Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dumpfer Groll?


Lopez Suarez
10.04.2009, 07:54
http://womblog.de/wp-content/2009/02/DumpferGroll_689F/CalwerWildnis_thumb.jpg (http://womblog.de/wp-content/2009/02/DumpferGroll_689F/CalwerWildnis.jpg) Von Calwer-Wildnis. …darüber, dass in diesem, unserem Land besser geschwiegen wird, als offene Rede zu praktizieren. Am meisten aber wird darüber gegrollt, dass die eigene Bosheit, der Neid, die Feindseligkeit gegen die Lebens-äußerungen der Nachbarn, der Kollegen, nicht mehr lautstark demonstriert werden sollten. An die Stelle der Heftigkeit ist Bashing und Mobbing getreten.


Da ist einer, der hat sich nach allen Vernichtungen des Arbeitsmarktes selber eine neue Existenz erarbeitet. Er brachte sich selber Vieles bei, im Software und Computer-Bereich, arbeitete daran, absolvierte dann die nötigen Prüfungen - machte sich selbständig. Dass er Leistung brachte, gut war auf seinem Gebiet, ermöglichte es ihm, einen BMW zu fahren. Seitdem grüßen ihn die Nachbarn nicht mehr…

Aber, auch anders herum wird ein Schuh daraus: Die Reicheren können es nicht mehr nachvollziehen, dass nicht jeder so handelt, wie jener im eben angeführten Beispiel. Nicht jeder schafft so etwas, - nicht jeder kann sich selbständig machen auf eine Weise, in der er dann davon leben kann. Also, neidet man jenen die Hartz-IV beziehen müssen, weil sie keine Arbeit mehr finden, in unserem Outsourcing-freudigen Staate, das Bisschen, das sie bekommen. Wehe, sie leisten sich einen PC, und der ist nicht von vor-vorgestern. Wehe, sie leisten sich überhaupt etwas, ausser Wasser und Brot…

Die, welche in wütendem Trotz behaupten, dass sie mit Hartz-IV gut zurechtkommen können, werden attackiert, dass sie es sich in der "sozialen Hängematte" bequem machen und gut gehen lassen wollen. Sie sind wieder, wie zu unseligen Zeiten eines "tasusendjährigen Reiches" Sozialschmarotzer und Faulenzer. Bei allem wird nachgerechnet, ob es nützlich ist, jeder Mensch wird nach Nutzwert taxiert, alles andere wird ausgeblendet, vergessen, über Bord geworfen.

Das ist unser Land, und das sind die Leute - zu grossen Teilen. Sie gönnen es jedem anderen, solange es nicht sie selber betrifft, wenn er vom Staat so richtig rangenommen wird - nichts zu lachen hat - und sich ducken und fügen soll. Jeder, der für 1.– Euro schuften muss, hat es irgendwie so verdient, denken viele. "Es ist doch besser als nichts, als zu Hause rumsitzen", beruhigen sich die Billigjobber selber, und reden die Menschen - auch die reicheren - scheinheilig daher. Erst wenn sie selber in diese Lage kommen, geht dann erst mal das Geschrei los. - Aber, nicht lange, denn eingedenk der allgemeinen Stimmung, die man ja selber teilte, muss die Klappe gehalten werden.

Auf diese Weise gedeckelter Frust - da pflanzt sich auf gutem Nährboden die Missgunst weiter fort. An den neuen Masstäben gemessen ist fast jeder ungenügend, nicht so ganz perfekt. Dieses Schuldgefühl duckt die Menschen sowieso, und den Rest besorgt unser Staat. Er hat leichtes Spiel, schliesslich wird es fast jedem anderen gegönnt, wenn der Staat hart durchgreift. Es ist nur bedauerlich, dass im Staat auch nur die gleichen Menschen sitzen - und also auch nicht ganz so handeln, wie es sich der im Neid und in der Missgunst verhafteten Bürger so vorgestellt hat.

So wurden Rechte verschenkt, verpennt, nicht verteidigt. Das ist richtig so, schliesslich brauchen wir mehr Sicherheit - für unsere Kinder, die schon ab 12 Jahren in allen Sexualpraktiken fit sind, schon aus Verzweiflung über die Kaltherzigkeit in der sie existieren sollen. Wir brauchen schärfere Massnahmen, weil viele anscheinend vor sich selber geschützt werden wollen - anders kann es nicht mehr erklärt werden, dass alle nur still halten.

Und, grosses Danke an Frau Merkel und Herrn Schäuble, die dafür sorgen, dass die Polit-Scene allgemein und parteiübergreifend auf Linie gebracht wurde, damit die ehemalige DDR wieder auferstehen kann - mit Überwachung, Polizeistaat und so weiter…
Wir gönnen es uns - so lange dieses "uns" nicht die einzelne Person in Form des eigenen Ichs einschliesst. Manche gönnen es auch sich selber, sie sind in die Aufopferung, in den Masochismus abgedriftet. Borderline läßt grüssen, die Schizophrenie gleich dazu - macht nichts, Hauptsache starker Staat - und nicht Demokratie, wo jeder machen kann, was er will.
Das sind die Klischees, und sie feiern öfter mal fröhliche Urstände. Wie lange noch?

Hinweis:

Dieser Artikel wurde uns von Calwer-Wildnis von der Kriegspostille (http://www.blogger.com/profile/10415015953631748944), Mitglied im Partnernetzwerk (http://www.saarbreaker.com/partnernetzwerk/), zur weiteren Verbreitung zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


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otix_
10.04.2009, 09:48
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