Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anarchie ist machbar, Herr Nachbar


wafi
07.08.2008, 16:41
Versuche ich mal eine völlig andere politische/gesellschaftliche Betrachtungsweise darzustellen.

Die Anarchie ist kein geschlossenes Gedankengebäude, sie reicht von einem Laotse, Diogenes, über William Godwin, Proudhon, Kropotkin, Stirner, Mühsam, Tolstoi, Gandhi, Goldman, Mancho ... Stowasser ... über IAA, FAU, Graswurzelrevolution bis ...?

Für die Jungs des schwarzen Blocks die unter schwarzen oder schwarz-roten Fahnen vermummt durch die Gegend laufen und sich gerne prügeln, wurde wg. fehlender intellektueller Eigenschaften das A mit nem Kreis versehen, damit sie wenigstens nicht noch Schreibfehler produzieren .... ....

Der Grundgedanke aller Anarchisten ist ähnlich, auch wenn es zwischen den unterschiedlichen Denkansätzen erhebliche Unterschiede gibt.
Die Aussage Anarchie ist Herrschaftslosigkeit ist sicherlich richtig, spiegelt aber nicht den ganzen Gedankengang wieder.
Landauer formulierte: „Anarchie ist nicht eine Sache der Forderungen, sondern des Lebens“ ...
und trifft m.E. damit den Kern der Anarchie. Im Gegensatz zu allen anderen Denkansätzen gehen die Anarchisten davon aus, daß jeder sein Leben so in die Hand nehmen kann, wie er/sie es sich wünscht, gemäß seinen ganz persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Menschlein braucht deshalb keinen Führer, der ihn wohin auch immer führt, Menschlein braucht den Freiraum seine Fähig- und Fertigkeiten zu entwickeln.

Das tut er logischerweise immer in seiner nächsten Umgebung. Sei es Familie, Haus, Straße, Stadt/Dorf ... schon weiter weg Landkreis ... fast kaum noch zu sehen Bundesland ... und was ist nen Staat? Soll heißen, Menschlein ist sehr zentralistisch wenn es um seinen Lebensmittelpunkt geht, oder im Umkehrschluß für einen Staat, extrem dezentral.
Die Bayern mögen mir verzeihen, aber mich interessiert relativ wenig, was sie in München oder wo auch immer machen.

Konsequenz ist, daß Anarchisten kleine, dezentrale Gebilde wollen, die für die Menschen, die dort leben übersichlich sind und weil überschaubar, auch gemeinsam geregelt werden können. Das es zwischen diesen dezentralen Gebilden auch Regelungsbedarf gibt, ist sicherlich richtig, aber wirklich viele Dinge fallen mir da beim besten Willen nicht ein, eigentlich nur zwei wesentliche Aspekte, Verkehrswege und universitäre Bildung, der Rest kann dezentral geregelt werden.

Führt logisch zu sehr unterschiedlichen dezentralen Gebilden. Na und? Eintönig ist langweilig, bunt ist halt scheuner ;-)
Bakunin beschrieb es so: „Der Staat ist eine Abstraktion, die das Leben des Volkes verschlingt, ein unermeßlicher Friedhof, auf dem sich alle Lebenskräfte eines Landes großzügig und andächtig haben hinschlachten lassen“
Die Lebenskräfte sind dezentral und wenn die sich frei entwickeln können, dann können sie sich gegenseitig befruchten, es geht um die „Konkurenz“ der Ideen und Lösungen. Für manche ein chaotisches Bild, aber was so chaotisch aussieht ist alles andere als Chaos, es wird Ordnungen geben, die sich aus diversen Randbedingungen unterschiedlich entwickeln und immer wieder hinterfragt werden, denn Randbedingungen ändern sich auch. Proudhon dazu „Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft“ ... und was sollte daran falsch sein?
Warum sollen die Anwohner einer Straße nicht entscheiden, wo es sinnvoll ist parken zu dürfen und wo nicht? Die wissen das besser als nen Bauamt ... als Bleistift mal.
Wie dezentrale Strukturen sich organisieren, ob freie Assoziation oder über Räte oder ... sollte jeder dezentralen Struktur selbst überlassen sein. Wesentlich ist die Kommunikation, Wiliam Godwin „Kommunikation ist das Wesen der Freiheit, Zwang kann nicht überzeugen.“

Das Menschenbild des Anarchisten ist simpel: Jeder bekloppte ist anders verrückt und das ist gut so! ... oder anders gesagt, die Diskussion on Menschlein gut/böse oder wie auch immer ist, ist irrelevant. Relevant ist, daß Menschen die kooperieren einfach bessere Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten haben, Probleme besser lösen können ... die Kooperation zunächst Grundlage menschlicher Geschichte ist. Man muß den Menschen nicht zu Kooperation erziehen. Anarchisten behaupten, daß das Gegenteil derzeit der Fall ist, Menschen werden zu unkooperativen Verhaltensweisen erzogen. Sollte man einfach sein lassen. Diese Frage war übrigends auch der Grund, weshalb die erste Internationale auseinanderbrach. Das Primat einer Partei zur Schulung des „sozialistischen“ Menschens ... erzeugte bei Bakunin und Co nur Brechreize und eine Abkehr von Marx und Murks ;-)

Natürlich gibt`s noch ne Menge zu sagen, soll ja nur nen kurzer Einstieg sein in eine, vielleicht interessante Debatte. Zwei Punkte möchte ich allerdings noch anschneiden, die durchaus entscheidend sind, besonders zur Abgrenzung zu den „lieben“ Sozialisten :-D

Proudhon vertrat folgende These: „Der persönliche Besitz ist die Bedingung des gesellschaftlichen Lebens. Fünftausend Jahre Eigentum beweisen: Eigentum ist der Selbstmord der Gesellschaft. Der Besitz ist rechtlich; das Eigentum ist widerrechtlich.“
Somit sind alle Arten wirtschaftlichen Handelns auch in einer Anarchie denkbar, mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, daß Eigentum nicht erworben werden kann. Macht ja auch irgendwie Sinn, denn das letzte Hemd hat eh keine Taschen ;-)

Letzter Punkt ... die Gewaltfrage. Durchaus sehr kontrovers unter Anarchisten diskutiert. Eine maßgebliche Gruppe lehnt Gewalt als Mittel ab, denn der wichtigste Grundatz, formuliert von Kropotkin lautet : „Anwesenheit des Ziels in den Mitteln“ ... so kann natürlich keine friedliche Gesellschaft mit Mitteln der Gewalt entstehen, keine freie Gesellschaft mit den Mitteln des Zwangs ... Beinhaltet aber auch den Abschied von revolutionären Träumen, hin zu einer Veränderung Schritt für Schritt. Deshalb etwas merkwürdig dieser schwarze Block ...

Wer noch nen bißchen weiter sich informieren möchte ... hier noch nen paar links:
Anarchopedia : http://de.anarchopedia.org/Hauptseite
(man scrolle mal etwas runter und betrachte die Gebrauchsanweisung zur Fußball EM *LOL*
Graswurzelrevolution: http://www.graswurzel.net/
Anarchosyndikalismus, FAU-IAA : http://www.fau.org/artikel/

Naja ... und dann gibt`s ja noch die yoou Tube ;-) : YouTube- Broadcast Yourself.

wafi
07.08.2008, 16:43
Anarchie ist von Anfang an negativ belegt, schlicht weil es Macht und Herrschaft komplett in Frage stellt übrigends wesentlich radikaler als der Kommunismus (nach Marx). Da soll ja erst Menschlein über die Schulung Sozialismus zu einem kooperativen Verhalten erzogen werden, wobei die Anarchie sagt, Menschlein ist eigentlich sowieso kooperativ, dat wird dem nur aberzogen.

Wenn du dir irgendeine Politkomikerrede anhörst wird sehr oft das Wort Anarchie gebraucht, natürlich als negativ und als Synonym für gewalttätiges Chaos. Genau das bedient der schwarze Block. Der größte Witz an der Sache ... die meisten von den schwarz vermummten sind im unvermummten Leben bei solid, Jusos, Antifa, jedoch weit weg von den anarchistischen Ideen. Was ich persönlich besonders erschreckend finde ist, daß die SS damit verhöhnt wird. Ne, ne ... nicht die SS sondern die Schwarzen Scharen, anarchosyndikalistische Jugendliche, die sich zusammen geschlossen hatten, zumeist aus der FAUD und der SAJD kamen und ziemlich massiven Widerstand gegen die Nazis leisteten, vielfach das mit ihrem Leben im KZ bezahlen mußten. Auch sowas, worüber nichts in der Auseinandersetzung mit der NS Zeit gesagt/geschrieben wird, ähnliches gilt für die Edelweißpiraten. Da sind bourgeoise Gruppen wie die Weiße Rose doch lieber....

Allerdings muß man auch klar sagen, die Gewaltfrage ist jetzt bei der Merhheit von bekennenden Anarchisten geklärt, wie beschrieben, der Großteil lehnt Gewalt ab.
Dem war aber nicht immer so.
Nach der Niederschlagung der Pariser Kommune war die "Propaganda der Tat" tatsächlich erster terroristischer Widerstand, leider durchgeführt von Anarchisten. Man kann nen ansatzweise Verständnis vor dem Hintergrund 20.000 toter Kommunarden in Paris entwickeln, aber rechtfertigt m.E. eben keine Gewalt.
Das Bild des anarchistischen Terroristen mit Bombe unter der Jacke, hat sich sehr schnell verfestigt. Auch in Spanien während des Bürgerkrieges gab es Morde z.B. an katholischen Priestern die versuchten mit ihrer Propaganda die libertären Projekte um Barcelona zu stören.
Auch die 30.000 Kämpfer der ukrainischen Bauern, die in der Ukraine ein libertäres Projekt (Machnotchina) zuerst gegen die Deutschen/Österreicher, dann gegen die weiße Armee um dann zuletzt geschlagen zu werden von der Roten Armee ... waren nicht grad friedliche Gesellen.
Übrigends leider so Geschichten die kaum bekannt sind, die Bolschewisten hatten kein Interesse daran ein anarchistisches Projekt auch nur ansatzweise in der Geschichte bestehen zu lassen, dabei umfaßte dies Projekt knapp 7 Mill. Einwohner. Selbiges gilt für Spanien, wer weiß heute noch, daß es um Barcelona ein relativ großes anarchistisches Projekt gab, selbst die Sozialisten verschweigen das gerne.
Nur ... man glaubt es kaum ... Süd-Korea ehrt noch heute Kim Jwa Jin, der bekannteste Vertreter eines anarchistischen Projektes, welches sich massiv gegen die Besatzung durch die Japaner gewehrt hat.

Die Abkehr von gewaltbereiten Lösungen hat drei Namen, der Vordenker Peter Kropotkin, der Vermittler Tolstoi und der "Erfinder" gewaltfreien Widerstandes, Mahatma Gandhi. Gandhi stand in Kontakt zu Tolstoi, dieser zu Kropotkin. Etliche von Gandhis Überlegungen lassen sich bei Kropotkin eben auch lesen.
Auch so nen Witz, zwar erklärte Gandhi in einer Rede in Dehli, daß er ein Anarchist ist, diese Tatsache wird aber nicht kommuniziert, weil paßt ja irgendwie nicht ins Bild des bösen, bombenschmeißenden und chaos verbreitenden Anarchisten. Schade eigentlich. Gandhi`s Ideen z.B. zur dezentralen Herstellung von Produkten, von dezentralen, selbstverwalteten Kommunen, sind 1:1 von Kropotkin übernommen worden und seine Weigerung innerhalb einer Staatsregierung mit zu arbeiten, hat nichts mit einem religiösen Hintergrund zu tun, sondern simpel mit der Tatsache, daß er nicht über Menschen herrschen wollte.

Btw ... gab es tatsächlich mal die Diskussion, ob man nicht lieber Libertär statt Anarchie sagt. Meint zwar das gleiche, hört sich aber anders an. Eben genau wg. den negativen Vorurteilen und ner möglichen Abgrenzung zu Wandschmierereien wo dann noch das A mit Kreis drumrum irgendwo prangt mit nem zumeist selten dämlichen Spruch.
Es scheint Konsens zu sein, daß Anarchisten bei dem Wort Anarchie bleiben. Der Grund ist wieder das Selbstverständnis. Einmal gehört die geschilderte gewalttätige Geschichte dazu und hat zu einem Lernprozeß geführt, zum anderen verstehen sich Anarchisten nicht als Elite. Irrungen, Wirrungen, Fehler gehören einfach zum Menschsein dazu und müssen von Gesellschaft ausgehalten werden. Die anarchistische Idee geht nicht von einem Übermenschen aus, deshalb ist es zwar nett, wenn man es für sich schafft einigermaßen konsequent zu leben, aber das ist nen persönliches Ding, gesamtgesellschaftlich muß man halt damit leben, daß die Inkonsequenz die Normalität ist ... und ganz ehrlich, wer bei sich genauer hinschaut entdeckt genügend eigene Inkonsequenz.
Klar kann/darf man sich über den schwarzen Block ärgern, klar darf man sich über den negativen Gebrauch des Wortes Anarchie ärgern ... aber die Kirche sollte man im Dorf lassen.

Gruß
Peter

wafi
07.08.2008, 16:43
Btw. ne Buchempfehlung
Titel ... wie könnte es anders sein : Anarchie
von Horst Stowasser
Nautilusverlag, ISBN 978-3-89401-537-4

vielleicht noch nen Wort dazu. Das Buch ist eine sehr gute kompakte Zusammenfassung diverser anarchistischer Denkkonzepte und Horst schafft es diese klasse zu verbinden. Nen Wort zu Horst ... 1981 wurde er zu Knast wg des bekannten Tucholsky Zitates verurteilt, schon vor der Vollpension hat er in diversen libertären Projekten mitgearbeitet. Im Moment ist sein Projekt ein Mehrgenerationenhaus, wen es interessiert, hier nen Interview: http://fau-duesseldorf.org/nachricht...wird-aufgebaut

Gruß
Peter

ahead
07.08.2008, 18:47
[...]
Konsequenz ist, daß Anarchisten kleine, dezentrale Gebilde wollen, die für die Menschen, die dort leben übersichlich sind und weil überschaubar, auch gemeinsam geregelt werden können. Das es zwischen diesen dezentralen Gebilden auch Regelungsbedarf gibt, ist sicherlich richtig, aber wirklich viele Dinge fallen mir da beim besten Willen nicht ein, eigentlich nur zwei wesentliche Aspekte, Verkehrswege und universitäre Bildung, der Rest kann dezentral geregelt werden.
[...]
ne menge bleiwüste, aber es erklärt nicht wie diese überdezentralen angelegenheiten geregelt werden sollen.
Neben verkehrswege und ausbildung fallen mir noch andere sachen ein, wie ist es mit dem gewaltmonopol? Wer vertritt das gebilde völkerrechtlich? Wie verhält es sich mit währungen? Wie wird ein rückfall in klein- und kleinststaaterei vermieden? Wer garantiert die einhaltung der menschenrechte?

wafi
07.08.2008, 21:38
sorry für die Bleiwüste, aber ich hab halt nur meine postings kopiert, deswegen nen bißchen sehr viel Blei.

Welches Gewaltmonopol???????????

Welches Gebilde????????

Wer soll wen "völkerrechtlich" vertreten und vor allem wozu????

Naja und wer die Menschenrechte vertritt, halt jeder ... oder auch nicht. Mal dusselig zurück gefragt, wer vertritt denn heute die Menschenrechte? ... und noch besser, wer setzt sie durch????????? Das sind doch nur Papiertiger, zu nix zu gebrauchen.

Gruß
Peter

ahead
07.08.2008, 21:53
sorry für die Bleiwüste, aber ich hab halt nur meine postings kopiert, deswegen nen bißchen sehr viel Blei.

Welches Gewaltmonopol???????????
Das monopol gewalt ausüben zu dürfen. Wer besitzt das? Oder haben wir dann eine Mad-Max-Welt in der der schwerbewaffnetste die macht ausübt?
Wer verurteilt gewaltverbrecher? Wer sperrt sie ein, wenn überhaupt?
Welches Gebilde????????Na, die gebilde der selbstbestimmung, die Du beschreibst

Wer soll wen "völkerrechtlich" vertreten und vor allem wozu????nun, es wird vermutlich nicht dazu kommen, daß wir eines morgens ausfwachen und alle welt ist in selbstbetimmte gebilde aufgeteilt... ;) also müssen diese gebilde ja irgendwie mit dem rest der welt interagieren, es sei denn sie sind völlig autistisch angelegt. ;)

Naja und wer die Menschenrechte vertritt, halt jeder ... oder auch nicht. Mal dusselig zurück gefragt, wer vertritt denn heute die Menschenrechte? ... und noch besser, wer setzt sie durch????????? Das sind doch nur Papiertiger, zu nix zu gebrauchen.Na dann, warum also ändern, wenns nicht besser als das bestehende sein soll? :confused:

wafi
07.08.2008, 22:11
empfehle einen BEsuch in Christiania /Kopenhagen, nen "Experiment" was durchaus schon lange läuft und schau`s dir an, wie man es selbst eingekesselt in einer anderen Gesellschaft schafft, ziemlich autark zu sein.

Hellmann
07.08.2008, 22:47
Von vornherein ist mir der Anarchismus auch sympathisch, während ich hierarchische Strukturen nicht aushalte. Das beginnt schon mit meinem Widerwillen gegen das Nachbeten großer Vordenker.

Wir leben in Gesellschaften, die von mächtigen, kriminellen Strukturen beherrscht werden. Gewaltverzicht halte ich für naiv, aber das muß jeder für sich entscheiden. Hierarchische Strukturen haben unter den herrschenden Verhältnissen den Nachteil, dass die Herrschenden eben leicht die Handvoll Leute an der Spitze kaufen können.

Dann verehren die Revolutionäre Regierungsagenten. :D

Vorrangig ist natürlich die Information über alles, was die Herrschenden so treiben: Kriege, Wirtschaftskrisen, inszenierte Massenbewegungen (Öko-Agenda, Club of Rome, WWF...) und eben die Hintergründe von dem Ganzen und die Herrschaftszirkel (Bilderberger, Transatlantiker - es ist eben kein Zufall, dass Joschka in der ZEIT schmieren darf und zu den Bilderbergern eingeladen war...).

Das ist auch der gefährlichste Job, weil die Leute ja sichtbar werden, wenn sie Informationen öffentlich weitergeben. Das läuft dann hier und heute auch nicht anders, als in den berüchtigten Stasigeschichten aus der DDR, nur dass im "freien Westen" sowas auch mal privat organisiert und damit viel unberechenbarer wird.

Die Mehrheit der Bürger hält nicht ohne Grund ihr Maul und interessiert sich höchstens für Fussball. Die sind nicht doof, die wissen schon warum, haben Angst um die Zukunft ihrer Kinder...

ahead
08.08.2008, 00:21
empfehle einen BEsuch in Christiania /Kopenhagen, nen "Experiment" was durchaus schon lange läuft und schau`s dir an, wie man es selbst eingekesselt in einer anderen Gesellschaft schafft, ziemlich autark zu sein.
Mal ehrlich wafi - schwaches bild :D

Christiana existiert nur deshalb noch weil die verfasste gesellschaft drumherum es ermöglicht, sprich das gewaltmonopol des staates dänemark ermöglicht aufgrund seiner gesetze die duldung. Aber auch das ist eine frage der zeit, sah ich doch letztens im TV, dsß sich dort immer mehr immobilienhaie sehen lassen, wenn die erstmal über ihre lobbies dendruck erhöhen ists dann auch aus... und dann? bewaffneter untergrundkampf?

ahead
08.08.2008, 00:28
Von vornherein ist mir der Anarchismus auch sympathisch, während ich hierarchische Strukturen nicht aushalte. Das beginnt schon mit meinem Widerwillen gegen das Nachbeten großer Vordenker.
Wie war das nochmal mit den steinen und dem glashaus? Oder anders, wer hat heute ein unterforum mit keynes zu gepflastert???? ;):D

[...]
Vorrangig ist natürlich die Information über alles, was die Herrschenden so treiben: Kriege, Wirtschaftskrisen, inszenierte Massenbewegungen (Öko-Agenda, Club of Rome, WWF...) und eben die Hintergründe von dem Ganzen und die Herrschaftszirkel (Bilderberger, Transatlantiker - es ist eben kein Zufall, dass Joschka in der ZEIT schmieren darf und zu den Bilderbergern eingeladen war...).Alles pipifax!
Haste dich schon mal über bertelsmann kundig gemacht, oder is das ne nummer zu groß?

Das ist auch der gefährlichste Job, weil die Leute ja sichtbar werden, wenn sie Informationen öffentlich weitergeben. Das läuft dann hier und heute auch nicht anders, als in den berüchtigten Stasigeschichten aus der DDR, nur dass im "freien Westen" sowas auch mal privat organisiert und damit viel unberechenbarer wird.

Die Mehrheit der Bürger hält nicht ohne Grund ihr Maul und interessiert sich höchstens für Fussball. Die sind nicht doof, die wissen schon warum, haben Angst um die Zukunft ihrer Kinder...

Papperlapapp - die leute haltens maul weil si ihre ruhe haben wollen, ihre kleine idyllische kleinfamilie, oder ihren skatabend, usw usf jeder will in ruhe sein kleines privates ding durchziehen und basta! :rolleyes2:

wafi
08.08.2008, 07:55
ahead,

wie kommst du auf das schmale Brett? Christiania ist dermaßen oft tot gesagt worden, daß man wohl davon ausgehen muß, daß Tote länger leben :D
btw. natürlich wird mit der Gesellschaft drumrum gelebt, daß die Christiania teilweise massiv bekämpft, ist halt so. Der Witz ist nur der, daß wenn tatsächlich der Versuch gemacht würde Christiania platt zu machen, hundertausende kämen um das zu verhindern. Der "Spaß" wg. Ungdomshuset wäre dagegen nur nen billiger abklatsch.

aber ich geh gerne noch nen bißchen auf deine Anmerkungen ein.
Gewaltmonopol, einsperren von Verbrechern ...
- ziemlich einfach. Verbrechen passieren nicht im luftleeren Raum, sondern in gesellschaftlichen Bedingungen. Ändern sich diese, dann ändert sich auch "Verbrechen". Es ist durchaus davon auszugehen, daß ne ganze Menge von Verbrechen schlicht nicht in einer solidarischen Gesellschaft passieren. Es wird aber auch dort zu Verbrechen kommen, alles andere wäre illusorisch anzunehmen. Nur, was bringt es einen Verbrecher wegzusperren? Es gibt zwei Möglichkeiten, extrem schlechte Sozialisation ... dann muß Gesellschaft was tun um zu re-sozialisieren. Geht irgendwie nicht im Knast, siehe Rückfallquoten. Die andere Möglichkeit ist, daß der Verbrecher krank ist. Naja und nen Kranken behandelt man, auch da bringt Knast nix.
Btw. ein Verbrechen wird auch nicht durch Strafandrohung verhindert. Wie sollte das gehen, Verbrecher geht ja erstmal davon aus nicht erwischt zu werden, also nichtmals präventiv taugt das "Gewaltmonopol" etwas.
Und Schutz des Schwachen durch Gesetzgebung? Lächerlich, siehe meinen anderen trööt zu Arbeitszeit und Jugenschutz ... Setzt du das "Recht" durch, ist er den Job los, na toll, das hat dann viel gebracht. Das Zusammenleben wird eben nicht durch Gesetze bestimmt, sondern ausschließlich durch den gemeinsamen Umgang. Ein fataler Fehler der Republikaner und der Sozialisten ist simpel zu glauben, wenn Staat stark wäre, würde alles gut. Nix ist, verlagert nur das Problem auf ne Ebene, wo das Problem nicht zu lösen ist.

Gruß
Peter

axo. ... zu TV Bericht ... verweise gerne auf otix_ : Dein Fernseher lügt! :D

otix_
08.08.2008, 08:30
Von vornherein ist mir der Anarchismus auch sympathisch, während ich hierarchische Strukturen nicht aushalte. Das beginnt schon mit meinem Widerwillen gegen das Nachbeten großer Vordenker.


ja, das spricht mir aus der Seele : ).
Allein schon TV-Formate mit klatschenden Zuschauerreihen wirken auf mich immer bizarrer und sind ein Grund mehr, gleich weiterzuzappen.
TV nur noch die 10 min. vor dem Einschlafen..

Einer politischen, kritischen Diskussion hat das auf jeden Fall keinen Gefallen getan, ist das Gehasche nach direktem Zuspruch (durch Beifall) so groß, das nur Worthülsen rausposaunt werden....

ahead
08.08.2008, 21:25
[...]

aber ich geh gerne noch nen bißchen auf deine Anmerkungen ein.
Gewaltmonopol, einsperren von Verbrechern ...
- ziemlich einfach. Verbrechen passieren nicht im luftleeren Raum, sondern in gesellschaftlichen Bedingungen. Ändern sich diese, dann ändert sich auch "Verbrechen". Es ist durchaus davon auszugehen, daß ne ganze Menge von Verbrechen schlicht nicht in einer solidarischen Gesellschaft passieren. Es wird aber auch dort zu Verbrechen kommen, alles andere wäre illusorisch anzunehmen.
Eben, ich denke ein totschlag im affekt oä ist unabhängig von der gesellschaftsordnung...

Nur, was bringt es einen Verbrecher wegzusperren? Es gibt zwei Möglichkeiten, extrem schlechte Sozialisation ... dann muß Gesellschaft was tun um zu re-sozialisieren. Geht irgendwie nicht im Knast, siehe Rückfallquoten. Die andere Möglichkeit ist, daß der Verbrecher krank ist. Naja und nen Kranken behandelt man, auch da bringt Knast nix.
Kriminelle zu psychatrisieren hat eine lange tradition....

Btw. ein Verbrechen wird auch nicht durch Strafandrohung verhindert. Wie sollte das gehen, Verbrecher geht ja erstmal davon aus nicht erwischt zu werden, also nichtmals präventiv taugt das "Gewaltmonopol" etwas.
Und Schutz des Schwachen durch Gesetzgebung? Lächerlich, siehe meinen anderen trööt zu Arbeitszeit und Jugenschutz ... Setzt du das "Recht" durch, ist er den Job los, na toll, das hat dann viel gebracht. Das Zusammenleben wird eben nicht durch Gesetze bestimmt, sondern ausschließlich durch den gemeinsamen Umgang. Ein fataler Fehler der Republikaner und der Sozialisten ist simpel zu glauben, wenn Staat stark wäre, würde alles gut. Nix ist, verlagert nur das Problem auf ne Ebene, wo das Problem nicht zu lösen ist.Das gewaltmonopol -> "Das Gewaltmonopol des Staates bezeichnet die ausschließlich staatlichen Organen vorbehaltene Legitimation, physische Gewalt auszuüben oder zu legitimieren. Es ist ein Prinzip aller modernen Staaten und gilt als eine der Grundlagen für das Funktionieren des Rechtsstaates." hat also erstmal nichts mit einem starken, bzw autoritären staat zu tun.
Um mal zu deinem beispiel zurück zu kommen, in Chritiania sind ua. alle waffen verboten, wer sich nicht dran hält fliegt - da hat also doch jemand ein gewaltmonpol, und es muß ja auch irgendwie durchgesetzt werden, weil sonst sind alle regeln sinnlos. Tja, die Christianianer machen es sich hier einfach und rufen die dänische polizei, was aber wenn es nur Christianias weit & breit gibt (was ja prinzipiell das ziel sein soll, wenn ich das richtig verstanden habe)?
Werden dann die schwerbewaffneten gangs eine herrschaft errichten?
Wird es ausreichen diese leute mit plenumsbeschlüssen zu bedrohen?

axo. ... zu TV Bericht ... verweise gerne auf otix_ : Dein Fernseher lügt! :D
Das wüßt ich - hab meinen tv an einen lügendetektor angeschlossen :D

Turandot
08.08.2008, 22:26
:kopfkratz:



Also mir war die Anarchie noch nie sympathisch ... aber wer weiß warum. Religionen haben es mir auch nicht angetan und ein Fan von Regeln bin ich auch nicht.


Regeln existieren in der Welt - z.B. Kleinkinder haben Regeln, aber nur mit einer betreffenden Person. Wenn ein anderer kommt und auf das Kind aufpasst, dann werden neue Regeln vereinbart und das Kind versucht das zu machen, was ihm bei Papa nicht erlaubt ist.

Nun gibt es heute Regeln, die für alle gelten. Z.B. du sollst nicht morden. Wenn die Regel nicht gilt, dann ist das eher schlecht für die Friedlichen.


Anarchismus - so wie ich ihn verstehe - bedeutet, dass der 'Wille zur Macht' und der Erfolg dieses Willens, betreffende Personen nach oben bringen, also über die Personen stellen, die faul sind, lieber Gedichte lesen, zu doof sind, um mitzumischen, von Natur aus "schwach" oder zu harmoniebedürftig sind etc. etc.

Wenn nun aber jemand den Willen zur Macht hat und diese auch durchsetzt, dann wird er wohl versuchen, diesen Zustand zu erhalten. Also: die "Unterdrückten" sollen nie nach oben kommen. Führt logisch dazu, dass er Regeln erschafft, die ganz "anarchistisch" durchgesetzt werden. Und heraus kommt, was wir heute haben. :kopfkratz:

Daher sehe ich null Widerspruch zwischen Herrscherzuständen und Anarchie.

Da fällt mir ein Witz zu dem Thema ein. Es wurde eine neue Partei gegründet, die "Alles ist uns egal"-Partei. Journalisten fragen: "Ja, sagt mal, ist euch den alles egal?"
"Ja, alles."
"Ist es euch denn auch egal, wenn ihr kein Geld mehr habt, um weiterzumachen?"
"Nein, das nicht."
"Aber da widersprecht ihr doch euren eigenen Prinzipien."
"Ja ... DAS ist uns egal."

wafi
08.08.2008, 22:48
hm Turandot

also wo Herrschaftslosigkeit = Anarchie die Möglichkeit bietet, Macht über andere zu bekommen, ist mir schleierhaft?

Im übrigen, kein Anarchist hat was gegen Regeln, aber bitteschön welche die eben die Akzeptanz der jeweiligen Gruppe hat. Was wir heute haben ist keine Akzeptanz, nimm den thread zu den Ü-Eiern :kopfkratz:

Das Problem ist doch simpel, akzeptiert Menschlein Regeln, weil es sich damit besser leben läßt, machen Regelverstöße wenig Sinn.

Gruß
Peter

Turandot
08.08.2008, 22:56
hm Turandot

also wo Herrschaftslosigkeit = Anarchie die Möglichkeit bietet, Macht über andere zu bekommen, ist mir schleierhaft?

Im übrigen, kein Anarchist hat was gegen Regeln, aber bitteschön welche die eben die Akzeptanz der jeweiligen Gruppe hat. Was wir heute haben ist keine Akzeptanz, nimm den thread zu den Ü-Eiern :kopfkratz:

Das Problem ist doch simpel, akzeptiert Menschlein Regeln, weil es sich damit besser leben läßt, machen Regelverstöße wenig Sinn.

Gruß
Peter


Hm ... also die Sache mit den Ü-Eiern ist m.E. wirklich Ablenkung von real vorhandenen Problemen. Die Zeitungen brauchen was, worüber sie sich echauffieren können.

Wenn man mal sieht, was wir aktuell für Insolvenzen, Abschreibungen etc. haben, da kommt die Frage von Ü-Eiern sicher nicht auf.

Herrschaftslosigkeit = Anarchie

Ist mir nicht klar, warum das unbedingt regional abläuft. Wenn einer mächtiger wird als der andere, dann ist das doch logisch, wenn er diese Profitsituation ausbaut. Oder nicht. :kopfkratz:

Der Züchter von seltenen Pflanzen wird wohl kaum versuchen, die Macht zu ergreifen ...

Wie gesagt: eventuell verstehe ich das Programm nicht.

wafi
09.08.2008, 10:39
Turandot

wieso sollte es logisch sein Macht zu ergreifen? Ist das nicht vielmehr die Frage, wie wird Mensch in der Gruppe anerkannt? Ganz dusselig gefragt, was wird wohl die absolute mehrheit von Menschleins wollen? Ich würde mal behaupten, eine wie auch immer geartete wirtschaftliche Sicherheit, genug zu essen und Menschen die man lieben kann und von denen geliebt zu werden. Unser Problem heute ist doch eher, der wirtschaftliche Aspekt wird in den Vordergrund gestellt und die zwischenmenschlichen Beziehungen werden durch künstliche "Beziehungen" ersetzt, sei es Fernsehen, Statussymbole etc.

Warum ein solches Konzept imme nur regional ablaufen kann ist doch offensichtlich. Alle Regeln sind nichts anderes als Vereinbarungen zwischen Menschen .. und die sind nun mal regional. Zentralistische Regeln, reflektieren eben nicht unbedingt die lokalen Bedingungen.Je größer du Gebilde, bis hin zu nem Staat machst, desto mehr Hierachieebenen wirst du machen müssen, sonst klappt das nicht. Nimm Deutschland ... klar könnte man Volksentscheide einführen ... aber dennoch, die Entscheidungen werden immer mehr vom Einzelnen abgekoppelt und du hast Machtstrukturen. Mir kann z.B. niemand erklären, warum ein Kumi in Kiel darüber entscheidet, wie wir hier in Schleswig unsere Schulen haben wollen, das geht die nen Dreck an. Oder welche Straße hier in SL wie gebaut wird, wo ne Ampelanlage hinkommt etc, unterliegt irrsinnig vielen Gesetzen und Regeln, die Frage wie wir das als Anwohner finden, interessiert niemanden usw usw.

Noch nen ganz entscheidender Punkt bezüglich Regeln. Du hast das Beispiel Kinder gebracht. In der Entwicklung gibt es ne Unmenge an sich ändernden Regeln. Beispiel, nem 3Monate altem Kind brauchst du nix über Streichhölzer zu erzählen ... nem 3 jährigen schon (besser ist das) ... nem 13 jährigen brauchste nix mehr drüber zu erzählen. Daß solche Regeln natürlich ausgetestet werden und die Grenzen der Regeln verschoben werden, ist eben ganz natürlich. Wieso sollte das im Allgemeinen anders sein? Der einzige Punkt den ich sehe, der für starre Regeln spricht ist das Bedürfnis vieler, nen starren Rahmen zu haben an dem man sich orientieren kann und je bröckeliger der Rahmen wird, desto mehr Streben werden eingesetzt (siehe Ü-Eier :D ) Nur, das Leben ist nun mal nicht starr, sondern dynamisch.

Gruß
Peter

dart1976
09.08.2008, 12:15
Autsch das Thema ist schwierig. Da prallen viele Meinungen aufeinander.

Grundsätzlich stimme ich zu, Anarchie ist machbar, Herr Nachbar.
Wobei es sehr wichtig ist Anarchie ohne die Geschichtlich geprägten Vorurteile zu sehen.

Im Grunde Bedeutet Anarchie, dass sich jeder seine Gesetzte und Regeln selber, für sich erstellt.
In der Gruppe verbinden sich die einzelnen Gesetze zu einem Gemeinsamen Gesetz.
Das nur über die Gesetze der einzelnen Gruppenmitglieder definiert ist.
Es gibt kein Allgemeingültiges Gesetz in der Anarchie.

Daraus ergibt sich der Nachteil (Vorteil) das sich jeder selbst Regiert, und Politiker (Würde es auch in der Anarchie geben) keine Herrscher sind sondern, Angestellte die diese Regierungsarbeit für den einzelnen Kurzfristig nach eigenen Bedarf übernehmen.

Gefährlich werden die Mitläufer (Menschen die Meinungen ohne zu hinterfragen von andern übernehmen), dadurch wird die Anarchie zerstört. Die Macht wird nicht vom Machthaber genommen, sondern die Mehrheit weißt dem Machthaber die Macht zu.

In kleinen Gruppen funktioniert Anarchie perfekt, nur für größere Gruppen entstehen noch viel zu viel Gruppendynamik und Gruppenzwänge.
Die meisten Menschen sind leider noch nicht soweit, aber vielleicht wird’s ja noch.

wafi
09.08.2008, 15:52
naja, also die meisten Menschen haben zwischen den Ohren ein 3D geformtes Gebilde, mit dem man wunderbar Dinge bedenken kann und lösen kann. Was ich nicht verstehe, warum sollte eine Herrschaftsform, wie auch immer sie aussieht, besser sein für den einzelnen, denn der/die Herrscher haben auch nur ein so nen Ding zwischen den Ohren mit dem sie genausoviel oder genausowenig wie jeder andere anfangen können.
Also rein technisch sind die Voraussetzungen bei jedem gegeben, wieso sollten die Menschen nicht soweit sein, über sich selbst zu bestimmen? Tun sie doch jeden Tag, permanent.

Das es Schwierigkeiten gibt, klar. Das Fehler gemacht werden, GUT SO! Das Entwicklungen mal nicht so toll, mal ganz klasse laufen, völlig in Ordnung. Wesentlich ist einfach, Menschlein braucht niemanden der ihm sagt was er tun soll und "Eliten" sind Einbildung ... ok, auch ne Art von Bildung :D

Gruß
Peter

dart1976
09.08.2008, 16:07
Ob man etwas Braucht oder nicht, bestimmt nicht über das Haben wollen oder nicht Haben wollen.
Menschlein sucht sich ein Herrscherlein. Menschlein will nicht die ganze Verantwortung tragen oder selber nachdenken was Menschlein machen oder lassen soll.

ahead
09.08.2008, 16:19
... auch in der anarchie wird sich die herausbildung, zumindest informeller, "eliten" nicht verhindern lassen.

wafi
09.08.2008, 16:48
ahead

hm ... ich kenne keine Gesellschaftsform, in der informelle "Eliten" zu verhindern gewesen wären. Ist auch weiter nicht wild, wenn sie eben keine Macht ausüben können. Wild wird`s nur, wenn informelle "Eliten" durch Macht und Herrschaft regieren können, wie z.B. jetzt und hier.

Dart,
wenn es so wäre, daß Mennschlein seinen Herrscher aussuchen würde, wäre das ja auch ok, nur, zeig mir bitte nur eine einzige Gesellschaftsform/Zeit/Umstände .. in denen das tatsächlich so gewesen ist. Wenn es eine wirkliche Wahl eines Herrschers gab, dann nur als Wahl zwischen Pest und Cholera ohne die Wahl auf nen Herrscher auch verzichten zu können.
Im übrigen trägt jeder jeden Tag Verantwortung für sich und sein Umfeld, oder steht morgends bei dir jemand vor der Tür und weckt dich, befiehlt dir Frühstück zu machen, zu malochen usw...??? Nö, machst du alles, weil du es für dich als ok ansiehst. Ob da irgendwer Herrscher ist oder nicht, stört dich zumindest nicht kurz nach dem Aufwachen.

ahead
09.08.2008, 17:06
ahead

hm ... ich kenne keine Gesellschaftsform, in der informelle "Eliten" zu verhindern gewesen wären. Ist auch weiter nicht wild, wenn sie eben keine Macht ausüben können. Wild wird`s nur, wenn informelle "Eliten" durch Macht und Herrschaft regieren können, wie z.B. jetzt und hier.

Im hier & jetzt sind es keine informellen "eliten", die macht ausüben sondern formale. Wie soll also in der anarchie verhindert werden können, daß aus informellen "eliten" formale macht & herrschafts"eliten" werden?

wafi
09.08.2008, 17:19
ähm ... ahead ...

wer hat die Finanzvorstände denn gewählt? Wer hat RWE gewählt, Exxon usw ... und welche formell gewählten Vertreter können gegen die informellen Mächtigen irgend etwas wirklich durchsetzen????

ahead
09.08.2008, 17:30
ähm ... ahead ...

wer hat die Finanzvorstände denn gewählt? Wer hat RWE gewählt, Exxon usw ... und welche formell gewählten Vertreter können gegen die informellen Mächtigen irgend etwas wirklich durchsetzen????
Das ist eine frage mit gegenfragen beantwortet... :rolleyes2:

Die finanzvorstände werden von der aktionärsversammlung gewählt, auch Dir steht es frei Dir aktien mit stimmrecht zu kaufen und so mitzubestimmen. ;)

wafi
09.08.2008, 19:00
ah ja ... und was hat das mit selbstgewähltem Herrschaftssystem zu tun? Nix, obwohl die informelle Herrschaft ausüben. Tscha und manchmal ist es schlicht so, daß man absonderliche Fragen eigentlich nur mit Gegenfragen beantworten kann. Sorry for that, aber wer unterstellt, daß wir heute hier ... oder auch in den letzten Jahrhunderten, es mit formellen Herrschaftssystemen zu tun hätten, hat irgendwo nen Verständnisproblem. Selbst die Demokratie wäre nen relativ nettes System, gäbe es sie denn ... nur gibt sie simpel nicht, weil die Macht eben nicht auf der formellen Ebene liegt, sondern auf der informellen.

Gruß
Peter

ahead
09.08.2008, 19:21
ah ja ... und was hat das mit selbstgewähltem Herrschaftssystem zu tun? Nix, obwohl die informelle Herrschaft ausüben. Tscha und manchmal ist es schlicht so, daß man absonderliche Fragen eigentlich nur mit Gegenfragen beantworten kann. Sorry for that, aber wer unterstellt, daß wir heute hier ... oder auch in den letzten Jahrhunderten, es mit formellen Herrschaftssystemen zu tun hätten, hat irgendwo nen Verständnisproblem. Selbst die Demokratie wäre nen relativ nettes System, gäbe es sie denn ... nur gibt sie simpel nicht, weil die Macht eben nicht auf der formellen Ebene liegt, sondern auf der informellen.

Ja, und meine absonderlich frage bezieht sich darauf, wie man das im anarchismus regeln will...

dart1976
09.08.2008, 19:32
Dart,
wenn es so wäre, daß Mennschlein seinen Herrscher aussuchen würde, wäre das ja auch ok, nur, zeig mir bitte nur eine einzige Gesellschaftsform/Zeit/Umstände .. in denen das tatsächlich so gewesen ist.


Da hätten wir mal die Ehe, gilt zwar nicht für jede aber es kommt vor.
Der Verein ein Obmann wird bestimmt.

Du geht’s davon aus, dass Macht nur genommen werden kann.
Das eindeutige nicht immer der Fall ist.
Macht kann auch gegeben werden.

Demokratie funktioniert in dem der Mehrheit die Macht zugesprochen wird, die Minderheit muss diese Macht anerkennen und sich unterordnen. Wenn man nicht die Mehrheits- Meinung teilt kann Demokratie schlimmer sein als Diktatur, da man es nicht nur mit einem Diktator zutun hat sondern mit sehr vielen.

Eliten bilden sich wenn in der Masse, der Einzelne keine eigene Meinung mehr besitzt (wegmanipuliert), dann fordern die Einzelnen nach Führung.

ahead
09.08.2008, 19:40
[...]

Demokratie funktioniert in dem der Mehrheit die Macht zugesprochen wird, die Minderheit muss diese Macht anerkennen und sich unterordnen. Wenn man nicht die Mehrheits- Meinung teilt kann Demokratie schlimmer sein als Diktatur, da man es nicht nur mit einem Diktator zutun hat sondern mit sehr vielen.
Von so her ist zur demokratie auch noch der pluralismus wünschenswert.

Eliten bilden sich wenn in der Masse, der Einzelne keine eigene Meinung mehr besitzt (wegmanipuliert), dann fordern die Einzelnen nach Führung.Schon in relativ kleinen gruppen kann es zur "eliten"bildung führen, dazu brauch es keine massen.

Britta
10.08.2008, 20:59
Ja, und meine absonderlich frage bezieht sich darauf, wie man das im anarchismus regeln will...

Dazu müßtest du den Anarchismus erstmal erreichen.

Herrschaft wurde meißt mit Angst begründet. Die Menschen müssen Angst haben und wählen diejenigen, von denen sie sich versprechen beschützt zu werden zu ihren Herrschern.

Angst entsteht durch Dummheit und Unwissen.

Wir werden schon so lange unwissend und dumm in Angst gehalten.

Wer das ändern will, kann im kleinen Kreis anfangen die Leute zu bilden und ihnen die Angst zu nehmen.

Wie sehr manche Menschen aufblühen, nur wenn man nett zu ihnen ist, ist manchmal recht erstaunlich. Eigentlich sind doch fast Alle krank vor Angst.

wafi
10.08.2008, 21:07
Britta

falsch ... wir sind nicht unwissend und das bezieh ich mal auf 90% der hiesigen Bevölkerung. Es ist die Angst das Wissen adäquat anzuwenden.

Iphigenie
10.08.2008, 21:44
ah ja ... und was hat das mit selbstgewähltem Herrschaftssystem zu tun? Nix, obwohl die informelle Herrschaft ausüben. Tscha und manchmal ist es schlicht so, daß man absonderliche Fragen eigentlich nur mit Gegenfragen beantworten kann. Sorry for that, aber wer unterstellt, daß wir heute hier ... oder auch in den letzten Jahrhunderten, es mit formellen Herrschaftssystemen zu tun hätten, hat irgendwo nen Verständnisproblem. Selbst die Demokratie wäre nen relativ nettes System, gäbe es sie denn ... nur gibt sie simpel nicht, weil die Macht eben nicht auf der formellen Ebene liegt, sondern auf der informellen.

Gruß
Peter

Hi Peter,

sag mir Bescheid, wenn Du in Deinem Faden hier argumentative Hilfe brauchst:happy::)

*ups* gut, daß ich hier gelandet bin...Hab Dir ja noch ne mail zu beantworten.

gruß
Iphi

wafi
10.08.2008, 23:14
Iphi

ich denk grad drüber nach, ob es nicht sinnvoll wäre den thread so erst mal locker zu beenden und threads zu Stirner, Kropotkin, Bakunin usw. zu eröffnen, denn dieser thread gestaltet sich zunehmend als zu eng.

Jau und latürlich fehlt noch deine emil Erwiderung auf den Kaffee :D :D

Gruß
Peter

P.S. laß dich nicht zusehr im Nachbarforum ärgern. Ich hab das abgehakt unter ... so what.

Turandot
10.08.2008, 23:22
ich denk grad drüber nach, ob es nicht sinnvoll wäre den thread so erst mal locker zu beenden und threads zu Stirner, Kropotkin, Bakunin usw. zu eröffnen, denn dieser thread gestaltet sich zunehmend als zu eng.

Oh ja, bitte. Tät mich interessieren. :)

ahead
11.08.2008, 01:11
Dazu müßtest du den Anarchismus erstmal erreichen.
Ja, das ist ein weiteres problem, denn der anarchismus erreicht sich übergangslos quasi von selbst über nacht. :D

Herrschaft wurde meißt mit Angst begründet. Die Menschen müssen Angst haben und wählen diejenigen, von denen sie sich versprechen beschützt zu werden zu ihren Herrschern.

Angst entsteht durch Dummheit und Unwissen.

Wir werden schon so lange unwissend und dumm in Angst gehalten.

Wer das ändern will, kann im kleinen Kreis anfangen die Leute zu bilden und ihnen die Angst zu nehmen.

Wie sehr manche Menschen aufblühen, nur wenn man nett zu ihnen ist, ist manchmal recht erstaunlich. Eigentlich sind doch fast Alle krank vor Angst.
Größtenteils stimm ich zu, allerdings glaube ich auch, daß viele menschen einfach angst vor ihrer eigenen courage haben.... lieber krallt man sich an dem fest was schon da ist, und sei es noch so beängstigend, dafür aber die "sicherheit" des bekannten gibt, als was neues auszuprobieren, was wieder angstbehaftet und mit unsicherheit verbunden wäre.

Erich Fromm (http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fromm) schrieb hierzu ein schönes buch: "Die Furcht vor der Freiheit"

<freedom is just another word for nothing have to lose>

ahead
11.08.2008, 01:13
Iphi

ich denk grad drüber nach, ob es nicht sinnvoll wäre den thread so erst mal locker zu beenden und threads zu Stirner, Kropotkin, Bakunin usw. zu eröffnen, denn dieser thread gestaltet sich zunehmend als zu eng.
[...]

Über einzelne autoren zu diskutieren soll die diskussion weniger eng machen? :confused:

wafi
11.08.2008, 06:42
nö ahead

es gibt einfach sehr unterschiedliche Betrachtungsweisen und nen Stirner geht komplett anders ran als nen Kropotkin oder nen Gandhi.... Der Witz dabei ist einfach, trotz verschiedenster Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten, gibt`s nen gemeinsamen roten Faden.

ahead
11.08.2008, 12:46
nö ahead

es gibt einfach sehr unterschiedliche Betrachtungsweisen und nen Stirner geht komplett anders ran als nen Kropotkin oder nen Gandhi.... Der Witz dabei ist einfach, trotz verschiedenster Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten, gibt`s nen gemeinsamen roten Faden.
jo, wafi,
da wär's doch sinnvoller statt jede strömungt einzeln zu diskutieren weiterhin am "gemeinsamen roten Faden" zu diskutieren.
Die, bisher unbefriedigend beantworteten, fragen stellen sich jeder anderen "Betrachtungsweise" genauso.

BTW war Gandhi kein anarchist.

wafi
11.08.2008, 13:38
hm ahead

wenn Gandhi an der Uni Benares erklärt, er sei Anarchist, dann dürfte dies durchaus den Tatsachen entsprechen. Kannste dir ergoogeln. Die deutsche Übersetzung : http://www.graswurzel.net/225/gandhi.shtml

aber du kannst das in ähnlicher weise auch hier lesen: http://www.calpeacepower.org/0201/gandhi_anarchist.htm

und noch diverseste andere Quellen.

Zu den Fragen, die für dich nicht beantwortet scheinen ... kann ich leider auch nix dran machen, wenn dir die Antworten nicht genügen, mußte halt selber welche finden.

ahead
11.08.2008, 14:53
hm ahead

wenn Gandhi an der Uni Benares erklärt, er sei Anarchist, dann dürfte dies durchaus den Tatsachen entsprechen. Kannste dir ergoogeln. Die deutsche Übersetzung : http://www.graswurzel.net/225/gandhi.shtml

aber du kannst das in ähnlicher weise auch hier lesen: http://www.calpeacepower.org/0201/gandhi_anarchist.htm

und noch diverseste andere Quellen.

Naja, vereinahmung eben.... :rolleyes2:

In der Übersetzung ist das wort "anarchist" synonym zu "terrorist" bzw. "bombenwerfer" und "anarchie" im sinne von "chaos, unordnung" verwendet - schade das es keinen originaltext gibt.

Der zweite text liefert eigentlich nichts spezifisch anarchistisches, dem könnte man auch das schild "sozialistisch" umhängen...

Zu den Fragen, die für dich nicht beantwortet scheinen ... kann ich leider auch nix dran machen, wenn dir die Antworten nicht genügen, mußte halt selber welche finden.

Nun gut, ich dachte, dies wäre ein diskussions- und kein proklamationsforum....

wafi
11.08.2008, 15:23
ähm...

wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Wie bezeichnest du denn jemanden, der davon ausgeht, daß ein Staat ein seelenloses Monster ist und sich nur mit Gewalt durchsetzen kann ... oder daß Parlamentarismus nix anderes ist als ein emblem der Sklaverei?? Oder das Mehrheitsentscheidungen eben nicht Minderheiten pressen dürfen? Oder daß er fordert, daß es eine Gesellschaft keine Hierachie Pyramide haben darf, sondern eine Ebene mit dem Zentrum des Individuums (übrigends eben NICHT einer Masse/Gruppe wie bei den Sozialisten) ...

Vergleiche mal Bakunins Aussage zum Staat mit der Aussage von Gandhi. Bakunin: "Der Staat ist eine Abstraktion, die das Leben des Volkes verschlingt - ein unermeßlicher Friedhof auf dem alle Lebenskräfte eines Landes großzügig und andächtig haben hinschlachten lassen"

Btw. Gandhi stand in regem Kontakt mit Tolstoi, dessen Kumpel hieß übrigends Kropotkin.
Du wirst Schwierigkeiten haben einen "sozialistischen Ansatz" bei Gandhi zu finden, denn Gandhi lehnte eben Führungseliten ab, sondern verlangte freie Menschen.

ahead
11.08.2008, 18:13
ähm...

wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Wie bezeichnest du denn jemanden, der davon ausgeht, daß ein Staat ein seelenloses Monster ist und sich nur mit Gewalt durchsetzen kann ... oder daß Parlamentarismus nix anderes ist als ein emblem der Sklaverei?? Oder das Mehrheitsentscheidungen eben nicht Minderheiten pressen dürfen? Oder daß er fordert, daß es eine Gesellschaft keine Hierachie Pyramide haben darf, sondern eine Ebene mit dem Zentrum des Individuums (übrigends eben NICHT einer Masse/Gruppe wie bei den Sozialisten) ...

Vergleiche mal Bakunins Aussage zum Staat mit der Aussage von Gandhi. Bakunin: "Der Staat ist eine Abstraktion, die das Leben des Volkes verschlingt - ein unermeßlicher Friedhof auf dem alle Lebenskräfte eines Landes großzügig und andächtig haben hinschlachten lassen"

Btw. Gandhi stand in regem Kontakt mit Tolstoi, dessen Kumpel hieß übrigends Kropotkin.
Du wirst Schwierigkeiten haben einen "sozialistischen Ansatz" bei Gandhi zu finden, denn Gandhi lehnte eben Führungseliten ab, sondern verlangte freie Menschen.

<hüstel>

Im speziellen:
Gandhi wollte also nicht die briten von der macht ablösen, sondern sie als induvidien daran beteiligen wie alle inder (und nur die) auch?? Wie war Gandhis verhältnis zu den muslimen, hat er die auch an bord geholt, oder ausgegrenzt?

"Er beschäftigte sich mit politischen und gesellschaftlichen Strömungen wie Sozialismus, Anarchismus, Atheismus und Pazifismus. (http://de.wikipedia.org/wiki/Mohandas_Karamchand_Gandhi#Studium_in_London)"

Im allgemeinen:
Was du da oben beschreibst, ist doch nichts spezifisch anarchistisches.

"Die Gesetzgebung richtet sich in ihrem Charakter, ihrem Inhalt, ihren Resultaten stets nach den Wirtschaftsinteressen der betreffenden Zeit, und war nach den maßgebenden Wirtschaftsinteressen der vorherrschenden Klasse. Diese Klasse ist in der bügerlichen Epoche der Bourgeoisie. Also bekam das Parlament die Aufgabe, alte Gesetze nach den Bedürfnissen der Bourgeoisie zu revidieren oder außer Kraft zu setzen, durch neue Gesetze den Aufgaben der Zeit gerecht zu werden."

"Eine Partei mit revolutionärem Charakter im proletarischen Sinne ist ein Unding. Sie kann nur revolutionären Charakter im bürgerlichen Sinne haben und da nur an der Wende zwischen Feudalismus und Kapitalismus. Also im Intesse des Bürgertums. An der Wende zwischen Kapitalismus und Sozialismus muß sie versagen, dies um so mehr, je revolutionärer sie sich in der Theorie und Phraseologie gebärdet hat."

"Die BO [Betriebsorganisation] ist ein föderatives Gebilde, ohne Zentralismus. Alle Mitglieder sind selbständig: niemand außerhalb des Betriebes hat ihnen in ihre Betriebsangelegenheiten hineinzureden. In ihrer BO sind die Mitglieder autonom. Kein Bonze aus dem Büro oder einer Zentralstelle, kein Intellektueller oder beruflicher Führer kann in ihre Angelegenheiten sich einmischen. Aus sich selbst hieraus bauen sich die BO‘s auf und erledigen mit eigenen Kräften und eigenen Mitteln ihre Angelegenheiten. Das ist föderalistische Selbstständigkeit, Autonomie. Die BO ist weder Partei noch Gewerkschaft. Sie hat nichts mit Agitation und Betätigung der Gewerkschaften zu tun. Sie ist keine Arbeitsgemeinschaft, keine Unterstützungseinrichtung, sie schliesst keine Tarifverträge ab und hat kein Interesse an „Karl Legien" getauften Hapagdampfern. Sie ist lediglich eine Stelle der Vorbereitung und Schürung der Revolution."

Wer hat's geschrieben? Ein anarchist?

wafi
11.08.2008, 18:21
mach doch ne Rätselecke auf.

Im übrigen, für Gandhi gab es nicht die Differenzierung Inder - Moslems, wäre auch irgendwie blödsinnig. Was dein Wikiartikel nun als Gegenteil beweisen soll, ist mir schleierhaft. Gandhi steht in direkter Linie zu Leuten wie William Godwin.

ahead
11.08.2008, 18:38
mach doch ne Rätselecke auf.
Nun die zitate stammen von dem rätekommunist Otto Rühle... ;)

Im übrigen, für Gandhi gab es nicht die Differenzierung Inder - Moslems, wäre auch irgendwie blödsinnig. Was dein Wikiartikel nun als Gegenteil beweisen soll, ist mir schleierhaft. Gandhi steht in direkter Linie zu Leuten wie William Godwin.
Aha, es macht keinen sinn?
Wenn es keinen sinn macht, warum wurde britisch indien, dann in die muslimischen staaten Pakistan und Bangladesch sowie in ein überwiegend hinduistisches Indien aufgeteilt? Daraus resultieren bis heute die konflikte um Kaschmir, das bekanntlich zwischen Pakistan und Indien aufgeteilt ist.

"Mein" wiki-artikel beweist, daß sich Gandhi ua auch mit dem sozialismus beschäftigt hat, und von so her ebenfalls das schild "sozialist" ungehängt bekommen könnte.

wafi
11.08.2008, 18:55
Gandhi hat aber andere Konsequenzen und Forderungen gezogen, als die werten Sozialisten. Seien es dezentrale Strukturen, möglichst weitgehende Abschaffung von Staat usw. Nix mit Versozialisierung, sondern privater Besitz nebst Gemeindeflächen, siehe Kropotkin und Godwin.

Desweiteren, Gandhi hat Macht für sich im Staat abgelehnt, man wollte ihn ja gerne als Politiker gewinnen, hatte er aber keinerlei Interesse dran. Um den Zerfall hat der seinen letzten Hungerstreik gegen den Zerfall in Pakistan, Bangladesh und Indien bei einer muslimischen Familie gemacht. Also man kann dem Gutsten eine gewisse Dickköpfigkeit vorwerfen, aber mit Sicherheit nicht, daß er Menschen ausgegrenzt hat. Der Zerfall ist tatsächlich Resultat von Machtkämpfen zwischen Hindus und Moslems auf "hoher" politischer Ebene und eine Dämlichkeit sondergleichens, allerdings ohne Zutun Gandhis sondern Gandhi hat massiv versucht diesen Konflikt zu entschärfen.

Hm ... ja ... in Punkte Revolution denk ich eh wie Godwin, Revoluzionäre haben einfach noch nicht begriffen, daß Gewalt dummerweise keine Änderungen herbeiführt.

munichangelika
13.10.2008, 14:49
Das ist schon richtig, dass man sich in Bayern oder Deutschland vornehm zurückhalten soll, ansonsten verfolgt wird. Keine Frage. Allerdings ist die Zurückhaltung nur um nicht weiter verfolgt zu werden, nicht so schön, wie man am Ergebnis sieht.

Das ist ja auch der Grund, dass wir als rückschrittliche Demokratie, oder Demokratie ohne das Volk im internationalen Vergleich gehandelt werden.

Eine Veränderung muss trotzdem vom mutigen Volk ausgehen. Hier dann eben erst recht mutig!!! Nur zu. Fragen immer willkommen.

BinOnline
13.10.2008, 14:54
Das ist schon richtig, dass man sich in Bayern oder Deutschland vornehm zurückhalten soll, ansonsten verfolgt wird. Keine Frage. Allerdings ist die Zurückhaltung nur um nicht weiter verfolgt zu werden, nicht so schön, wie man am Ergebnis sieht.

Das ist ja auch der Grund, dass wir als rückschrittliche Demokratie, oder Demokratie ohne das Volk im internationalen Vergleich gehandelt werden.

Eine Veränderung muss trotzdem vom mutigen Volk ausgehen. Hier dann eben erst recht mutig!!! Nur zu. Fragen immer willkommen.

Vielleicht liegt es in den Genen?
Man kann sich in Deutschland sowieso nirgends bewegen, ohne auf irgendwelche Regulierungen zu stoßen.
Hier meine ich die vom Bürger gemachten.
Es sind nicht immer die Politiker.

munichangelika
13.10.2008, 18:56
Ich persönlich kenne keine Theorie, dass es an den Genen liegt. So was wie ein böses Gen, ist ja auch nicht wahrscheinlich, oder?

Und wenn würde ein gutes und ein böses Gen da sein, und nicht nur eins.

Und dann wissen die Wissenschaftler, dass man ja genetische Anlagen hat, und muss nicht immer deswegen entwickeln, was da angelegt ist. Das ist wohl eine Art Evolutionssache. Allerdings wird ja auch durch das Vorbild der Medien und Erziehung, und Umgebung, sehr viel an die nächsten weitergegeben, bekanntlich, z. B. Fremdenhass ist bekanntlich nicht in den Genen zu finden, manchmal aber ganz klar in feindseliger Grundhaltung anderen gegenüber oder Ängsten anderen gegenüber zu finden, und manchmal merken die Leute es nicht einmal, dass sie fremden Dingen gegenüber feindselig handeln, denken oder reden, ein anderer kann es ihnen erklären, dann können sie es selber noch einmal sehen und ändern. Insofern sie oft eigentlich unbewusst so handeln. Ist alles eine Sache der Entwicklung.

Eine Entwicklung die der Mensch selber verursacht, und entsprechende Ursachen setzen kann, um sie entsprechend zu beeinflussen.

Kann da erst mal nichts Genetisches dran finden.

Mitgefühl hilft oft alles zu ändern.
Füge daher noch ein Zitat ein:
... "Der Egoismus ist die große Gegebenheit unseres Selbstbewusstseins. Mir scheint, dass der Mensch anders als egoistisch nicht sein kann. Aber es geht darum, welche Ausmaße dieser Egoismus annimmt. Ein denkendes Wesen, dessen Egoismus die ganze Menschheit mit all ihren Licht- und Schattenseiten in sich aufnimmt und diese mühselige Welt als seine eigene Welt wahrnimmt so ist das Gott. Aber ein Mensch, dessen Egoismus nicht einmal die eigenen Kinder beherbergt, ist das Nichts.

Es ist sinnlos, den Egoismus abschaffen zu wollen. Alles hängt davon ab, ob in meinem Egoismus möglichst viele Menschen Platz haben. Das gilt für jeden. Dann sind in jedem von uns alle, wie alle in jedem. Die Evolution des Menschen in den kommenden Jahrhunderten wird den Egoismus bis zu kosmischen Dimensionen ausweiten. Das Muster dieser Evolution beginnt beim Ursprung. Das Kind bezieht in seinen Egoismus erst seine Mutter ein und ergreift allmählich den Vater, Familie, Sippe Nation und die Welt der Menschen. Wichtig ist, dass die Menschen der Zukunft günstige Bedingungen auf diesem Wegvorfinden. Ich fürchte nur, dass der nationale Egoismus noch für viele Generationen eine unüberwindliche Barriere bleibt. Und wenn ein dritter Weltkrieg ausbrechen sollte, wovor uns Gott bewahren möge, so liegt der Hauptgrund im nationalen Egoismus, der Aggressivität und Fanatismus erzeugt." ... Nochmal aus Seite 250: Tschingis Aitmatow und Daisaku Ikedas Buch "Begegnung am Fudschijama" soweit ich sehen kann sagt das Aitmatow.

Um aber zum Thema zurückzukehren, dies folgende Zitat:

..."Berufe Dich nicht auf einen Schöpfer, verbirg dich nicht hinter ihm, du selbst bist Herr deines Schcksals! so wie du darüber verfügst, beeinflußt du die Qualität des Lebens ringsum und der Welt im ganzen. Du selbst bist dein eigener Richter.

Solch ein Mensch braucht keinen Schuldigen in anderen oder in einem anderen zu suchen, sondern nur in sich selbst. Welch eine Verpflichtung. Was für eine großartige Sache, wenn der Mensch weiß, dass er nicht von einem fremden Willen abhängt, ob sich dieser nun in einer Regierung oder einem abstrakten Gott materialisiert. ..." nochmal selbiger Aitmatow, Tschingis, dem ich hiermit danke, für die reichhaltige Ernte seiner Zitate.

Das ist eigentlich das was mir sofort beim Thema eingefallen ist.

BinOnline
13.10.2008, 20:54
Das ist eigentlich das was mir sofort beim Thema eingefallen ist.

Wenn ich geahnt hätte, dass Du bei den deutschen Genen gleich den Schöpfer persönlich bemühst, hätte ich es gelassen.
Trotzdem glaube ich auch weiterhin, dass die Deutschen eine spezielle Mischung an Genen haben - keine bösen, ich dachte da eher an Wichtigtuer-Gene respektive Wichtlgene.

Iphigenie
13.10.2008, 21:17
Trotzdem glaube ich auch weiterhin, dass die Deutschen eine spezielle Mischung an Genen haben - keine bösen, ich dachte da eher an Wichtigtuer-Gene respektive Wichtlgene.

Ich kann mir das sehr plastisch vorstellen, daß Du an derartige Wichtigtuer-
gene glaubst. Zumindest wenn ich mir Dein hier reingestelltes Bildchen
so ansehe.....

munichangelika
13.10.2008, 21:20
Nee binOnline, das war so gedacht:
z. B. ging es da um "informelle Eltern" und ob man eine Regierung und so verhindern muss oder kann.
Im hier & jetzt sind es keine informellen "Eliten", die macht ausüben sondern formale. Wie soll also in der Anarchie verhindert werden können, dass aus informellen "Eliten" formale Macht- & Herrschafts- "Eliten" werden?

:winken:

und dann sagt da ein Tschingis:


..."Berufe Dich nicht auf einen Schöpfer, verbirg dich nicht hinter ihm, du selbst bist Herr deines Schicksals! so wie du darüber verfügst, beeinflußt du die Qualität des Lebens ringsum und der Welt im Ganzen. Du selbst bist dein eigener Richter.

Solch ein Mensch braucht keinen Schuldigen in anderen oder in einem anderen zu suchen, sondern nur in sich selbst. Welch eine Verpflichtung. Was für eine großartige Sache, wenn der Mensch weiß, dass er nicht von einem fremden Willen abhängt, ob sich dieser nun in einer Regierung oder einem abstrakten Gott materialisiert. ..."

und was meint er damit. OK. Er redet im Dialog mit einem Herrn der Buddhist ist und einer anderen Religion angehört und will damit ausdrücken, dass er das daran schätzt, und zwar so hoch schätzt, weil es eben da keinen "Schöpfer etc. der über einem steht gibt, und man sich bewusst machen kann, dass es auch keine Regierung geben muss, die über einem steht, sondern man weitaus weiter denken kann so. Oder? Er meint sogar, dass man sich bewusst machen kann, dass es nicht einmal wichtig ist, ob es eine Regierung gibt. so sehr Macht hat man über das eigene Leben, wenn man es so sieht. Der Gott ist dann nicht irgendwo außen, sondern man ist es selbst, der entscheidet, wie man leben will. ...

Und dann Vormachen, dann nachmachen. Es ist auf dem Papier eine Philosophie aber im Leben ist es doch wirklich so, dass es dahingehend einige Vorbilder gibt, die man zurate ziehen kann um das zu verstehen, wie das geht. (so genannte gelebte Anarchie oder so, ohne die anderen allerdings zu zwingen, was zu machen, was sie nicht wollen oder nicht wollen können, weil eben jeder seine Zeit hat zu begreifen, etc. sondern durch Vorbild zu überzeugen, wie Ghandi, und die Beispiele die im Eingangsposting genannt wurden....)

BinOnline
13.10.2008, 22:34
Ich kann mir das sehr plastisch vorstellen, daß Du an derartige Wichtigtuer-
gene glaubst. Zumindest wenn ich mir Dein hier reingestelltes Bildchen
so ansehe.....

Mein Bildchen, Dein Bildchen
wo ist der Unterschied?

PS: Ich kenn den Unterschied, verrate ihm aber nicht
Allerdings wunderte ich mich nicht, dass Du Dich angesprochen gefühlt hast. ;-)

Dillerjohann
16.10.2008, 18:55
Egoismus kann man noch nicht mal als Krankheit bezeichnen, es hat auch mit dem eigentlichen Willen wenig zu Tun, denn es handelt sich dabei eher um ein Spezies, die man früher Hochmut nannte, und der vor dem Fall kommt. Die bedeute doch im Prinzip, das der große alles beherrschende Ego ein Resultat einer falschen Lebensweise ist, die kurz vor ihrem zusammenbruch steht.

Jeder ist äußeren Einflüssen ausgesetzt, und es stellt sich die Frage , wie lange kann man sich diesen Einflüssen entziehen, ohne persönlichen Schaden zu nehmen?:winken:

Eurohunde
14.11.2008, 17:41
Egoismus kann man noch nicht mal als Krankheit bezeichnen. Jeder ist äußeren Einflüssen ausgesetzt und es stellt sich die Frage, wie lange kann man sich diesen Einflüssen entziehen, ohne persönlichen Schaden zu nehmen?

Kommunismus ist besser: Einer für alle und alle für Jeden. Geld braucht kein Mensch mehr, denn für alle Leute ist alles kostenfrei von den Lebensmitteln bis zu allen anderen Konsumgütern.

Schon im Mittelalter konnte man für Eier und Hühner gute Schuhe bekommen.

Jim_Beam
12.01.2009, 14:00
Um aber zum Thema zurückzukehren, dies folgende Zitat:

..."Berufe Dich nicht auf einen Schöpfer, verbirg dich nicht hinter ihm, du selbst bist Herr deines Schcksals! so wie du darüber verfügst, beeinflußt du die Qualität des Lebens ringsum und der Welt im ganzen. Du selbst bist dein eigener Richter.
Ist das aus der Werbung für die nächste DSDS-Staffel?


Solch ein Mensch braucht keinen Schuldigen in anderen oder in einem anderen zu suchen, sondern nur in sich selbst. Welch eine Verpflichtung. Was für eine großartige Sache, wenn der Mensch weiß, dass er nicht von einem fremden Willen abhängt, ob sich dieser nun in einer Regierung oder einem abstrakten Gott materialisiert. ..."

Mit Verlaub: was für gequirllte Hühnerscheisse.

Versuch mal nur, in irgendeiner Form "gegen den Strom" zu schwimmen,
dann siehst du sofort wie schwachsinnig solches Gelaber ist ...

:winken:

Jim_Beam
12.01.2009, 14:11
...

Konsequenz ist, daß Anarchisten kleine, dezentrale Gebilde wollen, die für die Menschen, die dort leben übersichlich sind und weil überschaubar, auch gemeinsam geregelt werden können. Das es zwischen diesen dezentralen Gebilden auch Regelungsbedarf gibt, ist sicherlich richtig, aber wirklich viele Dinge fallen mir da beim besten Willen nicht ein, eigentlich nur zwei wesentliche Aspekte, Verkehrswege und universitäre Bildung, der Rest kann dezentral geregelt werden.

Führt logisch zu sehr unterschiedlichen dezentralen Gebilden. Na und? Eintönig ist langweilig, bunt ist halt scheuner ;-)
Was glaubst du wohl, wie lange es dauern würde,
bis deine "dezentralen Gebilden" aufeinander losgehen !?


Proudhon dazu „Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft“ ... und was sollte daran falsch sein?
Etwa dass es eher Affen mit Flügeln geben könnte?


Warum sollen die Anwohner einer Straße nicht entscheiden, wo es sinnvoll ist parken zu dürfen und wo nicht? Die wissen das besser als nen Bauamt ... als Bleistift mal.
Vielleicht weil sie dann allen Anderen das Parken verbieten würden?


Naja ... und dann gibt`s ja noch die yoou Tube ;-) : http://www.youtube.com/watch?v=hpeJZ...eature=related

Oh ja, youtube, die Ausgeburt der Weissheit ...

Bist wohl auch ein Fan von "Kenny vs. Spenny" ?
(die krankeste Scheisse, die ich bisher im TV sehen dürfte)


Use your brain, Luke ...

wafi
12.01.2009, 15:28
Was glaubst du wohl, wie lange es dauern würde,
bis deine "dezentralen Gebilden" aufeinander losgehen !? ...

hm ... die Geschichte der letzten 2000 Jahre hat gezeigt, daß Herrschaftssysteme permanent aufeinander losgehen. Ohne Herrschaft macht das aufeinander losgehen keinen Sinn, weil eh nix zu gewinnen.



Etwa dass es eher Affen mit Flügeln geben könnte?...

meint Mr. superbrain zu Proudhons statement, daß Anarchie Ordnung ohne Herrschaft ist ... Ein wirklich tolles statement und so tiefschürfend ... Gibt`s eigentlich auch nen Abfalleimer für Aphorismen?




Vielleicht weil sie dann allen Anderen das Parken verbieten würden?

Ja und? wo ist das Problem? Vielleicht gibt`s dafür Gründe?




Use your brain, Luke ...

Diese Empfehlung geb ich gerne zurück, muß aber von dem bisherig gelesenen feststellen, daß das wohl nen Wunschtraum bleiben wird.

Jim_Beam
12.01.2009, 18:12
Diese Empfehlung geb ich gerne zurück, muß aber von dem bisherig gelesenen feststellen, daß das wohl nen Wunschtraum bleiben wird.
Keine Sorge, DEINE Dummarroganz werde ich niemals übertreffen können.

Und deine Erbärmlichkeit erst recht nicht.


So, jetzt hol dir mal einen Mod runter.

wafi
12.01.2009, 18:18
wieso sollte ich? Jim Beam?

Du deplazierst dich doch selber, also so what.

Jim_Beam
12.01.2009, 18:36
wieso sollte ich? Jim Beam?

Du deplazierst dich doch selber, also so what.

Deine Unwissenheit des historischen Verlaufs tatsächlich existierenden Anarchien hat DICH längst "deplaziert".


Also alles Bestens.

wafi
12.01.2009, 18:38
aha ...

hat der Herr auch was argumentatives zu sagen? oder schafft er es nicht?

Jim_Beam
12.01.2009, 18:45
aha ...

hat der Herr auch was argumentatives zu sagen? oder schafft er es nicht?

"Der Herr" hat bereits was Argumentatives gesagt.

Wenn du es in deiner arroganten Ignoranz ignorierst,
dann kann ich dir auch nicht weiter helfen ...

wafi
12.01.2009, 18:47
sorry ... mit Argumenten kann ich argumentativ umgehen, mit dusseligem blabla allerdings nicht. Denke, wenn von dir nix kommt, beenden wir diese Diskussion besser, macht wenig Sinn.

Jim_Beam
12.01.2009, 18:53
sorry ... mit Argumenten kann ich argumentativ umgehen, mit dusseligem blabla allerdings nicht.

Obwohl du es dauernd absonderst !?

Soll mir recht sein ...

Beverly
26.01.2009, 11:15
Versuche ich mal eine völlig andere politische/gesellschaftliche Betrachtungsweise darzustellen.

Das scheint mir vonnöten zu sein, denn die bisherigen Sichtweisen sind allesamt untauglich resp. sagen auf verschiedene Art und Weise immer das Gleiche aus.
Determinismus durch Gott oder Götter bei den Deisten ("Fundamentalisten") oder eine zum unentrinnbaren Naturgesetz erhobene geschichtliche und gesellschaftliche Entwicklung bei den Materialisten.
Im Zeichen des so genannten "Realismus" werden Sein und Sollen in Eines gesetzt und jedes vom Sein unabhängige Sollen aus dem Denken eliminiert.
Verachtung der Welt und des Menschen nicht ob ihrer Fehler (da gäbe es viel zu verachten), sondern weil man sich qua Beziehung zu Gott oder eine bestimmten Menschengruppe (Klasse, Klassenfraktion, "Volk", "Nation") über die Welt und seine Mitbewohner in ihr erhaben dünkt.
Dabei Aufgabe all dessen, was einen als Mensch über ein Werkzeuge gebrauchendes Tier erhebt. Nur im Teil eines Mainstreams zu sein, der sich ziellos im Kreis dreht oder irgendwann doch den Abgrund herunterfällt. Weil die ökologische Nische für Ungeziefer schon von Schaben und Käfern besetzt ist und für Menschen da doch kein Platz ist. Weil die Natur mit Leuten, die nichts weiter sein wollen als eine Seuche, das macht, was sie mit Seuchen letztendlich immer macht: wenn sich der Erreger ausgetobt hat, stirkbt er aus, weil er seine Lebensgrundlage zerstört oder seine Opfer Abwehrkräfte entwickeln.

Die Anarchie ist kein geschlossenes Gedankengebäude, sie reicht von einem Laotse, Diogenes, über William Godwin, Proudhon, Kropotkin, Stirner, Mühsam, Tolstoi, Gandhi, Goldman, Mancho ... Stowasser ... über IAA, FAU, Graswurzelrevolution bis ...?

"Anarchie" ist mir da schon zu eng gefasst und manchmal doch sehr utopisch. Mir würden schon Dinge wie "Humanismus", "Utilitarismus" oder "kritischer Rationalismus" reichen. Oder - falls alles nichts fruchtet - das hier:

http://www.schlecker.com/Bild.aspx?Typ=2&Code=4000290001646&land=de