Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "In den Tod getrieben" - Selbstmorde nicht nur bei France Telekom


Beverly
18.03.2010, 12:59
Dass sich Menschen aus Verzweiflung über ihre Erwerbsarbeit resp. die Arbeitsbedingungen umbringen, kannte ich schon von Hörensagen.

Bei der France Telekom waren es Meldungen in den Meiden zufolge gleich 32 Mitarbeiter - so viele, dass es sich nicht mehr unter den Teppich kehren ließ.

Erstmals Ermittlungsverfahren zu France-Télécom-Selbstmord
(AFP)

Paris — In Frankreich hat die Justiz erstmals im Zusammenhang mit der Selbstmordserie bei France Télécom ein Ermittlungsverfahren wegen "fahrlässiger Tötung" eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft im ostfranzösischen Besançon bestätigte am Mittwoch ein Verfahren gegen den Telefonkonzern und einen ehemaligen Manager der Firmenniederlassung für die Regionen Bourgogne und Franche-Comté. Dabei geht es um den Selbstmord eines Technikers im August 2009.

Seit 2008 haben sich mehr als 40 Mitarbeiter von France Télécom das Leben genommen. Die Gewerkschaften machen dafür den rasanten Konzernumbau mitverantwortlich, durch den viele Beschäftigte versetzt und Arbeitsabläufe verändert würden.(...)

der vollständige Artikel auf http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5hk_1RBSP5bEaeg6fJGI9u2aZ0DEQ

IMHO sind Dinge wie bei der France Telekom nur die Spitze eines Eisbergs. Ursachen für ein burn out-Syndrom, dass zu Arbeitsunfähigkeit oder gar Selbstmord führen kann:

1. Schlechte Organisation

Dinge werden einfach zu komplex, zu kompliziert und damit störanfällig.

Aus der Programmierpraxis kannte ich das Prinzip des "Sicherungskasten": Wie bei den Sicherungen im Haushalt sollte eine Projekt - Web-Anwendung oder auch Anderes - so organisiert sein, dass seine Komponenten möglichst voneinander unabhängig sind.
Bei den Sicherungen im Haus ist das so: wenn die Sicherung für Raum 1 durchbrennt, hat zwar Raum 1 keinen Strom mehr, aber in den anderen Räumen funktioniert alles. Idealerweise kann man das Problem in Raum 1 beheben, ohne den Rest der Wohnung mit hinein zu ziehen.

Soweit die Theorie :rolleyes2:

In der Praxis scheinen immer mehr Sicherungen durchzubrennen ...

2. Reizüberflutung

"Sind Sie belastbar?" Wer hat diesen Spruch nicht schon im Vorstellungsgespräch gehört und gelogen, wenn er oder sie den Job haben wollte. Denn die Belastung geht oft über das hinaus, was Menschen mit Fug und Recht ertragen können. Die eierlegende Wollmilchsau, die auch noch fliegen und tauchen kann, ist gefragt.
Immer mehr Reize dringen auf einen ein, man soll sich auf x Situationen einstellen und als kleiner Dödel im Job den "Sofortumschalter" geben.

3. Sinnlosigkeit

Außer "über die Runden kommen" mag beim Arbeiten kein Sinn mehr vorhanden sein. Da gibt es den Begriff der "inneren Kündigung" - Leute machen ihren Job nur noch, weil sie "müssen", nicht mehr, weil sie "wollen".

4. Existenzängste

Die Angst, den Job zu verlieren.
Die Angst, die Familie nicht mehr ernähren zu können.
Die Angst, aus die Wohnung nicht mehr halten zu können.

5. Psychoterror als Herrschaftspraxis

Mobbing ist seit langem Thema und seit langem Praxis der "lieben Kollegen" und so mancher Unternehmensführung.

Doch man muss nicht gleich Selbstmord begehen ;)

6. Arbeit lohnt sich NICHT

Die Partei, die mit der Parole angetreten ist, dass sich "Leistung" wieder lohnen muss, ist auch die Partei, die meines Wissens gegen einen Mindeslohn ist. Ein Beleg dafür, dass gerade die Leute, die so tun als ob sie das Arbeiten erfunden hätten, auch oft diejenigen sind, welche die Menschen zu der Einsicht treiben: Wer unter unmenschlichen Bedingungen noch arbeitet, ist selbst schuld.
Im Falle der BRD hat IMHO auch das dazu geführt, dass von 80 Millionen Einwohnern 20 Millionen Rentner sind. Was ja nicht heißt, dass sie alle nichts tun - viele Rentner betreuen Angehörige, passen auf Enkel auf oder gehen ehrenamtlichen Tätigkeiten nach.
Jemand, der in Deutschland so terrorisiert wird, wie die Beschäftigten bei France Telekom, hat noch immer die Möglichkeit, anstatt sich umzubringen, seinen Rentenantrag wegen Erwerbsminderung bei der Deutschen Rentenversicherung einzureichen. Das mag zwar mit Rechtsstreit verbunden sein und auch im Erfolgsfall nur zu einen bescheidenen Einkommen führen, aber besser als "Friedhof" als neue Adresse ist es allemal.
Und das System bekommt, was es verdient :)

Elfer
18.03.2010, 17:26
Ja, aber das System sind erst einmal wir.

Ich denke, dass die Gründe für einen Suizid vielfältig sind.

Da schließt eine Firma eine Niederlassung und schon bleibt den Mitarbietern nur die Kündigung oder weite Anfahrten. Da werden Strukturen zerbrochen. Da wird der Arbeitsdruck erhöht.

Haben wir Mobbing eigentlich erst erfunden oder ist es ein alter Hut? Wie sind die Leute früher damit umgegangen oder ist es wirklich eine neue Ausprägung?

Ich glaube aber auch, dass unsere Statussymbole viel zur steigenden "Beanspruchung" beitragen. Wir hetzen ihnen wie wild hinterher. Jeder versucht seinen Nebenmann zu toppen und zerbricht schließlich daran.

Wir erziehen unsere Kinder zu Menschen, die immer weniger leisten, um immer mehr zu bekommen. Wir haben ein ungesundes Anspruchsdenken und -verhalten entwickelt.

Derartige Tendenzen sind schlimm und müssen kritisch betrachtet und an die Öffentlichkeit gezerrt werden.

jovi
18.03.2010, 17:53
@Beverly
Die Welt ist kompliziert geworden. Wir alle leben miteinander verzahnt. Die Spezialisierung lässt uns Sachen effizienter machen (weniger Kraftaufwand für mehr Output), dafür brauchen wir aber uns gegenseitig. Für manche Positionen ist Verantwortungsbewustsein gefragt - aber man denkt, man verdiene mehr als der Andere weil eigene Arbeit wichtiger, schwehrer, ...usw.... ist. Wenn wir die Spezialisierung aufgeben, dann hätten wir den "Sicherungskasten" ... ob das gut ist ist eine andere Geschichte.

@Elfer
"Haben wir Mobbing eigentlich erst erfunden oder ist es ein alter Hut?"
Den gab es schon immer, nur jetzt haben wir die Technick professionell vebessert, professionellisiert :)

Elfer
18.03.2010, 20:16
"Haben wir Mobbing eigentlich erst erfunden oder ist es ein alter Hut?"
Den gab es schon immer, nur jetzt haben wir die Technick professionell vebessert, professionellisiert :)

Ja, das ist mal sicher...Aber es ist auch wie mit allem, wir geben dem Kind einen Namen und schon will es jeder haben. :giggle:

Britta
19.03.2010, 09:05
"Haben wir Mobbing eigentlich erst erfunden oder ist es ein alter Hut?"
Den gab es schon immer, nur jetzt haben wir die Technick professionell vebessert, professionellisiert :)

Früher geschah Mobbing am Arbeitsplatz aufgrund der Charakterschwächen der Leute und aus Langeweile. Heute gibt es das aus Angst um den Arbeitsplatz, weil man nicht derjenige sein will, der als nächstes der 'Fix Cost Reduction' zum Opfer fällt, aber auch auf Anweisung von 'Oben', damit die Leute 'freiwillig' gehen.

jovi
19.03.2010, 11:33
Früher geschah Mobbing am Arbeitsplatz aufgrund der Charakterschwächen der Leute und aus Langeweile. Heute gibt es das aus Angst um den Arbeitsplatz, weil man nicht derjenige sein will, der als nächstes der 'Fix Cost Reduction' zum Opfer fällt, aber auch auf Anweisung von 'Oben', damit die Leute 'freiwillig' gehen.

was mir bekannt ist, dass die leiharbeiter deutlich günstiger sind. um leute ordnungsgemäß zu kündigen muss man mehr geld bezahlen als wenn sie freiwillig gehen. aber mobben ist nur eine technik. es gibt auch arbeitgeber, die meinen ein unausgebildeter bzw. untrainierter leiharbeiter muss genausoviel leisten wie normale arbeitskraft. und zur normalen arbeitskraft wird gesagt: "du kostest mich doppelt so viel wie ein leiharbeiter, deshalb musst du doppelt so viel leisten".

halt arschlöcher vom fach. klar, dass die menschen damit nicht zurechtkommen. ob man es unbedingt mobbing nennt ... diese "motivation" ... potential hat sie die selbstmordrate zu erhöhen.

Britta
19.03.2010, 12:03
was mir bekannt ist, dass die leiharbeiter deutlich günstiger sind. um leute ordnungsgemäß zu kündigen muss man mehr geld bezahlen als wenn sie freiwillig gehen. aber mobben ist nur eine technik. es gibt auch arbeitgeber, die meinen ein unausgebildeter bzw. untrainierter leiharbeiter muss genausoviel leisten wie normale arbeitskraft. und zur normalen arbeitskraft wird gesagt: "du kostest mich doppelt so viel wie ein leiharbeiter, deshalb musst du doppelt so viel leisten".
Das nennt man dann Lohndumping.

Die Rechnung geht aber nicht auf, da die Motivation bei Leiharbeitern und fest angestellten in den Keller geht, mit dem Resultat dass die Qualität deutlich nachlässt.

halt arschlöcher vom fach. klar, dass die menschen damit nicht zurechtkommen. ob man es unbedingt mobbing nennt ... diese "motivation" ... potential hat sie die selbstmordrate zu erhöhen.
Der Gemobbte muß sich erstmal darüber klar werden können, dass er gemobbt wird. Die suchen ja die Fehler erstmal tatsächlich bei sich selbst. Die Rate derer, die gemobbt werden und ihren Job verlieren liegt glaube ich bei 99%.

Elfer
19.03.2010, 14:59
Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass Arschlöcher aus einem niedrigen Bedürfnis heraus mobben. Viele brauchen dazu keine Ansage vom Chef. Es ist der einzige Weg, mal eine gewisse "Befriedigung" zu erlangen.

Britta
19.03.2010, 16:17
Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass Arschlöcher aus einem niedrigen Bedürfnis heraus mobben. Viele brauchen dazu keine Ansage vom Chef. Es ist der einzige Weg, mal eine gewisse "Befriedigung" zu erlangen.

Ohne Frage. Das dürfte die häufigste Motivation für Mobbing sein.

jovi
19.03.2010, 18:11
Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass Arschlöcher aus einem niedrigen Bedürfnis heraus mobben. Viele brauchen dazu keine Ansage vom Chef. Es ist der einzige Weg, mal eine gewisse "Befriedigung" zu erlangen.

da muss aber eine lange mobbertradition im betrieb herrschen, damit die technik über die zeit reift. :coffee: an sonsten ja "wenn es mir übel geht ... ist gleich weniger über wenn ich sehe, dass einem anderen übeler geht. oder wenn andere etwas machen, dann kann ich es auch tun. rache muss natürlich auch sein-viel stärker, versteht sich."

vielleicht werden wir alle langsam evil. http://www.smileydesign.net/img/month0607.gif oder so http://www.smileydesign.net/smileys/class31.gif kombiniert mit http://www.smileydesign.net/smileys/class39.gif

deserd
19.03.2010, 20:00
Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass Arschlöcher aus einem niedrigen Bedürfnis heraus mobben. Viele brauchen dazu keine Ansage vom Chef. Es ist der einzige Weg, mal eine gewisse "Befriedigung" zu erlangen.

Widerspruch. Zumindest teilweise.

Es sind längt nicht nur Arschlöcher, die mobben. Es gibt da auch Intelligenzia, auch Akademische, auch Anarchisten etc.

Heute wird von Mobbing am Arbeitsplatz (oft oder fast immer mit Zustimmung der Chefs und Vorgesetzten) und in der Schule gesprochen.

Meiner Ansicht nach ist Mobbing nicht nur ein rassistisches, sondern auch ein faschistoides System.

Britta
20.03.2010, 00:08
Es sind längt nicht nur Arschlöcher, die mobben. Es gibt da auch Intelligenzia, auch Akademische, auch Anarchisten etc.
Auch das ist richtig.

Heute wird von Mobbing am Arbeitsplatz (oft oder fast immer mit Zustimmung der Chefs und Vorgesetzten) und in der Schule gesprochen.
Nein, nicht immer. Nur wenn die Firma Mitarbeiter loswerden will, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen.

Meiner Ansicht nach ist Mobbing nicht nur ein rassistisches, sondern auch ein faschistoides System.
Nein, ist es nicht.

Es fängt oft harmlos an. Man ist genervt von irgendetwas, auch von der eigenen Bequemlichkeit. Ärgert sich z.B. drüber, dass ein Kollege Arbeit immer erst am Freitag nachmittag erledigt und die dann bei einem kurz vor Feierabend auftaucht. Eigentlich kein richiger Grund und man könnte die weitergeleitete Arbeit auch erst am Montag bearbeiten - was solls. Es sind viele kleine Dinge und wer eh unzufrieden ist, wird anfangen sich über den Kollegen aufzuregen und hinter seinem Rücken über ihn ablästern. Das steigert sich und es wird immer mehr, was man an dem Kollegen nicht leiden kann. Vielleich kommen auch noch Missverständnisse dazu und man redet nicht miteinander. Eigentlich ist er ein ganz netter Kerl, aber das nimmt der andere Kollege schon nicht mehr wahr. Dann finden sich vielleicht noch ein paar andere Kollegen - aus welchen Gründen auch immer - und man lästert in einer schönen Runde.

Ist aber eher die eigene Unzufriedenheit.

Zumindest war das so vor der Krise. Jetzt ist es wohl eher die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes.

Mir ist das 2007 auch passiert, aber ich gehöre wohl zu dem 1%, die es geschafft haben ihren Arbeitsplatz zu behalten.

Elfer
20.03.2010, 04:18
Widerspruch. Zumindest teilweise.

Es sind längt nicht nur Arschlöcher, die mobben. Es gibt da auch Intelligenzia, auch Akademische, auch Anarchisten etc.



Also für mich sind Mobber Arschlöcher, egal, ob sie zur Intelligenz des Landes gehören oder in einer anderen Schublade schlafen.

Ich meinte mit arschlöchern also DIE Mobber.

Zu den Ursachen und Zielen würde ich mich nicht festlegen.

Es gibt sicherlich das vom Management gesteuerte Mobbing.

Es gibt aber auch das rein private Mobbing. Manch einer nutzt einfach die Gemeinschaft, um seine niedrigsten Bedürfnisse zu befriedigen.

Britta
20.03.2010, 12:08
Also für mich sind Mobber Arschlöcher, egal, ob sie zur Intelligenz des Landes gehören oder in einer anderen Schublade schlafen.
Sie sind Menschen und im 'normalen' Mobbingfall Menschen mit zuwenig Selbstwertgefühl. Ein paar sind wohl auch eiskalt berechnend und auf ihren Vorteil bedacht, aber auch das ist einfach nur seelisch krank.

Unsere Gesellschaft hat gelernt, auf alle möglichen Arten aufeinander einzuschlagen, sich gegenseitig zu kränken und weh zu tun. Die können einfach nicht mehr nett zueinander sein.

Das spiegelt sich nicht nur in Familien, auf der Arbeit oder in der Freizeit wieder. Man findet es auch in allen Krisenherden dieser Erde.

bejaka
21.03.2010, 13:11
mobber sind in aller regel intelligente menschen.
demnach ist mobbing reine unterdrückung bzw. der versuch.
hauptgrund für mobbing ist:
zitat r.luxemburg:

´sozialismus oder barbarei...´

kh

Britta
21.03.2010, 13:58
mobber sind in aller regel intelligente menschen.
demnach ist mobbing reine unterdrückung bzw. der versuch.
hauptgrund für mobbing ist:
zitat r.luxemburg:

´sozialismus oder barbarei...´

kh
Nein, da kann ich dir aus Erfahrung raus wiedersprechen.

Ein intelligenter Mensch muß man nicht sein. Der Eine kann den anderen einfach aus irgendwelchen Gründen nicht riechen, hat eine Abneigung - das reicht schon. Kommt dann noch Unzufriedenheit oder Angst um den Arbeitsplatz dazu, ein wenig Genervtheit - es gibt so viele Gründe, aber intelligent sein ist es nicht.

Auch der Versuch der Unterdrückung ist es nicht. Das ist einfach auf jemandem rumhacken. Ich könnte einige Fälle aus meinem Umfeld aufzeigen. In den letzten Jahren habe ich mich eingemischt und das auch schon erfolgreich unterbunden. Auch mit der Person, die mich damals gemobbt hat, komme ich heute klar. Es reicht zumindest zum 'guten Morgen' sagen oder für Smalltalk. Auf mehr würde ich mich da auch nicht mehr einlassen, zumal die Person sich bis heute weder entschuldigt noch das klärende Gespräch gesucht hat.

Manchmal hilft es, wenn mehrere Personen zusammenstehen und einer hetzt und die anderen lassen sich anstecken, einfach mal die guten Seiten der gemobbten Person aufzuzeigen und die Leute zum Nachdenken zu bringen. Also einfach nur dagegen reden, wenn der Mobber Unterstützung sucht, der versucht nämlich auch, den Gemobbten überall schlecht zu reden. Man kann das schon erkennen. Klar läuft man dann dabei Gefahr, ins Mobbing mit eingeschlossen zu werden aber nichts tun und zuschauen ist nicht in Ordnung.

bejaka
21.03.2010, 21:15
verwechsle bitte nicht intelligenz mit bildung, @britta.
mobbing ist einfach die geistige form körperlicher auseinandersetzung;
ist übrigens bestandteild von purer ausbeuterpolitik.
umsonst werden nicht die ´angeblichen frauenrechte´ soo gestärkt.
das ist nur mobbing über mittels´männer´.
kinderwerbung wäre ein geradezu passendes beispiel der organisation von gezieltem mobbing. ist meine sicht der dinge. ich bin da keinesfalls drauf ausgebildet:-)))
mobbing hat den vorteil, daß mer die ausübung schlecht beweisen kann.
allerhöchstens mit nahtlosen aufnahmen, in form von vertonten videos;
und das hamm´mer doch schon klugerweise verboten:-)))bzw., den gebrauch als beweis untersagt. es sei denn, man darf überwachungskameras
betreiben. die ungestörte überlegenheit ist damit wieder hergestellt:-)))
somit symbolisieren einfache gesetze den charakter der gesellschaft.

kh

Britta
21.03.2010, 21:35
verwechsle bitte nicht intelligenz mit bildung, @britta.
mobbing ist einfach die geistige form körperlicher auseinandersetzung;
ist übrigens bestandteild von purer ausbeuterpolitik.
Das trifft nur für den Fall zu, dass der z.B. Geschäftsführer seinen Abteilungsleitern die Anweisung gibt, Mitarbeiter zu mobben damit diese freiwillig gehen.

Die häufigste Form von Mobbing findet aber unter Kollegen statt und die hat weder was mit Bildung noch mit Intelligenz zu tun. Allerdings sollte der Mobber schon über Intelligenz verfügen, weil er sich sonst so dumm anstellt, dass es beweisbar ist.

umsonst werden nicht die ´angeblichen frauenrechte´ soo gestärkt.
das ist nur mobbing über mittels´männer´.
Ich sehe da keinen Zusammenhang mit Mobbing.
kinderwerbung wäre ein geradezu passendes beispiel der organisation von gezieltem mobbing. ist meine sicht der dinge. ich bin da keinesfalls drauf ausgebildet:-)))
Was hat das mit Werbung zu tun? :kopfkratz:
mobbing hat den vorteil, daß mer die ausübung schlecht beweisen kann.
allerhöchstens mit nahtlosen aufnahmen, in form von vertonten videos;
und das hamm´mer doch schon klugerweise verboten:-)))bzw., den gebrauch als beweis untersagt. es sei denn, man darf überwachungskameras
betreiben. die ungestörte überlegenheit ist damit wieder hergestellt:-)))
somit symbolisieren einfache gesetze den charakter der gesellschaft.
Auch mit Kameras oder Tonaufnahmen könntest du Mobbing nicht beweisen, da das ein Prozess ist, der über sehr lange Zeit und in kleinen Dosen läuft.

Und das mit den Gesetzen die den Mobbingcharakter einer Gesellschaft symbolisieren, erschließt sich mir auch nicht ganz. :kopfkratz:

deserd
22.03.2010, 00:16
Nein, da kann ich dir aus Erfahrung raus wiedersprechen.

Ein intelligenter Mensch muß man nicht sein. Der Eine kann den anderen einfach aus irgendwelchen Gründen nicht riechen, hat eine Abneigung - das reicht schon. Kommt dann noch Unzufriedenheit oder Angst um den Arbeitsplatz dazu, ein wenig Genervtheit - es gibt so viele Gründe, aber intelligent sein ist es nicht.

Auch der Versuch der Unterdrückung ist es nicht. Das ist einfach auf jemandem rumhacken. Ich könnte einige Fälle aus meinem Umfeld aufzeigen. In den letzten Jahren habe ich mich eingemischt und das auch schon erfolgreich unterbunden. Auch mit der Person, die mich damals gemobbt hat, komme ich heute klar. Es reicht zumindest zum 'guten Morgen' sagen oder für Smalltalk. Auf mehr würde ich mich da auch nicht mehr einlassen, zumal die Person sich bis heute weder entschuldigt noch das klärende Gespräch gesucht hat.

Manchmal hilft es, wenn mehrere Personen zusammenstehen und einer hetzt und die anderen lassen sich anstecken, einfach mal die guten Seiten der gemobbten Person aufzuzeigen und die Leute zum Nachdenken zu bringen. Also einfach nur dagegen reden, wenn der Mobber Unterstützung sucht, der versucht nämlich auch, den Gemobbten überall schlecht zu reden. Man kann das schon erkennen. Klar läuft man dann dabei Gefahr, ins Mobbing mit eingeschlossen zu werden aber nichts tun und zuschauen ist nicht in Ordnung.

Ausbeutung und Unterdrückung ist, sind in der R nicht das primäre Ziel, aber wahrscheinlich oft ein sekundäres, wobei das sekundäre Ziel dem Mobber bewußt oder unbewusst sein kann.
Ich würde auch Britta teilweise recht geben, allerdings Britta, es wird sehr schwierig, "Ausbeutung und Unterdrückung" komplett, was das Mobbing am Arbeitsplatz betrifft, komplett auszuschließen - da würde ich widersprechen. IMHO ist da immer ein Anteil mit drin, selbst wenn bei flacher Hierarchie auch mit dem Parametern 'Survival Fight\Gewinn des Besseren oder Stärkeren, xxx'

Ich denke, Mobbing kann mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen - das können eine Menge sein ....

Britta
22.03.2010, 06:32
Ausbeutung und Unterdrückung ist, sind in der R nicht das primäre Ziel, aber wahrscheinlich oft ein sekundäres, wobei das sekundäre Ziel dem Mobber bewußt oder unbewusst sein kann.
Ich würde auch Britta teilweise recht geben, allerdings Britta, es wird sehr schwierig, "Ausbeutung und Unterdrückung" komplett, was das Mobbing am Arbeitsplatz betrifft, komplett auszuschließen - da würde ich widersprechen. IMHO ist da immer ein Anteil mit drin, selbst wenn bei flacher Hierarchie auch mit dem Parametern 'Survival Fight\Gewinn des Besseren oder Stärkeren, xxx'

Ich denke, Mobbing kann mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen - das können eine Menge sein ....
Ausbeutung und Unterdrückung sind kein Mobbing-Ziel. Wenn Mobbing im Unternehmen dann nur um Mitarbeiter loszuwerden, nicht aber um sie auszubeuten oder zu unterdrücken. Kranke Mitarbeiter - und Mobbing macht die Menschen krank - bringen keine Hochleistungen. Die Arbeit leidet auch darunter.

Wenn du natürlich meinst, dass in ausbeuterischen und unterdrückenden Unternehmen Mobbing häufiger vorkommt, dann könnte ich zustimmen, da das die Stimmung der Mitarbeiter drückt und diese dass dann am schwächsten auslassen.

bejaka
22.03.2010, 21:14
mit gezieltem mobbing, ich muß das leicht ergänzen, werden ja nicht billige leute vertrieben, sondern jene, die ihre leistung zu teuer servieren oder die eingespart werden sollen. in dem fall ist mobbing eindeutig ein instrument der ausbeutung.
auch, z.b., um relativ aufmöpfige mitarbeiter loszuwerden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mobbing
in betrieben wird mobbing organisert. z.b. durch einen chef, der seinen, den zuküftig zu mobbenden mitarbeiter, vor allen kollegen blosstellt und damit das startzeichen gibt. er untergräbt damit öffentlich seine autorität und setzt ihn zur jagt frei:-))) er versagt ihm die hilfe, um ihn klein zu machen. mobbing ist immer organisiert und bedarf der ausbeutung durch auslese.
der psychoterror, was anderes ist mobbing nicht, wird gezielt in familien eingesetzt, z.b. durch kinderwerbung oder eben durch werbung, die generell oder mehrheitlich, nur teile der familie direkt anspricht. der angesprochene
(beworbene) teil der familie setzt dann den rest unter den psychoterror. einkaufende mütter mit kindern können davon ein lied singen.
von schuh-, creme-, fertiggerichte- und klamottenkauf will ich gar nicht erst anfangen:-))))

symbolisieren, @britta; damit ist die gesetzgebung und ihre auslegung gemeint.
mit ner klaren gesetzgebung ist es unmöglich, zu mobben.
dehalb vermute ich, wenn ein gemobbter in den beweiszwang getrieben wird,
braucht mer auch das gesetz nicht schreiben oder sooo lautstark proklamieren.
damit wird gezeigt, daß keiner der gesetzgeber mobbing ernsthaft bekämpfen möchte.

kh

Britta
22.03.2010, 21:41
mit gezieltem mobbing, ich muß das leicht ergänzen, werden ja nicht billige leute vertrieben, sondern jene, die ihre leistung zu teuer servieren oder die eingespart werden sollen. in dem fall ist mobbing eindeutig ein instrument der ausbeutung.
auch, z.b., um relativ aufmöpfige mitarbeiter loszuwerden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mobbing
Es ist ein Mittel um Arbeitnehmer rauszuekeln, klar.

Das kann aber auch nach hinten losgehen und für die Firma sehr teuer werden.

in betrieben wird mobbing organisert. z.b. durch einen chef, der seinen, den zuküftig zu mobbenden mitarbeiter, vor allen kollegen blosstellt und damit das startzeichen gibt. er untergräbt damit öffentlich seine autorität und setzt ihn zur jagt frei:-))) er versagt ihm die hilfe, um ihn klein zu machen. mobbing ist immer organisiert und bedarf der ausbeutung durch auslese.
Nein, die meisten Mobbingfälle sind nicht organisiert. Sie ergeben sich aus Antipathien.

In den wenigsten Fällen ist das Startzeichen einen Kollegen vor den Anderen bloßzustellen. Sowas wäre Zufall.

Wenn z.B. die Geschäftsführung beschliessen würde, Personal durch Mobbing abzubauen, so würde das fast unbemerkt von den gemobbten Personen geschehen. Die Gefahr von Schmerzensgeldklagen ist zu hoch. Da kommen eher so Sachen wie der Entzug von Zuständigkeiten, das Unterschieben von kleinen Fehlern, das Verschwinden von wichtigen Dokumenten. Weiterer Entzug von Arbeit. Irgendwann sitzt der Gemobbte dann da und weiß gar nicht mehr, wie er die Zeit noch totschlagen soll. Das geht alles schleichend. Dann kommen niedere Arbeiten (er hat ja Zeit), die keiner machen möchte und der Rest ergibt sich dann von selbst. Vielleicht erwischt man ihn ja, wenn er beim Zeit totschlagen was privates macht, dann gibt's die erste Abmahnung. So läuft das eher.
der psychoterror, was anderes ist mobbing nicht, wird gezielt in familien eingesetzt, z.b. durch kinderwerbung oder eben durch werbung, die generell oder mehrheitlich, nur teile der familie direkt anspricht. der angesprochene
(beworbene) teil der familie setzt dann den rest unter den psychoterror. einkaufende mütter mit kindern können davon ein lied singen.
von schuh-, creme-, fertiggerichte- und klamottenkauf will ich gar nicht erst anfangen:-))))
Da gehört dann aber auch die Familie dazu, in der sowas ankommt. Von Werbung würde ich mich jetzt nicht gemobbt fühlen. Es gibt ja Werbung für jedes Alter. Das ist mir zu weit hergeholt.

Elfer
23.03.2010, 19:30
Sicher gibt es ein hierarchisches Mobbing.

Ebenso sicher gibt es das gruppendynamische Mobbing. Da wo sich innerhalb einer Gruppe ein "Opfer" herausstellt, wird an der Ausgrenzung, Erniedrigung und vielfältigen Attacken gearbeitet.

Motivationen kann es viele geben. Konkurrenz oder einfach nur Macht. Ich glaube dass gerade das Mobbing der "Kollegen" schlimm ist. Hier fühlt man sich unter seines gleichen oder sollte es. Hier erwartet man Solidarität. Hier geht man tagtäglich viele Stunden mit den Mobbern um. Hier fühlt man sich ohne Rückhalt und verloren.

Wir man von oben gemobbt, kann man auf (vlt. vorgeschobene) Solidarität hoffen. Das hält einen für eine bestimmte Zeit am "leben".

jovi
23.03.2010, 22:47
Arbeit macht öfter seelisch krank - keine Arbeit auch

Demnach haben sich diese Krankschreibungen seit 1990 fast verdoppelt und verursachten überdurchschnittlich lange Fehlzeiten. Und hohe Kosten: Die Behandlungskosten für depressive Störungen lägen inzwischen bei mehr als vier Milliarden Euro im Jahr.

Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/jobkrank100.html

man sieht, die leute werden zunehmend labil. mobing oder doch was anderes ... hoffentlich machen sie keinen blödsinn. :nono: leider wird es, wie es aussieht, immer wahrscheinlicher.

otix_
24.03.2010, 08:40
vielleicht werden wir alle langsam evil. http://www.smileydesign.net/img/month0607.gif oder so http://www.smileydesign.net/smileys/class31.gif kombiniert mit http://www.smileydesign.net/smileys/class39.gif

hihi :giggle:

Britta
24.03.2010, 08:52
man sieht, die leute werden zunehmend labil. mobing oder doch was anderes ... hoffentlich machen sie keinen blödsinn. :nono: leider wird es, wie es aussieht, immer wahrscheinlicher.
Früher wurde gute Arbeit anerkannt. Es gab Lob vom Chef und auch Lohnerhöhungen. Mehr Geld gibt es schon lange nicht mehr, auch keine Anerkennung. Nur noch Kosten sparen.

Auch eine Form von Mobbing:

Manch Unternehmen hat die ERA-TV Einführung genutzt, um seine Mitarbeiter gleich 2 Stufen tiefer einzustufen, wie es sich eigentlich gehört hätte, um beim Austausch des Personals niedrigere Tarife zahlen zu können. Den Beschäftigten durften sie zwar dadurch nicht weniger Geld zahlen, weswegen fast jeder eine sogenannte Überschreiterzulage bekommt, aber tarifvertragliche Erhöhungen werden auf diese Überschreiterzulage angerechnet, was bedeuten könnte, dass keiner in den nächsten 10 Jahren eine tarifvertragliche Erhöhung bekommt, je nachdem wie die neuen Abschlüsse ausfallen.
http://de.wikipedia.org/wiki/ERA-TV
http://www.fortbildung-bw.de/wb/07_personalentwickler/02_pe_pm/extra_sites/ERA/ERA.php
Daraus folgt die Herausforderung, die Arbeitsaufgabe zu beschreiben, in ihrer Wertigkeit einzustufen und die Mitarbeiter entsprechend zu zuordnen.
Die Gewerkschaft sprach in manchen Fällen von 'Geisterfirmen', die gemäß der Einstufungen der Mitarbeiter gar nicht mehr funktionieren könnten.

http://www.netzwerkit.de/projekte/man-nci/turbo/foren/era/280886182093
In den ersten 2 Wochen gab es ca. 800 Einsprüche. In der letzten Betriebsversammlung versuchte die Geschäftsführerin die Entscheidungen zu verteidigen, hat sie aber dafür nur laute Pfiffe geerntet. Nach aktueller Schätzung 95 % der Belegschaft (einer gut prosperierenden Firma, die als "Musterknabe" im Konzern glänzt) ist unzufrieden bis wütend. Die Atmosphäre ist vergiftet, die Leute sind micht mehr bereit Sonderschichten zu machen, über Sprüche wie "Gute Bezahlung für gute Arbeit" können sie nur müde lachen.
Die Unternehmen zählen nur noch Köpfe und jeder Mitarbeiter ist austauschbar. Das wird den Leuten immer mehr bewußt. Die Motivation ist im Keller.