Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Grüße von Faktor I" - wer sind die REALEN Meister der Insel?


Beverly
19.03.2009, 11:34
Die "Meister der Insel" (http://www.perrypedia.proc.org/index.php/Meister_der_Insel) sind eine fiktive Verbrecherorganisation, die über Jahrtausende "aus dem Hintergrund" Andromeda beherrschen und terrorisieren. Sie bringen unendlichen Leid über ihre Opfer und vernichte ganze Völker, aber ihre Namen und Identitäten kennt niemand. Ihre Vasallen werden aufgebaut, benutzt, gegeneinander ausgespielt und vernichtet, damit neue Vasallen an ihre Stelle treten können.
Die "Meister der Insel" fühlen sich keinem Volk, keinem fassbaren "Projekt" und keiner bestimmten Ideologie verpflichtet. Ihnen geht es um Macht als Selbstzweck. Ein "MdI" sinnt sogar darüber nach, dass er keine Persönlichkeit mehr hat, sondern nur noch die Verkörperung absoluter Macht war.

http://www.beverly-schnett.de/bilder/Andromeda500px.jpg

Soweit die fiktive Politik in der Andromeda-Galaxis.

Wobei die "Meister der Insel" folgende Fragen aufwerfen:

Haben die Autoren bewusst oder unbewusst die reale, irdische Politik zur Vorlage genommen und deren Protagonisten zu Unterhaltungszwecken nur etwas "größer" gemacht?

Gibt es reale "Gegenstücke" zu den "MdI", deren Herrschaft sich durch folgende Aspekte auszeichnet:
- aus dem Hintergrund und damit nicht greifbar
- Widerstand läuft ins Leere, weil die Menschen nicht wissen, wogegen sich wehren sollen
- bei Widerständ gerät man im Zweifelsfall nur mit austauschbaren Marionetten aneinander, deren Abgang den wirklichen Herrschern egal ist

http://www.beverly-schnett.de/bilder/Erde400px.jpg

Wird Macht auf der realen Erde in kleinteiliger und viel differenzierterer Form nach den gleichen Prinzipien ausgeübt, wie es die "Meister der Insel" gleich mit einer ganzen Galaxis tun?

Muss man sich reale "Meister der Insel" resp. "Meister der Erde" dabei immer als Personen von großer Macht vorstellen? Schließlich haben Menschen eine begrenzte Lebenserwartung, was nahe legt, dass eher Strukturen und Netzwerke von Personen Träger der Macht sind als bestimmte Personen selbst.
Wird die Macht nur von einem eng begrenzten Zirkel ausgeübt und alle anderen Menschen sind ihre Opfer?
Oder wiederholen sich die Machtstrukturen von der kleinsten Ebene - Familie, Verein - bis zur ganz großen Ebene der Menschheit auf allen Größenskalen?
Ich neige zu letzterer Ansicht: die Erde wird nicht von einem kleinen Zirkel allein beherrscht, sondern auf Ebene des Heimatortes, der Region, des Volkes/Staates/Nation, übernationaler Zusammenschlüsse und der Welt wiederholen sich immer die gleichen perfiden Machtstrukturen. Jeder von uns ist in Gestalt eines Bürgermeisters, Polit-Funktionärs oder Intellektuellen schon einmal einem "MdI" über den Weg gelaufen. Besondere Kennzeichen: man hat das Gefühl, dass sie "alle unter einer Decke stecken" und Teil des gleichen Systems sind.

Wer sind die REALEN Meister der Insel?

Bitte um nicht zu lange Porträts von Personen und Organisationen und für längere Texte Verweise auf Webseiten oder Diskusssionsstränge.

Hellmann
23.03.2009, 18:23
Gibt es reale "Gegenstücke" zu den "MdI", deren Herrschaft sich durch folgende Aspekte auszeichnet:
- aus dem Hintergrund und damit nicht greifbar
- Widerstand läuft ins Leere, weil die Menschen nicht wissen, wogegen sich wehren sollen
- bei Widerständ gerät man im Zweifelsfall nur mit austauschbaren Marionetten aneinander, deren Abgang den wirklichen Herrschern egal ist.

Für meinen Teil kann ich da aus der Geldpolitik beitragen.

Die Realität ist mindestens so gespenstisch wie in den Fiktionen: seit jeher werden Wirtschaftskrisen absichtlich verursacht. Man macht das, um die Löhne und Preise zu senken und die Arbeiter gefügig zu halten. Wer dazu gehört, der weiß das, aber schon an den Universitäten werden Diskurse geführt, wie unter Blöden.

Der Mann hier hat eine verheerende Weltrezession in den 80er Jahren verschuldet. Sicher nicht aus eigenem Antrieb. Das wurde ideologisch mit dem Monetarismus vorbereitet und lief etwa ab dem Putsch in Chile an. Vorher gab es noch zwei Nobelpreise, einen an den Firedrich August von Hayek und dann an Friedman.

Der Paul Volcker ist also auch nur eine Figur. Austauschbar, für das Publikum, ohne wirkliche Bedeutung. Wer wirklich hinter ihm steht, lässt sich nicht so leicht sagen.
Seine vorherige Laufbahn führte über die Fed of NY, die Chase Manhattan Bank und das Finanzministerium der USA (United States Treasury Department), wobei er in letzterem eine entscheidende Rolle bei der Aufgabe des Goldstandards nach dem Bretton-Woods-System spielte.

Auf seine Laufbahn vorbereitet wurde er unter anderem durch Studium an der Princeton, der Harvard University und an der London School of Economics and Political Science der London University. Neben seiner Tätigkeit bei der Fed war er an ersterer Universität seit 1975 Senior Fellow.

Neben Austan Goolsbee, Jason Furman, Jeffrey Liebman und Robert Rubin gehört Volcker heute auch zum wirtschaftspolitischen Beraterstab Barack Obama. Seit dem Sommer 2008 zog Obama Volcker mehrfach als Berater in Bezug auf die Finanzkrise in den USA zu Rate.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Volcker

Die Inflation, die er angeblich bekämpft hat, die wurde auch nur inszeniert und hochgespielt, mit dem Sturz des Schah und der Geiselnahme in Persien kam es wieder zu einer Ölkrise...

Princeton, Harvard und die London School of Economics sind die typischen Brutstätten der oberen Funktionäre der Intelligence.

Leider schreibt niemand spannende Geschichten über die Typen, dabei wären die leicht grusliger und abartiger als alle fremden Völker im Weltraum.

Beverly
23.03.2009, 19:23
Für meinen Teil kann ich da aus der Geldpolitik beitragen.

Ich selbst möchte dazu die Energiepolitik ins Spiel bringen. Wo es schon seit Jahrzehnten mehrere Konzepte gibt, um uns von der Abhängigkeit von Kohle, Öl und Erdgas zu befreien.

1. Senkung des Verbrauchs durch effizientere Verfahren bei Heizen, Haushalt und Verkehr.
2. Sonnenenergie. Kraftwerke in den Wüsten oder im Orbit um die Erde.
3. Geothermische Energie - die an Orten wie den Vesuv und unter dem Yellowstone-Nationalpark überreichlich vorhanden sein soll.
4. Wind- und Wasserkraft
5. Diverse Verfahren zur Kernfusion.
6. Diverse Verfahren, um durch Annihilation Materie komplett in Energie umzuwandeln.

All diese Ideen gibt es schon seit Jahrzehnten. Und seit Jahrzehnten stagniert ihre Umsetzung. Weil für jeden *** mehr Geld da zu sein scheint, als für die Lösung des Energieproblems.
Und beim Energieproblem ein Irrweg nach dem anderen beschritten wird: zuerst die Kernspaltung, jetzt die verhängnisvolle Idee, anstatt Nahrungsmitteln "Biosprit" anzubauen.

Dadurch sind wir weiter von fossilen Energien abhängig. Das hat folgende Konsequenzen:

1. Wer als Großmacht Kohle, Öl und Gas kontrolliert, hat damit ein zusätzliches Machtmittel.
2. Wer als unfähiger Despot oder schrottiges Gesellschaftssystem verdientermaßen zusammenbrechen müsste, braucht nur Öl oder Gas zu finden. Dann ist das System gerettet und man kann als korrupter Rentiersstaat weiter machen.
3. Selbst für manche Industrieländer wird es vielleicht wichtiger, Öl zu exportieren als ihre "eigentliche" Wirtschaft zu entwickeln. Ich denke da an Großbritannien und Norwegen.

Schon simple Photovoltaik würde für Staaten wie Russland oder Saudi-Arabien das Aus! bedeuten. Weil dann jeder Enegie erzeugen und ggfs. exportieren kann, bei dem die Sonne scheint. Und es keine Monopole und Oligopole mehr gibt. Öl und Gas als Quelle von Reichtum und Macht hätten ausgedient.

Princeton, Harvard und die London School of Economics sind die typischen Brutstätten der oberen Funktionäre der Intelligence.

Für den Energiesektor bin ich da auf den Begriff "Kohlenwasserstoff-Mafia" verfallen. Weil ich mir nicht vorstellen kann, dass da alles mit rechten Dingen zugeht. Angefangen mit der Geschäftspolitik der einschlägigen Konzerne: Öl und Gas sind für die eben nicht bloßes und austauschbare "Mittel zum Zweck" der Erzeugung und des Verkaufs von Energie. Öl und Gas scheinen sie als ihre - unverzichtbare - Machtbasis zu betrachten.

Leider schreibt niemand spannende Geschichten über die Typen, dabei wären die leicht grusliger und abartiger als alle fremden Völker im Weltraum.

Die Weltraum-Märchen haben mir den Blick für eine Realität geschärft, die noch viel viel schlimmer ist als die "MdI".

Britta
24.03.2009, 10:42
Der Mann hier hat eine verheerende Weltrezession in den 80er Jahren verschuldet. Sicher nicht aus eigenem Antrieb. Das wurde ideologisch mit dem Monetarismus vorbereitet und lief etwa ab dem Putsch in Chile an. Vorher gab es noch zwei Nobelpreise, einen an den Firedrich August von Hayek und dann an Friedman.

Der Paul Volcker ist also auch nur eine Figur. Austauschbar, für das Publikum, ohne wirkliche Bedeutung. Wer wirklich hinter ihm steht, lässt sich nicht so leicht sagen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Volcker

Die Inflation, die er angeblich bekämpft hat, die wurde auch nur inszeniert und hochgespielt, mit dem Sturz des Schah und der Geiselnahme in Persien kam es wieder zu einer Ölkrise...

Princeton, Harvard und die London School of Economics sind die typischen Brutstätten der oberen Funktionäre der Intelligence.

Leider schreibt niemand spannende Geschichten über die Typen, dabei wären die leicht grusliger und abartiger als alle fremden Völker im Weltraum.

Da mußt du dich nur fragen, wessen Idee Weltbank, IWF und WTO waren. Dazu addierst du die FED, Ölkonzerne und Genriesen, die die Nahrung beherrschen und kommst auf eine einzige Familie, die mit allem in Verbindung zu bringen ist - oder?

Beverly
24.03.2009, 17:17
Da mußt du dich nur fragen, wessen Idee Weltbank, IWF und WTO waren. Dazu addierst du die FED, Ölkonzerne und Genriesen, die die Nahrung beherrschen und kommst auf eine einzige Familie, die mit allem in Verbindung zu bringen ist - oder?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so leicht ist. Sogar die "Meister der Insel" tarnen sich und ihre realen Gegenstücke werden das noch viel cleverer praktizieren. Sie werden sogar falsche Verschwörungstheorien in Umlauf bringen und dem Pöbel Sündenböcke präsentieren, um von den wirklichen Strukturen abzulenken.
Große Unternehmen, Unternehmerfamilien und überall zu recherchierende Besitzer großer Vermögen mögen da wie die Fettaugen auf der Suppe schwimmen, aber sie sind nicht die Suppe selbst.
Das halte ich auch für das Perfide: die Strukturen und Diskurse sind so schlecht greifbar, aber man kann ihr - mutmaßliches! - Wirken überall und auf allen Feldern verfolgen. Ich weiß auch nicht, ob zum Beispiel immer der mit den meisten Milliarden auch die meiste Macht hat. Irgendein ekelhafter Intellektueller mit ein paar tausend Euro Einkommen im Monat könnte durch seine Rolle in wichtigen Diskursen mächtiger sein als viele Millionäre oder selbst Milliardäre. Zudem glaube ich nicht, dass das System eine hierarchische Struktur nach Art einer Pyramide hat, wo die Spitze alles bestimmt und die Basis nur Befehle befolgt. Ich stelle mir die Stuktur eher wie einen Kreis vor, der in ständiger Bewegung ist und wo "oben" und "unten" stets die Plätze tauschen.
Mal ist der oben, der als Unternehmer über viel Besitz verfügt und irgendein schleimiger Wirtschafts"experte" ist nur unten. Dann aber mag der reiche Unternehmer für seinen Profit von den Diskursen abhängig sein, welche von korrupten Intellektuellen angezettelt werden. Hat der Unternehmer sie im Griff, sagen und schreiben sie, was ihm nützt. Hat der Unternehmer die Zügel fest in der Hand, kann er auch dafür sorgen, dass die Intellektuellen ihre Existenz verlieren, wenn sie nicht mehr gehorchen.
Umgekehrt können sich die Intellektuellen aber auch zu Diskursen zusammenrotten, mit denen sie mittleren und vielleicht sogar großen Unternhemen resp. ihren Besitzern die Existenz vernichten. Oder dafür sorgen, dass viele Möchtegern-Unternehmer keinen Erfolg haben können.
Obwohl - oder gerade weil - ich selbst Intellektuelle bin, würde ich dem einen oder anderen meiner käuflichen Standesgenossen viel lieber den Hals umdrehen wollen als so machen pösen Unternehmer. Weil ich denke, dass die Gesellschaft ebenso sehr vom Denken bestimmt wird wie von den ökonomischen Verhältnissen. Und heuer auf jedes Arschloch, das seinen Arbeitern nur 4 Euro die Stunden zahlt, 10 Blödschwätzer kommen, die das rechtfertigen.

Britta
25.03.2009, 10:30
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so leicht ist. Sogar die "Meister der Insel" tarnen sich und ihre realen Gegenstücke werden das noch viel cleverer praktizieren. Sie werden sogar falsche Verschwörungstheorien in Umlauf bringen und dem Pöbel Sündenböcke präsentieren, um von den wirklichen Strukturen abzulenken.
Große Unternehmen, Unternehmerfamilien und überall zu recherchierende Besitzer großer Vermögen mögen da wie die Fettaugen auf der Suppe schwimmen, aber sie sind nicht die Suppe selbst.
Das halte ich auch für das Perfide: die Strukturen und Diskurse sind so schlecht greifbar, aber man kann ihr - mutmaßliches! - Wirken überall und auf allen Feldern verfolgen. Ich weiß auch nicht, ob zum Beispiel immer der mit den meisten Milliarden auch die meiste Macht hat.

Das tun sie ja alles so, wie du es beschrieben hast.

Wer allerdings logisch denken kann, der weiß dass es keine zionistische Weltverschwörung und keine Illuminaten oder sonst was gibt.

Bei Aktien gibt es die Regel, dass erst ab einem Anteil über 4,99% der Besitzer namentlich genannt werden muß. Eine Familie mit 11 Mitgliedern die Anteile halten, fällt so schon mal nicht auf. Dann gibt es noch irgendeinen Araber, der über 5% besitzt und der wird in der Presse als Großaktionär präsentiert. Schon ist die Spur perfekt verwischt.

Genauso dient die Veröffentlichung der Liste der reichsten Leute der Welt nur der Verschleierung. Diese Liste bezieht sich nur auf Geld und nicht auf Besitz.

Und wer interessiert sich schon dafür, wie viele Banken der Vatikan besitzt?

Oder wer weiß Bescheid über das Rohstoffimperium der Queen?

Es ist also mit logischem Denken sehr leicht, die Meister der Insel zu finden. Ihre Namen werden nicht genannt. Nur die Namen ihrer 'Offiziere' hört man ständig.

Beverly
25.03.2009, 11:51
Bei Aktien gibt es die Regel, dass erst ab einem Anteil über 4,99% der Besitzer namentlich genannt werden muß. Eine Familie mit 11 Mitgliedern die Anteile halten, fällt so schon mal nicht auf.

Besteht die "herrschende Klasse" des Planeten Erde demzufolge aus "herrschenden Familien"?

Genauso dient die Veröffentlichung der Liste der reichsten Leute der Welt nur der Verschleierung. Diese Liste bezieht sich nur auf Geld und nicht auf Besitz.

Steht auf solchen überall zu findenden Listen wirklich nur einer drauf, der wirklich zur herrschenden Klasse gehört. Bill Gates ist meines Wissens ein Neureicher ohne Vergangenheit. Die Gebrüder Albrecht haben es mit "Aldi" geschafft, dass wir alle dort einkaufen müssen, weil es sonst nichts gibt oder wir uns andere Länden nicht leisten können. Was sind sie sonst außer Fressmaschinen des Kapitals? Quandt? Werden wegen ihrer Rolle in der Nazi-Zeit an den Pranger gestellt.
Sollen wir glauben, dass "Forbes" dazu da ist, um über das Internet jedem die Namen der Angehörigen der herrschenden Klasse zugänglich zu machen? In ihren Villenvirteln soll es dagegen nicht einmal Namensschilder geben. Wer da auf einer öffentlichen Straße am Zaun hält, hat gleich einen Wachschutz auf dem Hals, der ihn zur Weiterfahrt auffordert.
Die einschlägigen Listen scheinen mir da eher dazu da zu sein, dass die wichtigen Namen nicht auf ihnen erscheinen.

Es ist also mit logischem Denken sehr leicht, die Meister der Insel zu finden. Ihre Namen werden nicht genannt. Nur die Namen ihrer 'Offiziere' hört man ständig.

Nun ja ... sogar Perry Rhodan überlegte sich, den Konflikt mit den "Meistern der Insel" durch Verhandlungen zu lösen. Sollte man das mit ihren realen Gegenstücken machen? Mit ihnen direkt verhandeln. Und nicht mehr mit ihren "Offizieren" und kleinen Schergen reden. Da verschwendet man nur Zeit und wird weiter getäuscht. Wenn dann doch wieder "Politiker", "Experten" und "Intellektuelle" auflaufen und den Müll reden, der von oben verordnet wird, konsequent die Diskussion über "Sachfragen" mit ihnen verweigern. Sie lieber fragen, ob sie glauben, was sie reden oder aus welchen anderen Gründen sie reden, was sie reden.

Britta
25.03.2009, 12:04
Besteht die "herrschende Klasse" des Planeten Erde demzufolge aus "herrschenden Familien"?


Ich denke, zum größten Teil ja. Mit Ausnahme der Kirche. Die würde ich nicht als Familie bezeichnen.

Steht auf solchen überall zu findenden Listen wirklich nur einer drauf, der wirklich zur herrschenden Klasse gehört. Bill Gates ist meines Wissens ein Neureicher ohne Vergangenheit. Die Gebrüder Albrecht haben es mit "Aldi" geschafft, dass wir alle dort einkaufen müssen, weil es sonst nichts gibt oder wir uns andere Länden nicht leisten können. Was sind sie sonst außer Fressmaschinen des Kapitals? Quandt? Werden wegen ihrer Rolle in der Nazi-Zeit an den Pranger gestellt.
Sollen wir glauben, dass "Forbes" dazu da ist, um über das Internet jedem die Namen der Angehörigen der herrschenden Klasse zugänglich zu machen? In ihren Villenvirteln soll es dagegen nicht einmal Namensschilder geben. Wer da auf einer öffentlichen Straße am Zaun hält, hat gleich einen Wachschutz auf dem Hals, der ihn zur Weiterfahrt auffordert.
Die einschlägigen Listen scheinen mir da eher dazu da zu sein, dass die wichtigen Namen nicht auf ihnen erscheinen.


Die Namen die man ständig hört, sind Täuschung. Sie sind zwar unheimlich reich aber nicht superreich.

Und die richtige Macht liegt immer da, wo das Geld gedruckt wird. Also bei denen, denen die Zentralbanken gehören. Zentralbanken die staatlich sind, gibt es nur noch in Ländern wie Nordkorea. Alle anderen Zentralbanken sind in privaten Händen. Auch die mächtigste Zentralbank, die FED. Den privaten Eigentümern der FED gehören auch die größten Rüstungskonzerne. Wie praktisch - wenn's Krieg gibt, leihen sie Geld, damit der Staat bei ihren Konzernen einkaufen kann. Dann gibt's Krieg ums Öl, damit die Ölgesellschaften die auch den Bankern gehören, billig an ihre Rohstoffe kommen.

In den letzten Jahren sind US-Army und NATO zur Privatarmee der Banker verkommen.

Nun ja ... sogar Perry Rhodan überlegte sich, den Konflikt mit den "Meistern der Insel" durch Verhandlungen zu lösen. Sollte man das mit ihren realen Gegenstücken machen? Mit ihnen direkt verhandeln. Und nicht mehr mit ihren "Offizieren" und kleinen Schergen reden. Da verschwendet man nur Zeit und wird weiter getäuscht. Wenn dann doch wieder "Politiker", "Experten" und "Intellektuelle" auflaufen und den Müll reden, der von oben verordnet wird, konsequent die Diskussion über "Sachfragen" mit ihnen verweigern. Sie lieber fragen, ob sie glauben, was sie reden oder aus welchen anderen Gründen sie reden, was sie reden.

Wozu versuchen mit Leuten zu verhandeln, die die normalen Menschen verachten weil sie denken, dass sie aufgrund dessen, was sie erreicht haben, etwas Besseres wären?

Prinz Philip von England ist z.B. für seine sprachlichen Entgleisungen über normale Menschen berühmt. (Nur ein Beispiel).

Für die sind Menschen, die nicht zu ihren Kreisen gehören, einfach nur der Pöbel oder die kleinen Spielfiguren, mit denen man machen kann was man will.

Beverly
25.03.2009, 18:25
Wozu versuchen mit Leuten zu verhandeln, die die normalen Menschen verachten weil sie denken, dass sie aufgrund dessen, was sie erreicht haben, etwas Besseres wären?

Prinz Philip von England ist z.B. für seine sprachlichen Entgleisungen über normale Menschen berühmt. (Nur ein Beispiel).

Für die sind Menschen, die nicht zu ihren Kreisen gehören, einfach nur der Pöbel oder die kleinen Spielfiguren, mit denen man machen kann was man will.

Verhandeln ist eine Form der Kommunikation, wo man nicht nur mit der anderen Partei kommuniziert. Sondern mit allen, die von den Verhandlungen Kenntnis haben. Also der "Weltöffentlichkeit". Und ein Verhandlungsangebot mag nicht so sehr dem offiziellen Adressaten gelten, sondern dieser Öffentlichkeit.
Und wenn selbst Verhandlungen mit den wirklich Herrschenden sinnlos sind, dann sind Verhandlungen mit ihren Marionetten noch viel witzloser.

Britta
25.03.2009, 20:39
Verhandeln ist eine Form der Kommunikation, wo man nicht nur mit der anderen Partei kommuniziert. Sondern mit allen, die von den Verhandlungen Kenntnis haben. Also der "Weltöffentlichkeit". Und ein Verhandlungsangebot mag nicht so sehr dem offiziellen Adressaten gelten, sondern dieser Öffentlichkeit.
Und wenn selbst Verhandlungen mit den wirklich Herrschenden sinnlos sind, dann sind Verhandlungen mit ihren Marionetten noch viel witzloser.

Verhandelt wird aber nur unter den bei diesen Verhandlungen Anwesenden. Wer vorm TV zusieht, kann nicht mitreden. Die Weltöffentlichkeit ist nicht an den Verhandlungen beteiligt - sie ist Teil der Verhandlungsmasse, sozusagen.

Und Verhandlungspartner werden vorher festgelegt. Wer da mitreden darf, kann schon mal manipulieren, alleine durch Beeinflussung der Wahl des Verhandelnden.

Der Weltöffentlichkeit wird also nur Theater vorgespielt.

Beverly
25.03.2009, 22:43
Verhandelt wird aber nur unter den bei diesen Verhandlungen Anwesenden. Wer vorm TV zusieht, kann nicht mitreden. Die Weltöffentlichkeit ist nicht an den Verhandlungen beteiligt - sie ist Teil der Verhandlungsmasse, sozusagen.

Und Verhandlungspartner werden vorher festgelegt. Wer da mitreden darf, kann schon mal manipulieren, alleine durch Beeinflussung der Wahl des Verhandelnden.

Der Weltöffentlichkeit wird also nur Theater vorgespielt.

Wenn Verhandlungen nichts nützen, was macht man dann mit ihnen?
Wie verhält man sich gegenüber ihnen, vor allem, da man sie wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommt, ihr Treiben aber trotzdem unser Leben bestimmt.

Britta
26.03.2009, 06:42
Wenn Verhandlungen nichts nützen, was macht man dann mit ihnen?
Wie verhält man sich gegenüber ihnen, vor allem, da man sie wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommt, ihr Treiben aber trotzdem unser Leben bestimmt.

Das frage ich mich auch schon seit Jahren.

Ich versuche, ihre Produkte nicht zu kaufen (sofern ich es weiß) und keine Schulden zu machen, sorge also dafür, dass sie so wenig wie möglich an mir verdienen.

Beverly
26.03.2009, 11:26
Das frage ich mich auch schon seit Jahren.

Ich versuche, ihre Produkte nicht zu kaufen (sofern ich es weiß) und keine Schulden zu machen, sorge also dafür, dass sie so wenig wie möglich an mir verdienen.

Mit anderen Worten: du willst der Brut aus dem Weg gehen. Dich weder mit ihnen anlegen - weil das aussichtslos ist - noch ihnen unterwerfen, sondern sie nach Möglichkeit ignorieren.

Vielleicht gibt es viele Menschen, die so denken und handeln. Und dabei die Methoden ihrer heimlichen Herrscher kopieren, um sich ihnen zu entziehen. Man verschwindet dann aus der Öffentlichkeit und ist nirgendwo mehr gemeldet. Kein Namensschild mehr an der Tür (auch wenn mich das nervt). Wenn überhaupt, wissen nur sehr gute Freunde, was aus einem geworden ist. In einem Film über die Mafia heißt es, die lässt einen nur in Ruhe, wenn sie denkt, man sei tot. Wenn man alles materiell zum Leben Notwendige hat und auch die sozial notwendigen Kontakte zu anderen Menschen und für Lebenssinn nötige Aufgaben, ist es dann nicht das Beste, wenn man für diese Welt und vor allem ihre großen und kleinen "Meister der Insel" nicht mehr existiert?
Ich habe immer wieder von Menschen gehört, die ohne ersichtlichen Grund und spurlos verschwunden sind. Im ägyptischen Fernsehen wurden sogar Bilder Verschwundener gezeigt (habe ich Anfang der 1990er so gesehen). Jetzt frage ich mich da, ob da nicht viele darunter sind, die begriffen haben, wie sehr sie verarscht werden. Und die "ausgestiegen" sind.

Warum macht der Staat eigentlich heuer so ein Johei um "Terrorismus", "innere Sicherheit", "biometrische Ausweise" und dergleichen mehr? Wegen der angeblichen oder tatsächlichen Terroristen? Die ich alle für Deppen oder gesteuert halte und die eh bei der Planung ihrer Mordaktionen Spuren so breit wie eine Autobahn hinterlassen. Selbst wenn ich mich da im tiefen Raum der Paranoia und Verschwörungstheorien bewege habe ich den Verdacht, dass das System da Menschen wieder einfangen will, die "ausgestiegen" sind.

Britta
27.03.2009, 12:16
Mit anderen Worten: du willst der Brut aus dem Weg gehen. Dich weder mit ihnen anlegen - weil das aussichtslos ist - noch ihnen unterwerfen, sondern sie nach Möglichkeit ignorieren.

Nach Möglichkeit ignorieren oder eben bekämpfen wenn's zuviel wird und das nach Möglichkeiten. Die sind begrenzt.

Vielleicht gibt es viele Menschen, die so denken und handeln. Und dabei die Methoden ihrer heimlichen Herrscher kopieren, um sich ihnen zu entziehen. Man verschwindet dann aus der Öffentlichkeit und ist nirgendwo mehr gemeldet. Kein Namensschild mehr an der Tür (auch wenn mich das nervt). Wenn überhaupt, wissen nur sehr gute Freunde, was aus einem geworden ist. In einem Film über die Mafia heißt es, die lässt einen nur in Ruhe, wenn sie denkt, man sei tot.

Klingt nach: Finanzamt. :irre:

Wenn man alles materiell zum Leben Notwendige hat und auch die sozial notwendigen Kontakte zu anderen Menschen und für Lebenssinn nötige Aufgaben, ist es dann nicht das Beste, wenn man für diese Welt und vor allem ihre großen und kleinen "Meister der Insel" nicht mehr existiert?
Ich habe immer wieder von Menschen gehört, die ohne ersichtlichen Grund und spurlos verschwunden sind. Im ägyptischen Fernsehen wurden sogar Bilder Verschwundener gezeigt (habe ich Anfang der 1990er so gesehen). Jetzt frage ich mich da, ob da nicht viele darunter sind, die begriffen haben, wie sehr sie verarscht werden. Und die "ausgestiegen" sind.

Ich glaube nicht, dass das so einfach ist. Aussteigen, das ging von ein paar Jahrzehnten noch. Heute gibt es kaum noch gemütliche Plätze, wo du das machen kannst.

Warum macht der Staat eigentlich heuer so ein Johei um "Terrorismus", "innere Sicherheit", "biometrische Ausweise" und dergleichen mehr? Wegen der angeblichen oder tatsächlichen Terroristen? Die ich alle für Deppen oder gesteuert halte und die eh bei der Planung ihrer Mordaktionen Spuren so breit wie eine Autobahn hinterlassen. Selbst wenn ich mich da im tiefen Raum der Paranoia und Verschwörungstheorien bewege habe ich den Verdacht, dass das System da Menschen wieder einfangen will, die "ausgestiegen" sind.

Jeder ist ein potenzieller Terrorist, der sich seine Unterdrückung nicht gefallen lassen will. In den USA rechnen sie ja auch aufgrund der sich zuspitzenden Situation mit Volksaufständen.

Wenn du dir betrachtest, wie lange der Herr Schäuble schon auf seinen Überwachungsstaat drängt, dann kannst du dir ausrechnen wie lange vorher der schon wußte, dass diese Krise kommen würde.

Von wegen Terrorismusbekämpfung...

Ich war damals auch der Meinung, dass dieser 'Krieg gegen den Terror' dazu da ist, um Maßnahmen gegen die eigene Bevölkerung zu treffen.

Beverly
27.03.2009, 14:57
Nach Möglichkeit ignorieren oder eben bekämpfen wenn's zuviel wird und das nach Möglichkeiten. Die sind begrenzt.

In Anlehnung an das Ende der "Meister der Insel" sind mir folgende Gedanken gekommen:

Untergang

Warum überhaupt "ihren" Untergang wollen, wenn das nicht gerade realistisch ist und man selbst über so gut wie keine Machtmittel verfügt?
Weil sich das von ihnen geschaffene System nicht ändern oder reformieren lässt und weil es für viele Menschen auf das Gleiche hinausläuft, ob sie sich ihm anpassen oder verweigern. Wer sich unter das Joch beugt, muss sich immer tiefer beugen, ohne dass sein oder ihr Leben dadurch besser wird. Mir ist angesichts derer, welche die Finanzkrise nur zum Anlass nahmen, sich noch tiefer unter ein noch lächerlicheres System zu beugen, schlicht der Kragen geplatzt. Für die Luftnummern Anno 2008 mit Lehmann-Brothers und Hypo-Real-Estate fehlte ihnen bei "Perry Rhodan" schlicht die Fantasie. Auch ich habe nicht schlecht gestaunt. "Es ist keine Geld da - nur 500 Milliarden!" :irre: Gerade wer das noch ernst nimmt und den Normen des Systems gerecht werden will, wird irgendwann mit dem Kopf gegen die Wand rennen.

Die Allianz der Gegner

Wo aber sind die Gegner in einem System, das seine Feinde schlicht und einfach kauft, alles und jeden unterwandert und alles und jeden gegeneinander ausspielt?

Vernachlässigung der Fallen- und Sicherheitssysteme

Ein Bekannter sagte einmal über eine Diktatur: "In dem Land funktioniert nichts - außer dem Geheimdienst. Der funktioniert aber mit erschreckender Perfektion." Das lässt sich auf den Herrschaftsapparat als Ganzes übertragen: auf der Erde läuft nichts so, wie es sein sollte. Die Umwelt ist halb zerstört, die Religionen sind Unsinn und ihre Führer Narren. Die Wirtschaftler sind fette und unfähige Parasiten, große Teile der Menschheit neurotisch und die Wissenschaft versagt auf entscheidenden Feldern. Nur der Herrschaftsapparat funktioniert!

Eigenes Unvermögen

Wer da im Vordergrund stand und steht, glänzt vor allem durch eines: Unfähigkeit! Immer wieder absurde Fehlentscheidungen und Volltrottel gelten als die "mächtigsten Männer der Welt". Aber scheitern die Versager, kommt die nächste Generation Versager. Das Unvermögen führt zum Untergang ganzer Völker, doch die Herrschaftsstrukturen überleben ihr eigenes Versagen. Siehe die Nazis, die das Deutsche Reich gegen die Wand fuhren und in der BRD ihre Karrieren fortsetzten.

Brutale Gewaltherrschaft

"Es ist der Herrschernde selbst, der sich den einfachen Mann zum Feind macht." So lautet sinngemäß ein viele Jahrhunderte alter Spruch. Nicht die aufmüpfigen Untertanen, sondern die Herrschaftspraktiken erzeugen Resignation, Ablehnung und Widerstand. Nur weiß der Widerstand heute nicht, wo gegen er sich richten soll und was das überhaupt ist, was es zu beseitigen gilt.

Eingreifen von Außen? (von mir geändert)

Würden Außerirdische, die uns im Denken ähnlich sind, mit den Herrschern der Erde nicht genau das machen, was Perry Rhodan mit den "Meistern der Insel" gemacht hat? Spätestens dann, wenn die Afrikaner nicht mehr nach Europa, sondern auf die Heimatwelt der Aliens auswandern wollen, weil sie verzweifelt auf der Suche nach einem besseren Leben sind.
Ich glaube nicht an Außerirdischen und halte bei UFO und co. vieles für Mumpitz. Ich glaube sogar, dass die SF-Autoren alter Schule mit ihren Alienvölkern den Kosmos, wie er wirklich ist, nicht verstanden haben. Weil wir Menschen da erst ganz am Anfang sind. Und die Erde für den Kosmos nicht mehr ist als für uns ein Ameisenhaufen im Wald.
Aber bin ich zu paranoid, wenn ich davon ausgehe, dass die Herrschenden gar nicht begeistert wären, wenn Außerirdischen zur Erde kommen und friedlichen Austausch anbieten? Weil die Menschen dann das Andere, Alternativen, Fluchtmöglichkeiten haben.

Historische Notwendigkeit? (von mir geändert)

Mit dem Begriff wurde gewöhnlich Schindluder getrieben. Als "notwendig" wurde so gut wie jedes totalitäre System und jeder Massenmord und jedes Ausbeutungssystem angesehen. Wobei dann stets die Antwort auf die Frage nicht kam, wofür das denn alles notwendig war? Oder ob das Preis-Leistungsverhältnis zu rechtfertigen war?
Besteht die "historische Notwendigkeit" darin, der "historischen Notwendigkeit" ein Ende zu setzen? Nicht mehr das Glück der Gegenwart für eine imaginäre Zukunft zu opfern?

Britta
28.03.2009, 13:41
Was hat Perry Rhodan denn mit den Meistern der Insel gemacht? (Ich hab das Buch nicht gelesen).

Die Führungsetage unserer Welt besteht aus Blendern. Es sind nicht die ganz oben, die am Besten dafür geeignet wären, sondern die, deren herausragende Fähigkeiten die Korruption und Irreführung sind.

Man kann nur versuchen den Menschen dabei zu helfen solche Blender zu erkennen und sich die Fähigkeit zu erwerben, das selbst zu erkennen.

Beverly
28.03.2009, 16:42
Was hat Perry Rhodan denn mit den Meistern der Insel gemacht? (Ich hab das Buch nicht gelesen).

@Britta,

ursprünglich war es ein Zyklus von Hefromanen - Band 200-299 -, der in den 1960er Jahren veröffentlicht wurde. Ich kenne das in Buchform - wo es 12 Bücher sind.
Und die "Meister der Insel" sind nur eine kleine Verschwörerclique, die endet wie die "10 kleinen Negerlein" - einer nach dem anderen stirbt (ich bin aber noch nicht ganz am Ende). Dieses Ende der "MdI" ist das, was sich IMHO gar nicht auf unsere Verhältnisse übertragen lässt, weil viel mehr Menschen in den Machtstrukturen stecken.
Aus dem, was du schbreibst

Die Führungsetage unserer Welt besteht aus Blendern. Es sind nicht die ganz oben, die am Besten dafür geeignet wären, sondern die, deren herausragende Fähigkeiten die Korruption und Irreführung sind.

Man kann nur versuchen den Menschen dabei zu helfen solche Blender zu erkennen und sich die Fähigkeit zu erwerben, das selbst zu erkennen.

geht hervor, dass es nicht darauf ankommt, irgend jemanden von denen zu "beseitigen" - dann nimmt ein anderer seine Stelle ein - sondern die Strukturen zu beseitigen, die seinen Aufstieg und seine Herrschaft möglich machen.

Die "Meister der Insel" von "Perry Rhodan" hatten für mich dabei insofern einen gewissen Wert, als ich daraus Fragen ableiten konnte. Antworten dagegen eher nicht oder auf einer viel zu allgemeinen Ebene. Manches mag auch schlicht falsch sein - etwa der massive Einsatz militärischer Macht und mörderische Kriege, um die Machtbasis der "Meister der Insel" zu untergraben. Das ist in der realen Welt genau das, was unsere "Meister der Insel" nicht schwächen würde, da Kriege eines ihrer beliebtesten Machstpielchen sind (von der ethischen Problematik mal ganz abgesehen).

Da hilft ein anderer SF-Roman eines anderen Autors weiter: Das Spiel Azad (http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Spiel_Azad) von Iain Banks.
Auch hier gehen Menschen einer relativ humanistisch eingestellten Kultur gegen Mörder und Verbrecher in einer anderen Galaxis vor. Bei Banks ist es das "Imperium Azad" (http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_species_(The_Culture)#Azadians) in der Kleinen Magellanischen Wolke. Dieses Imperium expandiert und herrscht so mit Raub und Mord wie die großen irdischen Kolonialreiche in der Neuzeit. Im Unterschied zu irdischen Imperien haben die Azadis allerdings Techniken entwickelt, die ihr verbrecherisches Imperium davor bewahren, an seinen Widersprüchen zusammenzubrechen. So unterdrücken die Herrscheden ihr eigenen Volk und unterjochen andere Völker.
Die "Kultur" verwirft den Gedanken, militärisch gegen das Imperium Azad vorzugehen. Weil sie mit einem Krieg gegen ein anderes repressives System trotz ihres Sieges schlechte Erfahrungen gemacht haben und selbst die Folgen eines Sieges über die Azadis fürchten.
Deshalb beschließt die Kultur, die Herrschenden des Imperiums Azad mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Konkret ist das das so genannte Spiel Azad: ein enorm komplexes Spiel, gegen das Schach nur Kinderkram ist. In regelmäßigen Abständen veranstalten die Herrschenden Turniere im Spiel Azad. Diese Turniere haben diese Zwecke:

1. Die Hierarchien im Machtapparat festzulegen.
2. Die politische Ausrichtungen bzw. die Aktionen der nächsten Zeit festzulegen.
3. Allzugroße Idioten aus dem Machtapparat fern zu halten, weil die zu dumm für das komplexe Spiel sind.
4. Unerwünschte Elemente auch bei hohen geistigen Fähigkeiten fern zu halten. So nimmt an dem Turnier auch eine Frau teil, die sich aber dem Mob des herrschenden Geschlechtes - der Apex - gegenübersieht und sich selbst keine Chance gibt, lange durchzuhalten. Auch der Abgesandte der Kultur, der an den Spiel teilnimmt, sieht sich einer von einem Priester angeführten Rotte gegenüber, die den "Alien" rausmobben will. Er kann sie aber täuschen und gegeneinander ausspielen.

Dieses Spiel macht das Imperium Azad flexibler und gefährlicher als andere Systeme seiner Art, es hat aber eine entscheidende Schwachstelle: Wird das Turnier von einem Außerseiter, einem "Dissidenten" oder "Alien" - wie dem Abgesandten der Kultur gewonnen, ist die Legitimation des Systems dahin. Denn wer siegt, herrscht auch und wenn dier Sieger nicht herrschen darf - weil halt Außenseiter oder Gegner des Imperiums - hat das Imperium seine Basis verloren. So endet das letzte Turnier in Azad damit, dass der Kaiser des Imperiums, der die Niederlage gegen den "Alien" vor Augen hat, Amok läuft und es zum Umsturz kommt.

Nachdem die "Meister der Insel" mir geholfen haben, zu fragen, wie es denn mit wirklicher Herrschaft auf der wirklichen Erde aussieht, führt "Das Spiel Azad" zwar nicht zum Ziel aber wenigstens auf die Zielgerade. Weil Banks anstelle der doch recht einfach gestrickten Verschwörerclicque der "MdI" da ein recht komplexes Machtsystem mit wechselnden Beteiligten entwickelt. Wobei selbst das verglichen mit der Wirklichkeit in seiner Struktur noch zu einfach und in seinem Äußeren zu komplex ist. In typtischer SF-Manier fliegen sie im "Imperium Azad" mit Raumschiffen umher und träumen von immer neuen Eroberungen, damit ihr Imperium noch größer wird. Da tobt der Größenwahn, alldiweil auf der Erde falsche Bescheidenheit angesagt ist.
Der Abgesandte der Kultur trauert sogar um den Kaiser des Imperiums, als der beim Umsturz ums Leben kommt - obwohl er sein Imperium ablehnt. Mal wieder drückt sich ein SF-Autor um die Banalität des Bösen und erfindet Schurken mit Geist, Charme und Tragik, weil er sich und seinen Lesern die realen - langweiligen - Schurken nicht zumuten will.
Zugleich sind diese realen, langweiligen und banalen Schurken Teil eines Spiels, das komplexer und undurchschaubarer ist, als das Spiel Azad. Wie gesagt, "Das Spiel Azad" führt bei der Erkenntnis realer Verhältnisse nicht zum Ziel, allenfalls auf die Zielgerade.

Britta
28.03.2009, 18:20
@Britta,

ursprünglich war es ein Zyklus von Hefromanen - Band 200-299 -, der in den 1960er Jahren veröffentlicht wurde. Ich kenne das in Buchform - wo es 12 Bücher sind.
Und die "Meister der Insel" sind nur eine kleine Verschwörerclique, die endet wie die "10 kleinen Negerlein" - einer nach dem anderen stirbt (ich bin aber noch nicht ganz am Ende). Dieses Ende der "MdI" ist das, was sich IMHO gar nicht auf unsere Verhältnisse übertragen lässt, weil viel mehr Menschen in den Machtstrukturen stecken.
Aus dem, was du schbreibst

geht hervor, dass es nicht darauf ankommt, irgend jemanden von denen zu "beseitigen" - dann nimmt ein anderer seine Stelle ein - sondern die Strukturen zu beseitigen, die seinen Aufstieg und seine Herrschaft möglich machen.

Die "Meister der Insel" von "Perry Rhodan" hatten für mich dabei insofern einen gewissen Wert, als ich daraus Fragen ableiten konnte. Antworten dagegen eher nicht oder auf einer viel zu allgemeinen Ebene. Manches mag auch schlicht falsch sein - etwa der massive Einsatz militärischer Macht und mörderische Kriege, um die Machtbasis der "Meister der Insel" zu untergraben. Das ist in der realen Welt genau das, was unsere "Meister der Insel" nicht schwächen würde, da Kriege eines ihrer beliebtesten Machstpielchen sind (von der ethischen Problematik mal ganz abgesehen).
Leider. Wenn die Rüstungsindustrie den Banken gehört, dann ist das ein doppeltes Geschäft und Krieg ein Muß um die Gewinne zu steigern.

Wenn's nicht soviel zu lesen wäre, dann würde ich das schon mal lesen. Klingt interessant.

Da hilft ein anderer SF-Roman eines anderen Autors weiter: Das Spiel Azad (http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Spiel_Azad) von Iain Banks.


Dieses Buch würde mich jetzt wieder weniger interessieren.

Früher hab ich mal alles an Science Fiction gelesen, was ich kriegen konnte. Dann habe ich lange Zeit nichts mehr gelesen. Wieder angefangen habe ich mit Gerhard Wisnewski's Buch '9/11 Angriff auf den Globus'. Hatte ich von Freunden zum Geburtstag bekommen, weil ich gleich nach den ersten TV-Bildern gesagt hatte, dass das ein Inside-Job war, wovon ich noch heute überzeugt bin.

Dann gings weiter mit Jean Zieglers Buch 'Das Imperium der Schande' und dann von Herrn Selenz das 'Schwarzbuch VW' und 'Wildwest auf der Chefetage'.

Oh man, besser wie jeder noch so spannende Science Fiction ist die Wirklichkeit... :nono:

Beverly
28.03.2009, 19:11
Wenn's nicht soviel zu lesen wäre, dann würde ich das schon mal lesen. Klingt interessant.

Der Zyklus "Meister der Insel" ist allerdings in einem erzkonservativen 60er Jahre-Stil geschrieben und man merkt den Autoren an, dass sie geistig noch vor "68" und der Frauenemanzipation waren.

Aber trotz - oder wegen? - ihres eher trivialen Stils der Weltraum-Abenteuer kamen bei "Perry Rhodan" immer wieder gesellschaftliche Probleme hoch. Nicht nur die Ausübung von Herrschaft aus dem Verborgenem - wie bei den "MdI" - sondern auch gezielte Verdummung ganzer Völker, um sie wehrlos zu machen ("Der Schwarm", nicht zu verwechseln mit Schätzing) oder Menschen, die durch Veränderung der Sonnenstrahlung zu gefühllosen Ekeln werden und sich einem faschistoides System unterwerfen ("Aphilie"). Das bloße Strahlung Einfluss auf das Verhalten haben kann, hielt ich so lange für Unsinn, bis ich mich über die psychischen Auswirkungen von Lichtmangel informierte. Einmal verschlägt es Perry Rhodan in die Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxis Naupaum. Da zeigen die Autoren, dass ungebremstes Bevölkerungswachstum selbst bei interstellarer Raumfahrt in die Katastrophe führen muss. Denn in der Galaxis Naupaum ist jeder Himmelskörper in jedem Sonnensystem überbevölkert. Im Parlament der mächtigsten Spezies streiten sich die Politiker darüber, ob sie die anderen Völker ihrer Galaxis ausrotten sollen, um deren Welten zu besiedeln. Sie entscheiden sich dann dafür, die Nachbargalaxis zu kolonisieren ...
Obwohl ich Perry Rhodan den Vorwurf des technikgläubigen Größenwahns nicht ersparen kann, zeigen sie aber selbst, wohin Gigantomanie führen kann. Die Menschheit gönnt sich da in den nächsten 1500 Jahren ein "Imperium" mit einigen tausend Planeten. Das wird dann im 35. Jahrhundert von einem Gebilde namens "Konzil der Sieben" geschluckt, das sich serienweise ganze Galaxien einverleibt. Und eigentlich nur *** ist, wie die Menschen allzuschnell feststellen müssen.

Oh man, besser wie jeder noch so spannende Science Fiction ist die Wirklichkeit... :nono:

Besser oder fieser?

Ich tippt auf "kleiner und gemeiner".

Größenwahn und Technikgläubigkeit kann man den Früchtchen unserer Tage beim besten Willen nicht vorwerfen. Bei "Perry Rhodan" gönnen sich die geistig nicht mehr so stabilen Größenwahnsinnigen eine Festung auf dem Saturnmond Titan. Wir sind bescheidener und realitätstüchtiger. Unser Streben geht nicht über ein Chalet in der Schweiz oder ein Schloss an der Cote d'Azur hinaus.
Sie entwickeln keine neuen Techniken, sondern nudeln alte und schlechte so lange durch, bis sie es so in 300 Jahren geschafft haben, die Biosphäre doch noch zum Kollabieren zu bringen. Wenn sie - anstatt des Weltraums - die Meere ausbeuten, weil sie zu faul sind, auf luftlosen Asteroiden nach Rohstoffen zu suchen. Das Meer ist ja viel näher und wenn es da einige Probleme mit dem Plankton - das den meisten Sauerstoff erzeugt - gibt, ist es viel zu spät. Wir brauchen auch keine Sonnenenergie, wir haben ja noch Öl, Kohle und Gas, Uran und Thorium und Methanhydrat. Bei dessen Abbau an den Kontinentalschelfen wir natürlich ganz vorsichtig sein werden. Militaristisch wie bei Perry Rhodan sind wir auch nicht :) und irgendwann wird eine Koalition aus FDP und Grünen die Wehrpflicht abschaffen, damit wir wie in den USA eine Söldnerarmee bekommen. Oder sollte man außer Gazprom noch anderen Konzernen Privatarmeen erlauben? Das würde vieles einfacher machen. Anstelle lindgrüner Uniformen - wie bei der Solaren Flotte - haben dann die Söldner aus der Unterschicht immer einen großen blauen Müllbeutel bei sich zu führen. Damit sie sich keinen Illusionen über ihren Status in der Ordnung der Dinge in der One World hingeben und im Falle ihres Ablebens einfacher zu entsorgen sind.

Früher hab ich mal alles an Science Fiction gelesen, was ich kriegen konnte. Dann habe ich lange Zeit nichts mehr gelesen. Wieder angefangen habe ich mit Gerhard Wisnewski's Buch '9/11 Angriff auf den Globus'. Hatte ich von Freunden zum Geburtstag bekommen, weil ich gleich nach den ersten TV-Bildern gesagt hatte, dass das ein Inside-Job war, wovon ich noch heute überzeugt bin.

Dann gings weiter mit Jean Zieglers Buch 'Das Imperium der Schande' und dann von Herrn Selenz das 'Schwarzbuch VW' und 'Wildwest auf der Chefetage'.

Kannst du nähere Informationen dazu geben?

Ich sehe da folgendes Problem: jeder Mensch mit Lebenserfahrung kommt irgendwann zu der Einsicht, dass "die da oben" hoffnungslos korrupt sind. Das bedeutet nicht, jede Verschwörungstheorie zu glauben, weil das Elend der VT's ihre schwierige Verifizierbarkeit ist. Anstatt jede einzelne mutmaßliche Intrige nachzuvollziehen, kommt irgendwann die pauschale Verdammung. Aber in der Regel mit dem Zusatz "da kann man nichts machen".
Weil die Menschen auch zu oft die Erfahrung der Hilflosigkeit gegenüber den großen und kleinen Galgenvögeln gemacht haben. So sagten sie in meiner Familie, die damals in Ostpreußen lebte, bei Hitlers Angriff auf die Sowjetunion: "Jetzt ist alles aus!" Weil sie wussten oder zumindest ahnten, dass Deutschland den Krieg gegen Russland verlieren würde. Dagegen machen konnten sie trotzdem nichts und verloren zu allem Übel auch noch ihre Heimat. Die Hilflosigkeit gegenüber den ganz großen Verbrechern wird durch die Hilflosigkeit gegenüber den vielen Tyrannen vor Ort ergänzt.
Deswegen wollen sich viele Menschen solche Skandalbücher gar nicht antun. Weil sie ja doch nichts machen können. Schau mich an - ich lese lieber "Perry Rhodan", weil es da den Schurken an den Kragen geht.

Britta
28.03.2009, 19:48
Als die neue Welt entdeckt wurde, gab es noch Platz auf der Erde um den eingespielten Machtstrukturen aus dem Wege zu gehen. Man konnte noch vor dem typischen Trott fliehen und seine Träume verwirklichen. Heute sind die neoliberalen Machthaber überall.

Vor 17 Jahren war ich zum ersten Mal in Australien. Damals kannten die noch keine MWST. Ein Jahr später wurde sie eingeführt: 10% und nicht auf Grundnahrungsmittel. Das Leben war billig und qualitativ hochwertig. Eine Schale Erdbeeren kostete 80 Pfennige und bestes Rinderfilet gab's für 5 DM pro Kilo (umgerechnet). Vor 2 Jahren war ich zum letzten Mal dort. Ist jetzt fast schon so wie hier...

Entfernte Planeten zu besiedeln ist wie damals, als es den wilden Westen noch gab. Aber auch der wurde von den Bankern eingeholt. Spätestens als man Lincoln ermordete und das Greenback-Gesetz rückgängig machte, hatten die Meister der Insel die USA wieder in der Hand.

Aber dazwischen gab es eine Zeit, in der man seine Träume leben konnte.


Besser oder fieser?

Ich tippt auf "kleiner und gemeiner".

richtig getippt. Schlimmer könnte man auch noch sagen.


Kannst du nähere Informationen dazu geben?

Ich sehe da folgendes Problem: jeder Mensch mit Lebenserfahrung kommt irgendwann zu der Einsicht, dass "die da oben" hoffnungslos korrupt sind. Das bedeutet nicht, jede Verschwörungstheorie zu glauben, weil das Elend der VT's ihre schwierige Verifizierbarkeit ist. Anstatt jede einzelne mutmaßliche Intrige nachzuvollziehen, kommt irgendwann die pauschale Verdammung. Aber in der Regel mit dem Zusatz "da kann man nichts machen".
Weil die Menschen auch zu oft die Erfahrung der Hilflosigkeit gegenüber den großen und kleinen Galgenvögeln gemacht haben. So sagten sie in meiner Familie, die damals in Ostpreußen lebte, bei Hitlers Angriff auf die Sowjetunion: "Jetzt ist alles aus!" Weil sie wussten oder zumindest ahnten, dass Deutschland den Krieg gegen Russland verlieren würde. Dagegen machen konnten sie trotzdem nichts und verloren zu allem Übel auch noch ihre Heimat. Die Hilflosigkeit gegenüber den ganz großen Verbrechern wird durch die Hilflosigkeit gegenüber den vielen Tyrannen vor Ort ergänzt.
Deswegen wollen sich viele Menschen solche Skandalbücher gar nicht antun. Weil sie ja doch nichts machen können. Schau mich an - ich lese lieber "Perry Rhodan", weil es da den Schurken an den Kragen geht.

Nachdem ich 'Schwarzbuch VW' gelesen hatte, hab ich mich gefragt ob ich das wirklich wissen wollte. So offensichtlich zu betrügen und so viele Mitwisser und Anklagen und Beweise und trotzdem geht es keinem an den Kragen, obwohl die Sache klar ist.

Gut beschrieben wie man's macht.

Genauso bei 'Wildwest auf der Chefetage'. Seitdem weiß ich, warum man keine TUI-Aktien kaufen sollte. :D

Herr Selenz hat eine eigene Homepage, auf der er über das Wesentliche berichtet: http://www.hans-joachim-selenz.de/

Trotzdem, unglaublich dass so offen beschissen wird und keiner was dagegen tut.

Beverly
29.03.2009, 13:06
Entfernte Planeten zu besiedeln ist wie damals, als es den wilden Westen noch gab. Aber auch der wurde von den Bankern eingeholt. Spätestens als man Lincoln ermordete und das Greenback-Gesetz rückgängig machte, hatten die Meister der Insel die USA wieder in der Hand.

Aber dazwischen gab es eine Zeit, in der man seine Träume leben konnte.

@Britta,

Herrschaft in der Art realer oder fiktiver "Meister der Insel" kann nur in geschlossenen Räumen ausgeübt werden, nicht in einer offenen Welt oder einem offenen Kosmos.
Du hast es selbst am Beispiel der USA und Australiens beschrieben. Zumindest für Weiße aus Europa ("Farbige" oder "Eingeborene" werden das anders gesehen haben), gab es da noch Freiräume oder zumindest Flucktmöglichkeiten. Die wurden dann zunichte gemacht, als das "System" die vor ihm Geflohenen wieder einholte. Die "Meister der Insel" können keine Freiräume oder selbst das noch so harmlose Andere am Leben lassen.

In "Perry Rhodan" rotten sie ein Volk aus, dessen einziges "Verbrechen" es war, auf riesigen fliegenden Werfte seine Dienste zur Instandhaltung von Raumschiffen anzubieten. In der realen Welt erwischte es ein Gemeinwesen von Jesuiten in Südamerika (http://de.wikipedia.org/wiki/Jesuitenreduktion) - IMHO nur, weil die Patres die Frechheit besaßen, eine über lange Zeit erfolgreiche Vergesellschaftung zu errichten. IMHO bekämpften die USA und die katholische Kirche in den 1980er Jahren aus den gleichen Gründen die Sandinisten in Nicaragua - weil da die "Gefahr" bestand, eine alternative Vergesellschaftungsform aufzubauen. Die Sandinisten selbst waren Ami-freundlich und gute Katholiken - es nützte ihnen trotzdem nichts!

Die "Meister der Insel" sind beweisen zwar, dass sich theoretisch so ein Herrschaftssystem auch über kosmische Distanzen errichten lässt. Dann nehmen halt Raumschiffe den Platz von Segelschiffen ein und es geht nicht mehr um Inseln und Kontinente, sondern um Sonnensysteme und Galaxien.

Aber es muss immer eine geschlossene Welt geschaffen werden!

Früher sperrten totalitäre Systeme ihre Bürger ein, ließen kaum jemanden aus- oder einreisen.

Heute ist Reisefreiheit witzlos, weil es in der als alternativlos gesetzten One World überall gleich und fast überall schlechter ist als hier. Selbst fiktive Alternativen werden ignoriert oder wo sie zur Sprache gebracht werden, gnadenlos zerredet. Es gibt sogar Früchtchen, die in einem Universum mit ca. 10 hoch 23 größeren Himmelskörpern behaupten, dass es nur auf der Erde Leben geben kann. So etwas hat auch schon mal die Kirche behauptet.

Die "Meister der Insel" riegelten die Andromeda-Galaxis vom übrigen Universum ab und waren bestrebt, auch die Milchstraße zu erobern. In "Perry Rhodan" wird das nicht so recht erklärt. Rhodan selbst bedauert ja einen Moment lang, dass die Möglichkeit zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes mit den MdI vertan wurde. Er träumt von einer Kooperation mit der Nachbargalaxis und einem Aufschwung für Wissenschaft und Technik. Anstatt weiter Planeten zu zerstören, will er auf toten Welten Leben schaffen.
Die MdI haben solche Träume nicht. Warum eigentlich nicht? Der Leser und die Leserin werden da weiter auf machtgierige Bösewichter verwiesen. Nun ja.

Aber der Logik machtgieriger Bösewichter zufolge müssen sie die Milchstraße schon deshalb erobern, weil ihre Herrschaft nur so lange funktioniert, wie sie sich über die gesamte bekannte und erreichbare Welt erstreckt. Egal, ob Schiffe, Flugzeuge oder Raumschiffe das Erreichbare definieren.

Was ist aber in einem prinzipiell offenem Universum? Das vielleicht nur eines von unendlich vielen Universen ist?
In einem anderen Forum habe ich schon die Frage aufgeworfen, ob Diktatur im Kosmos (offen oder verdeckt) überhaupt möglich ist. Weil die Menschen jederzeit vor ihr auf andere Planeten fliehen können. Weil selbst der mächtigste Diktator jemanden fürchten muss, der noch mächtiger ist als er. Weil sich auch der Widerstand der Schwächeren leichter organisieren lässt. Wie es Perry Rhodan den Meistern der Insel demonstriert.

Nachtrag: Hier ein paar Links zu den Perry Rhodan-"Silberbänden" um die "Meister der Insel":

http://www.perrypedia.proc.org/index.php/Silberb%C3%A4nde#5._Zyklus:_Die_Meister_der_Insel

5. Zyklus: Die Meister der Insel
Band 21: Straße nach Andromeda
Band 22: Schrecken der Hohlwelt
Band 23: Die Maahks
Band 24: Die Para-Sprinter
Band 25: Brennpunkt Andro-Beta
Band 26: Kontrollstation Modul
Band 27: Andromeda
Band 28: Lemuria
Band 29: Der Zeitagent
Band 30: Bezwinger der Zeit
Band 31: Pakt der Galaxien
Band 32: Die letzte Bastion

Falls du einen Blick reinwerfen willst, kann ich dir die Bände auch ausleihen. Das Hauptproblem an den "Meistern der Insel" ist nämlich, dass sie meiste Zeit nicht selbst in Erscheinung treten. Die Menschen haben es da mit skurrilen Welten, unheimlichen Technologien und exotischen Völkern zu tun. Erst allmählich kommen sie dahinter, wer in Andromeda das Sagen hat.
Rhodan schimpft da einmal über Leute, die andere für sich kämpfen lassen.
Ich selbst fand das zu Anfang auch eher unbefriedigend, bis mir die Parallelen zur Wirklichkeit auffielen.

Britta
29.03.2009, 16:20
@Britta,

Herrschaft in der Art realer oder fiktiver "Meister der Insel" kann nur in geschlossenen Räumen ausgeübt werden, nicht in einer offenen Welt oder einem offenen Kosmos.
Du hast es selbst am Beispiel der USA und Australiens beschrieben. Zumindest für Weiße aus Europa ("Farbige" oder "Eingeborene" werden das anders gesehen haben), gab es da noch Freiräume oder zumindest Flucktmöglichkeiten. Die wurden dann zunichte gemacht, als das "System" die vor ihm Geflohenen wieder einholte. Die "Meister der Insel" können keine Freiräume oder selbst das noch so harmlose Andere am Leben lassen.


Das hindert die MDI nicht daran, gleich zu Anfang einen Fuß in die neue Welt zu setzen. Man findet ihre Handlanger dann da, wo der erste Handel zwischen der neuen und der alten Welt stattfindet und zuerst Geld verdient wird. Die MDI übernehmen mehr und mehr dessen, was Andere dann dort geschaffen haben.

und im wilden Westen wie auch in Australien waren unter den ersten Siedlern welche, die mit den Eingeborenen lebten und deren Lebensweise annahmen. Erst das Fußfassen der MDI brachte dann deren Verdrängung oder Ausrottung.


In "Perry Rhodan" rotten sie ein Volk aus, dessen einziges "Verbrechen" es war, auf riesigen fliegenden Werfte seine Dienste zur Instandhaltung von Raumschiffen anzubieten. In der realen Welt erwischte es ein Gemeinwesen von Jesuiten in Südamerika (http://de.wikipedia.org/wiki/Jesuitenreduktion) - IMHO nur, weil die Patres die Frechheit besaßen, eine über lange Zeit erfolgreiche Vergesellschaftung zu errichten. IMHO bekämpften die USA und die katholische Kirche in den 1980er Jahren aus den gleichen Gründen die Sandinisten in Nicaragua - weil da die "Gefahr" bestand, eine alternative Vergesellschaftungsform aufzubauen. Die Sandinisten selbst waren Ami-freundlich und gute Katholiken - es nützte ihnen trotzdem nichts!

Unabhängige Solidargemeinschaften waren schon immer eine Gefahr für die Kirche und andere MDI. Unabhängig bedeutet soviel wie 'nicht beherrschbar'. Alle voneinander abhängig zu machen ist oberstes Ziel, auch bei der Globalisiserung. Wenn dann ein Teil ausfällt, die logistische Kette zusammenbricht, dann gibt es den größtmöglichen Schaden für Alle.


Die "Meister der Insel" sind beweisen zwar, dass sich theoretisch so ein Herrschaftssystem auch über kosmische Distanzen errichten lässt. Dann nehmen halt Raumschiffe den Platz von Segelschiffen ein und es geht nicht mehr um Inseln und Kontinente, sondern um Sonnensysteme und Galaxien.

Im Großen wie im Kleinen. Ein Grundprinzip des Universums.

Aber es muss immer eine geschlossene Welt geschaffen werden!

Die MDI haben es dabei nicht eilig. Sie haben Zeit und früher oder später kriegen sie jede noch so freie Welt. Egal wie viele Versuche nicht funktionieren und wie viele Jahrzehnte es dauert, sie lassen nicht locker.

Ist wie mit der Abstimmung über die EU-Verfassung in Irland. 2008 abgelehnt ist für 2009 schon die nächste Abstimmung geplant. Und wenn die wieder nicht wie gewünscht ausfällt, wird 2010 eben nochmal abgestimmt...

Früher sperrten totalitäre Systeme ihre Bürger ein, ließen kaum jemanden aus- oder einreisen.

Heute ist Reisefreiheit witzlos, weil es in der als alternativlos gesetzten One World überall gleich und fast überall schlechter ist als hier. Selbst fiktive Alternativen werden ignoriert oder wo sie zur Sprache gebracht werden, gnadenlos zerredet. Es gibt sogar Früchtchen, die in einem Universum mit ca. 10 hoch 23 größeren Himmelskörpern behaupten, dass es nur auf der Erde Leben geben kann. So etwas hat auch schon mal die Kirche behauptet.

Aus dem Paradies, das die Erde ursprünglich werden sollte, ist ein Gefängnisplanet geworden.

Die "Meister der Insel" riegelten die Andromeda-Galaxis vom übrigen Universum ab und waren bestrebt, auch die Milchstraße zu erobern. In "Perry Rhodan" wird das nicht so recht erklärt. Rhodan selbst bedauert ja einen Moment lang, dass die Möglichkeit zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes mit den MdI vertan wurde. Er träumt von einer Kooperation mit der Nachbargalaxis und einem Aufschwung für Wissenschaft und Technik. Anstatt weiter Planeten zu zerstören, will er auf toten Welten Leben schaffen.
Die MdI haben solche Träume nicht. Warum eigentlich nicht? Der Leser und die Leserin werden da weiter auf machtgierige Bösewichter verwiesen. Nun ja.

Manchmal frage ich mich, ob sich die MDI von den negativen Gefühlen, die ihnen entgegengebracht werden 'ernähren'.

Nur was ist, wenn das was bei uns Realität genannt wird, gar nicht die richtige Realität ist? Wenn das Universum und alles was wir zu kennen glauben etwas anderes ist, etwas das wir nicht wahrnehmen können, weil wir zusehr in unserer Realität verrannt sind?

Z.B. wenn das ganze Universum ein einziges Lebewesen ist und wir eingebildeten Menschen nur ein winziger Teil davon?

@Aber der Logik machtgieriger Bösewichter zufolge müssen sie die Milchstraße schon deshalb erobern, weil ihre Herrschaft nur so lange funktioniert, wie sie sich über die gesamte bekannte und erreichbare Welt erstreckt. Egal, ob Schiffe, Flugzeuge oder Raumschiffe das Erreichbare definieren.

Dabei geht es wohl eher um die lästige Konkurrenz, die man nicht erst aufkommen lassen will. Wer sich auf das Erreichte beschränkt, läuft Gefahr alles durch jemanden zu verlieren, der es genauso macht wie die MDI. Immer oben bleiben müssen...

Was ist aber in einem prinzipiell offenem Universum? Das vielleicht nur eines von unendlich vielen Universen ist?
In einem anderen Forum habe ich schon die Frage aufgeworfen, ob Diktatur im Kosmos (offen oder verdeckt) überhaupt möglich ist. Weil die Menschen jederzeit vor ihr auf andere Planeten fliehen können. Weil selbst der mächtigste Diktator jemanden fürchten muss, der noch mächtiger ist als er. Weil sich auch der Widerstand der Schwächeren leichter organisieren lässt. Wie es Perry Rhodan den Meistern der Insel demonstriert.

Irgendwo gibt es zu jeder Zeit eine Grenze. Diese Grenze ist die Entfernung und die Zeit, die man braucht um diese Entfernung zu überwinden. Hinter dieser Grenze ist man solange frei, bis es noch schnellere Fortbewegungsmöglichkeiten gibt.

Nachtrag: Hier ein paar Links zu den Perry Rhodan-"Silberbänden" um die "Meister der Insel":

http://www.perrypedia.proc.org/index.php/Silberb%C3%A4nde#5._Zyklus:_Die_Meister_der_Insel

5. Zyklus: Die Meister der Insel
Band 21: Straße nach Andromeda
Band 22: Schrecken der Hohlwelt
Band 23: Die Maahks
Band 24: Die Para-Sprinter
Band 25: Brennpunkt Andro-Beta
Band 26: Kontrollstation Modul
Band 27: Andromeda
Band 28: Lemuria
Band 29: Der Zeitagent
Band 30: Bezwinger der Zeit
Band 31: Pakt der Galaxien
Band 32: Die letzte Bastion

Falls du einen Blick reinwerfen willst, kann ich dir die Bände auch ausleihen. Das Hauptproblem an den "Meistern der Insel" ist nämlich, dass sie meiste Zeit nicht selbst in Erscheinung treten. Die Menschen haben es da mit skurrilen Welten, unheimlichen Technologien und exotischen Völkern zu tun. Erst allmählich kommen sie dahinter, wer in Andromeda das Sagen hat.
Rhodan schimpft da einmal über Leute, die andere für sich kämpfen lassen.
Ich selbst fand das zu Anfang auch eher unbefriedigend, bis mir die Parallelen zur Wirklichkeit auffielen.

Danke für das Angebot. Ich brauche aber immer ziemlich lange, bis ich ein Buch gelesen habe. Seit 6 Wochen lese ich an Barbara Woods 'Traumzeit'.
Und danach wartet noch 'Das Jesustestament' darauf, gelesen zu werden.

Beverly
29.03.2009, 18:00
Unabhängige Solidargemeinschaften waren schon immer eine Gefahr für die Kirche und andere MDI. Unabhängig bedeutet soviel wie 'nicht beherrschbar'. Alle voneinander abhängig zu machen ist oberstes Ziel, auch bei der Globalisiserung. Wenn dann ein Teil ausfällt, die logistische Kette zusammenbricht, dann gibt es den größtmöglichen Schaden für Alle.

Schaden für alle einfachen Menschen - ja.
Aber bedrohlichen Schaden für das Gesamtsystem, das alle von sich abhängig macht - nein!
Wenn jedes Teilsystem vom Ganzen abhängig ist und nicht ohne es existieren kann, kann es nicht ausbrechen und muss sich den Regeln des Gesamtsystems fügen.

Übrigens muss ich da an eine Frage denken, die ein Kommilitone aus dem Irak in einer Erstsemesterveranstaltung bei den Politologen gestellt hat. Er fragte:

"Ich komme aus einem Land, das als unterentwickelt bezeichnet wird. Was aber ist Unterentwicklung?"

Ich tat mich mit der Formulierung einer Antwort schwer, fand sie aber doch. Unterentwicklung ist, wenn ein Gemeinwesen die Fähigkeit verliert, sich wirtschaftlich aus eigener Kraft zu erhalten und idealerweise auch weiter zu entwickeln.
Wobei die Neuzeit für die so genannte Dritte Welt als eine Epoche charakterisiert wurde, in der die "Entwicklung der Unterentwicklung" erfolgte.

Im Großen wie im Kleinen. Ein Grundprinzip des Universums.

Das habe ich in Anlehnung an "fraktale" Geometrie als "Selbstähnlichkeit" politischer und gesellschaftlicher Strukturen bezeichnet. Die Familie und der Landkreis sind da keine Gegengewichte oder Exklaven zu den global herrschenden Strukturen mehr, sondern bilden sie im Kleinen ab. Weswegen jeder Dorftrottel heutzutage die Globalisierung feiert und von einer regional autonomen Produktion nichts mehr wissen will.

Aus dem Paradies, das die Erde ursprünglich werden sollte, ist ein Gefängnisplanet geworden. Und zudem eine Kloake :mad: !
Ich habe mir schon oft überlegt, wenn sie so weitermachen wie jetzt, ist in 300 Jahren Schluss. Eine total verblödete Population von 20 Milliarden menschlicher Lautsprecher für die herrschenden Diskurse, verglichen mit denen selbst die "Duplos" der "Meister der Insel" noch ein Ausbund von Individualität sind.
Alle fossilen Energiequellen endlich aufgebraucht und nix getan, um dauerhaft das Energieproblem zu lösen!
Nach der nun anstehenden "Nutzung" der Weltmeere ist die Biosphäre kaputt und es wird vielleicht nicht mal mehr genug Sauerstoff produziert!
Die Menschen vegetieren in Kuppeln dahin, wie ich sie mir für den Mond, aber nicht die Erde erträumt habe, weil die Erde so unbewohnbar geworden ist wie der Mond.

Manchmal frage ich mich, ob sich die MDI von den negativen Gefühlen, die ihnen entgegengebracht werden 'ernähren'.

Das Schlimme und Erschreckende ist, dass man IMHO gar nicht herausfinden kann, was die jenseits unmittelbarer Gelüste - Macht, Geld, Konsum, Sex, Ego polieren, niedere Instinkte ausleben - überhaupt treibt. Da ist vielleicht gar nichts, weil sie selbst nur ein "Faktor" in dem von ihnen geschaffenen kranken System sind. Man soll immer an die Banalität des Bösen denken.

Dabei geht es wohl eher um die lästige Konkurrenz, die man nicht erst aufkommen lassen will. Wer sich auf das Erreichte beschränkt, läuft Gefahr alles durch jemanden zu verlieren, der es genauso macht wie die MDI. Immer oben bleiben müssen...

Der Krug geht aber nur so lange zum Brunnen, bis er bricht. Auf der Erde haben die MDI alles im Griff, aber wie ist es mit - hypothetischen - Außerirdischen? Die brauchen nur tausend Jahre weiter zu sein als wir, dann hat es sich mit "Immer oben bleiben müssen" :) Ich selbst bin der Existenz von Außerirdischen, wie sie Perry Rhodan und co. beschreiben, gegenüber sehr skeptisch. Wie du selbst schreibst, mögen wir den Kosmos nicht richtig verstanden haben. Aber der Gedanke, dass unserer Peiniger in ihren Villen ohne Namensschilder sitzen und Angst vor kleinen Grünen Männchen schieben, hat schon was für sich :) Da haben sie einen damit beauftragt, UFO's lächerlich zu machen. Nun, ich glaube nicht an UFO's, aber der Widerleger hat die Widerlegung gründlichst diskreditiert. Er soll sogar ins Lager der UFO-Gläubigen gewechselt sein :D

Irgendwo gibt es zu jeder Zeit eine Grenze. Diese Grenze ist die Entfernung und die Zeit, die man braucht um diese Entfernung zu überwinden. Hinter dieser Grenze ist man solange frei, bis es noch schnellere Fortbewegungsmöglichkeiten gibt.

Du meinst, dass einer menschlichen Kolonie im All immer die MDI oder ihre Schergen folgen werden? Nun ja, den Gedanken hatte ich auch schon. Kann sein, muss aber nicht sein. Auch mit der Grenze ist das so eine Sache. Ist bei 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit Schluss, weil schnellere Raumschiffe vom interstellaren Gas zerrieben werden? Oder finden wir Verfahren für Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit, vielleicht sogar in Sofortzeit.
Nicht zu vergessen die Frage, warum einer zum Handlanger der MDI oder einem MDI selbst wird. Die scheinen sich da alle mit einem eigentlich kläglichen Judaslohn zufrieden zu geben. Weil die Ressourcen auf der Erde nun mal begrenzt sind.
Wie ist das im Kosmos?
Gesetzt den Fall, dass da relativ viele Ressourcen für relativ wenige sind, die etwas davon haben wollen, könnte man die Angehörigen des Apparates der MDI vielleicht einfach kaufen. Eine eigene Insel, wo er oder sie ungestört "Meister" sein kann oder ein eigener Planet.

Britta
30.03.2009, 07:15
Schaden für alle einfachen Menschen - ja.
Aber bedrohlichen Schaden für das Gesamtsystem, das alle von sich abhängig macht - nein!
Wenn jedes Teilsystem vom Ganzen abhängig ist und nicht ohne es existieren kann, kann es nicht ausbrechen und muss sich den Regeln des Gesamtsystems fügen.

So hatte ich das gemeint. Schließlich bin ich ein 'einfacher Mensch'.

Übrigens muss ich da an eine Frage denken, die ein Kommilitone aus dem Irak in einer Erstsemesterveranstaltung bei den Politologen gestellt hat. Er fragte:

"Ich komme aus einem Land, das als unterentwickelt bezeichnet wird. Was aber ist Unterentwicklung?"

Ich tat mich mit der Formulierung einer Antwort schwer, fand sie aber doch. Unterentwicklung ist, wenn ein Gemeinwesen die Fähigkeit verliert, sich wirtschaftlich aus eigener Kraft zu erhalten und idealerweise auch weiter zu entwickeln.
Wobei die Neuzeit für die so genannte Dritte Welt als eine Epoche charakterisiert wurde, in der die "Entwicklung der Unterentwicklung" erfolgte.

Die Entwicklung der Unterentwicklung - oder die Zurückentwicklung. Stillstand auf jeden Fall. Über einen gewissen Punkt ist die Menschheit in ihrer Entwicklung schon seit langer Zeit nicht hinausgekommen.

Ich würde das aber nicht nur auf 'wirtschaftlich' beschränken und geistig/seelisch/religiös noch dazunehmen.

Das habe ich in Anlehnung an "fraktale" Geometrie als "Selbstähnlichkeit" politischer und gesellschaftlicher Strukturen bezeichnet. Die Familie und der Landkreis sind da keine Gegengewichte oder Exklaven zu den global herrschenden Strukturen mehr, sondern bilden sie im Kleinen ab. Weswegen jeder Dorftrottel heutzutage die Globalisierung feiert und von einer regional autonomen Produktion nichts mehr wissen will.

Und zudem eine Kloake :mad: !
Ich habe mir schon oft überlegt, wenn sie so weitermachen wie jetzt, ist in 300 Jahren Schluss. Eine total verblödete Population von 20 Milliarden menschlicher Lautsprecher für die herrschenden Diskurse, verglichen mit denen selbst die "Duplos" der "Meister der Insel" noch ein Ausbund von Individualität sind.
Alle fossilen Energiequellen endlich aufgebraucht und nix getan, um dauerhaft das Energieproblem zu lösen!
Nach der nun anstehenden "Nutzung" der Weltmeere ist die Biosphäre kaputt und es wird vielleicht nicht mal mehr genug Sauerstoff produziert!
Die Menschen vegetieren in Kuppeln dahin, wie ich sie mir für den Mond, aber nicht die Erde erträumt habe, weil die Erde so unbewohnbar geworden ist wie der Mond.

Sehe ich auch so. Nur werde ich das Glück haben, das nicht mehr zu erleben - es sei denn im nächsten Leben, sofern dazwischen nicht 5000 Jahre liegen.


Das Schlimme und Erschreckende ist, dass man IMHO gar nicht herausfinden kann, was die jenseits unmittelbarer Gelüste - Macht, Geld, Konsum, Sex, Ego polieren, niedere Instinkte ausleben - überhaupt treibt. Da ist vielleicht gar nichts, weil sie selbst nur ein "Faktor" in dem von ihnen geschaffenen kranken System sind. Man soll immer an die Banalität des Bösen denken.

Könnte es eine Krankheit sein? Also, dass die seelisch total kaputt sind oder fehlgeleitet von ihren niederen Trieben?

Der Krug geht aber nur so lange zum Brunnen, bis er bricht. Auf der Erde haben die MDI alles im Griff, aber wie ist es mit - hypothetischen - Außerirdischen? Die brauchen nur tausend Jahre weiter zu sein als wir, dann hat es sich mit "Immer oben bleiben müssen" :) Ich selbst bin der Existenz von Außerirdischen, wie sie Perry Rhodan und co. beschreiben, gegenüber sehr skeptisch. Wie du selbst schreibst, mögen wir den Kosmos nicht richtig verstanden haben. Aber der Gedanke, dass unserer Peiniger in ihren Villen ohne Namensschilder sitzen und Angst vor kleinen Grünen Männchen schieben, hat schon was für sich :) Da haben sie einen damit beauftragt, UFO's lächerlich zu machen. Nun, ich glaube nicht an UFO's, aber der Widerleger hat die Widerlegung gründlichst diskreditiert. Er soll sogar ins Lager der UFO-Gläubigen gewechselt sein :D

Ich denke schon dass es noch mehr Leben in unserem Universum gibt und das intelligentes Leben nicht die Ausnahme sondern die Regel ist.

Und mit UFO's ist das so eine Sache. Wenn, dann sind das keine ausserirdischen Flugobjekte denke ich.

Du meinst, dass einer menschlichen Kolonie im All immer die MDI oder ihre Schergen folgen werden? Nun ja, den Gedanken hatte ich auch schon. Kann sein, muss aber nicht sein. Auch mit der Grenze ist das so eine Sache. Ist bei 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit Schluss, weil schnellere Raumschiffe vom interstellaren Gas zerrieben werden? Oder finden wir Verfahren für Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit, vielleicht sogar in Sofortzeit.

Ja, sie würden folgen um dann auch dort in einer Kolonie alles zu übernehmen, was Profit bringt.

Nicht zu vergessen die Frage, warum einer zum Handlanger der MDI oder einem MDI selbst wird. Die scheinen sich da alle mit einem eigentlich kläglichen Judaslohn zufrieden zu geben. Weil die Ressourcen auf der Erde nun mal begrenzt sind.

Scheint sich doch zu rentieren. Man verdient etwas mehr wie der Rest und hat ein klein wenig was zu sagen. Das reicht für das Ego aus und man kann sich wichtig fühlen.

Wie ist das im Kosmos?
Gesetzt den Fall, dass da relativ viele Ressourcen für relativ wenige sind, die etwas davon haben wollen, könnte man die Angehörigen des Apparates der MDI vielleicht einfach kaufen. Eine eigene Insel, wo er oder sie ungestört "Meister" sein kann oder ein eigener Planet.

Ein eigener Planet müßte auch verteidigt werden. Im kleinen gesehen stelle ich mir eine Insel vor, die mir gehört. Es gibt genug Wasser, Obst und Gemüse, ich habe Nutztiere, genug Fische im Wasser und meine eigene Energieversorgung. Dann wird festgestellt, dass unter meiner Insel ein großes Ölfeld ist und auf meiner Insel jede Menge seltener Metalle zu finden sind.

Was würde wohl passieren? Ich verfüge nicht über Waffen um meine Insel zu verteidigen...

Beverly
30.03.2009, 09:04
Die Entwicklung der Unterentwicklung - oder die Zurückentwicklung. Stillstand auf jeden Fall. Über einen gewissen Punkt ist die Menschheit in ihrer Entwicklung schon seit langer Zeit nicht hinausgekommen.

Ich würde das aber nicht nur auf 'wirtschaftlich' beschränken und geistig/seelisch/religiös noch dazunehmen.
(...)
Könnte es eine Krankheit sein? Also, dass die seelisch total kaputt sind oder fehlgeleitet von ihren niederen Trieben?
(...)
Man verdient etwas mehr wie der Rest und hat ein klein wenig was zu sagen. Das reicht für das Ego aus und man kann sich wichtig fühlen.

Auf Wikipedia steht zu Krankheit (http://de.wikipedia.org/wiki/Krankheit):

Krankheit (...) ist die bestehende oder drohende nachteilige Beeinträchtigung oder Einschränkung körperlicher, geistig-seelischer oder sozialer Fähigkeiten. Krankheit äußert sich also in objektiv beobachtbaren Tatbeständen, dem subjektiven Befinden oder dem Verhalten.
Abwesenheit von Krankheit ist eine notwendige, aber laut WHO nicht hinreichende Voraussetzung für Gesundheit.

Zu Gesundheit findet sich da:

Gesundheit des Menschen ist laut Weltgesundheitsorganisation „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheit

Auf der kollektiven Ebene - der Menschheit - ist es zweifellos eine Krankheit. Und die Krankheit des Ganzen äußert sich in seelischen oder körperlichen Krankheiten seiner Teile - also der Menschen. Wir haben wieder die auf allen Größenskalen selbstähnlichen Strukturen:

a. Eine kranke Menschheit, die IMHO ihren Daseinszweck immer mehr verfehlt.
Was nicht heißen soll, dass alle Menschen nach den gleichen Dingen streben müssen. Im Gegenteil: der Daseinszweck mag sogar in der Vielfalt und Mannigfaltigkeit bestehen. Die Verfehlung des Daseinszweck ist der homo oeconimicus, der auf allen Ebenen der Hierarchien nur nach Überleben, Macht und Geld strebt und gar nicht mehr weiß, was er damit anfangen soll.

b. Von Krisen und Konflikten geschüttelte Gemeinwesen.
Alle sind Teil des gleichen globalen Systems und wenn das kriselt, kriseln auch die einzelnen Länder und Staaten. Das Gesamtsystem Menschheit verfehlt sienen Daseinszweck und so tun es auch seien Bestandteile, Völker und Nationen, Kulturen und Religionen.
Gestern hatte ich mit einer Freundin eine Diskurssion über die Rolle der Religionen in dieser Welt und ich kam da zu dem Schluss, das auch die Religionen nur noch zum Chaos, dem Niedergang und der Orientierungslosigkeit beitragen. Im 21. Jahrhundert da einen schwachsinnigen Wortglauben (bei dem sich unsere Altvorderen vielleicht im Grabe umdrehen, weil sie das nicht wörtlich, sondern als Metapher nahmen) zu predigen und ein "Mittelalter" zu fordern das noch schlimmer als das "echte" ist, outet gerade die antimodernen Fundamentalisten als die perversten Protagonisten einer perversen Moderne.

c. Seelisch oder körperlich kranke Individuen.
Wer ist eigentlich noch körperlich gesund und geistig und seelisch ausgeglichen? Ich kenne da so gut wie niemanden. Jeder schleppt irgendein Trauma oder eine Frustration mit sich rum, krepelt an einer hartnäckigen Krankheit rum und hadert mit Gott und der Welt. Ausgerechnet die, die auf "Normal" machen, sind in der Klapse die hoffnungslosen und unheilbaren Fälle.
Es ist gar nicht mal so schwer, vom kranken Gesamtsystem Menschheit über seine kranken Unter-Kollektive zu den kranken Menschen zu kommen. Manche sind seelich krank als Folge von Kriegstrauma, viele leiden an den Folgen der einen oder anderen Form von Psychoterror und andere leiden an heilbaren Krankheiten, nur fehlt ihnen das Geld zur Behandlung. Etliche mögen auch deshalb frustriert sein, weil sie mit ihrem Leben schlicht nichts anzufangen wissen, keine Aufgabe und keine sozialen Kontakte und zwischenmenschlichen Beziehungen haben. Dass eine 90-Stunden-Woche wie in China nicht gesund ist, versteht sich von selbst.

So komme ich zu folgendem Schluss:

Es macht keinen Sinn die MDI im individualisierendem Sinne, als Einzelpersonen, für "krank" zu erklären. Im Gegenteil: als Individuen sind sie vielleicht gesünder und ausgeglicher als die meisten anderen Menschen. Schließlich gehören sie zu denen, die Zugang zu medizinischer Versorgung haben und welche die Anpassung an das System am besten schaffen (kein Wunder, denn sie haben es selbst geschaffen).

Aber die MDI sind wesentliche "Knotenpunkte" in einer kollektiven Krankheit. Dass die Knoten selbst gesund, zäh, flexibel und überlebenstüchtig sind, während alles übrige immer und immer wieder kaputt geht, macht die Krankheit nicht besser, sondern schlimmer.

Schließlich stellt sich damit die Frage nach "Heilung" oder "Exitus".

Mir ist schon der Gedanke gekommen, dass kollektiver Selbstmord eine Lösung wäre. Einzelnen Menschen wird meistens das Recht zugestanden, eine zugleich unterträgliche und unheilbare Krankheit durch den Freitod zu beenden.
Warum eigentlich nicht der Menschheit als Ganzem?
Keine Menschheit mehr, keine MDI und kein System mehr, das sie beherrschen können.
Schließlich lassen die MDI und ihre Schergen keinen Zweifel daran, dass all die ethischen Grundsätze, die dem gemeinsamen und rückstandslosem Ableben von sieben Milliarden Menschen im Wege stehen, für sie nur Mumpitz sind. Sie haben nichts gegen den Tod von Menschen einzuwenden, sie sind nur sauer, wenn sie selbst nicht mehr Herren über Leben und Tod sind.

Last but least die Frage: gibt es "Heilung"?

Perry Rhodan zufolge für die "MdI" selbst nicht.

Die haben zugunsten der Macht ihre Menschlichkeit und selbst ihre Individualität komplett aufgegeben. Ein "MdI" entwickelt zwar Zuneigung zu einem Untergebenen, den er als ebenbürtigen Gegner im dreidimensionalem Schachspiel erlebt, doch die Machtinstinkte siegen: anstatt die Freundschaft weiter zu entwickeln, verheizt er ihn in einem sinnlosen Himmelfahrtskommando. Weil "gleich" nicht "Freund", sondern "Feind" bedeutet hätte. Der MdI lebt dann weiter allein mit Robotern und Androiden und ist frustriert, weil die keine gleichwertigen Widersparts für ihn sind. Vom "Faktor I" darf er sich dann wegen der gescheiterten Zerstörung der Erde als "Versager" titulieren lassen. Ein ganz tolles Leben führen die Mächtigen im Kosmos :D - ist es allen Ernstes DAS, nach dem die realen "MdI" streben würden, wenn sie auch Raumschiffe hätten?

Aber wie ist es mit dem Rest? Den normal gebliebenen Menschen, die sich lieber in der Eckkneipe besaufen würden, als zu so einem Homunkulus wie Perrys MdI zu werden? Sind wir immer dazu verdammt, Nährboden für die nächste Generation MDI zu sein? Oder gibt es noch andere Auswege außer dem kollektiven Selbstmord?

otix_
30.03.2009, 22:38
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so leicht ist. Sogar die "Meister der Insel" tarnen sich und ihre realen Gegenstücke werden das noch viel cleverer praktizieren. Sie werden sogar falsche Verschwörungstheorien in Umlauf bringen und dem Pöbel Sündenböcke präsentieren, um von den wirklichen Strukturen abzulenken.


Das brauchen sie garnicht, das Finanzsystem, und nachgeschaltet damit das Gesellschaftssystem, ist so angelegt, das immer diejenigen profitieren, die bereits genügend Kapital haben ihre Interessen in dubioser Lobbyarbeit durchzusetzen.

Damit lässt sich ihr Kapital potenzieren.

Da ist es schon fast egal welche Begebenheiten die Menschen umtreibt. ALtersarmut, 2 Klassenmedizien, schlechter werdende Bildung etc.pp. ob da Randale bei Demos gesteuert sind oder nicht oder von der Presse vorsätzlich in ein manipulierendes Licht gerückt werden. Ob Marx gekauft war oder nicht. Völlig egal.

Beverly
30.03.2009, 23:40
Das brauchen sie garnicht, das Finanzsystem, und nachgeschaltet damit das Gesellschaftssystem, ist so angelegt, das immer diejenigen profitieren, die bereits genügend Kapital haben ihre Interessen in dubioser Lobbyarbeit durchzusetzen.

Damit lässt sich ihr Kapital potenzieren.

Da ist es schon fast egal welche Begebenheiten die Menschen umtreibt. ALtersarmut, 2 Klassenmedizien, schlechter werdende Bildung etc.pp. ob da Randale bei Demos gesteuert sind oder nicht oder von der Presse vorsätzlich in ein manipulierendes Licht gerückt werden. Ob Marx gekauft war oder nicht. Völlig egal.

Ein Freund von mir meinte sinngemäß: "Das deutsche Kapital hat den zweiten Weltkrieg gewonnen." So ist es auch, siehe die Nachkriegsentwicklung der BRD und siehe den Zusammenbruch des Ostblocks nach 1989.
Ein anderer Freund wies mich darauf hin, dass Ford Köln während des Krieges trotz Kriegszustand zwischen dem Deutschen Reich und den USA weiter "business as usual" machen konnte. Nach dem Krieg wurde dann abgerechnet - wobei es völlig egal war, wer militärisch "gewonnen" und wer "verloren" hat.

Das Kapital sorgt dafür, dass es immer auf der Siegerseite ist. Auch ein reichsdeutscher Sieg vor Moskau und bei Stalingrad wäre auf lange Frist nur ein Sieg des Kapitals gewesen. Nazi-Deutschland wäre so oder so den Bach runtergegangen, nur die "Wirtschaft" wäre geblieben.

Dem Kapital als Ganzes ist es auch egal, wenn einzelne "Kapitalfraktionen" hops gehen: sei es die Ermordung von bürgerlichen Juden aus Neid auf ihren Besitz oder ihre Stellung in der Gesellschaft durch die Nazis. Sei es die Enteignung, Vertreibung und Ermordung der alten politischen und wirtschaftlichen Eliten in Russland und China durch die Kommunisten. Der kleine kapitalistische Mitläufer ahnt gar nicht, wie unwichtig und austauschbar er für das kranke Gesamtsystem ist, dem er huldigt. Selbst in friedlichen Zeiten mögen die kleinen selbstständigen Krauter viel Frust schieben. In schlechten Zeiten landen sie Seite an Seite mit den von ihnen verachteten einfachen Menschen und Habenichtsen im Massengrab und kein Hahn kräht mehr nach ihnen. Am Ende habe sie ihr Ableben nicht einmal den einfachen Menschen zu verdanken, sondern anderen Kapitalfraktionen.
Die Alliierten und das Deutsche Reich trugen maßgeblich dazu bei, dass Russland bolschewistisch wurde - mit fatalen Folgen für die damaligen russische Bourgeoisie. Das kapitalistische, militaristische und antikommunistische Japan überfiel 1937 das kapitalistische und extrem antikommunistische China von Tschiang Kai Tschek und die Kriegswirren ermöglichten den zuvor von Tschiang Kai Tschek zerschlagenen Kommunisten unter Mao ein Comeback auf die politische Bühne. Bei der Gründung der VR China wurden dann drei Millionen Menschen als angebliche oder tatsächliche Protagonisten des alten Systems ermordert. Noch aus der Schulzeit kenne ich da ein Bild aus den Anfängen der VR China mit der Unterschrift "Großgrundbesitzer warten auf ihre Hinrichtung". Dem Gesamtsystem sind die ebenso egal wie einfache Bauern und Russland und China sind wieder kapitalistische geworden, also ist die kapitalistische Welt wieder in Ordnung.

"Da oben" ist die Luft reichlich dünn und nicht jeder, der sich für reich und mächtig hält, ist es auch. Man muss krisenfeste Strukturen schaffen und selbst immun gegen die Folgen von Kriegen, Revolutionen und Umstürzen sein. Was den Gedanken nahelegt, dass die meisten Unternehmer zwar ihre Rolle im Kapitalismus spielen, aber selbst nicht zu den MDI gehören. Im Gegenteil: wer mit dem System gut klarkommt und darin sein Auskommen findet, neigt dazu, es mit der rosa Brille zu sehen. Ich muss da an "Die Geschwister Oppermann" denken (ein Roman von Lion Feuchtwanger, der verfilmt wurde). Der jüdische Kaufhausbesitzer Oppermann wollte lange nicht wahr haben, was da mit ihm für ein mieses Spiel getrieben wurde. Er glaubte halt ans Deutschtum und an den Kapitalismus :kopfkratz:

Vielleicht ist es sogar wie mit dem Totalitarismus bei Orwell: es gibt eine herrschende Schicht (in "1984" die "innere Partei"), dann den Mittelstand - die einfachen Parteimitglieder - die Arbeiter ("Proles") - und die Ausgegrenzten - die Menschen in den Ländern, um die Eurasien, Ozeanien und Ostasien unaufhörlich Krieg führen.
Je weiter unten jemand in der Hierarchie steht, desto weniger interessant ist er oder sie für die Herrschenden als Objekt von Indoktrination und desto mehr begreift er oder sie, was da wirklich vorgeht. Zwar nicht mit allen Fakten, Namen und Gesichtern, aber die grundlegenden Zusammenhänge.
So sagte in dem Roman "Eine Frau am Punkt Null" die Wärterin im ägyptischen Frauengefängnis, dass nicht die wegen Mord an ihrem Zuhälter zum Tode verurteile Prostituierte das Hängen verdient, sondern "sie". Die Prostituierte sagte über "sie" selbst, dass sie auf fromm machen und dabei nur Gott und die Menschen betrügen. Die Meinung zweier Frauen, bei denen sich das System mit der Indoktrination nicht viel Mühe gegeben hat. Oder die von Natur aus immun gegen seine Lügen waren.
Je höher Menschen in der Hierarchie stehen, desto schwerer haben sie es mit der Wahrheit. Weil sie was zu verlieren haben und noch was gewinnen wollen. Weil sie als halbwegs gute Menschen nicht wahr haben wollen, wie grundlegend schlecht die Welt ist. Bis sich dann die schlechten Erfahrungen häufen und die absurden Nachrichten und besch... nicht enden wollen.

Beverly
31.03.2009, 10:25
Ich habe dem Thema noch eine Umfrage hinzugefügt:

Gibt es wirkliche "Meister der Insel"?

1. Nein, sowas zu glauben ist paranoider Schwachsinn. Die "Meister der Insel" existieren nur in billigen Schundromanen.

2. Es gibt zwar böse Menschen mit Macht, aber es sind nur wenige. Sie werden von den Anderen und Guten stets besiegt. Siehe Hitler, dessen Tyrannei nach 12 Jahren zusammenbrach.

3. Es gibt ungefähr gleich viel böse wie gute Menschen mit Macht. Die Geschichte ist demzufolge ein noch nicht entschiedener Kampf zwischen Gut und Böse. Demokratie gegen Diktatur, Freiheit gegen Tyrannei etc.

4. Die bösen Menschen mit Macht sind in der Mehrheit. Aber es gibt auch in den Eliten Menschen, die für das Gute kämpfen, auch wenn sie in der Minderheit sind. Oft unterliegen sie, aber ab und zu gewinnen sie auch.

5. So gut wie alle Mächtigen sind so menschenverachtend, hinterlistig, herzlos und geistlos wie die fiktiven "Meister der Insel" in Andromeda. Denn es gilt der Satz: "Macht korrumpiert" - deswegen sind schon die kleinen Mächtigen "vor Ort" in der Regel bösartige Giftzwerge :) "absolute Macht korrumpiert absolut" - deswegen sind die Angehörigen der Eliten fast durchweg menschenverachtend und destruktiv.

6. Ich war oder bin ein "Meister der Insel".

7. Ich war oder bin ein Handlanger oder Scherge der "Meister der Insel".

8. Ich habe einmal den Eliten und Autoritäten vertraut, bin aber enttäuscht worden!

9. Ich vertraue den Eliten und Autoritäten auch jetzt noch!

Hellmann
31.03.2009, 10:47
Ich kann mich da noch nicht ganz wiederfinden. :D

Nach meinen Erfahrungen bevorzuge ich eine Kombination aus familiären und sonstigen Netzwerken kombiniert mit den gerade existierenden politischen Positionen und Ämtern, deren Inhaber doch die Rationalität ihres jeweiligen Staates und ihrer Firma etc. zu vertreten haben.

Die Familie oder ein mafiöses Netzwerk ermöglich die Karriere, aber die Verhaltensweisen werden dann auch von den Gegebenheiten den Funktionsträgern vorgegeben.

Viel besser kann ich es leider nicht erklären.

Aber am Beispiel der angloamerikanischen Politik wäre es so gewesen:

Ganz übergeordnet hat sich die Logik des US-Imperialismus durchgesetzt. Auf der Ebene darunter gab es Banken und Konzerne, die etwa noch im Krieg den Hitler unterstützt haben.

Oder noch weiter darunter: der Montagu Norman wurde als Chef der Bank von England 1944 auch in den Adelsstand erhoben, als ihn aber sein Freund Hjalmar Schacht 1950 besuchen wollte (der Montagu war krank und nicht mehr reisefähig), haben die britischen Behörden dem Schacht kein Visum gegeben. Da hat dem Norman die Barony nichts genützt, da kam die Rationalität des Staatsinteresses an erster Stelle.

Beverly
31.03.2009, 10:52
Aufgrund meiner eigenen Lebenserfahrung habe ich auf die Frage

Gibt es wirkliche "Meister der Insel"?

diese beiden Antworten:

5. So gut wie alle Mächtigen sind so menschenverachtend, hinterlistig, herzlos und geistlos wie die fiktiven "Meister der Insel" in Andromeda. Denn es gilt der Satz: "Macht korrumpiert" - deswegen sind schon die kleinen Mächtigen "vor Ort" in der Regel bösartige Giftzwerge :) "absolute Macht korrumpiert absolut" - deswegen sind die Angehörigen der Eliten fast durchweg menschenverachtend und destruktiv.

8. Ich habe einmal den Eliten und Autoritäten vertraut, bin aber enttäuscht worden!

Ich bin in folgendem geistigen und sozialen Umfeld aufgewachsen

- konservative Großfamilie
- kleinbürgerliches Deutschtum
- strenger Protestantismus
dazu kamen
- die Wirtschaftswunder BRD der Nachkriegszeit
- die Umweltbewegung und die Grünen
- der Pazifismus ("gegen den Atomtod")
- die Arbeiterbewegung, weil ich aus einem Arbeiterhaushalt komme, und die Linke
- die sexuelle Emanzipation (Homobewegung etc.)

Selbst wenn da nicht alles schlecht und verderbt war - sonst gäbe es mich vermutlich nicht - so ist der Anteil des Schlechten und Korrupten doch erschreckend groß gewesen. Nur zu oft hatten diverse Autoritäten nur dann Recht, wenn sie mir sagten, was für Verbrecher die anderen Autoritäten waren. Die strenggläubigen protestantischen Christen hatten Recht damit, sowohl die Nazis - "in Hitler liegt das Heil nicht!" - als auch die katholische Kirche - "der Papst ist der Antichrist" - zu verdammen. Nur "übersahen" sie dabei den Mist, den sie selbst mit ihren Dogmen anrichteten. Der Spruch von Jesus "was zeigst du auf den Splitter im Auge deines Nächsten, siehst aber den Balken in deinem Auge nicht" erfüllte sich da an einigen seiner treuesten Gläubigen.
Die harten marxistischen Linken hatten auch Recht, die Grünen zu verdammen. Siehe das Scheitern von Rot-Grün, siehe die Zustimmung der Grünen zu Hartz IV. Aber sie übersahen dabei all den Müll, den sie selbst mit ihren Dogmen verbreiteten. Auch an harten Atheisten erfüllte sich so das Jesuswort.

Das Deutschtum?

Der moderne deutsche Nationalismus war und ist nur die Ideologie von herrschsüchtigen Ekeln und Männerbünden. Tut mir Leid für alle ehrlichen Nationalisten, die das mitlesen müssen, aber so war und ist es. Der "deutsche Sonderweg" bestand darin, alles Schlechte vom "Westen" aufzunehmen - den Kapitalismus, die korrupte bürgerliche Gesellschaft, Imperialismus & Rassismus -, es in typisch deutscher Gründlichkeit auf die Spitze zu treiben und ihm noch einige scheußliche Extras hinzuzufügen. Kritik am Parlamentarismus, Parteienstaat und bürgerlicher Demokratie halte ich für berchtigt - aber die Deutschtümmler schufen mit dem Macht- und Obrigkeitsstaat ein System, das noch schlimmer war als die britische oder die US-amerikanische Demokratie. Warum sind denn so viele Deutsche in die USA ausgewandert, obwohl das Leben da auch kein Zuckerschlecken war?

Im Grunde hatten sie bei "Perry Rhodan" Recht - und es waren IMHO Konservative, wenn auch mit Technikwahn, die da zuerst schrieben -, wenn sie "Deutschland" zuerst im "Westblock" und dann im "Solaren Imperium" verschwinden ließen. Um die staatliche/politische/ideologische Entität ist es nicht schade. Sie hat nicht mal ein gutes Verhältnis zur deutschen Kultur, sondern da gibt es einerseits immer wieder Separatismus - Schweiz, Österreich, DDR, "unabhängigen Staat Bayern" - andererseits sind für die Superdeutschen die Hälfte der hier lebenden Menschen Menschen zweiter Klasse. Weil Einwanderer, schwul, auch die Parole "Juden können keine Deutschen sein" gibt es noch.

Der Pazifismus Marke Grün ist dazu verkommen, zum dritten Mal im 20. Jh. Krieg gegen Serbien zu führen und die Riege schwuler Politiker ist nur erbärmlich.

Angesichts all der Enttäuschungen kann ich nicht anders, als große und kleine Mächtige komplett in die Tonne zu treten. Nicht die feinsinnige Literaturkritik, sondern die Wirklichkeit selbst weist da "Perry Rhodan" den Rang von Trivialliteratur zu: weil die realen "Meister der Insel" unendlich viel schlimmer sind als die Fiktiven.

Beverly
31.03.2009, 11:19
Ich kann mich da noch nicht ganz wiederfinden. :D

Eine Umfrage muss immer allgemein gehalten sein. Aber ich finde es ganz nützlich, da den realen Früchtchen den Titel "Meister der Insel" zu verleihen. Auch wenn ich an das Ende der MdI denke. Und Feuchtwanger hat in "Der falsche Nero" seinen Hochstapler über ein banales Lied stürzen lassen. Vielleicht stolpern die realen Früchtchen nun über einen trivialen Romanzyklus.

Außerdem wollte ich all jenen eine Chance geben, die VT's für Unsinn halten. Sie können dich und mich ja widerlegen. Weißt du noch, wie ich im Politikforum um eine kundige Widerlegung deiner Verschwörungstheorien gebeten habe? Und dann von Marsu und Konsorten nur Blech kam?

der Montagu Norman wurde als Chef der Bank von England 1944 auch in den Adelsstand erhoben, als ihn aber sein Freund Hjalmar Schacht 1950 besuchen wollte (der Montagu war krank und nicht mehr reisefähig), haben die britischen Behörden dem Schacht kein Visum gegeben. Da hat dem Norman die Barony nichts genützt, da kam die Rationalität des Staatsinteresses an erster Stelle.

Das ist wie mit Ford Köln :D - aber es wäre doch zu offenkundig gewesen, wenn der ehemalige Chefbanker des ehemaligen Deutsches Reiches seinen britischen Bankerkollegen besucht hätte. Fünf Jahre nach einem Krieg, wo Deutsche und Briten mit extremer Härte aufeinander losgingen. Oder gegeneinander aufgehetzt wurden. IMHO war das nicht die Logik des britischen Staates per se, sondern diejenigen, die Briten und Deutsche wie Schachfiguren benutzten, wollen nicht diskreditiert werden.

Nach meinen Erfahrungen bevorzuge ich eine Kombination aus familiären und sonstigen Netzwerken kombiniert mit den gerade existierenden politischen Positionen und Ämtern, deren Inhaber doch die Rationalität ihres jeweiligen Staates und ihrer Firma etc. zu vertreten haben.

Die Familie oder ein mafiöses Netzwerk ermöglich die Karriere, aber die Verhaltensweisen werden dann auch von den Gegebenheiten den Funktionsträgern vorgegeben.

IMHO ist die Verortung in diesen Strukturen viel wichtiger als der bloße Besitz an Produktionsmitteln. Da mögen selbst kleine Unternehmer oder Möchtegern-Unternehmer frustriert sein, weil sie keinen Platz in diesen Strukturen haben. Alldiweil aus diesen Strukturen heraus lästiger Konkurrenz immer wieder Knüpppel zwischen die Beine geworfen werden. Der Abmahn-Wahn, Bürokratismus, Klagen, um einen Krauter durch die Kosten für Anwalt und Prozess in die Knie zu zwingen ... den Unternehmern mag es besser gehen als ihren Arbeitern oder gar Erwrbslosen, aber manchmal sind sie da auch auf der Verliererseite.

Bei den Intellektuellen und Funktionären kenne ich da nur die Logik "wes Brot ich ess, des Lied ich sing". Vor den Wahlen links blinken, nach den Wahlen rechts abbiegen. Weil die Stimmen und die Unterstützung von einfachen Menschen kommen, Macht und Geld aber vom System.
Auch wenn ich mir noch kein Urteil über deine Marx-Biografie gebildet habe, so muss ich sagen, dass gerade der Marxismus sich als unerschöpflicher Rekrutierungspool für korrupte Charaktere heraus gestellt hat. Wer war nicht alles mal "links" gewesen. Broder und Biermann, Schröder und Fischer. Ein arabischer "Marxist-Leninist" wechselte zu den Islamisten und vertrat dann deren Ideologie.
Ich selbst bin wohl nur noch links, weil ich auf diese orthodoxen Phrasen und den deterministischen Müll nicht hereingefallen bin. Und ich in der Science Fiction einen besseren Zugang zur Welt, den Menschen und der Gesellschaft gefunden haben als in der Exegese diverser "Klassiker".

Beverly
07.04.2009, 11:10
Weil die Perrypedia die letzten Tage immer wieder streikt (die MdI am Werk???) und ich die Meister der Insel unerwartet inspirierend finde, hier noch ein Link zu ihnen

http://www.pr-materiequelle.de/begriffe/m/meister.htm

Beverly
15.04.2009, 23:39
In "Pakt der Galaxien" (Perry-Rhodan-Silberband 31, Seite 107) unterhalten sich die Menschen darüber, wie die Meister der Insel die von ihnen unterjochten Völker beherrschen. Daraus ergeben sich folgende Herrschaftsprinzipien:

1. Zwang.
2. Technologische Überlegenheit.
3. Wirtschaftliche Abhängigkeit der unterworfenen Völker.
4. Man spielt alle - politische Bewegungen, Regierungen, Völker - gegeneinander aus. So hält man Unterjochte bei der Stange, die vereint zu einer Gefahr werden.

Ins Wanken kommt das Herrschaftssystem erst bei einer äußeren Bedrohung, in der sich die Beherrschten von den Herrschenden in Stich gelassen fühlen.

Britta
16.04.2009, 06:45
In "Pakt der Galaxien" (Perry-Rhodan-Silberband 31, Seite 107) unterhalten sich die Menschen darüber, wie die Meister der Insel die von ihnen unterjochten Völker beherrschen. Daraus ergeben sich folgende Herrschaftsprinzipien:

1. Zwang.
2. Technologische Überlegenheit.
3. Wirtschaftliche Abhängigkeit der unterworfenen Völker.
4. Man spielt alle - politische Bewegungen, Regierungen, Völker - gegeneinander aus. So hält man Unterjochte bei der Stange, die vereint zu einer Gefahr werden.

Ins Wanken kommt das Herrschaftssystem erst bei einer äußeren Bedrohung, in der sich die Beherrschten von den Herrschenden in Stich gelassen fühlen.


Punkt 1 - 4 haben wir ja schon durch.

Aber wieso sollten wir uns im Stich gelassen fühlen, was doch soviel bedeutet wie dass die Herrschenden sich durch die Bedrohung verdrücken. Müßte da nicht die Bevölkerung in Jubel ausbrechen und sich zusammenschließen, was die Herrscher ja vorher verhindert hatten?

Beverly
16.04.2009, 13:55
Punkt 1 - 4 haben wir ja schon durch.

Ja, die Perry-Rhodan-Autoren haben da eigentlich nur Binsenweisheiten der Herrschaftsausübung auf den Punkt gebracht. Nur redet man in der wirklichen Welt nicht gern darüber. Das hat folgende Gründe:

1. Man hofft auf und glaubt an die Vernunft der Herrschenden.
"Die da oben" können sich doch nicht so vermessen und geisteskrank aufführen wie die Schurken in einer Heftchenserie. Nun ja, Miona Thetin ("Faktor I") bin ich nicht über den Weg gelaufen, aber meiner heimischen Bundestagsabgeordneten (SPD). Von dieser wiederum glaube ich, dass sie bei den Bundestagswahlen 2005 ihre Wähler eiskalt getäuscht und belogen hat. Weil sie vor Ort auf Sozialtante machte, während schon vor den Wahlen feststand, dass die SPD in die Große Koalition mit der Union gehen und anti-soziale Politik machen würde. Die Opfer sind dann immer selbst schuld - weil sie SPD gewählt haben oder arbeitslos sind.
x solcher Beispiele und kleiner und großer Scheißerlebnisse unterminieren dann den Glauben an die Vernunft der Herrschenden gründlich. So jenseits der 40 mag bei vielen damit Schluss, Ende und Aus sein.

Das führt zu den folgenden Konsequenzen:

2. Man redet nicht über die Binsenweisheiten der Herrschaft, weil man sich selbst irgendwie arrangiert hat. Wer Glück hat, gehört zu den Arbeitern und Wissenschaftlern, deren Leistungen das korrupte System braucht. Wer Maschinen baut oder technisch verwertbare Erkenntnisse liefert, kann sich auch den Luxus des "Unpolitischen" und der Nische leisten. Die Klappe halten und arbeiten, fertig! Wobei ich so eine Haltung sogar verstehen kann - in der Realwelt wie in Andromeda. Nur sollten Eltern, die zu solchen Einsichten gekommen sind, sie in irgendeiner Form auch ihren Kindern und nachkommenden Generationen vermitteln. Damit nicht alle immer und immer wieder die gleichen schlechten Erfahrungen machen müssen. Vielleicht kann man so tatsächlich das System austrocknen, weil der Nachschub an gläubigen Naivlingen für seine Pseudo-Ideologien und Schaukämpfe ausbleibt.

3. Man tut aus Opportunismus oder um voran zu kommen, bei den ganzen Scharaden eifrig mit.

4. Man hat wie in 2. die Dinge durchschaut, kann aber nicht anders, als dagegen aufzubegehren. Nicht im Sinne von "maoisitischen Rebellen" und solchem Dummfug, sondern grundsätzlich! Und sei es nur deshalb, weil einem das System immer wieder zeigt, dass es einen - anders als die in 2. - nicht braucht. Züchten die sich ungewollt ihre eigenen Schlächter oder steckt da ein verborgener Sinn dahinter?

Aber wieso sollten wir uns im Stich gelassen fühlen, was doch soviel bedeutet wie dass die Herrschenden sich durch die Bedrohung verdrücken. Müßte da nicht die Bevölkerung in Jubel ausbrechen und sich zusammenschließen, was die Herrscher ja vorher verhindert hatten?

Bei Perry Rhodan revoltiert ein Volk gegen die Meister der Insel und greift den MdI loyal gebliebene Völker an. Die warten auf Hilfe durch ihre Herren, aber die kommt nicht und deshalb werden sie unruhig ...

In der Realwelt ... naja, über die "Tüchtigkeit" unserer Herrschenden bei den Problemen, die sie selbst verursacht haben, möchte ich hier nicht nachsinnen. Da greinen sie immer wieder um selbst mutwillig verschüttete Milch und es ist nur Verarschung. Siehe die akute "Krise", über die sich sogar Werbesprots lustig machen ("det Bier nur noch halbwoll - det is de Krisäh!").

Bei einem realen Problem ... ich weiß nicht. Ich glaube einerseits, dass die Herrschenden viele so kirre gemacht und hypnotisiert haben, dass die dann auch auf Hilfe von ihren Oberen hoffen. Wobei ich die mittlerweile für so blöd halte, dass die dann nur ihre eigene Haut retten wollen und den Menschen erzählen, sie haben sich in ihr Schicksal zu fügen. Viele werden sich dann vielleicht sogar befehlsgemäß zum Sterben in die Ecke legen - ist ja auch besser, wenn der Alptraum endlich vorbei ist -, aber andere werden dann doch sauer werden. Die, die die Menschheit oder selbst ihr eigenes Volk schon abgeschrieben haben, aber feststellen müssen, dass auch ihre Nische dran glauben soll.

Britta
17.04.2009, 09:08
Ja, die Perry-Rhodan-Autoren haben da eigentlich nur Binsenweisheiten der Herrschaftsausübung auf den Punkt gebracht. Nur redet man in der wirklichen Welt nicht gern darüber. Das hat folgende Gründe:

1. Man hofft auf und glaubt an die Vernunft der Herrschenden.

Das führt zu den folgenden Konsequenzen:

2. Man redet nicht über die Binsenweisheiten der Herrschaft, weil man sich selbst irgendwie arrangiert hat. Wer Glück hat, gehört zu den Arbeitern und Wissenschaftlern, deren Leistungen das korrupte System braucht. Wer Maschinen baut oder technisch verwertbare Erkenntnisse liefert, kann sich auch den Luxus des "Unpolitischen" und der Nische leisten. Die Klappe halten und arbeiten, fertig!

3. Man tut aus Opportunismus oder um voran zu kommen, bei den ganzen Scharaden eifrig mit.

4. Man hat wie in 2. die Dinge durchschaut, kann aber nicht anders, als dagegen aufzubegehren.


So wird es wohl leider sein. Über einen verborgenen Sinn habe ich auch schon nachgedacht.

Jedoch berichten alte Überlieferungen davon, dass es immer wieder wirksame Revolutionen dagegen gab und das manche auch sehr lange Zeit wirksam blieben. Die Geschichte beginnt immer wieder erneut. Der Kampf von Gut und Böse steht dafür.

Bei Perry Rhodan revoltiert ein Volk gegen die Meister der Insel und greift den MdI loyal gebliebene Völker an. Die warten auf Hilfe durch ihre Herren, aber die kommt nicht und deshalb werden sie unruhig ...

In der Realwelt ... naja, über die "Tüchtigkeit" unserer Herrschenden bei den Problemen, die sie selbst verursacht haben, möchte ich hier nicht nachsinnen. Da greinen sie immer wieder um selbst mutwillig verschüttete Milch und es ist nur Verarschung. Siehe die akute "Krise", über die sich sogar Werbesprots lustig machen ("det Bier nur noch halbwoll - det is de Krisäh!").

Bei einem realen Problem ... ich weiß nicht. Ich glaube einerseits, dass die Herrschenden viele so kirre gemacht und hypnotisiert haben, dass die dann auch auf Hilfe von ihren Oberen hoffen. Wobei ich die mittlerweile für so blöd halte, dass die dann nur ihre eigene Haut retten wollen und den Menschen erzählen, sie haben sich in ihr Schicksal zu fügen. Viele werden sich dann vielleicht sogar befehlsgemäß zum Sterben in die Ecke legen - ist ja auch besser, wenn der Alptraum endlich vorbei ist -, aber andere werden dann doch sauer werden. Die, die die Menschheit oder selbst ihr eigenes Volk schon abgeschrieben haben, aber feststellen müssen, dass auch ihre Nische dran glauben soll.


Sie leben für die Gegenwart und da geht es ihnen doch gut. Also, warum sollten sie nicht mit den Herrschern paktieren? Wie es Anderen geht, ist denen doch egal und ob ihr Verhalten Konsequenzen für ihren Zustand nach dem Tod hat, darüber denken sie nicht nach.

Beverly
17.04.2009, 13:02
Über einen verborgenen Sinn habe ich auch schon nachgedacht.

Ja, da kann man viel spekulieren.

So habe ich mich schon oft gefragt, was die als Schundautoren verschrieenen Perry Rhodan-Macher dazu getrieben hat, in ihrer Serie immer wieder Aspekte modernen Totalitarismus zu thematisieren. Wobei sie IMHO erstaunlich hellsichtig waren. Waren das alles Reflexe, die den Autoren selbst nicht bewusst waren und die sie unreflektiert in die Serie übernommen haben? Haben sie gesellschaftliche Themen nur deshalb aufgegriffen, um sich vom absoluten literarischen Bodensatz abzugrenzen? Wollten sie aus rein kommenziellen Interessen in einer kommerziellen Serie Themen anspruchsvoller SF übernehmen, um ihren Lesern die Auseinandersetzung mit Herrschaftstechniken, Überbevölkerung und Umweltzerstörung zu bieten, ohne das die zu "schwerer Kost" und deprimierenden Dystopien (Orwell, Brunner) greifen mussten?
Angesichts der im Zeichen des "Massengeschmacks" betriebenen gnadenlosen Verflachung und Verdummung (die Perry Rhodan auch thematisiert) kann ich nicht glauben, dass ausgerechnet das den Totalitarismus fördernde kommerzielle Interesse zur Kritik am Totalitarismus führt.

Von daher glaube ich, dass die Perry Rhodan-Autoren dasselbe trieb wie ihre höher eingeschätzten Kollegen: Sie wollten wenigstens ab und zu ihren Frust und ihre Verzweiflung an Geschichte und Gegenwart abreagieren! Vielleicht war die Hegenomie der USA wirklich Vorbild für die "Meister der Insel" - im Umgang mit den Vasallen sehe ich da jedenfalls viele Parallelen. Und aus welchem Grund wenn nicht Frust über den Größenwahn der deutschen Führung im Zweiten Weltkrieg lässt da einer Perry Rhodan noch im Jahr 2400 über Göring/Meyer schimpfen. Als ob der in 400 Jahren noch jemanden interessieren würde.

Ich denke, der "verborgene Sinn" besteht da in Ereignissen, die zunächst einmal voneinander unabhängig sind:

die machtpolitischen Verhältnisse der realen Welt
ihre Verarbeitung bei Perry Rhodan
der Erfolg der aufs Kommerzielle und leichte Unterhaltung abgestimmten Serie (der nach eigenen Aussagen ihre Macher selbst überraschte)
die Tatsache, dass 40 Jahre nach dem Erscheinen des "MdI"-Zyklus die Zustände der realen Welt nicht besser, sondern schlechter geworden sind
mein damaliges und heutiges Interesse an "Perry Rhodan"
mein Frust an der Welt
ständiger Kleinkrieg mit diversen Instanzen
die Feststellung, dass die "MdI" ein polemischer Aufhänger sind, um reale Machtverhältnisse plakativ anzuprangern

Als Schlusssteine fehlen da nur noch:

ich bin mit meinem Frust nicht allein, sondern ihn teilen viele Menschen
die bisherigen Erklärungsmuster - Ideologien - haben ausgedient
man ist nicht bereit, sich selbst oder die "menschliche Natur" für das Elend allein verantwortlich zu machen, weil man sich selbst nicht alles eingebrockt hat und es IMHO der menschlichen Natur auch nicht entspricht
die Lust der Herrschenden daran, dem Mob Sündenböcke zum Fraß vorzuwerfen, kehrt sich gegen sie selbst - als reale "Meister der Insel" werden sie nun zu Sündenböcken

Wie gesagt, all die Dinge sind voneinander unabhängig und niemand hat sie zu irgendeinem Zweck so miteinander verbunden, wie ich sie hier aufzähle. Die Autoren von Perry Rhodan mögen für einen technokratischen Weltstaat gewesen sein, aber sie wären hellauf entsetzt, wenn dank der "Meister der Insel" in der Realwelt irgendein Faktor 899077 vom Mob an der Laterne aufgeknüpft werden würde. Ich hatte mit meinem Leben etwas anderes vor, als aus Frust über lauter schlechte Neuerscheinungen 2007 wieder das olle schundige Perry Rhodan zu lesen, um mich von all den Drohbriefen vom Amt abzulenken, die mir in den Briefkasten flattern. Auf die hätte ich auch gern verzichtet - irgendwie schaffen sie aber das, was der Propaganda irgendwelcher Möchtegern-Revoluzzer schon lange nicht mehr gelingt.

Der "verborgene Sinn" ist da nichts anderes als Ereignisse und Zustände, die in Wechselwirkung miteinader treten. Diese Wechselwirkung kann schwach und für das Gesamtsystem bedeutungslos bleiben, sie kann sich aber aufbauen und verstärken. So habe ich mir im Frust schon überlegt, doch eine Partei "Meister der Insel" zu gründen. Parole: "Widerstand ist zwecklos! Alle anderen Parteien sind von uns gekauft! Also wählt uns! Jede Stimme für SPDGrüneFDPCDUCSU ist eine Stimme für uns!" Warum soll die Apfelfront (http://www.apfelfront.de) die Satire allein machen?

Jedoch berichten alte Überlieferungen davon, dass es immer wieder wirksame Revolutionen dagegen gab und das manche auch sehr lange Zeit wirksam blieben. Die Geschichte beginnt immer wieder erneut. Der Kampf von Gut und Böse steht dafür.

Kannst du da konkrete Beispiele nennen?

Sie leben für die Gegenwart und da geht es ihnen doch gut.

Alle miteinander leben für das Nichts, denn alles Konkrete und partikulare - der Mensch, seine Familie und Freunde, sein Volk und seine Kultur - sind beliebig ersetzbar und austauschbar. Es ist geradezu ihr Daseinszweck, zu sterben und unterzugehen, ohne Bleibendes zu hinterlassen.
Das Ganze - Menschheit, Kosmos, finale Seinszwecke, das Absolute - wird entweder negiert oder von der Orthodoxie und den Fundamentalisten der "großen Weltreligionen" auf abscheuliche Weise parodiert.
Was wird man in diesem System selbst dann, wenn man mitmacht?
Nichts, weil es Nichts ist.

Britta
18.04.2009, 08:40
Ja, da kann man viel spekulieren.

Ich denke, der "verborgene Sinn" besteht da in Ereignissen, die zunächst einmal voneinander unabhängig sind:

die machtpolitischen Verhältnisse der realen Welt
ihre Verarbeitung bei Perry Rhodan
der Erfolg der aufs Kommerzielle und leichte Unterhaltung abgestimmten Serie (der nach eigenen Aussagen ihre Macher selbst überraschte)
die Tatsache, dass 40 Jahre nach dem Erscheinen des "MdI"-Zyklus die Zustände der realen Welt nicht besser, sondern schlechter geworden sind
mein damaliges und heutiges Interesse an "Perry Rhodan"
mein Frust an der Welt
ständiger Kleinkrieg mit diversen Instanzen
die Feststellung, dass die "MdI" ein polemischer Aufhänger sind, um reale Machtverhältnisse plakativ anzuprangern

Der "verborgene Sinn" ist da nichts anderes als Ereignisse und Zustände, die in Wechselwirkung miteinader treten. Diese Wechselwirkung kann schwach und für das Gesamtsystem bedeutungslos bleiben, sie kann sich aber aufbauen und verstärken. So habe ich mir im Frust schon überlegt, doch eine Partei "Meister der Insel" zu gründen. Parole: "Widerstand ist zwecklos! Alle anderen Parteien sind von uns gekauft! Also wählt uns! Jede Stimme für SPDGrüneFDPCDUCSU ist eine Stimme für uns!" Warum soll die Apfelfront (http://www.apfelfront.de) die Satire allein machen?

Alle miteinander leben für das Nichts, denn alles Konkrete und partikulare - der Mensch, seine Familie und Freunde, sein Volk und seine Kultur - sind beliebig ersetzbar und austauschbar. Es ist geradezu ihr Daseinszweck, zu sterben und unterzugehen, ohne Bleibendes zu hinterlassen.
Das Ganze - Menschheit, Kosmos, finale Seinszwecke, das Absolute - wird entweder negiert oder von der Orthodoxie und den Fundamentalisten der "großen Weltreligionen" auf abscheuliche Weise parodiert.
Was wird man in diesem System selbst dann, wenn man mitmacht?
Nichts, weil es Nichts ist.

Ich denke da schon länger an einen ganz anderen, verborgenen Sinn. Mal sehen ob ich beschreiben kann, was ich meine.

Zuerst einmal: Was ist Realität? Eine Übersetzung ist Wirklichkeit, also dass was auf uns '(ein)wirkt'. Auf jeden wirkt was anderes und somit hat jeder seine eigene Realität.

Nun stell dir folgendes vor:

Im Universum gibt es eine Revolution. Die MdI werden vernichtend geschlagen. Es dauert 2 - 3 Generationen bis jeder sich damit abgefunden hat, dass es diese MdI nicht mehr gibt und alle ihre Ängste losgeworden sind. Eine neue Gesellschaftsform der Liebe gedeiht. Jedes Lebewesen ist etwas besonderes und wird geachtet. Eine Zeit der Bildung, des Lehrens und Lernens. Jeder macht die Arbeit, die ihm Spaß macht und trägt freiwillig seinen Teil zur Versorgung der Gesellschaft bei und Geld wird abgeschafft. Ich will das jetzt nicht so ausführlich schreiben. Sagen wir einfach: Es entsteht eine ideale Gesellschaftsform. Dadurch kommt es zu einem weiteren Sprung in der Evolution. Die Menschen entdecken Fähigkeiten, wie sie es sich nie hätten träumen lassen, z.B. die Macht des Geistes über die Materie.

Sehr hoch entwickelt leben sie in Frieden und ewiger Glückseeligkeit.

Und nun?
Was wird passieren?

Und davon habe ich auch bereits eine Vorstellung. :traurig:

Edit: http://www.politik-sind-wir.de/showpost.php?p=13940&postcount=58
Und dann habe ich noch vergessen zu erwähnen, dass die Menschen erkennen, das sie unsterblich sind.

Beverly
18.04.2009, 09:03
Was wird passieren?

Und davon habe ich auch bereits eine Vorstellung. :traurig:

Edit: http://www.politik-sind-wir.de/showpost.php?p=13940&postcount=58
Und dann habe ich noch vergessen zu erwähnen, dass die Menschen erkennen, das sie unsterblich sind.

Kannst du das konkret erklären?

Britta
18.04.2009, 09:18
Kannst du das konkret erklären?

Wenn dir bewußt ist, dass du unsterblich bist und du, geistig hoch entwickelt, in ewiger Glückseeligkeit lebst, du dir alles was du dir vorstellst vor deinen Augen entstehen lassen kannst, sei es ein Eis oder ein Bier oder eine Landschaft, wie lange würde es dauern bis es dir unheimlich langweilig wäre, und welchen Plan würdest du dir einfallen lassen um deine Langeweile zu vergessen?

Bedenke, du hast die Ewigkeit als Zeitlimit. Du kannst nicht sterben.

Beverly
18.04.2009, 10:03
Wenn dir bewußt ist, dass du unsterblich bist und du, geistig hoch entwickelt, in ewiger Glückseeligkeit lebst, du dir alles was du dir vorstellst vor deinen Augen entstehen lassen kannst, sei es ein Eis oder ein Bier oder eine Landschaft, wie lange würde es dauern bis es dir unheimlich langweilig wäre, und welchen Plan würdest du dir einfallen lassen um deine Langeweile zu vergessen?

Bedenke, du hast die Ewigkeit als Zeitlimit. Du kannst nicht sterben.

Nun ja, einige Allmächtige und Unsterbliche könnten auf die Idee kommen, eine Scheißwelt wie diese zu machen.
Ich hatte schon die Vorstellung von Menschen (und ihren sozialen Einheiten wie Familie, Staat, Volk) als lebende Schachfiguren im perfiden Spiel der Mächtigen. Wobei ich aber davon ausgehe, dass die Mächtigen auch im Hier und Jetzt leben, sterblich sind und über wenig Macht und noch weniger Weisheit verfügen.
So muss es aber nicht sein. Selbst wenn Menschen, die zur Unsterblichkeit und Allmacht auch eine hohe Moral haben, lieber sterben wrüden als solche miesen Spielchen zu spielen, kann es da auch Zwischenformen geben.
Gelangweilte Existenzen mit viel Macht und wenig Weisheit. Für die wäre so etwas wie die Erde vermutlich das Utopia. Sie selbst gehören zur privilegierten Minderheit und machen anstatt auf einem langweiligem Schachbrett ihre Spielzüge auf einem ganzen Planeten.
Die Herkunft diese Spieler - "von hier" oder "von außerhalb" - ist dabei zunächst einmal Sache der Spekulation. Dem Prinzip, Hypothese so einfach wei möglich zu halten, gehe ich davon aus, dass die Spieler auch von der Erde stammen. Es ist die Schicht, die sich aus dem mörderischen Getümmel von Geschichte und Gesellschaft in den Hintergrund zurückgezogen hat. Die leben dann an Orten wie dem Tessin, dem Starnberger See oder Strandvillen in Hawaii und nicht in Andromeda oder einem anderen Universum.

Schau sie dir doch an: im 21. Jahrhundert haben sie eine Lebenserwartung von 70 bis 120 Jahren und alle materiellen Annehmlichkeiten. Eine Trine in einer "gated community" kann noch mit 84 zum Urlaub in die Rocky Mountains fliegen und wundert sich, warum junge Menschen dazu zu träge sind. Dass die nicht das Geld dafür haben, darauf kommt sie vielleicht nicht einmal.
Man braucht sich nur mehr solcher Trinen vorzustellen, denen Ausflüge in die Rocky Mountains und dumme Bemerkungen über schlechter gestellte Menschen nicht reichen, dann erklärt sich das alles auch "bodenständig" (so inspirierend SF da auch sein mag).

Britta
18.04.2009, 12:59
Nun ja, einige Allmächtige und Unsterbliche könnten auf die Idee kommen, eine Scheißwelt wie diese zu machen.
Ich hatte schon die Vorstellung von Menschen (und ihren sozialen Einheiten wie Familie, Staat, Volk) als lebende Schachfiguren im perfiden Spiel der Mächtigen. Wobei ich aber davon ausgehe, dass die Mächtigen auch im Hier und Jetzt leben, sterblich sind und über wenig Macht und noch weniger Weisheit verfügen.
So muss es aber nicht sein. Selbst wenn Menschen, die zur Unsterblichkeit und Allmacht auch eine hohe Moral haben, lieber sterben wrüden als solche miesen Spielchen zu spielen, kann es da auch Zwischenformen geben.
Gelangweilte Existenzen mit viel Macht und wenig Weisheit. Für die wäre so etwas wie die Erde vermutlich das Utopia. Sie selbst gehören zur privilegierten Minderheit und machen anstatt auf einem langweiligem Schachbrett ihre Spielzüge auf einem ganzen Planeten.
Die Herkunft diese Spieler - "von hier" oder "von außerhalb" - ist dabei zunächst einmal Sache der Spekulation. Dem Prinzip, Hypothese so einfach wei möglich zu halten, gehe ich davon aus, dass die Spieler auch von der Erde stammen. Es ist die Schicht, die sich aus dem mörderischen Getümmel von Geschichte und Gesellschaft in den Hintergrund zurückgezogen hat. Die leben dann an Orten wie dem Tessin, dem Starnberger See oder Strandvillen in Hawaii und nicht in Andromeda oder einem anderen Universum.

Schau sie dir doch an: im 21. Jahrhundert haben sie eine Lebenserwartung von 70 bis 120 Jahren und alle materiellen Annehmlichkeiten. Eine Trine in einer "gated community" kann noch mit 84 zum Urlaub in die Rocky Mountains fliegen und wundert sich, warum junge Menschen dazu zu träge sind. Dass die nicht das Geld dafür haben, darauf kommt sie vielleicht nicht einmal.
Man braucht sich nur mehr solcher Trinen vorzustellen, denen Ausflüge in die Rocky Mountains und dumme Bemerkungen über schlechter gestellte Menschen nicht reichen, dann erklärt sich das alles auch "bodenständig" (so inspirierend SF da auch sein mag).

Das wir ganz schön belogen werden, hast du ja auch schon festgestellt. Gehen wir mal von einer für uns total abstrakten Geschichte aus.

Leben auf der Erde ist seit 500 Mio. Jahren möglich. Es entwickelte sich eine Lebensform ähnlich der unseren. im Jahre 497 Mio. vor unserer Zeitrechnung bereisten sie bereits die Planeten unseres Sonnenystems und bauten 3 Raumstationen auf dem Mond und Pyramiden auf dem Mars.

Irgendwann erlangten Sie große Fähigkeiten, wie wir sie heute der Parapsychologie zuschreiben. Sie begriffen die Natur und das Prinzip des Universums. Und irgendwann, sagen wir im Jahre 496 Mio. vor unserer Zeitrechnung, wurden sie das, was wir heute mit dem Wort Seelen beschreibenen. Diese Seelen waren die ersten Kinder des Universums. Kinder werden erwachsen. Vielleicht ist eine erwachsene Seele sowas wie ein Geistwesen.

Von alten Götterlegenden ist uns ja noch einiges erhalten geblieben. So steht in der Bibel z.B. der Ausspruch: Lasset uns Menschen machen nach unserem Abbild, uns ähnlich. Was könnte die Götter dazu bewegt haben, auf so einen Gedanken zu kommen, zumal sie doch allmächtig sind und niemanden brauchen, der Arbeit für sie verrichtet?

Was nun, wenn das Leben als Unsterbliche in ewiger Liebe und Glückseeligkeit auf die Dauer zu langweilig ist? Wenn man nichts zum Vergleichen hat und einem immer was fehlt und man weiß nicht was, weil bei ewigen Saufgelagen und Sexorgien auf dem Olymp die Inspiration fehlt?

Wenn sie also tatsächlich auf die Idee kamen, eine Welt wie die unsere zu schaffen und diese hochentwickelten Seelen, die sich danach sehnen zu erfahren was der Tod ist, sich hier auf der Erde in den Körpern der Menschen freiwillig materialisieren könnten um eine Illusion zu erleben?

Natürlich müßte es auch sowas wie die Wächter dieses Spieles geben. Die MdI, die dafür sorgen dass die Seelen vergessen, was sie ursprünglich sind und sich an nichts mehr erinnern können, solange sie auf der Erde als Menschen leben. So können die Seelen Erfahrungen sammeln, die sie schon seit Jahrmillionen vergessen haben. Und sie können die andere Seite erfahren um den Unterschied zwischen Gut und Böse neu zu lernen.

Also ich hatte mein letztes Seminar auf der Erde vor ca. 5000 Jahren gebucht. :D

Beverly
18.04.2009, 13:35
Wenn sie also tatsächlich auf die Idee kamen, eine Welt wie die unsere zu schaffen(...)

Was nicht so schwer ist wie es scheint und was wir schon seit Jahrhunderten machen. So war "Utopia" von Thomas Morus wohl eine der ersten von Menschen erschaffenen Welten, der rasch viele andere folgten. Eben die fiktiven Welten in der Literatur, dem Film und Spielen.
Wobei von Morus' Utopia zu einer Spielwelt im Computer oder auch einer zwecks Erkenntnisgewinn simulierten Welt die fiktiven Welten immer raffinierterer und unserer immer ähnlicher werden. Dieser Prozess wird auch weitergehen, weil die Systeme zur Simulation von Welten - nämlich die Computer - immer leistungsfähiger werden.
In unserer Welt haben wir also viele von Menschen erschaffenen Welten - ich habe das übrigens auch getan, siehe hier (http://www.edition-kaitain.de) :) und es werden mehr und - zumindest in der technischen Ausgestaltung - bessere Welten werden. Die Relation 1 Welt zu tausenden erschaffenen Welten legt nahe, dass auch die eine Welt nicht das Ergebnis eines Naturprozesses ist, sondern sie "künstlich" geschaffen wurde.

So sehr also alle anderen methodologischen Erwägungen gegen deine Spekulationen sprechen - weil sie die Dinge komplizierter machen und willkürlich neue Parameter einführen - so sehr spricht obige Erörterung dafür.

Nur was folgt daraus?
Obwohl ich den Spruch "da kann man nichts machen" nur zu oft hasse, bin ich da ziemlich hilf- und ratlos.
Einmal dem perfiden Treiben großer und kleiner MdI und zum Anderen der Möglichkeit, dass wir in einer künstlich geschaffenen Welt leben wie Ratten im Labor. Und wie Laborratten sollen wir nur die Dinge tun, die die Erschaffen wollen und die von ihnen gezogenen Grenzen nicht überschreiten.

Britta
18.04.2009, 13:51
Nur was folgt daraus?
Obwohl ich den Spruch "da kann man nichts machen" nur zu oft hasse, bin ich da ziemlich hilf- und ratlos.
Einmal dem perfiden Treiben großer und kleiner MdI und zum Anderen der Möglichkeit, dass wir in einer künstlich geschaffenen Welt leben wie Ratten im Labor. Und wie Laborratten sollen wir nur die Dinge tun, die die Erschaffen wollen und die von ihnen gezogenen Grenzen nicht überschreiten.

Was aber, wenn wir selbst es so wollten und diese Welt selbst erschaffen haben - also nicht nur unsere Geschichten aus Hollywood und Büchern, sondern das, was wir Realität nennen?

Und wenn wir, aus uns in diesem Leben nicht bewußten Gründen, die Welt genauso haben wollten, wie sie ist?

Wir kennen die Gegenwart und die nähere Vergangenheit und wir können spekulieren, was die nähere Zukunft so bringt. Was wir brauchen um das richtig beurteilen zu können, ist die Wahrheit.

Was geschah wirklich und was ist wirklich?

Werden wir die Welt nicht nach dem gestalten, was wir glauben?

Hast du schon mal einen ganzen Tag lang versucht, dir vorzustellen du wärest unsterblich und wie du dann diesen Tag erleben würdest, aus der Sicht eines Unsterblichen? Man bekommt eine andere Sicht auf die Dinge. :winken:

Britta
18.04.2009, 13:52
In unserer Welt haben wir also viele von Menschen erschaffenen Welten - ich habe das übrigens auch getan, siehe hier (http://www.edition-kaitain.de) :)

Lass mich dreimal raten, welches Buch sich am Besten verkauft. :D

Beverly
18.04.2009, 15:02
Hast du schon mal einen ganzen Tag lang versucht, dir vorzustellen du wärest unsterblich und wie du dann diesen Tag erleben würdest, aus der Sicht eines Unsterblichen? Man bekommt eine andere Sicht auf die Dinge. :winken:

Ich habe mir - analog zu deinen Gedanken - letztens überlegt, dass die Entwicklung von Wissenschaft und Technik tatsächlich auf die Erfüllung aller Wünsche zustrebt. Das hat bei mir zu der Idee einer "Wunschmaschine" geführt, die jeden Wunsch erfüllen soll. Das bedeutet aber, dass der Wunsch in der von dieser Maschine verstandenen Sprache artikuliert werden muss und dass die Maschine aus der Eingabe eine Ausgabe macht.
In einem Universum, dass als riesiger Computer oder "rechnender Raum" (Konrad Zuse) verstanden wird, wäre so eine Maschine sogar denkbar. Wir würden dann mit der Welt so interagieren wie heute mit unseren Computern - manchmal spinnen und nerven die, aber oft erfüllen sie uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten Dinge, von denen wir früher nur geträumt haben. Man stelle sich nur vor, es gäbe so etwas Simples wie Textverarbeitung nicht.

Auf das Universum bezogen bedeutet das alles, was du geschrieben hast. Manchmal mögen Macken und Fehler auftreten - sei es in der "Grundkonstruktion" oder sei es in der "Anwendung", aber im Großen und Ganzen läuft die Wunschmaschine, alte Fehler werden entfernt, neue mögen auftreten, um auch erkannt und entfernt zu werden ...

Wie würde ich so eine Wunschmaschine anwerden wollen?

Sehr vorsichtig und eben nicht alle Wünsche sofort erfüllen. Also nur den größten Nerv und das schlimmste Leid - Krankheiten, Entstellung durch das Altern etc. - beseitigen. Die Menschen müssten weiter alle Wege unter zwei Kilometern zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen und dürften nur bei größeren Entfernungen teleportieren. Weil jeden Weg durch Gedankenkraft zurücklegen den Körper träge macht. Und den Körper durch bloßen Wunsch fit zu halten, macht den Willen träge.
Im Grunde wäre ich bestrebt, abgesehen von der Beseitigung von Leid und unnützem Aufwand etwa zur Fortbewegung die Wunscherfüllung aus den jetzt bekannten Lebensbereichen herauszuhalten. Man müsste weiter oder wieder - weil es keine Autos mehr gibt - zu Fuß zum Bäcker gehen und dürfte nur zum nächsten Stern teleportieren.

Ich weiß auch nicht einma, ob ewigen Leben als Individuum gut ist. Oder möglich. Nach einigen Jahrhunderten oder Jahrtausenden ist da doch alles getan und erlebt, was möglich und moralisch vertretbar ist. Vielleicht hat dann der Tod sogar jeden Schrecken verloren, weil man alles getan hat. Man kann dann sogar entscheiden, ob man sein Bewusstsein spurenlos vergehen lässt, Erfahrungen weiter gibt oder mit anderen Bewusstseinen verschmilzt.

Aus Langeweile eine Horrorwelt wie unsere (wo ich bei machen Nachrichten nur den schieren Hass kriege) zu schaffen, mag zwar geschehen, es ist aber nicht unvermeidlich. Sie wäre eher das Werk von Menschen, die "in die Irre gegangen sind" als von wirklich weisen Unsterblichen. Weil weise Unsterbliche diejenigen Affekte überwunden haben, die andere dazu veranlassen, so eine Welt zu schaffen.

deserd
18.04.2009, 15:44
Die Unsterblichen, ha ha .....

Das erinnert an eine sehr schöne, etwas düstere Geschichte von J. L. Bourges, in der eine Gruppe von Reitern durch ausgestorbene Gegenden reisten, und dann irgendwann sich der Sinn der Geschichte offenbarte:

Jene Reiter waren Unsterbliche, die durch irgend ein bestimmtes Wasser, dass es in einem bestimmten Brunnen der Welt zu trinken gab, diese die Unsterblichkeit erhalten hatten .... wahrscheinlich hatten diese Menschen einen ihnen sehr wichtigen Impuls gefunden ... ... aber dem Sinn der Erzählung nach ist es dann den Unsterblichen zu einem undankbaren schlimmen Fluch geworden, denn dieser Unsterblichen Reiter waren nun auf der Suche nach dem Wasser, welches ihnen die Unsterblichkeit wieder nimmt und sie somit erlöst ..... Da es auf der Erde einen Brunnen gibt, an dem man das Wasser trinken konnte, das einem die Unsterblichkeit verleiht, so musste es scheinbar auch ebenso einen Brunnen geben, von dem es Wasser gab, diese Unsterblichkeit ihnen wiederum zu nehmen - und somit wieder sterblich zu werden.

Selbstmord oder freier gewaltsamer Tod war scheinbar definitiv als Option nicht möglich bzw. besser gesagt nicht würdig, wahrscheinlich, weil irgend eine Weisheit ihnen das verboten hat .....

Sorry wg dem offtopic; passt aber schon zum Thema Unsterblich ...

gruss, deserd

Britta
19.04.2009, 09:53
Ich habe mir - analog zu deinen Gedanken - letztens überlegt, dass die Entwicklung von Wissenschaft und Technik tatsächlich auf die Erfüllung aller Wünsche zustrebt. Das hat bei mir zu der Idee einer "Wunschmaschine" geführt, die jeden Wunsch erfüllen soll. Das bedeutet aber, dass der Wunsch in der von dieser Maschine verstandenen Sprache artikuliert werden muss und dass die Maschine aus der Eingabe eine Ausgabe macht.
In einem Universum, dass als riesiger Computer oder "rechnender Raum" (Konrad Zuse) verstanden wird, wäre so eine Maschine sogar denkbar. Wir würden dann mit der Welt so interagieren wie heute mit unseren Computern - manchmal spinnen und nerven die, aber oft erfüllen sie uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten Dinge, von denen wir früher nur geträumt haben. Man stelle sich nur vor, es gäbe so etwas Simples wie Textverarbeitung nicht.

Auf das Universum bezogen bedeutet das alles, was du geschrieben hast. Manchmal mögen Macken und Fehler auftreten - sei es in der "Grundkonstruktion" oder sei es in der "Anwendung", aber im Großen und Ganzen läuft die Wunschmaschine, alte Fehler werden entfernt, neue mögen auftreten, um auch erkannt und entfernt zu werden ...

Du denkst an eine Wunschmaschine, ich denke an Fähigkeiten die der Mensch mit seinem Geist hat. Also ohne Hilfsmittel.

Wie würde ich so eine Wunschmaschine anwerden wollen?

Sehr vorsichtig und eben nicht alle Wünsche sofort erfüllen. Also nur den größten Nerv und das schlimmste Leid - Krankheiten, Entstellung durch das Altern etc. - beseitigen. Die Menschen müssten weiter alle Wege unter zwei Kilometern zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen und dürften nur bei größeren Entfernungen teleportieren. Weil jeden Weg durch Gedankenkraft zurücklegen den Körper träge macht. Und den Körper durch bloßen Wunsch fit zu halten, macht den Willen träge.
Im Grunde wäre ich bestrebt, abgesehen von der Beseitigung von Leid und unnützem Aufwand etwa zur Fortbewegung die Wunscherfüllung aus den jetzt bekannten Lebensbereichen herauszuhalten. Man müsste weiter oder wieder - weil es keine Autos mehr gibt - zu Fuß zum Bäcker gehen und dürfte nur zum nächsten Stern teleportieren.

Heute wären solche Fähigkeiten etwas Besonderes, wenn sie nicht jeder hat. Da müßtest du vorsichtig sein und diese nur anwenden, wenn es niemand bemerkt. Sonst würden die dir das Gehirn auseinandernehmen und untersuchen, wodurch du diese Fähigkeiten erlangt hast.

Bei Daueranwendung würde der Körper degenerieren. Auch würden wir keine Fabriken mehr brauchen und niemand der arbeitet.

Wie wohl unser Leben dann aussehen würde?

Ich weiß auch nicht einma, ob ewigen Leben als Individuum gut ist. Oder möglich. Nach einigen Jahrhunderten oder Jahrtausenden ist da doch alles getan und erlebt, was möglich und moralisch vertretbar ist. Vielleicht hat dann der Tod sogar jeden Schrecken verloren, weil man alles getan hat. Man kann dann sogar entscheiden, ob man sein Bewusstsein spurenlos vergehen lässt, Erfahrungen weiter gibt oder mit anderen Bewusstseinen verschmilzt.

Aus Langeweile eine Horrorwelt wie unsere (wo ich bei machen Nachrichten nur den schieren Hass kriege) zu schaffen, mag zwar geschehen, es ist aber nicht unvermeidlich. Sie wäre eher das Werk von Menschen, die "in die Irre gegangen sind" als von wirklich weisen Unsterblichen. Weil weise Unsterbliche diejenigen Affekte überwunden haben, die andere dazu veranlassen, so eine Welt zu schaffen.

So ist wohl die Regelung der unsterblichen Seele und der Wiedergeburt zusammen mit dem Vergessen vorhergehender Leben und Erfahrungen eine sehr gute Regelung. Wir können uns nur noch durch Träume und Dejaveaus erinnern, dass da mal was war. So wird uns nicht langweilig und jedes neue Leben ist ein neues Abenteuer.

Und Menschen die sich noch besser an vorherige Leben erinnern tun wir als Esotheriker und Spinner ab.

Britta
19.04.2009, 09:55
Die Unsterblichen, ha ha .....

Das erinnert an eine sehr schöne, etwas düstere Geschichte von J. L. Bourges, in der eine Gruppe von Reitern durch ausgestorbene Gegenden reisten, und dann irgendwann sich der Sinn der Geschichte offenbarte:

Jene Reiter waren Unsterbliche, die durch irgend ein bestimmtes Wasser, dass es in einem bestimmten Brunnen der Welt zu trinken gab, diese die Unsterblichkeit erhalten hatten .... wahrscheinlich hatten diese Menschen einen ihnen sehr wichtigen Impuls gefunden ... ... aber dem Sinn der Erzählung nach ist es dann den Unsterblichen zu einem undankbaren schlimmen Fluch geworden, denn dieser Unsterblichen Reiter waren nun auf der Suche nach dem Wasser, welches ihnen die Unsterblichkeit wieder nimmt und sie somit erlöst ..... Da es auf der Erde einen Brunnen gibt, an dem man das Wasser trinken konnte, das einem die Unsterblichkeit verleiht, so musste es scheinbar auch ebenso einen Brunnen geben, von dem es Wasser gab, diese Unsterblichkeit ihnen wiederum zu nehmen - und somit wieder sterblich zu werden.

Selbstmord oder freier gewaltsamer Tod war scheinbar definitiv als Option nicht möglich bzw. besser gesagt nicht würdig, wahrscheinlich, weil irgend eine Weisheit ihnen das verboten hat .....

Sorry wg dem offtopic; passt aber schon zum Thema Unsterblich ...

gruss, deserd

Unsterblich zu sein und es zu wissen kann ein Segen oder Fluch sein.

Edit: Was ich noch loswerden wollte ist, dass das Wissen um die eigene Unsterblichkeit eine große Bedeutung hat. Wer weiß, dass er unsterblich ist, hat keine Angst. Wer keine Angst hat, ist nicht erpressbar.

Beverly
20.04.2009, 17:04
Zu den Herrschaftspraktiken der von mir im Forum schon erwähnten Meister der Insel (http://www.pr-materiequelle.de/begriffe/m/meister.htm) gehört der Gebrauch des so genannten "Multiduplikator". Das ist ein Gerät, mit dem sich nicht nur wie bei "Fotokopierern" Kopien von Texten und Bildern herstellen lassen, sondern auch Kopien von Gegenständen! Eigentlich eine feine Sache und Trekkies auch als "Replikator" aus Star Trek bekannt. Man kopiert nicht nur irgendwelche Formulare, sondern auch Kleider, Geräte, Maschinen oder den Morgenkaffee.

Mit dem Multiduplikator lassen sich allerdings auch Menschen kopieren!

Die skrupellosen und machtgierigen Meister der Insel benutzen folgerichtig den Multiduplikator als unerschöpfliche Quelle von Untertanen im allgemeinem und Soldaten und Offizieren im Besonderen. So zerbricht ein Offizier an dem Wissen, dass er nur die 286. Kopie seiner "Vorlage" ist. Das war ein auf natürlichem Wege geborener, aufgewachsener und ausgebildeter Offizier mit besonders guten Leistungen. Und besonders gute Leistungen "belohnen" die Meister der Insel bei ihren Untergebenen dadurch, dass sie sie als Vorlage benutzen. Dann haben sie nicht nur einen, sondern beliebig viele fähige Offiziere und sparen sich Zeit und Kosten für die Ausbildung. Sie entführen sogar Soldaten eines anderen Staates, weil sie die für leichter lenkbarer halten als ihre eigenen Untertanen. Selbstverständlich dienen auch die entführten Soldaten als Vorlage für beliebig viele Kopien - die als "Duplos" bezeichnet werden, was die Abkürzung für "Duplikat" ist.

So wird im Horror-Reich der "MdI" jeder beliebig ersetzbar. Nicht nur der einfache Depp ohne große Fähigkeiten, sondern auch und gerade die besonders Fähigen und Tüchtigen. Weil die MdI sie beliebig oft kopieren können.
Rebellion gegen dieses geisteskranke Herrschaftssystem scheint nahezu aussichtslos. Rebelliert ein "Duplo", dann wird er durch ein Implantat im Gehirn getötet. Und gegen eine fügsame Kopie ausgetauscht. Die MdI nehmen es sogar in Kauf, dass immer wieder Duplos ihr Leben nicht mehr ertragen und aufbegehren. Wenn ein Offizier nach 11 Jahren austickt, hat er davor 10 Jahre gut gedient und der Geheimdienst hat sich darauf eingestellt, auf "schwierige" Charaktere ein Auge zu haben ...
Einem Volk, das gegen die Meister der Insel revoltiert, machen die Abgesandten der Menschheit klar, dass sie trotz großer eigener Bevölkerungszahl, straffer Disziplin und großer Fähigkeiten keine Chance gegen die "MdI" haben. Die Rebellen mögen noch so viele Soldaten ausbilden und noch so viele Raumschiffe bauen - die Meister der Insel ersetzen ihre Verluste im Krieg mit einem Knopfdruck auf den Multiduplikator. Das zeigt by the way, welchen Wert das Leben eines "Duplos" hat: keinen, da er oder sie jederzeit ersetzbar sind!

Eigentlich schade, dass die Macher von Perry Rhodan so ein Anti-Verhältnis zu den formalen Aspekten der Literatur hatten. Allein der Zyklus um die Meister der Insel (in den 1960er Jahren geschrieben) erweist sich immer wieder als erschreckende, aber unreflektiert gebliebene, Studie zu Totalitarismus.
Mit den "Duplos" als Ende jeder Individualität ist da zweifellos ein großer und erschreckender Wurf gelungen. Da aber in Pulp-Format, dürfen andere, die vielleicht nur die Kunst des wichtig schwätzens besser beherrschen als die Bäckerbrüder bei "Perry Rhodan", die Lorbeeren für Gesellschaftskritik ernten.

Wie bei anderen in der Serie auf Pulp-Niveau behandelten Formen des Totalitarismus werfen auf die "Duplos" die Frage auf: gibt es so etwas auch auf der Erde und in der realen Welt? Haben die Perry-Rhodan-Macher bewusst oder unbewusst Mechanismen hiesiger Totalitarismen aufgegriffen und sie auf ihre kosmischen Bühne übertragen? Und dadurch das, was in der Wirklichkeit subtil und unbemerkt wirkt, plastisch und drastisch gezeigt.

OK, Menschen einfach "kopieren" können wir - noch - nicht. Aber es gibt schon die Anfänge des Klonens, wie weit die auch von der Erzeugung "gebrauchsfertiger" Fachkräfte entfernt sein mögen.

Aber es gibt in der Bibel das Gebot "seid fruchtbar und mehret euch"!

Und es gibt schizophrene Diskurse, wo einerseits vor den Folgen von Überbevölkerung gewarnt wird. Andererseits heißt es etwa im Falle der BRD, sie braucht Einwanderung, um ihre Bevölkerung bei 80 000 000 stabil zu halten. Das sind auf einem winzigen Fleck Erde 8mal so viele Mensche, wie am Ende der letzten Eiszeit auf der ganzen Welt gelebt haben sollen!

Und es gibt eine Ökonomie der Menschenverachtung, die in der Realwelt eher noch schlimmer ist als das, was die Meister der Insel bei "Perry Rhodan" anstellen.

1. Ein Staat braucht möglicht viele Untertanen. So immer an der Grenze dessen, was er selbst ernähren kann. Viele Menschen heißt: viele Soldaten, viele Arbeiter, viele Konsumenten ...

2. Je nach Diskurs müssen es Menschen einer bestimmten Sorte sein. Der Deutschnationale will keine Türken hier, aber viele andere Deutsche. Der Papst will keine Hindus, aber eine Milliarde Katholiken und verbietet deshalb seinen Gläubigen die Familienplanung!

3. Aus 2. folgt, dass Menschen, die nicht zur gewollten Sorte gehören, zu deportieren, zu verdrängen, zu ermorden sind! Die Türken sollen nach dem Willen der Deutschnationalen Deutschland verlassen! Die Katholiken haben in Lateinamerika neues Territorium und neue Gläubige gewonnen, in dem sie die indigenen Kulturen verdrängten. Alldiweil die Priester die Indianer lieber bekehren als umbringen wollten, haben Spanier und Portugiesen trotzdem auch Völkermord betrieben.
Im 20. Jahrhundert haben die Nazis den Zweiklang von "großem Volk" und Völkermord erschreckend unter Beweis gestellt. Die Deutschen sollten viele Kinder in die Welt setzen, anderen Völker sollten umgebracht werden. Hitler hatte nichts dagegen, etwa an Polen Kondome zu verteilen, aber die deutsche Mutter sollte fruchtbar sein. Die Vision bestand darin, die Juden und die slawischen Völker umzubringen und große Gebiete in Osteuropa mit deutschen Siedlern zu bevölkern. Gut, dass wir den Krieg verloren haben!

4. Da sich auch der Wert eines Menschen nach den "Produktionskosten" und dem Prinzip von Angebot und Nachfrage richtet, gilt folgendes Prinzip:
Ein Mensch ist um so weniger wert, unter je elenderen und damit billigeren Bedingungen er oder sie "erzeugt" werden können und je mehr Menschen es gibt.
Die Meister der Insel haben dieses schon bei einfachen Menschen in der Realwelt wirkende Prinzip nur konsequent auf alle - auch die teuren und bis dato seltenen Fachkräfte! - ausgedehnt. Sie haben die Produktionskosten minimiert und die Zahl maximiniert. Der Wert des Menschen geht daher bei ihnen gegen 0!
Auch in der Realwelt ist er oft nicht größer. Wir haben eine "Weltwirtschaft", die von 7 Milliarden Menschen höchsten ein bis zwei Milliarden zu menschenwürdigen Bedingungen absorbieren kann. Siehe die volkreichsten Staaten Indien und China: da leben 300 Millionen ganz gut, aber auf jeden Angehören der Mittelschicht kommen 3 Menschen, die nichts haben und auch "rein" wollen. Die Folgen: die, die drin sind, sind ersetzbar! Ein Autor hat das mit Bezug auf Indien so geschildert: Jeder, der es da zu einem bescheidenen Auskommen gebracht hat, weiß, dass er wieder aus dem System heraus und in absolute Armut fallen kann.

Fazit: Demographie und ihre Diskurse werden zu einem Synonym für übelste Menschenverachtung. Weil der Mensch nichts mehr wert ist!

n. B.: der Text gehörte zu einem eigenen Strang, den ich aber mangels Resonanz gelöscht habe und hier hinein passt er auch ganz gut :)

Beverly
20.04.2009, 18:04
Auch wenn es lesetechnisch der Handlung vorausgreift, habe ich mir eine Zusammenfassung über die "Meister der Insel" genommen, um zu prüfen, was davon für das Verständnis der Dinge in der Realwelt tauglich ist:

Ungefähr im Jahr 17.594 v.Chr. (20.000 Jahren vor Handlungsjahr 2406, siehe PR-297,S.9) schließen sich 13 führende Personen aus Wissenschaft und Militär zusammen, um die bisherige Regierung zu stürzen. (...) Mit dem überlegenen technischen Erbe ihrer Vorfahren unterwerfen sie erst alle Lemurer/Tefroder, später die gesamt Andromeda. (...) In Andromeda werden die Meister der Insel, wie sich die 13 Personen nun nennen, zu einer geheimnisvollen Macht im Hintergrund. Aufzeichnungen über ihr Aussehen oder ihre Herkunft existieren nicht, mit ihren Hilfsvölkern halten sie durch Botschafter eines anderen Hilfsvolks oder Robotern Kontakt. Ihr Symbol sind zwei in Rotation erstarrte Galaxien in einem warmen Goldton auf schwarzem Grund. Die von ihnen gewünschte Anrede Maghan, steht sinngemäß für den Titel Erhabener. Untereinander reden sie sich mit Faktor I bis XIII an. Je niedriger die Zahl nach dem Titel Faktor, desto größer ist die Macht des MdI. (...) Alle Völker Andromedas pressen sie in ihre Dienste. Solange sich die Völker nach den Vorgaben der MdI richten, leben sie recht selbstständig, ohne das eine Kontrolle spürbar ist. Gegen Hilfsvölker, die ihre Aufgaben nicht oder nur unzureichend erfüllen, werden Strafaktionen durchgeführt, dabei das betroffene Hilfsvolk mitunter vernichtet. Die MdI lassen sich nicht auf das geringste Risiko ein, kann ein Problem nicht gelöst werden, wird die Ursache ausgelöscht. Haben Strafaktionen nicht das gewünschte Ergebnis, operieren sie versteckt aus dem Hinterhalt. All diese Reaktionen sind offenbar überspitzte Schutzmaßnahmen auf Grund übergroßer Ängste. Ihre Überlegenheit basiert zum Teil auf Technologien und Fertigkeiten anderer Völker, die sie für ihre Zwecke ausnutzten (...) oder raubten (...). In der Vergangenheit versuchten die MdI ihren Herrschaftsbereich auch auf die Magellanschen Wolken ausdehnen. Sie wurden von den Kristallagenten und anderen zurückgeschlagen. Seither meiden die MdI die Magellanschen Wolken.(...) In den letzten Jahrhunderten nahm die Eigeninitiative der MdI ab. Sie verlassen sich auf ihre unvorstellbaren Machtmittel, vernachlässigen dadurch immer mehr die Kontrolle über die Hilfsvölker. Das führt dazu, dass einige Hilfsvölker ihre Befehle immer mehr vergessen und ihren Aufgaben nur noch nachlässig nachgehen. Obwohl ihnen die seit langem schwellende Unzufriedenheit einiger unterdrückter Rassen bekannt ist, unterschätzen die MdI die Gefahr und unternehmen nichts dagegen. (...) sowohl die Existenz, als auch die Herkunft der Terraner sind den MdI schon lange bekannt, als politisch-militärischer Machtfaktor schätzen sie die Terraner jedoch als unbedeutend ein. Untereinander verwenden die MdI schon lange nicht mehr ihre eigentlichen Namen, sie bezeichnen sich nur noch als Faktor mit dem jeweiligen Rang. Alle Meister kennen sich gegenseitig. Nur die Identität von Faktor I ist unbekannt. Kontakt mit Faktor I ist nur über einen Bildschirm möglich. Dieser zeigt 2 golden schimmernde Galaxien auf schwarzem Grund umspannt von einem fluoreszierenden Leuchtkreis. Zur Zeit der Kriegs mit den Terranern (2400-2405) gibt es noch 7 Meister der Insel. Die übrigen Faktoren VIII bis XIII MdI wurden getötet, als sie sich gegen Faktor I verschworen. Sie wollten die Macht von Faktor I brechen, und als "Rat der Sechs" selbst über Andromeda regieren (A-99). Nachdem sie die wahre Identität von Faktor I herausfanden, starben sie (...)

Quelle: http://www.pr-materiequelle.de/begriffe/m/meister.htm

Im Einzelnen

1. Einem Geheimbund, der mit überlegenen technischen Mitteln die Macht an sich riss entsprechen in der wirklichen Welt viele solcher Bünde und Klüngel. "Führende Positionen aus Wissenschaft und Militär" sind sicher dabei.
Aber man sollte die "Wirtschaft" nicht unterschätzen. Schließlich versuchen in "Perry Rhodan" die MdI die Menschheit ("Terraner") in die Knie zu zwingen, in dem sie massenhaft Falschgeld in Umlauf brachten. In der Realwelt haben das die Nazis mit den Alliierten vorgehabt und erste Schritte dazu unternommen. Bei "Perry Rhodan" kommt es zu einer Staatskrise als die Regierung das Falschgeld ohne Entschädigung wieder einziehen will und sich viele Bürger um ihren Besitz betrogen fühlen.
Zu den den "führenden Positionen aus Wissenschaft" hatte ich heute ein Gespräch mit einem Freund über die Intellektuellen, die das Nazi-System rechtfertigten. Der Freund sagte, es sei doch logisch, dass Verbrechen in großen Ausmaß nur von Intellektuellen ins Werk gesetzt werden können. Schließlich bedürfen sie der Planung und hirnlose Amok laufende Irre, wie sie uns immer als "Nazis" dargestellt werden, sind dazu nicht fähig.

2. Die Geheimhaltung der Verschwörer. Dazu gibt es eine Geschichte von Poe über einen versteckten Brief. Der wird ganz dringend gesucht und man weiß auch, in welchem Raum er sich befindet. Die Suchenden kehren in dem Raum das Unterste zuoberst und suchen vom Boden bis zur Decke überall nach Geheimverstecken. Den Brief finden sie trotzdem nicht. Denn er liegt ganz offen und unversteckt auf einem Tisch! Merke: wer nach Verstecken sucht wird das Unversteckte nie finden. Wer sich versteckt, wird in seinem Versteck gefunden werden - wie es auch den MdI erging.
Die realen Gegenstücke der MdI werden uns nicht den Gefallen tun, sich mit "Faktor blablabla" anzureden und sich sonst irgendwelche geheimsnisvollen Rituale zuzulegen. Die "Geheimloge P2", die in den 1980er Jahren in Italien auf sich aufmerksam machte, fand ich schon damals nur dämlich. Da soll ein Licio Gelli mit einem Schwert rumgefuchtelt haben und sich dabei ganz toll vorgekommen sein. Eine Geheimgesellschaft, die diesen Namen verdient, wird alles Geheime meiden und ganz offen agieren. Aber so, dass man nie sicher sein kann, ob da einer aus eigenem Antrieb oder "im Auftrag" handelt. Man denken nur an die bei Linken und Rechten gleichermaßen ins Kraut schießenden Gerüchte über "Agenten" und "Provokateure". Da verzweifeln echte Genossen und Kameraden, weil sie nicht wissen, welche Dummheit echt und welche bestellt ist.

3. Das Agieren aus dem Hintergrund. Das ist in der Realwelt ebenso wei bei den MdI und hier wie dort sind die Entitäten im Vordergrund mehr oder weniger Marionetten. Bühne in dem Sinne, dass das Geschehen im Vordergrund nicht aus sich selbst erklärt werden kann. "Strafaktionen" hat es auch in der Wirklichkeit gegeben - man denke nur daran, wie die USA in Panama Noriega und im Irak Saddam Hussein beseitigten, die lange Zeit ihre Verbündeten gewesen waren.

4. Die MdI sind eine Gruppe Unsterblicher mit immergleicher Zusammensetzung. Das macht sie unflexibel und mag sie auf lange Sicht zum Untergang verurteilen. Ihre realen Gegenstücke zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Zusammensetzung immer wieder wechselt. Sterblich zu sein ist hier für das Gesamtsystem ein großer Vorteil, denn auf Kosten seiner Angehörigen bewahrt es seine Flexibilität. Man denke nur an all die Staatsoberhäupter und Angehöriger diverser Oberschichten, die bei Umstürzen umgebracht wurden. Die haben "von System" profitiert, ohne zu begreifen, dass sie für das System ebenso entbehrlich sind wie ihr ärmster Untertan.

5. Von Zar Nikolaus bis Faktor I führen grobe Fehler bei der Herrschaftsausübung zum Untergang - eine Binsenweisheit. Nur starb mit dem Tod von Faktor I das System der MdI, während der Untergang der Romanows auf globaler und langfristiger Sicht dem - kapitalistischem - Gesamtsystem sogar genützt haben mag - siehe 4.

6. Bei "Perry Rhodan" führt die Tötung revoltierender MdI durch Faktor I zu einer Verkleinerung der Machtbasis und einer Schwächung der MdI. Weil nur noch ganze sieben MdI übrig blieben ... in der Realwelt mag Mord und Totschlag unter den Eliten das System sogar stärken. So mögen die Romanows ihr Leben auch dank Intrigen der Entente und des Deutschen Reiches verloren haben. Egal, die waren eh den Herausforderungen nicht mehr gewachsen und jetzt hat in Russland eine neue Generation agiler, gieriger und menschenverachtender Eliten das Ruder übernommen.

7. Die MdI scheitern damit, ihre Macht über Andromeda hinaus auszudehnen. Territorium, das sie nicht kontrollieren können meiden sie und tun so als ob es das nicht gibt. So wie die MdI den von ihnen unterjochten Völkern nicht bekannt sind, lassen sie auch keine Kontakte zu Völkern außerhalb ihres Machtbereichs zu.
In der Realwelt mögen das witzlose Erwägungen sein, weil wir keine Kenntnis von Außerirdischen haben. Aber auch realer Totalitarismus basiert auf der Abkapselung von der Außenwelt. In unserem Fall vom übrigen Kosmos, von dem wir aber dank der Astronomie und der Raumforschung recht viel wissen.
Warum behaupten aber da Leute angesichts von möglicherweise 10 hoch 23 Planeten im Universum, dass die Erde einmalig ist und es nur hier Leben geben kann?
Umgekehrt würde der Kontakt zu Außerirdischen, einer anderen Zivilisation, IMHO einer in der One Word im eigenen Saft schmorenden Menschheit neue Impulse geben. Vielleicht würden sich unsere - ja nicht formal organisierten - MdI sogar sang- und klanglos auflösen :)

Britta
21.04.2009, 10:57
Wie bei anderen in der Serie auf Pulp-Niveau behandelten Formen des Totalitarismus werfen auf die "Duplos" die Frage auf: gibt es so etwas auch auf der Erde und in der realen Welt?

Laut William Engdahl läßt sich diese Frage mit einem klaren JA beantworten.

Es gibt schon seit Jahrzehnten gentechnische Versuche, diesen ideal brauchbaren Menschen zu züchten.

Und wer kann schon sagen, welche Genveränderungen im Menschen passieren wenn er gentechnisch veränderte Nahrung zu sich nimmt. Wir haben zuwenig Einblick in den Stand dieser Forschung und es fallen uns nur die Unfälle auf, wie z.B. Krankheiten die daraus entstehen (Morgellons).

Es geht wohl auch öfters mal was schief.

http://www.engdahl.oilgeopolitics.net/Auf_Deutsch/Saatgutbank_des_Bill_Gates_in_/saatgutbank_des_bill_gates_in_.HTM
"Die CGIAR war Teil der jahrzehntelangen Strategie der Rockefeller-Stiftung, die Wissenschaft in den Dienst der Eugenik zu stellen, einem abscheulichen Werkzeug zur 'Rassenhygiene', auch „Das Projekt“ genannt."

"Dieselbe Rockefeller-Stiftung entwickelte die pseudowissenschaftliche Disziplin der Molekularbiologie, die das menschliche Leben unbarmherzig auf eine „bestimmte Gensequenz“ zu reduzieren sucht, um diese so zu manipulieren, dass sich damit auch menschlichen Eigenschaften beeinflussen lassen. Hitlers Eugenikforscher, von denen viele nach dem Krieg stillschweigend in die USA gebracht wurden, damit sie ihre biologischen Eugenikforschungen weiterführen konnten, legten den Grundstein für die gentechnische Veränderung verschiedener Lebensformen."

Beverly
21.04.2009, 12:40
Es gibt schon seit Jahrzehnten gentechnische Versuche, diesen ideal brauchbaren Menschen zu züchten.

Warum nicht mit "Erziehung" im Sinne von Indoktrination, Suggestion und Konditionierung? Was machen denn "Religionen" und Ideologien anders, als die Menschen dazu zu trimmen, brauchbare Objekte zur Ausübung von Herrschaft zu sein. Man denke nur an die ach so beliebte "Leidensfähigkeit" bei den Untertanen. Gibt es nicht immer Schelte, wenn wir einfach nur normal und ohne ständige Drangsalierungen leben wollen? Haben Verfolgung und Repression nicht auch den Sinn, Menschen "auszumerzen", die sich der Abrichtung zur gefügigen Sklavenrasse wiedersetzen? Nicht nur die MdI legen Wert auf leichte Lenkbarkeit ...

Britta
21.04.2009, 15:13
Warum nicht mit "Erziehung" im Sinne von Indoktrination, Suggestion und Konditionierung? Was machen denn "Religionen" und Ideologien anders, als die Menschen dazu zu trimmen, brauchbare Objekte zur Ausübung von Herrschaft zu sein. Man denke nur an die ach so beliebte "Leidensfähigkeit" bei den Untertanen. Gibt es nicht immer Schelte, wenn wir einfach nur normal und ohne ständige Drangsalierungen leben wollen? Haben Verfolgung und Repression nicht auch den Sinn, Menschen "auszumerzen", die sich der Abrichtung zur gefügigen Sklavenrasse wiedersetzen? Nicht nur die MdI legen Wert auf leichte Lenkbarkeit ...

Bei den alten Sumerern gab es die Geschichte des guten Gottes Enki, der den Menschen die als Arbeitstiere gezüchtet wurden heimlich Intelligenz gab, woraufhin diese ihre Lage erkannten und aus dem 'Paradies' vertrieben wurden.

Wenn man nun durch genetische Veränderung den Menschen die Intelligenz wieder nehmen kann, wäre das die einfachere Variante wieder zu nicht denkenden Arbeitstieren zu kommen.

Intelligente Menschen sind auf Dauern durch Angst nicht zu beherrschen. Dumme Menschen schon.

Beverly
21.04.2009, 19:11
Bei den alten Sumerern gab es die Geschichte des guten Gottes Enki, der den Menschen die als Arbeitstiere gezüchtet wurden heimlich Intelligenz gab, woraufhin diese ihre Lage erkannten und aus dem 'Paradies' vertrieben wurden.

Die kannten wohl auch schon ein der modernen Science Fiction vergleichbares Genre.

Iphigenie
21.04.2009, 21:38
Hi Britta,

Hab mir längere Zeit über Deine Worte Gedanken gemacht, die da lauten:
Intelligente Menschen sind auf Dauer durch Angst nicht zu beherrschen. Dumme Menschen schon.

Nach diesen Worten muß ich ein dummer Mensch sein. Denn ich lasse mich
sehr wohl von den Machthabern der Welt beherrschen. Würde ich das nicht
tun, bedeutete dies, daß ich morgen meinen Job kündigen und
Obdachlose, Pennerin werden müßte.
Denn durch unser Tätigsein, Steuern zahlen, nähren wir die Machthabenden
in ihrer Kraft, uns niederzudrücken und zu beherrschen. Auch Du mit
Deiner Arbeit tust das.
Wo sind also die intelligenten Menschen, die sich durch Angst nicht beherrschen lassen? :(

grüße
Iphi:kopfkratz:

Britta
21.04.2009, 22:18
Hi Britta,

Hab mir längere Zeit über Deine Worte Gedanken gemacht, die da lauten:


Nach diesen Worten muß ich ein dummer Mensch sein. Denn ich lasse mich
sehr wohl von den Machthabern der Welt beherrschen. Würde ich das nicht
tun, bedeutete dies, daß ich morgen meinen Job kündigen und
Obdachlose, Pennerin werden müßte.
Denn durch unser Tätigsein, Steuern zahlen, nähren wir die Machthabenden
in ihrer Kraft, uns niederzudrücken und zu beherrschen. Auch Du mit
Deiner Arbeit tust das.
Wo sind also die intelligenten Menschen, die sich durch Angst nicht beherrschen lassen? :(

grüße
Iphi:kopfkratz:

Ich gehe vom schlimmsten Fall aus.

Steckst du seit Jahren in einem Arbeitslager, arbeitest für nichts und bekommst schlechte Verpflegung, ohne Freizeit und ohne Aussicht auf Besserung oder etwa Hoffnung?

Du würdest dir dann schon Gedanken machen ob es sich lohnt zu leben.

Die MdI würden Arbeitskräfte haben wollen, die keine Ansprüche stellen, minimale Versorgung mit Essen, medizinische Behandlung nur, wenn sie der Erhaltung der Arbeitskraft dient, Einheitsklamotten - also eigentlich schlimmer wie im Knast. Du hättest nichts zu verlieren ausser deinem Leben, das keines wäre.

Als intelligenter Mensch würdest du das erkennen und dich dagegen auflehnen.

Britta
21.04.2009, 22:26
Die kannten wohl auch schon ein der modernen Science Fiction vergleichbares Genre.

Ich bin mir nicht ganz sicher ob es Science Fiction Genre ist oder ob es nicht schonmal eine technisch hoch entwickelte Zivilisation auf diesem Planeten gegeben hat.

Können wir unseren Wissenschaftlern irklich glauben wenn sie uns erzählen, dass es erst seit 2 Millionen Jahren intelligentes Leben auf der Erde gibt?

Was ist mit dem Marsgesicht und den Pyramiden auf dem Meeresgrund?

Unsere Erde wälzt sich immer wieder um. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Erdabsenkungen. Da kann vieles was früher war nach Jahrmillionen nicht mehr gefunden werden und trotzdem gibt es vereinzelte Funde, die 200 oder sogar 400 Millionen Jahre alt sind. Wie z.B. der Hammer von Texas oder der 400 Millionen Jahre alte Abdruck eines Schuhabsatzes, der einen Käfer zertreten hat und daher so alt sein muß.
http://www.china-intern.de/page/aussergewoehnliches-entdeckungen/1101212071.html
"Daraus wurde gefolgert, dass der "Hammer" vor der Entstehung des Steinmaterials entstanden ist, zumindest aber das gleiche Alter aufweisen müsste.
Dieses Alter wird von Geologen auf 140 Millionen Jahre geschätzt.
Eine urzeitliche Epoche, wo nach gängiger Auffassung noch kein menschliches Leben existierte."

Was wenn die Legenden von alten Zivilisationen wahr sind und diese ebenso wie wir überzivilisiert waren und untergingen und ein paar davon unter der Erde in Bunkern überlebten, die dann (technisch überlegen) zu den Göttern der alten Sumerer wurden?

http://www.china-intern.de/page/aussergewoehnliches-entdeckungen/1086901380.html
"Neuen Forschungen zufolge glauben einige Wissenschaftler, dass es gesellschaftliche Betätigungen und Kultur nicht vor dem Holozän gab. Das war vor 12 000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit. Deshalb kamen diese Kulturen in den folgenden 7 000 Jahren kaum zur Fortentwicklung und verblieben in der Steinzeit. Berichte über Schrift und Symbole erschienen erst vor etwa 5 000 Jahren.

Jedenfalls wird diese Ansicht zur Verblüffung der Wissenschaftler mehr und mehr durch immer mehr prähistorische Funde von Überresten auf dem Meeresgrund in Frage gestellt. Die Erbauer jener Unterwasser-Überreste zeigen nicht nur geniale Bauten und künstlerische Fähigkeiten, sondern Zeichen einer hochentwickelten Kultur. Sie hatten außerdem ihre eigene Schrift und konnten Pyramidengebilde bauen. Die gegenwärtige Technologie beweist, dass diese Bodenfläche vor 10 000 oder mehr Jahren höher als die Meereshöhe war. Es ist also damit offenbar, dass es schon in vorgeschichtlichen Zeiten hohe Zivilisationen gab, lange vor der neolithischen Zeit. Aus unbekannten Gründen verschwanden diese Zivilisationen und hinterließen nur einige Überreste dessen, was sie einst unter dem Meer waren. Hier einige Beweisstücke für ihre Existenz:"

Beverly
22.04.2009, 09:41
Ich bin mir nicht ganz sicher ob es Science Fiction Genre ist oder ob es nicht schonmal eine technisch hoch entwickelte Zivilisation auf diesem Planeten gegeben hat.

Hallo Britta,

die Unklarheiten fangen schon mit der Zeit vor 12 000 Jahren an. Damals war infolge der Vereisung großer Landmassen der Meeresspiegel bis 120 Meter tiefer als heute. Anders als heute konnten sich etwa in den Anden oder Tibet keine Hochkulturen - wie Inkas und Tibeter - bilden, weil es da schlicht zu kalt war oder die Hochebenen sogar vereist waren. Wegen der Kälte und der Gletscher im Inland waren die Menschen noch mehr als heute gezwungen, sich im Tiefland und an der Küste niederzulassen. Wie es heute noch üblich ist, dürften sich hypothetische Zivilisationen an der Küste und im Land dahinter gebildet haben. Da war es relativ mild und man hatte das Meer als Wasserweg und Nahrungsquelle.
Wie weit solche Zivilisationen entwickelt waren, darüber will ich mir kein Urteil erlauben. Aber was immer es vor 12 000 Jahren gegeben haben mag, es ist jetzt unter Wasser. Eine hypothetische Stadt von damals auszugraben, erfodert Tauchgänge von mehr als 100 Metern Tiefe. Das ist zwar möglich, aber sehr aufwändig. Man müsste eigentlich die Küstenregionen von 0 bis 140 Metern Tiefe systematisch absuchen, um zu klären, was es da gegeben hat. Gar nichts? Das kommt mir merkwürdig vor. Nach allem, was wir über die Menschen in Europa in der Eiszeit wissen, hatten sie trotz der extremen Lebensbedingungen schon das, was wir "Kultur" nennen. Malerei, ein geistiges Leben ... und Europa war damals das, was heute Sibirien oder Grönland ist. Es kann also gut sein, dass es schon früher als wir denken an heute überfluteten Küsten Fischerdörfer und kleine Städte gegeben hat. Vielleicht haben die Faktoren, die am Ende der Eiszeit für das Aussterben vieler Großsäuger verantwortlich sind, auch die ersten Hochkulturen der Menschheit untergehen lassen.

Britta
22.04.2009, 12:11
Vielleicht haben die Faktoren, die am Ende der Eiszeit für das Aussterben vieler Großsäuger verantwortlich sind, auch die ersten Hochkulturen der Menschheit untergehen lassen.

Die ersten? Selbst wenn es die zweiten, dritten oder zwanzigsten gewesen wären, wir würden nichts mehr finden.

Mir ist da mal was passiert. Das war 1993 im Frühjahr. Ich hatte gerade einen Weekendworkshop English und kam Freitagabends genau zum letzten Bericht der Heute-Nachrichten nach Hause. Es war ein Bericht über den Mond und das die NASA eine Stellungnahme abgegeben hätte. Sie hätten als sie damals auf dem Mond gelandet sind festgestellt, dass sie nicht die Ersten da oben waren. Es gäbe die Überreste von 3 Raumstationen und es wurden Bilder davon gezeigt.

Ich mußte mich erstmal setzen. :confused:

Am nächsten Tag fragte ich in meinem Englishkurs, ob noch jemand diesen Bericht gesehen hatte und 2 davon hatten ihn auch gesehen. Da nichts mehr darüber kam und auch Fachzeitschriften nichts darüber berichteten, habe ich das ZDF angeschrieben. Das Antwortschreiben habe ich heute noch.

Die Aussage: 'Sowas haben wir nie gesendet'

Und nun?

Beverly
22.04.2009, 12:24
Die ersten? Selbst wenn es die zweiten, dritten oder zwanzigsten gewesen wären, wir würden nichts mehr finden.

Mir ist da mal was passiert. Das war 1993 im Frühjahr. Ich hatte gerade einen Weekendworkshop English und kam Freitagabends genau zum letzten Bericht der Heute-Nachrichten nach Hause. Es war ein Bericht über den Mond und das die NASA eine Stellungnahme abgegeben hätte. Sie hätten als sie damals auf dem Mond gelandet sind festgestellt, dass sie nicht die Ersten da oben waren. Es gäbe die Überreste von 3 Raumstationen und es wurden Bilder davon gezeigt.

Ich mußte mich erstmal setzen. :confused:

Am nächsten Tag fragte ich in meinem Englishkurs, ob noch jemand diesen Bericht gesehen hatte und 2 davon hatten ihn auch gesehen. Da nichts mehr darüber kam und auch Fachzeitschriften nichts darüber berichteten, habe ich das ZDF angeschrieben. Das Antwortschreiben habe ich heute noch.

Die Aussage: 'Sowas haben wir nie gesendet'

Und nun?

@Britta,

ich habe den Bericht nie gesehen und bin mir nicht mal sicher, ob die NASA überhaupt auf dem Mond war.

Aber das zugrundeliegende Problem hat ein Freund von mir, der vor '89 in der DDR lebte, mit diesen Worten beschrieben: "Wir lebten in der DDR wie unter eine Käseglocke und wussten nicht, was in der Welt wirklich vorgeht." Die DDR gibt es nicht mehr, aber die Käseglocke ist nur größer geworden :rolleyes2:

Beverly
22.04.2009, 20:31
gelöscht ...

Britta
23.04.2009, 09:17
@Britta,

ich habe den Bericht nie gesehen und bin mir nicht mal sicher, ob die NASA überhaupt auf dem Mond war.

Aber das zugrundeliegende Problem hat ein Freund von mir, der vor '89 in der DDR lebte, mit diesen Worten beschrieben: "Wir lebten in der DDR wie unter eine Käseglocke und wussten nicht, was in der Welt wirklich vorgeht." Die DDR gibt es nicht mehr, aber die Käseglocke ist nur größer geworden :rolleyes2:

War ja auch von 1993. Damals war Internet noch nicht so in.

Leider war ich so geschockt von dem Bericht, dass ich nicht daran gedacht hatte den Videorekorder einzuschalten.

Ich denke schon das die auf dem Mond waren.

Hellmann
28.04.2009, 10:10
Könnte eigentlich die britische Bezeichnung "Krauts" für die Deutschen ihren Ursprung im englischen "crowds" haben, also einen nur der britischen Oligarchie sich erschließenden Hintersinn?

Krauts->crowds->Haufen/Menge/Masse

Britta
28.04.2009, 12:15
Könnte eigentlich die britische Bezeichnung "Krauts" für die Deutschen ihren Ursprung im englischen "crowds" haben, also einen nur der britischen Oligarchie sich erschließenden Hintersinn?

Krauts->crowds->Haufen/Menge/Masse

Ne, das kommt von Friedrich von Preussen und seiner Sauerkraut-Erfindung. Das Heer mußte immer ein Fass mit Sauerkraut mit sich schleppen und hinter dem Lager eingraben.

Beverly
28.04.2009, 12:26
Ne, das kommt von Friedrich von Preussen und seiner Sauerkraut-Erfindung. Das Heer mußte immer ein Fass mit Sauerkraut mit sich schleppen und hinter dem Lager eingraben.

Ich vermute mal, der Sauerkraut sollte Vitamin C liefern und Mangelkrankheiten - Skorbut - vorbeugen.

Iphigenie
28.04.2009, 12:40
Wiki erklärt es recht gut....

Kraut (Ethnophaulismus)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Begriff Kraut ist eine meist stereotypisierende Bezeichnung für die Deutschen, die vor allem während des Zweiten Weltkrieges in England gebräuchlich war.

Der Begriff ist wahrscheinlich vom Sauerkraut abgeleitet, das als typisch deutsche Speise angesehen wurde. Neben Kraut waren in England auch die Bezeichnungen Fritz (Koseform von Friedrich), Hun (engl. für Hunne), Heini und Jerry in Gebrauch. Der Stereotyp des deutschen Sauerkrautessers ist jedoch älter als der Zweite Weltkrieg. So beschreibt beispielsweise Jules Verne in seinem 1879 veröffentlichten Roman Die 500 Millionen der Begum einen bösen deutschen Industriellen mit einer Vorliebe für Sauerkraut.

Eine weitere Erklärung für die Assoziation von Deutschen zu Sauerkraut kommt aus dem Bereich der Seefahrt. Nachdem im 18. Jahrhundert erkannt worden war, dass bestimmte Lebensmittel Skorbut verhindern konnten (heute weiß man, dass der Vitamin-C-Gehalt dafür verantwortlich ist), wurde auf deutschen Schiffen als Proviant auch Sauerkraut gereicht, da dieses zugleich lang haltbar und sehr Vitamin-C-haltig ist. In der englischen Marine wurde der Mangelerkrankung mit Zitronensaft aus den Kolonien Einhalt geboten (daher stammt der Spitzname Limey, der manchmal für englische Marineangehörige verwendet wird).

Von der Bezeichnung abgeleitet sind Krautland, das gelegentlich als Synonym für Deutschland Verwendung fand, sowie der Ausdruck Krautrock für den deutschen Progressivrock der späten 1960er und 70er Jahre. Scherzhaft werden die deutschen Karl May-Filme Krautwestern genannt.

grüße
Iphi:)

Iphigenie
28.04.2009, 12:56
Könnte eigentlich die britische Bezeichnung "Krauts" für die Deutschen ihren Ursprung im englischen "crowds" haben, also einen nur der britischen Oligarchie sich erschließenden Hintersinn?

Krauts->crowds->Haufen/Menge/Masse


tja Helli....

mit Sicherheit muß es so gewesen sein!!! Die Engländer,
beziehungsweise deren Agenten auf deutschsprachigem Gebiet
haben das Wort "Kraut" für "Deutscher" einzig und allein nur deshalb
gewählt, weil ihnen sogleich bewußt wurde, daß alle Engländer
dieses sofort in Verbindung mit dem Wort "crowds" bringen würden.
Ein genialer verschwörerischer Schachzug des bösen englischen
Geheimdienstes, den Deutschen eine auszuwischen.

Grüße
Iphi:)

Britta
28.04.2009, 22:05
Naja, das Kraut sieht ja auch ziemlich crowd aus wenn man sich so einen Teller voll genau ansieht... :giggle: