, deserd

Beverly
19.04.2009, 18:20
Das 19. Jahrhundert gilt als das Zeitalter des klassischen Imperialismus, der mit dem Ersten Weltkrieg endete. Das Prinzip des Imperialismus zeigt eine Karikatur, auf der der englische Premierminister Pitt und Napoleon zu Tische sitzen. Auf einem großen Teller ist die Welt und die Regierungschefs Großbritanniens und Frankreichs teilen sie mit Messer und Gabel auf. Napoleon nimmt Europa und Pitt die übrige Welt.

http://www.bbc.co.uk/radioassets/photos/2007/6/19/22336_2.jpg

Quelle http://www.bbc.co.uk/radioassets/photos/2007/6/19/22336_2.jpg

Das Schicksal Napoleons zeigt allerdings, dass es »bei Tische« nicht immer friedlich zuging. Der seinem Ende folgende und mit dem Kolonialismus gekoppelte Imperialismus hatte allerdings Regeln, welche die Konflikte zwischen den imperialistischen Staaten begrenzten. Man einigte sich darauf, Afrika und Asien zur Beute zu machen und sich in Europa weitgehend in Ruhe zu lassen. So teilten die europäischen Mächte ganz Afrika unter sich auf und »erwarben« auch in Asien große Kolonialreiche. Die Briten vergrößerten ihr Empire und die Franzosen schufen ein fast ebenso großes Kolonialreich. Auch kleinere Mächte – neben Belgien die Niederlande und Portugal – hatten Kolonien, die zum Teil Reste größerer Reiche aus der Frühen Neuzeit waren.
Gaben zwischen 1500 und 1700 Spanien, Portugal und die Niederlande in Sachen Kolonialismus den Ton an, dominierten später die Briten und die Franzosen. Wes Geistes Kind die imperialistischen Mächte waren, zeigt sich auch an ihrem Verhalten gegenüber den Arabern. Die unter osmanischer Herrschaft stehenden Araber wurden von den Briten zum Aufstand angestiftet. Nach dem Zusammenbruch des Osmanenreiches gab es aber keinen unabhängigen arabischen Staat im Nahen Osten, sondern Briten und Franzosen machten daraus neue Kolonien.
Als Nachzügler erschien noch das 1870/71 gegründete Deutsche Reich auf der Bühne, das sich in Afrika und Fernost einige kleinere Kolonien zulegte. In Fernost begann zudem Japan mit Eroberungen.
So waren um 1900 ganz Afrika und große Teile Asiens unter den imperialistischen Mächten aufgeteilt. Grundlegende Regeln des Völkerrechtes fanden auf die Gemeinwesen und Völker in Asien und Afrika keine Anwendung. Sie waren »Freiwild« für die fremden und technisch überlegenen Eroberer, die unter dem Vorwand kamen, Zivilisation zu bringen und Elend hinterließen.
Welchen Schrecken nicht nur die Schergen König Leopolds, sondern alle Kolonialmächte bei den unterjochten Völkern verbreiteten, hat der Autor Gert von Paczensky in dem Buch Die Weißen kommen (http://vonpaczensky.de/die_weissen.htm) beschrieben.

Nach 1900 begann aber die Selbstzerfleischung der imperialistischen Mächte. So hatten wir 1900 folgende Großmächte:

die USA
das britische Empire
Frankreich und sein Kolonialreich
das Deutsche Reich
das Kaiserreich Japan
das zaristische Russland

Nach dem zweiten Weltkrieg verblieben nur noch die USA und die Sowjetunion als nunmehr »Supermächte«. Deutschland lag in Trümmern, Janpan hatte kapituliert und Briten und Franzosen mussten sich sukzessive von ihren Kolonien trennen. Der Imperialismus, der im 19. Jahrhundert andere Völker unterjochte, endete mit dem Niedergang der imperialistischen Staaten.

Zu Imperialismus siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Imperialismus
und zu Kolonialismus http://de.wikipedia.org/wiki/Kolonialismus

Beverly
19.04.2009, 18:49
Die Geschichte der Buren in Südafrika lässt geht auf niederländische Siedler zurück, die sich ab dem 17. Jahrhundert am Kap der Guten Hoffnung niederließen. Auch nachdem die Niederlande die Herrschaft über das Kap an die Briten verlor, blieben sie in Südafrika. Sie zogen allerdings vom Kap ins Landesinnere und gründeten eigene Staaten. Zuerst die Republik Natal und dann den Oranje-Freistaat und Transvaal. Die Briten wollten allerdings die Staaten der Buren nicht dulden und die Entdeckung von Gold und Diamanten verschärfte die Spannungen eher noch. Nun gab es schließlich „was zu holen“. So kam es um 1900 zum Krieg zwischen Großbritannien und den Burenstaaten. Der Krieg ist neben der grundsätzlichen Verwerflichkeit auch beschämend, weil die Briten die Buren in das einsperrten, was man später auf Deutsch „Konzentrationslager“ nannte. Also in Baracken hinter Stacheldraht. Nach Wikipedia benutzten die Briten Konzentrationslager als Antwort auf die Guerillataktik der Buren:


Da ein so operierender Gegner auf konventionelle Weise kaum zu fassen war, wandte Kitchener eine Strategie der „verbrannten Erde“ an: Die Farmen in den Guerillagebieten wurden zerstört und die Ernten vernichtet, um den Gegner auszuhungern. Rund 120.000 Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder, wurden in Konzentrationslagern interniert. Davon starben über 26.000 aufgrund katastrophaler Lebensbedingungen an Hunger und Krankheiten. Der Begriff Konzentrationslager ("Concentration Camp") wurde zum ersten Mal in diesem Krieg verwendet.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Burenkrieg

Zum brititschen Oberbefehlshaber Lord Kitchener siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Kitchener,_1._Earl_Kitchener_of_Karthoum

Beverly
19.04.2009, 19:07
Von der Frau des Kommandanten von Auschwitz, Höß, ist überliefert, dass sie nicht mehr mit ihrem Mann schlafen wollte, nachdem sie erfuhr, was er in Auschwitz tat. Dreißig Jahre vor ihr konnte die Frau des deutschen Chemikers Fritz Haber nicht ertragen, dass ihr Mann an der Entwicklung von Giftgas beteiligt war. Auf Wikipedia steht dazu:


Seine Versuche mit Phosgen und Chlorgas (ein Nebenprodukt aus der Farbproduktion der chemischen Industrie), die – gegen den Willen seiner ersten Frau Clara Immerwahr (Heirat 1901), die promovierte Chemikerin war – schon wenige Wochen nach Kriegsbeginn begannen, machten ihn zum Vater der Giftgaswaffen, die im Ersten Weltkrieg von Deutschland eingesetzt wurden. Wenige Tage nach dem ersten deutschen Giftgas-Einsatz am 22. April 1915 bei Ypern beging seine Frau Selbstmord mit der Dienstwaffe Habers. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er aufgrund des Verstoßes gegen die Haager Landkriegsordnung von den Alliierten zeitweilig als Kriegsverbrecher gesucht und floh vorübergehend in die Schweiz. In seinen Lebenserinnerungen berichtete Otto Hahn über ein Gespräch mit Haber: „Auf meinen Einwand, daß diese Art der Kriegführung gegen die Haager Konvention verstoße, meinte er, die Franzosen hätten – wenn auch in unzureichender Form, nämlich mit gasgefüllter Gewehrmunition – den Anfang hierzu gemacht. Auch seien unzählige Menschenleben zu retten, wenn der Krieg auf diese Weise schneller beendet werden könne“

Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Haber

Höß habe ich aus einer Doku als den Typ des dumpfen Befehlsempfängers in Erinnerung. Er wirkte da persönlich nicht einmal bösartig, er führte halt Befehle aus und konnte nicht verstehen, dass ihm seine Frau wegen einer Million ermordeter Menschen eine Szene machte.
Der intelligentere Haber, der nach der Machtergreifung der Nazis emigrierte, brauchte Argumente, um sein Gewissen zu beruhigen. Für ihn war Giftgas noch das kleinere Übel und die Anderen hatten ja angefangen ...

Beverly
19.04.2009, 19:14
Als Adolf Hitler die Ausrottung der Juden plante, soll er gesagt haben: »Wer redet noch den Armeniern?«. Damit bezog er sich auf das Massaker der Osmanen an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs, dem ungefähr eine Million Menschen zum Opfer fielen.

Mehr zum Völkermord an den Armeiniern auf http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Armeniern

Allerdings hat die Geschichte Hitlers Schlussfolgerung, dass keiner mehr von den Armeniern rede und seine Verbrechen ebenso vergessen werden würden, wiederlegt. Nicht nur im Krimi kommt alles ans Licht, auch die Leichen im Keller der Geschichte bleiben nicht ewig vergraben. Und sei es nur aus purem Eigennutz, weil niemand als vergessenes Opfer zukünftiger Verbrechen enden will.

Beverly
20.04.2009, 23:22
Keine Verbrechen im engeren Sinne, aber ebenso desillusionierend war das Elend im 19. Jahrhundert. Der Schweizer Autor PM meinte, im 19. Jahrhundert wären die Engländer kleiner geworden, weil sich ihre Lebensbedingungen verschlechtert hätten.

Kaum waren die Napoleonischen Kriege vorbei, brache eine Wetterkatastrophe neues Elend über die Menschen in Europa und auch Nordamerika: als Folge eines Vulkanausbruchs wurde 1816 zum "Jahr ohne Sommer", wo es in manchen Gegenden in den Sommermonaten Frost, Schnee und Eis gab. Wo es schneite, war der Sommer verregnet und kalt und es gab Überschwemmungen. Die Folge waren Missernten, gestiegene Getreidepreise und Hungersnöte.

Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_ohne_Sommer

Die elenden Lebensbedingungen führten immer wieder zu sozialen Konflikten wie dem Aufstand der Weber in Schlesien (http://de.wikipedia.org/wiki/Weberaufstand#Schlesischer_Weberaufstand_1844). Wobei die Zustände in Schlesien noch von dem Elend in Irland übertroffen wurden. Infolge von Missernten bei Kartoffeln, dem Hauptnahrungsmittel armer Iren, wütete auf der "Grünen Insel" von 1845 bis 1851 eine Hungersnot, der 500 000 bis eine Million Menschen zum Opfer fielen - siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Hungersnot_in_Irland Die Hungersnot in Irland war ein düsterer Vorgeschmack auf weitere Hungerkatastrophen im 20. Jahrhundert.

Fazit: die Ende des 18. Jahrhunderts begonnene Epoche erweist sich nur zu oft als ebenso düster wie die Epochen davor. Wissenschaftlich und technisch hat die Menschheit zweifellos nie zuvor geahnte Höhen erklommen. Das zeigte sich schon im 19. Jahrhundert angesichts von Eisenbahnen, Telegrafen und Massenproduktion. Politisch, wirtschaftlich und sozial haben die Verantwortlichen aber schon damals jämmerlich versagt. Und ihr Agieren legt nahe, dass ihnen jedes Unrechtsbewusstsein fehlte! Auf jeden Kataklysmus folgte das "weiter so" und wer draufging, wurde als notwendiges Opfer des "Fortschritts" abgeschrieben. Wobei schon vor Hitler und Stalin die Opferzahlen in die Millionen gingen ...

Beverly
21.04.2009, 09:30
Das Elend im Europa des 19. Jahrhunderts verweist auf das Wirtschaftssystem, das sich damals durchsetzte: den Kapitalismus. Dazu steht auf Wikipedia im Artikel über das "Schwarzbuch des Kapitalismus":


„Opfer und Revolten“

„Die ‚Arbeitsplätze‘ der Ersten industriellen Revolution waren wahre Höllenlöcher“ - Das „Eisenwalzwerk“ von Adolph Menzel (1872-75)Die Folgen dieses betriebswirtschaftlichen Kalküls zu Beginn der Ersten industriellen Revolution seien Massenarbeitslosigkeit und die soziale Verödung ganzer Landstriche gewesen. Mit dem Fabrikproletariat sei eine neue Kategorie von „arbeitenden Armen“ entstanden, Kinder und Frauen seien zu Niedriglöhnen in den Fabriken beschäftigt worden. Die Opfer hätten aber Widerstand geleistet, wodurch es zu Sozialrevolten gekommen sei.

Kurz betrachtet die neue Bewegung der radikalen, auch gewalttätigen, „Ludditen“ als Kern der Auflehnung. Sie seien zwar rückwärtsgewandt gewesen, hätten aber „elementare und universelle Bedingungen menschlicher Freiheit ein[geklagt], die durch das kapitalistische Markt- und Fabriksystem von Grund auf zerstört wurden“. Auf dem Kontinent spielten sich die „Brotunruhen“ vor allem in der Zeit des Vormärz ab, „in der die Realexistenz des sozialen Kriegs- und Belagerungszustands zum Randphänomen der ‚notwendigen’ Modernisierungsopfer degradiert“ worden sei.

Das so genannte Bevölkerungsgesetz des Pfarrers Thomas Robert Malthus stellt für Kurz den Beginn der „Biologisierung der gesellschaftlichen Krise“ dar. Malthus habe mit der These, die Menschheit würde sich stets stärker als die zur Verfügung stehenden Nahrungsressourcen vermehren, eine Art „Endlösung“ für die Erklärung der Massenarmut und Massenarbeitslosigkeit gefunden. Damit seien die eigentlich selbstgeschaffenen Probleme des Kapitalismus zu unabänderlichen Naturgesetzen erhoben worden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzbuch_des_Kapitalismus

Die Produktivkräfte haben sich zwar entwickelt, doch die soziale Entwicklung und die herrschenden Diskurse zeugen eher von Rückschritt als Fortschritt. Das Elend blieb oder wurde noch schlimmer und im Zeichen des Kapitalismus kamen sozialdarwinistische Diskurse einer "Biologisierung der Gesellschaft" auf.

Beverly
21.04.2009, 13:05
In einem Spielfilm über die aufkommende Nazibewegung sagte angesichts deren antisemitischer Hetze ein Jude zum Anderen: "Eigentlich hätte man sich nach 2000 Jahren daran gewöhnen müssen." Weil Antisemitismus ein altes Phänomen ist. Seit dem Untergang des antiken Israels im 1. und 2. Jahrhundert waren alle Juden gezwungen, als religiöse Minderheit in anderen Gemeinwesen zu leben. Oft gab es da wenig Probleme, aber nur zu oft wurden sie schikaniert und verfolgt, vertrieben oder umgebracht. Wobei es den Juden vor allem im chistlichen Europa schlecht ging. Die Kirche wollte sie zwar nicht tot sehen wie die Heiden, aber im Elend. In islamischen Staaten hatten sie trotz Konflikten und gelegentlicher Verfolgungen im Großen und Ganzen weniger auszustehen. Wie die Christen galten sie als "Dhimmi" - d. h. die Moslems gestanden ihnen zu, ebenfalls den einzigen Gott zu verehren, hielten ihre Dogmen aber für falsch. "Dhimmi" mussten oft eine Sondersteuer zahlen und konnten bestimmte Ämter in der Regierung nicht bekommen. Ein Jude mochte als Höfling akzeptiert sein, "Sultan" durfte aber nur ein Moslem werden!

Die Drangsalierung der Juden in Europa rief im Zeichen der Aufklärung Gegenbewegung auf den Plan. Die engen Ghettos sollten aufgelöst werden und die Juden volles Bürgerrecht erhalten und als Staatsbürger den Christen gleichgestellt werden. Zu großen Teilen funktionierte die "Emanzipaition" und "Assimiliation" der Juden auch. Juden wurden gute Deutsche oder Franzosen und waren erfolgreich. Die Konservativen waren als "Orthodoxe" im Wesentlichen ein Gegenstück zu strenggläubigen Christen - sie mochten altertümliche Gebräuche beibehalten haben, aber lebten so frei wie alle anderen.

In jeder Hinsicht beschämend für das 19. Jahrhundert ist, dass die Emanzipation der Juden nicht überall dazu führte, mit Recht stolz auf das Erreichte zu sein. Im Gegenteil: schon vor den Nazis zeigt sich da im modernen Antisemitismus die "Dialektik der Aufklärung". Wie der Wandel von religiösen Mittelalter zu säkularer Moderne zu verstehen ist, gab der antisemitischen Abschaum so kund: "Die Religion ist einerlei, in der Rasse liegt die Schweinerei!" Die Ideen des A. H.s und die Taten seiner Schergen kamen nicht aus heiterem Himmel.

Im Detail siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus_(bis_1945)

Die Nazis waren nicht die Ersten, die im Zeichen der Moderne Pogrome an Juden verübten. So gab es im zaristischen Russland im 19. Jh. immer wieder Pogrome, siehe dazu

http://www.wdr.de/themen/kultur/stichtag/2006/06/27.jhtml

Auf Wikipedia steht dazu u. a.:


Epizentrum des ersten Pogroms ist die Provinz Cherson. Insbesondere zwischen 1881 und 1882, vereinzelt noch bis 1884, kommt es zu gewalttätigen Übergriffen. In zahlreichen Städten des südlichen Russlands brachen Pogrome aus: 1881 in Jelisawetgrad und Kiew, 1882 in Balta, 1883 in Jekaterinoslaw, Krywyj Rih, Nowomoskowsk usw. und 1884 in Nischni Nowgorod. Jüdische Häuser, Geschäfte, vor allem aber Wirtshäuser werden geplündert. Es kommt zu Vergewaltigungen und Morden, deren Zahl nur zu schätzen ist. Aronson geht allein für 1881 von 40 Todesopfern und 225 Vergewaltigungen aus.[1] Nach Irwin Michael Aronsons Untersuchungen waren die Pogrome von 1881 bis 1884, entgegen vorherrschender Meinung, von der zaristischen Staatsmacht weder initiiert, noch gewollt. Vielmehr war die Regierung äußerst beunruhigt, denn sie verstand die Vorkommnisse als Teil des revolutionären Plans.[2] Das schließt die Duldung oder Mitwirkung einzelner lokaler Behörden nicht aus.

Die Tatsache, dass die russische Intelligenzija den Aufrührern Gleichgültigkeit oder auch Sympathie entgegenbrachten, schockierte zahlreiche Juden, besonders die Maskilim. Unter dem neuen Zaren Alexander III. wurden Provinzkommissionen ernannt, um die Ursachen der Pogrome zu ergründen. Im wesentlichen kamen diese Kommissionen zu dem Schluß, dass die Ursache der Pogrome in der "jüdischen Ausbeutung" läge. Aufgrund dieser Ergebnisse wurden im Mai 1882 die Zeitweiligen Gesetze erlassen, welche den Juden verboten, sich außerhalb von Städten und Kleinstädten niederzulassen(...)

Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_Russland

Beverly
22.04.2009, 12:39
Nach den Juden waren Homosexuelle eine der von den Nazis verfolgten Gruppen. Doch so wie es Antisemitismus schon vor 1933 gegeben hat, reicht auch die Verfolgung Homosexueller weiter zurück. Der so Paragraph 175 des Strafgesetzbuches, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte, trat 1872 als Teil des Strafgesetzbuches des neu gegründeten Deutschen Reiches in Kraft. Damit begann ein perfides Katz- und Maus-Spiel zwischen Homosexuellen, der Gesellschaft und dem Staat. Homosexualität war damals kein Tabuthema, es wurde darüber gesprochen und geschrieben. Manchen Prominenten wurde Homosexualität nachgesagt und manche bekannten sich mehr oder weniger offen dazu. So SA-Chef Ernst Röhm, vor 1933 einer von Hitlers wichtigsten Komplizen und einer seiner wenigen Duzfreunde. Es gab auch vergebliche Bemühungen, den Paragraphen 175 ganz abzuschaffen. Wohl und Wehe der Homosexuellen lag in einer laxen oder rigiden Handhabung des Paragraphen.
Wobei die Nazis zu einer rigiden und menschenverachtenden Verfolgung übergingen - im Zeichen eines von ihnen verschärften Paragraphen 175, der auch in der Nachkriegszeit noch beibehalten und erst 1994 gänzlich abgeschafft wurde.

Mehr dazu unter http://de.wikipedia.org/wiki/Paragraph_175

Fazit: beim Umgang mit Homosexuellen versagte die Epoche so genannter Aufklärung ebenso wie beim Umgang mit den Juden, der sozialen Frage oder dem Verhältnis des Westens zu anderen Kulturräumen. Im 19. Jahrhundert wurden Entwicklungen eingeleitet, die in den Totalitarismen des 20. Jhs. ihren traurigen Höhepunkt fanden und auch heute noch nicht überwunden sind.
Weil noch immer viele glauben, nach 1789 begann eine lichte und helle Zeit.
Und weil, die das nicht glauben, nur zu oft im Zeichen konservativen Kulturpessismus Zeiten und Zustände davor verklären, die nicht besser waren und zu denen kein Weg zurück führt.
In eine lebenswerte Zukunft geht es aber auch nur, wenn wir die Illusionen über die "Epoche der Aufklärung" aufgeben.

Beverly
22.04.2009, 20:43
Wale wurden schon seit Jahrtausenden gejagt, allerdings hielt sich in früheren Epochen der in der Regel von Naturvölkern mit einfachen Mitteln durchgeführte Walfang in Grenzen. Das änderte sich allerdings mit dem modernen Walfang. Waltran wurde zu einem wichtigen Grundstoff für die Industrie. So wurden viele Walarten so lange gejagt, bis sie ausgerottet waren oder es nur noch wenige Tiere gab. Die Fangmethoden wurden im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts immer morderner. Nicht mehr "primitive Völker" jagten einige Wale von kleinen Booten aus, sondern die führenden Industrienationen setzte große Schiffe ein und töteten Wale z. B. durch mit Granaten versehene Harpunen im 19. und 20. Jahrhundert zu Millionen.


Der Tran des Wals war ein wichtiger Grundstoff für künstliche Beleuchtung. Daneben wurden aus ihm Seifen, Salben, Suppen, Farben, Gelatine oder Speisefette (z. B. Margarine) sowie Schuh- und Lederpflegemittel produziert. Walöl war ursprünglich nötig, um Nitroglycerin herzustellen. Noch nach dem Ersten Weltkrieg meinte die britische Armeeführung: „Ohne das Walöl wäre die Regierung nicht in der Lage gewesen, sowohl die Ernährungsschlacht als auch die Munitionsschlacht zu schlagen.“

Der Pottwal wurde wegen des in seinem Kopf enthaltenen Walrats sowie des seltenen Ambras im 19. Jahrhundert besonders stark vor allem von amerikanischen Walfängern aus Nantucket gejagt und im Bestand erheblich dezimiert. Das Ambra, das möglicherweise aus den unverdaulichen Resten von Tintenfischen im Darm des Pottwals besteht, war ein wichtiger Grundstoff der damaligen Parfümindustrie. Der Walrat eignet sich zur Herstellung von besonders hell brennenden Kerzen, zum Reinigen von Wäsche, zur Herstellung von Kosmetika und als Schmiermittel. Aus den Barten der Bartenwale, bevorzugt des Blauwals, wurde vom 17. Jahrhundert an Fischbein hergestellt, bis im 20. Jahrhundert steife aber elastische Kunststoffe (z. B. Nylon) sowie leichte Federedelstähle den nachwachsenden Werkstoff ersetzten.

Anfangs jagte man den Wal mit kräftigen kleinen Ruderbooten, die sechs bis acht Mann Besatzung trugen, und erlegte ihn mit Handharpunen und Lanzen. Der erlegte Wal wurde dann längsseits des Walfangschiffes geschleppt und dort abgespeckt. Alles Übrige überließ man den Möwen und Raubfischen.

Um 1840 waren etwa 900 Fangschiffe unterwegs, die in guten Jahren bis zu 10.000 Wale erlegten. Auf einem durchschnittlichen amerikanischen Walfänger im 19. Jahrhundert fuhren etwa 20 bis 30 Mann. Die Schiffe führten einschließlich Reserven bis zu sechs Boote mit sich. Üblicherweise wurden bei der Jagd drei bis vier Boote gleichzeitig eingesetzt, die mit je sechs Seeleuten bemannt waren. Als Schiffswache wurden bei der Jagd nur ein bis zwei Mann zurückgelassen. Auch „Facharbeiter“ wie der Schiffskoch oder Schiffszimmermann mussten zur Jagd in die Boote steigen und rudern. Der Speck der erbeuteten Wale wurde bereits auf dem Schiff zu Tran verkocht und in Fässer abgefüllt. Eine normale Fangreise dauerte etwa zwei bis vier Jahre, je nach Ertrag und Haltbarkeit der Vorräte.

Durch die deutsche Konstruktion einer Harpunenkanone, die um 1863 auf einem norwegischen Walfangdampfer eingebaut wurde, war es möglich geworden, auch den schnelleren Blauwal und Finnwal zu jagen. Die Harpune erhielt einen Granatkopf. Die explodierende Granate tötete den Wal schneller. Um 1935 verbesserte man dieses Gerät nochmals, indem durch die Harpunenleine ein elektrischer Strom geleitet wurde, der das Tier sofort betäubte. Trotzdem brachte die Erfindung des Petroleums 1859, das über ähnliche Einsatzzwecke wie Waltran verfügt, den Fang mittelfristig fast zum Erliegen.

Erst die Erfindung der Margarine, deren wichtigster Grundstoff anfangs Waltran war, verhalf der Industrie wieder zu einem Aufstieg. Als Grundstoff für Nitroglycerin wurde es Anfang des 20. Jahrhundert im Rahmen der weltweiten Aufrüstung interessant.

Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Walfang

So wurde der Walfang zum Teil eines systematischen Raubbaus an der Natur.

Beverly
24.04.2009, 19:04
Ehe sich die Menschen über Hitler und Mussolini ereiferten, setzten sie sich mit dem "Wirken" der Familie von Napoloen Bonaparte auseinander. Da gab es nicht nur den ersten "Kaiser der Franzosen", der Millionen Tote hinterließ, sondern auch seine Verwandten. Seinen Bruder Jerôme machte Napoleon zum König des Kunststaates Westfalen, sein Neffe war als Napoleon III. erneut "Kaiser der Franzosen". Wie Napoleon I. scheiterte er an Selbstüberschätzung und verlor nach der Niederlage gegen Preußen/Deutschland im Krieg von 1870/71 seine Krone.

Bei der Bewertung des "Wirkens" der Familie Bonaparte in Deutschland fällt Folgendes auf: Bei Deutschnationalen und Linken sind sie verhasst, bei Faschisten und bürgerlich-liberalen Mainstream steht man ihnen "aufgeschlossen" gegenüber.

Für die Deutschnationalen waren die Bonapartes diejenigen, unter denen Frankreich immer wieder Krieg gegen Deutschland führte. Napoleon I. schaltete und waltete im danieder liegendem Deutschland nach 1800, wie es ihm gefiel - siehe Königreich Westfalen. Napoleon III. wird nachgesagt, dass er im Falle eines Sieges im Krieg von 1870/71 das Rheinland annektiert hätte.

Bei den Linken gibt es die "Bonapartismustheorie". Sie hebt darauf ab, dass sowohl Napoleon I. als auch Napoleon III. in Frankreich die Republik durch ihre Herrschaft als Kaiser ersetzt haben. Wobei meines Wissens für Napoloen III. der - rechtskonservative - spanische Staatsmann und katholische Theoretiker Donoso Cortes das das Wort von der "gekrönten Diktatur" geprägt hat. Da sind sich Rechte und Linke mal einig :rolleyes2: denn aus Sicht der Bonapartismustheorie geschah da Folgendes:
Die Bourgeoisie verzichtete auf die direkte politische Machtausübung in einer Republik und lässt einen Autokraten für sie herrschen. Eben einen Diktator oder "gekrönten Diktator".

Wie im Strang schon erwähnt, soll Adolf Hitler nach der Eroberung von Paris 1940 am Grab Napoloens diesem seine Ehrerbietung erwiesen haben. Und nicht wenige Deutsche - Liberale und nicht Liberale - sehen in Napoleon noch immer den großen Innovator. Reformer und Modernisierer für Deutschland. Schon Hegel feierte den ersten modernen Großverbrecher als "Weltgeist zu Pferde". Hat Napoleon nicht die Kleinstaaterei in Deutschland beendet und einheitliche Maße und Gewichte eingeführt? Warum dafür Millionen Menschen sterben mussten, will mir allerdings nicht in den Kopf.

Mehr zu Bonapartismus unter

http://www.bolshevik.org/deutsch/24/02Was%20ist%20Bonapartismus.htm

Auf Wikipedia steht dazu:


Kennzeichnend für den Bonapartismus ist, dass er dem Bürgertum die Freisetzung der Wirtschaftskräfte gegen eine zusehends erstarkende Industriearbeiterschaft sicherte, jenem aber die eigentliche politische Macht vorenthielt, die in der Hand des bonapartistischen Staatsmannes konzentriert blieb.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bonapartismus

Zur Herrschaft Napoleons III. hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_III

Fazit: nicht nur die Verbrechen der Faschisten hatten Vorläufer, sondern auch ihr System und die Apologien, mit denen Großverbrecher und skrupellose politische Abenteurer verklärt wurden.

Beverly
28.04.2009, 08:30
Die Revolutionen von 1776 in Amerika und 1789 werden in der bürgerlichen Geschichtsschreibung gern als Erfolg und Beginn einer neuen Ära - der "Moderne" - verklärt. Das ihnen folgende Leid - Sklaverei in den USA, Kriege in Europa - und Korruption, Machtgier und Größenwahn ihrer Protagonisten werden bagatellisiert. Unerfreuliche Begleiterscheinungen einer an sich guten Sache, bei der die Errungenschaften die Nachteile aufgewogen haben. Allerdings hatten die Zeitzeugen ein differenzierteres und kritischeres Bild als bürgerliche oder auch linke Apologeten späterer Epochen. So soll Tom Paine die Revolution von 1776 später enttäuscht als "Putsch" abgewertet haben. Bei der Französischen Revolution entging er dann nur durch einen Zufall der Guillotine. So wie Stalin 130 Jahre später viele Bolschewiki liquidieren ließ, landeten damals auch viele Menschen unter der Guillotine, die doch an die Ideale der Aufklärung glaubten.

Warum fressen Revolutionen stets ihre eigenen Kinder?

Wie kritisch schon die Zeitgenossen das sahen, zeigt das Beispiel des Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827). Über seine 3. Sinfonie steht auf Wikipedia:


Beethoven war als junger Mann begeisterter Anhänger der Französischen Revolution (1789–1799) und später ein Bewunderer Napoleons, der die Freiheitsideen durch Gesetzgebung und Kriege in ganz Europa verbreitete. Napoleon wurde damals häufig mit dem griechischen Halbgott Prometheus verglichen, der den Göttern das Feuer (also den Verstand) stahl, um die unvollkommenen Menschen damit zu vollenden und zu befreien - er konnte also als ein Held der Aufklärung gelten.

Frankreich versank bald nach der Revolution in Gewalt und Terror, und viele Intellektuelle suchten eine Erklärung für das Scheitern der anfangs so vielversprechenden Revolution. Laut Schiller waren die Menschen nicht reif für den Gebrauch ihrer Freiheit, weil die Erziehung der Aufklärungszeit einseitig den Verstand geschult hatte, der aber ohne den Gebrauch des Gefühls nicht richtig eingesetzt wurde. In seinem Programm zur „Ästhetischen Erziehung des Menschen“ (1795) forderte Schiller eine Schulbildung in Wissenschaft und Künsten für die gesamte Bevölkerung als Voraussetzung für die Schaffung einer besseren Gesellschaft nach einer erfolgreichen Revolution.

(...)

Diesen Gedankengang stellte Beethoven im Jahr 1802 allegorisch verschlüsselt in seiner Ballettmusik „Die Geschöpfe des Prometheus“ musikalisch dar, indem er die stumpfsinnigen Menschen erst durch künstlerische Erziehung bei den Göttern und Musen des antiken Götterbergs Parnass ihre volle Menschlichkeit erlangen lässt.

Für das optimistische Finale benutzt Beethoven einen simplen, selbst komponierten „Kontratanz“ aus der vergangenen Karnevalssaison, um zu betonen, dass seiner Meinung nach die Zukunft nicht den Göttern und Königen gehört, sondern dem aufstrebenden Bürgertum.

In der für ihn persönlich sehr schwierigen Zeit nach 1800 suchte Beethoven musikalisch und beruflich verzweifelt neue Wege; so plante er offenbar, von Wien in das fortschrittliche Paris überzusiedeln und als Präsentationsstück seine 3. Sinfonie Napoleon zu widmen; er nannte sie Sinfonia grande, intitolata Bonaparte. Daher ließ er sich in der großen Anlage und in vielen Details der Sinfonie vom Handlungsverlauf des Prometheus-Balletts leiten, was man am deutlichsten daran erkennt, dass im Finale mehrere Variationen über den Prometheus-Kontretanz erklingen.

Aus Enttäuschung über Napoleon, als dieser sich 1804 selbst zum Kaiser krönte (...) nahm er die Widmung an Napoleon mit den Worten 'Ist der auch nicht anders, wie ein gewöhnlicher Mensch! Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füßen treten, nur seinem Ehrgeize frönen; er wird sich nun höher, wie alle Anderen stellen, ein Tyrann werden!' zurück, verarbeitete aber in dem Werk die in ihm herrschende Spannung zwischen französischen Revolutionsidealen (indem er französische Elemente verwendete) und deutschem Patriotismus (Anklänge an Bachs Polyphonie sind deutlich). 1806 betitelte er seine 3. Sinfonie als „Sinfonie, komponiert um das Andenken eines großen Mannes zu feiern“. Sie trug die Überschrift „Heroische Sinfonie“, auch Eroica genannt.

Beethoven war nach der Krönung Napoleons zum Kaiser zwar schwer enttäuscht und sah die Ideale der Französischen Revolution verraten, doch drückt sich in der Tatsache, dass er seine Symphonie musikalisch unverändert ließ, seine unbeirrbare Hoffnung auf eine Zukunft aus, in welcher die Ideale „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ verwirklicht würden.


http://de.wikipedia.org/wiki/3._Sinfonie_(Beethoven)

Kritik an und Enttäuschung über Revolutionen sind so alt wie diese selbst. Sie haben nichts mit dieser oder jener Ideologie zu tun - bürgerlich oder kommunistisch, säkular oder islamisch - sondern beruhen auf Grundmustern, die allen Revolutionen von 1776 bis 1989 gemeinsam sind.
So liegt es nicht am "Kommunismus" im Sinne einer Blaupause, dass die Revolutionen von 1917 in Russland und 1948 in China in Tyrannei und Massenmord endeten. Napoleon war kein Kommunist, aber er agierte nicht anders als Lenin und Stalin in der SU und Mao in Rotchina. Alle spielten sich als die großen Modernisierer auf und ließen dafür Millionen Menschen sterben.
Nur schimpft das bürgerliche Lager gern auf die Roten im 20. Jahrhundert und vergisst, dass seine eigenen Revolutionen davor ebenso schlimm waren.

Da ist immer ein System, das fertig hat und jeden Rückhalt verloren hat. Da sind immer Idealisten, die aus ehrlichen Motiven dieses System bekämpfen. Da ist eine Krise, wegen der das alte System seine Machtbasis verliert. Da mögen Unterstützer aus dem Ausland beim Umsturz helfen oder die Revolution mag selbst "exportiert" werden. Da sind aber auch immer die Machtkämpfe nach dem Umsturz, der Austausch alter Tyrannei gegen neue. Nur zu oft ist es nach dem Umsturz schlimmer als vorher, weil die neuen Tyrannen taten- und blutdurstiger sind als die, die sie gestürzt haben. Zum bösen Ende fühlen sich viele total verarscht. Und die Enttäuschung ist so alt wie die Moderne.

Iphigenie
28.04.2009, 12:29
Hi Beverly,

Du schreibst:


Da ist immer ein System, das fertig hat und jeden Rückhalt verloren hat. Da sind immer Idealisten, die aus ehrlichen Motiven dieses System bekämpfen. Da ist eine Krise, wegen der das alte System seine Machtbasis verliert. Da mögen Unterstützer aus dem Ausland beim Umsturz helfen oder die Revolution mag selbst "exportiert" werden. Da sind aber auch immer die Machtkämpfe nach dem Umsturz, der Austausch alter Tyrannei gegen neue. Nur zu oft ist es nach dem Umsturz schlimmer als vorher, weil die neuen Tyrannen taten- und blutdurstiger sind als die, die sie gestürzt haben. Zum bösen Ende fühlen sich viele total verarscht. Und die Enttäuschung ist so alt wie die Moderne.

Irgendwie bewundere ich die ungeheuere Energie, die Du immer
wieder und wieder aufwendest, um zu guter Letzt zu diesem
Ergebnis zu gelangen.

Dabei ist alles gaaaaaaaaaaaanz einfach:

1.
Jede gutgemeinte Tat kann in eine böse umgewandelt werden und
jede böse Tat kann zu einer guten umgewandelt werden (frei nach
dem Motto: "Hätte es Hiroshima und Nagasaki nicht gegeben, wäre
schon längst ein neuer Weltkrieg ausgebrochen")

2. Es gibt keinen absolut bösen und keinen absolut guten
Menschen. Selbst ein Psyschopath tut Böses nur, weil er sich
damit (subjetiv!) Gutes tut

3. Die "Logik", der sich (in dieser kapitalistischen Welt) kein Mensch
entziehen kann lautet: "Wenn ich einen Menschen morde, bin ich
ein guter Mensch, weil ich damit verhindere, daß dieser Mensch
10....20...100...oder gar noch mehr Menschen morden kann (= die
Logik des Krieges).

grüße
Iphi:)

....ich weiß nicht, ob das der Zukunft weiterhilft, unablässig zu
beschreiben, welch ungeheuer Böses die Vergangenheit geboren hat....

Beverly
28.04.2009, 12:58
Der Begriff "Wendehälse" kam nach dem auch als "Wende" bezeichnetem Umsturz von 1989 in der DDR auf. Er war auf Kader des SED-Regimes gemünzt, die vorher stramme Sozialisten und Linke und nachher stramme Kapitalisten und Bürgerliche waren.
So etwas hat es auch schon 1945 gegeben: plötzlich waren die Nazi-Kader und überzeugten Nationalsozialisten nicht mehr da, dafür hatte man in der BRD wieder überzeugte Demokraten und in der DDR gute Sozialisten.
Wobei die Operation Nationalsozialist => Demokrat von 1945 die Umkehrung des Prozesses Demokrat => Nationalsozialist von 1933 ist. '33 hießen die bei den "alten Kämpfern" der Nazis spöttisch die "Märzgefallenen".

Wie bei anderen Dingen auch war hier die Zeit der französischen Revolution und Napoleons wegweisend. Als erste moderne Wendehälse können Joseph Fouché (1759-1820) und Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (1754-1838) angesehen werden.
Fouché gehörte in der Zeit der Französischen Revolution zunächst zu den ganz Harten. Ein Biograph bezeichnet ihn verächtlich als den "Kartätscher von Lyon", weil er eine Revolte der Stadt Lyon gegen die Revolutionsführung blutig niederschlagen ließ. Aber im Gegensatz zu anderen Jakobinern wusste Fouché, wann es Zeit für einen Schlenker in Ideologie und politischer Praxis ist. Alldiweil die Robespierres selbst unter der Guillotine endente, war Fouché unter Napoleon Polizeimister.
Man kann in Fouché den Prototyp jener Karriesten und Opportunisten sehen, die in der Französischen Revolution und auch dem Regime Napoleons nur eine Gelegenheit zum eigenen Aufstieg sahen und auch nach dem Zusammenbruch von Napoleons Herrschaft ihre Schäfchen im Trockenen halten wollten. Diese Sorte Leute wurde dadurch begünstigt, dass die Siegermächte anders als beim Zusammenbruch des Nazi-Reiches selbst führende Spießgesellen Napoleons nicht verfolgten.
So konnten sich die Wendehälse bei Napoleons Rückkehr von Elba ein weiteres mal werden:


Die 100 Tage

Noch während Joseph Fouché offiziell den zurückgekehrten König Ludwig XVIII. unterstützte, wurden auch die Umtriebe zur Rückkehr Napoléons von Elba von ihm stillschweigend gefördert. Der nach Paris zurückgekehrte Kaiser brauchte Verbündete, aber viele ehemalige Generale und Minister weigerten sich, seinem Ruf zu folgen. Talleyrand blieb lieber gleich in Wien und Napoléon sah sich zu seiner eigenen Sicherheit genötigt, das Polizeiministerium wiederum Fouché zu übertragen. Dieser begann - wohl auch in der Gewissheit, dass diese Herrschaft nicht lange dauern würde, sofort mit den Liberalen im Innern, mit Ludwig XVIII. in Gent und mit Metternich zu konspirieren, um sich für alle Fälle abzusichern.

Am 23. Juni 1815, nach der erneuten Abdankung Napoléons, von der Kammer zum Vorsitzenden der provisorischen Regierung ernannt, bereitete Fouché die zweite Restauration der Bourbonen vor.

http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Fouch%C3%A9#Die_100_Tage

Fouché hat es mit dem Opportunismus aber dann doch übertrieben. Weder Monarchisten noch Republikaner vertrauten ihm und er starb in der Verbannung. Allerdings starb er mit einem beträchtlichem Vermögen und dem unter Napoleon erworbenen Titel des Herzogs von Otranto.

Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Fouch%C3%A9

Der französische Außenminister Talleyrand hat einen weitaus besseren Ruf als Fouché. Schließlich gilt er als derjenige, der auf dem Wiener Kongress 1815 für Frankreich Schadensbegrenzung machte und ihm den Rang einer europäischen Großmacht erhielt. Wobei es vermutlich andere Gründe als schöner Hofstaat und schönes BlaBla waren, welche die Siegermächte davon abhielt, mit Frankreich so umzusprigen wie 1919 im Vertrag von Versailles mit Deutschland.

Mehr über ihn hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Charles-Maurice_de_Talleyrand-P%C3%A9rigord

Schon die Zeitgenossen erkannten in ihm den Typ des Opportunisten, wie diese Karikatur zeigt:

http://nirakatak.files.wordpress.com/2009/01/talleyrand_floatingwiththetide0001.jpg

Quelle http://nirakatak.files.wordpress.com/2009/01/talleyrand_floatingwiththetide0001.jpg

Jeder Kopf der Karikatur steht nach Wikipedia für eine der Rollen, die Talleyrand in sechs verschiedenen Regimen gespielt hat.

Beverly
28.04.2009, 13:07
Irgendwie bewundere ich die ungeheuere Energie, die Du immer
wieder und wieder aufwendest, um zu guter Letzt zu diesem
Ergebnis zu gelangen.

Hallo Iphigenie,

ich tue das aus zwei Gründen:

1. Ich bin über 40 und das ist das Alter, wo man entweder korrupt oder desillusioniert ist.

2. In meinem Leben wurden viele Ideologien mit der Aufforderung an mich herangetragen: "Versuch es mit uns! Wir sind die einzig Wahren! Wir sind die Besten!" Ich habe sie mir alle angesehen und fand sie entweder schlecht oder für mich nicht passend. Nicht zu vergessen, dass mich die Kader, die mich nicht werben wollten, oft tot oder unter der Brücke sehen wollten.


Jede gutgemeinte Tat kann in eine böse umgewandelt werden und
jede böse Tat kann zu einer guten umgewandelt werden(...)

Für diese Logik ist die im Strang behandelte Epocher der Aufklärung und der Französischen Revolution das beste Beispiel.


....ich weiß nicht, ob das der Zukunft weiterhilft, unablässig zu
beschreiben, welch ungeheuer Böses die Vergangenheit geboren hat....

Ich will ganz egoistisch mir selbst und ganz altruistisch anderen Menschen eine Wiederholung der Ereignisse ersparen, die ich aus Geschichtsbüchern kenne oder als Zeitzeugin mit erlebt habe.

Iphigenie
28.04.2009, 13:15
Hi Beverly,

langsam gewinne ich den Eindruck, daß Du der einzige gute
Mensch auf der Welt bist, mit absolut keiner einzigen Leiche
im Keller. Du bist einfach bewunderungswürdig...:giggle:
Werde dich beim Nobelpreiskomitee für eine Dauer-Sonderauszeichnung
vorschlagen: Der Antiwendehals des Jahres 2010.

grüße
Iphi:)


PS:
Meine Worte hier bezogen sich auf Deinen Beitrag Nr 23 (Wendehälse). Als ich
diesen Beitarg hier absandte, sah ich, daß Du zwischenzeitlich den Beitrag
Nr.24 geschrieben hast.

Beverly
28.04.2009, 15:43
Hi Beverly,

langsam gewinne ich den Eindruck, daß Du der einzige gute
Mensch auf der Welt bist, mit absolut keiner einzigen Leiche
im Keller. Du bist einfach bewunderungswürdig...:giggle:
Werde dich beim Nobelpreiskomitee für eine Dauer-Sonderauszeichnung
vorschlagen: Der Antiwendehals des Jahres 2010.

grüße
Iphi:)


PS:
Meine Worte hier bezogen sich auf Deinen Beitrag Nr 23 (Wendehälse). Als ich
diesen Beitarg hier absandte, sah ich, daß Du zwischenzeitlich den Beitrag
Nr.24 geschrieben hast.

Hallo Iphigenie,

wenn du darauf anspielst, dass doch jede und jeder im Laufe des Lebens Ansichten geändert oder gar verworfen hat, so mag das so sein. Wir entwickeln uns halt alle ... oder werden auch nur enttäuscht. Die Entwicklung hat zwei Pole:
1. den materiellen, sozialen, ökonomischen Pol
2. den geistigen und ideologischen Pol

Wenn ich mir die "Wendehälse" ansehe, stelle ich folgendes fest:
1. der materielle Pol ist "immer oben zu sein"
2. der geistige Pol ist mal rechts, mal mittig, mal links, mal sonstwas - er ist überhaupt nicht fest und dient nur dazu, nach oben zu kommen bzw. oben zu bleiben - man hat mit verschiedenen Ideologien Erfolg gehabt

Bei den Anti-Wendehälsen ist
1. der materielle Pol ist nicht oben und vielleicht auch nicht stabil - vergeblichen Versuche zum sozialen Aufstieg, irgendwo in den Mittelschichten mit Angst vor dem Abstieg oder schon unten angekommen
2. der geistige Pol ist auch nicht fest - man hat mit keiner Ideologie Erfolg gehabt

Die Frage ist nur, wo die geistige Entwicklung von Wendehälsen und Anti-Wendehälsen endet. Gibt es da einen Ausweg aus Ideologien, die letztendlich nur alle als Mittel zum Zweck benutzen?

Iphigenie
30.04.2009, 10:01
Die Frage ist nur, wo die geistige Entwicklung von Wendehälsen und Anti-Wendehälsen endet. Gibt es da einen Ausweg aus Ideologien, die letztendlich nur alle als Mittel zum Zweck benutzen?

hallo Beverly,

den ersten Teil Deiner Frage verstehe ich nicht recht. Sprichst Du hier
von der geistigen Entwicklung eines jeden Individuums oder von der kollektiv
geistigen Entwicklung sowohl der Wendehälse, als auch der Anti-Wendehälse?

Einen Ausweg aus Ideologien wird es wohl letztlich niemals
geben, weil Ideologien der Klebstoff ist, den das Menschenwesen
benötigt, um Gruppen bilden zu können -und der Mensch ist nun
mal ein Gruppen bildendes Wesen! -

Jeder Mensch sucht last not least nach Gleichge-sinn-ten,
weil er sich unter diesen nicht ganz so einsam fühlt ........in der
Unendlichkeit seines inneren Kosmos.

grüße
Iphi:)

Beverly
30.04.2009, 12:37
Einen Ausweg aus Ideologien wird es wohl letztlich niemals
geben, weil Ideologien der Klebstoff ist, den das Menschenwesen
benötigt, um Gruppen bilden zu können -und der Mensch ist nun
mal ein Gruppen bildendes Wesen!

Vieles, was deinen Worten zufolge Klebstoff und Bindemittel für menschliche Gesellschaften war, hat sich als Schmiermittel für Unterdrückungsapparate und Sprengstoff, der Gemeinschaften zerstörte, erwiesen.

Das sehe ich auch an der schnellen Abfolge von Ideologien in der Moderne. Die meisten auf einer Ideologie basierenden Systeme bestanden weniger als ein Menschenalter. Weshalb viele Menschen damit rechnen mussten, eine Abfolge von Ideologien zu erleben und zu erleiden. Schon aus dem Kalkül "ich werde länger leben als die Ideologie, die gerade herrscht" ergibt sich doch, dass man die nicht ernst nehmen kann. Als Mittel zum eigenen Fortkommen ja, aber nicht als etwas, was der Gesellschaft Bestand, Ordnung, Sinn und Stabilität gibt.

georg.forster
01.05.2009, 14:39
Nach den Juden waren Homosexuelle eine der von den Nazis verfolgten Gruppen. Doch so wie es Antisemitismus schon vor 1933 gegeben hat, reicht auch die Verfolgung Homosexueller weiter zurück.

Die gesetzliche Verfolgung (widernatürliches Verhalten) gab es auch in der so liberalen Schweiz (Zürich) Das Umdenken ist noch gar nicht so lange her. Die Vermischung vom Paragraph 175 mit den Juden, finde ich hingegen arg gekünstelt. Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Zudem gab es zu Beginn des 20. Jh. Antisemitismus in vielen Ländern, Eugenik und Psychiatrie, sprachen von Unwertem Leben, vor allem auch in Amerika. Bei uns wurde sogar noch anfangs der 70er Jahren Frauen wegen liederlichem Lebenswandel amtl. sterilisiert.

Meine Schwester, drei Jahre älter, hatte auch eine Geschlechtsumwandlung und das sogar noch gesetzlich anerkannt. Es ging lange auch in der Schweiz bis sich die Erkenntnis durchsetzte, dass solch ein Verhalten nicht einfach nur eine Perversion ist, sonder eine natürliche gar nicht seltene Veranlagung. Ich war damals lange in Afrika und traf meine Schwester im Spital. Sie lag im Zimmer, wo man wie üblich Patienten zum Sterben hinlegte. Sie soll sich in der Hotelwäscherei eines vornehmen Hauses die Infektion geholt haben, die damals noch nicht zu behandeln war. Auf gewalttätige Interventionen meiner Mutter haben sie dann die Aerzte mit einer radikalen Hormonbehandlung wieder zurück geholt. Als ich dann vom Ausland endgültig zurück kehrte, war aus meiner Veronika plötzlich ein Frederick* geworden. Sie oder Er, hatte auch vor ihrer Umwandlung ein Kind. Mit dieser Umwandlung hatte ich bis zum ihrem Ableben erhebliche Probleme. Aber nicht etwa wegen der Umwandlung, sondern wegen dem Namen. Für mich blieb sie mein Schwesterchen, das liebe Vroni, das sie immer gewesen war. Und ich verhaspelte mich dauernd, auch in Gesellschaft was uns beiden recht peinlich wurde. Obwohl ich nie Probleme mit Schwulen od. Lesben hatte, bin ich gegen das Outing. Ich will es schlicht nicht wissen, was sie nachts unter ihrer Decke treiben. Ich erzähl ja meine Peinlichkeiten auch nicht. Viele Grüsse aus der Schweiz

Cheops
08.05.2009, 17:38
„Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“ Eine Aussage von Friedrich dem Großen, die mir eine Herzensangelegenheit ist. Nur Nazis nehme ich da grundsätzlich aus, denn die stehen ja für das Gegenteil.
Putzige Anekdote ist da nur, ich habe diese Aussage von einer Webseite (http://www.epochtimes.de/articles/2006/05/16/22419.html) kopiert, die in China gesperrt ist.
Gruß an Frau von der Leyen, die sich heimlich die Schlitzaugen wegschminkt. ;)

Beverly
08.05.2009, 18:15
„Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“ Eine Aussage von Friedrich dem Großen, die mir eine Herzensangelegenheit ist. Nur Nazis nehme ich da grundsätzlich aus, denn die stehen ja für das Gegenteil.

Ich wünsche Nazis zwei Dinge

1. dass in ihrem Utopia alle so denken und handeln wie sie selbst
2. dass an ihnen selbst jene Dinge angewendet werden, die sie anderen zugedacht haben

Cheops
08.05.2009, 18:32
Ich wünsche Nazis zwei Dinge

1. dass in ihrem Utopia alle so denken und handeln wie sie selbst
2. dass an ihnen selbst jene Dinge angewendet werden, die sie anderen zugedacht habenWas ich den Nazis wünsche, ist weder jugendfrei, noch durch ein Gesetz gedeckt, also muss ich es nicht näher erwähnen.:p

Randle P. McMurphy
18.05.2009, 12:56
Was ich den Nazis wünsche, ist weder jugendfrei, noch durch ein Gesetz gedeckt, also muss ich es nicht näher erwähnen.:p

Warum denn ? Vielleicht gibt es sexuelle Praktiken welche ich noch nicht kenne ?

Topic: Der Threadersteller bemüht sich redlich an Hand geschichtlicher Beispiele
die allgemein übliche Ansicht das die Nationalsozialisten in Deutschland wärend
ihres Regimes von 1933 bis 1945 die schlimmsten Verbrechen der Menschheit
verübt haben zu wiederlegen. Weshalb ?

Cheops
18.05.2009, 15:31
Warum denn ? Vielleicht gibt es sexuelle Praktiken welche ich noch nicht kenne ?

Topic: Der Threadersteller bemüht sich redlich an Hand geschichtlicher Beispiele
die allgemein übliche Ansicht das die Nationalsozialisten in Deutschland wärend
ihres Regimes von 1933 bis 1945 die schlimmsten Verbrechen der Menschheit
verübt haben zu wiederlegen. Weshalb ? 1789 war ja eigentlich das Datum der Pariser Revolution, der Aufstand, bei dem Köpfe der Herrschenden rollten und hat mit den Nazis rein gar nichts zu tun. Nur ist der Punkt der, weil 1989 so unblutig ablief und es in Deutschland schon wieder Persilscheine für Mitläufer gab, ist die aktuelle Regierung wie sie ist. Zum Kotzen.:nono:

Beverly
19.05.2009, 08:31
Topic: Der Threadersteller(...)

Da ich eine transsexuelle Frau bin und du das nicht respektierst, werde ich deinen Post melden. Weitere Diskussionen mit Dir erübrigen sich, solange Du nicht einmal die korrekte Anrede beherrscht.

Beverly
19.05.2009, 08:33
1789 war ja eigentlich das Datum der Pariser Revolution, der Aufstand, bei dem Köpfe der Herrschenden rollten und hat mit den Nazis rein gar nichts zu tun. Nur ist der Punkt der, weil 1989 so unblutig ablief und es in Deutschland schon wieder Persilscheine für Mitläufer gab, ist die aktuelle Regierung wie sie ist. Zum Kotzen.:nono:

Der eine Umsturz ist exakt 200 Jahre nach dem Anderen erfolgt und nach beiden gab bzw. gibt es nach anfänglichen Hoffnungen bittere Enttäuschungen. Warum?

Cheops
19.05.2009, 08:42
Da ich eine transsexuelle Frau bin und du das nicht respektierst, werde ich deinen Post melden. Weitere Diskussionen mit Dir erübrigen sich, solange Du nicht einmal die korrekte Anrede beherrscht. Wenn überhaupt, dann solltet ihr euch um das Thema streiten und nicht um die Anrede!
Zum Thema: Es ging nicht gut aus mit dem unblutigem Umsturz des Systems, weil Kohl 1990 alle vorbelasteten Funktionäre in leitender Stellung beließ uns somit das große Unrecht zwar weg war, aber viele kleine Ungerechtigkeiten vor Ort blieben und bis heute noch sind. Ich kann ein langes Lied davon singen, wie es bei mir am Theater ablief. Ich musste gehen, weil ich krank war uni ohne einen Pfennig, aber aktiven Mitgliedern der SED warf man Zehntausende hinterher.

Randle P. McMurphy
19.05.2009, 11:23
Da ich eine transsexuelle Frau bin und du das nicht respektierst, werde ich deinen Post melden. Weitere Diskussionen mit Dir erübrigen sich, solange Du nicht einmal die korrekte Anrede beherrscht.

Wie genau wünschen den Eure Heiligkeit angesprochen zu werden ? :irre:

Cheops
19.05.2009, 11:28
Wie genau wünschen den Eure Heiligkeit angesprochen zu werden ? :irre: Eine völlig unsinnige Diskussion, denn wenn hier einer vom Threaderöffner spricht, ist das ja keine direkte Anrede, sondern nur der Hinweis auf eine Person, die eine Thread eröffnet hat und das kann genauso gut eine Geschichtsprofessorin oder ein Sumoringer sein! :p

Randle P. McMurphy
19.05.2009, 11:35
Eine völlig unsinnige Diskussion, denn wenn hier einer vom Threaderöffner spricht, ist das ja keine direkte Anrede, sondern nur der Hinweis auf eine Person, die eine Thread eröffnet hat und das kann genauso gut eine Geschichtsprofessorin oder ein Sumoringer sein! :p

Nun aber Er-Sie-Es ist mit mir beleidigt deswegen.
Es will nicht mehr mit mir sprechen und ich weiß
nicht mal was ich falsch gemacht habe. :nono:

Cheops
19.05.2009, 11:40
Nun aber Er-Sie-Es ist mit mir beleidigt deswegen.
Es will nicht mehr mit mir sprechen und ich weiß
nicht mal was ich falsch gemacht habe. :nono: Lass es sein und sie schmollen, denn mit dem Thema hat das alles nichts zu tun, sondern mit Befindlichkeiten und die haben in Politikforen nichts zu suchen... :nono:

Randle P. McMurphy
19.05.2009, 11:49
Geht klar Dickerchen. :giggle:

Nun wenn wir jetzt versuchen alle offiziellen Massenmörder
über einen Kamm zu scheren - wie sieht es denn mit den anderen
weltgeschichtlichen Größen aus ?

Attila ?
Cäsar ?
Alexander ?
Hannibal ?

Da dürften schon einige blutrote Zahlen in der Rechnung
zusammen kommen. :toben:

Cheops
19.05.2009, 11:57
Geht klar Dickerchen. :giggle:

Nun wenn wir jetzt versuchen alle offiziellen Massenmörder
über einen Kamm zu scheren - wie sieht es denn mit den anderen
weltgeschichtlichen Größen aus ?

Attila ?
Cäsar ?
Alexander ?
Hannibal ?

Da dürften schon einige blutrote Zahlen in der Rechnung
zusammen kommen. :toben: So weit zurück musst du nicht gehen. Pol Pot (http://www.wasista.de/Leute/2009/0415/Wer-ist-Pol-Pot.html) und Idi Amin (http://www.stern.de/politik/ausland/:Idi-Amin-Die-Geschichte-B%F6sen/584880.html) erfüllen durchaus die Maßstäbe von modernen Massenmördern.

Randle P. McMurphy
19.05.2009, 12:54
Wie viele Opfer hat das Embargo gehen den Irak gefordert ?
Wie viele die letztendliche Befreiung ?

Oder muß man da andere Maßstäbe anlegen ?
Letztendlich sind doch die Gründe egal - zumindest den Getöteten.

Cheops
19.05.2009, 12:59
Wie viele Opfer hat das Embargo gehen den Irak gefordert ?
Wie viele die letztendliche Befreiung ?

Oder muß man da andere Maßstäbe anlegen ?
Letztendlich sind doch die Gründe egal - zumindest den Getöteten. Es waren ja nicht wenige, die dem Waffengang von Bush nicht überlebt haben:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,325576,00.html

Ob nun 100 oder "nur" 30 000, alles Tote, die nicht hätten sein müssen und nur für das Ego von Bush ihr Leben ließen...

Randle P. McMurphy
19.05.2009, 13:07
Bush ist auch nur so eine Marionette des Systems wie übrigends Obama auch. :toben:

Cheops
19.05.2009, 13:23
Bush ist auch nur so eine Marionette des Systems wie übrigens Obama auch. :toben: Nur zeigt Obama menschliche Ansätze. Er hat seinen Mitarbeitern die Gehälter gekürzt, weil es Amerika dreckig geht.
Merkel hat die Bezüge der Politiker dagegen 2005 und 2007 gleich zweimal erhöht und hätte es keinen Protest in allen Medien gegeben, wäre Januar 2008 die dritte Erhöhung der Bezüge gekommen!
Davon, dass Merkel in vier Jahren weniger Politik gemacht hat, als Obama in vier Monaten, will ich gar nicht erst anfangen.

Randle P. McMurphy
19.05.2009, 13:28
Na wer wird denn gleich alles Schwarz sehen ?
Obama "kann" halt und mit Merkel "kommt" halt nicht.

Cheops
19.05.2009, 13:32
Na wer wird denn gleich alles Schwarz sehen ?
Obama "kann" halt und mit Merkel "kommt" halt nicht. Zu was brauchen wir Merkel dann? Ich wüsste von Küchen und Klos, die einer Reinigung bedürfen. Vielleicht taugt sie ja dafür...:irre:

Randle P. McMurphy
19.05.2009, 13:40
Wir kommen vom Thema ab.
Hier geht es um Verbrechen gegen die Menschlichkeit
nicht gegen Verbrechen gegen sanitäre Einrichtungen.

Grundsätzlich dominiert schon die Verlogenheit wenn
man nur das Geschichtsbuch aufschlägt.

Cheops
19.05.2009, 13:42
Wir kommen vom Thema ab.
Hier geht es um Verbrechen gegen die Menschlichkeit
nicht gegen Verbrechen gegen sanitäre Einrichtungen.

Grundsätzlich dominiert schon die Verlogenheit wenn
man nur das Geschichtsbuch aufschlägt. Alle aktiven Diktatoren und Verbrecher der letzten 60 Jahre wurden doch aufgezählt und mir fällt keiner mehr ein...

Randle P. McMurphy
19.05.2009, 13:54
Eben - der "letzten" 60 Jahre. :winken:
Zudem sollten wir mal das Thema Mord genauer definieren.
Auch Dikatator und Verbrecher finde ich reichlich abstrakt.

Cheops
19.05.2009, 14:17
Eben - der "letzten" 60 Jahre. :winken:
Zudem sollten wir mal das Thema Mord genauer definieren.
Auch Diktator und Verbrecher finde ich reichlich abstrakt. Nun, Pol Pot hat mit seiner Garde, der Roten Khmer, ca drei Millionen Kambodschaner auf dem Gewissen und da passen dann Diktator und Massenmörder ganz gut zusammen.

Randle P. McMurphy
19.05.2009, 16:57
Only Half Evil - zumindest wenn man ihn mit Hitler vergleicht und bei
Stalin & Mao habe ich noch nicht auf´s Kerbholz geschaut. :traurig:

Cheops
20.05.2009, 07:13
Only Half Evil - zumindest wenn man ihn mit Hitler vergleicht und bei
Stalin & Mao habe ich noch nicht auf´s Kerbholz geschaut. :traurig: Das ist auch gängige "Argumentation" der Rechten,wenn die Rede auf die Opfer der Nazis kommt, sind die Rechten sofort mit Opferzahlen des Stalinismus dabei. Nur industriell vernichtet, wie Millionen Juden in Gaskammern, derartiges haben nur die Nazis vollbracht...

Britta
20.05.2009, 12:40
Geht klar Dickerchen. :giggle:



**Mod**

Auch auf die Gefahr hin eure Diskussion zu stören, solltest du in Punkto Anrede deinen Stil mal überdenken, sofern du in Zukunft ernst genommen werden möchtest.

Wir legen Wert auf guten Ton.

**Mod**

Cheops
20.05.2009, 12:49
**Mod**

Auch auf die Gefahr hin eure Diskussion zu stören, solltest du in Punkto Anrede deinen Stil mal überdenken, sofern du in Zukunft ernst genommen werden möchtest.

Wir legen Wert auf guten Ton.

**Mod** Nicht so wild, ich kenne Randle schon länger und nehme solche Frotzelei nicht krumm. So reagiert die unbeschwerte Jugend heute eben...:)

Randle P. McMurphy
20.05.2009, 14:19
Nicht so wild, ich kenne Randle schon länger und nehme solche Frotzelei nicht krumm.

Eben - die wilde Zeit bei GIGA - aber woher soll das die Schneck auch wissen. :toben:
Zudem was meinen "Stil" getrifft - wenn Du weiteres darüber wissen willst
bitte per PN - schließlich rutschen wir hier etwas unter die Gürtellinie (*grins*).

Cheops
20.05.2009, 14:23
Eben - die wilde Zeit bei GIGA - aber woher soll das die Schneck auch wissen. :toben:
Zudem was meinen "Stil" getrifft - wenn Du weiteres darüber wissen willst
bitte per PN - schließlich rutschen wir hier etwas unter die Gürtellinie (*grins*). Ehrlich gesagt, möchte ich mir dich nicht, bei wem auch immer, unter der Gürtellinie vorstellen.
Auch ich hab da Grenzen...:p

Randle P. McMurphy
20.05.2009, 14:32
Wenn ich jetzt darauf eingehe werde ich sofort gesperrt.
Da sind die Mods hier oder wo anders genauso humorlos
wie Hitler oder Stalin. :irre:

Cheops
20.05.2009, 14:34
Wenn ich jetzt darauf eingehe werde ich sofort gesperrt.
Da sind die Mods hier oder wo anders genauso humorlos
wie Hitler oder Stalin. :irre: Vergiss es einfach und ich setze ein passendes Schild für uns:
:spam:

Randle P. McMurphy
20.05.2009, 14:44
Naja der Thread alleine würde diese Klassifizierung verdienen.
Die Nazis als das absolute Böse darzustellen würde bedeuten
alle anderen Schweinereien die zuvor geschehen sind herunter
zu spielen oder die Augen vor dem was gerade abgeht oder
angedacht ist zu verschließen.

Mal ehrlich - wie viele Menschen verhungern Heute täglich
wärend wir durch unsere Gier im Überfluss leben ?

Da erzähl mal später Deinen Enkelchen "Oh - davon haben wir - nix gewußt". :mad:

Britta
20.05.2009, 15:52
Nicht so wild, ich kenne Randle schon länger und nehme solche Frotzelei nicht krumm. So reagiert die unbeschwerte Jugend heute eben...:)

Cheops, wenn du ihn kennst und er dich Dickerchen nennt und das für dich i.O. ist, meinetwegen. Aber ich kenne ihn nicht und auch Beverly kennt ihn nicht.

Will er also mit Anstand und Respekt behandelt werden, so möge er diesen auch den Anderen zuteil werden lassen.

Randle P. McMurphy
20.05.2009, 15:59
Will er also mit Anstand und Respekt behandelt werden, so möge er diesen auch den Anderen zuteil werden lassen.

Ahhhh eine Züchtigung - wie anregend. :irre:
Ich wüßte jetzt aber nicht wirklich was
ich Falsch gemacht hätte.
Ich weiß genau wie und wo Frauen behandelt
werden möchten - nur bei ähh Beverly fehlt es
mir eindeutig an Erfahrung.

Britta
20.05.2009, 16:16
Ich weiß genau wie und wo Frauen behandelt
werden möchten - nur bei ähh Beverly fehlt es
mir eindeutig an Erfahrung.

Behandele Menschen mit Respekt, da ist es egal ob Mann oder Frau. Beides sind Menschen.

Und Beverly ist ein Mensch, den ich sehr schätze.

Randle P. McMurphy
20.05.2009, 16:24
Behandele Menschen mit Respekt, da ist es egal ob Mann oder Frau. ......


Oder Beverly. :giggle:

Trotzdem würde ich gerne wieder von seiner gekränkten Majestät
zurück zum Thema kommen - also wischt Euch die Tränchen ab
und vergebt Eurem unwissenden Bewunderer.

Cheops
20.05.2009, 18:37
Cheops, wenn du ihn kennst und er dich Dickerchen nennt und das für dich i.O. ist, meinetwegen. Aber ich kenne ihn nicht und auch Beverly kennt ihn nicht.

Will er also mit Anstand und Respekt behandelt werden, so möge er diesen auch den Anderen zuteil werden lassen. Es ist doch an euch, ihn kennen zu lernen, aber wie fragwürdig und verlogen das Festhalten an Floskeln ist, beweist doch wohl das Beispiel des PF. Da wird jeder mit Sie angeredet, aber keiner sagt was er denkt, wenn es nicht gerade rechtsradikale Scheiße ist. Das Internet ersetzt heute reale Treffen, was traurig genug ist und dabei muss man nicht gleich vor übertriebener Höflichkeit platzen! :)

Beverly
21.05.2009, 09:56
:spam:

du sagst es

Britta
21.05.2009, 11:17
Es ist doch an euch, ihn kennen zu lernen, aber wie fragwürdig und verlogen das Festhalten an Floskeln ist, beweist doch wohl das Beispiel des PF. Da wird jeder mit Sie angeredet, aber keiner sagt was er denkt, wenn es nicht gerade rechtsradikale Scheiße ist. Das Internet ersetzt heute reale Treffen, was traurig genug ist und dabei muss man nicht gleich vor übertriebener Höflichkeit platzen! :)

Wir sind hier nicht im PF und haben dieses Forum geschaffen, weil wir eben eine andere Art von Diskussion haben wollen.

Das Verhalten deines Freundes und wie er versucht hier die User anzumachen kommt nicht so gut an. :(

Wenn er also kennengelernt werden möchte, liegt es an ihm sich entsprechend den Anderen gegenüber zu verhalten. Und Höflichkeit ist nicht zuviel verlangt.

opppa
21.05.2009, 13:01
Können wir uns vielleicht darauf einigen, daß immer der jeweilige Sieger darüber entscheidet, ob irgendwas eine Heldentat oder ein Verbrechen ist?

Britta
21.05.2009, 14:00
Können wir uns vielleicht darauf einigen, daß immer der jeweilige Sieger darüber entscheidet, ob irgendwas eine Heldentat oder ein Verbrechen ist?

Wenn du damit die offizielle Berichterstattung meinst, trifft das bestimmt zu, wenn der Sieger derjenige ist, der die Fäden im Hintergrund zieht.

Cheops
21.05.2009, 14:51
Wir sind hier nicht im PF und haben dieses Forum geschaffen, weil wir eben eine andere Art von Diskussion haben wollen.

Das Verhalten deines Freundes und wie er versucht hier die User anzumachen kommt nicht so gut an. :(

Wenn er also kennengelernt werden möchte, liegt es an ihm sich entsprechend den Anderen gegenüber zu verhalten. Und Höflichkeit ist nicht zuviel verlangt. Ich möchte von keinem kennengelernt werden, der mich nur blöd findet, denn ich habe reale Freundschaften, die schon 20 bis 30 Jahre halten. Ich bin nur im Internet, um etwas gegen die Langeweile zu unternehmen und wenn ich da mit meiner Art nicht ankomme, dann hab ich eben Pech. Pech, was ich verschmerzen kann, denn ich habe selbst im Internet reale Freundschaften geschlossen, die jetzt 10 Jahre alt sind. Man nimmt mich entweder wie ich bin oder gar nicht!:winken:

Britta
21.05.2009, 15:01
Ich möchte von keinem kennengelernt werden, der mich nur blöd findet, denn ich habe reale Freundschaften, die schon 20 bis 30 Jahre halten. Ich bin nur im Internet, um etwas gegen die Langeweile zu unternehmen und wenn ich da mit meiner Art nicht ankomme, dann hab ich eben Pech. Pech, was ich verschmerzen kann, denn ich habe selbst im Internet reale Freundschaften geschlossen, die jetzt 10 Jahre alt sind. Man nimmt mich entweder wie ich bin oder gar nicht!:winken:

Cheops, du hast ja auch einen anderen Schreibstil.

Wie soll ich denn jemanden finden, der mich respektlos anspricht? Macht dein Freund das in der realen Welt bei Fremden auch so, etwa um besonders cool zu erscheinen? So als spezielle Anmachmasche?

Ich finde ihn nicht blöd, nur seine Umgangsformen sollte er doch ein wenig ändern.

Beverly
21.05.2009, 15:08
Zitat von opppa
Können wir uns vielleicht darauf einigen, daß immer der jeweilige Sieger darüber entscheidet, ob irgendwas eine Heldentat oder ein Verbrechen ist?


Wenn du damit die offizielle Berichterstattung meinst, trifft das bestimmt zu, wenn der Sieger derjenige ist, der die Fäden im Hintergrund zieht.

So ist auch der Mythos der Aufklärung, "Emanzipation" und "Moderne" der Zeit nach 1776 bzw. 1789 entstanden. Wo die Wirklichkeit nicht hält, was die Protagonisten des Projektes vollmundig behaupten. Und wo die Protagonisten des Projektes dann besonders sauer werden, wenn man ihren Diskurs ernst nimmt. Was ich lange Zeit getan habe.

Cheops
21.05.2009, 15:10
Cheops, du hast ja auch einen anderen Schreibstil.

Wie soll ich denn jemanden finden, der mich respektlos anspricht? Macht dein Freund das in der realen Welt bei Fremden auch so, etwa um besonders cool zu erscheinen? So als spezielle Anmachmasche?

Ich finde ihn nicht blöd, nur seine Umgangsformen sollte er doch ein wenig ändern. Ich bin zu alt und zu krank, um meine Zeit mit sowas wie Coolness verschwenden zu können. Wie gesagt, man nimmt mich oder man lässt es. In der Realität schreibe ich Fremden auch keine Briefe. Bis jetzt hat andere Leute noch immer meine Persönlichkeit und mein vielfältiger Lebenslauf beeindruckt.. Aber mal unter uns, dass ist doch alles hier so richtig OT, gelle? :giggle:

Randle P. McMurphy
22.05.2009, 07:57
Wenn du damit die offizielle Berichterstattung meinst, trifft das bestimmt zu, wenn der Sieger derjenige ist, der die Fäden im Hintergrund zieht.

Nein, der Sieger diktiert offiziell die korrekte Denkweise.
So war es damals - so ist es heute. :)