Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Objektiv oder gekauft?" - die Rolle von "Denkfabriken" in Politik und Gesellschaft
Ich brüte gerade über einem Schreibprojekt, in dem die so genannte "Letzte Akademie" eine Schlüsselrolle spielt. Die Letzte Akademie verspricht ihren Schülern geistige und körperliche Vervollkommnung, doch hinter dem schönen Schein verfologt sie ganz anderen Ziele ...
Im Zusammenhang damit habe ich auf Wikipedia den Artikel
Denkfabrik (http://de.wikipedia.org/wiki/Think_Tank)
gefunden. Da steht unter Anderem:
Advokatische Think Tanks: Sie gelten als aggressive Verkäufer ihrer Ideen. Sie forschen selten selbst, sondern geben schon existierenden Ideen einen Spin. Vorbild dieses Typus ist die US-amerikanische Heritage Foundation. Sie führte die Idee der Policy Briefs ein, die so kurz und prägnant sind, dass sie z.B. auf dem Weg vom Flughafen in den Kongress durchgelesen werden können. Sie setzen v.a. auf kurzfristigen Entscheidungshorizont und nutzen verstärkt die Medien. Das Team besteht meistens aus wenig Wissenschaftlern, aber dafür mehr PR-Leuten, die die Ideen einfach besser „verkaufen“ können. Sie werden von Interessengruppen ins Leben gerufen und haben eine klare gesellschafts- und wirtschaftspolitische Ausrichtung. Die Neutralität der Ergebnisse ihrer Arbeit wird deshalb oft angezweifelt, was sie in die Nähe von Junk Science rückt. Gerade Denkfabriken diesen Typs betreiben oft Öffentlichkeitsarbeit, um für ihre Ziele zu werben, andererseits wird ihnen aber auch oft vorgeworfen, hinter den Kulissen Einfluss auszuüben (Lobbyismus).
(...)
Bis in die 1970er blieb es bei den wenigen Dutzend bekannter Denkfabriken (...) Erst danach explodierte die Anzahl der Denkfabriken, und es bildeten sich viele kleinere Institutionen heraus, die häufiger zur Unterstützung zielgerichteter Lobbyarbeit gegründet wurden.
Von den circa 6.300 Denkfabriken, die heute auf der Welt existieren, sind die Hälfte nach 1980 gegründet worden. Nach 1989 wurden vermehrt, meist mit amerikanischer finanzieller Unterstützung, (wirtschafts-)liberale Denkfabriken in Osteuropa gegründet.
Die Frage nach dem Einfluss von Denkfabriken stellt sich da von selbst. Werden in ihnen die Diskurse ausgebrütet, die dann von Wissenschaftlern und Journalisten bis zu Forenusern alle nachbeten?
Hellmann 18.07.2010, 22:53 Die Frage nach dem Einfluss von Denkfabriken stellt sich da von selbst. Werden in ihnen die Diskurse ausgebrütet, die dann von Wissenschaftlern und Journalisten bis zu Forenusern alle nachbeten?
Ja, eindeutig. Die ganze neoliberale Politik hätte sich ohne diese Denkfabriken nicht durchsetzen lassen.
Das eigentliche Phänomen ist aber, dass es denen gelingt, ihre Gegner davon abzuhalten, mit denselben Methoden zu arbeiten. Es gibt keine nennenswerten Denkfabriken gegen den Neoliberalismus, obwohl da schon mit wenigen Tausend Euro im Monat was zu machen wäre. Arbeitslose Akademiker mit entsprechenden Talenten findet man leicht, für Geld ließen die sich auch dazu bewegen, mal wirklich Politik zu machen, statt dass jeder einzeln irgendwo herumsandelt.
Aber da tut sich nichts. Die "Nachdenkseiten" sind noch der einzige "think tank" gegen den Neoliberalismus, der wenigstens noch irgendwie brauchbare Arbeit leistet. Das ist halt auch nicht mit Zufall zu erklären, sondern nur damit, dass die Neoliberalen offensichtlich mit wirksamen Methoden ihre Gegner an selbst so einfachen Organisationsformen wie einem think tank hindern können.
Aber da tut sich nichts. Die "Nachdenkseiten" sind noch der einzige "think tank" gegen den Neoliberalismus, der wenigstens noch irgendwie brauchbare Arbeit leistet. Das ist halt auch nicht mit Zufall zu erklären, sondern nur damit, dass die Neoliberalen offensichtlich mit wirksamen Methoden ihre Gegner an selbst so einfachen Organisationsformen wie einem think tank hindern können.
Diese Beschreibung ist nicht richtig stimmig. Denn sie liese vermuten, erst mit den think tanks wäre das so.
- Das stimmt so aber nicht!
Es gab auch schon immer ein Bürgertum auf Seitn der Wirtschaftsliberalen, lange bevor es Think Tanks gab.
Alternative Think Tanks gegen Neoliberale, das wurde schon hie und da diskutiert - und auch immer noch.
Man muss sehen: Deutlich ungleiche Waffenstärke
Viele creative, auch softe, strategische (etc, etc ....) Widerstände, oder was auch immer ....
Das eigentliche Phänomen ist aber, dass es denen gelingt, ihre Gegner davon abzuhalten, mit denselben Methoden zu arbeiten. Es gibt keine nennenswerten Denkfabriken gegen den Neoliberalismus, obwohl da schon mit wenigen Tausend Euro im Monat was zu machen wäre. Arbeitslose Akademiker mit entsprechenden Talenten findet man leicht, für Geld ließen die sich auch dazu bewegen, mal wirklich Politik zu machen, statt dass jeder einzeln irgendwo herumsandelt.
Aber da tut sich nichts. Die "Nachdenkseiten" sind noch der einzige "think tank" gegen den Neoliberalismus, der wenigstens noch irgendwie brauchbare Arbeit leistet. Das ist halt auch nicht mit Zufall zu erklären, sondern nur damit, dass die Neoliberalen offensichtlich mit wirksamen Methoden ihre Gegner an selbst so einfachen Organisationsformen wie einem think tank hindern können.
Hallo Hellmann,
ich hatte einmal eine Kollegin, mit der war es so: wenn ihr Arbeitsverhältnis nach 11 Monaten ausgelaufen wäre, hätte sie zum Sozialamt gehen müssen. Das Sozialamt hätte sie für Unterstützung an ihre Eltern verwiesen. Gut gelaufen wäre es für sie nur, wenn ihr Arbeitsverhältnis nach 12 Monaten endete und sie Anspruch auf Arbeitslosengeld gehabt hätte.
Solche Zustände im Milieu "linksliberaler" Sozialwissenschaften erklären, warum sich da keine Gegenprojekte bilden können. Weil die Leute, die in ihnen arbeiten, so lange wie Dreck behandelt werden, bis sie die Lust verlieren.
Viele creative, auch softe, strategische (etc, etc ....) Widerstände, oder was auch immer ....
Ich bin so weit, lieber allein in der Schriftstellerei kreativ zu sein, als in den einschlägigen entsetzlichen Klüngelhaufen - siehe meinen letzten Post.
Es ist das Problem, dass die Linken nichts anzubieten haben; aber die Leute müssen irgend wovon leben ....
Es ist auch nicht so, dass es gar nichts think Tank-mäßiges gibt, aber sie sich als Artikel-Schleudern engagieren ... hmm, das sind zu viele Infos, auch bei den Nachdenkseiten ....
- Ein Think Tank braucht erstmal einen guten einfachen Slogan, oder Leitsatz oder ....
- Dann braucht der Think Tank einen Leitartikel, höchstens 3 Seiten lang "für das grobe alle"
- Danach eine Reihe von 3 Leit-Artikeln für 3 Politik-Felder
- Dann: gute Interviews, gefolgt, begleitet von einer guten Aufbereitung des jeweiligen Politikfeldes
- Massen-, Detail-Info's, News ganz nach hinten
Ein Think Tank muss natürlich an die Öffentlichkeit gehen:
- Top: Fernsehen, Radio, Mainstream-Press - sehen, was am billigstn ist .... ich glaube Print-Anzeigen sind teuer, könnten durch Flyer ersetzt werden
Radio, Fersehen könnten preiswert sein, weil die was senden wollen ....
So ungefähr ..... ist doch eine klare Gliederung .... !?
ähm ja, man muss bzw sollte natürlich Leute gewinnen ....
aber es gibt ja ... z. B. Linksnet
(Aktionen ausdenken, Öffentlichkeit machen, Luftballons & Flyer)
(keine Demos wegen Sabotage; Gute-Laune-Politik, das passt zu Luftballons)
--- = So, das ist schon der komplette Grobplan für einen alternativen Think Tank, der muss nicht unbedingt viel kosten am Anfang
was macht Dr Who gerade - der ist auch am basteln ...
Also, wenn das nicht ein guter Plan ist ....
Widerstand muss Spaß machen und Gute Laune ... das klauen wir von den verlogenen CSD-Jüngern ....
Und, dass diese Linke "nichts anzubieten hat" - das haben aber große Konzerne, Politiker genausowenig - ist eben deswegen nicht so schlimm ....
dafür bietet die alternative Linke einen praktische Tipps zum besseren Überleben
(selber Garten machen, etc)
Also, ich finde, "wir" könnten noch einen Think Tank für die Erhaltung und Ausweitung der Menschenrechte gebrauchen ....
Amnesty International ist zwar nett, aber überzeugt nicht 100pro.
Hellmann 19.07.2010, 11:29 Dank Internet wäre ein think tank eigentlich gar kein Problem, zuletzt von der finanziellen Seite. Aber etwas Geld müsste halt dennoch fließen, damit man die Leute auch lenken kann. Sonst kommt wieder jeder mit seinem Steckenpferd dahergeritten.
In Zeiten von Wirtschaftskrise, Lohnkürzung und Sozialabbau hat eben das das einzige Thema zu sein und nicht das Versaufen der Eisbären auf angeblich wegschmelzenden Schollen oder der pöhse Naziladen mit seinen Thor Steinar Klamotten.
Ein abschreckendes Beispiel gefällig?
aber es gibt ja ... z. B. Linksnet
Genau, und was lese ich da gerade ganz oben?
Die Araber, der Holocaust und die universalistische Moral
Rezension des Buches: Gilber Achcar: Les Arabes et la Shoah. La guerre israélo-arabe des récits. Arles: Actes Sud, 2009.
http://www.linksnet.de/
Ist sicher nur eine Momentaufnahme, aber andere Momente konnte ich da noch nie finden.
Statt dass man sich endlich mal auf den Neoliberalismus wirft, muss da der Eine wieder "Nazis" bekämpfen, die Vergangenheit bewältigen, die Andere hat noch ein Genderproblem und will über Männlein und Weiblein debattieren. Und so geht das seit etwa dreißig Jahren.
Darunter folgt gleich:
Klimapolitik zwischen Kyoto und Cancún
Nur den Neoliberalismus will niemand endlich mal niederkämpfen.
Linksnet, da sind bestimmt die Antideutsch-Sektierer dabei ....
Aber Hans Jürgen Krysmanski-Beiträge sind zu finden, .... softgespülte, das gebe ich zu, aber wie ist seine eigene Website ?
http://www.uni-muenster.de/PeaCon/krysmanski/
(... Jahnke gibts auch noch .....)
und die derzeitige deutsche Restlinke mit ihren 2,3 Unterströmchen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Interventionistische_Linke
Offiziell ist Die Linke da nicht dabei, aber solid.org über Verbindungen ....
tjaja, die Linken (nicht die Linke) sind eben entweder mit antideutschen , Kommunisten, diversen IMs etc durchsetzt ....
Nimm die reine interventionistische, da dürfte der Zersetzungsgrad geringer sein .....
das lockt alles keinen Hund hinter dem Ofen hervor :rolleyes2:
Auch Attac ist offiziell gegen Neoliberalismus, auch wenn das bei denen aus verschiedenen Gründen etwas seltsam ist ....
Da attac international ist, könnte das ein interessanter Bündnis-Partner sein ....
das lockt alles keinen Hund hinter dem Ofen hervor :rolleyes2:
Wir nehmen Oppa und Omma, und engagieren ein paar Strahlharte von Make Capitalism History.
Ein Politischer Kindergarten findet sich bestimmt auch - und dann einen Haufen jener FDP-Leute, die es wagten, Guido zu widersprechen - fertig ist die erste Lauge !
Du willst doch wohl nicht behaupten, das wäre eine schlechte Idee !?
Oder glaubst du, es läuft anders ? sehe ich nicht
Hellmann 19.07.2010, 13:25 Der potenzielle Widerstand gegen den Neoliberalismus wurde systematisch zersetzt.
1. Durch den Neomarxismus, den man in den 70ern schnell mal hochgepäppelt hat. Als die Monetaristen dann die Krise betrieben haben, waren die Marxisten begeistert: die von Marx vorhergesagte, unvermeidbare Krise des Kapitalismus.
2. Durch die Ökobewegung. Wachstum zerstöre die Umwelt, Konsum ist schlecht und tötet die Natur. Na dann, dann kann man den Leuten ja die Löhne und Sozialleistungen und Renten kürzen! Das schützt doch die Umwelt! Ist gut für die Natur!
3. Die Antifa. Selbstverständlich führen Wirtschaftskrisen und Massenarbeitslosigkeit zu einem Aufleben rechter Ansichten, also gegen Einwanderer, gegen Konkurrenten um Arbeitsplätze, Wohnungen und Sozialleistungen. Die Antifa will aber nichts gegen die Neoliberalen unternehmen, nichts gegen die Wirtschaftskrise, nichts gegen Massenarbeitslosigkeit, sondern die wollen nur die "Nazis" verkloppen.
4. Die Genderfrage:
•Crisis! What Gender? Eine geschlechterkritische Deutung der Finanz- und Wirtschaftskrise
http://www.akweb.de/
Summa summarum: Ich halte das alles nicht für Zufall, sondern für ganz bewusst fabriziert, um den Durchmarsch des Neoliberalismus zu ermöglichen. Es hat funktioniert und wird weiter funktionieren, bis wir es schaffen, uns ganz brutal von Marxisten, Ökos, Antifa und Genderkäse zu trennen.
Hellmann 19.07.2010, 13:48 Hier ein Beispiel, wie die Marxisten mit den Ökothemen gegen die Keynesianer zielen:
Keynes à gogo oder: rücksichtslose Wachstumsförderung
Dort wo es zu einer (vulgären) Form keynesianischer Politik kommt, ist diese allein auf Wachstum als solches ausgerichtet. In der Regel werden dabei bestehende (Dinosaurier) Strukturen der kapitalistischen Ökonomie verstärkt: Abwrackprämien, Subventionierung der Auto- und Flugzeugbaukonzerne, Straßenbauprogramme, Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke und Bau neuer Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen usw.
Damit aber wird ein Faktor, der mit zur weltweiten Krise beitrug, die Klima- und Umweltkrise, verstärkt.
http://www.linksnet.de/de/artikel/25737
Warum ist das eigentlich so schwer zu verstehen, dass "Öko" das beste Argument für die gezielte Verarmung der breiten Bevölkerung ist. Wird ja auch von denselben Zeitungen und anderen Medien propagiert, gerade mal zwei Seiten oder zehn Minuten von der Forderung nach Lohnkürzung und Sozialabbau und Sanktionen gegen die Arbeitsloen getrennt.
Ich bin für Atomkraftwerke und für Wirtschaftswachstum, denn sonst werden die Menschen weiter in Armut und Elend leben müssen.
Der potenzielle Widerstand gegen den Neoliberalismus wurde systematisch zersetzt.
.....
Summa summarum: Ich halte das alles nicht für Zufall, sondern für ganz bewusst fabriziert, um den Durchmarsch des Neoliberalismus zu ermöglichen. Es hat funktioniert und wird weiter funktionieren, bis wir es schaffen, uns ganz brutal von Marxisten, Ökos, Antifa und Genderkäse zu trennen.
Alles sehr richtig, sehe ich genauso.
btw, was hälst du von Krysmanski ??
Er ist ja an sich scheinbar nicht der "Revolutionäre"- seine Arbeit ist die schonungslose Analyse der wachsenden Reichtümer , aber hast du mal was von dem gelesen, also das ist ja mal echt heiß, was ich von dem gefunden hab:
Zwei Texte, auch zum "Philanthropentum", echt Mega-Crimes, finde ich:
„Was solche Titanen wie Buffet, Gates, Rockefeller und Carnegie vereint, ist eine Überzeugung, die Carnegie 1899 in einem Essay, ‚Das Evangelium des Reichtums’, formulierte: die Superreichen sollten die ‚Treuhänder’ ihrer großen Vermögen sein und sie zum Wohle der Gesellschaft verwalten. Jetzt ist die Fackel der Titanen weitergereicht worden ... Das Engagement der Bill & Melinda Gates Foundation für die Bekämpfung von Krankheiten in der Dritten Welt wird Konfrontationen bringen mit Regierungen und Herrschern, die sich genauso wie zu Carnegies Zeiten nicht gerne sagen lassen, was sie tun sollen. Doch durch den Einsatz ihres enormen Stiftungsvermögens draußen in der Welt ist die Gates Stiftung längst zu einem wichtigen global player geworden ...
....
Die Dinge werden fragwürdig, wenn durch Philanthropie direkte Eingriffe in Politik, Kultur und sogar Religion erfolgen. Dies aber geschieht in wachsendem Umfang. Slavoj Zizek schreibt, dass smarte Milliardäre wie Bill Gates so tun, als gäbe es keinen Widerspruch zwischen kapitalistischer Ausbeutung und mildtätiger Menschenliebe."
in
http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wemgehoertdieeu/eu-35.htm
"welche Kriege und Konflikte die Welt in dreißig .... Jahren bedrohen werden. Ein überraschendes Ergebnis war, "dass die Militärs sich vor Neomarxisten in der globalen Mittelklasse fürchten."
viel weiter unten:
"Auch das weite Feld der Umverteilungsoperationen durch nackte Korruption fällt unter das Thema des Zusammenbruchs der Regelsysteme der bürgerlichen Gesellschaft und des Rekurses der Geldmächtigen auf informationstechnisch abgestützte absolutistische und feudalistische Herrschaftsstrukturen.
Dass das nicht gut gehen kann und so - etwa unter dem Deckmäntelchen einer "Vermögenskultur der Philanthropen, in welcher das Geld der Superreichen garantiert nicht nachgezählt wird" (Druyen) - eine Illusion bleibt, ist klar. Klar ist aber auch, dass die Superreichen sich - trotz interner, bis aufs Messer ausgetragener Konkurrenzkämpfe - genau unter einem solchen Selbstverständnis, einem solchen Klassenbewusstsein formieren."
http://www.linksnet.de/de/artikel/20861
Der potenzielle Widerstand gegen den Neoliberalismus wurde systematisch zersetzt.
...
2. Durch die Ökobewegung. Wachstum zerstöre die Umwelt, Konsum ist schlecht und tötet die Natur. Na dann, dann kann man den Leuten ja die Löhne und Sozialleistungen und Renten kürzen! Das schützt doch die Umwelt! Ist gut für die Natur!
Wachstum zerstört nicht nur die Umwelt, sondern auch soziale Gefüge. Konsum tötet nicht nur die Natur sondern auch manchen Konsumenten. Weshalb soll man denn die Löhne und Sozialleistungen kürzen solange es noch reichlich andere Möglichkeiten gibt? Gut, die mögen zwar so argumentieren, aber...
3. Die Antifa. Selbstverständlich führen Wirtschaftskrisen und Massenarbeitslosigkeit zu einem Aufleben rechter Ansichten, also gegen Einwanderer, gegen Konkurrenten um Arbeitsplätze, Wohnungen und Sozialleistungen. Die Antifa will aber nichts gegen die Neoliberalen unternehmen, nichts gegen die Wirtschaftskrise, nichts gegen Massenarbeitslosigkeit, sondern die wollen nur die "Nazis" verkloppen.
Sich die Konkurrenz um das Notwendige vom Hals zu halten ist doch nicht unbedingt rechtes Gedankengut. Dann wäre ja das Gutheißen des staatlicherseits positiv sanktionieren Menschenhandels zwecks Lohndruck links. Oder? Auch hier mag die Antifa ein nicht unbedingt relavantes aber anderes Spiel spielen.
Wachstum zerstört nicht nur die Umwelt, sondern auch soziale Gefüge. Konsum tötet nicht nur die Natur sondern auch manchen Konsumenten.
Hellmann meint bestimmt nicht ein soziales Gefüge zerstörendes Wachstum!
Jetzt haben wir auf der Breite Öko und eine noch breitere Verarmung der Bevölkerung.
Aber das Vermögen der obersten 3 % - 10 % (?) wächst und wächst und wächst ....
Dieses Wachstum ist die Zerstörung von Sozialgefüge im großem Maßstab!
Hellmann 19.07.2010, 15:26 btw, was hälst du von Krysmanski ??
Er ist ja an sich scheinbar nicht der "Revolutionäre"- seine Arbeit ist die schonungslose Analyse der wachsenden Reichtümer , aber hast du mal was von dem gelesen, also das ist ja mal echt heiß, was ich von dem gefunden hab:
Zwei Texte, auch zum "Philanthropentum", echt Mega-Crimes, finde ich:
„Was solche Titanen wie Buffet, Gates, Rockefeller und Carnegie vereint, ist eine Überzeugung, die Carnegie 1899 in einem Essay, ‚Das Evangelium des Reichtums’, formulierte: die Superreichen sollten die ‚Treuhänder’ ihrer großen Vermögen sein und sie zum Wohle der Gesellschaft verwalten. Jetzt ist die Fackel der Titanen weitergereicht worden ... Das Engagement der Bill & Melinda Gates Foundation für die Bekämpfung von Krankheiten in der Dritten Welt wird Konfrontationen bringen mit Regierungen und Herrschern, die sich genauso wie zu Carnegies Zeiten nicht gerne sagen lassen, was sie tun sollen. Doch durch den Einsatz ihres enormen Stiftungsvermögens draußen in der Welt ist die Gates Stiftung längst zu einem wichtigen global player geworden ...
....
http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wemgehoertdieeu/eu-35.htm
Krysmanski habe ich immer wieder gelesen. Leider steht der auch oft auf geschwollene Analysen, wo es einfach darum ginge, den Leuten die absichtliche Verursachung der Krisen und der Arbeitslosigkeit zu erklären. Da drückt der sich drum.
Was die "Philanthropie" der Reichen betrifft, ist ja bekannt, dass in den USA die größten Gangster sich als "Philanthropen" feiern lassen. Das ging mit den Räuberbaronen und offenen Verbrechern wie Rockefeller und Morgan los.
In Wahrheit werden die Vermögen in den Stiftungen vor dem Zugriff der Steuer geschützt und die Erben kontrollieren die Stiftungen. Ganz große Stiftungen wie die von Rockefeller waren auch immer politische Akteure auf ganz großer Ebene. Die machen also Politik damit und die "Stiftung" fördert zum Beispiel die neoliberalen think tanks und finanziert "orangene Revolutionen" im Interesse des US-Imperialismus und mit Hilfe der CIA. Wie etwa Soros.
Mit Wohltätigkeit hat das gar nichts zu tun. Stiftungen sind wie private Konzerne, nur steuerfrei.
Da ist mir der Krysmanski oft zu undeutlich. Aber er ist immer noch besser, als viele andere. Sein letztes Buch "Hirten und Wölfe" habe ich aber nicht empfehlen können. Zu viel Gewäsch.
Hellmann 19.07.2010, 15:34 Wachstum zerstört nicht nur die Umwelt, sondern auch soziale Gefüge. Konsum tötet nicht nur die Natur sondern auch manchen Konsumenten. Weshalb soll man denn die Löhne und Sozialleistungen kürzen solange es noch reichlich andere Möglichkeiten gibt? Gut, die mögen zwar so argumentieren, aber...
Mir sind bürgerliche Statussymbole auch zuwider und ich brauche das nicht. Aber wir müssen doch realisieren, dass "öko" ganz praktisch als Waffe gegen die keynesianischen Forderungen nach einer expansiven Geldpolitik benutzt wird.
Mit "öko" lässt sich auch die Massenverarmung bestens rechtfertigen.
Jedenfalls kennen die Neoliberalen seit dreißig Jahren nur die Forderungen nach Lohnkürzung und Sozialabbau und höheren Profiten für das Kapital. Die machen weder auf öko, wollen keine Eisbären retten, lassen den Wald sterben, machen den ArbeiterInnen das Leben zur Hölle und den KapitalistInnen die Ausbeutung zum Spaß, ohne von Genderquatsch zu faseln, wollen nicht die Vergangenheit bewältigen, keine Nazis bekämpfen und auch nicht die Wertform der Profite analysieren.
Damit sind die Neoliberalen erfolgreich und ich frage mich, wie lange die Linken noch brauchen, bis sie das kapieren. Denen laufen von 10.000 HartzIV-EmpfängerInnen 9999 davon, bis sie mit Gender und Umwelt und Wertkritik und Internationalismus auch nur die Vorreden beendet haben.
Hellmann meint bestimmt nicht ein soziales Gefüge zerstörendes Wachstum!
Jetzt haben wir auf der Breite Öko und eine noch breitere Verarmung der Bevölkerung.
Aber das Vermögen der obersten 3 % - 10 % (?) wächst und wächst und wächst ....
Dieses Wachstum ist die Zerstörung von Sozialgefüge im großem Maßstab!
Sicherlich nicht. Allerding zerstört Wachstum dieses im Regelfall, entsprechend meinem persönlichen Erfahrungshorizont. Der Wohlstand vereinzelt die Leute, macht sie damit auch angreifbarer. Man hat halt materielle Werte gegen immaterielles getauscht, wie auch klare Luft gegen Heizung und Klimaanlage. Leider bin ich nicht frei davon, solche oder ähnliche Annehmlichkeiten für mich zu nutzen aber eines weiss ich: Brauch ich alles nicht wirklich, nur um nicht zu sehr zum Aussenseiter zu werden.
Ja, deren Vermögen wächst und wächst aber ist es auch noch etwas Wert? Bei mir bekommen die dafür nichts mehr.;) Bio ist für mich auch nur ein Alibi. Selber machen wäre Bio aber ach nein, dass ist doch soviel Arbeit und geht so in den Rücken.:D
Mir sind bürgerliche Statussymbole auch zuwider und ich brauche das nicht. Aber wir müssen doch realisieren, dass "öko" ganz praktisch als Waffe gegen die keynesianischen Forderungen nach einer expansiven Geldpolitik benutzt wird.
Mit "öko" lässt sich auch die Massenverarmung bestens rechtfertigen.
Die "beste Rechtfertigung" dafür habe ich noch nicht erkannt und bei weiterem Überlegen komme ich jetzt nicht mal auf irgendeine Rechtfertigung, dass naturbezogene Lebensweisen in die Armut führen. Mal extrem beschrieben führt dies doch zum Beispiel auch zu Kinderreichtum oder Fischreichtum.:) Also vermutlich sehe ich den Begriff "öko/bio" von einer nicht relevanten Warte. Mir ist es ein Instrument gerade den Neos durch ausbleibende Nachfrage den Boden unter den Füssen wegzuziehen. Siehst Du sonst eine Chance, hier etwas zu bewegen? Dass dann Verelendung/Verarmung um sich greift ist schon klar, allerdings nicht gewollt sondern notwendiger Weise. Woher sonst soll die Kraft kommen, einen neuen Weg aus der Sackgasse heraus zu finden? Dazu bedarf es bestimmt eines schroffen Endes. Bei einer korrekten Regierung hätten wir diesen Punkt vermutlich schon erreicht. So wird halt noch ein Toter künstlich am Leben erhalten in der trügerischen Erwartung, er würde auferstehen. Man begann offensichtlich die selber in die Welt gesetzten Märchen als bare Münze zu nehmen. Das angesprochen Ende ist natürlich allgemeinverbindlich. Ausnahmen kann man da nicht zulassen.
Jedenfalls kennen die Neoliberalen seit dreißig Jahren nur die Forderungen nach Lohnkürzung und Sozialabbau und höheren Profiten für das Kapital. Die machen weder auf öko, wollen keine Eisbären retten, lassen den Wald sterben, machen den ArbeiterInnen das Leben zur Hölle und den KapitalistInnen die Ausbeutung zum Spaß, ohne von Genderquatsch zu faseln, wollen nicht die Vergangenheit bewältigen, keine Nazis bekämpfen und auch nicht die Wertform der Profite analysieren.
Damit sind die Neoliberalen erfolgreich und ich frage mich, wie lange die Linken noch brauchen, bis sie das kapieren. Denen laufen von 10.000 HartzIV-EmpfängerInnen 9999 davon, bis sie mit Gender und Umwelt und Wertkritik und Internationalismus auch nur die Vorreden beendet haben.Das finde ich auch alles ...nicht gut. Nur lass ich die Green Agenda für mich nicht als Ökobewegung durchgehen. Vielleicht sollte ich mir eine eigene Ecke aufmachen, so : native, natural,...aha, natural mystix!:toben: Ich sprech also von einer real existierenden "Öko"-Bewegung, die nichts mit oben angesprochenen Absichten zu tun hat. Die befinden sich allerdings schon in den Fängen des Systems, befreien sich allerdings immer wieder daraus. Klar, geraten natürlich wieder rein, aber...irgendwann wird ja wohl Schluss sein. Dennoch ist deren Existenz nur durch gesellschaftliche Einbindung möglich.
Sagen wir mal so: Ich habe gute Ideen, Geld unter die Leute zu bringen. Eine ist eine Hägebrücke in einem "Erlebnisraum" zur stadtnahen Erholung, so quasi eine Bildungsmaßnahme im Bereich Heimatkunde. Auch bewerbe ich eine kreuzungsfreis Rad-Schnellstrecke hinein in die Stadt. Die Flächen dafür sind vorhanden. Natürlich krempele ich den gesamten S/ÖPNV in der Region um. Bei mir fahren doch tatsächlich Züge am Hbf. vorbei. Ein Sakrileg! Schwierig mich zu beschimpfen wird es für die wahren Gegner solcher Überlegungen, da ich auch reichlich Umgehungsstraßen und Autobahnanschlüsse einfordere. Für mich sind eben die Aufwendungen nach Nutzwertanalyse zur Erstellung einer Relation entscheiden, nicht das kaukasische "Kreidekreispflänzchen":D, welches sich auf der Trasse breit gemacht hat. Ja, all dies auf der Grundlage des angenommenen vorhandenen Wachstums.
Ja, aus manchen Schreibfeder der Linken kommt wirklich Merkwürdiges. Das entspricht allerdings im Großen und Ganzen dem allgemeinen Wirrwar.
Mal ganz abgesehen davon, das Du 100 Jahre zu spät lebst, sträuben sich mir wieder einmal die haare ob Deiner beharrlichen Verbohrtheit und festgefahrenen Programmatik.
Mir sind bürgerliche Statussymbole auch zuwider und ich brauche das nicht. Aber wir müssen doch realisieren, dass "öko" ganz praktisch als Waffe gegen die keynesianischen Forderungen nach einer expansiven Geldpolitik benutzt wird.
Du musst jeden Tag die Klinge an Deinem hals spüren und trotzdem reitest Du als glorreicher Verfechter der Wahrheit und der Gerechtigkeit voran. Wow, gut, dass es niemals soweit kommen wird.
Mit "öko" lässt sich auch die Massenverarmung bestens rechtfertigen.
Ja, und hätten die Keynesianer es erfunden, wären Milch und Honig drin. Hochmut kommt vor dem Fall.
.. wollen nicht die Vergangenheit bewältigen, keine Nazis bekämpfen und auch nicht die Wertform der Profite analysieren.
Warst Du nicht der, der so verschrobene Vorstellungen von dem realen Leben in der DDR hatte? Der die Verbrechen der DDR so relativ gesehen hat?
Hat Vergangenheitsbewältigung nur etwas mit den Fehlern der anderen zu tun?
In diesem Land wurde viel bewältigt, manches über die Maße hinaus und zum Nachteil für dieses Land, aber es wurde viel, wenn auch nicht alles bewältigt.
Das ist zumindest mehr, als 99% jeder anderen Nation oder jeden anderen Staates, die Unrecht begangen haben.
Wir haben sogar geschwiegen, als Israel gegen jedes Völkerrecht Menschen entführte und tötete. Weil es Menschen waren, die wir bewältigen wollten.
Es wäre schön, wenn Du zur Realität zurück finden würdest. Vielleicht wärest Du dann sogar ein qualifizierter Gesprächspartner mit dem man über Lösungsansätze reden könnte.
wie auch klare Luft gegen Heizung und Klimaanlage. Leider bin ich nicht frei davon, solche oder ähnliche Annehmlichkeiten für mich zu nutzen aber eines weiss ich: Brauch ich alles nicht wirklich, nur um nicht zu sehr zum Aussenseiter zu werden.
Mal ehrlich die letzten Wochen hätte ich alles für eine Klimaanlage im Büro gegeben. Es kann mir niemand erzählen, dass er Temperaturen um 40 Grad in geschlossenen Räumen, ohne jeglichen Austausch von (kühler) Luft, einfach wegsteckt und zur Tagesordnung übergeht. :D
Mal ehrlich die letzten Wochen hätte ich alles für eine Klimaanlage im Büro gegeben. Es kann mir niemand erzählen, dass er Temperaturen um 40 Grad in geschlossenen Räumen, ohne jeglichen Austausch von (kühler) Luft, einfach wegsteckt und zur Tagesordnung übergeht. :D
Die Wetterspitzen steckt eigentlich Niemand so weg. Das was Du dort beschreibst ist ja aktuell nichts ungewöhnlich. Man braucht sich nur einen Dachdecker, Erntehelfer, Schmied oder Bäcker vorzustellen. Die überleben alle nach den gleichen Verhaltensmuster. Das kannst Du auch!;)
...
Damit sind die Neoliberalen erfolgreich und ich frage mich, wie lange die Linken noch brauchen, bis sie das kapieren. Denen laufen von 10.000 HartzIV-EmpfängerInnen 9999 davon, bis sie mit Gender und Umwelt und Wertkritik und Internationalismus auch nur die Vorreden beendet haben.
Vielleicht geht das ja gar nicht, Hellmann?
Meine Auffassung ist, solang man auch noch auf den letzten Passagier warten will, will man gar nicht losfahren.
Die Linken sind kein Paket: Die Mehrheit glaubt, die "AntiFa" wäre linkspolitisch. Punker glauben auch, trotz Nazisymbolik, dass sie "links" sind. Ich kenne weit mehr Unternehmer, die links sind. Ein paar linke Geschäftspartner habe ich auch kennen gelernt... :)
Dieses "Die ganze Welt verändern", das was sich über Jahrtausende etabliert hat, das zu verändern, ja das hat ja nichtmal Jesus geschafft. Und der hatte für seine Zeit eine hervorragende PR. :)
Stattdessen nahm jemand auf, kehrte es um und schiss die katholische Kirche.
Entschuldigung.
Man kann nur im kleinen Rahmen etwas ändern
und zusehen, dass es wächst.
Dieses Höher, Schneller, Weiter: Das ist die Sache der "Neoliberalen":
Besser eignete sich der Begriff Elitaristen, wenn man den Begriff "Faschisten" gar nicht gebrauchen will.
;)
Vielleicht passt hier ja auch der "göttliche" Hinweis:
"Liebe Deinen Feind mehr als Deinen Freund!"
Organisiere die Feindschaften: Dann sind die dummen Hühner mit sich selbst beschäftigt.
Hellmann 19.07.2010, 23:52 Vor allem die "Marxisten" treiben ein "linkes" Spiel und verarschen ihre Anhänger. Hier wieder der Robert Kurz gegen die Keynesianer:
Robert Kurz: Eine bloße Kritik des Neoliberalismus (wie bei Attac und großen Teilen der Linken) ist verkürzt, weil sie gar nicht zu den inneren Zusammenhängen der Krise vordringt, sondern lediglich eine falsche Wirtschaftspolitik sehen möchte. Verbunden damit ist die Hoffnung auf eine keynesianische Kehrtwende, die zurück zu einem "guten" Kapitalismus mit Arbeitsplatz-Investitionen und wohlfahrtsstaatlichen Gratifikationen führen soll. Das ist Traumtänzerei, die in der Tat am Kern des Problems vorbeigeht, weil sowohl die neoliberale als auch die keynesianische Doktrin die kapitalistische Produktionsweise, deren Kategorien und Kriterien, gleichermaßen blind voraussetzen. Unter den qualitativ neuen Krisenbedingungen ist aber die herrschende Produktionsweise selber das Problem. Der Keynesianismus kehrt nur als Krisen- und Notstandsverwaltung zurück, das heißt als Fortsetzung des Neoliberalismus mit anderen Mitteln. Dabei können sich die inneren Widersprüche nur verschärfen.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32932/1.html
Der proklamiert da ganz dreist und naiv die Weltrevolution statt keynesianischer Konjunkturpolitik. Auf die dürfen wir dann ewig warten, während die Neoliberalen dank Kurz und Konsorten fast unbehindert ihre Politik verfolgen und Schritt für Schritt durchsetzen.
Die Opfer der Neoliberalen sollen dann Wertkritik betreiben. :peitschen:
Vor allem die "Marxisten" treiben ein "linkes" Spiel
Kapitalismus definiere ich über das Zinseszinsgeldwesen,
dass sich indirekt proportional zur natürlichen Wertminderung aller Waren und Dienstleistungen am Markt verhält.
Das Geldwesen heute ist ein Antiwert.
In zweierlei Hinsicht:
1.) Alles ist vergänglich. Alles vergammelt.
2.) Jedoch Geld ist virtuell schöpfend: aus Nichtstun. Werte entstehen, ohne ein Zutun: Ein Brot im Regal, ohne Bauern, Müller und Bäcker: Es ist einfach da: Wie im Schlaffenland. Oh Schland!
Natürlich spielt hier die Psychologie eine entscheidende Rolle. Doch, wenn wir uns sogar trauen sollen, das heiligste, die Geschlechter zu eliminieren, dann können wir das mit dem Zinsgeld erst recht uns leisten!
Oder?
Hellmann 20.07.2010, 06:31 Der erste Schritt zur Überwindung des Zinsgelds ist einfach die kontrollierte Inflation. Damit ist schon das wichtigste Ziel erreicht und das lässt sich ganz einfach und ohne Weltrevolution machen.
Wer es radikaler (Weltrevolution) und umständlicher (Freigeld) haben möchte, trägt erst einmal zur Erhaltung der bestehenden Probleme und Missstände bei. Wie eben Kurz, der sich in seinem neuesten Text nicht entblödet, noch vor der Inflation zu warnen:
Die USA als größtes Defizitland verlangen ebenso wie die Südeuropäer, dass die BRD jede Sparpolitik aufgibt und den Binnenkonsum ankurbelt, um die Ungleichgewichte abzubauen. Verkehrte Welt: Die ehemaligen Vorreiter des Neoliberalismus fordern nun eine diametral entgegengesetzte Wirtschaftspolitik und nehmen einen Part ein, den die deutschen Gewerkschaften sich nicht zutrauten. Das scheint den keynesianischen Hoffnungen entgegenzukommen, ist aber insofern widersinnig, als damit eben die inflationäre Option forciert würde. Wie das Direktorium des IWF liebäugeln die USA und Teile der EU mit einer vermeintlich "kontrollierten Inflation", um das Dilemma zu bearbeiten; aber angesichts der ökonomischen Lage würde die Kontrolle schnell verloren gehen.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32932/1.html
Da wird deutlich, dass der "Marxismus" eine Hilfstruppe der Neoliberalen ist, gegen die keynesianischen Lösungen der Probleme. Statt die weltpolitische Gelegenheit zu nutzen, mit Hilfe der USA endlich wieder keynesianische Politik gegen die Neoliberalen durchzusetzen, fällt Kurz den Keynesianern in den Rücken. Man würde die Kontrolle über die Inflation schnell verlieren und blablabla, aber man kann ja stattdessen auf die Weltrevolution hoffen und dass wir nicht vorher in der Gosse gelandet sind.
Und überhaupt wäre, so Kurz, der Keynesianismus nur so etwas ähnliches wie der Neoliberalismus, nur Krisenverwaltung statt Weltrevolution und so weiter.
So blöde kann der Kurz selbstredend gar nicht sein, hier nur versehentlich den Neoliberalen wieder in die Hände zu spielen.
".... des Neoliberalismus (wie bei Attac und großen Teilen der Linken) ist verkürzt, weil sie ...."
Verkürzt ist, dass Attac gar nicht links ist und es auch ansonsten nicht mehr viele Linke gibt; Die Linke ist es auch nicht und von der sogenannten Interventionistischen Linke evtl noch die sogenannten Antifas abzuziehen sind
Attac ist offiziell gegen Neoliberallismus, aber nur mit einem schwachen Seelchen - was wohl nur noch für Reförmchen hinreicht; und ist schon gar nicht mehr gegen Kapitalismus
Die Wetterspitzen steckt eigentlich Niemand so weg. Das was Du dort beschreibst ist ja aktuell nichts ungewöhnlich. Man braucht sich nur einen Dachdecker, Erntehelfer, Schmied oder Bäcker vorzustellen. Die überleben alle nach den gleichen Verhaltensmuster. Das kannst Du auch!;)
Nur, dass Dachdecker und Erntehelfer an der frischen Luft arbeiten. Da geht es mir auch gut.
Na, was den Schmied, den Bäcker, der Stahlarbeiter und Bergmann angeht, so arbeiten die sich dreckig und schweißtriefend. Von mir erwartet man, dass ich nicht wirklich verdreckt und schweißtriefend unter die Menschen gehe.
Glaube mir, 40 Grad sind eher seltene Temperaturen. Wir haben es verglichen. In der Behörde und in anderen klimafreien Bereichen.
... Von mir erwartet man, dass ich nicht wirklich verdreckt und schweißtriefend unter die Menschen gehe.
Mänsch 11er, endlich wieder Sommer, Sonne und halbnackte Lesben auf der Straße: Und Du meckerst wegen einmal, zweimal Duschen am Tag.
:giggle:
Mänsch 11er, endlich wieder Sommer, Sonne und halbnackte Lesben auf der Straße: Und Du meckerst wegen einmal, zweimal Duschen am Tag.
:giggle:
Würde ich nciht meckern, würden alle glauben, ich hätte Spaß. Wenn ich hier sagen würde, was ich in diesen Zeiten wirklich tue, wollte jeder meinen Job haben.
Es gilt beides zu verhindern. :happy:
Zitat von Beverly
das lockt alles keinen Hund hinter dem Ofen hervor
Wir nehmen Oppa und Omma, und engagieren ein paar Strahlharte von Make Capitalism History.
Ein Politischer Kindergarten findet sich bestimmt auch - und dann einen Haufen jener FDP-Leute, die es wagten, Guido zu widersprechen - fertig ist die erste Lauge !
Du willst doch wohl nicht behaupten, das wäre eine schlechte Idee !?
Oder glaubst du, es läuft anders ? sehe ich nicht
es lockt noch immer keinen Hund hinter dem Ofen hervor
Mir sind bürgerliche Statussymbole auch zuwider und ich brauche das nicht. Aber wir müssen doch realisieren, dass "öko" ganz praktisch als Waffe gegen die keynesianischen Forderungen nach einer expansiven Geldpolitik benutzt wird.
Mit "öko" lässt sich auch die Massenverarmung bestens rechtfertigen.
Jedenfalls kennen die Neoliberalen seit dreißig Jahren nur die Forderungen nach Lohnkürzung und Sozialabbau und höheren Profiten für das Kapital. Die machen weder auf öko, wollen keine Eisbären retten, lassen den Wald sterben, machen den ArbeiterInnen das Leben zur Hölle und den KapitalistInnen die Ausbeutung zum Spaß, ohne von Genderquatsch zu faseln, wollen nicht die Vergangenheit bewältigen, keine Nazis bekämpfen und auch nicht die Wertform der Profite analysieren.
Damit sind die Neoliberalen erfolgreich und ich frage mich, wie lange die Linken noch brauchen, bis sie das kapieren. Denen laufen von 10.000 HartzIV-EmpfängerInnen 9999 davon, bis sie mit Gender und Umwelt und Wertkritik und Internationalismus auch nur die Vorreden beendet haben.
Im Grunde wird die Ökobewegung in das Gegenteil von dem verkehrt, was sie einmal war - durchaus berechtigte Kritik an Fortschritts- und Technikgläubigkeit und an ewiges quantitatives Wachstum. Aber dies sind Dinge, die sich letztendlich nur innerhalb einer technischen und wissenschafltich orientierten Zivilisation vollziehen können. So braucht man die Mathematik in Gestalt der Prozentrechnung, um den Unsinn immerzu von 10% Wachstum pro Jahr nachzuweisen.
Man muss aufgeschlossen für Raumforschung und Weltraumfahrt sein, um die Frage zu stellen, ob die Menschen eine interstellare Zivilisation oder eine interstellare Heuschreckenplage sein wollen.
Zu den besten Zeiten der Anti-Atomkraft-Bewegung waren es Wissenschaftler selbst, die den Unsinn der Kernspaltung als Energiequelle darlegten.
Explizit und implizit haben viele "Ökos" aber Wissenschaft und Technik den Krieg erklärt. Mit z. T. lächerlichen, oft tragischen oder ärgerlichen Folgen. Da soll plötzlich die Atomkraft gegen den Klimawandel helfen oder die Entwicklung jedweder neuer Technologien eingestellt werden. Mit der Folge, dass wir im Golf von Mexiko eine Umweltkatastrophe haben, weil uns Öl bis in alle Ewigkeit als wichtigste Energiequelle verordnet wird. "Die Probleme auf der Erde lösen" führt dazu, dass 'zig Milliarden Menschen den blauen Planeten kahl fressen und verwüsten. Die schwafeln so lange und predigen Verzicht! Verzicht! Verzicht!, bis keiner mehr hinhört.
Auch "dank" dieser Ökos sind wir auf dem Weg in die schlimmste Umweltkatastrophe seit 251 Millionen Jahren, als ohne Zutun des Menschen die Meere "umkippten", der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre auf 12 Prozent sank und viele Arten ausstarben.
Zitat von Beverly
das lockt alles keinen Hund hinter dem Ofen hervor
es lockt noch immer keinen Hund hinter dem Ofen hervor
Ich habe weder reinen Lustgewinn noch irgendetwas Ober-Faszinatives propagiert.
Wer aber ansatzweise real was ändern will, muss die alten Pfade vielleicht doch hier und da mal verlassen ....
Ein abschreckendes Beispiel gefällig?
Genau, und was lese ich da gerade ganz oben?
http://www.linksnet.de/
Ist sicher nur eine Momentaufnahme, aber andere Momente konnte ich da noch nie finden.
Statt dass man sich endlich mal auf den Neoliberalismus wirft, muss da der Eine wieder "Nazis" bekämpfen, die Vergangenheit bewältigen, die Andere hat noch ein Genderproblem und will über Männlein und Weiblein debattieren. Und so geht das seit etwa dreißig Jahren.
Darunter folgt gleich:
Nur den Neoliberalismus will niemand endlich mal niederkämpfen.
Also gerade finde ich die Frontseite einigermaßen bissig:
http://www.linksnet.de/
Hellmann 27.07.2010, 16:28 Also gerade finde ich die Frontseite einigermaßen bissig:
http://www.linksnet.de/
Naja. :kopfkratz:
Erster Artikel zur Sterbehilfe. Recht auf ein gutes Leben für alle. Pränatale Diagnostik. Es gibt soviele Probleme auf der Welt, die sich mit Klassenkampf nicht lösen lassen, wie Krankheit, Alter, Tod... - ist jetzt von mir.
Zweiter Artikel die Sans Papiers, also illegale Migranten. Meine Meinung: Ist zwar gemein, aber wir können nicht alle hereinlassen, geht nicht, geht einfach nicht. Auch so ein Problem, das sich erst später lösen lassen wird, wenn erst einmal bei uns vernünftige Verhältnisse herrschen, die dann bis in die Hungerzonen und Elendsregionen ausgedehnt werden können. Aber nicht umgekehrt, dass wir sagen, kommt alle her, dass es uns auch nicht mehr besser geht.
Dritter Artikel. Autonomie der Migration. Siehe oben,
Vierter Artikel. Europa noch immer ein Herrenhaus. Männlein und Weibleinproblematik und die Benachteiligung der Weiber. Divide et Impera. Wenn ich zu den Herrschenden gehören würde, dann tät ich meinen Sklaven auch empfehlen, sich untereinander zu streiten, Mägdlein gegen Knechtlein. Wird bestimmt spannend, was da herauskommt.
Fünfter Artikel Islam. Naja. Keinen Islam, kein Christentum kein gar nichts, würde ich sagen.
Sechster Artikel. Gymnasium ist unsozial. Darum sollen alle in einer Einheitsschule gleich beschissen werden. Der SPIEGEL und die ZEIT sind auch für die Einheitsschule für alle Deutschen und Migranten in Deutschland. Wozu brauchen deutsche Kinder ein Gymnasium? Haben sich CIA und MI6 schon vor 40 Jahren in meiner Jugend gefragt und eine Kampagne für die Gesamtschule in Deutschland gestartet. Dieselben propagieren auch den Neoliberalismus. Aber wir Linken sollen für die Einheitsschule sein. Spinn ich?
Noch mehr gefällig? :D
Also, zumindest der Feminismus-Artikkel ist relativ bissig, das sehe ich so. Sagt der ja auch, Europa ist noch ein Herrenhaus, und ich finde, das stimmt und könnte zuammengehen gegen den Neoliberalismus, nämlich gegen die höchsten Herren - dafür bist du doch auch - !?
Gut, die anderen wären "streitfähig". - Ich denke aber eigentlich, die Sans-Papier- Bewegung könnte schon auch als "Links" durchgehen (stimmt, die sind son bisschen einsam, das sind keine "Luxuslinken) - so schätze ich die zumindest ansatzweise ein, egal ob die von CIA unterwandert sind oder nicht ... ich denke, es geht um Menschenrechte - und das vielleicht etwas echter als AI. - Und prinzipiell denke ich, ich würde Menschen, die in Not sind, nicht unbedingt einfach sofort abschieben ok, das weis man nicht immer sofort. -- Aber andererseits, Frankreich ist auch eine ehemalige Kolonialmacht, und die könnte man da auch ein wenig heranziehen ....
So, die anderen müsste ich jetzt erst mal lesen und die Themen studieren .... btw, wie findest du eigentlich das unsichtbare Komitee, ist das was für dich ?
Und was du am Gymnasium-Artikel schlimm findest, weis ich jetzt auch nicht .... !? - Bist du inzwischen für die Elite-Bildungssysteme ?
Und auch den "Islam"-Artikel fnde ich nicht so schlecht - das ist eigentlich auch ein traditionell linkes Thema, und finde es ganz ok, wenn Sarrazin und Broder mal wieder ein bissel angeschwärzt werden ....
Aber es stimmt, ein richtiger Revolutions-Artikel ist da jetzt nicht auf der Seite, aber durchaus und durchweg auch linke Forderungen.
Hellmann 27.07.2010, 19:32 .... btw, wie findest du eigentlich das unsichtbare Komitee, ist das was für dich ?
Toll geschrieben und spannend zu lesen, aber wohl viel zu optimistisch. Kenne selber die Lage in Frankreich nicht, wenn sich was bewegt, dann müsste es so sein, wie da beschrieben. Glaube ich aber nicht, wenn ich die hohlen Leute in Deutschland sehe. Da bewegt sich nichts von unten aus den Massen, gar nichts.
Für Gymnasien bin ich deshalb, weil die zwar auch eine "Elite" ausbilden, aber wenigstens noch kostenfrei. Um mit den Kindern teilzunehmen, braucht es nur deren Interesse am Unterricht.
Das Ziel der Angloamerikaner, also der Neoliberalen, heißt Privatschulen für die Reichen und Einheitsschule für den Rest. Die Linken, die das mittragen, sind Verräter oder naiv.
Diesen Artikel finde ich auch interessant - lesenswert!
Über die "linke" Befindlichkeit, und so vieles andere .....
Schwierig bei allen Artikeln zu "Linken" ist aus meiner Sicht die Definition darüber was denn, wer und wie jemand "links" ist
- Ohne eine deutliche Klärung bleibt das leider völlig wischi-waschi, auch wenns nett zu lesen ist ....
http://www.linksnet.de/de/artikel/25745
Ich glaub, ich seh Gespenster. Die Linke und wo es sonst noch spukt
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