Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Griechenland


Hellmann
28.04.2010, 19:02
Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich aus dem Staunen nicht mehr herauskomme. Das Thema Griechenland habe ich eigentlich so nicht ernst genug genommen, beziehungsweise die Entwicklung nicht vorhergesehen. Die Geldbeträge, um die es bei Griechenland geht, sind Peanuts.

Das ist alles ein Witz. Es gibt rational überhaupt keinen Grund für das, was da im Augenblick abläuft. Es schaut so aus, als würde künstlich eine große Krise für den Euro inszeniert.

Bin immer noch ratlos, was die Urheber sich da denken und was das Ergebnis sein soll.
Die Zeit läuft ab für Griechenland: Nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit auf Ramschstatus geben deutsche Wirtschaftsexperten dem Land kaum noch eine Chance. Europa sollte sich auf die Bankrotterklärung aus Athen vorbereiten, lautet ihr vernichtendes Urteil.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,691717,00.html

Der erste der gefragten Experten ist dann natürlich wieder Hans-Werner mit seinem Unsinn.

Gerade haben sie Spanien zurückgestuft, dabei wären doch die Rating-Agenturen selber längst als Ramsch einzustufen. :peitschen:

Elfer
28.04.2010, 19:13
Mir fehlen die realen Belege dafür, dass die Krise in Griechenland nur behauptet oder künstlich hervorgerufen wurde.

Was ich über die Krise gelesen, gesehen und gehört habe, ist allerdings sehr real.

Britta
28.04.2010, 19:21
Gerade haben sie Spanien zurückgestuft, dabei wären doch die Rating-Agenturen selber längst als Ramsch einzustufen. :peitschen:
Die Rating-Agenturen raten so, wie die Banken das wollen. Die Banken haben die schon längst übernommen und von unabhängig kann keine Rede mehr sein, die arbeiten für die Banken, statt neutral einzustufen.

Im Falle Griechenlands sind sich die Bankster sicher, dass die EU Griechenland retten wird. Wird also G als Ramsch geratet, bekommen sie höhere Zinsen für die Kredite.

Können halt mal wieder den Hals nicht voll genug bekommen.

Eigentlich gehören die abgeschafft.

jovi
28.04.2010, 21:43
portugal und spanien wurden auch herabgestuft

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/ratingagenturen112.html

warum wird eigentlich nie usa herabgestuft, die kriegen es doch nicht gebacken jemals ihre schulden zurückzuzahlen ... ah, ja die ratingagenturen sind ja in den usa.

dieser finanzkrieg und angriff auf den euro stinkt ... wir sollten unsere truppen aus afghanistan herausholen und die armmestützpunkte der amerikaner hier dichtmachen.

otix_
28.04.2010, 21:52
Was man diesem (kapitalistischen) Wirtschaftssystem zu Gute halten kann ist nicht etwa seine besondere ökonomische Überlegenheit sondern die Friedfertigkeit mit denen die eine Gruppe Menschen für das Versagen einer anderen Gruppe zahlen. Experten, Forscher, Ökonomen und Wirtschaftsweise nennen sie sich....:rolleyes2:

Die DDR war zwar genauso pleite, mit dem was sie Sozialismus nannten, hatte aber das Pech der Buhmann des kalten Krieges, und eine (hungrige) Insel, im nach neuen Märkten gierenden Kapitalismus zu sein...Kohl würde den Griechen blühende Landschaften versprechen..

Britta
28.04.2010, 21:56
Was man diesem (kapitalistischen) Wirtschaftssystem zu Gute halten kann ist nicht etwa seine besondere ökonomische Überlegenheit sondern die Friedfertigkeit mit denen die eine Gruppe Menschen für das Versagen einer anderen Gruppe zahlen. Experten, Forscher, Ökonomen und Wirtschaftsweise nennen sie sich....:rolleyes2:
Wo kämen wir denn auch hin, wenn der Dollar alleine den Bach runtergeht?

Die Amis sparen ja schon, wo sie nur können und bilden die Streitkräfte anderer Länder nur noch aus, damit die dann die US-Kriege ausfechten können. Wird denen schon zu teuer. Wenn der Euro nicht mit dem Dollar sinkt, dann wären die ja Pleite.

Wenn wir jetzt gute und vorausschauende Finanzexperten hätten, die nicht mit denen unter einer Decke stecken, dann könnten wir locker die Welt verändern.

Haben wir aber bestimmt nicht. :(

otix_
28.04.2010, 22:03
Wo kämen wir denn auch hin, wenn der Dollar alleine den Bach runtergeht?

Die Amis sparen ja schon, wo sie nur können und bilden die Streitkräfte anderer Länder nur noch aus, damit die dann die US-Kriege ausfechten können. Wird denen schon zu teuer. Wenn der Euro nicht mit dem Dollar sinkt, dann wären die ja Pleite.

Wenn wir jetzt gute und vorausschauende Finanzexperten hätten, die nicht mit denen unter einer Decke stecken, dann könnten wir locker die Welt verändern.

Haben wir aber bestimmt nicht. :(

Wenn es jetzt, wegen der Finanzkrise zu Ausschreitungen kommt, gilt das System dann als gescheitert? Damals bei der DDR war das ja so....:kopfkratz:
Der Unterschied zu damals ist nur, das es kein System gibt zu dem sich die Menschen nun hinwenden könnten...

Britta
28.04.2010, 22:22
Wenn es jetzt, wegen der Finanzkrise zu Ausschreitungen kommt, gilt das System dann als gescheitert? Damals bei der DDR war das ja so....:kopfkratz:
Der Unterschied zu damals ist nur, das es kein System gibt zu dem sich die Menschen nun hinwenden könnten...

Die haben die Ausschreitungen doch schon mit eingerechnet. Ich frage mich auch, was dann kommt. Währungsreform? und dann mit denselben Typen dasselbe nochmal...

Und täglich grüßt das Murmeltier. Die Menschen werden wohl nie schlauer. Ein neues System würde zum Ende hin wieder auf dasselbe hinauslaufen. Zwischendurch mal wieder 30 - 60 Jahre Ruhe. Eher 30, weil ja die Zeit schnellebiger wird.

Ein paar Kriege sind ja noch auszufechten, bevor die Welt komplett in den Händen ein und derselben Bankermafia ist. Da holen die sich noch die Russen und die Chinesen und dann? Mal sehen.

Sebastian Hauk
28.04.2010, 22:33
Hallo Britta,

Die haben die Ausschreitungen doch schon mit eingerechnet. Ich frage mich auch, was dann kommt. Währungsreform? und dann mit denselben Typen dasselbe nochmal...

wenn Griechenland den Euro abgeben muss, dann bekommen die eine Währungsreform.

Griechenland ist aber deshalb so pleite, weil die ihr ganzes Geld ins Militär stecken. Noch mehr als die USA. Aber darüber schweigen sich alle aus.

http://www.sueddeutsche.de/politik/837/506022/text/

Und aus gutem Grund.

Griechenland bezieht 31 Prozent seiner Rüstungsgüter von deutschen Unternehmen.

Gruß

Sebastian

Britta
28.04.2010, 22:35
Hallo Britta,



wenn Griechenland den Euro abgeben muss, dann bekommen die eine Währungsreform.

Griechenland ist aber deshalb so pleite, weil die ihr ganzes Geld ins Militär stecken. Noch mehr als die USA. Aber darüber schweigen sich alle aus.

http://www.sueddeutsche.de/politik/837/506022/text/

Und aus gutem Grund.

Gruß

Sebastian
Das die Griechen ihr Geld ins Militär stecken, war eine Auflage der EU. Deren Armee war nach Meinung der EU so veraltet und mußte dem EU-Standard angepasst werden. Dafür haben die von uns Kredite bekommen und die Waffen haben wir auch gleich geliefert - was wieder unsere Wirtschaft angekurbelt hat.

Den Griechen also vorzuwerfen, sie würden ihr ganzes Geld in die Rüstung investieren ist unfair, da wir sie dazu gezwungen haben.

otix_
29.04.2010, 07:14
Die haben die Ausschreitungen doch schon mit eingerechnet. Ich frage mich auch, was dann kommt. Währungsreform? und dann mit denselben Typen dasselbe nochmal...

Und täglich grüßt das Murmeltier. Die Menschen werden wohl nie schlauer. Ein neues System würde zum Ende hin wieder auf dasselbe hinauslaufen. Zwischendurch mal wieder 30 - 60 Jahre Ruhe. Eher 30, weil ja die Zeit schnellebiger wird.

Ein paar Kriege sind ja noch auszufechten, bevor die Welt komplett in den Händen ein und derselben Bankermafia ist. Da holen die sich noch die Russen und die Chinesen und dann? Mal sehen.


Im Grunde gibt es kein zurück. Niemand will auf die Bequemlichkeiten verzichten die das Wirtschaftssystem in der westlichen Welt hervorbrachte. Das erkennt man an dieser "Systemrelevanz". Dumm nur, dass es sich selbst von innen heraus aushöhlt, wenn die eigenen, ehemaligen Anhänger zu Lakaien (Niedriglohn, Lohnarbeitsplatzlos, etc...) gemacht werden...

Hellmann
29.04.2010, 07:22
Niemand will auf die Bequemlichkeiten verzichten die das Wirtschaftssystem in der westlichen Welt hervorbrachte.
Die Bequemlichkeit gibt es allerdings nur für die privilegierten Kreise.

Für die arme Frau an der Ladenkasse beim Discounter ist es mindestens 8 Stunden Stress und Hetze, sich dumm anreden und anmachen lassen, die Kunden trotzdem freundlich anlächeln wie eine Nutte...

Von den Jobs im Straßenbau oder auf dem Gerüst als Sandstrahler und Maler ganz zu schweigen.

otix_
29.04.2010, 07:33
Die Bequemlichkeit gibt es allerdings nur für die privilegierten Kreise.

Für die arme Frau an der Ladenkasse beim Discounter ist es mindestens 8 Stunden Stress und Hetze, sich dumm anreden und anmachen lassen, die Kunden trotzdem freundlich anlächeln wie eine Nutte...

Von den Jobs im Straßenbau oder auf dem Gerüst als Sandstrahler und Maler ganz zu schweigen.

Dabei ist der Einzelhandel noch einer der wenigen Orte an denen Menschen nicht gleich was auf die Fre**e kriegen wenn sie borniert, fordernd und voll arroganter Überheblichkeit ihre Launen an schlecht bezahlten Verkäufer/innen ausleben. Sie zahlen quasi als "Kunde" für die Illusion einer zwischenmenschlichen Harmonie welche es im echten Leben, außerhalb für sie schon gar nicht mehr gibt. :p

Spökes
29.04.2010, 08:03
Im Grunde gibt es kein zurück. Niemand will auf die Bequemlichkeiten verzichten die das Wirtschaftssystem in der westlichen Welt hervorbrachte. Das erkennt man an dieser "Systemrelevanz". Dumm nur, dass es sich selbst von innen heraus aushöhlt, wenn die eigenen, ehemaligen Anhänger zu Lakaien (Niedriglohn, Lohnarbeitsplatzlos, etc...) gemacht werden...
Doch, doch, mir gelingt dies schon umfangreich und ich wäre froh, es würde auch anderen gelingen. Nein, so ganz bequem ist das alles nicht aber es geht und hilft.

Beverly
29.04.2010, 17:37
Mir ist "Griechenland" dadurch unangenehm aufgefallen, dass in diversen Berliner Lokalradios sich die gekauften Blödschwätzer ... pardon, ich meine natürlich die unabhängigen Journalisten an dem Thema hoch zogen. "Selbstverständlich" frei von jeder Analyse und in einer Manier, die nur noch als Ekel erregend zu bezeichnen ist.

Hellmann
29.04.2010, 19:56
Jetzt ziehen die Kunden ihr Geld von den Banken ab. Im Prinzip ist das für ein Land mit eigener Zentralbank kein Problem, da druckt man halt Banknoten und die Zinsen kassiert die Zentralbank. Aber ohne eigene Zentralbank?
Am 10. oder 12. Mai plant die Europäische Union einen Sondergipfel, am 19. Mai muss das Land eine Anleihe ablösen. Das ist spät, warnt ein Bankmanager: "Ich glaube nicht, dass die griechischen Banken das bis zum 12. Mai durchhalten", sagt er.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/risiken-die-banken-sind-griechenlands-achillesferse;2570994

Hellmann
05.05.2010, 08:30
Der Münchau hat in der FTD eine neue Mine gelegt:
Den Märkten wird signalisiert, dass die vereinbarten Kredite den sogenannten Junior-Status haben. Das bedeutet, dass sie im Falle einer Staatspleite Griechenlands zweitrangig bedient werden. Zuerst werden die Besitzer griechischer Staatsanleihen ausbezahlt, und wenn dann noch was übrig bleiben sollte, bekommen die europäischen Regierungen ihr Geld wieder zurück.
http://www.ftd.de/politik/europa/:kolumne-muenchau-auf-dem-weg-in-die-naechste-luege/50109977.html

In der Tat, der Status der Hilfskredite scheint ungeklärt. Man will wohl auch nicht, dass sich die Märkte beruhigen. Sind die Kredite nachrangig, handelt es sich praktisch um Geschenke, fall Griechenland sich irgendwann für zahlungsunfähig erklärt. Dann müssten sie im Bundeshaushalt auch entsprechend mit Rückstellungen eingeplant werden.

Das würde dann die Sparpolitik in Deutschland verschärfen. Oder wir müssten das mit zum Beispiel einer höheren Mehrwertsteuer bezahlen.

Britta
05.05.2010, 09:05
Oder wir müssten das mit zum Beispiel einer höheren Mehrwertsteuer bezahlen.
Dann passen wir uns wohl an die griechische MWST an. :kopfkratz:

Hellmann
05.05.2010, 17:05
Zwei sehr gute Beiträge im Netz zu Griechenland. Zuerst der Spiegelfechter:
Die Strategie hat System – immer wenn durch Katastrophen, Krieg oder Krisen die Not am größten ist, wird die Gesellschaft einer ökonomischen Schock-Behandlung unterzogen, mit deren Hilfe neoliberale Reformen im Eiltempo umgesetzt werden, die ansonsten am Widerstand der Bevölkerung scheitern würden. Wie diese Strategie funktioniert, hat bereits Naomi Klein in ihrem grandiosen Buch Die Schock-Strategie – Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus herausgearbeitet.
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2534/schock-strategie-fur-griechenland

Noch mehr zu den Hintergründen der neoliberalen Agenda seit 30 Jahren bei Indymedia:
Um es noch mal ganz deutlich zu sagen: Die Überschuldung der Völker ist nicht die Folge eines „Versagens“ der Politik und der internationalen Finanzwelt. Versagen würde ja beinhalten, dass jemand ein gestecktes Ziel, z.B. einen ausgeglichenen Staatshaushalt, nicht erreicht hat. Ich behaupte aber, dass bestimmte globale Mächte nie etwas anderes beabsichtigt haben als die Verwandlung selbstbewusster Völker in demütige „Working-Poor“Gesellschaften, die ihrer fortschreitenden Entrechtung mit einem resignierten „Hauptsache, ich habe überhaupt Arbeit“ zunicken. Statt von „Versagen“ zu sprechen müsste man also sagen: Das neoliberale Projekt seit den frühen 80er-Jahren war ein voller Erfolg. Ziel dieses Projekts war es von Anfang an, die Dritte Welt in die Erste zu tragen (Ansätze dazu gibt es jetzt in Griechenland). Endziel ist die Schaffung eines globalen Feudalsystems – Verelendung breiter Bevölkerungsschichten, finanzielle Privilegien einer mächtigen Minderheit, Absicherung der Beute durch einen autoritären Überwachungsstaat.
http://de.indymedia.org/2010/05/280059.shtml

Würde mich nicht wundern, wenn es jetzt ganz groß weiter geht. Der Sommer steht vor der Tür, Urlaubszeit, die PIGS sind Urlaubsländer. Wenn da jetzt noch soziale Aufstände ausbrechen und die Touristen ausbleiben, dann haben die echt ein Problem. Bald treffen sich die Bilderberger in Spanien.

Britta
05.05.2010, 17:25
Würde mich nicht wundern, wenn es jetzt ganz groß weiter geht.

Es soll jetzt in Griechenland die ersten Toten gegeben haben:

http://www.rp-online.de/wirtschaft/eurokrise/Blutige-Eskalation-in-Griechenland-drei-Tote_aid_853338.html

Blutige Eskalation der Finanzkrise in Griechenland: Bei den Protesten gegen das Sparpaket der Regierung kamen am Mittwoch drei Menschen ums Leben. Die beiden Frauen und ein Mann waren in einer Bank eingeschlossen, die ebenso wie weitere Gebäude in Brand gesetzt wurden. Ein Teil von insgesamt 100.000 Demonstranten versuchte erneut, das Parlament zu stürmen. Ministerpräsident Giorgos Papandreou will trotz der Proteste an dem Sparpaket festhalten.

Das wird in einem Land nach dem anderen so ausschauen. Schön nacheinander und bloß nicht gleichzeitig.

Die Proteste richteten sich auch gegen Druck aus dem Ausland. "Sie sind wie Raubvögel", sagte ein 76-jähriger Demonstrant, der mit einer Rente von 345 Euro auskommen muss. "Die Deutschen nehmen Kredite für drei Prozent auf und nehmen von uns fünf Prozent. Warum?"
Ja, warum eigentlich? immer nur wegen der Profite und damit die Schulden der Länder schön wachsen, damit am Ende alle pleite sind.

otix_
06.05.2010, 08:32
Karolos Papoulias Krokodilstränen:

Für den griechischen Präsidenten Karolos Papoulias sind die tödlichen Krawalle in Athen "abstoßende Gewalt". Er finde keine Worte, um seinen Schmerz und seinen Zorn angesichts der Todesfälle auszudrücken. Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) appelliert unterdessen an die SPD, der Griechenland-Hilfe zuzustimmen.


http://www.welt.de/politik/ausland/article7496049/Praesident-sieht-Griechenland-vor-dem-Abgrund.html


Ich kann mir vorstellen, dass friedliche Lichterketten schöner sind. Nur geändert wird damit nichts. Das einzige was wirklich alternativlos scheint, ist das gewalttätige Auflehnen gegen das Establishment. :|

jovi
06.05.2010, 19:05
Banker streiken

Papandreou verurteilte die gewalttätigen Ausschreitungen vom Vortag. "Gewalt ist keine Lösung", mahnte er. Sie schade auch dem Ansehen des Landes. Gestern waren in Athen drei Menschen ums Leben gekommen, als jugendliche Randalierer eine Bankfiliale in Athen mit Molotowcocktails in Brand setzten. Die Bankangestellten traten als Reaktion auf das "tragische Ereignis" in einen Streik.


ist das nicht cool ... das leben ist halt mehr wert als papier und schulden

Sebastian Hauk
06.05.2010, 20:11
Hallo,

und die deutsche Staatsverschuldung steigt pro Sekunde um 4.439 €.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schuldenuhr

Hier ist die deutsche Schuldenuhr zu sehen:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Schuldenuhr_2006_08.jpg&filetimestamp=20060825111339

Das Bild von der deutschen Schuldenuhr scheint noch ein älteres zu sein. Hier steigen die Schulden nur um € 2.113 pro Sekunde an.

Und hier ist die amerikanische Schuldenuhr zu sehen:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:US_Debt_Clock_15-09-2009.JPG&filetimestamp=20090915235249

Gruß

Sebastian

jovi
06.05.2010, 20:17
für us schulden gibt es was besseres:

http://www.usdebtclock.org/

schwindelerregende inflation auf unternehmerhöhe ...

Hellmann
07.05.2010, 06:27
Hallo,

und die deutsche Staatsverschuldung steigt pro Sekunde um 4.439 €.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schuldenuhr

Hier ist die deutsche Schuldenuhr zu sehen:


Wo finde ich jetzt die Uhr der zugehörigen Geldvermögen? :kopfkratz:

Auf der man sehen kann, dass die Geldvermögen der Reichen im Kapitalismus noch viel schneller steigen, als die Staatsverschuldung. Und dass die Staatsverschuldung kein Problem ist, wenn das Geld nie zurückgezahlt wird. ;)

otix_
07.05.2010, 20:20
Die Beerdigung von Paraskevi Zoulia, einem der Todesopfer von Athen, wurde zur Demonstration. Hunderte trauerten um die Bankangestellte, die durch Brandbomben von Autonomen umkam. Politiker und Bankiers blieben der Trauerfeier fern. Die traurige Bilanz einer Freundin: Griechenland brachte Paraskevi um.


http://www.welt.de/politik/ausland/article7522112/Die-Athener-tragen-ihre-Toten-zu-Grabe.html

Wann wird zu Guttenberg seine Beileidsrede für die drei griechischen, im Wirtschaftskrieg gefallenen, "Soldaten" halten?

Hellmann
08.05.2010, 07:31
Eine sagenhaft gelungene Rede der Sarah Wagenknecht: :)
ddhm3qpe7sg&feature=player_embedded
Unbedingt anschauen und mit Merkelreden vergleichen. :D

otix_
08.05.2010, 08:06
Eine sagenhaft gelungene Rede der Sarah Wagenknecht: :)
Unbedingt anschauen und mit Merkelreden vergleichen. :D

verdammt, muss ich "Kommunist" sein um das richtig zu finden! :toben:

Britta
08.05.2010, 13:27
verdammt, muss ich "Kommunist" sein um das richtig zu finden! :toben:

Nein, mußt du nicht. Es gibt ja in jeder Partei einige echt gute Leute - sogar in der CDU könnte ich mich mit dem einen oder anderen anfreunden. Nur leider sind das Ausnahmen.

Von mir aus könnten die Parteien abgeschafft werden und wir direkt Personen in die verschiedenen Ämter wählen. Aber das wollen die Parteien bestimmt nicht - riecht zu sehr nach echter Demokratie. :D

jovi
08.05.2010, 14:14
verdammt, muss ich "Kommunist" sein um das richtig zu finden! :toben:


ich weiß nicht, warum die kommunisten so vertäufelt werden. im kommunismus heißt es, wenn wir zusammenarbeiten, dann gehts uns allen besser. ferner hat man die pflicht seinem nebenan in den hintern zu treten, falls er sich zu lange ausruht, während andere arbeiten. oh...langsam dämmerts mir :giggle:

Britta
08.05.2010, 14:29
ich weiß nicht, warum die kommunisten so vertäufelt werden. im kommunismus heißt es, wenn wir zusammenarbeiten, dann gehts uns allen besser. ferner hat man die pflicht seinem nebenan in den hintern zu treten, falls er sich zu lange ausruht, während andere arbeiten. oh...langsam dämmerts mir :giggle:

Die Menschen sind halt nicht alle gleich, auch nicht gleich intelligent und nicht gleich im Charakter. Das mit der Zusammenarbeit kann zwar noch klappen, da hat aber auch jeder andere Fähigkeiten und nicht jeder kann die gleiche Leistung bringen. Und da fängt es meist dann schon an, mit dem Neid, der Missgunst, dem benachteiligt fühlen, etc..

Kommunismus kann also nie funktionieren, weil die Menschen eben nicht gleich sind und viel zu wenig Verständnis für die Schwächen der Anderen haben oder eben nicht damit umgehen können, weil ihnen ihr eigenes Ego im Weg steht. - Zeigt ja schon dein Satz mit dem 'in den Hintern treten'.

jovi
08.05.2010, 16:16
Die Menschen sind halt nicht alle gleich, auch nicht gleich intelligent und nicht gleich im Charakter. Das mit der Zusammenarbeit kann zwar noch klappen, da hat aber auch jeder andere Fähigkeiten und nicht jeder kann die gleiche Leistung bringen. Und da fängt es meist dann schon an, mit dem Neid, der Missgunst, dem benachteiligt fühlen, etc..

Kommunismus kann also nie funktionieren, weil die Menschen eben nicht gleich sind und viel zu wenig Verständnis für die Schwächen der Anderen haben oder eben nicht damit umgehen können, weil ihnen ihr eigenes Ego im Weg steht. - Zeigt ja schon dein Satz mit dem 'in den Hintern treten'.

natürlich sind die menschen gleich in ihrer gesamt leistungsfähigkeit. der eine kann halt etwas besser, was der andere schlechter macht und umgekehrt. es ist auch klar, dass man zeit braucht um sich neue fähigkeiten anzulernen.

in kommunismus gibt es auch keine bettler.

großfamilien funktionieren nach einem kommunismusprinzip. militär funktioniert nach einem kommunismusprinzip. in sportvereinen geht es auch kommunistisch zu (geräte aufbauen, platz herrichten, ...).

und nach dem kapitalismus wird kommunismus auch hierhin kommen UND funktionieren :)

Britta
08.05.2010, 20:57
natürlich sind die menschen gleich in ihrer gesamt leistungsfähigkeit. der eine kann halt etwas besser, was der andere schlechter macht und umgekehrt. es ist auch klar, dass man zeit braucht um sich neue fähigkeiten anzulernen.
Nein, so gleich wie du dir das vorstellst, sind die Menschen nicht. Klar hat jeder seine Fähigkeiten, aber es gibt Unterschiede und nicht jeder kann alles lernen und nicht jeder will das. Du wirst das nie gerecht unter einen Hut bringen und es wird immer Leute geben, die sich benachteiligt und ungerecht behandelt fühlen.

in kommunismus gibt es auch keine bettler.
Und, ist der Kommunismus deswegen so gut?

großfamilien funktionieren nach einem kommunismusprinzip. militär funktioniert nach einem kommunismusprinzip. in sportvereinen geht es auch kommunistisch zu (geräte aufbauen, platz herrichten, ...).
Nein, auch in der Familie gibt es einen, der das Sagen hat und in Vereinen sind es auch immer dieselben, die die Geräte aufbauen und dieselben, die sich darum drücken.

und nach dem kapitalismus wird kommunismus auch hierhin kommen UND funktionieren :)
Träum weiter Jovi. Es wird nicht funktionieren.

Hellmann
08.05.2010, 22:14
Die Menschen sind halt nicht alle gleich, auch nicht gleich intelligent und nicht gleich im Charakter. Das mit der Zusammenarbeit kann zwar noch klappen, da hat aber auch jeder andere Fähigkeiten und nicht jeder kann die gleiche Leistung bringen. Und da fängt es meist dann schon an, mit dem Neid, der Missgunst, dem benachteiligt fühlen, etc..

Kommunismus kann also nie funktionieren, weil die Menschen eben nicht gleich sind und viel zu wenig Verständnis für die Schwächen der Anderen haben oder eben nicht damit umgehen können, weil ihnen ihr eigenes Ego im Weg steht. - Zeigt ja schon dein Satz mit dem 'in den Hintern treten'.
Wozu sollten die Menschen gleich sein?

Der Kommunismus braucht nicht 40 Mio. Zahnärzte in Deutschland, sondern Bäcker, Metzger, Bauern...

Wenn man dann die Leute selbstorganisiert machen lässt, funktioniert das auch. Also keine Parteidiktatur mit zentraler Planwirtschaft, sondern Markt und Selbstbestimmung.

Nur reich kann niemand mehr werden. Jeder ist in dem Sinne gleich, dass er mit einem Schnitzel am Tag satt ist und nur ein Bett zum Schlafen brauchen kann. Also keine Villa allein, kein Dienstpersonal, keine privaten Erben von Konzernen und Banken oder Medienimperien.

deserd
09.05.2010, 00:36
in kommunismus gibt es auch keine bettler.
So ? Du weißt das ?


großfamilien funktionieren nach einem kommunismusprinzip. militär funktioniert nach einem kommunismusprinzip. in sportvereinen geht es auch kommunistisch zu (geräte aufbauen, platz herrichten, ...).

All das gibt es auch kapitalistisch


und nach dem kapitalismus wird kommunismus auch hierhin kommen UND funktionieren :)
*Lach*Kommunistische sind schon lange lange da und machen die Vorarbeit für den Plan, der unser Ende ist.

Kommunismus ist böse. Die kapitalistischen Chefs sind auch böse, und die kommunistischen Zuarbeiter machen das den kap-Chefs leicht.

Das ist das bösartige Fatal

Hellmann
09.05.2010, 08:56
*Lach*Kommunistische sind schon lange lange da und machen die Vorarbeit für den Plan, der unser Ende ist.

Kommunismus ist böse. Die kapitalistischen Chefs sind auch böse, und die kommunistischen Zuarbeiter machen das den kap-Chefs leicht.

Das ist das bösartige Fatal
Du darfst jetzt den Kommunismus nicht gleichsetzen mit dem, was preußische Agenten und die V-Leute des Kapitals und die vom Ausland finanzierten Bolschewiken daraus gemacht haben.

Die Idee des Kommunismus, dass die Lebensgrundlagen einer Gesellschaft nicht Privateigentum von Gangsterdynastien sein dürfen und deshalb überhaupt kein Privateigentum an diesen Lebensgrundlagen zugelassen werden darf, ist richtig und völlig unbestreitbar.

Dann sind die auf den Kommunismus angesetzten Agenten des Systems gekommen und haben noch jede Organisation zersetzt und missbraucht und die Leute konnten sich davor noch nicht schützen, weil sie eben machtlos waren.

Natürlich ist es heute die Hauptaufgabe, erst mal gegen diese Einflüsse wirksam vorzugehen und die ganzen Gegenspieler auffliegen zu lassen.

Britta
09.05.2010, 12:48
Wozu sollten die Menschen gleich sein?

Der Kommunismus braucht nicht 40 Mio. Zahnärzte in Deutschland, sondern Bäcker, Metzger, Bauern...

Wenn man dann die Leute selbstorganisiert machen lässt, funktioniert das auch. Also keine Parteidiktatur mit zentraler Planwirtschaft, sondern Markt und Selbstbestimmung.

Nur reich kann niemand mehr werden. Jeder ist in dem Sinne gleich, dass er mit einem Schnitzel am Tag satt ist und nur ein Bett zum Schlafen brauchen kann. Also keine Villa allein, kein Dienstpersonal, keine privaten Erben von Konzernen und Banken oder Medienimperien.

Dazu braucht es aber keinen Kommunismus. :nono:

Es wäre die Aufgabe der Politik in einer Demokratie dafür zu sorgen, dass es fairer zugeht, alle die gleichen Chancen haben und Wirtschafts- oder Informations-Monopole gar nicht erst entstehen können. Sowenig wie das aber in unserer Demokratie funktioniert, weil eben die Menschen immer auf ihr Ego und ihren Vorteil bedacht sind, sowenig kann der Kommunismus funktionieren. Ausserdem wäre der ziemlich langweilig. Über kurz oder lang würden alle träge werden, denn besondere Leistung lohnt sich nicht, weil Anreize fehlen.

jovi
09.05.2010, 13:34
Ausserdem wäre der ziemlich langweilig. Über kurz oder lang würden alle träge werden, denn besondere Leistung lohnt sich nicht, weil Anreize fehlen.

nein, nein, nein. nach herzberg, ein berümter amerikanischer personalmanager, waren die größten motivationsfaktoren die arbeit selbst, mehr mitbestimmungsmöglichkeiten, anerkennung, verantwortung und wissen, dass die arbeit die er macht wichtig ist.

nicht tritte in den hintern :peitschen: obwohl die auch manchmal von nöten sind, wie du richtigerweise erkannt hast:
Nein, auch in der Familie gibt es einen, der das Sagen hat und in Vereinen sind es auch immer dieselben, die die Geräte aufbauen und dieselben, die sich darum drücken.


So ? Du weißt das ? dazu wurde doch der kommunismus erfunden :)


Die kapitalistischen Chefs sind auch böse, und die kommunistischen Zuarbeiter machen das den kap-Chefs leicht.
genau das passiert in griechenland. keiner hat mehr geld und jeden interessiert es einen feuchten pups ob die banken gerettet werden oder nicht, warum auch? das selbe wird auch in deutschland passieren. :)) und dann werdet ihr sehen, dass ich recht habe :dance:

Britta
09.05.2010, 13:54
nein, nein, nein. nach herzberg, ein berümter amerikanischer personalmanager, waren die größten motivationsfaktoren die arbeit selbst, mehr mitbestimmungsmöglichkeiten, anerkennung, verantwortung und wissen, dass die arbeit die er macht wichtig ist.

nicht tritte in den hintern :peitschen: obwohl die auch manchmal von nöten sind, wie du richtigerweise erkannt hast:
Das was da der Herr Herzberg sagt, dass mag auf eine gewisse Anzahl Menschen schon zutreffen. Aber es sind nunmal nicht alle gleich.

Schön, Mitbestimmung, Anerkennung und Verantwortung sind wichtig und motivieren, aber nichts motiviert besser wie gute und gerechte Bezahlung.

Und bei der Leistung gibt es nunmal Unterschiede. Wenn alle dasselbe für ihre Arbeit bekommen, wieso sollte ich mich dann groß anstrengen, wenn es eh nicht honoriert wird?

Und überhaupt ist es mir ziemlich egal, was berühmte Leute so sagen. Wenn's ein Personalmanager sagt, will der eh die Lohnerhöhung völlig ausblenden.

Hellmann
09.05.2010, 15:45
Dazu braucht es aber keinen Kommunismus. :nono:

Es wäre die Aufgabe der Politik in einer Demokratie dafür zu sorgen, dass es fairer zugeht, alle die gleichen Chancen haben und Wirtschafts- oder Informations-Monopole gar nicht erst entstehen können. Sowenig wie das aber in unserer Demokratie funktioniert, weil eben die Menschen immer auf ihr Ego und ihren Vorteil bedacht sind, sowenig kann der Kommunismus funktionieren. Ausserdem wäre der ziemlich langweilig. Über kurz oder lang würden alle träge werden, denn besondere Leistung lohnt sich nicht, weil Anreize fehlen.
Dazu braucht es Kommunismus, denn im Kapitalismus sind alle Reichtümer bald in den Händen der kriminellsten internationalen Banden und die machen dann die ihren Interessen entsprechende, verbrecherische Politik.

So ist es über die Macht der Räuberbarone in den USA zum US-Imperialismus mit zwei Weltkriegen gekommen und durch die Bush-Family zu den laufenden Ölkriegen. Das hört erst mit dem Kommunismus auf.

Wobei Kommunismus nicht bedeutet, dass jeder unabhängig von seiner Leistung gleich viel verdient. Nur reich und mächtig wird niemand. Aber warum soll der berühmte Pianist nicht ein Haus mit großem Konzertsaal bewohnen, der fähige Maler ein Studio mit Altelier und der Autor ein Haus mit Garten und Bibliothek so wie der Bauer eben seinen eigenen Hof mit Äckern und Wiesen und den zugehörigen Viechern als seinen Besitz, solange er ihn bewirtschaftet?

Britta
09.05.2010, 16:11
Dazu braucht es Kommunismus, denn im Kapitalismus sind alle Reichtümer bald in den Händen der kriminellsten internationalen Banden und die machen dann die ihren Interessen entsprechende, verbrecherische Politik.
Du tust gerade so, als wäre Kommunismus das Allheilmittel. So ist es aber nicht. Auch im Kommunismus würden dieselben internationalen Banden oder eben andere einen Weg finden, sich zu bereichern.

So ist es über die Macht der Räuberbarone in den USA zum US-Imperialismus mit zwei Weltkriegen gekommen und durch die Bush-Family zu den laufenden Ölkriegen. Das hört erst mit dem Kommunismus auf.
Nun sind wir erstmal in der Lage, dass diese Leute bereits sehr reich sind und damit die Mittel haben, ein anderes System zu verhindern. Da wurde ja der Kommunismus auch seit dem 2. WK stark bekämpft.

Wobei Kommunismus nicht bedeutet, dass jeder unabhängig von seiner Leistung gleich viel verdient. Nur reich und mächtig wird niemand. Aber warum soll der berühmte Pianist nicht ein Haus mit großem Konzertsaal bewohnen, der fähige Maler ein Studio mit Altelier und der Autor ein Haus mit Garten und Bibliothek so wie der Bauer eben seinen eigenen Hof mit Äckern und Wiesen und den zugehörigen Viechern als seinen Besitz, solange er ihn bewirtschaftet?
Dazu brauchst du den Kommunismus nicht und der würde eh nicht so funktionieren, wie du dir das vorstellst.

Es wird immer diejenigen geben, die auf Kosten der anderen leben - sei es, dass sie das System ausnutzen oder aber durch Kriminalität. Wäre auch im Kommunismus nicht anders.

Für dass, wie du die Welt haben willst, wäre es völlig ausreichend, eine funktionierende Demokratie zu haben, die den Interessen der Menschen und nicht dem Profitstreben der Wirtschaft dient.

Die Sehnsucht nach dem Kommunismus kommt ja wohl gerade, weil eben die Demokratie nicht funktioniert. Deswegen aber zu glauben, wir bräuchten Kommunismus und alles würde besser, ist nicht durchführbar und utopisch, wo
wir ja schon Schwierigkeiten haben, uns unsere Demokratie nicht stehlen zu lassen und wir sollten besser daran arbeiten uns unsere Demokratie zurückholen. Wenn du die nicht festhalten kannst, kannst du das mit deinem Kommunismus auch nicht.

deserd
09.05.2010, 17:30
Dazu braucht es Kommunismus, denn im Kapitalismus sind alle Reichtümer bald in den Händen der kriminellsten internationalen Banden und die machen dann die ihren Interessen entsprechende, verbrecherische Politik.

So ist es über die Macht der Räuberbarone in den USA zum US-Imperialismus mit zwei Weltkriegen gekommen und durch die Bush-Family zu den laufenden Ölkriegen. Das hört erst mit dem Kommunismus auf.

Wobei Kommunismus nicht bedeutet, dass jeder unabhängig von seiner Leistung gleich viel verdient. Nur reich und mächtig wird niemand. Aber warum soll der berühmte Pianist nicht ein Haus mit großem Konzertsaal bewohnen, der fähige Maler ein Studio mit Altelier und der Autor ein Haus mit Garten und Bibliothek so wie der Bauer eben seinen eigenen Hof mit Äckern und Wiesen und den zugehörigen Viechern als seinen Besitz, solange er ihn bewirtschaftet?

Ich verstehe gerade partout nicht, dass du von deinem etwas früheren Standpunkt, den du uns an anderer Stelle mitgeteilt hast (Kapitalismus etwas "angenehmer" (gemeint "demokratisch schöner") als Kommunismus/Kommunistische Ökos als DIE Ausbeuter bzw deren Vorbereitung, die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten in der ersten Welt, die ja schön längst in der Mache ist, die totale Schonung der kapitalistischen Elite) - in dem (also in diesen Standpunkt) ich übrigens völlig mit dir übereinstimme,-- ich verstehe da nicht die gerade bei dir ansatzweise deutlich zu verspürende Glorifizierung.
Aus meiner Erfahrung ist da nur weniges zu loben, zu glorifizieren allerdings NICHTS.

Diese Aussage ist Falsch:
"Nur reich und mächtig wird niemand."

Es ist der Kodex der eher kommunistischen Elitäre, dass sie es nicht besonders groß giermäßig auf großen Reichtum abzielen, dafür aber auf Macht, teilweise sogar seeeehr auf Macht ...., ò..Ó, ... BE VERY CAREFUL, ..... leider kann man ja "so Sachen" nicht einfach ausplaudern, das wird wohl zu gefährlich .....

Den Werkzeugkoffer dieser Spezies habe ich schon länger im Visier.

Und was die Ökonomie und auch das Engagement betrifft, das ist im Prinzip relativ ähnlich wie im westlichen Kapitalismus. Ist Wochenende, fällt der Hammer, sogar sicherer als "im Westen", denn der geleistete Gehorsam entschuldigt das ausreichend

Und deshalb passiert "auf kommunistisch" leider auch sehr wenig.

----

Nochmal zum Kommunistischem insgesamt:

Mich stört, dass man darüber so wenig erfährt - das ist ein eklatanter Mangel ... ich will darüber mehr wissen .... und ich habe etwas gegen kommunistische Verheimlichung - ich halte inzwischen für gefährlich.

Es ist ja nicht nur, dass der kommunistische Osten kein Hollywood hat, man findet auch im Internet wenig, wahnsinnig viel Bücher auch nicht .... scheint zu einem Teil auch Absicht zu sein ....

So, ich will da einfach mehr wissen.
Und einer zentralen Punkte (nennt man das nicht Kulminationspunkte ?) wären zum Beispiel Polizei-Geschichten, ja Polizei, weil die Polizei fast überall tätig werden kann, können Polizeigeschichten viel über das Wesen des Kommunismus, von Russland, Moskau, einsamen russischen Dörfern etc etc etc .... aussagen

Ami-Polizeigeschichten gibt es viele, wahrscheinlich enorm viele, deutsche auch - verdammt viele

Aber bei kommunistischen gibts da nicht viel (ich kenn da leider so gut wie gar nix, - ich hab allerdings auch keinen Fernseher (noch nie einen besessen ...) - aaah, die große Verheimlichung

Eine interessante Frage wäre jetzt schon auch, ist das Ausfallen eines breiten Fernseh- und Filmwesen auch deutliche Anzeichen über 'Rückständigkeit' und 'Geheimnisverschleierung' - ich glaube, JA!

deserd
09.05.2010, 17:40
Die Sehnsucht nach dem Kommunismus kommt ja wohl gerade, weil eben die Demokratie nicht funktioniert. Deswegen aber zu glauben, wir bräuchten Kommunismus und alles würde besser, ist nicht durchführbar und utopisch, wo
wir ja schon Schwierigkeiten haben, uns unsere Demokratie nicht stehlen zu lassen und wir sollten besser daran arbeiten uns unsere Demokratie zurückholen. Wenn du die nicht festhalten kannst, kannst du das mit deinem Kommunismus auch nicht.

Seehr gut!

Wir haben offiziell Demokratie und jammern jetzt nicht, dass sie nicht mehr da ist - oder angeblich noch nie da war ist (das ist sekundär, und Diskussionen darüber lassen die Demokratie noch weiter entgleiten ... ) - und wir holen sie zurück !

Und Gehorsams-Befolgen ist da eher schlecht für viele, liebe kommunistische Altäre, ääähh, ..... Elitäre.

Hellmann
09.05.2010, 17:56
Wir haben ja keine Demokratie, sondern eine Plutokratie. Die Parteien und Politiker und Medien und selbst die Wissenschaft, wie man an Ökonomen und Klimaforschern erleben kann, sind alle gekauft und vom großen Kapital abhängig.

Das wird sich auch nicht ändern, ohne dass man das große Kapital eben abschafft. Grundsätzlich abschafft.

Das ist Kommunismus, nicht das, was da in Russland als Kommunismus inszeniert worden ist nach dem guten Marx, dem großen Theoretiker des Kommunismus der preußischen Regierung.

Also kommt mir bitte nicht mit dem ollen Ostblock daher. ;)

Britta
09.05.2010, 18:18
Seehr gut!

Wir haben offiziell Demokratie und jammern jetzt nicht, dass sie nicht mehr da ist - oder angeblich noch nie da war ist (das ist sekundär, und Diskussionen darüber lassen die Demokratie noch weiter entgleiten ... ) - und wir holen sie zurück !

Und Gehorsams-Befolgen ist da eher schlecht für viele, liebe kommunistische Altäre, ääähh, ..... Elitäre.

Die Medien spielen da eine große Rolle. Die TV-Zuschauer werden eingeschläfert und es wird ihnen eine Wertewelt vorgespielt, der sie sich nicht entziehen können. 24 Stunden rund um die Uhr Berieselung mit Schwachsinn - was will man da anders erwarten, als das die Leute nicht mehr richtig denken können? Sie leben das Leben ihrer Fernsehhelden und da die immer wissen, was richtig ist, können sie selbst nichts mehr entscheiden. Vor der Mattscheibe kann einem ja nichts passieren.

Da gewöhnen sich die Leute halt ans passive Zuschauen.

Die Medien arbeiten praktisch für die Banker. Denen gehören sie ja auch letztendlich. Aufklärung ist hier nicht zu erwarten - eher Verschleierung. So kommt es, dass keiner mehr so richtig durchblickt, was eigentlich los ist. noch nicht mal mehr die sogenannten 'Experten'.

Mittels Internet haben wir wenigstens eine theoretische Chance, demokratische Verhältnisse wieder herzustellen.

Britta
09.05.2010, 18:25
Wir haben ja keine Demokratie, sondern eine Plutokratie. Die Parteien und Politiker und Medien und selbst die Wissenschaft, wie man an Ökonomen und Klimaforschern erleben kann, sind alle gekauft und vom großen Kapital abhängig.

Das wird sich auch nicht ändern, ohne dass man das große Kapital eben abschafft. Grundsätzlich abschafft.

Das ist Kommunismus, nicht das, was da in Russland als Kommunismus inszeniert worden ist nach dem guten Marx, dem großen Theoretiker des Kommunismus der preußischen Regierung.

Also kommt mir bitte nicht mit dem ollen Ostblock daher. ;)

Das wir keine echte Demokratie haben, darüber brauchen wir uns nicht streiten. Die wäre unter den gegebenen Verhältnissen auch nicht machbar. Zum einen weil sich die Menschen sehr wenig für Politik interessieren und zum anderen, weil eben so viel Kapital sich in den Händen von einigen wenigen befindet und die Verantwortlichen in der Politik korrupt oder erpressbar sind.

Nur ist es keine Lösung das große Kapital grundsätzlich abzuschaffen. Man kann vielleicht bei einigen anhand ihres Bankkontos das Maß ihrer Kriminalität ableiten - aber eben nicht an Allen. Wer sich seinen Reichtum ehrlich verdient hat, der soll ihn auch behalten.

Und das im Ostblock nie wahrer Kommunismus war, sondern dass man das immer nur so genannt hat, ist auch klar.

Ich hab nur ein Problem mit all den althergebrachten Klischees und ...ismussen. Ist mir alles zu alt. Fällt denn Keinem mal was wirklich Neues ein, was auch in unsere Zeit passt? :kopfkratz:

Hellmann
09.05.2010, 18:49
Ich hab nur ein Problem mit all den althergebrachten Klischees und ...ismussen. Ist mir alles zu alt. Fällt denn Keinem mal was wirklich Neues ein, was auch in unsere Zeit passt? :kopfkratz:
Dein Problem verstehe ich nicht.

Entweder bestimmen die Kollegen im Betrieb, was gemacht wird, oder der Laden wird halt von einer internationalen Heuschrecke oder einem sizilianischen Mafiosi, einem Ölscheich oder afghanischen Drogenbaron oder einer chinesischen Triade und dergleichen mehr aufgekauft und samt Mitarbeitern entsprechend behandelt.

Wo ist da das Problem, dass nur die Arbeiter in ihren Betrieben bestimmen dürfen? :kopfkratz:

deserd
09.05.2010, 20:32
Wo ist da das Problem, dass nur die Arbeiter in ihren Betrieben bestimmen dürfen? :kopfkratz:

Ich befürchte, das gibt es nicht.
Arbeiter sind nicht per se bessere Menschen.

In kommunistischen Kreisen gibt es das auch nicht. Die "besseren" Menschen kommunistischer Anhänglichkeit geben dort vor, Sie würden das beste soziale Arbeitssystem haben - aber tatsächlich ist es eine Form, in der diejenigen, die das Sagen und die Macht haben, nur Leute anheuern, von denen Sie sicher annehmen, das sie beherrschbar sind und die eigentliche Führung nur ein weiteres faschistoides Modell ist, ganz real ein Familienbetrieb - und natürlich das Sagen haben, weil sie eben mehr Kapital einlegen können -- echt, das reicht mir gerade bis hintengegen.
Nette Anekdote aus so einem Arbeitsverhältnis, wo mir der Chef eines "Kollektiv"-Betriebes eines abends zu mir sagte: "Du hast, wenn überhaupt, eine einzige Chance ..." - Und draußen steht "ökologisch" und "sozial" drauf !


Ich habe diverse Szenen abgebrowst, und in den anderen Alternativ-Systemen irgendeiner Communion ist es kaum ein Stück besser. Oh Mann, diese Verlogenheit ist derart gemein ...

Der ganze Stoff, auch das was aktuell im Internet lesen kann, bestätigt das alles ....

deserd
09.05.2010, 20:39
Also kommt mir bitte nicht mit dem ollen Ostblock daher. ;)

Sorry, aber gelinde gesagt, das ist eine doofe Floskel, nicht mehr und damit NICHTS.

Wo ist das gute demokratische communistische System? Wie sieht es aus, Wie ist es gestrickt ?, Welche Leute werden bevorzugt, welche werden unterdrückt, Wer darf Chef werden ?

Britta
09.05.2010, 20:50
Dein Problem verstehe ich nicht.
Ich habe ein Problem mit 'Klassendenken'.

Entweder bestimmen die Kollegen im Betrieb, was gemacht wird, oder der Laden wird halt von einer internationalen Heuschrecke oder einem sizilianischen Mafiosi, einem Ölscheich oder afghanischen Drogenbaron oder einer chinesischen Triade und dergleichen mehr aufgekauft und samt Mitarbeitern entsprechend behandelt.
Kein Trainer kann gegen die Mannschaft. Wer seine Mitarbeiter 'entsprechend behandelt' hat ganz schnell Qualitätsprobleme.

Wo ist da das Problem, dass nur die Arbeiter in ihren Betrieben bestimmen dürfen? :kopfkratz:

Das Problem liegt dann darin, dass keiner mehr ein größeres Unternehmen betreiben würde, wenn nur die Belegschaft das Sagen hätte. Da bekämst du bei einem 2-Mann-Betrieb schon genug Probleme. Wenn du also einen weiteren Beschäftigten aufnehmen würdest und der hätte dann das Sagen in deinem Unternehmen, dann würdest du auch ganz schön dumm aus der Wäsche schauen, wenn der bestimmt was mit dem Betrieb passiert, den du aufgebaut hast.

Versuche mal, deine Arbeiterposition zu verlassen und sieh es von dem Standpunkt aus, dass du eine Idee hattest und ein Unternehmen gegründet hast und was du dann von solchen Ideen wie der o.g. halten würdest.

jovi
09.05.2010, 20:55
Sorry, aber gelinde gesagt, das ist eine doofe Floskel, nicht mehr und damit NICHTS.

Wo ist das gute demokratische communistische System? Wie sieht es aus, Wie ist es gestrickt ?, Welche Leute werden bevorzugt, welche werden unterdrückt, Wer darf Chef werden ?

die lebensmittel werden billig. dafür werden andere extras teuer.

am "scheff" sein wird kaum jemand interessiert sein, da für jeden ein arbeitsplatz garantiert wäre. wenn man aber untätig ist, muss man weniger den scheff fürchten als eigene kollegen.

zu den wahlen muss man die leute "ködern".

polizei wird nur bei verletzten antraben, oder wenn die ganze gemeinschaft anfängt sich über die diebe aufzuregen. ansonsten wenn was geklaut wird, dann hatte man was zuviel.

wird wieder gewinner und verlierer geben, aber diese werden andere, wie im kapitalismus sein. und eine abwechselung wird langsam nötig.

die einzige schwachstelle, wie bei anderen systemen ist und bleibt der mensch selbst.

Britta
09.05.2010, 21:09
die lebensmittel werden billig. dafür werden andere extras teuer.
Wie kommst du da drauf?

am "scheff" sein wird kaum jemand interessiert sein, da für jeden ein arbeitsplatz garantiert wäre. wenn man aber untätig ist, muss man weniger den scheff fürchten als eigene kollegen.
Ja, ohne denkenden Kopf weiß dann wohl keiner mehr, was die Firma eigentlich so produzieren sollte. Geht dann überhaupt noch was?

zu den wahlen muss man die leute "ködern".

polizei wird nur bei verletzten antraben, oder wenn die ganze gemeinschaft anfängt sich über die diebe aufzuregen. ansonsten wenn was geklaut wird, dann hatte man was zuviel.
Na, das ist ja eine 'schöne, neue Welt'. Richtig erstrebenswert für alle - oder?

wird wieder gewinner und verlierer geben, aber diese werden andere, wie im kapitalismus sein. und eine abwechselung wird langsam nötig.
Also dasselbe Spiel, nur umgekehrt mit vertauschten Rollen? Ist doch genauso beschissen.

Ich fände da eine win/win Situation besser.

Schade, zu wenig Phantasie.

die einzige schwachstelle, wie bei anderen systemen ist und bleibt der mensch selbst.

Die negativen eigenschaften des Menschen.

deserd
09.05.2010, 21:10
Ich hab nur ein Problem mit all den althergebrachten Klischees und ...ismussen. Ist mir alles zu alt.

Nein, mir derzeit noch nicht, zumindest die Ostblock-Sachen.

Ich hab zwar noch nie einen eigenen Fernseher gehabt, aber genug Polizeigeschichten amerikanischer und deutscher Art gesehen in meinem Leben.
Ich sag noch mal: Polizei-Geschichten, das ist ein zentraler Punkt. Es ist nicht nur Berieselung. Auch Geschichten, die erfunden werden, haben oft auch reale Ereignisse wiedergegeben, auch das Wesen, das Wesenhafte, oder in manchen Fällen vielleicht sogar Wesentliche.

Also, bitte, ich will jetzt ca 200 Polizeigeschichten aus Ländern communistischer Prägung sehen, egal, ob sie von Communisten oder Kapitalisten sind.
Das ist absolut kein Unsinn.



Fällt denn Keinem mal was wirklich Neues ein, was auch in unsere Zeit passt? :kopfkratz:

Derzeit fällt mir nur der Tipp von Beverly ein, jeder soll seine eigenen Kader
jagen. - Gut, aber wie macht man das am besten ?

Dann bei Politikern wiederhole ich meine Tipps. Gegenüber Politikern demokratische Forderungen stellen, schriftlich, "sachlich" erläuternd und erörternd formuliert - das Wort Wahrheit dabei möglichst weglassen, weil es dann wahrscheinlich keine Erläuterung und Erörterung wird, und es dann sowieso anfechtbar ist

jovi
09.05.2010, 21:16
Also, bitte, ich will jetzt ca 200 Polizeigeschichten aus Ländern communistischer Prägung sehen, egal, ob sie von Communisten oder Kapitalisten sind.
Das ist absolut kein Unsinn.

da muss ich nachhacken, was meinst du mit polizeigeschichten?
wer polizist werden darf? wessen befehle man ausführt? brutale best offs?...

deserd
09.05.2010, 21:17
die lebensmittel werden billig. dafür werden andere extras teuer.

am "scheff" sein wird kaum jemand interessiert sein, da für jeden ein arbeitsplatz garantiert wäre. wenn man aber untätig ist, muss man weniger den scheff fürchten als eigene kollegen.

zu den wahlen muss man die leute "ködern".

polizei wird nur bei verletzten antraben, oder wenn die ganze gemeinschaft anfängt sich über die diebe aufzuregen. ansonsten wenn was geklaut wird, dann hatte man was zuviel.

wird wieder gewinner und verlierer geben, aber diese werden andere, wie im kapitalismus sein. und eine abwechselung wird langsam nötig.

die einzige schwachstelle, wie bei anderen systemen ist und bleibt der mensch selbst.

Du schreibst denselben Schwachsinn, der bisher auch gelaufen ist, was soll das bringen ?

Und: Die faschistoiden Werkzeuge hast ziemlich weitgehend ausgeklammert.

Also, das ist auch nichts.

Britta
09.05.2010, 21:18
Also, bitte, ich will jetzt ca 200 Polizeigeschichten aus Ländern communistischer Prägung sehen, egal, ob sie von Communisten oder Kapitalisten sind.
Das ist absolut kein Unsinn.
Was soll das bringen? :kopfkratz:

Ich kenne zwar auch keine, weil wenn es um die DDR ging hat man den Eindruck, da hätte es keine Polizei gegeben - nur Stasigeschichten, aber was soll da so anders gewesen sein?

In Venezuela hab ich mal einen einen Ossi-Polizisten kennengelernt. Der war aber genauso normal wie jeder Wessi-Polizist auch.


Derzeit fällt mir nur der Tipp von Beverly ein, jeder soll seine eigenen Kader
jagen. - Gut, aber wie macht man das am besten ?

Dann bei Politikern wiederhole ich meine Tipps. Gegenüber Politikern demokratische Forderungen stellen, schriftlich, "sachlich" erläuternd und erörternd formuliert - das Wort Wahrheit dabei möglichst weglassen, weil es dann wahrscheinlich keine Erläuterung und Erörterung wird, und es dann sowieso anfechtbar ist

Was soll das bringen? Heutige Politiker kannst du einfach enttarnen: Suche nach ihren höheren Zielen. Wenn du dabei Ziele feststellst, die über die eigene Geldbörse und die Interessen irgendeiner Wirtschaftsbranche hinausgehen, dann lohnt sich ein Gespräch. Wenn nicht, lass es bleiben.

Viele Gespräche wirst du da nicht führen müssen...

deserd
09.05.2010, 21:21
da muss ich nachhacken, was meinst du mit polizeigeschichten?
wer polizist werden darf? wessen befehle man ausführt? brutale best offs?...

Polizeigeschichten sind absolut obergeil, nicht nur spannend.

Und ich will jetzt endlich welche communistscher Prägung sehen, also bitte, das ist doch wirklich verständlich!

deserd
09.05.2010, 22:00
Was soll das bringen? :kopfkratz:

Ich kenne zwar auch keine, weil wenn es um die DDR ging hat man den Eindruck, da hätte es keine Polizei gegeben - nur Stasigeschichten, aber was soll da so anders gewesen sein?

In Venezuela hab ich mal einen einen Ossi-Polizisten kennengelernt. Der war aber genauso normal wie jeder Wessi-Polizist auch.


Was soll das bringen? Heutige Politiker kannst du einfach enttarnen: Suche nach ihren höheren Zielen. Wenn du dabei Ziele feststellst, die über die eigene Geldbörse und die Interessen irgendeiner Wirtschaftsbranche hinausgehen, dann lohnt sich ein Gespräch. Wenn nicht, lass es bleiben.

Viele Gespräche wirst du da nicht führen müssen...

Sind die Wessi-Polizisten alle gleich ? - Woher weist du das ?

Deinem DDr-Eindruck stimme ich zu, soweit ich das mal gefühlt habe ....

Aber ddr ist ja nicht der ganze ostblock ....

--- also, irgendwie seid ihr auch ein wenig "denksteif"

Natürlich geht es bei Polizeigeschichten auch um Politisches, ich dachte, das wäre eigentlich klar ....

kennt ihr die Polizeigeschichte von Marc Lombardi ? Die ist real .....

Und, Welchen Ruf hat eigentlich die Polizei ? - und warum ? - Ist der auch ein bisschen real ???

Von daher finde ich auch "künstliche" Polizeigeschichten interessant - am besten finde ich da 2 Geschichten David Lynch, wo auch die Polizei eine oft zugeschriebene Rolle spielen, und zwar Blue Velvet und Lost Highway (geniale Filme, vor allem BV).
Obwohl sich die Geschichte von Blue Velvet der realen über Lombardi doch in Teilen stark ähnelt.

---
Und was die Forderungen an Politiker betrifft, soll ja nicht mashinen-mäßig wiederholt werden, sondern so, dass man auch etwas erreicht

Britta
09.05.2010, 22:12
Sind die Wessi-Polizisten alle gleich ? - Woher weist du das ?
Sind alle Krankenschwestern gleich? Oder alle Frisösen? Oder alle Büromenschen?

Deinem DDr-Eindruck stimme ich zu, soweit ich das mal gefühlt habe ....

Aber ddr ist ja nicht der ganze ostblock ....

--- also, irgendwie seid ihr auch ein wenig "denksteif"
Ahja? :D

Natürlich geht es bei Polizeigeschichten auch um Politisches, ich dachte, das wäre eigentlich klar ....
Dann werden die schon so sein wie die anderen Menschen in ihrem Heimatland.

kennt ihr die Polizeigeschichte von Marc Lombardi ? Die ist real .....
Nein, ich nicht.

Und, Welchen Ruf hat eigentlich die Polizei ? - und warum ? - Ist der auch ein bisschen real ???


Von daher finde ich auch "künstliche" Polizeigeschichten interessant - am besten finde ich da 2 Geschichten David Lynch, wo auch die Polizei eine oft zugeschriebene Rolle spielen, und zwar Velvet Blue und Lost Highway.
Obwohl sich die Geschichte von Blue Velvet der realen über Lombardi doch in Teilen stark ähnelt.
Es gibt ja unheimlich viele Krimiserien oder Filme. Soll auch dazu beitragen, der Polizei einen besseren Ruf zu verpassen. Nur ist das irgendwie verfehlt, denn wenn es um die Realität geht, denkt keiner mehr an all die TV-Produktionen. Läuft ja im realen Leben auch nicht so ab.

Welchen Ruf die Polizei hat, kommt wohl auch immer drauf an, in welcher Situation man sich gerade befindet. Hat man Ärger mit der Polizei sind die natürlich die Bösen und wenn man ihre Hilfe braucht, dann sind es die Guten.


---
Und was die Forderungen an Politiker betrifft, soll ja nicht mashinen-mäßig wiederholt werden, sondern so, dass man auch etwas erreicht

Was willst du erreichen?

deserd
09.05.2010, 22:41
Soll auch dazu beitragen, der Polizei einen besseren Ruf zu verpassen.


Stimmt ja pauschal gar nicht.






Welchen Ruf die Polizei hat, kommt wohl auch immer drauf an, in welcher Situation man sich gerade befindet. Hat man Ärger mit der Polizei sind die natürlich die Bösen und wenn man ihre Hilfe braucht, dann sind es die Guten.


Den Fall Lombardi solltest du unbedingt kennenlernen, das ist sehr, sehr dicht an unserer politischen Arbeit, aber L. hat es den Tod gebracht, trotz zweimaliger angeforderter FBI-Hilfe ..... ah ja, .... Freitod offizielles Ergebnis ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Lombardi
Im Film Blue Velvet weis man auch bis zum letzten Moment nicht, ob die Polizeibeamten in den Mordfall verwickelt waren oder nicht, man vermutet es, aber man erfährt es nicht, auch nicht am Ende, und wenn, dann würde man es eh vergessen. Dieser Film ist ein ganz großes Kunstwerk, und ganz viele Szenen sind ein eigenes Kunstwerk für sich.
---
Die "realen Filme" (auch Blue Velvet) bieten leider i. d. R. keine Lösung sozialer und politischer Art an. Deshalb mag ich auch eher Sience Fiction, die zumindest scheinbar eine Lösung anietet, wie Enterprise z. B., die eindeutig eine Art Polizei spielen und meist eine brauchbare Lösung finden.

Britta
10.05.2010, 09:28
Stimmt ja pauschal gar nicht.
Ausnahmen bestätigen die Regel...

Den Fall Lombardi solltest du unbedingt kennenlernen, das ist sehr, sehr dicht an unserer politischen Arbeit, aber L. hat es den Tod gebracht, trotz zweimaliger angeforderter FBI-Hilfe ..... ah ja, .... Freitod offizielles Ergebnis ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Lombardi
Er hat sich mit den Dingen beschäftigt, zu denen ich auch jahrelang recherchiert habe. Das er sich damit keine Freunde gemacht hat, ist auch klar.
Dass der Mann kein Verschwörungstheoretiker war, sondern im Gegenteil detektivisch genau recherchierte, beweist die Wirkung seiner Bilder. Ein Journalist des Wall Street Journal, der über die Bush-bin-Laden-Connection recherchierte, soll geschlagene vierzig Minuten vor einer Grafik Lombardis verbracht haben und immer wieder »Oh, mein Gott« gemurmelt haben.
in: Süddeutsche Zeitung vom 16. Januar 2004, 25
Trotzdem wird heute noch jeder als VT'ler hingestellt, wenn er das anspricht.

Im Film Blue Velvet weis man auch bis zum letzten Moment nicht, ob die Polizeibeamten in den Mordfall verwickelt waren oder nicht, man vermutet es, aber man erfährt es nicht, auch nicht am Ende, und wenn, dann würde man es eh vergessen. Dieser Film ist ein ganz großes Kunstwerk, und ganz viele Szenen sind ein eigenes Kunstwerk für sich.
---
Die "realen Filme" (auch Blue Velvet) bieten leider i. d. R. keine Lösung sozialer und politischer Art an. Deshalb mag ich auch eher Sience Fiction, die zumindest scheinbar eine Lösung anietet, wie Enterprise z. B., die eindeutig eine Art Polizei spielen und meist eine brauchbare Lösung finden.

Ich schaue ganz selten TV. Ich glaube auch nicht, dass bei dem derzeitigen Programm eine Lösung sozialer und politischer Art zu finden ist. Da müsste sich das Programm erstmal grundlegend ändern.

deserd
11.05.2010, 11:53
Wozu sollten die Menschen gleich sein?

Der Kommunismus braucht nicht 40 Mio. Zahnärzte in Deutschland, sondern Bäcker, Metzger, Bauern...

Wenn man dann die Leute selbstorganisiert machen lässt, funktioniert das auch. Also keine Parteidiktatur mit zentraler Planwirtschaft, sondern Markt und Selbstbestimmung.



Aber ein paar Ärzte wären nicht schlecht. Und nicht pure Schulmedizin-Fanatiker.

Ich meine auch nicht unbedingt, dass es zuviele Ärzte in D gibt.

Selbstorganisation müssten viele Leute erst mal wieder lernen, das wurde ja absichtlich eingeführt, um die Leute dumm und gehörig zu machen.

Und nur Selbstorganisation ist natürlich unzureichend, wenn Demokratie und Machtverhältnisse im Argen stehen.

Und nicht vergessen: Forschung wird benötigt, ich glaube, ohne wäre dröge.

jovi
22.05.2010, 23:13
guckt euch dies an:

http://www.tagesschau.de/ausland/spirolatsis100.html

Auch die Kommentare dazu sind lesenswert. :toben::toben::toben:

deserd
10.07.2010, 21:20
Das die Griechen ihr Geld ins Militär stecken, war eine Auflage der EU. Deren Armee war nach Meinung der EU so veraltet und mußte dem EU-Standard angepasst werden. Dafür haben die von uns Kredite bekommen und die Waffen haben wir auch gleich geliefert - was wieder unsere Wirtschaft angekurbelt hat.

Den Griechen also vorzuwerfen, sie würden ihr ganzes Geld in die Rüstung investieren ist unfair, da wir sie dazu gezwungen haben.

Britta, wenn du dafür einen Link oder sonst einen Nachweis hättest, wäre ich dir sehr dankbar. Ich hab schon was gefunden, aber das ist mir noch nicht genug, und ich habe schon etliche Stunden gesucht ....

Britta
10.07.2010, 22:06
Britta, wenn du dafür einen Link oder sonst einen Nachweis hättest, wäre ich dir sehr dankbar. Ich hab schon was gefunden, aber das ist mir noch nicht genug, und ich habe schon etliche Stunden gesucht ....

Hier: http://eifelphilosoph.blog.de/2010/04/28/griechenland-portugal-schweine-8469441/
Dabei konnte man doch an Griechenland so gut verdienen. Gerade wir Deutschen haben uns an den Griechen eine goldene Nase verdient...es gab da ja so ein paar kleine Bedingungen für den Beitritt in die Eurozone:

Griechische Medien beschwerten sich lautstark über einen angeblichen Kaufzwang für Rüstungsgüter aus den EU-Staaten. Demnach habe man dem Nato-Mitglied dringend die Aufrüstung empfohlen und das moderne Kriegsgerät gleich auf pump geliefert. Im Bild der Leopard 2, von dem Deutschland etliche an die Griechen verkauft hat.

http://eifelphilosoph.blog.de/2010/04/29/griechenland-luegen-verdraengte-kriege-deutsche-abscheulichkeiten-8476547/

oder hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,695569,00.html
So verdienen die Unternehmen doppelt: Bestellen die Griechen, lässt die entsprechende Order aus der Türkei nicht lange auf sich warten. Und umgekehrt. So gehen laut Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri 13 Prozent aller deutschen Rüstungsexporte nach Griechenland und 15 Prozent an die Türkei. Während allerdings die Griechen nagelneue Produkte bevorzugen, kauft die türkische Armee gern auch mal gebrauchte Ware.

http://eifelphilosoph.blog.de/2010/05/02/griechenland-ende-demokratie-8497689/
Und man wollte die Griechen in der EU haben - mit aller Kraft. Nur so war sichergestellt, das sie ihre Waffen auch in Deutschland kaufen ... und nicht etwa im preisgünstigen östlichen Ausland. Immerhin wollte man ja ein Stück von dem Kuchen abhaben...und zwar kein Kleines. Das die Griechen sich das nicht leisten konnten, war allen bekannt und allen egal. Immerhin wurde die UdSSR ja auch totgerüstet, vielleicht ginge das ja auch mit der Türkei ... oder man könnte so vielleicht einen heißen Krieg verhindern oder an ihm erstmal richtig verdienen. Also ... gab es nie einen wirklichen Grund, auf die Schuldenbremse zu treten.
Im Interesse der deutschen Wirtschaft mußte gezahlt werden.

Ging es bei Europa je um etwas anderes wie um's Geschäft?

deserd
24.07.2010, 09:30
Ein mehrseitiger Artikel aus der Telepolis zur Griechenland-Krise

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32551/1.html

Hellmann
13.08.2010, 19:36
Ein Aufruf von griechischen Wirtschaftswissenschaftlern und Akademikern:
Der IWF bedeutet Armut, Arbeitslosigkeit, Besatzung und Fremdbestimmung
...
Die Einmischung des vielgehassten IWF wird zu einem sozialen Armageddon führen, in dem Armut sich ausbreitet und eine Sparmaßnahme die nächste jagt, während die Wirtschaftsdepression das Staatseinkommen weiter reduziert. Kann die griechische Regierung auf irgendetwas Positives verweisen, das sich in Ungarn, Lettland, der Ukraine, der Türkei oder einem der vielen anderen Länder ergeben hat, die schon der Schocktherapie des IWF unterzogen wurden? 


http://sandimgetriebe.attac.at/9042.html

Kann mich noch gut erinnern, wie dreist ausgerechnet das Merkel damals die Beteiligung des von US-Interessen gesteuerten IWF an dem Sparregime in Griechenland gefordert hat.

Die Unterzeichner des Aufrufs fordern statt Lohnkürzung und Sozialabbau eine gerechtere Verteilung der Einkommen im Land:
- als Sofortmaßnahme sollten Großunternehmen mit 45 % besteuert werden, wie es bis 1981 der Fall war. Nach Berechnungen des aktuellen Wirtschaftsministers hat die Reduzierung der Unternehmenssteuer (von 35 auf 25 %), die im September 2004 von der Karamanlis Regierung erlassen wurde, den öffentlichen Haushalt jährlich 5 Mrd. Euro gekostet. Das bedeutet, dass das entgangene Steuereinkommen in den letzten sechs Jahren exakt dem Haushaltsdefizit entspricht. Darum fordern wir eine sofortige Erhöhung der Kapitalsteuer zur Unterstützung des Gesundheitswesens und der Bildung. Wir fordern ebenfalls eine Reduzierung der Mehrwertsteuer und der indirekten Besteuerung sowie höhere Steuerfreibeträge für Erwerbstätige.
http://sandimgetriebe.attac.at/9042.html